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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
flr.214
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Marburg
WM, den 12. Stirtmtet
Scheibmg
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58.3M; 112$
SkkWlk.
Die Mitteilungen über angebliche direkte deutsch- ftanzösische Verhandlungen sowie über eine zu er- goartende deutsche Note gehen namentlich in Paris weiter. Man will sogar schon wissen, wer als Ver- Ririlet in Betracht käme. Aus den Reden des Iieichstanzlers wissen wir, was daran Wahres ist, Alle weiteren Meldungen darf man ruhig ins Reich der Fantasie verweisen. Man mutz sie aber als Etiinmungsfaktor werten in dem Sinne, daß Frankreich auf eine baldige Erledigung des Ruhrkonflikts, d. h. oie Einstellung des passiven Widerstandes hossi. Wir geben folgende Meldung des „Börsen- rouriers ' aus Paris wieder, die zeigt, wie optimistisch man in Paris denkt, wenn nicht dieser ganze Schwaden von Gerüchten dazu dienen sollte, auch bei »ns in Deutschland die Stimmung zu verwirren:
P« r i s, 11. Sept. Die aus guter Quelle staui- menden Gerüchte über Verhandlungen zwischen Frankreich und Deutschland, die bereits begonnen hatten und in den nächsten Tagen fortgesetzt würden, mehren sich Der Berliner Korrespondent des „Petit Parisien" meldet, daß Ende der letzten Woche der französische Botschafter in Berlin, de Margerie, mehrere iinterhaltnnge« mit dem Reichskanzler gehabt habe. Er erklärt jedoch, es fei zu früh, um eine Wertung dieser Unterhaltungen geben zu können. .
Der Berliner Korrespondent des „Echo de Paris" verzeichnet ein angeblich in Berlin zirku- lierendes Gerücht, wonach eine höhere französische Persönlichkeit nacb einer längeren Anierhaltut g mit dem Wirtschafts- und dem Finanzminister Sonnabend abend naclftParis abgereift fei und konkrete Vorschläge mit sich genommen habe. Es scheint, jo heitzt es im ,,2’Ccuine“. dah diese Rote ('.*!) einen Kommentar der Rede Strefkmanns dar- stcllen soll, die dieser in den letzten Tagen geholten hat und die in der einen oder anderen Form die Einstellung des passiven W i d e r st a n - des bedeutet.
Wie der Korrespondent der Expreß-Korrcspon- denz uns bester Quelle mitteiten kann, ist es durchaus unbestritten, datz in der ganzen letzten Zeit nicht nur auf dem Wege über Banklente und Industrielle, sondern auch über amtliche un$ ho.lb- amtliche Persönlichkeiten eine private Sondierung zwischen Paris und Berlin vorgenommen worden ist, deren Auswirkung man in den nächsten Tagen erwarten darf. Welche Form diese Auswirkung annimmt, darüber sich zu Lutzern, wäre verfrüht: es ist anzunehmen, datz die Sondierrmgsarbeit sich vorläufig weniger mit positiven Borschlägen befatzte, als mit der Aufklärung gewisser Punkte in der Steklirngoobme der alliierten Regierungen, die aus den Veröffentlichungen der verschiedenen französischen und anderen alliierten Noten nicht mit genügender Klarheit hervorgingen.
Die Pariser Presse von Dienstag morgen veröffentlicht dem „Tag" zufolge in grötztem Umfange Nachrichten ans Berlin, wonach nicht nur der französische Botschafter mit dem Reichskanzler Besprechungen gehabt haben soll, sondern auch einzelne Mitglieder des Kabinetts offenbar im Auftrage des Reichskanzlers mit Vertretern des Earantie- lomitees über Einzelheiten einer Regelung der Reparationsfrage und einer Beendigung des Ruhr- konfliktes verhandel: haben sollen.
