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1923;

Ter An,eigenvrei« beträgt für öert 9ge[p. Zeilenmillimeter 60 000 Mk., Stellengesuche u. Familienzeigen SS1/,0^ Cbiug. Lmtl. n. au«w. Anzeigen 75000Art. Bei schwierigem

Satz

Ar. 266

'£00000 mt Jeder

Die neue Rede des Kanzlers

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zulässig.

unseres passiven Widerstandes war. Er war niemals Uebermut oder Selbstzweck, fon- dein sollte dazu dienen, uns den Zustand der Frechen des Ruhrgebiets wieder zu verbürgen. Wir sind bereist

zu schweren materiellen Opfern, aber wir sind nid) bereit, die Freiheit deutsche» Bodens ir- gend jemand preiszugeben. (Sehr starker Beif.

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mslutz Stadt angs» von ort.

Voff. Ztg." aus London soll dort die Entsendung eines englischen Geschwaders nach Lorsu angekün« digt worden sein. Bon unterrichteter Seite werd« erklärt, wenn Mussolini nicht sofort vor der Autor!» tat des Völkerbundes weiche, sei England entschlos« en, im östlichen Mittelmeer mit allen Machtmitteln Ordnung und Frieden aufrechtzuerhalten.

London, 1. Sept. Wie Reuter meldet, bietet die Haltung Italiens in gutunterrichteten Kreisen in London zu Besorgniffen Anlaß. Die Ansicht in verantwortlichen Kreisen geht dahin, daß der Streit chiedsrichterlich entschieden werden müffe.

London, 1. Sept. Die Morgenblätter be» -affen sich eingehend mit der.durch die italienische Besetzung Corfus hervorgerufenen sehr ernsten Krise. Die Bedeutung Corfus als Flotten« t ü tz p u n k t wird hervorgehoben. Es wird die Be» Lichtung ausgedrückt, daß, sobald die italienisch« Regierung einenBrandentfacht habe, dieser sich über den ganzen Balkan ausbretten könne. Die Blätter legen Italien nahe, es nicht bi« zum äußersten kommen zu laffen, sondern der Ent» cheidung des Völkerbundes zuzustimmen. Es wird' weiter als ein Staatsverbrechen bezeichnet, datz Italien Schritte gegen Griechenland unternommen hat, ohne vorher England und Frank« reich gefragt zu haben. Man erwartet, datz Lord Cu'-zon, der seine Ferien in Frankreich ab­gebrochen hat, energische Schritte gegen Mussolini unternehmen werde, um so mehr, als bei Uebergab« der Ionischen Inseln die Vereinbarung getroffen' wurde, daß diese Inseln neutralisiert werden sollt«. Wie der Londoner Korrespondent de»Echo d4. Paris- meldet, ist man im Foreign Office und im

Stuttgart, 2. Sept. Reichskanzler Dr. St re se- mann traf heute früh hier ein und wurde am Bahnhof vom Staatspräsidenten Dr. Hteber begrüßt. Ter Reichs­kanzler empfing vormittags die Bertreter der württern- bergisch en Presse. Zu der an diesen Empfang sicb anschließenden Versammlung im Saale des Sieglehauses batten sich insbesondere die Bertreter von Handel und Industrie Württembergs sowie Abordnungen aller wütt- tembergischen Arbeitgeber- und NrBeftnehmerverbände in großer Zahl eingefunden. Nach einer kurzen Begrüßungs» ansprache des Staatspräsidenten Dr. Hieber ergriff Der Reichskanzler das Wort zu einer Rede über die

mng des «»Uerbuudsrats hat der «ersitzende, Graf 't>H, eine kurze Erklärung über den Fall abgegeben

Rom, 31. Ang. Die ganze italienische Presse teht geschloffen hinter den Sankttonsmaßnahmen Muffolinis. Es ist für die einhellige Stimmung l« Italien bezeichnend, daß auch die Oppositions­blätter, wie derMondo" sich mit der Regierung 'ür ihr energisches Vorgehen solidarisch erklärt. Di« Tribuna schreibt: Italien hätte noch schärfere Straf­maßnahmen fordern können, als dies geschehen sei. Diplomatische Auseinandersetzungen seien jetzt un»,

England protestiert. '

Berlin, 1. Sept. Rach einer Meldung der

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Die »Oberdeglllde Zeitung" eiiäeint itdiemal wöchentlich. Bezugrvrei« m»notlich 450 000Tt. freibleibend mit ZufteUungsgebühi. ffür ausfallende Nummern htf.Siteils oo- elementarer Ereigniiie kein Ersatz. Verlag non Dr. L. Hitzeroth. Druck der llniv^Buchdruckerei non Jod. Lug. Koch, Markt 2123. tternsprecher 55, Volt» ichecktonto: Nr. 5015 Amt ffrankiurt a. Main.

grundlegenden Fragen der Außen« und Innenpolitik.

