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Amtliches Derkündigungsdlatt des Kreises Marburg.

W J.H.SchMw

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

Kasernenstr. 21

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1923

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Koblenz

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nui lym geyaor. wie man jagi, gtw«: uv* yitwiu Mnister bä» englischen Botschafter nicht verhehlt, da kann.

Berikbterünltnna nach morgen tintrcffht wird.

beschlag- Weitere

die Höchstsumme berichten fo'Tc. br

>parational zabln könne. Dies- Sun.-mc

einrichtungen und 12 vollständige Küchen nahmt, darunter schon verkauftes Mobilar. Requisitionen stehen bevor.

aefdrlagnen internationalen Kommission von Frankr-ick> nicht ui gelassen werde, erklärt heute da» ,,Twtift) Erprefl" bestimmt mitteilen zu können, daß die britische Regff- ru«fl unter der in der letzten Note angedentaen fe»ara*n Aktion verstanden habe, daß sie. falls eine neue Unter- snibuna btt Zahlungsfähigkeit Deutschlands von den Alliierten nicht gemnnsam ängeleitet werden wi>r^e, an« eigenen Pffltfrn da sm -brraeb-n teflrbe Die britische Re­gierung habe für den lvall der Weigerung sfrankrrichs, Snr<tn teilsunebmen, beschlossen, eine Untrinchung«krn'. Mission zu ernennen, die die Lege Deutschlands eingehend

Während Reuter au? Pari? der Von Großbritannien vor-

Lohrmitteln immer ernster. Di« volle Verantwor­tung für di« furchtbaren Folgen treffe die franzö­sische Politik.

wird wie mq darob emailliere» * vernickel»

sestbst machen, die von ihr evenll. für die Entlastung der Reparationsaunttitiiteu in Anspruch genommen werden

Unter dieser Ueberschrift führt der „Berl. Börsenkuriec'i sehr interefsanten Ausführungen aus: v

meldet, hat die Rheinlandkommissiou auf Vorschlag beschlossen, die Berkehrssperre zwischen dem besetzte« und unbesetzten Deutschland um einen weiteren Monat, bis zum 16. September, zu verlängern. Dieser Entschluß soll nach Havas durch angebliche Angriffsoersuche Dudeldorfer Turner und durch die Notwendigkeit hervorgerufen sein, da- Eindringen von Unruhestifter« in das besetzte Gebiet zu ver­hindern.

Hemm, 17. Aug. Die Vertreter der Arbeit­geber und der Gewerkschaften aller Richtungen im hiesigen Industriebezirk haben einen Protest er­lassen in dem sw vor aller Welt gegen die Ver- kehrssperre Verwahrung einlegen, deren jetzt ver­fügte Verlängerung die Bevölkerung auszuhungern droht. Der Protest weist darauf hin, 'baß diesseits und jenseits der Grenze Tausende von Arbeitern und Geschäftsleuten in Arbeit und Verdienst behin­dert werden und datz es dem Handel und den Kon­sul- vereinen durch die Verkehrssperre unmöglich ge­macht wird, für die Heranschaffung von Lebens­mitteln zu sorgen. Die Ernährungslage werde immer schlimmer und die gesamte Lage durch die systematische Megnahme von Lebensmitteln und

Berlin, 17. Aug. Die gestrigen Verhandlungen oe» Reichrfinanz Ministeriums mit den Spitzen- organisationeu der Reichsüeamtcn«. Angestell­te« und Arbeiter führten |u folgendem Erg bniS: 3« der Ortsklasse A soll der Stundenlohn ohne Ortszulage für die vierte Augustwoche 350000 und für ungelernte! Arbeiter 327 000 Mark betrage«. Der Teuerungszuschlag für die Reichsbeamten und -Angestellten wao ab 17. August auf 13 520 Prozent festgesetzt.

Die Berkehrssperre.

Paris, 18. Aug. Wie Havas aus

Die ^Oberhelfttcke Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Dezugrvreir monatlich 4500003)1. freibleibend mit Zusteünngogebühr. Für ausialtende Nummern ini. Streik» oo- elementarer Ereignisse le n Ersatz. — Vertag non Dr. E. Hitzerotd. — Druck der Lnio^Buchdruckerei von 2ob. Sug. Koch, Markt 212$. — Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5016 Amt Franknrrt a. Main.

