ttr
Di
1
uetflen 40000 KL Bet schwierig«« Satz 50«/. Aufschlag. Sammela«zeig«n ro <Tilf|e* ifkchlaa. Spät etnloufenbe oder beit Rau« ibet '/, Seite einnehmende An- (JO,
' L ' 9 < L. ... O- If 11 < IX- — (DltfArHAV Xm O a l f eoml fTltMAlxv x **
1923
fit. 209
dte den Nationen gestatteten zu arbeiten und Han-s Der Reichskanzler berührte auch noch die Hab
tung der Vereinigten Staaten, die nach ihrer ent
bei zu treiben,' drittens die Erzwingung von Repa
London, 25. Aug. Der Präsident des Handelsamts Ereame legte gestern bei einem Frühstück in der Handelskammer von Aberdeen die Politik hinsichtlich der Reparationsfrage dar. Er erklärte, es sei unsinnig und beleidigend, anzunehmen, baß eine britische Regierung, deren Mitglieder, soweit sie jung oder tauglich gewesen seien, selbst und deren Angehörige im Feld gestanden hätten, eine deutschfreundliche Haltung annehmen würden. Die Ziele der britischen Politik seien: erstens von Deutschland den höchsten Betrag an Reparationen auf die wirksamste und rascheste Art zu erhalten,' zweitens ge- •tbnete, stetige Verhältnisse in Europa zu schassen.
scheidenden Mitwirkung am Kriege auch die Verpflichtung haben, an der Herbeiführung des endgültigen Friedens mitzuarbeiten und brachte schließlich einen Hinweis auf die Länder mit hochstehender Valuta, die ebenso wie Deutschland darunter leiden, daß eine der wichtigsten Kräfte der europäischen Wirtschaftsproduktion stillgelegt ist. Der Tag, an dem die Notenpresie stillgelegt werden kann, würde der erste Freudentag des deutschen Volkes sein! Deutschland habe so gut wie Frankreich ein Recht auf Leben.
Die »Obrrhesllsibr Zeitung" erichetnt lecksmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 450000Tt. freibleibend mit Zttstellungsgebühr. Für ausfallende Rummern ini. Streits oe- elementarer Ereignis!« kein Ersatz. — Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der llniv^Buchdrnckerei von Job. Aug. Roch. Markt 21,23. — Fernsprecher 55, Voft- schecktonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Sie 6 We fielt.
Die belgische Note.
Paris, 25. Aug. Nach der Brüffeler „Etoile Velge" umfaßt die belgische Antwort drei Teile. Der erste Teil antwortet auf die Vorbehalte, die die englische Note bezüglich der belgischen Priorität machte. Bei aller Anerkennung, daß Großbritannien auf dem Gebiete der Reparationen unbestreitbare Opfer gebracht hat, halte die belgische Regierung daran fest, ihre Rechte aus die Priorität aufrechtzuerhalten, die ihr übrigens formell zuerkannt worden seien. Im zweiten Teil bestreite die belgische Antwort den englischen Grundsatz von der Ungesetzlichkeit der Ruhrbesetzung. Der belgische Gesichtspunkt über diesen Gegenstand sei mit dem französischen identisch. Der dritte Teil mache genauere Angaben und entwickle die Anregung, die die frühere belgische Note bezüglich der Mittel ge- niacht habe, die ins Werk gesetzt werden müßten, um die Bezahlung der deutschen Schuld sicherzustellen: Ausbeutung gewisier Regten, Finanzkontrolle, Zollabgaben usw. Dieser Teil beschäftige sich auch mit der Erklärung der englischen Regierung bezüglich der Zahlungen, die ihr aus dem Reparationskonto zuständen. Die belgische Antwort gebe der Hoffnung Ausdruck, daß die von der belgischen Regierung gemachten Anregungen bei der englischen Regierung Berücksichtigung finden und als Grundlage für neue interalliierte Besprechungen dienen können.
Paris, 26. Aug. Wie Haoas meldet, hat die französische Regierung, nachdem sie von dem Tert der belgischen Antwort auf die englische Note Kenntnis genommen hat, die belgische Regierung wiffen lasten, daß sie weder gegen den Inhalt noch gegen die Form der Note irgendwelche Einwendungen zu machen habe.
