Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (das früher lurheffifche) Oberhessen
ür. 211
Die ^Db»tjeiRi4e Bettung“ «rfdietnt wöditnill*. — Lez»g»»rei» menatlich
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Marburg 5rtii«g, de» 7. SeWtr Scheid ing
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58. m 1125
Ser WeM-meMe Will.' (Der Druckfehlerteufel hatte gestern einen griechisch- L türkischen daraus gemacht. Die Red.) ii London, 6.Sept. Die Berichte über die Ms- tzckrkungen des italienisch-grUchischen Konfliktes sind, je Wach dem sie aus englischer oder französischer Quelle flam- Mn, grundverschieden. Alle englischen Darstellungen itatten auf eine große Verschärfung derSitua- jlieit hin. Es wird sogar behauptet, daß die englische Regierung bereit fei, dem Völkerbund einen >L»ü ihrer Flott« zur Verfüguwg zu stellen, Wls Italien den Weisungen des Rates nicht folgen sollie, »fort die Räumung Korfus zu vollziehen. Aber auch für |nt Fall, daß der Völkerbund versagen sollte und die Be- ßktzung Korfus eine dauernde zu werden drohe, würde di" tzüglischr Flotte vor Korfu demonstrieren und eventuell segar zur Vertreibung der Italiener schreiten. Frankreich in in eine schwierige Lage gebmcht dadurch, das er ani da einen Seite die Wünsche der Kleinen Entenr" be gtcksichtigen müsse, andererseits aber Italien »urch seine Austimnnmg aus dem englische« Lager zu ziehen versuch"» Wolle.
Paris, 6. Sept. Wie Havas mitteilt, ist man ,N französischen politischen Kreisen der Ansicht, daß hie griechische Note an die Botsihafterkonferenz den «sten Schritt zu einer friedlichen Lösung des griechisch-italienischen Streitfalles darsteilt.
Weitere Besetzung««.
Rom, 7. Sept. Die Ag. Sief, meldet die Besetzung von Raxos und einiger kleiner Inseln bei Korfu und fügt hinzu, datz es sich hier nicht darum handele, die italienische Besetzung auszudehnen. Es handele sich.einfach Darum, Korfu zu sichern, zu dessen Vertcidigungsgürtel diese Inseln gehören.
London, 6. Sept. Die Ag. Sief, bemerkt zu tzrr Verlegung des griechischen Geschwaders von Salamis «rach Bolo: Da es weder eine Gefahr noch «ine Bedrohung oder einen Kriegszustand zwischen Griechenland und Italien gibt, autzer wenn Griechenland selbst an einen Krieg beulen sollte, so versteht man nicht, was diese Bewegungen des griechischen Geschwaders und derartige Athener Com- »uuiqu6s an dis Mächte zu bedeuten haben, zumal Italien auf den friedlichen Charakter der Besetzung von Korfu hingewiesen hat, die als eine Zwangs-- «atzuahnte Griechenland veranlasien fast, Italien Genugtuung für die Medermetzelung der Mission zu geben. Nach Ansicht der diplomatischen Kreise bedeutet alles das einfach, datz Griechenland systematisch Alarm schlägt, um sich seinen Berpfltchtun- -en zu entziehen, indem es das Phantom einer Kriegsgefahr beschwört, dis den Absichten Italiens volltommen fernliegt. Zn der öffentlichen Meinung Italiens hat die Pariser Meldung, wonach der Vertreter Frankreichs bei der Botschafterkonferenz die Schuld Griechenlands angesichts der Tatsache, datz die Mission auf griechischem Boden niedergemetzelt vurde, als unumstößlich sicher festgesteltt hat, den günstigsten Eindruck hervorgerufen.
Die Kleine Entente spricht.