Paris. 16. Aug. Ein (Kommunique der Repara­tionskommission tritt mit, daß die Kommission s3ch in der Sitzung vom 14. August mit der neuen deutschen Goldanleihe befaßt habe, und mit Stimmenmehrheit bei Stimmenthaltung des englischen Detegiertcn beschlos­sen habe, on Deutschland ein Schreiben zu richten, in dem eis Vorbehalt gegen die deutsche Goldan­leihe formuliert wird. Dieser Brie' ist am TrenStag Abend der Kriegslasienkommission übermittelt worden. ES führt aus, daß die Tatsache, daß die deutsche Regie­rung es nicht für notwendig gehalten habe, out Grund des § 248 des Versailler Vertrages die Kommission um eine Ausnahmeernlächtigung von diesem Artikel zu er­suchen, eS für die Reparationskommission notwendig mach«, einen ausdrückliche Vorbehalt zu formulieren, so­wohl gegenüber den Unterzeichnern der deutschen Gold- anleihe als auch den übrigen Anteilhabern hinsichtlich ihres Prioritätenrechtes an den Sicherheiten, die die deutsche Regierung für die Zahlung der Zinsen und die Kapitals­amortisierung der Anleihe bezeichnen wird. Einen Vor­behalt aber ntüffe die Reparativnskommission auch ins- desondere hinsichtlich desier außerordentlichen Einnahme

für diesen Punkt ber-its rin endgültiges Programm in Aussicht genommen habe.

London. 17. Ang. Der diplomatische Berichter- flotter des „Dailv Tll'grapb" ist in der Lage, eine maß- qebende Darlegung der beabsichtigtet Politik der Regie­rung Coolidge gegenüb-r dem Reparationsproblem -u neben: Die neue nochamerikauische Regienmq wer^e sich streng an b;f Grundsätze halten, die von Staatssekretär 5uphes in seiner R de in Newbaven niedergekegt worden seien, d. h. sie werde nach wie vor für eine nnvart-nssche Feststellung der Fädigkeit Deutschlands Reparationei' rn leisten, durch eine internationale Kommission eintr ten Die Bundesregiening werde sich j-doch nicht endgültig ar irgend ein Aktion-Verfahren binden, bevor die jetzt in Europa erörterten Pläne in konkreter ftom geprüft wer­den könnten. Die Entscheidung der Wrshingt-mer Regi- rung werde Von deriDurchführbarteit und der Rückwirkung des deutschen Planes aus die vitalen Jnteresken abhäugen. In der Frag« der Alliiertenschulden an Amerika beharre die neue Regierung vollkommen aus drin Standpunkt, daß diese Schulden fundiert werden müßten.

Penbait, 17. Ana m-ldet, daß die Bildung

Halle, 17. Au«. Die Zeitungsve clage von ganz Mitteldentschland haben de- schlosscn, wegen der unerfüllbaren Tartswochenlöyne von 36 Millionen Mark an der Spitze heule allen Buchdrucker geb ilscn zu kündigen und die Betriebe zu schlichen. ES soll versucht teer- on ?6 Millionen Mark an der Spitze heute alle» winden.

Dresden, 17. Ang. Nnobbänglg von dem vor­gehen der Zettnugsverteger in Mitteldentschland, die;

'sollen haben, wegen der unerfüllbaren Buch­druckertarife die Betriebe zu schließen, haben auch die sächsischen ZeinmgSverlegcr einen ühnltcken Beschluß gefatzr. In zahlreichen Betrieben ist heute bereits dem gesamten technischen Personal gekündigt worden: in anderen wird morgen die Kündigung erfolgen. Ein Wcitererscheinen der Zeitungen ist unmöglich, wenn nicht durch Regionaltarife die Kris« iibertvun-. den werden kann.

