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Amtliches DeMndigungsblatt des Kreises Marbmg.
“ J.H.SchMw
Anzeiger für (das früher knrhesstsche) Oberhessen
Dir ,Ob«rh«sstl»e Zeitung" eridxtnt iechsmal «öchentlich. — Lezugsprei» msnatlich
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*>« 1 ftß elementarer (Eieignifie kein Eriatz. — Verlag von Dr. L. Hineroth. — Druck der «Hl. Iww Univ.-Duchdruck«r«i von 3ob. Lug. Noch. Markt 21 23. — Kernivrecher 55, Poti.
Ichecklonto: Nr. 5015 Smt Frankfurt a. Main.
Eine bedeutsame Rede des Kanzlers
Diktatur Innerhalb
der verfaffungSmützigrn Grenzen":
der Reparationen zu schaffen.
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rückkehrcn werden. Frankreich hat das
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wird wie .een dnreM emiHBerea b vernlokelB
Deutschland hat gesprochen — Wort.
sei bestünde: Frankreich sei daher gezwungen, aur «eine Verteidigung Rücksicht zu nehmen. Degoutte hatte weiterhin de» Wunsch, mehr Truppe» zu seiner Verfügung gestellt zu erhalten. ,
Nun hat der Kanzler seine hochbedeutsame längst erwartete Rede zur Reparation gehalten.
Die Ausführungen des Reichskanzlers bekunden wiederum den guten Willen Deutschlands, zu einer Lösung zu toinmen,. die gesunde Verhältnisse in Deutschland und der ganzen Welt schaffen muh. Er chat daraus verzichtet, alte Wunden aufzureitzen, aber mit umso grötzerer Schärfe wiederholt der Kanzler, was er und andere vor ihm schon oft betont haben, dah das Rheinland ein unveräußerlicher Teil des Deutschen Reiches ist und für immer bleiben wird. Er hat auch weiter namentlich den Franzosen klar und deutlich gesagt, dah die Loslösung einzelner Telle des deutschen Wirtschaftssystems nicht denkbar ist: auf diesem Gebiet gibt es für uns keine Zugeständnisse.
Er hat sich ferner zur Lösung auf das bisher unbeantwortete Moratorium vom 7. Juni biogen. Die vorige Regierung ist damals weit über die Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages hinausgegangen, indem sie nicht nur das Vermögen des Reiches und der Länder als Pfand für die Erfüllung der Reparationen anbot, sondern das Vermögen der gesamten deutschen Wirtschaft. Man darf sich allerdings auf der Gegenseite nicht darüber täuschen, dah durch Irreführungen, wie sie Herr PoincarH beliebt, nichts erreicht werden kann. Sach- verstä.roige aus den verschiedensten Ländern, erst kürzlich solche aus Amerika, haben wiederholt dar- gestellt, dah die deutsche Wirtschaft aufs schwerste erschüttert und geschwächt ist. Wenn trotzdem Herr Poincar6 immer noch behauptet, dah die deutsche Wirtschaft unangetastet blühe und gedeihe, so kann das heute nur als bewußte Irreführung bezeichnet werden. Auch darüber hat der Reichskanzler keinen Zweifel gelassen.
Seine Ausführungen richteten sich an die gesamte zivilisierte Welt, wenn sie auch anscheinend zunächst für Paris und London bestimmt sind Es handelt sich nicht daruni, gewöhnliche französische Ansprüche zu befriedigen, sondern es handelt sich darum, wirt
bleibenden Kraftquellen zum Träger der deutschen Reparationsverpflichtungen macht. Die jetzige Regierung hält an dem Angebot der vorigen Regierung fest. Wenn die französische Regierung aufrichtig von dem Gedanken ansgeht, positive Pfänder für die deutschen Lieferungen nach Ablauf eines Moratoriums zu erhalten, so könnte sie wohl einen Wetz der Verständigung mit uns finden. Aber dieser Weg darf, nicht, über die Differenzierung zwischen Rheinland und Ruhr einerseits und Deutschem Reich andererseits gehen.
