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W J. H. Schäfer

Anzeiger für (das früher knrheUche) OberheM

Kaserneustr. 21

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Amtliches DeMndigungsblatt des Kreises Marbmg.

Rr. 203

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Mavbuvg Donnerstag, Den 30. WM

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58. Ml

1923

W AMm der Wsseier Wert.

Das Echo bei den Alliierten.

Die am Dienstag in Brüssel veröffentlichte bel­gische Antwort auf die jüngste englische Note hat lediglich in Paris eine freundliche Auf­nahme gefunden; in London hat ihr Inhalt sehr enttäuscht. Bei den beid»n verbündeten Haupt­mächten besteht ein übereinstimmendes Urteil nur hinsichtlich des belgischen Vorschlag, mündliche Besprechungen zwischen den leitenden Mi- «istern zwecks Vorbereitung einer großen all­gemeinen Aussprache vorzunehmen. Während die Pariser Presse hervorhebt, dotz Belgien sich ganz auf den Standpunkt Poincar6s stelle und in alle« entscheidenden Fragen, wie die der Gesetz- mäßigkeit der Ruhrbesetzung und der Aufgabe des passiven Widerstandes, enge Solidarität übe, besprechen d-e Londoner Blätter vor allem die Tat­sache, daß die belgische Note keinen Hinweis auf den britischen Vorschlag enthalte, eine inter­nationale Kommission zu ernennen, die die Zahlungsfähigkeit Deutschlands untersuchen soll. Daß die belgische Regierung nicht ihren eigenen Plan für die a l l m ä h l i ch e Räumung des Ruhrgebiets unterbreitet hat, führt man in London auf den Einfluß der französischen Negierung zurück, die den Plan offenbar un­gern gesehen habe. Man wird fetzt das Ergebnis­ses Gedankenaustausches zwischen Poincarö und Baldwin abwarten müssen, mit beurteilen zu kön­nen. ob eine solche Annäherung zwischen den Auf­fassungen der Alliierten getätigt worden ist, daß eine interalliierte Konferenz zur Be­handlung der deutschen Vorschläge Aussicht auf Er­folg hat. England hat seine grundsätzliche Bereit­schaft M einer sachlichen Behandlung des deutschen Reparationsangebots in interalliierten Bespreuun­gen erklärt, wenn Frankreich und Belgien über ihre Antworten hinaus den Wille» zu einer aufrich­tigen Verständigung bekunden. Es ist anderseits der Ansicht, daß. wenn Frankreich und Belgien auf dem in ihren Noten dargelegten Standpunkt ver­harrten, solche llnterredungen schlimmer als zweck­los sein würden.

England ist enttäuscht. " l London, 29. Aug. Tie „We stm i »ster G a z e t t e" schreibt: Die belgische Note erweckt den Eindruck, daß es zecklos fei, den Notenaustausch fertzusetzen. Auch durch freundschaftliche und dis­krete Unterredungen zwischen den alliierten Mi­nistern könnten die Meinungsverschiedenheiten nicht überbrückt werden. Es wär« bester, die Ruhr- t e s e tz u n g e i n z u st e l l e n, damit Deutschland sich industriell neu organisieren und die Bezahlung der Reparationen wieder aufnehmen könne. Es wäre weiterhin besser, sofort anzuerkennen, daß weder die französische noch die belgische Note irgend «ine wirkliche Annäherung an den englischen Stand­punkt hinsichtlich der Besetzung des Ruhrgebiets, der Feststellung der deutschen Lei- .siungsfähigkeit und der Regelung der iinteralliierten Schulden bedeute. Der britische Standpunkt sei bereits deutlich genug dar- «elegt worden. Jetzt habe die Welt ihr Urteil s b'ber die verschiedenen politischen Auffastungen ab- zvgebe«. Man dürfe jedoch nicht den Dinge« ihre« ?Lauf lasten. Da keine Aussicht bestehe, mit Frank- - ««d Belgien zu einer gemeinsamen Regelung

komme«, müsse England eine eigene Aktion Anternehme«. Auf die deutsche Rot« müst« eine > Antwort erteilt werde«.