London, 6. Sept. Der diplomatische Berich! erstatter des „Daily Telegraph" erfahrt, datz die Kleine Entente Frankreich und allen ihreil Freunden hätte zum Ausdruck bringen lassen, 1. datz, »e n n der Völkerbund nicht seine Pflicht in Bezug auf die Besetzung von Korfe tue, sie ihn verlassen werde. Sie würde es vielleicht sogar ablehnen, in Zukunft die Jurisdiktion der Entente anzuerkennen, wenn letztere es zulasten sollte, datz die Interessen der 'lernen Nationen geopfert werden, 2. daß, wenn Griechenland zu irgendwelcher weiteren Mobil- mech -no nd weiteren Bewegungen übergehen wolle, stech s.e unverzüglich mobilisieren würde.
Paris, 6. Sept. Wie der „Temps" in einem Leitarlikel mitteilt, glaubt er, datz die Mitteilung, die Benesch im Namen der Kleinen Entente der französischen Regierung gemacht hat, weder in ihrer Rom noch in ihrer Bedeutung der drohenden Sprache gleiche, von der der »Zaily Telegraph" berichtet hatte. Die Mitteilung sei übrigens als streng vertraulich gemacht worden, und deshalb könne er (der „Temps") nichts weiter über ihren Inhalt angeben. Das würde aber die tschechoslowakische Delngation in Genf, an deren Spitze Pe'nesch stehe, nicht hindern können, die tendenziösen Informationen richti gzu stellen.
Jugoslawen i« „Reserve-.
' Paris, 6. Sept. Wie das „Journal" aus Senf meldet, hat der Vorsitzende der jugoslavischen Delegation beim Völkerbund, der der Ansicht ist, daß die Besetzung Korfus durch Italien für die Po- sttik im Mittelmeer gefährlich ist, die Haltung/die Jugoslawen gegenwärtig zu beobachten habe, fol- Hendermaßen charakterisiert. Reserve, das ist unsere «osung für alle Fälle. Jugoslavienrnolle den engen Rontatt mit Frankreich aufrechterhalten.
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In verrückten Sprüngen setzt die Mark ihre Ent- wcrtungSreise fort. Auf die kleinsten Veränderungen der Cents in Skewyork geht die Mark, die schon heute nur ganz winzige Bruchteile notiert, einfach ins Uferlose. Wenn die Mark von ein Dreimillionstel auf ein Vier- millionstel fällt, so steigt der Dollar auf 33 Mill ionen. Mit Recht weist ein Berliner Blatt darauf hin daß kein deutscher Jndustriekonzerneinen solchen Einfluß hat wie ein amerikanischer Markspekulant. Auch gestern wurden wieder Pfunde auf 200 Millionen, Dollars aus 47 Millionen getrieben, scheinbar nach demselben Rezept wie am Vortage: Käufe namentlich auS dem Rheinland«, das scheinbar mit Geld gut versorgt ist. Vor allem wieder das in die Höhetreiben nach der amtlichen Notiz! Für diejenigen, btt Devise brauchen, ist es ganz gleich was sie kosten: für dar Volk freilich nicht: denn derarttge Kurssteigerungen bedeuten für viele Einzelne Hunger und Not, und für viele Betriebe, die nur mit inländischer Kundschaft arbeiten, das Aufhören.