Die wenn auch nur vorübergehende Verpfändung des Nuhrgebietes selbst, die Uebercignung der rheinländischen Bahne«, die Uebereignnng einzelner Bergwerke und Besitztümer an Rhein und' Rdhr, wie sie. in den Dokumenten 28 und M des französischen Gelbbuches in die Debatte geworfen sind, kann von uns nicht als Grundlage der Lösung der Reparationsfruge betrachtet werden.
Für uns. in Deutschland gibt es keine Rheinlaadfrage, die international zu löse« wäre. Wir akzeptieren mit Genugtuung die Erklä« ruug des französischen Ministerpräsidenten in denDokumentenderfran« ziisischen Regierung, daß er weder politische Ziele verfolgt, noch annek- tionistische Gedanken hegt. Mit dieser Erklärung sind aber die in Vorschlag gebrachten Lösungen nicht vereinbar. Erst wenn die politischen Gesichtspunkte, die diesen Vorschlägen innewohnen zurückgetreten sind, gegenüber den wirtschaftlichen Lösungsmöglichkeiten, an denen das Reich mit der Gesamtheit seiner Wirtschaft teilnehmen kann, wird der Weg für eine praktische Lösung, von der der französische Ministerpräsident in Eharleville sprach, offen sein. Deutschland kann nur hoffen, dah innerhalb einer gemeinsamen Verjiändigung der Alliierten unter sich und mit Deutschland ein Weg gefunden wird, der die berechllgten Ansprüche der Gläubigerstaaten mit der Gewährung deutscher Entwicklungsmöglichleiten vereinbart, die auch den: deutschen Volle das Recht auf Leben sichern, das der französische Ministerpräsident für Frankreich in Anspruch nimmt."
Der Reichskanzler schloß daun mit einem Hinweis auf die notwendige Solidarität der Völker.
Nach einem Berliner Mtttagsblatt soll der Reichskanzler bet seinem Mittwochs-Empfang den Partei- fiibrent unter anderem gesagt haben, wenn das Finanzprogramm der Regierung nicht verwirklicht werde, dann gäbe es kaum einen Weg zur Rettung. Die gegenwärtige Regierung sei zur Anwendung der äußersten Mittel entschlossen, well sie der lieber» zeugung sei, dah letzt die letzte Möglichkeit gegeben fei, Deutsch! rndS wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenbruch zu vermeiden. Könne man daS Wirt- schnkts- und Finanzprogramm nicht verwirklichen, dann gäbe «S auch keinen anderen Wcg zur Rettung. Wenn auch die Reichsregierung die Diktatur ablehne, so werde sie vor der Anwendung der Diktatur innerhalb der Grenzen der Verfassung nicht zurückschrecken, um jeder Sabotage ibreS auf die Konsolidierung der inneren Verhältnisse gerichteten Programms wirksam zu begegnen. "
Das Auslands-Echo der Hilferding-Rede.
London, 21. Aug. HilferbingS Red: im Hauptausschuß des Reichstages hat hier einnen außerordentlich guten Eindruck gemacht. Berliner Berichterstatter Londoner Blätter stimmen darin überein, es bandele sich um den ersten LLeisuch Deutschlands, die Finanzlage ganz ehrlich darzulegen. Di: „Morningpost erklärte heute daß. wenn die Ruhrbevölkernng den Anordnungen ber Zentralregterung bezüglich des Abbaues des passiven Widerstandes nicht sofort Nachkommen würde, kein Mensch Te Strescmann daraus einen Borwurf machen würde. Bon Tag Tag verstärke sich hier der Ein» or-d, daß men von Englischer Seite 'n de: Behandlung einereuropäischen Frage eine Pause eintreten lasse, um der neuen deutschen Regierung Gelegenheit zu geben, durch eine aknvere Rrparutionspolitik ganz großen Stils eine völlig neue Lage zu schaffen, die die Staatsmänner der Entente zur Fassung neuer Entschlüsse zwingt und ihnen Stoff zu neuen Beratungen liefert.
Was Degoutte orakelt.
