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Marburg üiltwot, in 5. Stjiemitt Scher»,»,

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Amüiches DerÄndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheMche) OberheM

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Genf, 5. Sept. Nach einer geheimen Sitzung ver- hänselt« der Völkerbundsrat in Gegenwart der Presse» Vertreter über den griechlsch-itaUcuMen Zwischenfall. Da Salandra erst im Laufe der Nacht das Eintresftn seiner Instruktionen ans Rom ertoartet, beantragte er Vertagung der Debatte aill heute. Lord Robert Cecil erklärte sich mit der Vertagung einverstanden, forderte «bei den griechischen Vertreter Politis auf, die bisherigen Informationen über den Zwischenfall zu ergänzen. Po li­tis legte hieraus den griechischen Standpunkt dar und betonte, dass Griechenland von den sieben iralenilschen Forderungen angenommen und nur te i abgelehnt habe, darunter die Folterung nach der Brr- .Teilung der Schul­digen zunl Tode. Selbstvirständlich wurden aber gewissen­hafte Richter bei einem so ernsten Verbrechen zu einem Todesurteil gelangen Daher sollten Clarantien »ür ein ernstes Gerichtsverfahren ausreicken Die von Ita­lien geforderte Kontrolle des Versahrins durch den italienischen Militärattache' sei unmägirch, dagegen ein, Mitarbeit möglich. Hier unterbrach ibn Salandra und forderte Unterbrechung der Sitzung, da Politis feine Informationen gebe, sondern den gri.'Listhen Stanopunb tettrrte. Schließlich einigte inan sich dahin, daß Politis rtwaige Vorschläge ohne Debatte einreichen solle. Der Rat beriet dann andere Fragen. Nach etwa einer Stunoc Überreichte Politis die griechischen Vorschläge, die laut verlesen wurden, worauf der Rot sich an; heute vertagt-. Griechenland schlägt die Ernennung neutraler Vertreter durch den Völkerbundsrat vor, die die von den griechischen Behörden begonnene Untersuchung sowie die Aburteilung der Mörder der italienischen Offiziere überwachen, ferner an den Arbeiten teilnehmen sollen, deren Erledigung die griechische Regierung bereits der Botschasterkonferenz vor-, schlug zwecks Untersuchung der Umstände vor und wäh­rend des Verbrechens. Außerdem schlägt Griechenland) vor. der Rat möge eine Kommission von drei richterl chon Eamten, einen Griechen, einen Italiener und einen Neutralen, z B. den Präsidenten des schweizerischen Bun- drsgerichts ober den Präsidenten des internationalen ständigen Gerichtshofes, beauftragen, alsbald in Genf zusammenzntreten, um die Höhe der Entschädigung fcst- zusitzen, di; Griechenland Italien zu l>ezahlen habe. Ter Rot möge sich damit einverstanden erklären, daß die grie­chische Regierung sogleich bei einer schtveizerischeu Bank 60 Millionen italienische Lire deponiere, um die so­fortige Zahlung der festgesetzten Entschädigung zu garan­tieren.

London, 4. Sept. Tie „TfimS" berichtet, daß »er französische Botschafter gestern bei Curzon Vorge­sprächen und eine lauge Uitimebung über den griech>>ch ilaiienischen Konflikt mit ihm gehabt hat Tie britisch« Regierung stehe nachdrücklich ans dnn Standpunkt, ra? dr r Ko nflikt für die Behandlung durch den Völkerbund geeignet sei. Es bestehe keine Neigung, zwischen Griechenland und Italien die Parken zu ergreifen.

Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Tcl- graph" schreibt: Es verlautet, daß die britische Regierung beabsichtigt, in der Frage der italienisch-griechischen Kon­flikte den Völkerbund in feinem zweifellosen Lie ch te unb in seiner Verpflichtung, diesen Strest zu behandeln, zu unterstützen und »war auch 6ci jeder Aktion, die er aus Grund der Befugnisse dec Völkerbunds, satznng beschließen sollte. Anweisungen sürd in dieser Richtung an die britische Delegation in Genf ergange.r.

