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über die Stärke der Banden und ihre Führer.

Rom, 3. Sept. Stefani teilt mit: Aus neueren Untersuchungen in Korfu geht nach liger Klärung der Sachlage hervor, daß die

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schen Grenze aufgetaucht seien. Die griechische Re« gierung habe zu wiederholten Malen in Verbal­noten die Aufmerksamkeit der albanischen Regie­rung auf diese Tatsache gelenkt. Tatsache sei es ferner, daß der albanische Vertreter in Janina drei Tage vor der Ermordung der Mitglieder der ita­lienischen Militärkommission auf Grund eines Tele- grammes des albanischen Gesandten in Athen den griechischen Präfekten aufsuchte, um genauere An­gaben über das Erscheinen der albanischen Banden und ihre Anhänger zu erbitten. Der Präfekt über­sandte ihm darauf eine Aufstellung mit Angaben

gierung die Vbllerbundssatzung unterstütze. Italien sich weigere, die Entscheidung des bundes anzunehmen, so wäre es Sache des bundcs, zu beschließen, a-elche Aktion um.; werden müsse.

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Die bekanntlich ftanrosnsriunblickcVoss. 3tg." über­schreibt ihren K-mmentar zur Retchskanzlcrrede mit Sen Worten: Bravo, Kanzler! und sagt: Tie Stuttgarter Rebe ist ein? Tat von noch garnicht abzuschäyender internatio­naler Bedeutung. Der Kanzler hat das Reich ein Stück vorwärts gebracht. Seit langer Zeit zum ersten Male hat ein deutscher Staatsmann wieder gesagt, daß es Zweck und Ziel habe, politisch für Deutschland zu arbeiten. Diesmal war die Kanzlerrede kein Appell an das Mit- leü> der Welt, sondern ein Appell direkt an den Kon­trahenten Frankreich.

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Freundliche Anfnohnr- der Kanzlerrede in Frnnkreiü.

Paris, 3.Sept. Heber die Rede des Reichskanzlers Stuttgart heißt es imMaltin", die Hauplldee der

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Ohne jeden kriegerische« Charakter."

Rom, 3. Sept. Stefani meldet: Einige Blät­ter heben den ausnahmsweisen Charakter der ita» lienicheu Aktion gegen Korfu hervor und ergehen sich in Betrachtungen über die Neutralität des Ge­bietes. In Wirklichkeit habe der Londoner Ver­trag vom 14. November 1863 die Neutralität der Ionischen Inseln bei ihrer Bereinigung mit Grie­chenland festgesetzt. Diese Neutralität habe sich ge­mäß Artikel 2 und folgende des Hpndoner Vertrags vom 29. März 1864 allein auf die Inseln Korfu und Ranos erstreckt. Dieser Betrag wurde jedoch zwischen Oesterreich-Ungarn, Frankreich, Englands Preußen, Rußland und Griechenland ohne jede Teilnahme oder Einbeziehung Italiens geschlossen. Die Pflicht, die Neutralität Korfus anzuerkennen, bestehe also nur für die betreffenden Staaten, aber nicht für Italien. Außerdem könne diese Frage nur aufgeworfen werden, wenn es sich um ein krie­gerisches Vorgehen handelte, während die Besetzung durch Italien ein einfaches Zwangsmittel ohne jeden kriegerischen Charakter darstelle

Die ^OderheWche Zeitung" etid.einl ietbstnal wöchentlich. Bezngrvrei« nianatlich 450 0003R. freibleibend mit Zustellungsgebühi. Für ausfallende Nummern inf.Streiks do. elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verla? von Dr. E. Hitzerotd. Druck de: Univ.«Buchdruckerei non 2oh. Lug. Koch, Markt 21.23. lternsvreKer 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Main.

Der gkiMtzMinW Keilifl.