Richt mit Unrecht weist das Blatt darauf hin, dah sich in diesem Stadium beginnender Verhand- ltng sowohl die französische Botschaft von der einen Seite wie auch die eng- lifche Botschast von der anderen Seite bemühten, Gerüchte zu verbreiten, über den Stand der Verhandlungen, um das bekannte zerrissene diplomatische Kampfgelände zu schaffen, auf dem bann die Erfolge e i n g e h e i nt st w e r d en sollen.
Das Blatt meint sehr richtig: „Es tarn nicht im Interesse der Reichsregiernng legen, wenn bi"Je Gerüchte verstärkt werden. Die Regierung will solchen Gerüchten gerade dadurch die Spitze abbrcchen, daß si: die weiteste Defsenilichkeit rechtzeitig über denn Stan? der Dinge »nterrichtct. Das wird zunnächst durch Hne für Mitt woch Abend angekündingt: Rede des Re ich s kanzle r s geschehen. Es ist möglich, das; wsitere Ergänzunn- fitn durch Regierungserklärungen vor dem Reichstag erfolgen. Jedenfalls wird das Kabinett seine Anschanun- gen über die praktisch: Regelung der R puialionsscagc le kannnigebcn, sobald Posiliv.s rorlt-'gt."
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Hinsichtlich der Wied.-rh schung des Postens des deutsch e n Botschafters in Patio und des deutschen Gesandten in Brüssel schreibt die „Zeft", d>rh vic RJiederbcs.tzung d.'ioer Posten bereits unter der Reg'eknng Lun» erwogen warte« sei. Sic wert'« zum gegeben;si Kejtvunkte erfolge». . , . J . j
Berlin, 11. Sept. Zu den Nachrichten der Presse des Auslands über anakbliche dcutsch-franzSsifch« Verhandlungen insbesondere über Unterhaltungen, die zwischen dem französischen Botschafter in Berlin de Margerie und dem Reichskanzler stattgefunde» haben, bemerkt das „B. T.", bay auch während der Regierung Cuno oftmals Unterhaltungen zwischen dem damaligen Außenminister Rosenberg, dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Maltzan und dem französischen Botschafter über die politische Lage siartgefunoen hätten Menn nun bei dem Besuche, den de Margerie am vorigen Samstag dem Auswärtigen Amt abstattcte^ im Verlaufe der Unterhaltung auch die Reparationsfrage berührt wurde, so könne man darin noch keine „Verhandlungen" erblicken. £(> sich aus solchen gelegentlichen inofsizielleu Vlesvrächeu die Möglichkest zu einer offiziellen Aussprach« ergibt, bbibc abzuwarten. Auch sei die Behauptung un« richtig, daß die deutsche Regierung die Absendung einer Note an die französische und belgische Regierung beak-fichtige.
London, 11. Sept. Der Pariser Berichterstatter der „Morninng Post" schreibt,- ihm sei von jeher französischer Seite versichert Wochen, daß die f r a u r ö s r s ch e R e g tt • ruitg als solche feine Absicht habe, sich m*! irgendeinem Ue hereinkommen nut fcen deutschen Industriellen zu identifizieren.
Verständigung zwischen der französischen und den deutschen industriellen Interessen würoe eine vo llkomme n inoffizielle und private Angelegenheit außer halb der Negierungskontrolle sein. London. 11 Sept. Der diplomatische Berichter- statter des „Daily Telegraph" schreibt, es verlaute, daß Baldwin und seine Kollegen ihre Aufmerksamkeit Bon neuem dem Rcparationsproblem zürnenden Die Einstellung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet würde eine vollständige Neuerwägung der veränderten Lage notwendig machen.
Paris, 11. Sept. Wiest,Oeuvre" aus Brüssel meidet, ist der bcl.aische Minister des Aeußern, der für einige Zeil .ans Urlaub gehe" wollte, oesteru abend pcötzlicb nach Brüssel zurückgekehrt.
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MMni, itt Diffolor.
