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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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w J. H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessel

igenptei» beträgt fit beit Ogefp. Zetlenmillimeter 30000 Mk. Kmttldre unb »eigen 40000 Mk. Bei schwierigem Satz 50*1» Aufschlag. Sammelanzeiaen

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tragen und zu Verkehrssperren führen. Es wird daher im allgemeinen Verkehrsinteresse empfohlen, Auslandssendungen, wenn irgend möglich bis zur Zielstation des Gutes aufzugeben obne Inanspruch« nähme einer Mittelsperson an der Grenze. .

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Amerikanische SkheinlandplLn«?

Paris. 20. Aug. Nach einer Meldung der .Chi­cago Tribüne'. aus Washington soll Staatssekretär L-ngbeS auf Grund der Vorschläge des früheren Lber- befehlshlwers der amerikanischen BesetzungStnixpen am Rhein. General Allen, bei verschiedenen auswär­tigen Regierungen wegen der Errichtung eines unab- bängtgen Rhrinlandes sondiert haben. Berlin habe sich natürlich unbedingt dagegen ausgesprochen. Auf alle Fälle sei das Staatsdepartement überzeugt, datz das deutsche Volk einmütig gegen den Gedanken eines rheinischen SonderslaateS sei.

Die£beri)e)fiid>e Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 450000M. freibleibend mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern ins. Streits o> elementarer Ereignisse lein Ersatz. Verlag von Dr. E. tzitzeroth. Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Lug. Noch. Markt 2LÄ Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Die Blutsauger.

Berlin, 20. Aug. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, wurden an die Mitglieder der in Deutschland weilenden fremden Kontroll­kommissionen für die 2. Augustwoche folgende Ge­hälter bezahlt: Für einen General 180 273 000 Ji, Oberst 146 979 000 JL, Mafor 113 782 000 JA, Hauptmann 85 344 000 JA, Unteroffizier 49 300 000

Soldaten 37 933 000 «*.

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Ehmdtklaiii rät r«m Mznii.

London, 20. Aug. Austin Chamberlain sagte gestern in einer Rede in Berkenhead, die Ruhrfrage beherrsche augenblicklich di« auswärtigen Beziehun­gen. Die friedliche und baldige Rege­lung in Europa hänge ab von her Auf­rechterhaltung der Entente zwischen England und Frankreich. Wo sei jedoch in diesem Augenblick die Entente cordiale? Ich glaube, daß die Alliierten Englands in den legren Tagen vergessen haben, datz "ein herzliches Einver­ständnis den Willen zu diesem' Einvernehmen von Leiden Seiten erfordere. Die Haltung Frankreichs sei verhängnisvoll und in vieler Hinsicht unachtsam und unvernünftig gewesen. England sei der Ansicht, datz Deutschland alle Reparationen zu zahlen hätte und zahlen müsse, was es könne. Vielleicht hätten die alliierten Regierun­gen in der Vergangenheit mehr ver­langt, als Deutschland je zahlen könne. Sicherlich jedoch habe Deutschland nie­mals Anstrengungen (!!) gemacht, um seine Verpflichtungen zu erfüllen (!). Unter diesen Um­ständen seien die Alliierten berechtigt, scharfe Be­dingungen Deutschland aufzuerlegen und eine der­artige Aufsicht und Kontrolle der deutschen Finan­zen zu fordern, die nachweislich notwendig werde, damit Deutschland die Verpflichtungen des Ver­trages ausführe. Trotzdem sei er der Auffassung, datz der Einmarsch der Franzosen und Belgier in sas Ruhrgebiet ein großer und verhängnisvoller Fehler gewesen sei. Seiner Bieinung nach bestehe das Heilmittel darin, das Matz der deutschen Zah­lungsfähigkeit, das mit der Erhebung Deutschlands zunehme, festzustelleir. Dieses Matz könne nur auf eine wirksame Weise gefunden werden, wenn man nämlich den Unterschied zwischen dem deutschen Aus­fuhrhandel und dem Wert der Einfuhr kenne, die notwendig sei, um das Leben und die Industrie des deutschen Volkes aufrechtzuerhaltcn. Chamberlain führte weiter aus, die Beschuldigung, die die britische Regierung erhebe gegen die Unternehmung, zu der sie Frank­reich anfangs Erfolg wünschte und die nunmehr von Anfang an ungesetzlich gewesen sei, sei unlogisch und zweck­los. Chamberlain forderte die Regierung auf, Vorsicht und Voraussicht zu üben. Die Entente hänge an einem Faden. Bevor die Regierung weiter gehe, muffe sie wohl erwägen, was sie tue, muffe dis verschiedenen Alter­nativen und Eventualitäten in Betracht ziehen.