' Rrü sse l, 24. Ang. General Dcgoulte einpffng einen Vertreter der „Indepcdence Beige" und erklärte ihm, der passive Wilxüstand nähere sich feinem Ende wenn man auch natürlich einen bestiüimten Zeitpunkt natürlich nicht angeben könne (!). Di: deutschen In.m« striellen begännen di: Fehler des passiven Widerstandes einzusehcn angesichts der Wirkungen auf die Arbeit erschuft (?). Degoutte erblickt ein äußeres Zeichen für die bevorstehende Einstellung des passiven Widerstandes fcarin, daß än der Börse westfälische Papiere höher stünden, als selbst schwedische. Im übrigen erklärte «<■ noch, daß an dem Revanchegeist in Deutschland Zwei-
schaftliche Zustände zu schassen, wie sie zur Gesundung bet Weltwirtschaft unbedingt Voraussetzung si.id. Das sollte man sich namentlich auch in Washington gesagt sein lasten.
Wenn die Ausführungen des Reichskanzlers sich in ber Hauptsache an bas Ausland richten, so darf die Rebe, bte am Tage zuvor Reichsfinanzminister Dr. Hilferbing im Hauptausschuh bes Reichstags gehalten hat, als eine Ergänzung betrachtet werben. Auch Herr Dr. Hilferbing hat bem Auslanb nahe- geicgt, bah eine grünbliche Gesunbung unserer Finanzen unb Währungsverhältniste abhänge von einer verstänbigen Regelung ber auswärtigen Fragen.
Berlin, 25. Ang. Sämtliche Blätter sind sich darüber einig, daß die gestrige Rede des Reichskanzlers einen bedeutenden Fortschritt auf dem Wege der Reparationsfräge bedeute, wenn auch deutschnational« Zeitungen, eine'gewisse Skepsis htn- sichtlich des Erfolges der Bemühungen Stresenmnns, mit den Alliierten zu einer Verständigung in ber Reparationsfräge zu gelangen. Hegen, fo erklären sie sich doch im Grotzen «M Gaitze» mit den' Ska'S-f siihrungen des Kanzlers einverstanden. Die »Kreuz» Leitung" unb die „Deutkche. Tageszeitng' vermissen?
-rdings' in der Rede eine Aeußerung über die Frag-- des passiven Widerstandes und die Regiefrage, und cr- eS wäre besser gewesett, wenn Stresemann ihmalsbetoitt hätte daß um den Preis der Aufgabe : "afsiven Widerstandes die Auffrabme von st-r Handlungen nicht möglich lei. Besondere Anerkennung zollen die deutschnatlonalen Blätter Dr. Stresemann Mfilr, das; er jedes Kompromis in der Frage der deutschen Souveränität über das Rheinland und das tiuhrgebfet zurückgewiesen habe.
Die „Dotsche Allgem. Ztg." bezeichnet die Rede dos Kanzlers besonders deshalb alS einen großen Fort- mritt, weil sie vor aller Welt klar die Disferenzvunlte zeige, die zwischen Deutschland und Frankreich bestehen. In der Rede sei unzwetdeuttg die Kardinal» -■■«e gestellt: sterfaiat grenf»»^ »fr
'ttische Ziele? erstrebt es die Reparation oder den Rhein?
Die „Bossifche Zig." nennt die Rede ein Ereignis, von dem geschichtliche Wirkungen ausgehen könnten. Durch bte Erklärungen deS Kanzlers sei eine Ver- bandlungsgrundtage geschafft«, die tragsähig sei und die nur dann zufammenbreche, wenn der Gegner dem deutschen Volk verwehren wolle, als Preis äußerster Anspannung seiner Kräfte dereinst den erlösenden Tag der Freiheit zu sehen.