London, 11. Sept. Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" hatte in Mailand eine Unterredung mit Mussolini, der u. a. erklärte: Als er vor einem Jahre zur Macht gekommen sei, habe er eine starke Neigung zu guten Beziehungen mit Großbritannien gehabt, denn et habe in England den natürlichen Freund unb sogar den natürlichen Alliierten.Italiens gesehen und habe sein, Bestes getan, um diese guten Beziehungen so wirksam und eng als möglich zu gestalten. Er müsse jedoch sagen, datz er bei der britischen Regierung nur wenig Ermutigung fand und jetzt, nachdem er in dieser ersten Krise die Haltung der Großmächte gegenüber Italien auf bie Probe gestellt habe, sei er tief enttäuscht, zu sinbeu, daß in einem großen Teil ber öffentlichen Meinung in Englanb eine sehr starke Gegnerschaft gegen Italiens gerechte Forderungen zum Ausdruck gekommen fei. Tie italienische Freundschaft sei noch für Großbritannien zu haben, wettn es sie auf der Grundlage der Gleichberechtigung, der gegenseitigen Achtung vitaler Interessen annehmen wolle. , Bezüglich Fiumes erklärte Mussolini, seine Politik habe ein Ziel, das in den Herzen des italienischen Volkes tief ei ngewu r ezelt sei. Er hoffe, datz die südslawische Regierung die Zweckmäßigkeit der von Itali'-i'. vorgeschlagenen Vereinbarung ein« sehen und sie annehmen werde. (Mussolini und Poincarö -- ein seines Paar von Brüdern! D. R.)
Paris, 11. Sept. Rach der „Chicago Tribüne" soll der italienische Botschafter in ber gestrigen Bctfchafterkonferenz mitgeteilt haben, Mnsso- lini habe bereits sein letztes Wort (!) gesprochen in beut Sinne, datz bie Sanktionen, zu denen er ges.yritten fei, um die Erfüllung der italienischen Forderungen zu grantieren, erst aufgegeben würden, wenn diese in vollem Uufange ciusgeführt wären Das Blatt will ferner wißen, datz die Botschafter die Annahme ihrer Noie durch die griechische Regierung gleichzeitig als einen Verzicht der letzteren auf ihre ursprünglichen Entschädigungsansprüche für die Beschießung von Korfu unb bie Tötung von 16 bczro. die Verletzung von 30 Personen betrachten. Es sei gestern erklärt worden' „Es sind stderyaupt keine griechischen Staatsangehörig in getötet worden. Die Opfer waren fast alle armenische Flüchtlinge. Die Votschaster seien gleich- falls der Auffassung, daß die italienische Regierung ihre vnfan.;nche Forderung aufgebe, daß Eriechen- ktni? die Kosten für bie Besetzung Korfus unb ber übrigen In',-In trage.
Paris, 11. Sept. Tie Botscsafteckonkerenz, die sich gestcur mit der griechischen und der iialieniütxii Antwort besaßt bat, tritt heute nadimittng um 5 Uhr zusammen. Rach Haoaö haben die Vertreter der bUlti.'rteu aus der Bois hcrsicrkonferenz von ihren Nc- CiCTÜußea genaue Smschr'-dunge» erdeten über die
Bedingungen, unter denen die italienischen Truppen Sorfu räumen müssen.
Die Räumung Korfus?
L o n b o u, 11. Sept. Der biplomatische Berichterstatter bes „Daily Telegraph" schreibt zu ber Haltung bes britischen Kabinetts in ber italienischgriechischen Krise, soweit bie britische Politik in Betracht komme, könne sie nur so gebeutet werben, baß ihr Prüfstein bie Korfu-Frage sei. Es bestehe kein Grund für ben in Völkerbunbskreisen unb unter ben kleineren Nationen weit verbreiteten Eindruck, batz bie britische Unterstützung in biefet Frage feit bem 1. September merklich abgenommen habe.