3« Sage Ii üen belebten (Mittet

Paris, 20. Aug. Wie dieLibertä" meldet, hat der Minister für die befreiten Gebiete, Reibel, sich gestern abend nach dem Ruhrgebiet begeben.

Elberfeld, 20. Aug. Die Kohlen« und Koks- Vorräte auf den Halden und Lagerplätzen gehen zu Ende. Es ist den Franzosen bisher nicht gelungen, die Kohlenförderung aus eigenen Kräften aufoiK, nehmen. Die Abfuhr von Kohle und Koks auf de» von der Regie betriebenen Strecken ist in den letzte» Tagen weiter zurückgegangen. Es konnte wieder«» festgestellt werden, datz das Ladegewicht der meiste» abrollenden Wagen nicht ausgenutzt wurde. Ferner wurde beobachtet, datz zwischen Oberhausen und Duisburg und zwischen Oberhausen und Ruhrort Koks- und Kohlenzüge mehrere Male am Tage hl» und her gefahren wurden.

Münster, 20. Aug. Die Franzosen besetzte» gestern die Zeche Blumenthal. Am 17. und 18. August fanden und am 21. und 22. August finde» weitere Artillerieschietzen der Einbruchstruppe« statt.

Berlin, 20. Aug. lieber die Stillegung der ZecheDannenbaum" bei Bochum, die Ende der letz­ten Woche erfolgte, meldet dieVossische Ztg." au» Esten: Die Franzosen forderten von dem Betriebs­rat, daß er in Vertretung der unauffindbaren Di­rektion für die Durchführung ihrer Forderung auf Lieferung von Dampf und elektrischem Licht sorge. Für den Fall der Weigerung wurden dem Betriebs­rat Sirafmatznahmen angedroht. In einer Beleg­schaftsversammlung wurde darauf einmütig be- schloffen, die Forderungen der Franzosen abzu­lehnen. Die Keffelarbeiter zogen darauf die Feuerung unter den Kesseln weg, und die gesamte Belegschaft verließ die Arbeitsstätte.

Gelinde Strafe für Mörder.

Berlin, 20. Aug. Nach einet Meldung de» Seil. Tagebl." aus Werden verurteilte das dor­tige französische Kriegsgericht drei französische Sol­daten wegen Ermordung eines deutschen Polizei« beamten zu 4, 3 und 2 Jahren Gefängnis.

Die Verhaftung des Kommerzienrats Falk.

Au» dem Ruhrgebiet, 20. Aug. Di» Meldungen, die über die Verhaftung des Kommer­zienrats Falk vom Rheinlandkonzern verbreitet ind, bedürfen einiger berichtigender Ergänzungen, liumal da der Vorfall von den Franzosen unier voll­kommener Entstellung im besetzten Gebiet agita­torisch ausgeschlachtet wird. Falk wurde auf An­weisung des Oberpräsidenten und jetzigen Minister» ür die besetzten Gebiete Fuchs auf Grund der Ver­ordnung des Reichspräsidenten vom 14. April 1923 in Haft genommen, aber wieder entlasten, weil bi«, int besetzten Gebiet ansässigen nötigen Zeuge» nich^ o schnell erscheinen können. Man unterwarf ihn der Aufenthaltsbeschränkung gegen Stellung einer Kaution von 7Vi Milliarden Mark, d. h. Falk hat ich täglich in Münster bei der Polizei zu melde».. Die gegen ihn eingeleitete Untersuchung wird unter« deffen fortgesetzt. \