Berlin, 17. Aug. Die maßgebenden wissen- schäftlichen Verleger sehen sich gezwungen, jede wettere Herstellung von Büchern einzu- stellen, weil die Druckpreise durch die letzten Tarif­erhöhungen bei einem Dollarstande von 2700 000 auf das Dreifache der Friedensgoldpreise stiegen und da­mit nenberzustellende Werke sowohl tm Inland wich im Ausland unverkäuflich werden müßten.

Paris, 17. Aug. Ter .Lntransigeant" beschüf- tiflt sich in «wem Artikel mit der Verwertung von Kamerun unfi Togo jtnb führte aus, daß sich Togo danl der deutschen Arbeit in einem Grade der Vervollkommnung bcsinde, der als Beispiel bienen könne. Aehnlich sei es mit Kamerun, wo die Deutschen Frankreich den Weg zeigten. Wenn alle französischen Kolonien so wie Togo und Kamerun ausgerüstet seien unb sie vor allem ihr Eisea- bahnnetz ausgebaut hätte«, so wäre das auch nach dem Blatte rin großer Schritt auf dem Wege zu ihrer rentablen Erschließung. Vor allem aber bflrfe das deutsche Bei­spiel für Frankreich nicht verloren bleibe». Frankreich müßte in seinen Kolonien unbedingt das verbffrrn, was die Deutschen schon ‘1913 in ihren Kolonien verwirklicht hätten. Das sei vor allem auch, tote nicht mehr bargelegt zu werde« brauche, eine moralische Roiwe" -kffte

dir englische Rote einen sehr schlechten Eindruck in Belgien gemacht hat.

Pari-, 17 Aug. Wie der „Petit Pariiien" aus Brüssel meldet, haben TheumS und Jaspar wegen der englischen Note ihren Sommeraufenthalt unterbrochen und sind nach Brüssel zurückgekehrt, wo sie verschieden« Unter­redungen über beabsichtigte belgische Antwort hatten.

Part». 18. Aug. Wie der „Temps" mitteilt, wird die französische Antwort auf die englische Note vom 11. August heute der belgischen Regierung mit­geteilt werden. Anfang nächster Woche wird sie, nachdem das belgische Kabinett davon Kenntnis ge­nommen hat, nach London geschickt werden.

Paris, 17. Aug. „Petit Parisien" verzeichnet das Gerücht, datz der englische Ministerpräsident Baldwin, der nach dem 25. August nach Frankreich reist, bei dieser Gelegenheit eine Unterredung mit Poincar6 haben werde.

Paris. 17. Am,. Botschaftsrat V. H ösch ist zur

Marburg .

5mmM. hm 18. AM

«trnting

Steels und tonten.

R ü sselshelm a. M., 17. Aug. Unter Einfluß der Kommunisten hat ftdi hier ein Erwerbsloseu-AuS- schul; gebildet, der zu Gewalttätigkeiten ausforven«. Die Rädelsführer wurden verhaftet und sveggebratht. Taraushi» wurden auswärtig« Kommunisten Mtz gfe

3ut Sott Io hm tefeblen Stdltlto.

Paris, 17. Aug. Nach einer Havas-Meldung au» Düffeldorf ist die dortige Reichsbankstelle, nach­dem sie den Betrag der ihr auferlegten Requisitionen gezahlt'hat, von den französischen Truppen wieder geräumt worden.

Paris, 17. Aug. Nach einer Havasmeldung aus Duisburg ist der Nachtverkehr für Fußgänger und der Stratzenbahnverkehr wieder freigegeben worden.

Mannheim, 17. Aug. Rach Mitteilung des Polizeiamts Ludwigshafen findet der Austausch derjenigen Personen, die von der Brückensperre überrascht worden sind, morgen nachmittag 5% Uhr an der Rheinbrücke in Mannheim statt.