Er entwarf ein Bild des starken außenpolitischen Drucks, der gegenwärtig durch Besetzung des größten deut­schen Wirtschaftsgebietes an Rhein und Ruhr auf Teutsch- iaick laste. Jede Außenpolitik des Deutscher Reiches kann nur daS Ziel haben, Deutsch­land die Souveränität und Wiederver­fügung über die Gebiete an Rhein und Ruhr zu geben. Wir sind bereit, auch die schwersten materiellen Lasten auf uns zu nehmen, um zu öieiem Ziel zu kommen. Wir sind bereit, auf den Stoben der Stellung produktiver Pfänder zu treten. Sffitr haben Reichsbesitz und Prwatirirtschast als. Pfänder »ur Grundlage unserer faktischen Reparationsleistungen btaaeboten. Zu der Behauptung des Temps, sein letzter Vorschlag enthalte keine gleichwertige Lösung gegenüber den von Frankreich ausgestellten Forderungen, bemerkte der Kanzler, Frankreichs Psänderpolitik beziehe sich auf die Su.assung einer internationalen Bahngeftllschust urw die UebereiKNung deutscher Bergwerke an der Ruhr. Wenn Frankreichs Ziele nicht politisch sind, sondern auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet liegen, ip dünkt es mich, daß die Garantien des deutschen Eisenbahn- besitzes und der gesamten deutschen Wirtschaft dem 6er» ausreißen einzelner Teile ans diesem gesamten Reuchs- Lmpler mindestens gleichwertig seien. Gewiß sind mit den Grundlagen des deutschen Me­morandums die LöiungSmögiichkeiten küicht erschöpft. Jede Fortführung der Disku'- sion wird die Weichsregberung dankbar begrüßen. Der Gegensatz zwischen Forderungen und Leistungsfähigkeit wich nur überbrückt werden können durch eine Wirt- chaftliche Verbundenheit der Völker, die in dem Verhältnis lhrer Industrien aufein­ander angewiesen sind. Die>e wirtschaftliche Ver­bundenheit ist vielleicht auch eine bessere Ueberbrückung politischer Gegensätze, als es politische Formulierungen zu ein vermögen. Deutschland braucht ein Moratorium für seine Leistungen, um seine Reparationsver- Pflichtungen zunächst als Zinsenverpflich- t ungen auf sich zu nehmen. Will man diese Zinsenver- pflichtungen kapitalisieren, so kann das nur auf dem Wege rliner internationalen Anleihe ge- rhehen, für die die deutschen produktiven Pfänder haf­ten. Deutschland wird in feinem heutigen Wirtschafts- Verfall eine solche Anleihe kaum in nennenswertem Maße erreichen. Erst wenn die Welt sich darüber klar sein werd, daß die Beendigung des Ruhrkonflikts gleich- zeitig der Anfang einer neuen Frieoensaer a 1 ft, werben die Alliierten im Verein mit Deutschland Me Frage einer Anleihe lösen können, die zur Be- ftiednng Europas vielleicht erhältlich, zur Fortfüh­rung eines Zerstörungswerks aber nie, als rur Verfügung stehen wird Die Interessen der Finanz­minister der Staaten müssen nach dieser Hinsicht ebenso zusammenstrhen wie die Interessen und die Auffassungen der großen Finanzherren der Welt. Ein in seiner Sou­veränität wieder hergestelltes Deutschland, im Besitz seiner wirtschaftlichen Hiffsemellen, die eS in dem angebotenen Maße »ür Reparaiivnsverps»-chtun en zur Verfügung stellt, würde wohl in der Sage se-n, die Garantie der Zinsenverpflichtungen zu übernehmen, auf die sich alsdann eine Weltanleihe für den europäischen Frieden aufbanen könnte.