Während der „Daily Telegraph" berichtet, in Paris habe eine hohe ftasttzäsische Persönlichkeit die Ansicht ausgedrückt, daß der griechisch-italienflche Streit nicht durch den Völkerbund vntichieden weroen mü sie, da Griechenland und Italien, wie erwartet werd«, ihre Differenz:n nntereinanderbeilegen wücoen, meldet der diplomatische Berichterstatter der „Daily News" ans Gens, in dem stalienisch-grkech'schen Konflikt sei eine ausgesprochene Aend-rung eingetreten, soweit Genf in Betracht komme, infolge des Beschlusses der französischen tR.-yimtltg, den Standpunkt der britischen Delegarwn, daß die gesamte Frage vor ben Völkerbund uno nicht vor ben Botschafterrat in Paris gehöre, zu unterstützen. Es seien Anweisungen in dieser Richtung gestern vormittag bei dec französischen Delegation tn Gens eiugegangem Die Herstellung der französisch-britischen Solioarität lp diesem fundamentalen Grundsatz H ein Wendepunkt in der griechisch-italienksch-n Streit;rogr.

Paris, 4. Sept. Wie der „Matin" mitteilt, hat Italien in Paris und London mit* teilen lassen, daß es die Kompetenz des Völkerbundes im griechisch-italieni­schen Streitfall ablehne. Die Ablehnung werde durch drei Gründe unterstützt. Zunächst, daß die revolutionäre griechische Regierung von den Mächten nicht anerkannt sei und nicht als dazu qualifiziert angesehen werden könne, in Grenf zu sprechen. Zweitens fei die Angelegenheit Korfu nur die direkte Folge der Janina-Affäre, in der die nationale Ehre Italiens auf dem Spiele stehe. Diese nationale Ehre beabsichtige Ztalien, ohne sich behindern zu lasten und ohne einen Schiedsspruch Mnzunehmen, zu schützen. Drittens wird erklärt, daß 8>it Berufung des Artikels 12 des Völkerbunds- Paktes nur durch eine Kriegsdrohung gerechtfertigt M Nun aber beabsichtige Italien ebensowenig wie

Griechenland Krieg zu führen, was dadurch be­wiesen werde, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern nicht abgebro­chen seien. Jnfolgedesten hätte der italienische Vertreter im Völkerbundsrat Salandra die An­weisung erhalten, jede Besprechung über die italienisch-griechische Krisis im Völkerbundsrat zu vermeiden.

Wie der „Matin" dazu noch mitteilt, bleil Frankreich bei seiner bisher eingenommenen Stel­lung, nämlich die Lösung des Konfliktes in die Hände der Dotschafterkonferenz zu legen, weil das Frankreich praktischer und rascher erscheine.

Wie der „Petit Parifien" dazu meldet, hat an­scheinend der italienische Botschafter in Paris bei seiner Unterhaltung, mit Poincarä versichert, daß Italien sich gern einer von der Botschasterkonferenz gefaßten Entschließung unterwerfen würde. In ge­wissen Völkerbundskreisen ist man nach dem Blatte der Ansicht, daß sich der Zwischenfall dadurch aus der Welt schaffen ließe, daß der Völkerbund ein Ver­fahren einschlägt, das er schon einmal bei dem Kon­flikt zwisthen Jugoslawien und Albanien und in der Wilnaangelegenhcit angewendet habe, nämlich, daß der Völkerbundsrat selbst die Angelegenheit der Voischafterkonferenz mit begründeten Empfehlun­gen zur Entscheidung überläßt.

Italien lehnt den Völkerbund ab.

Paris, 4.Sept. Wie bi» Blätter aus Rom melden, wird fillgende offensicyltich offiziöse Note verösfentncht: Nach dem, was wir eriahren, ist Mustol'ni fest entfchlosieu. sich nicht zu ben obstruktionistlschen und abwartenden Manövern l-erzugeten, die von Griecheirland, das mit seinen Beschützern zusammenarbeitet, versucht ioerben. Iw Besonderen ist Mussolini fest entschlossen, auf der IIn- zuständigkeit des Völkerbundes zur Beurteilung eines Falles zu bestehen, bei dem die Ehre und die Würoe Italiens aus dem Spiele stehen. In diesem Sinne bat er an Salandra nach Genf telegraphiert und Giuriati, der gestern rrach Nom gekommen war, Antoeisun- gen. erteilt. Wenn trotzdem der Völkerbundsrat dar.ufi bestehen sollte, über den italicnisch-griech'lschen Strell'all urteilen zu wollen, so ivird die italienische Regierung sich unumwunden die Fr^ vorlezeu musstn, ob es für si: cn« gebracht ist, im Veik-rbund zu bleiben ober sich au- ihm zurückzu ziehen.