। . Di« „Time s", die die belgische Note mit der­selben Zurückhaltung beurteilt wie seinerzeit die französische, schreibt, die Haltung Belgiens gegen­über der Ruhrfrage und dem allgenieinen Repara­tionsproblem fei nicht unbedingt identisch mit der Haltung des französischen Alliierten. Es sei bemer­kenswert, daß die belgische Note eine Rechtfer­tigung der Ruhrbesetzung unterlasse. Die belgische Note trete vielleicht etwas vorsichtig und schüchtern, in einer Vermittlerrolle, auf; oas Ziel sei, die Aufmerksantkeit auf die wenigen Punkte des finanziellen Programms zu kon- »entrrercn. Wenigstens in finanzieller Hinsicht fei ,e,n gewisser Fortschritt erzielt. Die Differenzierung tn verschiedene Vorschläge könne aber überwunden werden durch die Erörterung der Tatsache, daß Deutschland Garantien und produk­tive Pfänder angeboten habe. Dies Angebot sei durch Stresemann nachdrücklich betont und in weitestem Sinne ausgelegt worden, obgleich er ftparate Verhandlungen über das Rheinland und

das Ruhrgebiet ablehne. Das Ruhrproblem sei akut; man müsse zu Verhandlungen schreiten. Es sei notwendig, den Ruhrbezirk für seine frühere Tätigkeit wiederherzustellen, da­mit er senM Platz im Wirtschastsorganismus des vereinigten Deutschland wieder einnehmend könne, das jetzt endlich bereit sei, seine Industrie und seine Wirtschaftstätigkeit für die Bezahlung einer end­gültigen Reparationssumme zu verpfänden.

Das „Daily E h r o n i c l e" überschreibt seinen Leitartikel: „Ein besserer Ton, der jedoch keine Aussichten eröffnet". Das Klatt erklärt, die Brüsteler Note enthalte einen Vorschlag, der kaum erfolgversprechend sei, nämlich den, daß geheime Erörterungen zwischen den alliierten- Ministern stattfinden sollten. Dies wäre nichts anderes.als oie Rückkehr zu den diplomatischen Methoden, wie sie int Mai und Juni erschöpfend, aber' äußerst er­folglos angewandt worden seien. Das besondere Verdienst der Initiative Baldwins sei gewesen, daß er die Verhandlungen aus dieser Phase her­ausgebracht habe. Der Notenaustausch habe die Frage wenigstens in die Oeffentlichkeit vor das Forum der Völker gebracht; es könne nicht Eng­lands Wunsch sein, so sehr es auch derjenige P o i n - carö^s sein möge, das Problem wieder in der früheren Geheimhaltung zu begraben.

Die diplomatische Berichterstattung des „Daily Telegraph" schreibt, in britischen Kreisen herrsche allgemein die Ansicht, daß d-e belgische Note n i ch t dazu beitrage, eine praktische Vereinbarung der Alliierten zu fördern und daß thr Inhalt sehr enttäusche, da sie, selbst von der finanziellen Seite betrachtet, nur wenig Konstruktives biete. Das Blatt ist der Ansicht, wenn eine Unterhaltung aufrichtig gewünscht werde, so sollte sie stattfinden, wenn auch nur, damit man sehe, ob und bis zu wel­chem Grade die Erklärung des neuen deutschen Kanzlers die Lage verän­dert h a b ö. Das Blatt hebt hervor, daß in der belgischen Note kein weiteres Wort über den Vor- ichlag, eine internationale Sachverstän­digenkommission einzuderufen, enthalten sei; es könne daher angenommen werden, daß Bel­gien auf der früheren Politik der am 30. Juli dar- gelegtcn, beharre. Bezüglich des Ruhrgebiets sei die belgische Not« einfach das Echo der f r a n z ö s i sch e n.

England für eine öffentliche Aussprache.

London, 29. Aug. Deuter erfährt mit Bezug auf den in der belgischen Note enthaltenen Vor­schlag, informelle Unterredungen zwischen den alliierten Ministern über die Reparationsfrage stattfindcn zu lasten, aus nicht offizieller, aber gut unterrichteter Quelle, daß die britische Regierung durchaus bereit wäre, an der­artigen Unterredungen teilzunehmen, wenn Aus­sicht bestünde, daß dieje Unterredungen Er.solg hotten. Man sei aber der Ansicht, daß, wenn Frank­reich und Belgien auf dem in ihren bisherigen Sloten dargelegten Standpunkt verharrten, solche Unterredungen schlimmer alszwecklos sein würden. Der englische Standpunkt könne b-n Verhandlungen nur gewinnen, wenn diese össenr- l i ch seien. Großbrirannten könne der Wiederauf­nahme der diplomatischen Erörterungen nur dann zustimmen, wenn die Alliierten klar das Verlangen nach einem Uebereinkommen und die Bereit­schaft ausdrückten, ihre Stellungnahme so zu änoern, wie es die Lage erfordere.

Zusammenkunft zwischen Baldwin und Poiucarö.

