Zweites BlatA
Berliner Produktenmartt.
230t
betrug 4200 000 Mk.
Dec Dollarlurr in Frankfurt
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Amerika Belgien dänische Englische Frankreich Holland
Breil.
Welzen "Sonnen
früher immer für Sterling besorgt habe, und zwar sehr zu seiner Zufriedenheit", sagte sie.
„Nein, das hab' ich nicht vergessen, denn es hat mich damals oft verdrossen. Aber als meine Frau wirst du dich solchen Gefahren nicht mehr aussetzen", entgegnete ich erregt.
Meine Frau verzog ein wenig schmollend den Mund. Doch als wir bei Tisch saßen, fragte sie plötzlich: „Glaubst du denn, daß du für diese Ee» schichte Urlaub bekommst?"
„Natürlich", sagte ich. „Bis jetzt habe ich die mir zustehende Ferienzeit noch gar nicht ausgenutzt, und der Chef wird mich gern auf acht Tage beurlauben."
Serli*. kett 17. ÄMflMM PS3.
tn Tausend Mark fttt loo Pfd. 6tatl.it
deutschen Produktion außerordentlich kritisch gestalten. Immer mehr und mehr droht das Schiff der deutschen Wirtschaft entweder in der Scylla der Wahrungskatastrophe oder in der CharybdiS der Vernichtung der Exportmöglichkeiten bei einem allzu schnellen Ueberganz zu Goldpreisen und Gvldlöhnen zu zerschellen. Eine vorübergehende Wirtschaftskrise wäre zu ertragen, wenn auf s:e die endliche Gesundung unserer Währung folgen würbe. Aber diese hat eine endgültige Lösung der Reparafanskrise zur Voraussetzung. An sie wird also oas Kadinett Sirtfe» ntann mit aller Kitast herang-hen müssen, denn von ihrem Gelingen hängt allein das Schicksal der deuischm Wirtschaft ab.
Italien Norwegen Oesterreich Schweben Schweiz
Am nächsten Morgen meldete ich mich, sobald ich in der Kriminalabteikung erschien, bei dem Kommissar Strandberg, und dieser äußerst wohlwollende Borgesetzte bewilligte mir den erbetene« Urlaub anstandslos und ohne weitere Nachfragen.
Nachdem ich die laufenden Geschäfte erledigt hatte, verabschiedete ich mich auf acht Tage von meinen Kollegen und ging «Hebet nach Hause.
Schon im Vorsaal vernahm ich drinnen im Zimmer Stimmen, und als ich eintrat, fand ich zu meiner Ueberraschung Besuch vor. Sterling und Monsieur Iwan standen über eine Karte von Skandinavien gebückt am Tisch, während meine Frau sich 'ehr lebhaft auf Französisch mit einer jungen Dame unterhielt.
Ich blieb verwundert auf der Schwelle stehen, und kaum hatte meine Frau mich erblickt, als sie auch schon ausrief: „Komm', Donald, laß dich Fräulein Przmailikowsky vorstellen — Monsieur Iwans Tochter und bis auf weiteres unser Cast."
Die junge Dame reichte mir errötend die Hand.
Wie soll ich Monsieur Iwans Tochter beschrei- den? Ich kann nur lagen, daß ich selten etwas Entzückenderes gesehen habe als diese edle, schlanke Gestalt mit dem bildhübschen und dabei so ungemein sympathischen Gesicht. Diese feinen, reizenden Züge verrieten nicht die geringste Spur von slawischem
zu kaufen, da das Mehlgcschäst sich lebhaft gefaltete,1 Weizen machte sich aber knapp hei erhöhten Preise«, Roggen wurde diel umgesetzt bei höheren aber schwankenden Notierungen. Gerste blieb als Ersatz für fehlende» Mais stark gesucht. Auch Hafer ist lebhafter begehr« und teuerer. Futterartikel zogen gleichfalls an.