Daß Deutschland beieft ist^aufdieFrage der Sicherheiten einzugehen, hat es bereits zum Aus­druck gebracht. Wenn die am Rhein interessierten Staa­ten sich vereinigen wollen, nm die Unversehrtheit des gegenwärtigen Gebietsbestandes auf eine zu bestimmende Zeit sich gegenseitig zu sichern, so loird Deutschland febeneti bereit fein, einem wilden Bündnis beizutreren. Ein wirtschaftlich mit Frankreich verbundenes Deutschland wird für die Durchführung foläjer Ideen die denkbar größten Friedenssicherheiten bieten. Eine Zerstückelung Deut I ch l a n d s euer I ber Versuch einer wirtschaftlichen ooer verkehrstechnischen ^herrschnitg seiner Grenzmarken würde Dem Geiste -lffes solchen Abschlusses dauernd entgegen- wirken. Will Frankretch ft ine Annexionen, dann aal es die Möglichkeit, seine Auffassung in die Wirklichkeit umzus.tzen. Man will die Eröffnung der offiziellen Ver» haick-lungen abhängig machen von der Wiederhersteltung der Arbeit im Ruhrgebiet Jeder -hrliche Mensch ,m Ruhrgelftet und im Rheinland sehnt sich nach der Stunoe. in der diese blühenden deutschen Land? der alten regen Tätigkeit wiedern^gebeu werden. Diese Stundew.ro gekommen sein, wenn wir dre Sicherhsui haben, baß aus oen Grundlagen der beut- i scheu produktiven Pfandleistung die Lös- ungdes Konflikts möglich ist, dt« der Sinn'!

Muffolinis Mobilmachung.

London, 1. Sept. WieDaily Mail" meldet, Hal die italienische Regierung die Einberufung von zwei Jahrgängen der Reserve an- geordnet. Die Regier,lng verhängte über all« Zeitungen die Zensur, Die griechischen Dampfer in den italienischen Häfen werden sämtlich zurückgehalten. Die italienischen Schiffe in den griechischen Häfen haben Befehl er­halten, die griechischen Gewäffer sofort zu verlassen.

Rom, 1. Sept. Mussolini richtete an die ItaNent» schon Auslandvertrelungeu folgende Depesche:Auf die ge»echltn Forderungen Italiens infolge der »ar- " »arischen Ermordung der italienischeit Militärdelega. iton auf griechischem Gebiet hat die griechische Regte«

1 in wenigen Monaten Von 600 auf 106 Mil­lionen Goldmack zurückgegongen, während Deutschland vor dem Kriege eine Ausfuhr von 10 Milliar- , den Goldmark hatte. Das zeige deutlich, daß ein . Deutschland ohne Ruhr uno Rhein nichtlebens­fähig und ohne die SSerfüguua über diese Gebiete zu . irgend welch n Reparationsleistungen außerstande ist. Der . Reichskanzler kam dann auf die Wehrpflicht des Besitzes zu sprechen, die aber auch in gleicher Weife für die Arbeiter- . und die Beamtenschaft gelte. Die verlangten Opfer seien in den heutigen anormalen Zeiten eine Notwendigkeit. Durch starke Eingriffe müß­ten die außenpolitischen und innerpolitischen BÄürsnissi des Staates g-deckt werden. Der Friede könne nur er­reicht werden, wenn die Wirtschaft das garantiere, was Deutschland anstelle der produktiven Pfänder brauch - Heute habe niemand das Recht, daß ihm der Staat den Zuwachs des Besitzer garantiere. Was die Wehrpflicht der Arbeit anlange, so brauche man da, wo lebenswichtige 'Notwendigkeiten des Staates torltegen, dir Ueberar- beit für das allgemeine Wohl. Zu den Kragen über en E-ugriff des Staates in die wohlerworbc- liter. Rechte der Beamten schäft erklärte der Ne..oskcmzler, daß die Reichsregierung der Kritik an dem Beamtentum fern stehe, daß der Staat aber auch in dieser Frag« zunächst an sich selber den­ken müsse. Die Staatsanrorität müsse gestärkt werden, und die Regierung werde die Staatsautorität durchsetzen und sei nicht gesonnen. Schind luder mit ihr treiben z'u lassen. Die Gegenleistung bei Staates für diese Wehrpflicht bestehe in der Schaffung von Sicherheit und Ordnung im Jgnnern.