Diese Verhältnisse schreien naturgemäß nach einer gründlichen Aenderung. Die Regierung scheint nun zu besonderen Maßnahmen entschlossen zu sein. Darüber berichtet die „Zeit": „Die Besprechungen mit Vertretern der Industrie und der Banken sind gestern im Reichs- flnanzministerium zu einem vorläufigen Erbe geführt worden Im Mittelpunkt der Besprechungen standen die be8>en Pläne der Einführung einer Roggen« Währung nach dem Projekt Helfferichs und die Gründung einer Gold Notenbank. DaS Für und Wider der einzelnen Vorschläge wurde eingehend erwogen. Die Ergebnis^ der Besprechungen werden heute amtlicherseits kodifiziert. Tie Entscheidung wird in kürzester Frist fallen. Ferner wird ebenfalls in Bälde, jedoch voraussichtlich noch nicht batte, eine verschärfte Deviscnnotver- ordnung, die bereits fertig Ke stellt ist, zur Bekanntmack.» ung gelangen Daneben wird alter Wahrscheinlich'^! nach heute schon, wir wir erfahren, ein Devisenkommijf- sar ernannt werden, der mit besonderen Vollmachten und Befugnissen ausgestattet sein wird. Damft wird btt finanzielle und währungspolitische Diktatur,, van der mehrfach gesprochen worben, in der Tat ei< geleitet. Man darf annehmen, daß es auch mit den jetzt unmittelbar l-evorstehenden Maßnahmen sein Bauenden nicht haben wird, sondern daß noch weitere je nach Umstände;» und Ersochernissen folgen werden."
Außerdem berichtet der „Tag", daß Parteien der Koalition schleunigst Maßnahmen mft diktatorischem 'Charakter fordern. Die Beratungen ir.it Sachverständigen seien nicht mehr angebracht. Der Gedanke einer Roggennote trete in den Hindergrund vor der Gründung einer GoDnotenbank. Sehr richtig schreflft ba3 Blatt: „Die Frage bleibt nur, ob statt der Neuschaffung aller- radikalster Art nicht doch wieder eine Kompromißwott als Zahlungsmittel und Rechnungsmittel gefunden w'w, das nicht das Vertrauen des Publikums hat und zur Baisse-Spekulation von neuem reizt.. Es gibt nur «:n gvldgedecktcs Zahlungsmittel, das das Ver-
Die Täter?
Parts, 6. Sept. Nach einer Meldung aus Athen ftnb 3 Hirten an der albanischen Grenze verhaftet ivorden, von denen einer Augenz-uge der Ermordung der italienischen Kommission gewesen sein soll. Dle vetden anderen hätten 6 Albanesen, auf die das Signalement der Mörder zurresfe, tn dem Augenblick beobachtet, als sie sich zur Ueberschrettung der Grenze anschickten.
Der VSlttrbnndsrat.
Gens, 6. Sept. Der VölkertmndSrat tritt heule nachmittag um 6% Uhr zu einer neuen Beratung über den grtechisch-ttali-nischen Konflikt znsammcn, falls bis dahin die Voraussetzungen für eine Debatte geschaffen siitd. Seit gestern batten zu diesem Ziveck die Mitglieder deS RateS mit Ausnahme Salaitdras verschiedene inoftizielle Bespreckmngen. Die Versammlung, die gestern ausfiel, wurde heute von neuem vertagt, da der Rat möglichst vor dem Zusammentritt ein, wenn auch provisorisches Ergebnis erzielen möchte. Man befürchtet tn den Kreisen des Rates lebhafte Kundgebungen verschiedener ,skandinavischer Vertreter, die stch infolge der Verzögerung der Angelegenheit höchst beunruhigt zeigen und auf einer Ju- tervxmton deS Rates bestehen. Die Vertreter der Kleinen Entente haben noch krtne solch entschied.ne Haltung eingenommen, im allgemeinen aber neiaen sie zu einer gemäßigten Suter entton. Das französische Ratsmitglied Hanalanx verhandelte gestern lange mit ihnen. Die französische Shtffaffung in der Fnterventtonsfrage scheint nach wie vor fokgeitde zu sein: Parallele Aktion der Botfchaftcrkonferenz und deS Völkerbundrates, aber derart, daß dle Emschei- dung bet der Botschafterkonserenz liegt.
Paris,«. Sept.» 9 Uhr abends. Havas meldet: Der Bölkerbundsrat hat sich in dem griechisch-italienischen Streitfall für zuständig erklärt. Der italienische Delegierte Salandra hatte sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten.
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Der Ä-Ws gegen die SAIdlnge.