Der .Vorwärts" schretbtt^Man Hai die gegenwärtige denttche Regierung als die letzte Karte im Sptele Dcuttchlands bezeichnet: sie ist auch die letzt« «Karte im Spiele Europas. Sie hüt den Willen, zu einer ehrlicheit Verständigung mit Frankreich zu gelangen. Wenn jetzt nicht der Weg zur Verständigung gefunden ist, so ist nicht abzufthm, durch welche Wirren und Leiben hindurch die Völker schließlich doch zu ihr zu-
Marburg
SonnaM, den 25. August
Ernting
..Wir lesen in bem französischen Gelbbuch bavou, baß der wahre Reichtum Deutschlands nicht zerstört fei, bah seine wirklichen Hilfsquellen u«b bie Cteuerkraft, bte in seiner Wirtschaft lägen, unbe- 'rührt für bie Zukunft vorhanden seien. Sie wisten ebenso wie ich, baß hier eine llebechhätzung ber deutschen Wirtschaft vorliegt. Sie wissen ferner, baß die angeblich großen Gewinne ber beutschcn Wirtschaft, wie bie Verzinsung unserer Aktiengesellschaften ausweist, vielfach so lächerlich gering find, baß beispielsweise bie^ letzte Jahresbivlbenbe ber Deutschen Bank nicht ben Wert einer Straßenbkhn- fahrt in Berlin ausmacht."
Der Kanzler fuhr bann fort: «Als positive P! a n b e r bezeichnet bie französische Regierung in ihren Instruktionen an ihre Botschafter in Bonbon itnb Brüssel vom 10. unb 12. Juni namentlich bie Garantie ber beutschen Eisenbahnen unb bet beut- Mjen Wirtschaft unb ferner bie Inanspruchnahme der beutjchen Zölle. Soweit bet Gtunbsatz in Betracht kommt, eine wirksame Garantie für künftige k deutsch« Leistungen zu haben, ist bie Jnanspruch- l »ahme beutschen Reichsbesitzes unb beutscher Wirtschaft auch in bem Memoranbum der beutschen Re- stierung vom 7. Juni b. I. zum Ausbruck gebracht, jenen Vorschlägen ber beutschen Regierung, bie zu dnserem Bebauern bis heute keine Antwort seitens der Alliierten ober seitens einer alliierten Macht gefunden haben. Wir sinb uns bewußt, mit diesem Memoranbum eine grunbsätz- i * ’ $ c Entscheidung getroffen zu haben, bie deshalb als eine äußerste Kraftanstrengung bes deutjchen Volkes bezeichnet werben muß, weil sie »ber bie Pfanbnahme bes Versailler Vertrages hin- »usgehenb, bie uns verbliebenen Kraftquellen, auch Je private beutsche Wirtschaft, unmittelbar in ben Ihenjl ber Garantien ber beutschen künftigen Leistungen hineinzieht.
Wenn in bieser beutschen Bereitschaft Möglichkeiten einer Zukunfts» Entwicklung liegen, so bebarf es für »ie Allkiertettnurbes Eingehens ackf Wie Grundsätze bes Memoranbums ber v putschen Regierung, um mit uns gemein- r Weg |n finden, bei bie letzten uns ver.
Berlin, 24. Aug. Reichskanzler Dr. Strese- r- . mann hat heute bei einem Frühstück bes Deutschen Jnbtistrie- unb Handelstages, wobei in Vertretung ; - des auf Urlaub befinblichen Präsibenten v. Mendelssohn Geheimrat Duisberg-Leverkusen Begrü- ßungswort an ihn richtete, über die innere unb äußere Lage gesprochen. Er knüpfte an bas Wort an, bas er in seiner letzten Rebe als Abgeorbneter im Reichstag geprägt hatte, daß bie eigene Sanierung im Innern zugleich bie wirksamste außen- - - politische Betätigung für Deutschland sei unb wies auf bie einschneibeuben Maßnahmen hin, bte bie jetzige Regierung zur Schaffung eines Devisenfonbs unb zur Sanierung ber Neichsfinanzen eingeleiret [ .-habe. Die Reichsregierung, so versicherte Dr. Strese- manm scheue nicht vor scharfen Eingriffen in bie Vermögenssubstanz zurück unb vertraue darauft baß '5 “j'bie Wirtschaftskteise, vor bereu Vertretern er spreche, nicht nur aus Zwang, sonder,i aus eigener Ueberzeugung van der Notwendigkeit dieser Maß-, k^nahmen daran mitwirken werben. Er wies ein- U. stehenb ben Vorwurs zurück, baß Deutschland selbst H 'den Währungsverfall herbeigeführt habe. Er würde «inen Staatsmann, der absichtlich eine solche » Politik betrieben hätte, für ben größten Verbrech e r a n s e i n c m B o l k e ansehen. ?«r sran- V 'zösssche Ministerpräsident habe bie Ruhrbesetzung bamit begründet, daß sie notwendig gewesen sei, «m Deutschlanb bazu zu zwingen, Verpflichtun- «eu zu erfüllen, denen es sich bisher absichtlich entzogen habe. Er versage es sich, an dieser Stelle auf bie Vergangenheit im Einzelnen emzugehen, so sehr es gerade vom deuchchen Stanbpunkt aus ver-
Pari«, 24. Äug. Wie die Blätter melde«, tote’, das französisch« Gelbbuch demnächst auch in englischer: Sprache erscheinen, um zu Propaganbazweckn i« England und Amerika verbreitet zu werden.