Duisburg, 17. Aug. In der letzten Zeit haben der Bademeister Gustav Wirtz und der Bade­aufseher Schreiner vom Duisburger Wedaubad und der Dreher Gustav Strautz fünf belgischeSol- bdten vvr dem Ertrinken errettet. Die drei wurden aufgesordert, im belgischen General­kommando zu erscheinen, wo man ihnen je 100 Franken als Belohnung überreichte. Dies« baten aber statt des Geldes den Wunsch äußern zu dürfen, um dessen Erfüllung sie dringend baten, daß nämlich der Belagerungszustand über Duisburg aufgehoben und den Geiseln die Freiheit wiedergegeben werden möge. Die Belgier versprachen, dies höheren Orts mitteilen zu wollen.

Mainz, 17. Aug. Bei Budenheim ist aber­mals ein schweres Unglück durch einen Zug bet französischen Regie verursacht worben. Am Bahnübergang überfuhr ein Zug bas Gefäbrt eines Landwirts. Der Lenker, ein Obfthänbler aus Heibesheim, würbe schwer verletzt, die Detoen Psi-rd» würben getötet unb bei Wagen zertrümmert.

Berlin, 17. Aug. Die Zeitungen erfahren: Vor einiget Zeit hat auf bem kleinen Ftiebhof bes Vogefenbotfes Rovah die Ortsgruppe des Sou- venier Ftancia» den Grundstein für ein Denkmal zu Ehren des — wie es in dem Programm heißt — von den Boche» an der Ruhr ermordeten jungen lothringischen Soldaten Schmidt gelegt. Dieser Sol­dat wurde seinerzeit in Effen erschaffen, aber, wie sich vor bem Kriegsgericht in Werben herausstellte, nicht von „Boches", fenbern von dem eigenen Freunde, dem französischen Soldaten Mabtre.

Trier, 18. Aug. Gestern morgen besetzten die Franzosen das hiesige Regierungsgebäude, durch­suchten etwa 2 Stunden lang die inneren Räume und nahmen eine Reihe von Akten, geringere Bar­bestände sowie Schecks auf Konten zur Verbilligung der ßebaismiüel weg. Besonbers bie letzter« Maß­nahme ist von einschneibenber Bedeutung für die Lebensmittelversorgung Trier. Es sind Schritte unternommen worden, um di« Freigabe dieser Konten au erreichen

Parts, 17 Aug. Nach einer Havas-Meldung ans Duisburg ist gestern in der Limburger Reichs­bank «on den Franzosen *4 Milliarde Mark fort­genommen worden.

Die Franzosen „beschlagnahme«" wieder Möbel.

Essen, 17. Aug. Die Franzosen haben gestern in Effen ähnlich wie neulich in Gelsenkirchen, in Möbelhandlungen 17 vollständige Schlafzimmer­

; M InnriMt Rote.

Wenn es gestern schien, als ob man in Frank­reich geneigt wäre, mit uns irgendwie zu verhan- tzeln, so zeigt es sich schon heute, daß diese Ansicht falsch war. Man hat ganz einfach mit diesen An- tzeutungen England einmal klar machen wollen, daß Man sich auch direkt mit Deutschland in Verbindung fetzen könne, rote England seinerseits durch die Füh­lungnahme mit uns den Versuch macht, Frankreich aus dem Ruhrgebiet herauszumanövrieren. In der neuen Note, die schon fertiggestellt ist — und zwar nvn Poincarö in einem Tage auf seinem Landsitze — werben, wie der „Motin" zu erkennen gibt, nur alte Töne angeschlagen. Der Text widerlegt zuerst fortlaufend die englischen Einwände und gibt schließlich eine allgemeine Darlegung der französi­schen Reparationspolitik, die sich gleichfalls an die Meinung der Welt richtet. Es sind nach dem ^Matin" die Verfehlungen wegen des Vertrags, 'der Mindestbetrag, den Frankreich verlange, die Frage der Gesetzmäßigkeit der Ruhrbesetzung und kie Bestimmungen, unter denen Frankreich diese Besetzung milder gestalten und aufgeben könnte. Die Mindestsumme werde, wie bereits bekannt, 26 Milliarden Goldmark betragen. Frankreich werde auf seinen Anteil an den Bons der Serie E nur dann und nur insoweit verzichten, als seine Gläu­biger es aufgeben, von Frankreich den Betrag feinet Echuiden bei ihnen zu verlangen.