Rom, 4. Sept. (Stefans.) Zm Ministerrat gab der Ministerpräsident -zu Beginn der Sitzung einige kurze Erklärungen über die auswärtige Lage ab. Auf Korfu, sagte er, sei die Lage vollkommen normal. Tie Bevölkerung ist ruhig und die Garni­son genügt für jede Eventualität. Tie öffentliche Meinung Europas beginnt sich zu ändern. Die Zahl der Sumulen derer, die der Aktion Italiens günstig gesinnt sind, nimmt zu. Sicherlich wurde die öffent­liche Meinung Italiens durch die Haltung eines großen Teiles der englischen Presse sehr überrascht und betrübt. Ich hoffe, daß diese derbe rcalpoli- tische Lehre, die wir von jenseits des Kanals erhielten, die Italiener end- giltig von der Krankheit der konven­tionellen Phrasen heilen wird. Ter Völkerbund zeigte das Bestreben, sich der Aufgabe zu unterziehen, die Frage zu entscheiden. Tasist durchaus unzulässig. Die italienische Dele­gation wird daher erklären, dop der Völlerbundsrat aus drei fundamentalen Gründen vollkommen un­zuständig ist, eine Frage zu entscheiden, die über die von Griechenland angeführten Vertragsbestimmun­gen hinausgreisi. Sollte der Rat sich trotzdem für zuständig erklären, so würde Italien vor die Frage gestellt, ob esimVölkerbund verbleiben oder aus ihm austreten soll. Ich ent- schiedmichbereitssürdiezweiteMög- lichkeit und ersuche den Minifterrat zu erklären, ob er mit den unserem Delegierten Giurati gestern erteilten formellen Anweisungen einverstanden ist, die Salandra im Völkerbund erläutern wird. Der Mini st errat stimmte voll und rück­haltlos der vom Ministerpräsidenten eingenommenen Haltung zu.

Die griechische Auffassung.

Athen, 4. Sept. Wie das, griechische Presse­büro tmfptilt, ha: der Minister des Aeußern Alexandris ten Vertretern der ausländischen Presie zur Ermordung der iialienischen Offiziere Srttärun- gen abgegeben

Alexandris führte u. a. aus, die griechische Rc- ßierung habe sofort die strengste Untersuchung und Verfolgung der Schuldigen angeordnet. Es sei ein unglücklicher Zufall, daß das Verbrechen auf grie­chischem ErUr. geichehcn fei, und rnchrs rechtfertige

dis Anklage, daß Griechenland einen feindseligen Akt gegen Italien unternehmen wollte. Ferner habe Griechenland auch keinen Grund, sich über den General T e H i n i wegen schlechter Festsetzung der Grenzen zu beschweren. Auch sei es unrichtig, daß die griechische cjscnttiche Meinung gegen Tellini durch die Presie aufgehetzt wurde. Nichtsdesto­weniger betracht es Griechenland als seine Pflicht, Italien in seinen Forderungen Genugtuung zu leisten Es habe bereits sein Bedauern zum Aus­druck gebracht Der Minister des Auswärtigen sei persönlim beim italienischen Gesandten gewesen, um ihm zu erklären, daß die Schuldtgen exemplarisch be- stcaft werden würden Die Abhaltung eines Rcauiems und ein Ehrenialut für die italienische Fahne sowie Totenehren für die Opfer seien eben­falls zugestanden werden.

Zwei Forderungen jedoch richteten sich gegen die Unabhängigkeit Griechenlands sowie gegen den Staat selbst und zwar die Teilnahme des italienischer; Milttäratiachees an der Untersuchung und die Zahlung van 00 Millionen Lire als Buße Mit Bezug auf die erstere habe die griechische Regie­rung eingewilligt, daß der Militürattachee durch Mitteilung aller in seinem Besitz befindlichen Nach­richten zur Förderung der Unterstützung beitragen könne. Eine Schaoenersatzzahlung in Form einer Buße sei für die griechische Regierung jedoch unannehmbar, da diese sonst ihre Ver- rmtwe rtlichkeit eingestehen würde, obgleich sie sich hiervon völlig frei fühle. Dagegen habe die grie­chische Regierung die Zahlung einer angrmesienen Entschädigung an die Familien der Opfer vcr- geschlagen. Darüber hinaus erklärte die griechische Regierung, daß" sie weiter gewillt sei, sich der Ent­scheidung über etwa noch bestehende Unstimmig­keiten zu beugen. Diese Antwort sei in der Nacht zum Donnerstag überreicht worden. Bereits am Freitag nachmittag habe der italienische Gesandte mit geteilt, daß Italien die Besetzung Korfus dis zur restlosen Erfüllung des Ultimatums be­schlossen habe und daß die Besetzung einen fried­lichen Eharakter trage. Es bedürfte der ganzen Kaltblütigkeit und des versöhnlichen Geistes der griechischen Regierung, um den Widerstand durch die Armee zu verhindern, der für beide Länder kata­strophale Folgen gehabt hätte.