Frankfurter Börsenbericht vom 17. Aug. Die Erleichterung, die der Geldmarkt erfuhr, wirkte sich auch im heutigen Effektenverkchr aus der bei Eröffnung günstig disponiert war. An den Mallertafeln erschienen wieder die üblichen PkuÄ->Zeichen, ein Beweis rege einsetzender Kauflust. Die Rückkäufe, an denen sich hauptsächlich die Spedilation, weniger das Privatpublikum beteiligte, erstreckte sich auf nahezu alle Gebiete, sodaß da» Knrsniveau eine wesentliche Aufbesserung erzielte Auch die Höherbewegung der Devisen (den Dollar hörte man mit 4,3) regte die Kauflust an. Das Geschäft war jedoch nicht sehr lebhaft und auch die Kurserholungen blieben • 'M allgemeinen eng begrenzt. Nur am Montanmarkt, der im Vordergrund des Verkehrs stand, traten die Kursbesserungen schärfer hervor. Lebbaste Nachftage und reger Kaufbegehr setzte für chemische Papiere ein. Ruhiger laaen Elektrow-rte. doch waren auch hier Aufbesserungen ftstzustell-n. Lebhaftes Geschäft zeigten Bankaktien, bit farkere Erholungen auftviesen. Schiffahrtswerte schlossen sich der Aufwärtsbewegung an. Von sonüigen Werten trat Kausbegehr hervor für Zellstoff-, Maschinen-, Metallwerte- und Zuckeraktien, die mit Kursbefestigun- aen in den Verkehr traten. Die Lattung am heimischen Renetmnarkt war unentschieden. Valutavapiere lagen durchweg fester. Gefragt und höher waren besonders Türkenwert«. Im freien Verkehr war die Tendenz ebenfalls fest. Im weiteren Verlaufe wurde das Geschäft ruhiger, d>e Kurse hielten sich zumeist auf tzem Aw» fangsniveou.
Handels- und Marktnachrichten.
Berlin, 17 Aug. B*örsenbericht. Tie fortschreitende Erleicht.'rung des Geldmarktes und besonders die seit gestern Nachmittag und beute vormittag eingetretene starke Erholung der Devisenkrrise führte der Effektenbörse zahlreiche Käufer auch aus de't Kr isen des Privotpublikums zu, sodaß bei Beginn des Verkehr? die Essektenkurse bei lebhaft: n Umsätzen auf alten (Gebieten recht ansehnliche ©teigermgen erfuhren. Am Montanmarkte beliefen sich diese vielfach auf 5—10 Millionen Prozent, teilwffse auch darüber. Valutapapiere waren gleich':!!- namhaft aufgcb'ssert, entsprechend der Devisensteigerung. Im späteren Verlauft gab der Umstand, faß bei amtlicher Kursftststellung die Deoisen- noiierungen namhaft niedriger wurden, zu einem Abflauen der Kaufneigung und leichten Abbröckeln der Kurse Anlaß. Erhebliche Gewinn- blieben aber bestehen.
Berlin, 17. Aug. Produktenbericht. Im Produktenverkehr wurden heute vormittag wegen des starken Anziehens der Devisenkurse wesentlich höhere Preise bewilligt. Im Mittagsverkehr hatte die Herabsetzung der Devisenkurse bei der amtlichen Kursftststellung eine Abschwächung zur Folge. Wegen der riesigen Sleigerun- den der Bahnftachten war auch heute sofort zu verladende Ware gefragt. Auch für Septembersieferung war Kahnware cif Bremen gesucht bei außerordentlichen Aufgeldern. Die Mühlen waren bestrebt, besonoerS Weizen
(Selo 129575 524 875 4588 - 847875 578550—
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Bries 130825 531325 4812— 852125 581450—
8300-6500 4500 5300
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21000 - 23000 12000—14000
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grentfurt «.9t., Bethmannstratze 56. (8886
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Zur Volksernährung erhalten wir von amtlicher Stelle folgende Mit- tctluna:
Der Herr Reichskanzler bat erneut darauf hinge- Wielen, daß der heldenhafte Widerstand an Rhein und -Ruhr einer entlprechenden Umerstützung im unbesetzten Gebiet bedarf, und daß insbesondere alle von nicht nur für das beietzte Gebiet sondern fiir das gesamte Reich gebrachten Opfer vergeblich wären, wenn llitritben, sei es auch nur zMächst solche örtlicher Art, die Gefahr bringen und. z^mchnindesten den Anschein erwecken würden, da st deutschen Volke
selbst der Zusammenbruch seines Staates komme.