Athen, 3. Sept. Entgegen den Veröffent­lichungen der albanischen Gesandtschaften im Aus­lande stellt dieAgence d'Aathönes" fest, daß nicht nachgcwiesen sei, daß die Mörder der Mitglieder der italienischen Militärmission Griechen seien und daß der griechische Erenzkommandant in Kakavia den albanischen Präfekten davon in Kenntnis setzte, datz die Erenze wegen der in Griechenland herrschenden Anarchie geschlossen werden würde. Wahr sei vielmehr, daß albanische Banden in letzter Zeit ay der griechisch-albani-

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Genf, 3. Seöt. Die 4. Völkerbundversammlmt« wurde heute vormittag eröffnet. In seiner Begrü­ßungsansprache würdigic der President deS Rates Jshti die Tätigkeit deS Völkerbundes im letzten Jahre, Die beiden wichtigsten Probleme deS letzten Jahres, daS ReparationSproblent nnd der Orientfri-de, seien allerdings nicht vor den Völkerbund gelangt, sondern von den ehemaligen Kriegsteilnehmern behandelt worden. Das Reparationsprvblem sowie die sich da­ran anschließenden Fragen werde solange eine Lösung nicht gesunden sei, schwer aus der wirtschaftlichen Lage der Welr lasten, die internationalen Beziehungen stv- ren und es infolgedessen auch dem Völkerbund er­schweren, sich bei der Zusammenarbeit der Völker zum Wiederaufbau zu betätigen. Er wünsche daher, vatz vor der nächste» Völlerbundversammlung die gegen­seitigen Besprechungen zu einem geimuen und enbgüL tigen Abkommen führe» und dadurch eine Aria bell Verständigung zwischen den Völkern erössnet werde,, Das Verbleiben der Vereinigten Staaten. Deutsch- landS und Rußlands außerhalb des Bundes be­schränke dessen Zuständigkeit und Wirtungsmöglich-' leiten. Diese Staaten arbeiteten aber in verschiedenen Völkerbundorgaicksationen mit. Jsbii berichtete noch besonders eingebend über die Zwangssanierung Oesterreichs. Der italienisch-griechische Konflikt »Neb! unerwähnt. Aus Antrag deS australischen Verweter- Cook sprach die Versammlung dem japanischen Bolte anläßlich des surck baren Erddebenunglücks ihre Teil.' nähme aus. Die ziveite Sitzung, in der der Präsiden- gewählt werden soll, findet heule nachmittag statt,

London, 4. Sept.Pall Mall Gazette" be­richtet ebenso wie die übrigen Blätter, daß von maßgebender Stelle die apsgestreuten Gerüchte, wo­nach Großbritannien ein Uebereinkommen mit Grie­chenland getroffen habe, kkachdrücklich in Abrede ge­stellt werden. Großbritannien hat die revolutio« näre Regierung Griechenlands überhaupt nicht an­erkannt. England steht zu der Völkerbundssatzung, und sehr wichtige Instruktionen in dieser Hinsicht seien an Lord Robert Cecil nach Genf abgegangen.

London, 3. Sept.Daily Telegraph" meint, das Hauptziel Großbritanniens und der Mächte müße die Verhinderung einer offenen Krise sein.

Daily Chronicle" schreibt, die Entscheidung des Völkerbundes sei schwer, weil zwei Großmächte^ Deutschland und Rußland, ihm nicht angehörten.

DieW-stminstcr Gazette" sagt, es scheine beson­ders wichtig daß England und Freikreich zusammen handeln

Der diplomatische Berichterstatter derDaily News" schreibt aus Genf, alles oder fast alles hänge von Frankreich ab. Ein klarer Bruch der Bölkerbundfatzung durch Italien habe stattgefunden, und für einen solchen Fall müßten di« in der Satzung vorgesehenen Bestimmungen oit». gewandt werden, sonst sei es mit dem Völker- bung aus.