Griechenland habe sich betreffs einer Lösung der Schwierigkeiten bereits an den Völkerbund ge­wandt und chn gebeten, jede notwendgie Unter- -uchung vorzunehmen. Ebenso habe es die Bol- schafterkonferenz gebeten, daß der Vertreter Grie­chenlands beauftragt werden möge, eine Unter» 'uchungskommission aus Vertretern Frankreichs, Englands, Italiens, der neutralen Staaten und Mitglieder" des Völkerbundes zu bilden, da sich die griechische Untersuchung nur aus griechisches Gebiet beschränken könne.

Die griechische Regierung hege die Ueberzeugung. daß die italienische Regierung nach Besänftigung der ersten Erregung den guten Willen der grie­chischen Regierung in diesem Zwischenfall anerken­nen werde jowie ihre versöhnliche Haltung und ihren beständigen Wunsch, Italien volle Genug­tuung zuteil werden zu lassen und der Besetzung der griechischen Inseln ein Ende zu setzen, die kein ver­nünftiger Grund noch Rechtssatz rechtfertige.

Paris, 4.Sept. Wie die Ahenclllätter melden, ist l»*e Antwort Griechenlands au die Botschast.'rkonserenz beute Cvrmitfcfi in Paris an gekommen. Soweit die <1,1;= ierten Botschafter von Paris adw send waren, feien |te zu rückgekehrt. Die Vvlschafterkonkerknz werde daher in allernächster Zukunst zusammentreten können, und Jules Camüon werde sie zweifellos zuUmmenberiiien, damit sie von der gnechifchen Antwort Kenntnis nehme.

G r i z, 4. Sept. Die „Grazer Tagespost" meldet aus Belgrad: Der griechische Gesandte hat der südslawischen Regierung eine Note seiner Re­gierung überreicht, in der er mitteilt, daß Griechen­land beim Völkerbund alle Schritte zu einer ruhigen Lösung des Konfliktes eingeleitet habe, je» bodj, falls dies keinen Erfolg bringen sollte, bereit sei, die Souveränität des gnechischen Staates am!) mit Waffengewalt zu wahren.

Paris, 4. Sept. Wie die „Chicago Tribüne" aus Athen meldet, erklärte der aus Korfu gestern in Athen angenommene Leiter der amerikanischen Waisenfürsorge für den nahen Osten, durch die B e -• schießung von Korfu seien 20 Personen getötet worden, darunter 16 Kinder. Sämtliche Toten und Verletzten seien Flüchtlinge oder Waisen aus den amerikanischen und englischen Waisenhäusern ,n der alten Festung von Korfu ge­wesen. Die große Zahl der Kinder habe ihren Grund darin, daß mehrere Granaten in den zur Unterbringung der Waisen benutzten Baracken eln- geschlagen seien. In dem Teich vor der Festung,

wo 400 Waisenknaben der amerikanischen Hilfs« organisatron gerade badeten, seien Schrapnells explodiert.

Wie das Blatt weiter meldet, sollen die Ita­liener begonnen haben, Truppen in S a n t i Qua- ra n t a nördlich von Korfu zu landen. Die Nach­richt kommt aus Janina und ist noch nicht offiziell bestätigt. Man nehme fedoch an, daß die Italiener die Absicht hätten, die Küste von Epirus und wahr­scheinlich auch das Hinterland zu besetzen.

Offiziell verlautet, daß die italienische Flotte auf der Insel Ceres im Dodekanes, die Italien im Vertrag von Lausanne erworben hat, einen Stützpunkt eingerichtet haben. Der Ha­fen von Leros sei von Torpedobooten abgesperrt und die gesamte Schiffahrt stillgelegt worden. In Korfu sei gestern vormittag der erste eng­lische Kreuzer angekommen.

R o m, 4. Sept. Die Blättermeldungen, wonach dieInselnsüdlichvon Korfu von den Ita­lienern besetzt sein sollen, entbehren, wie die „Agenzia Stefani" feststellt, jeder Grundlage.

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Ar MerlmlMkImmlW.