Weiter erklärt „Journal", daß Frankreich alles daran setzen muffe, um möglichst schnell und gründ- llch Deutschlands. „Widerstandsfähigkeit" zu zer­stören. Diesen Gesichtspunkt dürfe mau keine« Augenblick ans den Auge« verliere«. Im übrigen |ei das Reparationsprogramm Poincarchs in dem Schreiben an den Grafen Saint Aulaire enthalten Darin'finde sich die Möglichkeit, „wenigstens mo­mentan die deutsche Reparationsschuld auf 70 Milliarden Eolomark herabzusetzen. Fetner finde sich darin ei« positiver Plan, der auf Ne französisch­belgische Regie der rheinischen Eisenbahnen, die Er­hebung der Zölle und der Devisenabgabe, die Aus­beutung der staatlichen Gruben an der Ruhr sowie ber Staatsmonoxote gestützt sei. Sogar ein Mora­torium wäre in Aussicht genommen worden, in dem Frankreich feine Ansprüche für längere Zeit nur auf Sachleistungen beschränkt hätte."

Das sind also die alten Lieder in neuem Ge­wände. und man versiebt nicht, was man sich noch von Unterhaltungen zwischen Baldwin und Poi«- rare verspricht, die angeblich bevorstehen sollen. Recht hat wohl der Nplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph", der sich nach seinen Znfor- eationen außerstande erklärt, die opti- »i st, schon Ansichten zu teilen, Ne in einigen britischen Kreisen ausged rückt würden, daß fetneatös Antwort aus die letzte britische Note in ihren wi seitlichen Teilen Zugcständniffe machen eetbe.

Wir in Deutschland haben alle diese Meldungen mm vornherein mit äußerster ZurEaltung auf- gcnommen.

Der üyrigenprei« beträgt für b«n 9g«sp. Zcttenmtllimeter 25000 Mk. Amtliche und ausm. Anzeigen 35000 Di't Bei schwierigem Satz 60*1, Aufschlag. Eammrlanzeigen lOO0/« Auischiag. Spät einlaufende oder den Raum über Seite einnehmende !8n« jeiaen werden nach der Textspatteiibreite berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter 100000 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Belege werde« berechnet. Bei Auskunft durch die Keichäktsll. und Vermittlung der Angebote 5000 M, bei Uebetlenbueg durch un» 6000.— Mk. ohne Porto.

Paris, 18. Aug. Der „Temps" bestätigt, daß der Teil der in Aussicht stehenden Note, der die An­sichten der französischen Regierung über die Lösung der Nepataiionsfrage enthalte, identisch mit den in dem frünzöfischen Gelbbuch niedergelegten An- sihruungen «nd Vereinbarungen und mit dem Do­kument ist, da» die Instruktionen PoincarS» vom 29. Inni an den französischen Botschafter in London «»Ihä'st.

Pari», 17. Aug. Nach einer Havasmeldung wird h» französische Antwort virllricht schon morgen, wahr­scheinlich aber erst Anfang nächster Woche nach London »schickt werden. Die fmnzösische Rote fri ein ziemlich mnfangickiches Schriftstück, das, wie man wisse, eine all- gemeine Auseinandersetzung der französischen Politik be­treffend bie Reparationen und eilte ckntivort auf jeden einzelne« Paragraphen der englischen Rote enthalte.

Paris, 17. Aug. Wie „Petit Journal" mel­det, hat Poincatö gestern, bevor er die ctzte Hand «n die Note legte, eine Besprechung mit dem fran- zvstfchen Lotschaftet in London gehabt.

Pa ris, 17. Aug. W« der „Etoile Belge" zu wissen tiaubt, wird die belgische Regierung in ihrer Antwort auf tete englische Note sich bemühen, neue Unterhandlungen I« erleichtern,' beim sie sei der Ansicht, daß nur eine interalliierte Vereinbarung eint rasche Lösung dos Repa- Mtionsproblems ermögliche. Der Minister des Aenßecn lebe über die durch die englische Note geschaffen« Lage ei» lang« Unterredung mit dem König gehabt.