Verschärfung der Strafverbüßung gegen Krupp, 1

Düsseldorf, 20. Aug. Wie verlautet, soll Herr Krupp von Bohlen demnächst, offenbar zweck» Vers chärfungseinerStrafe von hier nach einem frynzösischen Gefängnis -r mag spricht YPK fiitt« überjührt «erde»., ' - ~

Die hochkonftrvaliveMorninopost" schreibt: hoffen, daß wir dir Ansicht der Konservativen richtig ltnsteeen, w-.nn wrr onmbmen, daß sie cs ablehnen, die Außenpolitik der augenblicklichen Regierung zu twrur» leiten, bevor wir klar sehen, in weicher netten Richtung diese Politik das La'll» führt.' Es ist noch zu früh, um ein jlrteit ju fällen. Es kann sein, daß es Poincare nnö

Mtoris Rede in GWMe.

Die Red» Poincares in Charleville war nach dem Muftakt den ihr die französische Preffr gegeben hatte, mtt größter Spannung erwartet worden. Man durste Mch den Ankündigungen anneymen, daß sie vor allem «r die Adresse Deutschlands gerichtet sein werde auf den vollzogenen Kabinettswechkel und die Rede des steuen Kanzlers Dr. Stresemann in der iüngsten Ketchstagssttzung Bezug nevmen werde. Von alledem Ui nichts der Fall gewesen, wie sie überhaupt poltttsch »ichts Neues sagte, sondern wie wir bereits in der gestrigen Ucbcrschrift ausdrückten nur eine der üb­lichen Sonntagsreden war, mtt ihren Phrasen und Anklagen.

Marburg

Dienstag, Den 21. AM

Ernting

Die AMnivem.

Berlin, 20. Aug. Wie ein Blatt aus dem Ruhrgebiet meldet, wird die Erenzverkehrs- fperre mit noch nie dagewesener Willkür durch­geführt. Sämtliche Straßen und Wege, die über die Grenze des besetzten Gebietes führen, find durch Stacheldraht und ErdbefestisNiNgen versperrt. An vielen Stellen sind sogar über Wiesen und Felder Stacheldrahtabsperrungen errichtet worden. In Ortschaften, in denen die Grenze die Dorfstratze ent­lang läuft, ist längs der Stratze ein Stacheldraht gezogen, der Verkehr von einer Stra' nseite zur anderen verhindert. Alltäglich werden große Scha­ren Menschen, die bei dem Versuch, die Grenze zu überschreiten, festgenommen und unter schweren Mißhandlungen zu den Kommandostellen getrieben.

Cassel, 20. Aug. Amtlich wird mitgeteilt: Der Ausfall der holländischen Erenzbahuhöfe am Rande des besetzten Gebiets hat zu einer starken Steigerung d-s Verkehrs auf den übrigen hollän­dischen Erenzbahnhöfen geführt. Verkehrsstockungen sind die Folge gewesen. Das Haupthemmnis für eine glatte Verkehrsabwicklung liegt jedoch weniger in der großen Menge der aufkommenden Güter als in dem Verfahren vieler Versender, ihre Waren- icnbungen statt nach der Zielstation nach den Ercnz- öahnhöfen abzurichten und sie von dort mit neuem Frachtbrief weitergehen zu lassen. Auf einzelnen Stationen machen diese Ladungen 50 vom 100 des Gesamtverkehrs aus. Die hierdurch entstehende Ueberfüllung der Grenzbahnhöfe führt zu Stockun­gen, die sich auch auf die rückliegende» Linie« übet»

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licheS Organ sich einbilde, daß England sich selbst über­lasse« werben könnte.

London, 20. August. Im Leitartikel schreibt die Daily News", Poincarb habe gezeigt, wie er die Ver­sicherung auS England begrüße, haß er besser als Bald­win verstehe, welche Politik im wahrsten Interesse Groß- bntannienS liege. Ties sei eine Art verbrecherischer Torheit, die Thamberlcin durch seine Angriffe ermutigt habe. Wenn PoincaräS Rede in Charlevillr ein Hinweis auf seine bevorstehende Note an Großbritannien sei, so sei wenig von dieser zu erhoffen.