London, 3. Sept. Nach einer Reuter-Mel­dung traf Curzon gestern abend wieder in London ein. Curzon wollte sich über die italienisch-grie­chische Krise nicht äußern, bevor er Gelegenheit ge­habt habe, alle Akten dur^usehen. Der Völker­bund habe die Frage in die Hand genommen,' dies scheine der unvermeidliche und präliminare Schritt zu sein Jedermanns Anstrengungen müßten daher dahin gehen, die Macht des Völkerbundes zu unter­stützen.

8k MiPie Mechmd.

Köln, 3. Sept. In einem Leitartikel mit der UeberschriftFeste Ziele, bewegliche Formest" schreibt dieKöln. Ztg." zur Rede des Reichskanz­lers: Damit ist die Preisgabe des passiven Wider­standes, wie sie in der bekannten Alarmmeldung anaekiindigr zu sein schien, nicht vereinbar. Diese Erundtatsache wird bestätigt durch die Aeuherungen, die gleichzeitig mit der Rede des Reichskanzlers aus deur Munde des Innenministers gemeldet werden. Sollmann bezeichnet es als eine grobe Unwahrheit, datz die Reichsregicrung gegen den Willen unserer Volksgenossen an Rhein und Ruhr den Abbau des passiven Widerstandes iwssöhren sollte. Der Innen­minister ging auf das, was di" Beunruhigung in den letzten Tagen verursachte, dn, indem er sagte: Die Rönnen des passiven Widerstandes sind aber nicht fest, sondern bewcxlick. Sic haben sich da und dort in langem Kampfe giwandelt und werden sich weiter wandeln Tatsächlich besieht, wie auch uns bekannt ist, zwischen dem brsitzten Gebiet und den Regierungskreisen die Ansicht, daß unter grundsätz­licher Aufrechterhaltung des passiven Widerstandes ein gewisser Wechsel in den Formen wünschenswert erscheine. TieKöln Zig" schließt: Der Reichs­kanzler hat in seiner Stuttgarter Rede neuerdings die Möglichkeit einer wirtschaftlichen Berständiaung mit Frankreich angeboten. Zu ihren Voraussetzun­gen gehört, daß der Ruhrkvnflikt, auch von Frank­reich her, in einem Geiste erledigt wird, daß diese Aenderung den Anfang einer neuen Friedensära bedeutet. Von einer Friedensära konnte nicht die Rede fein, wenn Frankreich den deutschen Zusam­menbruch herbeiführte, ebensowenig aber, wenn etwa eine nach dem Muster des Versailler Friedens­vertragesfreiwillige" Uebergabe einen vorläufi­gen Abschluß brächte.

Amtliches Verkündrgungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessifche) Oberhesfen

mittelbare Verantwortung für die Verwun­dung einiger Personen den Kommandanten von Korfu trifft, der erklärt hatte, daß er sich gewaltsam der Landung italienischer Truppen widersetzen würde: diesem war außerdem klar und deutlich mit- geteilt worden, daß auf eine solche Erklärung hin gegen ein militärisches Ziel das Feuer eröffnet werden würde. Ferner wurde festgestellt, daß einige Schüsse die Kaserne der griechischen Gendarmerie trafen, datz jedoch kein Brand stattgefunden hat und weder ein Gendarm noch ein als Instrukteur an­wesender englischer Offizier verwundet wurde.

Die Blätter melden, daß Admiral Ballini allen griechischen Schiffen die Durchfahrt durch die Meer­enge von Ciranto verboten habe. Vier griechische Schiffe würden in italienischen Häfen zurückgehalton. Alle griechischen Schiffahrtsgesellschaften hätten die Fahrt nach Italien eingestellt. Die griechische Re­gierung gestatte dagegen weiter allen italienischen Schiffen, die griechischen Häfen anzulaufen. Ein italienisches Unterseeboot habe den griechischen Dampfer .Georgius" in der Meerenge von Korfu beschlagnahmt.

Ztalienfeindliche Demonstrationen.