London, 30. Aug Der politische Berichterstatter der „Evening News" will tviss.'N, amtliche Kreise in Lon­don seien jetzt der Ansicht, daß Baldwin u.td Pvincar^ möglicherweise am 10. oder 12. Sep-ember in Ba­ris znsammentreffin werden. „Evening Standard" be­richtet dagegen, es fei keinerlei Veränderung in den An­sichten b-züglich ein er Zusammenkunft dec beiden Staats­männer cingetreten. Premierminister Baldw n sei voll- kcmmen berci-, Verhandlungen mit den Fran zosen an zu knüpfen falls L<llt re darum ersii- chen sollten Poincare Lab: jedoch bisher nicht den ge­ringsten Wunsch zum Aufdruck gebracht, eine derartige Einlcchung ergehen zu lassen

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London, 30. Aug. Der deutsche Botschaft r Stha- mer bcgab sich gestern «bend nach Berlin.

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Eine Bestätigung was sie wollen.

Mailand, 30. Aug. Der von einer Reise in das Ruhrgebiet zurückgekehrte Abgeordnete Greuchi (Katho­

lische Volkspartei) erklärte einem Vertreter der „Stanc- pa", wenn dir Regierungen genau über die Gemütsver- sasiung des deutschen Volkes itnb über die wirtschaft- liche Lage Deutschlands informiert wären, könnten sie nicht eine Woche vergehen lassen, ohne ein« konkrete Lösung ins Auge zu . fassen. Der kritische Augenblick sei gekommen, über den hinaus Zolles möglich sei. Frank­reich wolle die Gefahr, die in c.ncr Fortdauer des gegen­wärtigen Zustandes liege, nicht sehen. Die von ihm b> fragten französischen Autoritäten im Ruhrgebiet und im Rheinland sagten das Ende des passiven Widerstand des und die Lostrennung de? Rheinlandes vom Reich vor­aus, die, wie sie zugebeit, von ihnen gekordert toeroe. Frankreich begehe einen großen Irrtum, da alle Partien gewillt seien, auszuhalten. Deutschland wisse, daß cs jetzt nur noch auf sich selbst gestellt sei. Das Kalnnett Stresemann sei der Ausdruck des Willens, Deutschland auf der Grundlage von Gesetzlichkeit und Ordnung zu retten.

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Wino MN 6it Mamjalilmm.

In den letzten Tagen routbe die Nachricht ver­breitet,'daß im Reichsfinanzministerium Verhand­lungen mit den Beamtenspitzenorganisationen stelt- gefünden hätten, in denen eine Abänderung der Vierteljahrs-Vorauszahlungen vereinbart werden sollte, und es wurde behauptet, das Reichssinanz- ministerium habe Rechtsgutachten über den beab­sichtigten neuen Eehaltszahlungsniodus vom Reichs­justizministerium eingeholt, lind auch die Organi­sationen hätten sich an namhafte Rechtsgclehrte mit der Frage gewandt, ob den Beamten die Viertel­jahrs-Vorauszahlung genommen werden könnte.

Wie der Eesamtverband deutscher Beamten- gewerkschasten hierzu mitteilt, sind diese Nachrichten unzutreffend. Den Spitzenorganisationen ist bis zur Stunde eine Einladung zck derartigen Verhandlun­gen nicht zugegangen. Infolge der verschiedenen Gerüchte sahen sich die Cpitzenorganisationen nach der genannten Organisation veranlaßt, gestern Be­sprechungen mit Dr. Htlferding Herbeizuführen.

Der Reichsfinanzminister erklärte, daß alle Äeußerungen über beabsichtigte Maß?? ahmen, die ihm unterstellt würden, unzutreffend seren bis auf einen Punkt, daß nämlich das Reichsfinanzmini- sierium beabsichtige, die Vierteljahrsgehalts-B >r- auszahlungen während bet jetzigen Finanzkrise des Reiches vorläufig außer Kraft zu fetzen.

Einzelheiten in dieser Richtung sind bis zur Stunde weder festgelegt, noch besprochen worden. Von anderer Seite wird hierüber mitgeteilt: *

Dr. Hilferding führte den Gewerkschaftsvertre­tern gegenüber aus, daß er alle notwen« bißen Maßnahmen ergreifen werde, um eine weitere Inflation zu verhin­dern. Die vierteljährlichen Vorauszahlungen und die am 23. August erfolgte Vorauszahlung ves Teuerungszuschlages für den kommenden Monat hätten auf die schwebende Schuld des Reiches ei »en unheilvollen Einfluß ausgeübt. Er halte es deshalb für notwendig, die k a f f e n tech­nischen Rücksichten, die für die Vorauszah­lung der Vierteljahrsgehälter bisher maßgebend ge­wesen seien, zurück;»stellen und wenigstens vorübergehend auch den Vierteljahrsgehaltsempfän­gern da sEehalt nunmehr für den Monat vorauszuzahlen.