DerDaily Chronicle" schreibt, in England wisse man Mehr über die Ursache des Rückganges des eng­lischen Handel» als Poincare. and dessen Melbooe, den Engländern zu sogen, daß er recht »nd die Engländer Unrecht hätten, mache besonders in einem Falle wir die­sem keinen Eindruck.

Lands'»; 20. August, DieTimes" schreibt: Sollte die geftrige Siebe PoinesrÄ als eine Vorankün­digung anzusehen fein, so könnte angenommen werden, daß die ftanzöfische Note keinerlei neue Enthüllung ent­halten werde. Das Blatt ist werter davon überzeugt, daß die europäische Stabilität am besten durch ein offenes politisches Zusammenwirken zwischen Gwßbritan- nten und Frankreich gesichert - werden könne.' Poin- carS scheine wirklich zu henken, daß eine vereinte Aktion nur zustande gebracht werden könne, indem Großbrittan- nien eine Zustimmung zu dieser Politik erteile, die jetzt von FrairSreich verfolgt werde. Vielleicht wird die nächste Note trotz des entmutigenden Tones der Rede Boincarös Material für eine derartige Erörterung bieten Für den Augenblick ist der einzige etwas ermutigest)« Umstand, den wir sehen können, die neue Entschlossenheit tu 'Deutschland, eine finanzielle Reform durchzuführen, und die dott unternommene Anstrengung, die Mark irgendwie zu stabilisieren. Wenn Stresemann wlrllich seine Erklärung in die Praxis umsetzen kann, daß die beste Auhenpolitik die Hcrstellungn der Ordnung im Innern fei, wenn er vollständig die Lethargie abschAtett, t* Deutschland bis an den Rantz-bell Mg'tundeS gleiten ließ, dann besteht immer noch SmEmtna ' - . . . ;

Kein Aufgebe« des passive« Widerstände».

Hamm, 20; Aug. Die Revierkonferenz de» Alten Bergarbeiterverbandes für de» hiesigen Bergbaubezirk hat gestern einstimmig eine Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: Die Konferenz erwartet von der Reichsregierung, daß sie keine Mittel unversucht läßt, um den Ruhr- konflikt zu beenden. Die Besetzung des Ruhr­gebiets ist eine Vergewaltigung de» Rechtsempfindens und hat die Zertrümme­rung der deutschen Wirtschaft und die Set eien» düng des deutschen Volkes zum Ziel. Ge­gen dieses Unternehmen des französischen Imperia­lismus und Materialismus ist nach'wie vor jed«r Widerstand ein Eebo-t der Selbst- erhaltung. Der Bevölkerung des besetzten Ge­bietes wird in dem schweren Kampfe die wärmste Sympathie ausgesprochen. Gegen die Abtrennung des Ruhrgebiets und die brutale Handhabung der Vertehrsfperre erheben wir vor aller Welt feierlichsten Protest.

j^darts 20. Aug. Die Blätter bringen, abac, der Linksparteien, kettle Kormnentare Rede PotncareS. Das .Oeuvre' schreibt: .Sagen frei heraus, weil es die Wahrheit ist: Die Rede «u , re Schern gehalten hat, «st die friedlichste ta» ui ?u5 dem Munde des Minksierprüsidenten -Ere Rondelle' schreibt we- Stehf K, M einzige konstruktive Stelle der

C, die. wo Poincar- erklärt, datz ihm nichts an tefhtbA^JrtHltfceT'c6u<8 ^er die Legalität der Ruhr- hnrK «e,f^rxUttb er "an den Verbündeten »rarttsche Vorschläge erbitte.'

Baldwin noch gelingt bte Entente f« ihrer früheren Herzlichkeit und Bedeutung wiederherzustellen.

