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Zweites Blatt

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i. Wo sie wach ist, fällt sie willkirlicl'- r

Mgangen zu fein.

Wir mässen

Gewalt nicht in den frevelnocn Arm.

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Für 100 Mark wurden gezahlt:

vor dem Krieg

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Einen Moment bleibt er stehen.

,Sie haben Schmerzen? Das Gehen ist nicht

gut für Sie?'

sagte sie angstvoll.

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Lebensglück. Er weis, es.

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verbirgt. Wird es gehen. . mit einem Arm . . dich festzuhalten . . .?

Wo ich bleiben will?".

Und sie küßten sich.

Welzen Poggen Sommergerste Wintergerste Hafer Wnie Weizenmehl "ooienmrhl Noggentlei» 'N g v 4 'Nübsen Vetnioat fiel»

Für Oie Schriilleituug verantwortl.: Dr. C. Hitzeroth,. Für den örtlichen uno provin». ): Wilhelm Wißner., Sprechzeit der Schriftleituna bis/fll Ubr v^rmsttaaS.

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^uttererbsen Ackerdohnen Linien Wicken Vupin blau« gelbe Seradella alte

neu» . Lrockenschnitzel Runkelrüben 'Köhren, rot« .. gelb« Mohn Torfmelasse .'vielenheu, los« Kleeheu Stroh drahtgepr.

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Alle praktischen Hausfrauen wisse« es läng», daß es zum Färben von «leider, Blusen, Sardin«, usw. nicht. Besser«, gibt, al» die weltberühmten «chtr, -eit» mewue Färb««, Mark« Fnchokops Im Ster«! tsnnn neh­men st« keine anderen.

6«tt*a*n,e Färb« spart te* »W«

Kampf der Sonderintcr-ssen und in Markten und Feft- ' stben, sondern helft! Für Eure Brüder und Schwestern j Rhein und Ruhr ist heute eine große Samm- !4ung vorbereitet. Gebt auch-hier mit vollen Händen i gedenkt, daß mit Gelo wenigstens um ein Geringes

Unseren gequälten Volksgenossen geholfen werden kann. Deutsche, laßt das Ergebnis dieses Tages mitten in der Not ein unerschütterliches Bekenntnis sein, ein Be­kenntnis zum einigen, unteilbaren und der 3u» kunft trotz allem ungebeugt entgegrngehenden Deut scheu Reiche und zurdeutschenRepublik. Ta? deutsche Volk hat in seiner harten Geschichte schwerere JJriten bestanden. Es wird auch diese trüben Stunden kLerwinden, wenn es standhaft bleibt in treuem Zu-

Und er? Sehr ernst sehr leidend sehr liebevoll. Der rechte Arm, den Rackwitz' böses Geschoß getroffen, in der Binde.

Das Pferd streckte unter dem nachgebenden Zü­gel lang den Hals und schnupperte unruhig nach ihr hin, und sie legte in alter, schmeichelnder Art die Hand weich auf die sich blähenden Nüstern und sagte leise mit fast wehem Lächeln:Remus mein alter Remus . . . Hast dich auch fügen muffen?

Wallreden ist abgestiegen wohl etwas zu schnell die brüske Bewegung hat ihm weh getan Sie sieht es. Punktes Rot fuhr über sein blasies Gesicht und die Zähne preßten sich hart auf die Unterlippe.

Sanft nimmt sie ihm die Zügel aus der Hand und wirft sie sich über Brust und Arm. Remus steht schon ruhig bei ihr, und dann schiebt sie mit sicherer- ruhiger Hand die etwas verrutschte schwarze Binde an den rechten Platz auf WaUrcdens Arm, die Nadel, die sich geöffnet, an der Schulter wieder befestigend.

Mir keinen Gruß?" sagte er mit vor Bewegung tonloser Stimme.

Sie will wohl, aber sie bringt es nur zu einem stockenden:Ich . . . wollte nur erst helfen" Dabei muß sie, weil er schweigt, die Augen doch end­lich mal zu den seinen erheben . . . und da bleiben sie haften groß und ungläubig staunend ... ein Kinderblick, der eine Freude, eine selige Ueber- raschtheit spiegelt, die das Kinderhcrz nicht erwar­ten, nicht hoffen konnte, so zaghaft, so bang, so hilf­los lächelnd. Er wartet auf die Begrüßung nun nicht mehr.

Sie kehren schweigend um und gehen nebenein­ander, und der kluge Hund drängt sich eifersüchtig knurrend zwischen sie. Es ist rührend, wie sie ihn sanft fortschiebt. Sie behält die Zügel von Remus, der das zu billigen scheint und der seine Hufe zier-

Hochschulnachrichten.