Gens, 4. Srpt Di: sich« «usfjüsse der Völ­le rkni nbsversammlung ernannten heute tfjre Präsidenten uttb zwar Mott-Schweiz zum Präsi­denten der ersten Kommission (juristische und Derfafi'unis- fragen), der für den bisherigen Kommisfionspräsipentenf Cialoja-Jtalten gewählt wurde, Skirmunb-Polcn (Ab­rüstungskommission), £>n m ans-Belgien (politische Kom­mission und die Aufnahme neuer Säraten), sowie Rv- Branco-Brasilien, Nintsitsch -Jugoslawien und der Stertreter Indiens. Die KommissionSpräsidentrn sind gleichzeitig Vizepräsidenten der Bersmnmlnng. Auße wem wurden folgende Vizepräsidenten der Versammluiig gewählt: Lüv» Robert Cecil-Englans, If hii-Japai>.,^ Hannoteaux-Frankreich, GimenoS-Spanien, Foc- 1 u l - Venezuela und P n ß t a - Esthlanv. Di: Kcmunis- finnen treten heute nachmittag und morgen vormMaz zusammen. '

Dte Versammlung vertagte sich dann auf Donnerstag, da Titorgen der Bölkerbunbsrat über den grie­chisch-italienischen Kvnflitt kevaten wird. : ,

Ein Zwischenfall.

Paris, 4. Sept. Nach einer HavaSnuldung aul Genf despricht man in den Wandelgängen der Bölker- bundsversammlung eine Kundgebung, die heute ein Test her Bölkerbnudsversammlung bei der Wahl des Bor> srheriden ter ersten Kommission veranstaltet hat. Der einzige Kandidat für diesen Posten war ter italienische Delegierte Scialoya, der auch im vorigen Jahre den Vorsitz in der ersten Kommission gefübtt hat. Als es zur Abstimmung ging, schlug rin Vertreter Schwedens M o t t a als Kandidaten vor. Bei der ersten Abstimmung erhielt Scialoya 20, Motta Id' Stimmen. Bei der zweiten Mstimmung wurde Motta mit 23 gegen 20 Stimmen, die auf Scialoya ent'iclcn, gewählt. W r gemeldet wird, hatten olle fkintu Staaten einen Blot gegen die italienische Kandidatur geblloet.

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Die Me les MM.

Leipzig, 4.Sept. Zur Kanzlerrcte schreiü:u :ic „Leipziger Neuesten Nachrichten", Stresemanu hak schon, bevor er Kanzler wurde, ben Beweis erbracht, daß ihm das staatsmännische Gefühl nicht abgeht, aber erst nach ter großen Stuttgarter Programmrede wiro man guten Gewisseus bekennen bürten, heute hat dos Deutsche Reich seinen erseen parlamentarischen Kanzler, dem es selbst­verständlich ist, daß sich die Dinge vom Standpunkt teS verantwortlichen Staatsmannes anders ansehen, als vom Posten eines Parteisekretärs mit beschränktem Horizont.

Die -eutschnationale Opposition. s

Berlin, 4. Sept. Die Stuttgarter Rete des Reichs­kanzlers Kit, rote die dcuischnationalen Blätter mittellen, itreen ihres außenkwli ischen Inhalts in teuHtfinatior.alm Kreisen Anlaß zu ben allerschwer'len Besorgnissen gegeben. Ai? di: Pressestelle ter Partei mitteilt, beantragen deshalb die deutschnativnalen Mitglieder des Ausschusses tes Reichstages bi: sofortige Einberufung des Ausschusses bei dem terzelligen Vorsitzenden Mueller-Franken.

Das Echo in England.

Landon, 4. Sept. „Mornin.g Post" schreibt , e R.d« Stnesemanns in Stuttgart: „Es sei noch zu früh za sagen, daß das Ende tes passiven W'derstandes int Ruhrgebiet 'N Sicht fei, aber eine ausgesprochene Vev- änxrung in der Sage habe zweifellos stattgefunten."; Die „Times" erklären, die curopischc Krise, deren Mit­telpunkt in Deutschland fei, hab: mchtS von ihrem Ernsts durch die zeitweilig? Ablenkung ter Ausmerksamteit auf den! griechisch-rtalien.stßl)'n Konflikt verloren. Das deutsch»! Problem ober vielmehr das internationale Problem der! Reparationen stehe w.-iterhin im Vordergründe. Stref«-' <?nanr. habe in seiner Rete in Stuttgatt es sehr deutlich! gemacht, daß er die ernste Natur der Krise rrtenne. Er! erkenne vollauf an, daß Deutschland bis Wahl hat zwi», scheu dem Chaos tes Bürgerkrieges und der Schaffung einer angemessenen Verbindung mit der Umwelt. Kein' deutscher Staatsmattn hab: so nachorücklich wie er betont,! daß Deutschland unbedingt willens sei, Reparationen z»s zahlen und produktive Psänter für düsen Zroeck |u ichäf» j