London, 20. August. In einem Leitartikel schreibt ..Manchester Guardian", soweit die'wichtigste, Frage der Politik, die augenblicklich in Europa bestehe, in Betracht komme, ist die Entente zu Ende. Soweit Deutsch­land in Frage komme, ist das Ziel Englands nicht das- felbe<tote das Frankreichs. Solange die augen­blickliche französische Politik besteht mit Poincare an der Macht, braucht Ifine we­sentliche Aenderung erwartet zu werden. England muß den Weg weiter beschreiten, den es einge­schlagen hat und alle Hilfe, die es von anoeren Ländern erhalten kann, annehmen. Die Ausgabe ist schwierig, aber nicht hoffnungslos. Die Maschinen« des Völkerbundes steht zur Anfügung Es ist absurd, daß Deutschland außerhalb bc$ Völkerbundes bleiben soll. ES müßte sosott um Beitritt einoeladen werden. Man müße be- oti neu, mit einem gemeinsamen Versuch Deutschlands möglichste Zahlungsfähigkeit zu bestinlmen. Die Bedin­gungen, unter beiten Deutschland zahlen könne und di> Garantien, die eS geben müsse.

London, 20. August. Der englische Arbeiterfüh­rer Thomas sagte gestern in einer Rede in Chester, die augenblickliche Sage sei viel gefährlicher, als die, welche 1914 bestanden habe. Dte juristischen Beamten der Krone müßten nicht nur sagen, ob die Besetzung des Ruhr­gebiets ein legaler Akt sei. sondern auch, ob der Versailler Vertrag wirklich ein gesetzlich verbindendes Dobemenr ist, ober ob eine Verletzung der Bedingungen vorliege, unter denen der Waffenstillstand abgeschlossen wurde. Als Deutschland sich zu dem Waffenstillstand bereit er­klärte, fei es gefragt worden, ob es bereit sei, den Per­sonen zu Lande, zur See ober in der Luft zugefügten Schaden wieder gut zu machen. Deutschland habe sich da­zu bcreiterllärt. Was jedoch die Pensionen für Soldaten und ihre SIngefrärigen betreffe, so sei das eine Vorsätz­liche^ Verletzung der WaffenstAstandSbedingungen.

Jpte frayzMchr Rote. -j

Pa?rs, 90. August. Nach einer offiziösen MB- teitung wird dte französische Antwortnote morgen dem englischen Botschafter in Paris übergeben. Das neue Gelbbuch, das bte Antwortnote auf die englische Rote enthalten wird, wird «ö^itwoch früh veröffentlicht wer- deck.

Der Eindruck i« England.

LA°"bon- SO. August. DerDaily Herab" ist Oestnge Rede Poincares dte Lage t$!., Ländert habe BMwin müsse jeden Versuch M«tteln, fruchtlose Erörterungen zu verlängern. Durch «den und Notenschreiben werde nur dem französische,' »Mpcnattsmus in die Hand gearbeitet. Das werde eine «et-chilmmerung der europäischen Lane zur Folge hab'« £>et unmöglich, dass, einige wenige Männer, öle eine von Zeitungen kontrollieren, in der Lage seien,

-«e Pressemacht so zu gebrauchen, daß der französische Memierminister zu dem Glauben geführt werde, daß Dw brittjche Natron eine Politik deSBlut uns Eisen" iteruerstütze, für die « ciiUrete, und datz rin verautwort-

lnzeigenprets beträgt fit »e« 9gelp. Zetlenmillimeter 30000 Mk. Lmtllch« und

Anzeigen 40 000 Mk. Bei Ichwierige« Satz 50'/, Ausschlag. Sammelanzeiaen MO 100°/, Aufschlag. Spät eintausend« ober be« Raum über */, Seite einnehmende An« JA, n||l|iL jetae« werben nach bet Textspaltenbreite berechnet. Reklamen der Zetlenmillimeter 120000 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt Belege werde« berechnet. Bet Auskunft durch die Eeschäftssi. und Vermittlung der Angebote 5000 M, bei Uebersendung durch uns 5000. Mk. ohne Porto.