Mit die wichtigsten Ausgaben bei dtzr Beruhigung der Bevölkerung liegen auf dem Gebtete der Volksernährung. Immer wieder muß daraus hingewiesen werden, wie dringend notwendig cs ist, möglichst viele Nahrungsmittel zu erzeugen und dem Verbrauche der Allgemeinheit zu.zufübren. Zu diesem Ziele ist, ungeachtet der sich aus einer Annäherung an die Weltmarktpreise ergebenden Schwierigkeiten der 9lbbau der Reste der Zwangswirtschaft in Angriff genommen. Die immer nachdrücklicher bervortretenden Forderungen einer Neuordnung der Verteilung des Eigentums und der Nutzungen am Grund- und Boden im Sinne einer Forderung der Encuauna geben den Nutzunas- bereMigten der landwirtschaftlichen Grundstücke ver- mebrten Anlast, die Leistungsfähigkeit ihrer Betriebsart nachzuweisen.
Nebertriebenen Preisfordernngcn muß in feder möglichen Weile entgegrngetreten werden. Dabei mache ich darauf aufmerksam, daß nach § 1 9161. 1 Nr. -.1 der Verordnung gegen Brcistreibrret vom 9. Mat 1913 lRelch^geiehbl. S. 395) auch das Anerbieten übermäßiger Breise strafbar sein kann. Durch 5 11 des von dein Reichsrate .bereits in zweiter Scsnng beratenen neuen Entwurfs einer Preis« ireiberet-Verordninm wird die Strafbarkeit noch deutlicher seftgestellk.
In einer Zeit, tn der zahlreich« VoifsgeuoN-'n Manges selbst an den notwendigsten Lebensmiltew te'den, muß lebe Bölleret umso mehr Anstoß erreaw. Durch polizeiliche Maßnahmen allein kann hier nicht ausreichend geholfen werden. Es ist geboten, daß in der RrvS'kerung selbst die U-'berzeugung von der Nnfittlichkeit eines solchen Verhaltens deutlich zum Ausdruck kommt.
Die Zuführung von wc-Meilen Nahrungsmitteln an die Minderbemittelten gewinnt immer größere Bedeutung, le mehr die Not sielet.
Im iibrigen ist c« nnerlählich. die Bevölferuna anfzuklären inwieweit die Entwertung imkerer Währung auf die Preise der Lebensmittel einwirkt, damit den Erzeugern und Verkäufern nickt imbenrünti-te Vorwürfe erwachsen, dte bet Verlormma bet Bevölkerung nur abträglick «ein können und zu einer a-tähr- licben Verhehung fflbren können. Die Retcksregternna hat bereits auf dem Gebiete d'S Sohu- und Geholts- wesens Maßnahmen getrosten, damit der Entwertung '.»r r«»r*er ,'nh zuv'-tesste-r al^ bisher i” be"
Bcziiaen gewiot wird. DaS gleiche ist für soziale Bezöge geschehen.
Die S-chwierigkelten. die deute bei der Versormma mtt Kartoffffn bestehen, beruhen fast ausschließlich auf bet burch die abnormen Witternngsverhältniile ^qß»r--tohrt- b-r ter—f- S?” te-rfie-
fartoffeln. Auch nach ben gilttst«gfan Ernteiahren stn» yt bet seMtStt Zett Wram nockß Behänd« an alten Kartoffeln vorh.inben geivesen. ba ihre ttnr noch eine- geringe W kann. Soweit noch Vorräte vorhanden stnd, ist alle? Möalicke geschehen, um ste ben Bezirken beS bringendsten Bedarfs »uzu- fübren.
„Weil er eine Wunde im Herzen trägt, die fick nie schließen wird," erklärte ich und blickte ihr tief in die Augen.
„Mar unglücklich verliebt?" rief ste aus. „Unmöglich!"
„Ich weiß, was ich sage."
„Aber in wen denn?"
„Zn wen?" sagte ich gedehnt. »Das ist ja einerlei."
„Durchaus nichts Du mußt mir ihren Namen nennen, denn ich muß mit ihr sprechen und sie zur Vernunft bringe:'.."
„Alice!" entfuhr es mir.
Da schlang sie die Arme um meinen Hals und flüsterte errötend: „Oh, Donald, es kann doch wohl nicht fein, daß —" _ -
„Za," sagte ich, „du!"
Sie begann leise zu schluchzen.
„Und niemals ein Blick — niemals ein Wort!" klagte sie.
Soll ich gestehen, daß es mir wie ein Messer durchs Herz fuhr?
„Und wenn du es gewußt hättest?" rief ich aus und schob sie sachte zurück, denn mir war» als ob mein Glück mit entglitte.
Meine Frau lachte unter Tränen.
„An dem Verhältnis zwischen dir und u. -'ürde es nichts geändert haben," versetzte sie. „Für mich hat es immer nur einen Mann gegeben, und der bist du!"