In der letzten Zeit mehrrn sich wieder die Stimmen to der Ocfsenllichkeit, die die Aukwllung bet Kriegs«
trauen des Publikums auf sich ziehen kann, und da» ohne weitschweifige Verordnungen vor spekulativer Ausnutzung «sichert werden kann. Gelingt das einer Finanzdixtatur oder dem Finanzdiktalor, dann gibt 68 eine Rettung."
Der „Börsen-Kurier" aber schreibt: „Die Regierung bat seit ihrem Amtsantritt kostbare Zeit verstreichen lassen. Wir sind jedoch der Meinung, daß heute eine aus Grund überstürzter Beratungen inszenierte Finanzdiktatm nicht zur Besserung HM Verhällnisse beitrogen, sondern im Veeenteil das Nebel nur noch verschlimmern würde. Wir fordern eine organische Wirtschafts- und Finanzpolitik, ferne überstürzten Gewaltmaßnahmcn. Nur bet lebenswichtige Import hat ein Recht auf Devisenzuteilung l Nm ein Eindämmen der Papiergelbflut kann den Verfall der Paviermark aushaltenl Die Schaffung einet wertbeständigen Zahlungsmittels unabhängig von ReichSbank und Reichsfinanzen ist möglich und notwendig. Die Linien einer aufbauenden Finanzpolittk sind Aar Xit- aezkichnet. Beratungen mit Interessenten nnd Partei- krryvhäen erübrigen sich heute, wo alles aSf zielbewußte Taten ankommt. Wir forfvrn Leistung, keine hochtönenden Ankündigungen einer Finanzdiktatur."
Ein Devifen-Kommiffar.
Berlin, 6.Sept. Nach einer Meldung oer Zeit wirb in Kürze eine verschärfte Depisennotveroednung, di» bereits fertiggestellt ist, veröffentlicht werden. Wie das Blatt weiter erfährt, wird außerdem aller Wahrscheinlichkeit nach heut« schon cm Devisetikommissar ernannt werden. der mit besonderen Vollmachten ansgestattet sein wird. Damit würde die finanzielle und Währungspolitische Tiftatur, von der mehrfach gesprochen wurde, in der Tat eingeleitet werben. Der Grundgedanke ist, daß keine Devise, bk nicht zu produktiven Zweckn bient in privater Hart) bleibe« darf.
Terminverlängernng zur Sbliefernng ausländischer Zahlungsmittel.
Berlin, 6.Scpt. Der Reichspräsident hat in einer heute erscheinenden Verordnung:
/ l-bk Frist, innerhalb der dir Abliefernug ausländischer Zahlungsmittel sowie von Goldmünzen und GoL und Sllber in Barren bett Lüprozentigen Steuervorteil genießt, bi» ytm 10. September verlängert,
2 bk Frist für vie Abgabe her Erklärung darüber, welche ausländischen Vermögensgegenstände sich in der Zett vom 10. bis 20. August im Vermögen der Abgabepflichtigen nicht oder nicht vollkommen befunden haben sowie was ein deutscher Abgabepflichtiger au ausländischen Vltmögensgegknstärtten nach dem 31. Juli veräußert hat, bis zum 30. September verlängert. Außerdem ist der Reichsregkrung die Ermächtigung erteilt, auch im Juli erfolgte freiwillige Hingabe von ZahlungsmAteln in ausländischer Währung an das Reich al» Erfüllung bei Abgabepflicht an da« Reich anzusehen. Die Veröffentlichung der Durchfübrungsbestimmuugeu und deS Formulars für die Erllärung steht unmittelbar bevor.