Zn unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß das Reichsfinanzministerium anfangs nächster Woche mit den Beamtenorganisationen in Bespre­chungen über diese Frage eintreten wird.

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$it WA M-lemmMl.

Unter dieser Ueherschrist veröffentlicht die „Deut'che Allg Ztg." einen langen Aufsatz, in der die Errech- nungsmcthoden einer scharfen Kritik unterzogen werden. Es heißt da u. A., daß eine Versammlung von Arbeit­gebern und Arbeitnehmern Gelegenheit genommen batte, einen tieferen Blick iit das Tunbel der Rei-bstenerungs- statcstik zu werfen und ein größerer Jnditstrieverband macht über diese kürzlich stallgefunbenen Lohnverhand- lnngen ;.n Rttchsmirüsterium folgende Mitteilungen:

Die Berechnung der Löhne auf Grund des Reichsindex zeitigt immer tollere Blüten. Rach den Bercchimngeu des Statistischen Reichsamtes wurde für den 13 August gegenüber der Vorwoche eine Steige­rung von nicht weniger als 192,2 Prozent ermittelt. Die in den verschiedenen Industrien aus Grund biefe? St-igeiungssatzes ausgcwerteten Löhn: sind in unerbött.r Weist crngcschwollcn. Im Zeitungsgewerbe wurde durch diese Andexziffei fcr Lohn pro Kopf für dir Woche vom 18.—25. August automatisch und mit einem Schlag: v n 12,6 Millionen auf 40,5 bzw. 41,8 Millionen (ohne alle hinzu kommenden Zuschläge^ gesteigert. Die „Ber- lincr Börseuzeitung" bemerkt treffend hierzu, vag mit dieser Indexziffer die Frage des sog. wertbeständigen Lohnes in entscheidender Weise durch die Praxis selbst zur Diskussion gestellt und gegen die Verteidiger ent­schieden sei. ' i

Die Frag« ist aber bereits in einem anderen Sinne wiederum bedeutsam gegen die Verteidiger entschieden.

und zwar von der Seite des wiffenschastllchen Ansehens e der Reichsindexziffer. Diese war bisher mit dem Nim - bus wissenschaftlicher Unangreifbarkeit umkleidet. Leider ist dieser in den letzten Lohnver­handlungen für de« Kohlenbergbau int ReichsaedkitS« Ministerium grausam zerstört worden Ak? neuer Inder wurde den verhandelnden Parteien vom Statistische« Reichsamt 72,2 Prozent mitgeteilt. Eine genauere Durch­sicht der Indexziffern für die der Erhebung zugrund« liegeuben Städte ergab indessen mir eine durchschnitt­liche Steigerung von 54 Prozent. Um über diese merk« würdige Unstimmigkeit Aufschluß zu gewinnen,, wurde dann während der Lohnverhandlnngen ein maß' gebender Vertreter des Statistischen Reichsamtes iulW Reichsarbeitsministerium gebeten. Nach endloser Bera­tung mit Herren be« ReichSarbeitsminksteriumS gab e« endlich Aufschluß In einem ganz kleinen Steife. Offen« bar hielt er es nicht für geraten, allen anwesenden Bev- Ortern der beiden Vertragsparteien Rede und Antwott $« stthen Es stellte sich dann bei bleien SrJrtrnngen her­aus, daß die Wochendienstmeldungen der StA»te, vo« denen Resultate Vorlagen, tatsächlich nur ein« Steigerung von 54 Prozent ergeben hätten« daß das Niveau der 71 Elldlenstgemeinden, für welch, Teuerungszahlen ftstge stellt werden, aber höher liege, all das Niveau der befragten Städte. Zur AiiSgleichunp dieser Differenz habe man einen gefühlsmäßigen Zuschlag bis auf die Höhe von 72,2 Prozent- gemacht ;

D lß diese Mitteilung ans die Vertragsparteien eilte« vernichtenden Eindruck machte, braucht nicht weiter be­tont zu werden. ES ist auch selbstverständlich, daß nach Siefen Vorgängen die Arbeitgeberschaft eS ablehnte, dir Löhne, wie bisher, auf Grund des Index zu erhöhe«. Es sind dann, wie dem Leser erinnerlich sein wird, so­wohl für die Woche vom 13.—20., als auch vom 20.—27. August für deii gesamten deutschen Kohlenbergbau Drrrch- sch.rittslöhne in absoluten Zahlen festgelegt worden. Durch diese unerhörte Jndexfibiebung hat der Gedanke: tee RcichSteuerungsinder anznwenden. und baS Wissenschaft, inf-.e Ansehecr des Statmische« Reichsamtes durch bieN Vorgänge einen tödlichen Stoß erhallen. Auch aus oiesent Grunde muß deshalb der Ruf aufgmommen werden: Los vom „ReichsleuerirngS'ndex".