Rom. 3. Sept Die Az. Stefani meldet aus Athen: Rach der Trauerfeier zu Ehre« der Opfer von Korfu in der Kathedrale veranstaltete eilte große Volksmenge mit Bannern eine stürmische Kundgebung gegen Italien. Eine italienische Fahne wurde verbrannt. Die Menge versuchte, in die italienische Gesandt­schaft einzndringe«.

Paris, 3. Sept. Rach einer Haoas-Meldung aus Rom erfährt die Agentur Stefan! aus Saloniki, die Bevölkerung sei seit gestern in lebhafter Erre­gung. In denjenigen Stadtvierteln, in denen die Griechen in der Mehrzahl seien, hätten Kund­gebungen gegen die Italiener statt­gefunden. Mehrere Italiener seien mißhandelt worden. Man habe versucht, das italienische Kon­sulat anzugreifen. Die Hafenarbeiter weigerten sich, Dampfer italienischer Flagge zu entladen. Es sei vorgeschlagen worden, den italienischen Handel zu boykottieren.

Ist der Völkerbundinständig"?

Berlin, 3. Sept. Die griechische Gesandtschaft hat der deutschen Regierung wie den Regierungen der skandinavischen Staaten im Auftrage ihrer Re­gierung eine Note überreicht, worin die griechische Regierung ihren Ausruf an den Völker­bund bekannt gibt und Pr o t e st gegen die un­gerechte Stellungnahine erhebt.

Rom, 3. Sept. Stefani meldet: Die ita­lienische Regierung ist noch wie vor ent­schlossen, bei ihrem Standpunkt zu bleiben, daß der Völkerbund nicht zu - st ä n d i g sei, über den italienisch-griechischen Kon­flikt zu entscheiden, da es sich um eine Angelegenheit handele, wobei die italienische Ehre, die nationale Würde und das Leben italienischer Staatsangehö­rigen auf dem Spiele ständen. Es scheine indessen, daß die italienische Regierung, falls diese Auffassung im Völkerbund abgelehnt werde, sich dem nicht widersetzen würde, daß der internationale Gerichts­hof im Haag mit der Prüfung der Kompe­tenzfrage betraut werden.

Paris, 3. Sept. Nach einer Meldung der Chi.ago Tribüne" ans Rom sei der Grund Ita­liens für die Ablehnung einer Entscheidung durch den Völkerbund in erster Linie der,daß Italien nicht die Abs:ch! habe, an Griechenland den Krieg zu er­klären und weiter, daß der Völkerbund für einen Eingriff in die Angelegenheit nicht zuständig sei, da die gegenwärtige griechische Regierung von den Mächren des Völkerbundes nicht anerkannt wor­den sei.

Landen, 4. SeptEvening Standard" zu­folge wird enge Fühlung zwischen Downingstreet, dem Premierminister in Aix les Bains und Lord Robert Cecil in Genf aufgelegt werden. Letzterer

Schließlich ankilttwife auf dir gesamte deutsche Wirt- Mast angeboten Das ist rin produktives Pfand, wir es jsich die Franzosen wahrlich nicht besser und produktiver Mnschcn können. Hierin liegt in der Tat der vom '.^Temps" gewünschte mne Gedanke, und zwar einer von Uwaltiger Tragweite. Voraussetzung dafür, oah dieses «roße Pfand nun auch wirklich produktiv wird, ist aller­dings die Möglichkeit für Deutschland, ungestört und in £ Ruhe arbeiten unb die Masse von Waren erzeugen zu [ Annen, die einmal zur Erhaltung und Ernährung des deutschen Volkes selbst, darüber hinaus zur Leistung Nn Reparationszahlungen erforderlich ist.