SMSMMWMWWMWWWkMMWWWWWWWWMtz schuLftage durch Deutschland verlangen. Die Aufsvrdi. ntng hierzu wird ganz allgemein an bk Reichsregierang gerichtet. Man kann gewiß sein, daß alle Mttal t. r des Kabinetts Stres mann auf dem Standpunkt stehen daß bk berüchtigten Paragraphen des Versailler Fri'- densdiktates, die Deutschland mit der Schuld am Kriegsausbruch belasten, eine ganz ungeheuerliche GeschichtS- lüge darstellcn. In dkser Auffassung ist sich bk Re.chr- regierung eins mtt dem gesamten deutschen Volk. Erst kürzlich hat der frühere Reichskanzler unb Führer der Sozialdemokraten Scheidemann gelegentlich einer Vor« tragsreise in Dänemark den gegen Deutschland gerichteten Borwurf der Kriegstteiberei zurückgewiesen und auch btt Führer bet übrigen Parteien wirken im gleichen Srnnc cufHärtnb ।
In der Beurteilung der tatsächüchen Verhällnisse bv« stehen also keinerlei Unterschied«. Etwas anderes «ist es jedoch, ob der Kampf gegen die Schnldlüge von der ReichS- regkrung ober von Privatpersonen ober privaten Organisationen geführt werden soll. So sehr es sicher dem Reichskanzler am Herzen liegt, mit einer Lüg: aufzuräx- nun, die mehr als alles andere Deutschland in der Well geschadet hat, muß es ihm doch überlassen bleiben, ob er gerade den jetzigen Zeitpunkt für geeignet hält, diese Frage in der Ocffentlichkeit aufzurollen. Man kann sich sibr gut verstellen, daß die Reichsregierung im Augenblick wichtig« internationale Verhandlungen zu führen hat, die durch bk Erörterung des Schuldproblems in unerträglicher Weise belastet werden könnten. Der Auzen- blick w» auch bk Reichsregierung zu den Vorgängen wirb Stellung nehmen können, die zum Weltkrieg führte, kommt sicher, und dann wird sie nicht verfehlen, ihre Stimme hören zu lassen. Einmal schon stand ein Eingreifen de: den»jäten Regierung in die Kri gsschulddebatre unmittelbar bevor. Ter Reichsaußenminister Dr. Rathenau, der hierfür das Material zusammengctcagen hatte, wuroe aber von einer Mörderkugel oadingerasst, ehe er seine Absicht aussühren tonnte. Die' außenpolitische Sttuation mir seitdem einem Hervortreten der Reichsregierung in diese» Frage nicht mehr günstig, ander; drängende Aufgaben standen in» Vordergrund. Di: Schnlderörterung bari ■abtr deshalb seitens Deutschland nicht ruhen. Dir eigens für d:n Kamof gegen die Schuldluge gegründeten Organisationen müfien ihn sortsühren, ouch wenn die Regierung gezwungen ist, zu schweigen. Tatfächllch Laben
sie e« bisher auch in dankenswerter Weife getan, und wem sich in bet Welt ein Stimmungsumschwung anzubahum scheint, so ist er nicht zuletzt ein Erfolg Wer privaten Aufklärungsarbeit, !
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Sie Häutet im ItimeiieL
Duisburg, 8. Sept. Wie die „Rhein.-Westf. Ztg." berichtet, erschienen belgische Kriminalbeamte heute vormittag bei der Stadthauptkafse und nahmen 63 Milliarden 826 Millionen 460000 Statt, ( die zur Auszahlung an Erwerbslose und Kutz»r arbeiter gebraucht werden sollten, weg. ' s
Mülheim, 6. Sept. Auf dem Wege K j Reichsbankstelle wurden heute 600 Milliarden tij einem Handkarren untergebrachte numerierte; Reichsbanknoten von den Franzosen weggenomme«., Der Handkarren mtt dem Geld« wurde zur Kaser«, gefahren. ----- <
Dortmund, 8. Sept, Den Kaffenboten Pasel und Weber be» Bankhauses Ohnesostzs wurde« gestern auf dem Wege zur Diskonto-Gesellschast W Milliarden .einem Boten der Darmstadter und Rationalbank auf dem Wege nach Hörde 25 Milliarde« von den Franzosen weggenommen.