Paris, 24. Aug. Wie dar .Journal" meldet, passiett heute der englische Premierminister auf der Reise nach Air-les-BainS Parts, wo er 5 Smnven Aufenthalt haben wird.
100°/. Aus,»,,^. ___________________— ------— ,, -----
teigen werden nach bei Textspaltenbreit« berechnet. Reklamen bet Zeilenmillimeter 120000 Mk. Leber Rabatt gilt al, Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Auskunft burch bie Eeichäftsft. und Beimittlun« bet Angebote 5000 M, bet Ueberfenbung durch uns 5000.— Mk. ohne Port».
VariS, 25. Aug. Senator SouM hat dem Minister für öffentliche Arbeiten eine Interpellation über die Desorganisation des Eisenbahn, und PostdiensteS angekündtgt.
Paris, 25. Aug. Wie das .Oeuvre" mitteilt, brach in der Versailler Garnison eine schwere Epidemie auS. deren Ursprung man noch nicht kennt. Alle Regimenter der Garnison solle« davon betroffen sein. DiS letzt seien bereits sechs Todesfälle zu beklagen. Die Truppen dürfen die Kaserne nicht verlassen. Di« Kranken dürfen vorsschtshalber auch nicht von Verwandten besucht werden.
scharfe Kontrolle eingerichtet, daß Frankfurt, das bisher nur nach dem Westen streng abgeschlossen war, auch nach Süden hin zerniert ist.
Bequeme Geisteskrankheit.
Berlin, 25. Aug. Vor ewigen Monaten wurd« tm Düsseldorfer Hafengelände der Schüler Hans Her- mcs von einem französischen Posten ntedcrgeschosten. Die amtliche franzSsssche Darstellung sprach damals von einem ttnglücksfall. Die deutsche Dars^llung wurde von der französischen Presse und von den Blät- teilt der rheinischen Separatisten alS .preussische Greuellüge" bezeichnet. Fetzt teilten die Franzose« mit, datz der Soldat, der den Tod deS Schulers ver- ursacht hat, geistesgestört fet und in das MiliiSrhosvt- tal nach Mainz gebracht worden fei.
Neue Sanktionen über Buer.
Buer, 25. Aug. Wegen des am 21. August versuchten Attentates aus einen Wachtposten, der aus der Zeche .Hugo" Poften stand hat die belgische Be- satzungsbehörde neue Sanktionen über die Siadt Buer verhängt. Die bisherige S.ratzensperre ist 615 ,um Gemeindeort Horst ausgedehnt worden. Die Etnwoh, ner, welch« in dieser Sperrzone wohnen, dürfen die Straste von 8 Uhr abends bis 5 tthr morgens nicht betreten. Der Strastenbalmverkebr zwischen Horst und Buer ist verboten. Der Eisenbahnverkehr nach Buev- Düd ist ebenfalls untersagt Die Eisenbahn darf tu Buer-Süd nicht hallen.
Unangenehme Wahrheiten.
Essen, 25. Äug. Das .Ruhr-Echo" ist von der BesatzungSbehörde wegen der Notiz über Sammlung französischer Soldaten für die streikenden Rnhrberg- leute vom 23. bis 26. August verboten worden.
3ur Lage in Den besetzten Gebietes.
. Berlin, 25. Aug. Nach einer .Temps"-Meldu»g ans Trier sind dort 11,747 Milliarden Mark beschlagnahmt worden, die angeblich für Streikende bestimmt waren und austerdent zwei Milliarden, die angeblich für Arbeitslose in benachbarten Gemeinden dienen sollten.
Die Verkehrssperre.
Münster, 26. Aug. Die Nachricht über eine vorläufige Aufhebung der Verkehrssperre am 26. 8. ist bis zur Stunde nicht bestätigt worden. Die Verkehrssperre wird vielmehr ab heute morgen zum Teil durch neueingetrofsene Gendarmerieverstärkuu- gen in außerordentlich verschärfter Form durchgeführt.