M Der Kanzler hat in seiner Rede wieder einmal Frank- - «eich vor eine Entscheidung gestellt. Es muß sich zeigen, «$ es in der Tat nichts als Reparationen will oder ob di? ganze bisherige Politik, woran in Deutschland wie in England kaum jemand ziveifeln konnte, nur ein Boc- j»anb für die alten napoleonischen Pläne war. Der Optimismus des Kanzlers hat neues Blut iu das stag­nierende Verhältnis zu Frankreich getragen. Wird es zu Heuern geben auch für «ns führen? Solange Poineare bfc französische Politik führt, ist schwer daran zu glruben.

Marburg testag, den 4. September Sch »'Ving

Alliit Minwlitit

Wenn man dem Cunoschen Kabinett den Vorwurf jaadjett tonnte, daß es gar keine Aktivität zeigte, ze-.gt itf neue Kabinett und vor allen Dingen dessen Chef ** anerkennenswerte Rührigkeit. Nicht allein, daß der Mcichskanzler und die beiden vor allen Dingen in Frage .frmmenben Minister für Finanz- und Wirtsckaftswcfen in Öffentlichen Reden die Grundzüge des gesamten Regie- vmgsvwgramms klar und ausführlich varg-legt haben, Auch in Bezug auf die Ausgestaltung oder bejfer Neuge­staltung unseres Verhältnisses zu Frankreich, ist ein Schritt auf den anderen gefolgt. Von besonderer Bc- deniung dürfte in dieser Hinsicht die Rede fein, die Tr. Sttcfemannant Sonntag in Stuttgart gehalten hat

Soweit bis jetzt französische Kommentare über die Stresemannsche Rede bekannt geworden sind, läßt sich 'entnehmen, daß der versöhnliche und eutgegentommetrvc Ton besondere Anerkennung findet. Das ist zwar em Fortschritt, entspricht aber nicht den Erwartungen, die »an mit Fug und Recht hegen durste. Es war dem ßicickskanzler und der deutschen Regierung bei Be­sprechung seiner früheren Reden namenillch vomTemps" vor gehalten worden, daß auch er schließlich keine neuer. lAdauken zur Erörterung gestellt habe. Wenn schon dieser Vorhalt an sich nicht berechtigt war, s» nritb er nach bet Stuttgarter Rede auch von den halsstarrigsten französischen Organen nicht aufrecht erhalten loetben kön­nen. Herr Dr. Stresimann hat den Französin deutlich vor Augen geführt, daß er und mst ihm das deutsche Volk bereit sind, das oft geäußerte Verlangen der Fran­zösin nach produktiven Pfändern zu erfüllen. Sperr Poiucare sieht in der Besitzung deS Ruhrgebiets und tu der Lvsrcißung des Rhriuland-s ein produktives Pfand. Tie erzielt Produktivität des gewaltsam urch rechis- . Hndtig genommenen Pfandes ist nach den bisherigen Erfahrungen nicht weit her.

^Ter Frieden Sven rag von Versailles gibt der Enteiste, nicht etwa Frankreich allem/ein Pfandrecht auf den Besitz der Reichsregierunz der ©taakn und Gemeinden ^Deutschlands. Im Einverständnis mit altn Zweigen »öftrer Wirtschaft Hal der Reichskanzler Oer franzSsi- tze» Regierung als Pfand eine Generalhhpolhek in erster Linie auf die Rerchseksenbahnen, in zweiter Linie auf üen ; 'Reigen Besitz des Reichs, der Länder und Gemeinden und