Wie mit der Reichstcuerungszrstel ist kl auch mit dem Großhandel »Preisindex tz:s Statistischen Reccksamte» be­stem Er setzt sich ans 38 Waren zu'immen die ma» allerdings kaum „r.cräfcntntiu' für die deutsch, Volkswirtschaft bezeichnen kann, da unter der geringen Anzahl Preise für Pfeffer, Tee. Kaffee, Kakao, ©tfoe (un£) .sogar zwei Fischpreise enthaften sind, während Wolle ttnfc Gummi beispielsweise in der Aufstellung vollständig fehlen. Die Bilder aus der reichsstatistische» Werks) Ltte ließen sich noch vermehren; doch genug davon l Nicht nur die gefamte ReichSstatistit irttD durch her* artige Methoden Mißkredit irrt, sonoern da« Vertrauen in die gesamte deutsche Wirtllb.istssialistik hat durch sie eine schwere Erschütterung erlitten. Dec Verfajser meint, daß bet wichtigste Punkt de? Problems ein« gründliche Reform in einer Perfonalderänseruug fei, mit bet sich bie zuständigen Stellen sch'enn-gst be­schäftigen müßten.

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3« Sage ii dti belebten Miele«.

Düsseldorf, 29. Aug. Die gestern vo« den Kranzosen untenu>nunene Ves «tznng der städ­tischen Sparkasse am Köntgsplatz geschad zu dem Zweck, sestjustelleu, ob sich dort Konten für Ellen, pabn-, Post- und Telegraphenbeamte befänden imv ob von der Kasse AilSzahlungm an diese Beamte« ge­leistet würden. Die ftan;Ssts(be Kttmlnalpoltzei hält die Tresors weiter unter Verschluß und prüft gegen« wärtta die Büchet um seftzustellen, ob von der Kasse Etseilbaüner unterstützt lverben. Da diese Untersuchung ergebnislos sein wird, well die Spattaffe ZahlunMN dieser Art nicht leistet, nmtz erwartet werden, daß im Sanft drS morgigen Tages die Sparkaffe wieder srel- gegeben wird.

Dortmund, 29. Aug. Gellern mittag Wurde das HauptverwaltungSgcbLude der Ha« pener Bergbau A.-G. von den Fraw-rosen de. setzt.

Berlin, 29. Aug. DK Annahme vonPostptSeten nach Koblenz und nach den Orten der Eisenvahnstrecke Koblenz—Trier (Trier eingeschloffen) im unbesetzten Gebiet ist wegen der Beschlagnabmegefahr eingestellt worden.

Mainz, 29. Aug. Heute morgen wurde der vor. sitzende der freien Geiverlschastrn in Mainz, SUchtver» ort'nietet und Mitglied des RoichswirtschastS-rates Wilbelm T y o m a r, von dcn BesatzungSorgano« Vcrbaftet. Der Grund 'N nicht bekannt.

E s s e ir, 29. Aug. diachdem die Franzosen bereits am Montag bei der Druckerei 6. Pruetoett in Dort, mund 100 Milliarden Mark fortgenommen harren, nahmen sie am Freitag 1 vettere 50 Milliarden Matt fort. Heute nachmittag besetzten die Franzosen daS Kontastverk in Hörde erneut.

F cf e rn, 29. Aug. Am Sonntag sind sämtliche Schachtaulagen der Zeckie .Victoria" von den Fran, zosen besetzt worden. Die Arbeitet der besetzten Aw- tafeu haben die Arbeit eingestellt. Die Lichtanlage« und die Pumpen nahmen die Franzosen n ieder in Hk trieb. Die in dem Wett wohnenden Arbeiter uiu> Angestellten können Lickt gegen Bezahlung an die Be. satzungsmächte beziehen.

. Ludwigshafen, 29. Aug. Nach zuverWsstgen Mtttcilungen hat die französische EisenbahntLSie bl« Bahnvofsbuckhandlungen im besetzten Gebiet inStzo. samt auf die Firma Hochette in Paris vergeben. Der deutsche Babuhofsbuckbändcer In Ludwigshafen, der bisher ebne Pacht an die französische Eisenbahnregte seinem Bewerb, «achging. wurde am 15, «ugup durch