Im Borkriegsdeutschland war der Arbeitslohn nut praktisch, nicht grundsätzlich beUmmbar. Der Einzeln« war vom Marktwert seiner Arbeit al'HSngig, die Mit», a^eter der großen Verbände hatten das, was sie als ihre»' Anteil nm Gesamteinkommen zu erzwingen vermochten.^ Als infolge der Geldentwertung der Maßstab zu fehlem begann, versuchte man die planmäßige „Anpassung",' Was aber war es denn, dem die Lohnsnmmen „angepaßt" werden sollten? Der Börsenkurs der Mark Der innerte, sich von Tag zu Tag. Der JnkandSwert unseres Geldes?" Der war kaum weniger unbeständig: mich die Menge der tm Inland berge (kitten Güter war geringer, der An« teil des Einzelnen somit Keiner als vor dem Krieg. Di« Preise? Sie sind in die,em Zusammenhang nur eine ander« Berechnung für bie Kaufkraft des Zahlungsmittels« Das „Lebensminimum"? Ganz abgesehen von der UnX sicherbeit feiner Berechnung drückt dieser Mindestsatz «inen grundsätzlich gewiß berechtigten, ober nicht immer «rfütt« baren Anspruch au3; zudem besagt er nichts über die Ab­stufungen. Trotz alledem haben Staat und Wirtschaft sich in de» letzten Wochen entschlossen, richtiger wobt: sind dahin gelangt, Gehälter und Löhne (im wesentlichen) nach dem „Index" der Lebenshaltungskostt« ,«»uf»uwerten". Dadurch hoffte man zwriercei z« errricken: Erstens sollte ein Maßstab für den Sachwert der ständig sich ändernden Papiermarksummen gewonnen werden: zweitens wollte man eine Herabdrückung de» Lohnes, fein Sinke« unter das Unentbehrliche verhindern.

Dieser Versuch ist mißlungen. Ae Rechnung nach dem Lehonskostenindex hat die Eigenschaft, sich i« Kreise »a drehe«. D«n« die Preis«, nach denen die (kwx ffen tvctbcii fvffcn., ftnb ja, im grshriir itiw- men, nichts aoberes als bie Rückseite der Löhm selbst. Auch hwnn brr entscheid-'nde Anstoß bt* Verteuerung von außen, also ton ben durch den Devisenkurs bestimm­ten Rohstosfprrisen kommt, richten sich Nt Löhn« danach urtb bestimmen Cann ihrerseits den Preis der Jnlaaüs- waren. Überhaupt der L>benskosten. Die Arbeiter nrüssri^ somit höhe« Löhne verlange« — weil di« Löhne höher geworden sind

Aus diesem Fehlerkreis ist nur herauSzrtKmmen, wenn man die Bilanz des tatsächlich deursche« Volkseinkommens zu ziehen versucht und auf Grund dieser Bilanz den Lebenskosteninsex durch den BerarmungSindex ersetzt. Einen Masi« stab für das Verhältnis von Geld und Sachwert Wirtz man erst haben, wenn das Geld, nicht die RechnungSem- beit „wertbeständig" geworden ist: für den Anteil der Einzelnen an dem Volkseinkommen läßt aber er» Maßstab sich finden. Es ist möglich, von Zeit zu Zeit bie Höhe bes Nationaleinkommens wenigstens an-- nähernb |u sch ätzen. Diese Annäherung genügt, um, festzustellen, welche« Anteil um Gesamteinkommen jede - Gruppe von Lohnempsängcrn unter Borkriegsveryält« nissin gehabt hat, und ol> der unvermeidbare Berlust «tt Sachlohn bei ihr größer ober geringer ist. «l« es der durch« schmttlichen Verarmung entspricht.

Pari», 17. Sug W« bie Abendblätter auS Brüs- fa melden, hat der Minister des Aeußern Jaspar heute •m englischen Botschafter empfangen und eine lange iwtimtbung mit ihm gehabt. Wie man sagt, habe der

prüfen und über

Deutschland an R«t würde dann voraussickitlich allen Mlff'rten vorg-'leat w r ben, aber man glaube nicht, daß die britische Regierung