Zur Sicherstellung übergehend, bemerkte der Reichs­kanzler, er kenne die Härten der letzten vom Reichstag beschlossenen Steuern wohl, die in eilte Zeit der Wirt­schaftskrise in der Industrie und harter Anspannung des Kredits in der Landwirtschaft fallen. Es fei Vorsorge getroffen worben, daß durch die bestehenden StaatS- organifationen Kredite für Ge Ireidekieseru w- gtn gegeben werben. Gegenüber der Kritik an den Steuern müsse bamn erinnert werden, daß bk Steuern nicht einem Kabinett, sondern dem Reiche bewilligt wer­den. Bei manchen dieser Maßnahmen banbclr es sich um Eingriffe in die Substanz, aber war bleibe denn von der Substanz der Wirtschaft, wenn sich die Substanz des Staates nicht erhalten lasse? Man möge sich auch fragen, wo bi? Substanz des geistigen Deutschlands geblieben ist. Auf keinen Fall gehe es an, daß Aufrufe gegen Steuerzahlungen er­lassen würden. Wer in dieser Zeit eine Sabotiernng der Steuern organisiere, gehöre hinter Schloß und Riegel. Die Steuern müßten aber vereinfacht und übersichtlicher gemacht und den Ländern und Kommunen gleichzeitig eine größere ©dbüänbigteit in der Steuer­erhebung gewährt werben. Bezüglich derBekämpsung des Verfalls der deutschen Währung erklärte der Kanzler: Wir mußten längst ein wertbeständiges Geld schassen, um aus Spekulation und Devisenhamsterei herauszukommen. Wir wollen die Goldmark w'eder schaffen. Hoffentlich lernt man dann auch toicber in Deutschland den Goldpsennig ehren. Nach Schaffung der wertbestänvigen Anleihe gebe es kein Recht mehr auf Devisenbcsitz im deutschen Volke. Das Reich brauche die Devisen sür die Lebe ns - ZNittelzufuhr, die Markstützung und die FortsührungdesRuhrkampseS. Bezüglich der Erwervsloseusürsorge wies der Kanzler daraus hin, daß iebe unproduktive Erwerbslosenfürsorge demoralisierend wirken und daß der Staat das Recht haben müffe, den Unterstützungsbedürftigen bk Arbeit -uzuweisin. deren der Staat beoürfe. Hinsichtlich der Beschaffung von Hausbrand für den kommenden Winter regt der Kanzler an, eine Ueber stunde im Bergbau zu leisten und den Ertrag hieraus den Bedürftigen im Winter in Gestalt von Kohlen zu geben.

Schließlich betonte Tr. Stresemann die Wichtig­keit der sittlichen Kräfte, die für den Wiederaufbau des deutschen Volkes maßgebend sind. Deutschland, das schweren Zeiten entgegengehe, müsse entweder das Voll der Arbeit sein oder untergehen. Die Schlußworte des Kanzlers galten der Begrüßung allerBestrebun- gen in Deutsch land, die Aufklärung üb.er die Entste hung des Weltkrieges verbreiten! wollen. Er fordere die Wahrhcitssucher aller Natio­nen auf, auf Deffnung aller Archive für bi? Forschung zu bringen.

Rach Schlußworten des württembergischen Staatspräsi- benten Dr. Hieber, der dem Kanzler für seine, oft von lebhaftem Beifall unterbrochenen LluSftihruugen dankte, wurde dir Versammlung geschloffen.

und angesichts bet Dringlichkeit ein« neu« Zusammen!« htnft für 4 Uhr nachmittags vorgeschlagen, damit big Mitglieder des Rats bis dahin die Dokumente prüseH um dann sofort tn die Beratung eintreten zu könne«. Dieser Vorschlag wurde ohne Widerspruch angenom­men.

Man eMSrt in den »reifen deS VSlkerVundSrate^ daß der Rat sich wahrscheinlich bereits beut« nach­mittag mit der Angelegenheit »efoffen wird.

Der italienische Vertteter tm Rat, Salandra, ist beute in Genf eingetroffen.