Lonbon, 11. Sept. Die „Times" führt in einem „Zweifel bezüglich Korfus" Lberfchriebenen Leitartikel au», cs bestehe einige Ungewißheit bezüglich bes Zeitpunktes, wenn Italien fein Versprechen, Korfu zu räumen, zu erfüllen beabsichtige. Diese Ungewißheit erhalte zweifellos eine gewisse Unterstützung burch ben Mangel an Genauigkeit im Wortlaut bei Note Mussolinis an bie Botschafter- kcuferenz unb bie am Sonntag in Rom veröffentlichten offiziöse» Kommuniques.
Die Fiume-Frag«.
Berlin. 11. Sept. Der Berichterstatter des .Daily Telegraph" schreibt zur Flume-Frage, er erfahre, das; ein vollkommener und gefährlicher Sttll- stand erreicht fei. Auch die Lage in Bulgarien, tns- vesondere an der serbisch-bulgarischen Grenze werd« alS so ernst angesehen, das; eine Anzahl Warnungen Zankoff übermittelt worden seien.
Genf, 11. Sept. Die südslavlsche Delegation dementiert die Pressemeldungen, wonach der südslawische Delegierte und Außenminister Patschttsch von seiner Regierung di« Instruktion erhalten vabe, den Vvlkerbundsrat in ber Fiumer Frage anzurufen. Der Vertrag zwischen Südslawieu und Italien sehe lein Schiedsverfahren vor, sodaß ein Appell an de» Völkerbund nur in Frage käme, wenn die in Art. 12 nnd 15 vorgesehene Gefährdung des Friedens ein, trete. Das fei nicht der Fall.
Paris, 11 Sept. Rach einer HavaSmekdung aus Rom wird der „Epoea" «uS Korfu telegraphiert, datz die italienischen Truppe« die LereS ohne Zwischenfall besetzt haben.
Som Sölkrtiinii.
Genf, 11. Sept. Die Vöttervundsversaminlung trat auch heirte entgegen der ausgestellten Tagesordnung noch nicht in die Debatte über den RatSbertcht ein, sodaß auch bie ci»gekündigte Erklärung des Präsidenten dcs Völkerbundsrats über den griechisch-italienischen Konflikt noch nicht abgegeben wurde. Die Versammlung begann vtelmebr eine sehr ausführliche 'Aussprache über den Wtederaufbau Oesterreichs auf Grund etnes Aertchtes, den Ador^chweiz erstattete. Ador beantragte dabei die Annahme einer Enischlie- stuna. in der die Versatmulung den Erfolg des Wte- rcrausbauwerkes begrüßt und vor allem auf dte erzielte Stützung der Krone, die Vermehrung der Spareinlagen und dir Steigerung der verpfändeten Einnahmen hinweist. Die Enlschlietzuug betont ferner die Berdtenste des Bölkrrvundskommtssars Dr. Zlm- mermann und der österreichischen Regierung, die auf- aeforbert wird, die Verwaliungsrefonn fortMsetzen. die zum Wohlergehen Oesterreichs und zur Sicherung seiner Unabhängigkeit notwendig sei. Graf Mens- dorsf-Oesterreich sprach dem Völkerbund den Dank sei, ner Regierung aus sowie ihre Bereitwilligkeit, sich tvetter ganz der Erfüllung des Wtederaufbaupro- gramms des Völkerbundes zu widmen. Rach wetteren Ausführungen von Sirakosch-Südafrika wurde die Debatte aus morgen vertagt.