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Reichskanzler Dr. Stresemann wird sicher «ii einer ausführlichen Stellungnahme zum Repa- «kionsproblem und allen sich daraus ergebenden Fragen nicht lange auf sich warten lasten. Gerade »on ihm und der Deutschen Volkspattei wurde ja »on dem vorigen Kabinett mehr Aktivität verlangt »nd man weiß, wie sehr es Dr. Stresemann be­ uerte, daß sich Reichskanzler Dr. Cnno und Mi- llffter v. Rosenberg nicht öfter in der internatio­nalen Diskussion zum Worte gemeldet haben. Rach Lage der Dinge konnte die Regierungserklärung der veuen Reichsr-gierung nicht auf alle Fragen der -äußeren unb inneren Politik eingehen. Dr. Strese­mann mußte sich damit begnügen, auf seine letzte webe als Abgeordneter zu verweisen, in der er zum Reparatlonsproblem und zur Ruhrfrage Stellung Senommsn hatte. Er dürfte sich nunmehr, vielleicht «r der auf Donnerstag einberufenen Sitzung des Haushaltsausschusses des Reichstages, als Kanzler Vi den gleichen Gesichtspunkten bekennen, die er da­mals vertrat: Heber die Höhe der Reparations- mmme kann verhandelt werden. Bon einer Mil-' KLmClr r°?er toenifler Hängt das Schicksal des ratschen Bottes n,cht ab. Keine Diskussion aber «rbt es über Fragen der deutschen Souveränitätl

Nur einmal hat sich PoincarS aus Dr. Stresemann Oezogcn, aber nicht auf seine Aeutzeruwgen als Ranv ter, sondern auf die, die er als FraktionSführer vor >tm Regierungswechsel getan hatte. Bei dieser Be- MSnahme legt Poincare, wie es scheint, Gewicht da- wuf, datz die heutige französtsche Regierung dte Er- »erungsvolitik Napoleons nicht nachahmen werde. «Sie er denn überhaupt in seiner Rede durchbllSen testen will, datz das heutige Frankreich die Pläne Elidwigs XIV. und Bonapartes nicht nachzuahmen tzedentt, und den Imperialismus alS lächerlich admn WSchte. das zeigt er tot zweiten Teile seiner Rede. YLr unser deutsches Verständnis ist allerdings der- wntges schwer aus den gewundenen historischen Dar- legungen des sranzöstschen Ministervrästdnelen Oer» tastubören und wir folgen hier mehr einer Aus- »gung deS osfiziösen .TempS'. Auch dte Stelle fiter

;enen k Mlsatz-Lothringsn legt der ,Temps' dahin auS, datz Woincar« mit starkem Nachdruck darauf htngewiesen Habe datz die Annexion Elsatz-Lochttnanes den Stic, ten Europas lange Zeit vergiftet habe. Dadurch sei «wirekt vom französt scheu Ministerpräsidenten ausge- «fickt worden, datz Frankreich nicht in dem gleiche» Gehler verfallen würde, durch Annetion deutschen Ge- Metes wieder einen gleichen Zustand zu Mw ff en. Ob Kv dieses indirekte Dementt Poincares nur auf das teitbrgeöJet ober auch auf. das Rheinland bezieht, da- «der schweigt stch auch der .Temvs' ans und er kStzl «erörtert, wie feine Schlußfolgerungen mit den i lln5> 25 d-s ftanzSstlchen WeftbucheS ,u

I wretobaren sind, wonach als Bedingung für die Ge.

bll t e,lne8 Moratoriums an Deutschland die

T ewes starken Politischen und wirtschaftlichen

ftanzöfischen Einftnffes im Rheinlande notwendig ist, n«v unserer Auftastung zwar keine formelle An- tetion bedeutet, aber in WKklichkeit einer Loslösung «2 rheinischen Gebietes vom Deutschen Reiche gleich- "? _?f«n Uedtlgen verweist der .TempS' in allem, was Deutschland, die eventoelle Einschränkuna der und de« «abinettSwechsel anftmgt, auf die temzostsche Antwort an Wnaland.