Paris, 1. Sept. Rach einer Havas-Meldung aus Athen ist die Prsffe einmütig der Ansicht, datz die Forderungen Italiens weit über alles hinaus» gehen, was bisher in ähnlichen Fällen geschehen sei. Die Presse billigt die Haltung der Regierung, die mit Recht versichere, datz Griechenland, wenn es auch klein und geschwächt sei, um den Preis aller Opfer Serbien nachaLrnen und lieber zugrunde gehen müffe, als Demütigungen anzunehmen, die di« Eigenliebe und die Unabhängigkeit der Ration ver­letzen.

tX bsd.n ch w ir ad auf, iUU, ich mir da t bar." gefaßt affarm u rechend« *«, daß ell auö mtinfe'

iRun. un d»S inni ist, lheit, in 'mi Re-

Marburg

Wog. öen 3. September

Scherdi«,

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

rurog mit den Worten aeantworiet, Me tatsächlich einer vollständigen Zurückweisung bet tatliercksch-m! Forderungen gleichkomrneu. Diese ungerechrfetttgtch Haltung versetzt Italien in die Notioendigkeii, in detz griechischen Regierung baS Gefühl für ihre Berairt» Wörtlichkeit wachzuriisen. Infolgedessen hat sie de» Befehl erteilt, eine Abteilung italienische Truppen auf Korstr zu landen. Durch diese Maßnahme, die nur- zeitttcheil Charakter bat, beabsichttgt Jtattew »W, I kriegerische Handlungen auszuftihren, solcher« tum -fetn Ansehen ;u wahren und seinen uirerschüttelltche«

Willen zu bekunden, Wiedergutmachimgen zu ethalieq. di- Griechenland ihm nach Herkommen und Völker- recht schulbet. Die italiuiisch« Regierung wwttchl, baß Griechenland keine Handlung begehe, die dl« friedliche Natur dieser Maßnahme ändern tonnt«. Das soeben angeführte Vorgehen fMietzt nicht Mf Sanktionen ans, die die Botschastetkonferenj ergret« fen wird aufgrund bet Tatsache, daß die eintoibei« italienische Delegation einen Teil bet Grenzad, steckungskommissiou bildete und daß ihr Vorsitzender General Tellini Beaufttagt-r der Botschasterkor.feren- wat."

L® ' Sebt- Wie bet Sonderberichterstatter vY -Temps" meldet, »hat sich Deute votuittlag der «er der griechischen Delegation auf der Völk>r- ^!^'^"ammlung, Politis, zum Generalselretär des eaiferhunbe» begeben und ihm im Namen seiner Ne- einen Protest gegen die Maßnahmen Jta- «kus bei sich auf di« Artikel 12 bis 15 des Völker aründet, und ferner einen Olppell an Völkerbund überreicht. Griechenland ist der Au- >^t, daß die Besetzung der Insel Korfu und Samos «»en feinbfetigen Akt darsielle, der den Frieden gc- viDe. Es verlangt daher vom Völkerbundrat, daß

ötllklMmIttr d» $i!ltt6unhö.

Der Völkerbundsrat ist tn einet International Mßerotdentttch gespannten Situation znsammenge- treten. Noch ist der Ruhrkonflrtt ungelöst, doch hat Hch ja der Völkerbund bisher aus fbrnreCcn grünben mit dieser Frage wie mit dem ganzen Ne- parationsproblem nichi befaßt. Anders steht eS mit bem italienisch-griechischen' Streitfall, der nach den un­zweideutigen Bestimmungen der Satzung vor das Völkerbundforum gehört. Griechenland hat auch be- tetts telegraphisch um seine Vermittlung gebeten und «ch von anderen Mächten namentlich von England darauf bingetotefen worden, daß hier bet Völker­bund einzufchreiten habe.

v Die Hauptiäiigkeit des VötkerbunbleS beschrüntte ßch bisher tm allgemeinen auf eineRegelung" beut« stter Fragen, bie durch das Friedensdittar von «er- sawes aufgeworfen worden waren. Man braucht nur bie Namen Oberschlesten, Saargebiet, Danzig, Memel « nennen und man ist tm Bilde. Die in allen diesen Mllen getroffenen Entscheidungen waren für. -entschland ungünstig und haben wegen iw ?» rtei' iwkeIt-n das Anschen des Völker­bundes tn der Welt herabgemindert. Da Deutschland vSllig macht und wehrlo»; los am Boden liegt, blieb dem Völker­bund bisher wenig st ens die Blamage »tspart, daß feine Beschlüsse mang-eis tl 6 e « e r Machtmittel undurchführbar Hieben. Am jetzigen Konflikt sind aber Mächte tdeiltgt, die selbst über militärische Kräfte verfügen «ud offenbar gewillt sind, diele auch einzufetzen.