Parts, 24. Aug. Wie bet Londoner Berichterstatter des ..Petit Parisien" meldet, ist es wahrschei«,» lich, daß Baldwin auf seiner Rückreise von Tfifc-feH Bains Pvinaarö einen Besuch abstatten wird, der al« keinerlei offiziellen Chavafter hätte. Die Unterhaltung; werde jedoch erlauben, sestzusteNen, ob eine interallliert» > Konferenz günstige Ergebnisse haben würde. '
Paris, 24. Aug. Der Berichterstatter ber ,/lht» \ tage Tribüne" in Rom will aus zuverlässiger Quelle er-; fahren haben, daß Mussolini den italienischen Botschaft« > in Paris angewiesen habe, in zwei Punkten entscheid«» » Einwendungen gegen die Antwort PoincaröS auf die eng»; lische Role zu erheben. Der erste Einwand ziel« auf ab, daß Italien nicht bei der interallterten Äon* trotte bezüglich der rheinischen Eisenbahnen und 8506. berücksichtigt worden sei. Der zweite Eintvand ft#*; darin, daß dir französische Note nicht denjenigen Teil d« Entscheidung erwähne, in dem Deutschland auf ffionte" seiner Kriegsverbündeten belastet sei und auf den Jtalir« einen 25 prozenttgen Anspruch hat.
Paris, 24. Aug. Wie der „Pettt Parisien«- Wit» teilt, hat Poinoars angesichts bet Anfang nächsten Jahvot) stattsindenden Wahlen zum Senat unb zur Kammer ben) Entschluß gefaßt, mit ben einzelnen Präfektr Bnespr»« t&ungen abzuhalt««. Einen Teil habe er bereits «Ms»»/ fangen, die anderen weroe er im Laufe bet nächsten 8eft, hören. 1
Paris, 24. Aug. Noch einer Meldung de» de Paris" ist es wahrscheinlich, daß, wenn keine NnvW) bergesehenen Zwischenfälle eintreten, Senat unb jfamtnflT) erst auf Dienstag, den 13. Novembn wieder zusammen»^ berufen werden. • '
Die Sonntngsrebe.
Paris, 24. Aug. Wie das „Echo de Pans" mit», teilt, wird Ministerprüfident Poincar^ fibeuiiotgeu 6d, ber Einweihung einet Gedächtnirstat« für die Änhntft der ersten amerikanischen Soldaten in Frankreich i». Eond rtcourt eine Rede halte«, *
si-hrerisch wäre, auch die Frage von Recht unb kchulb nachmals zu erörtern, nachbem sie in ber ... oteb e r b r i t i s ch e n R e g i e r u n g e i n e s o bedeutsame unb durchschlagende Wür- i g u n g gefunden habe. Frage «von Schuld und Rechte werde das deutsche Volk 4>em Urteil u u p a r t eg i 4 che r Schieds - kbi chter jederzeit gerne zu .unterwerfen bereit sein. Der Kanzler ging bann eingehenb auf bie llntersuchüngen bes Instituts of Oeconomie in Washington ein, hgs sich auf den Stuudpunkt gestellt hat, daß Deutschlanb seit dem Waffenstillstanb bis zum 30. September 1922 mindestens 25 bis 26 Milliarden Eoldmark geleistet hat.