Außer mir vor Wonne riß ich sie an mich und bedeckte ihr süßes Gesicht mit Küssen. Erst als ich sie endlich wieder losließ, fragte sie atemlos: „Reist du denn schon heute ab?"
„Nein, erst morgen abend," erwiderte ich.
„Nimm mich mit!"
„Das geht nicht, Kind! Ich darf den Mann nicht aus den Augen lassen, und so etwas führt man besser allein durch."
»Du scheinst zu vergessen, daß ich diese Arbeit
Xtr^iuS« Nachricht,*.
Selbst, evang. -luth. Gemeinde, Nikolaistr. 1. Sonntag, 19. August: Missionsfest im Philippshaus. Beginn farm. V°10 Uhr.
Christi. Verein jungerr Männer, ffatergra-j ben 5. Sonntag, abends Vs9 Uhr: Evangelisaffons< Vortrag. Dienstag, abends 8 Uhr: Posauinnstunde.. Donnerstag, abends 1 /s9 Uhr: Bivelstunde. Samstag,! abends VsS Uhr: Gebetstunde. '
Deviserr-Kurse
Berlin, 17. Aug. 8 a n t n-o t e n.
Marburg und Umgegend.
Marburg, 18. August (Ernting).
* Haus und Schule. Der über ganz Deutschland hin verzweigte „Deutsche Bund für chrisiltch- evangeliscke Erziehung in Haus und Schule' (Direktor Dr. Winkler) hält vorn 25. bis 28. August in Gaffel seine diesährige Retchsbundestagung ab. Ste wird unter dem Generatthema stehen: »Ganz oder halb auf dem Gebiet der Erziehung unserer Jugend". Bekennende Kirchen, bekennende Familien, bekennende Schulen, bekennende Wiffenfchast stnd die einzelnen Themen, die von Fachmännern und namhaften Rednern behandelt werden. Eine reiche Tagesordnung ist vorgesehen und viel Gutes und Anregendes wird dargcboten. Wer unser Volk und Vaterland lieb hat, weiß, wie viel für seine Zukunft darauf ankommt, daß unsere Jugend in entschieden christlichem Geist erzogen wird. Wir wünfcken deshalb dieser bedeutsamen Tagung in unserer Provinzial-Hauptstabt reichen Erfolg.
* Förster und Nothilfe. Die am 14. 8. in Cassel stattgehabte Generalversammlung des „Vereins Preußischer Staatsförster, Bezirksgruppe Cassel-West" brachte u. a. ein Referat eines Vertreter sder Technischen Nothilfe über das Thema' „Nothilfe und Bekämpfung von Waldbränden". Im Anschluß hieran faßte der Verein eine Entschließung für die Technische Nothilfe folgenden Wortlauts: „Der Verein Preußischer Staatsförster, Bezirksgruppe Cassel-West" erklärt nach dem Referat des Herrn Ortsgruppenführers der Technischen Nothilfe in Cassel seine volle UeBereinftimmung mit diesen Ausführungen und erkennt die lebensnotwendige und nutzbringende Tätigkeit der Technischen Nolhilfe auf allen Gebieten des Wiederaufbaues unseres deutschen Vaterlandes in jeder Beziehung an. Der Verein ist der Ueberzeugung, daß diese Tätigkeit nur der Bolkswohlfahrt und dem Schutze der Allgemeinheit dient und fordert seine Mitglieder auf, gegebenenfalls alle ihre Kräfte einzusetzen sowie der Technischen Nothilfe beizutreten, um die idealen Bestrebungen der Technischen Nothilfe mit Rat und Tat zu unterstützen."
" Die Bautätigkeit tm Juli. Nach ben Feststellungen bet „Baumelt" würben im Juli 612 Wohnungs. sowie 341 Fabrik-.unb sonstige Bauien ausgeführl gegen 2991 Neubauten im Juli 1922. Im Juni b. Js. waren cs 741 Wohnungs- sowie 359 Fabrikbauten. ______
MlsiWW MchmbttW.
Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeüer.
r Das neue Kabinett Stresemann hat feine Tätigkeit, die in der Rettung der deutschen Wirtschaft vor dem drohenden Zusaminenbruch bestehen soll, unter recht günstigen Vorzeichen begonnen. Allenthalben ist eine Erleichterung der Lage, die bis zum Zerbrechen gespannt war. deutlich zu fSüren. In innerpolitischer Hinsicht verfügt die neue Regierung über eine feste parlamentarische Grundlage. Sie kann als ersten Erfolg den Zusammenbruch der kom- 'wunistischen Generalstreikpropaganda buchen Allerdings sind damit noch nicht alle sozialen Schwierigkeiten aus der Welt geschafft. Noch gärt es an zahlreichen Stellen, besonders in den mitteldeutschen Industriezentren, wo der kommunistische Anhang sehr stark ist. Aber nachdem fick der geplante politische Generalstreik in Teilstreiks aufgelöst hat, dürfte es bald gelingen, di« Brandherde ein« r$etn zu ersticken. Viel wird oazu der Stillstand der Dollar- ibewegung beitragen, den die letzten Tage gebracht haben. Mr verdanken ihn wohl in erster der Tatsache, dast hie außenpolitische Lage nicht mehr so verzweiftct erscheint, tote in der Vorigen Woche. Die offene Erklärung in der letzten englischen Note an Frankreich, dast die Ruhrb> sitzung nach Ansicht der englischen Juristen rechtsimorin ifri, und den Versailler Friedensverttag verletze, wird Überall in der Welt als ein moralischer Erfolg Deutfch- 1 innb-3 gewertet. Die verzweifelte Flucht vor der Papiev- lAark hat infolgedessen aufgehört.
An oen ausländischen Börsenplätzen konnte sich die jRarf recht beträchtlich erholen und infolgedessen ist auch in Berlin der Dollorkurs bis auf 21/» Millionen Mark jEriirfgegangen. Allerdings sind auslandsdevisen in Deutschland noch immer sehr knapp. Trotz der Verbessert n Stimmung für die Mark mußten die Zuteilungen der Devisen bisher noch immer stark repartiert twrben Infolgedessen muß man auch weiterhin befürchten, daß diese unbefriedigte Devisennachfrage wieder eine nette Rück- toärtsbewegung der Mark herbeiführt. Zunächst verhindert freilich das Verbot von Markverkänsen im Ausland, das der Reichspräsident Ende der fangen Woche «lassen hat, die deutschen Importeure, die in Berlin nicht Hnng Devisen bekommen können, sich durch Markverkäuff im Ausland die gewünschten Devisen zu beschaffen. Aber hi irgend einer Weise wird der zweifellos vorhandene dringende Bedarf gedeckt werden müssen. Der deutsche Export ist leider immer weniger in der La-ge-. steigende Te- tzisenmengen zur Verfügung zu stellen. Dem. die Lcchm- 6gung der deutschen Industriegebiete an Rizhr qt» Rhein Macht sich selbstverständlich je länger desto mehr auch tn. Gestalt eines Rückganges des deutschen Warenexports eeltenb. Die kürzlich veröffentlichten Ziffern der deut- jchen Außenhandelsstatistik weisen z. B. für den Monat Juni einen Rückgang der deutschen Ausfuhr fast.9,3 aus 8,9 Millionen Doppelzentner gegenüber dem Vormonat auf. Diese Verminderung betrifft fast ausschlftf-sich dtp Export deutscher Fertigwaren, der von 3,1 auf 8,9Millionen Doppelzentner sich verminderte. Gleichzeichz_U^g aber die deutsche Einfuhr von 40 auf 48 Millionen Doppelzentner. Aus diesen Zahlen ergibt sich ohne weiteres die Notwendigkeit der immer stärker sich fühlbar malenden Devisenknappheit. Man wird darum von der muer- politischen und sozialen Beruhigung in Deutschland nicht auch eine dauernde Besserung des Markkurses «warten dürfen. Auch Die neuen Steuern, die eine allmähliche Gesundung der Reichsfinanzen herbeisühren sollen, werden das Schicksal der Mark nicht abwenden können, denn auch diese Steuern müssen zunächst die Inflation noch vermehren und dadurch die Entwertung der Mark fördern. Tie Tatsache, daß die Preise dem Rückgang des Dollarkuc.es , -nicht gefolgt sind, läßt die Gefahr des Erreichens oder Leberschreitens der Weltmarktpreise und damit die Gefahr eines völligen Sttllstandes unseres Exportes oedrohlich erscheinen.