Es tst bezeichnend für die geringe Achtung, die bet Völkerbund tn der Welt genießt, daß Italien trotz »er Beftimnumg des PStkerbmibsftat'.tts fofori eigen mächtig gegen Griecheuland vorgcgangen * >mb baß auch England ohne Beschlüsse der erlauch- teu Genfer Versammlung abzuwartm, Kriegsschiffe " die Gefahr,oue entsandt hat. Wenn eS dem Dök- rkibiuch nicht gelingt, durch seinen moralischen Ein- fPß ober durch chic von ihm ins Werk gefetzte mili- ^-che^Srekntivs den griechischfflaüenischen Konflikt

L Es ege beizülcgen, geht er auch des

«este»^ deS ihm noch verbliebenen Ansehens für immer wrlunig. Auch feine einge fleisch testen Freund« dürf- dann daran verzweifeln, jemals aus ihm ein Weu8f6»toe5 Gebilde zu machen und eine Organi- Mion aufläsen, die bisher nur viel Geld gekostet Hat.

Paris, 1. Sept. DieAgence »'Athenes" ver­deutlicht folgende Rote:

Auf den Schritt des italienischen Gesandten hat *r Minister des Aeutzern erwidert, datz die Be» ^ung des Gebietes eines unabhängigen Staates als ein feindseliger und vollkommen ungerecht- jlfrtifitcr Akt betrachtet werden könnte, der eine sichtliche Verletzung der von Italien unternom» »em-n Verpflichtung darsteffe, da Griechenland sich bereits an den Völkerbund gewandt und ihn gebeten 1 oie Frage einer Prüfung zu unterziehen. Die Zriechiiche Regierung habe ihren diplomatischen Ver- 1 den Auftrag gegeben, bei den Mächten gegen «s Vorgehen Italiens zu protestieren. Die grie- Hffche Regierung habe nicht die Absicht, diesen pro» »vkatorischen Akt zu beantworten, da sie davon überzeugt sei, datz der Völkerbund, an den sich Erte- i chenland unter Berufung auf Artikel 11 des Völker» htnosöcrtrages schon gewandt habe, das Vorgehen «r italienischen Regierung verurteilen werde. Vor ^lem sei feftzustellen, datz, nachdem die italienische ^Aandt;chaft um 12 Uhr mittags das Ministerium «es Aeutzern benachrichtigt habe, datz sie um 5 Uhr -«ne neue Rote überreichen würde, die eine fünf» kundige Frist gebe, die italienische Flotte schon um 4 Uhr nachmittags zur Be» «ktzung von Corfu geschritten ist.

Weiter sei hervorzuheben, dah die italienische Motte gegen eine offene unverteidigte und nutzer» dem durch den «ertrag von 1864 unter die Garantie »er Mächte gestellte Stadt gefeuert habe. Griechen» «nd, obschon klein, hätte auf diesen feindlichen Akt Italiens antworten können und müssen. Es habe « aber vorgezogen, sich an den Völkerbund zu wen- ben. an den Areopag, der zur Hütung der Unabhän- ' ^sikelt, der Souveränität und der Ehre aller Länder gegen jeden Zwang eingerichtet worden sei. Wenn wer die Intervention des Völkerbundes sich als Allmächtig Herausstellen sollte, dann wäre Eriechen- «nd, durch die Verzweiflung getrieben, gezwungen, «ich gegen die italienische Invasion ju verteidigen

tunft durch bie Oiefihäftsit u. Bermitttung der Angebote 100000 W, bei Uebetienbung durch uns 100000 Mk. ohne Port». Zahlung innerhalb «ach 5 lagen nach Rechnung»» datum, sonst nach der Berechnung de» Datum, der Zahlung.

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......- ~ ..... " ............... 1923

« interveniere und seine gu:en Dienste zwecks Lökung ?' Streitfalles mitz, ItaLten an»tote. Pvlitis hat »arailf mehrere Mi'gffcder des Völker--mibSrats he- wwk. Bei der Eröffnung der heutigen Vormittags-

Den zweiten innerpolitijchen Teil feiner Rede begann der Reichskanzler mit einem Hinweis auf beit Zustand Höchster wirtschaftlicher Not Deutsch­lands, aus dem er weder dem Inland noch dem Ausland gegenüber ein Hehl machen wolle. Die Ausfuhr sei