Der Anzelgenprei» beträgt für den 9gef». Zeilenmlllimeter 30000 Mk. Amtliche und aus«. Anzeigen 40000 Mk. Bei schwierigem Satz 50*/, Aufschlag. Sammelan-iren 100°/, Ausschlag. Spät rinlaufende oder bte Raum über 'j. Seit« einnehmende Än« zeigen werden nach der Textspaltendreit« berechnet. RettiMen der ZeNenmillimeter 120000 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Varrabatt. Beleg« werden berechnet. Bet Auskunft durch di« <5eidiäH,ft und Vermittlung Ixt Angebote 5000 M, bei Uedersenduag durch un, 5000.— Mk. ohne Porto.
Berlin, 24. Aug. Wie die Blätter melden, hat sich da? Reichskabinett in seiner gestrigen Sitzung hauptsächlich mit der auswärtigenn Politik, insbesondere mit ber Ruhrfrage, beschäftigt.
Belgrad, 24. August. Der öculsche Geschäftsträger erschien gestern beim Gehilfen des Ministers des Aeußeren unnd stellte schon für die nächste Zeit bie Wiederaufnahme der Sachlieserungen in Aussicht. In Betracht koinmen zunächst Lokomotiven und Waggons.
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M ber IraniöfMm ünloirfnolt.
London, 23. Aug. Das Reuierbüro erfährt, haft fein tnuet britischer diplomat/cher Schritt in der Repa- r’atipniSfrage während der nächsten zwei Wochen er» warte! werden fön ne. In der Zwischenzff: werd« bie Prüfunng ber Not: Poincaräs fortgesetzt werden. %ilb» win werd«' ioälfrettd seines Lufentgrll? ,.in Frankreich zweifellos 'mit Curzön in Fühlung treten unb mit ihm den Bericht der britischen Sachverständigen über die ftanzösischen Argumente erörtern, l Obwohl nichts endgültiges, vereinbart fei, sei es wahrscheinlich, daß Bild» win mit Poincarö aut feiner Rückkehr von Aix leS- Bains in etwa zwei Wochen zu einer unformellen Un- terrchung zusammentreffen werde. Bis dahin weide bie französische Note gründlich durchgearbeitet und, es werde möglich sein, zu sagen, ob durch bie Abhalttmgj einer formellen interalliierten Konferenz irgendwelche j fruchtbaren Ergebnisse gezeitigt werden könnten. Kein«! formelle, aber ins Einzelne gehende Antwort könne erwartet werden, bevor Baldwin nach England zurück- gekehrt fei, sostrn eine solche Antwort überhaupt zu erwarten sei. '
London «u» o« io»-»' rrinneirrk fiyutoi „Times , die Krise, in der man sich augenblicklich besinda,’ sei sehr ernst. Man könne sich die Enttäuschung darüb« nicht verhehlen, daß bie französische Note das wirklijch« Problem nicht so erfasse, wie man ei in England anzu- sehen gezwungen sei. DK französische Note gründe sich auf die buchstäbliche unb streng französisch: Auslegung formeller Dokumente unb enthalte keinen Hinweis auf bi«' Verwirrung der Welt im gegenwärttgeu Augenblick. Trotz- \ dem fei England gern bereit, mit Fnankreich zusamlmkn-; iuarbeiten. Zunächst weide jedes Annektw.Ai«! nachdrücklich zurückgewiesen. ES sei zu hoffen, daß dieser Entschluß unbedingt gehalten werben tote. Das Ber» spreche« einer Aenberung im Charakter ber Besetzung, wenn der passive Widerstand eingestellt werde, sei eben-, falls eine Formel, dir nicht unbeachtet gelassen werd«»' könne Mit dieser strikten. Beschränkung der sranzö-j fischen Auffassung über die Ruhrbefttzung sei es möglich, daß allmSHVth ein Fortschritt erzielt werden könne. Es werde jedoch Zeit benötigt, um irgend «tat« Plan für eine konstruktive Regelung auf einer derartigen (SrunMage aufzubauen. ■
Die „Times" drückt zum Schluß bte Hoffnung aus, daß in enger Beratung zwischen ben britischen Staatsmännern und Poincarö es endlich mögllch sein werd«, den Weg zu finden, um eine Kontrolle der deutschen Finanzen und Garantien für eine tatsächlich? Bezahlung'
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