Wie die „Vosi. Ztg." erfährt, haben französische Patrouillen int Frankfurter Stadtwald an der dort verlaufenden Grenze des besetzten Gebietes eine so
Marburg Kontos, den 27. Wit flErnting
Der An,«igenvrei« beträgt sstr btn 9ge|p. Zeilenmillimeter 30000 Mk. Amtliche und aurw. Anzeigen 40000 Mk. 8«t schwierig«« Satz 50•/, Aufschlag. Sammelanz«ig«n
Set SiMgtk her StiMm-Me it» fiuMe.
Paris, 25. Aug. Havas teilt mit, in unoffiziellen Kreisen spreche man sich sehr zurückhaltend bezüglich des Eindruckes der Rede Strefemanns aus. Man beschränke sich darauf, festzustellen, daß die Morte, die der neue Reichskanzler gestern gesprochen hat, sich im Tone von denen seiner Vorgänger unterscheiden und daß sie keine Ablehnung jeden ^Versöhnungsvelsuches gegenüber darstellten. Man hedaure indessen, daß keine Anspielung auf das Aufchören des passivep Widerstandes gemacht worden ist, die weiter die Hauptbedingung bleibe, die Deutschland erfüllen müsse, bevor die mindeste Ver- handfung eingeleitet werden könne. Man hat auch von den Angeboten des Reichskanzlers bezüglich der .Garantien und positiven Pfänder Kenntnis genom-, men, wobei man darauf hinweist, daß sie gegenüber den Angeboten des alten Kabinetts nichts Neues enthalte. Was die von der Reparationskommifüon festgesetzte Ziffer betrifft, die die Höhe der deutschen Leistung auf 7,8 Milliarden bezifferte, so sei diese Bewertung „mit der größten llnparteiligkeit" von der Rechnungskommission der Reparationskomr-.s- sion aufgestellt worden, deren Ehef ein Amerikaner namens Auld ist und die unter der Verantwortung des Generalsekretärs, eines Engländers namens MacWadyan gebilligt und veröffentlicht worden ist. Die ungeheure Differenz zwischen der 8 Mil- liardenziffer der Reparationskommission und der 26 Milliardenziffer in der angeblichen amerikanischen Bewertung und der 42 Milliardenziffer in der deutschen Rechnung kann man sich nur dadurch erklären, daß man annimmt, daß in der amerikanischen Statistik die von - Deutschland abgetretenen Güter zu hoch eingeschätzt worden sind, denn die von der Reparationskommission geführte Rechnung über di« Naturallieferungen (Kohlen, Koks und Farbstoffe usw. läßt keinen Platz für den allerkleinsten Irrtum.
P a r i s, 25. Aug. Die Rede des Reichskanzlers findet weiter in der Presse int allgemeinen eine freundliche Aufnahme. Der „Matin" findet die Rede bemerkenswert durch den in ihr zum Ausdruck kommenden Ton. Auch habe Dr. Strefemann nicht - vom passiven Widerstand gesprochen. Auch habe er nicht den ewigen Refrain von dem großen deutschen Elend angefügtt sondern lediglich erklärt, datz die wirtschaftliche Kraft Deutschlands überschätzt werde und die Zahlungen hervorgehoben, dir Deutschland bisher an die Reparationskommission geleistet habe, was der „Matin" nicht geschickt findet, da darin ein Vorwurf an alle Alliierten zugleich liege. Trotz allem glaubt das Blatt, datz Strefemann in Frankreich keinen unüberbrückbaren Widerstand finden werde, falls die Aufstellungen der Reparations- kommifsion noch einmal durchgesprochen werden sollen.