Rede, daß eine Wirtschaftsentente geschaffen werden müssi, sei richtig. Es geb: aber kein Bei­spiel eines Wirtsch afts b ü ndut fscs ohne volitischen Bund und keinen polnischen Bund ohne Ausführung bei Verträge. Der zweite Grundgedanke, daß Deutschland alles opfern wolle, um das Ruhrgebiet wie­der zu betont men, sei verständlich, zeige aber, rote s« hr gerechtfertigt die Besitzergreifung des Pfmches durch Frankreich sei.Petit Journal" ist der Ansicht, daß die Rede des Reichskanziers die Ein­leitung einer neuen Politik bezüglich der Rcva- rattons- und der Ruhrfrage bedeut Er habe mit u» streitbarer Geschicklichkeit Hinweise gegeben, die ein Zeug­nis für seinen Wunsch seien, zu einem positiven Ergebnis zu gelangen. ImFigaro" heißt es, die. Rede fei tonzilianter als je. Die Annäherung an dem französischen Standpunkt trete beutlicher zu Tage denn je, denn zum ersten Male wage der Kanz­ler, den Wunsch nach einer wirtschaftlichen Entente aus­zusprechen. Ein weiterer Schritt sei dadurch getan, dich der Kanzler zugesagt hab?, die Berhand!u: g:n mit Frankreich sollten fortgesetzt werden. Frankreich würde unrecht handeln, wenn es von diesen konzilianten Ab­sichten keine Notiz nähme, jedoch könnten diese Ab­sichten Frankreich nicht genügen.Oeuvre" meint, der Kanzler habe bewiesen, daß Deutschland das Pro­gramm , über das, wie es scheine, dir Alli­ierten einig feien, aunehmr.

Paris, 3. Sept. Wie die Abendblätter mel­den, wird aui Donnerstag ein Ministerrat iu Ram­bouillet znfammentrete«.

Die Stuttgarter Rede des Reichskanzlers sindet in der isteutschnationalen Presse scharfe Ablehnung. DieKrcuz- «ettg." erklärt, die Rebe des Kanzlers weide in allen nationalen Kreisen große Enttäuschung, ja Erbitter'tng Atslösen. Bet unseren äußeren Feinden werde sic zu- ivächst den Ansporn bilden zu weite reit Bedrückungen ;*n Rhein und Ruhr.

; DieGermania" kennzeichnet die Rede mit dem Wort: Aktivität! und sagt: Die wirkliche Aktivitzät muß ' Hch, wie der Reichskanzler schon des öfteren betont Hal, in erster Linie im In nern au«wirten. Wenn jösi gitflicntug energisch bas Programm durchführen wird, !das in der Stuttgarter Rede umrifsin ist und sic vor titem dabei auch die Opferbereite Mikhilsi des gesamten Volkes findet, so wirb sic auch zur Erfüllung der schrocren Ansgaben befähigt fein, die ihr obliegen. Nur dann lvrb sie auch iu dem Konflikt mit Frankreich zu einer brauch­baren Löfung kommen. Vergleicht man die Haltung Ser deutschen Regierung mit derjenigen Poiucarös, so will WM scheinen, bog die Aktivität heute auf deutscher ©rite ist. DerVorwärts" stellt eine gcwisie Verbesserung der außenpvlütschen Lage wegen der Stuttgarter Kar^- lerrcdc fest. Die Rrichsrcgterung fei sich bewußt, daß nur stärkste Aktivität die Rettung bei dem drohenden Chaos hingen könne. Der Reichskanzler arbeite auf eine Ver­ständigung mit Frankreich, aber ohne Preisgabe deutscher Hohellsrechkc hin. <

Zu der Stuttgarter Rebe des Reichskanzlers bemerkt bet BerlinerLokalanzeiger": Unzweticthafl tonn der «neue Reichskanzler für sich beanspruchen, daß ihn ssibrv Ävnate des Ruhrkrieges, der brutaiftcn RechtÄwüche, Mißhandlungen, Brrg°roaltigungen, Morde noch so l<- j>cchttgte Gefühl, das politische Kalkül nickt beeinträch- tigt haben. Es wird sich nur fragen, ob dieses politische Ealkül richtig ist, wir dadurch,ueinerLösung ttommen,die uus auch nur einc Lebensmög- kichkeit läßt.

DasB. T." nennt die Red« Str semanns eine jyroße staatsmännische Kundgebung. Sie müßte im gatt«

Lande bis in den letzten Winkel hinein verbreitet itoerben, und sic wird bann ohne Zweifel ausrüttelnd unb 'ermutigend wirke«. ;

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