Gens, 10. Sept. Der dritte Ausschuß der Völker- biindsversammlung (Abrüstung) trat heute in die Beratung über den ersten Artikel des Vertrages über die gezenseiitz? Unterstützung ein. Tie Vertreter Dänemarks, Norwegens unb Hollands kritisierten den Vertragsentwurf ber vor alkm m i l i t ä r i s ch c G a r a n l i e n (!) ausstelle, anstatt die Abrüstung zu beschleunigen und moralische »nd rechtliche Garantien zu schaffen. (Tue Ahnungslosen! D. Red.) Lord Cecil verteidigte die im Vertragsentwurf vorgesehenen Sonderabkommen. Lcbnm (Frankreich! trat für ausdrückliche Erwähnung dcs Artikels 10 des Paktes (Gewährleistung der territorialen Unversehrtheit) in dem Vertragsentwurf ein, die von Edwards (Chile) trilfiert wroden war. Diese Frage soll einem juristischen Unterausschuß zum Zwecke der Vorprüsiing unterbreitet werden.
5*aag, 11. Sept. Der Ständige Internationale Gerichtshof im Haag hat unter dem Vorsitz bes Präsidenten Dr. Lober in öffentlicher Sitzung am 10. September ein Gutachten in der Frage ber deutschen Ans iebler unb Pächter in Polen, um bas von bem Völkerbunds- tai gebeten worben war, abgegeben.
Das Gutachten betraf erstens die Frage, ob ber Völkerbunbsrat für bie Angelegenheit ber beutschen Ansieblcr in Polen z u st ä n b i g sei, uud zweitens die Frage, ob Maßnahmen, die Polen gegen bie Ansiebler unb Pächter getroffen hat, mit feinen internationalen Verpflichtungen aus bem Vertrage von Versailles unb bem Minberheiten- vcrtrag in Er n klang zu bringen seien.
Ter Gerichtshof beantwortete die erste Frage bejahend unb äußerte sich über bie zweite Frage dahin, batz bas Vorgehen Polens mit feinen
internationalen Verpflichtungen im Wider- spruch stände.
Der Völkerbunbsrat wirb nunmehr bie enbgfit- tige Entscheidung zu treffen haben.
3m Sage bi ben befehlen StMeltn
Mannheim, 11. Sept. Zn bet Nacht zum 10. September kurz nach 11 Uhr kam es in einer; Wirtschaft in bet Mittelstraße nahe ffiutemann», straße (unbesetztes Gebiet) zwischen Zivilpet«, fonen unb zwei französischen Eolbaken, zu Auseinaubersetzungen. Der Wirt unb ein brittet, französischer Solbat vermittelten unb stellten bie Ruhe wiÄer her. Nach Eintritt bet Polizeistunbe verlangten bie beiden Solbaten weiterhin bie Ver», abreichung von Bier. Als bies verweigert würbe, stießen sie bie Ehefrau bes Wirts gegen bie Brust, unb belästigten sie in unverschämter Weise. TOit; Hilfe bes britten Franzosen würben sie au» der Wirtschaft entfernt. Zn der Gutemannstratze kam, es bann roieber zu Auseinandersetzungen mit ben Gästen bet Wirtschaft, bie ebenfalls borthin gekommen waren. Die Streitigkeiten arteten in gegen», fertige Tätlichkeiten aus. Ein französische», Solbat soll einen Schlag auf ben Kopf erhalten^ haben. Die Sokbaten selbst schlugen mit dem Seitengewehr um sich. Außetbern fielen 2 Schüsse. Soweit festgestellt würbe, ist burch bie Schüsse nie» manb verletzt worben. |
Berlin, 11. Sept. Am 29. August find in Emmerich die beiden der Firma Franz Haniek n>. Co. in Duisburg-Ruhrort gehörigen Rheinschiff») „Homberg" und .Mainz" mit Eisen für englisch»^ Rechnung festgehalten worden. Die znstänbigen^' örtlicyen Stellen im Rheinland sind angewiesen, worben, gegen biese flagrante Verletzung bet Freiheit bet Schiffahrt Widerspruch zu erheben unb so» fertige Freigabe bet beiben Schiffe zu verlangen. ■
EskN, 11 Sept. Die Villa des Wilhelm Givarbet in Essen touük als Wohnung für den Kommandeur der Division- General Jacrusmot, beschlagnahmt. '•
Düsseldorf, 12. Sept. Der Arbeiter jGufla» . Rolven, der am Elsenb.rhnLamm tm Stadtteil Fltn. gern Brombeeren suchte, wurde von der französischen Wache verhaftet, geschlagen nnd schließlich den Bahndamm hlnuntergeworsen. Die Mlßüandkmigen waren so schwer, daß Rolden InS Krankenhaus spracht lverdeu mußte.