Ponbblt, 25. Aug. Die gesirlge Rede des Re'.vs- kauzlerS ivird von der Londoner Presse an erster Stelle veröffentlicht. Die Blätter heben besonder» di« glückliche versöhnliche Fassung der Rede hervor, sowie den Umstand, datz der Reichskanzler den Fran zosen ein« Verständigung t» der Reparallcnssrage nahelegt. Die Zurückweisung des Gedankens, datz Deutichlam» durch Meinuirgsv-rschtedenhetten burch Frankreich und England Gewinn haben könne, wird ebenfalls beachtet. Der Berliner Berichterstatter der .TtmeS" schreibt, datz die Rede Stresemanns einen frtic günstigen Eindruck gemacht habe. Man sei allgc tnein der Ansicht, datz sie eine Linie angegeben habe, aus der ein endgültiger Fortschritt leicht gemacht werde» könne, umsomebr als die sranzöstsche Regierung endgültig erklärt habe, datz die Frage der Sicherhette» keinen Etnfliktz auf die Besetzung d->s Ruhrgebietes habe intb separat erörtert werden könn.e
.Daily Chrontcle" überhchrcibt die äußerst wichtige Erklärung Stresemanns .DeutschlaiwS Angebot an Europa".
Der Berichterstatter der .Daily News" w Stresemaun habe durch feine Rede eine Grundlage für die Wiedereröffnung der Verhandlungen Über die Ruhr und Reparationsangelegenheiten geschaffen.
Datz der Kanzler den passiven Widerstand nicht erwähnt hat, wird als ein Vorzug betrachtet. Wie überhaupt zum Ausdruck kommt, datz Strefemann ein Mann sei, der die dlvlomati,ck en Wirkungen fetner Worte voll abzuwägen tm Stande fet.
MM; Mm.
Amerikas Haltung.
Paris, 25. Aug. Nach einer Meldung der .Chicago Tribüne" ans Memphis erklärte Senator Under- wood, der feine Kandidatur für die Präitdentschafts- wcchlen ankündigt, tn einer Rede, die amerikanische Industrie brauche keinen Schutzzoll mehr gegenüber Europa. Die Vereinigten Staaten hätten bei der Regelung der europäischen Angelepi. ibeiten Stellung zu nehmen. Amerika Würbe sich nicht damit begnügen, dem Haager Gertchtshof beizutreten. Es bedürfe der machtvollen Intervention einer starken Regierung, den Frieden zu erhalten.
Paris, 25. Aug. Der „Newhork Herald" berichtet aus Washington, die '-Bereinigung amerikanischer Besitzer ausländischer Wertpapiere fordere unter Anfüb- nng zahlreicher Präzedenzfälle und autorisierter Rcchtsgutachten aus den Vereinigten Staaten und dem Auslände das Staatsdepartement aus, olplonm- tifche Schritte wegen der Verluste zu unternehmen, die die Besitzer deutscher Gemeiiche-Anleihen infolge der Entwertung der Mark erlitten haben. Die Verluste, die die Mitglieder der Vereinigung erlitten haben, sollen mehr als 1500 000 Dollars betragen. .
Sie wiche SmMuede.
Polncare antwortet.
Pakts, 26. Ang. Bei der Einweihung einet Ge- denkiafel für das Eintreffen der ersten amerikanischen Truppen in Frankreich hielt Ministerpräsident Poin- care tu Gondreesurt eine Rede, in der er zunächst tut Rahnten der auS der Kriegspropaganda der Ententemächte sbekannien Form an die Beweggründe Amerikas beim Eintritt in den Krieg und sodann an die Bildung der ersten amerikani- scheu Kampsformationen auf französischem Boden erinnerte. Im weiteren Verlauf seiner Rede beteuerte Poincars, batz die im Kriege gewährte Einigkeit int Stieben nicht den Charakter und dte Stärke einer Alliance behalten habe, mn die Zukunft vor den Gefahren der Versmgenhelt jtr sichern. Der amerikanische Senat habe bett Versailler Vertrag nicht ratifiziert und bte Vereinigten Staate» hätten die Zett für gekommen erachtet, sich nicht länger mit Angelegenheiten zu beschweren, an denen sie nicht unmittelbar beteiligt feien. Frankreich fet aber damals der Meinung gewefen, datz eine gegenseitige Anyäng- lichkeit, bekräftigt durch eine alte Ueberliefening und geheiligt durch die Kameradschaft deS Schlachtfeldes ein noch sicheres Unterpfand für gewisse politische Unternehmen sei ÄS Verträge. Frairkreich habe sich nicht getäuscht. Die Vereinigten Staaten feien bet Wiederaufbancrrbeti Frankreichs mit Sympathie gefolgt. In her groben Mehrheit batte bas amerikanische Volk Frankreichs Vorgehen zur Sicherung ber deutschen Zahlungen durch Be- schlagnahme von Pfändern für berechtigt. Ein Volk, das seine Zeit mit Konsnltationen, mit Zögern und mit Klagen zubringe, mürbe den amerikanischen Freunden als unfähig und ohnmächtig erscheinen, Ein Volk, das weitz, was es folle, sei der Achtung und bet Zuneigung ber Amerikaner stets stcher.