Düsseldorf, 6. Sept. Die Stadtverwaltung lehnte einen Vorschlag der französischen Besatzungsbehörde auf wöchentliche Requtfittonsleistungen ab. Die Besatzungsbehörde erklätt<darauf, daß sie dann wieder zu Beschlagnahmungen übergehen werden Znfolgedeffen wurde auch bereits gestern ein Transport von 32 Milliarden Mark auf dem Hofe des alten Rathauses weggenommen. \
Dortmund, 7. Sept. Im städtischen Leihhaus wurden gestern von den Franzosen 23 Milliarden Mark beschlagnahmt. i
Münster, 6. Sept. Der Stadt Esten ist eine Geldbuße in Höhe von 37 000 Franken auferlegt worden, wett angeblich am Bahndamm bei Esten- West eine Sprengung vorgonommen und in bet Nahe des Geländes des Kohlensyndikats eins Sprengladung aufgefunden worden sein soll. j
Düsseldorf, 7..Sept. Die Franzosen raub», ten am Dienstag hier der Deutsch-Amerikanische« Pettoleumgesellschaft gehörige im Hafen liegende 41 Kesselwagen, die mit Benzin gefüllt waren, zusa» men ein Wert von einer Aiilliarde Mark. ’
Oberhäuten, 6. Sept. In denWohnunge« der ausgewiesenen Eisenbahner haben die französischen Wohnungsnachfolger die wertvollen Mo- btlarstücke teilweise eingepackt und verschoben. Ei« Teil der französischen Zivileisenbahner hat ihre Familienmitglieder wegen der-grotzen Teuerung in die Heimat zurückgeschickt.
Essen, 6. Sept. Die Belegschaft der Zeche „Hagenbeck" beschloß mit großer Mehrheit, die Arbeit heute wieder aufzunehmen. — Aus dem Wege von der Druckerei Eiradet zum Rathaus wurden den Beamten der Stadtvsrwalwng von den Fran», zosen 60 Milliarden Mark abgenommen und ihnen: eine Quittung über das abgenommene Geld ausgestellt.
Weitere Besetzungen.
Frankfurt a.M., 3. Sept. Heute früh wurden Bahnhof und Ort Runkel a. d. Lahn von den Franzosen besetzt. Die Franzosen haben bisher ta den Eisenbahnbetrieben nicht eingegriffen. Es handelt sich angeblich um eine Vergeltungsmaßnahme. Auf der direkten Landstraße Limburg—Weilburg ist eine große Truppenabteilung eingetrofsen. — Nach Aussage des kommandierenden französischen Offt» ziers ist die Besetzung der Orte Runkel und Obertiefenbach erfolgt, weil einige Viehhändler, die vor ; einiger Zeit die französische Regiebahn benutzt hat»! ten, von einer erregten Bevölkerung halbtot ßeptfl», gelt worden sind.
Essen, 6. Sept. Wie die ,,Rhein.»Westf. Ztg."! meldet, ist die Besetzung der August Thysten-Hütto. in Hamborn von den Besatzungsdruppen ausgedehnt । worden. Neu besetzt wurden das neue Walzwerk, । das Trägerlager und die Schraubenfabrik. Ein bei», gisches Kommando besetzte die Reichsbankstelle in Hamborn und nahm dort 30 Milliarden Mark weg, größtemeils Jndustriegeldscheine. Die Eijenbahn» Hauptwerkstätte Wedda wurde von einer Zival« kcmmission der Besatzungsbehörde besetzt. Ober» regierungsrat Karst wurde verhaftet. Die Arbeiter hülfen die Werkstätte nicht mehr betreten. Die Besetzung erfolgte augenscheinlich, um die Reparatur- werkstätte für die Regie in Bettieb zu nchmen. 30t Bediensteten haben bereits die schriftliche Aufforderung erhalten, unter französischer Leitung zu «•» beiten, widrigenfalls sie ausgewiejen würden.