Buer, 12. Sept. An einem der letzten Abende wurden auf dem Wese von Buer nach Hassel eine 25. jährige Bürobeamtt« und eine lOjäyrlge Klavlersple- lerln von einem belgischen Feldwebel und einem bel- gischen Solbaten überfallen und Vergewaltigt. Die beiden Soldaten konnten festgestellt rmd verhaftet
werden, ...
Wie sie stehlen.
Gelsenkirchen, 11. Sept. Dir Franzosen statteten heute mittag der städtischen Hauptlasse ihren ' alluwchentttchen B.such ab. Mit vorgehallenen Revolvern nahmen sie die Kassenbestände fort, wobei ttznerl nicht weniger als 11L Milliarden Start tzn die Hände ftelen.
Düsseldorf, 12. Sept. Aus der Gerresheimet Gtashütte wurden von dew Franzosen 25 Milliarden Lohngelder weggcnommen.
Buer, 12. Sept. Gestern vormittag erschien eine belgische Abteilung aus dem Rathaus und besetzte die Sradtkaffe. Aller vorhandene Geld, etwa 60 — 70 Milliarde», Würbe weggenommen, weil eS nach Ansicht der Belgier zur Auszahlimg an die Erwerbs, lose» bestimmt war. , Die aus die Auszahlung des. Geldes wartenden Erwerbslosen wurden auS dem Rathaus Vertrieben. j
Ludwigshafen, 11. Sept. Die bei bet französischen Regie befchäftigten beutschen Arbeite»,^ würben von ben Franzosen angewiesen, ihnen Mel* butig zu erstatten, wenn sie vo» Gelbzahlungen an bie verbrängten Eisenbahner Kenntnis erhalten.^ Der Fabrikarbeiter Stahmer von Dirmstein^ leistet für bie Franzose» Spitzelbien st e. „ > i
Die Beschießung einer Ortschaft angedroht, : *'
Münster, 11. Sept. Auf einen stanzösisch'en, Posten an der Llppebrilcke an der Straße Bork-Walttop sind gestern abend von unbekannten Tätern vom dic-ssrttigLn Ltppeuser aus etwa 6 Schüsse abgegeben worden, durch die der Posten verletzt wurde. Aus Anlaß des Vorfalles bat der stanzösisch, eontnuntban^ angekündtgt, daß bis 0eilte mittag 12 Uhr die Amts. Verwaltung von Borg mit einer weißen Fahne au£ der Lippebrücke (!) erscheinen müsse, andernfalls di» Franzosen sich in Bork Geiseln holen und die Crt.; schäft beschießen würden. Französische Patrouillen^ nahmen heute morgen in Bauernhöfen auf dem bteS«: fertigen Lippenfer Haussuchungen vor. In Waltrop wurde das Postamt besetzt.
Von den Separatisten. .■ <:
Elberfeld, 11. Sept. Auch in FttrÄheiÄ haben die Scvaratisten am 5. September eine Benij sammlnnz abgcl)alten. In der auch Smeets sprach. Eit» x-err Setter, der gründlich mit SmeetS unb feinen Anhängern ab rechnete, wurde von einem srcnizSslscheri Krtminopbcamteit ajbgesiührt. Die Erregung ttf der Versammlung wurde infolgedessen so stark, bajj1 S m, e t s und seine Anhänger atttg ben Saal verließe» unb