Welter entwarf Poincars ein Schrecken Sb ild dessen, was geschehen wäre, wen» Deutsch, land tm Weltkriege den Sieg davynge- tragen hätte. Nachdem er alle Lärcher aufgezählt batte, die Deutschland nach einem erfolgreichen Aus. gang des Krieges unterjocht hätte, bewnte er di« Mässigung, die Franftelch Deutschland gegenüber gezteigt habe. Sodann kam er auf die Leistungen Frankreichs 1371 zu sprechen und beritt: te am Schluss die Rede deS ReichskmizlerS Dr, Siresernamt mit folgenden Ausführungen: Die Re« parationskon,Mission bat die wirklich geleistete« Zahlungen gewissenhaft nach einer kontradittettschen Untersuchung bewertet und bei ihren Feststellungen ist sie immer einmütig gewesen. Es ist alles eitel, z» bchaupchn, dass Deutschland bereit- 42 Milliarde^ Goldmark geleistet hat, ober auch mir 25, wie sie ehf wirtschaftliches Institut in Wasbingwn angegeben haben soll, ein Institut, von bem es mir bisher tm- möglich gewesen ist, festzustellen, waS es ist und tn dem spärlich hercnisgegebenen amtlichen Kongretz lcnial blrefteri) ber Landeshauptstadt der Vereinigte« Staaten ist es nicht zu finden. Diese schiedsrichterliche Schätzung zeigt uns auf alle Fälle, zu welchen so«, derbaren Ergebnissen wir kommen würde«. wen>n jenkals internatiouaU Sachverständige damit beauftragt werden sol^ ten, die Zahlungsfähigkeit DeutsF- l«nds zu bemessen und ich brauche Wohl in dieser Belielmng nicht zu sagen, dass unsere Ansicht tn diesem Punkt sich nicht ändert. Um aber auf daS, was Frankreich nach 1871 getan hat, zursiclziikonnnen, so ist das in wenigen Worten das folgend«: Wie große Lasten unsere Ausaaben auch darstellten, ist et uns gelungen, sie zu leisten, unsere Finanzen wieder, tu Ordnung iu bringen, untere tun tonale Ausrüßwn-
rationen zu sichern durch wirksame Garantien, von denen die wichtigste die Kontrolle der deutschen Finanzen sei, ohne die nach seiner Ansicht die deutsche Währung nicht stabilisiert und eine angemessene Besteuerung nicht erreicht werden könnte.
Eine englischer Arbeiterführer über die deutsche Katastrophe.
London, 25. Aug. Der englische Arbeiterabgeordnete Thomas erklärte nach seiner Rückkehr aus Deutschland, wenn nicht sofort entschlossene Maßnahmen ergriffen würden, sei die Katastrophe nahe. „Ich bin überzeugt, daß die gegenwärtige deutsche Regierung die letzte Koalitionsregierung ist nnd Deutschland entweder eine Diktatur der Mi- litärpartei oder, was ihr gleichkommt, diejenige der linksradtkalen Parteien erleiden werde. Die eine sowohl wie die andere wären ein Unglück für Europa. Ich erblicke für die gegenwärtige Situation eine Abhilfe nur darin, daß der Premier- -'inister die Ernennung einer unabhängigen Kommission durchsetzt, die sich mit der Festsetzung der deutschen Zahlungsfähigkeit zu befassen hat.".
--*---
Mim toüllMtil M Mzittkkdk.