Der allgemeine Uebergang zu Jnderlöhnen. der gewiß vom Arbeitnehmerfandputttt aus notwendig war, verschärft diese Gefahr naturgemäß noch. Der Uebergang jur Goldrechnung, der sich jetzt mehr und mehr anbahnen wird, muß, wenn unter dem Druck der kommunistischen , Agitation Forderungen wie die eines Stundenlohns von 60 Goldpftmtigen dprchgedrückt werden, die Lage der
(Nachdruck verdaten.)
Der Fall Dobirrjerv.
. Detiktivroman von Donald O. Fex er.
Einzig berechtigte llebersehnng aus dem Schwedischen - fair E. von Kraatz.
(5. Fortsetzung.)
3. Kapitel.
Meine Frau ist eine gute Psychologin. Sie selbst kchauptet, dies Talent habe sich bei ihr in jener Zeit entwickelt, in der sie als Maschinenschreiberin «nd Stenographin in Sterlings Rechtsanwaltsbüro angestellt war. Aber ich weiß es besser und schiebe diese Gabe auf ihren wirklichen Instinkt und ihr rasches und logisches Schlußfolgerungsvermögen. Auch heute war ich kaum heimgekehrt und hatte ihr nur erzählt, daß Max Sterling wieder da und frisch und munter sei, als sie auch schon sagte:
„Aber — was hast du denn auf dem Herzen? Ist Max vielleicht schon auf neue Tollheiten aus?“ s „Hm?" machte ich zaudernd.
„So sprich, Donald!" rief sie aus.
1 „Nun ja, diesmal kann man es eigentlich wirklich eine Tollheit nennen,“ gab ich zu. „Jetzt soll er len Doppelgänger eines russischen Friedensfcma- tikers spielen."
t „Was in aller Welt soll das heißeiisi"
Ich berichtete in knappen Worten über dte ganze t Geschichte, und als ich zu Ende war, saß meine Frau mit aufgestütztem Kopf und versonnener Miene da. - „Weißt du, Donald," sagte sie schließlich, „ich s weiß nur ein Mittel, um Max von seinen aben- t teuerlichen Unternehmungen zu heilen." ' „Dann weißt du mehr als ich. Aber laß hören!" lachte ich.
' „Wir müssen ihn verheiraten," sagte sie und nickte energisch mit dem Kopf.
/ „Du weißt nicht, was du sagst, mein Kleines," , erwiderte ich ernst. „Max wird, nie heiraten." ■ «Aber warum denn nicht?"
luttererbten flterbohnen Vtnlen Mcten tiuotn blaue „ gelbe
Seradella alte neue .TiorfenfAnitiel tfuntelrüben Mähren, rote gelbe
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erbten 9000—12000 I Stroh drahtge»r.
Speiieerbl.fi. 8500—95004 cebiinbelt
Nr. 193
Sonnabend, 18. August 1923
Typus, sondern trugen das Gepräge unsagbarer Güte und Reinheit.
Unbewußt stand ich diesem Meisterwerk der Schöpfung einen Augenblick stumm gegenüber. Erst als Sterling mit mit einem Scherzwort auf di« Schulter schlug, kam ich zur Besinnung und wandt« mich hastig ihm und dem Stuften zu.
„Ich hoffe, Sie werden unseren Ueberfall ent« schuldigen, Herr Fexer", sagte Monsieur Iwan und drückte mit warm die Hand. „Ihr Freund, Herr Holmes, machte mir den Vorschlag, die Güte Ihrer Frau in Anspruch zu nehmen
„Und ich werde sicherlich «ichts gegen irgendwelche Maßnahmen einwenden, die mein Freund Holmes als ratsam betrachtet", fiel ich ihm höflich^ ins Wort.
„Die Sache ist nämlich die, daß ich in bezug auf meine Tochter sehr in Velegenheit war", fuhr der Russe fort. „Ich führe hier zur Zeit ein so un« ruhiges Leben, daß meine Tochter sich etwas ver« lassen fühlt und sich sehr nach weiblichem Umgang sehnt. Deshalb schlug Monsieur Holmes vor, zu versuchen, Frau Fexers Interesse zu erregen, und nun find wir hi->r."
Ich weiß nicht, wie es kam, aber während er sprach, verlor sich der ungünstige Eindruck, den er anfangs auf mich gemacht hatte. Hinter dem un» sympathischen Aeutzeren traten versöhnende Züg« hervor, und wenn er seine Tochter anblickte, ver» rieten seine Augen, daß et wohl Phantast und poli» tffcher Umstützlet. aber dabei ein besserer Vater als mancher andere wat.