Verlin, 25. Aug. Aus dem jetzt vorliegenden ausführlichen Wortlaut der gestrigen Kanzlerrede ergibt-sich, daß verschiedene wichtige Ausführungen nndj,Ultragen find: Die Notverordnung über den Devisenfonds fei nicht das einzige Mittel der Regierung. Sie würde außerdem wertbeständige Eold- zahlungsmittel schaffen usw. Die Notwendigkeit einer aktiven Handelsbilanz bedinge außerdem in der nächsten Zeit eine Deschränkimg der Importe. Dazu müsse eine Förderung der Ausfuhr treten. Auf der änderen Seite müssen wir wertbeständige Löhne und Gehälter einfuhren. Er richtete an die Vertreter von Handel und Industrie die dringende Bitte, eine Zeitlang lieber von den Vorräten zu leben, als mit Anforderungen an die Regierung heranzutreten, die nicht erfüllt werden können. Dis wertbeständigen Löhne anbeietjeits werden so festgestellt werden müssen, wie es in einem schwer um [eine Existenz ringenden Deutschland nur möglich ist. Zur Illustration des Währungsverfalls erinnerte der Reichskanzler daran, daß heute zur Beschaffung kleiner Geldsummen für Lebensmittel- i'nporte Anstrengungen in der ganzen deutschen Wirtschaft gemacht werden müssen, während früher eine Bank spielend einen Kredit eröffnete. Wir müssen aber vor allem zu einer Produktionssteige- iung kommen. Wir müssen auch in dieser Beziehung alle Parteimeinungen und Dogmen über Bord werfen. Wenn bte jetzigen Versuche, bie Verhältnisse zu konsolidieren, greifbare Erfolge haben sollen, müssen sie aufgebaut sein auf einem Zustanbe, bei bie Anerkennung ber Souveränität bes Reiches in sich birgt. Dieser Zustanb sei heute leiber nicht gegeben. Die Besetzung bes Ruhrgebietes, ber Schlagaber um lerer beutschen Wirtschaft, bringe schwere Erschütterungen. Man könne sogar bie Frage aufwerfen, ob ber Begriff bes Staates überhaupt noch auf bas Deutsche Reick, zutreffe. Wo sei^l bie sicheren Grenzen bes heutigen Deulschlanbs? Unsere Souveränität sei weit über bas Maß ber Dinge eingeschränkt. Eine« Schutz über beutsche Behörben können wir in weiten Bezirken nicht ausüben.
Der Kanzler legte bann eingehenb bar, was Deutschland bereits an Reparationen geleistet Hütte. Die deutsche Regierung beziffert unsere Gesamtleistung auf über 42 Milliarden Eoldmark. Die Sachlieferungen haben im Jahre 1922 allein 700> Millionen Eoldmark betragen. Unter Bezugnahme auf die Lieferungen von Kohle, Holz, chemischen Produkten und Vieh fragte der Kanzler, wie Frankreich, das heute unter dem Ausbleiben ber beutschen Kohlen leibe, bie Dinge so hinstellen könne, als wenn nicht bie größten Kraftanstrengungen tatsächlich gemacht worben seien, bie bas Größte barstellen, was überhaupt jemals ein Volk nach einem verlorenen Kriege feinem Gegner bargebeten hat. Dr. Strefemann zieht babei einen Vergleich zwischen bem besiegten Deutschlanb unb bem siegreichen Eng- lanb, das feine Verpflichtungen gegenüber Amerika, die bei weitem geringer als die deutschen sind, auf 62 Jahre verteilen mutzte. Das durch den Verlust Oberschlesiens, der Saar, des Elsaß usw. geschwächte Deutschland kann nicht leisten, was das wirtschaftlich stärkste Volk der Welt für sich selbst als unmöglich erachtet. Wenn man Deutschland, wie das bei Oesterreich geschehen ist, von der Besatzung befreit, wenn man ihm internationale Eoldkredite zur Verfügung stellt und alle anderen Oesterreich gewährten Leistungen zugesteht, dann wird auch das deutsche Budget in Ordnung komme«.
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg.
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhesseü—
___ _ : — ————