X Berufung. Das durch den Weggang des Pr». fessorS Drerup an der Untverstrift Würzburg er­ledigte Ordinariat de Rassischen Philologie ist dem a. o. Professor Dr. Friedrich Pfister in Tübingen ongeboien worden. Pftsters Arbeitsgebiete sind klas­sische Altertumskunde und Sprachwistenschast, mittel- lateinische Literatur.

X Lehrauftrag'. Wie die ,£>. 51. hört, haben di« Privatdozenten in der philosophischen Fakultät der, Universität Frankfurt a. M. Dr. Lo Bruhn» und Dr. Fritz Heinemann Lehraufträge für Kunstgeschicht bezw. Gschichte der antiken Philofophi« erhalten.

X Die venia legendi ivurde deni Aiststeumrzt an der medizinischen Klinik der Universität Kieste« Dr. med. Erwin Moos in der dortigen medizinischen Fakultät fiir das Fach der inneren Medizin erteilt. ' x Berufung. Der a. o. Professor für Geologie und Paläontologie an der Universität Freiburg L B. Dr. Emil SBepf er ist zum Geologen bei der Geolo­gischen Abteilung des Statistischen Landesamtes in Stuttgart berufen worden.

X Jena. Auf die Beschwerde der kommunistische« Studentengruppe der Universität Jena gegen Prof, Dr. Ludwig Plate wegen Mißbrauch- der akademi­schen Lehrfreiheit und Beschimpfung südischer Nniver- sitätsangeböriger hat das 'thüringische Volksbildung»- ministeriunr geantwortet, der Rektor bet Universität sei veranlaßt worden, das Dienststtafverfahren gegen Prof. Dr. Plate einzuleiten.

sowie infliifl; ührlich« trieb r 18.

Imnei, Spiel nt 6M

Hockey. Am kommenden Sonntag findet das 1. Marburger Hockey-Tournier statt. Es beteiligen sich Tennis- und Hockeyklub Hanau, Tennis- und Hockeyklnb Frankfurt-Rödelheim, V. f. B. Limburg, 19OO Gießen^ D. s. B. Gießen. Kurhessen Cassel, 1848 Cassel, H. C. Cas» el, V s. B. Marburg, 1860 Marburg, außerdem die Damenmannschaft von Kurhessen Cassel, und 1860 Mar­burg Damen Das Tournier beginnt um 10 Uhr mor­gens. Den Reigen eröffnet Hanau gegen 1848 Saffet, bienen die größten Siegesaussichten zuzusvrechen sind. Schlug diese doch erst vor kurzem die Hockey-Abteilung des 1. F. C Nürnberg mit 2:1, ebenfalls Cassel. Dir Borrunde wird vormittags ausgespiclt, Nachmittag? Zwi- rben- und Endrunden. Vor der Endrunde, findet da» Dameusviel 'statt. ® enter.

50005300 3300-85^0 42004400

4200-4400

17000 - 20000 12000-13000 3700

Svesirerdstn, Viktoria.

erbten 1000012000

Speijeerblft. 8000-10000

Der Wert der Mark im Auslande.

Frankfurt, den 10. August 1823.

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IttlctW f. Mittel' lig 6» i dreist viele» nach, > nicht, i nicht . Frei, e nicht chmerz» o erd en, .ühnr» :ol D» t Rich- ?n hah tutnfldi

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n und lausen, e, mt» ob est turtro« sage» st, Wit id das eidendt luhbä» , x$4

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Sie i« eoger«. )ts lw 13 aw Reid«; in txti mmt. (fte iS bMmdk n toW r FaL n ÜN» Meder- Nächste.

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ersah bezahlen. Dann beschäftigte sich daS Gericht einer Prügelei, bfe in bet Bahnhofstraße stattgefuude», hatte. Von den beiden Angeklagten war mit der ein» erschienen, der mit einemBergnügungssteuerzettel" i» Höhe von 500000 Mark nach Hause gehe« konnte. Sei« i Genosse kommt besonders an bie Reihe. Der weitere Fall bot besonderes Interesse, denn es handelte sich uni eine Beleidigung int Dienst. Der deshalb Angeklagt» hatte einen Postbediensteten ersucht, ihm doch eine« Brief abzunehmen. Der Mann lehnte dies, seine Vor» chrift einhaltend ab, was den anderen sehr verdroß unh iu beleidigenden Aeußerungen veranlaßte. Der Ange» chuldigtr gab an, baß er die Vorschrift nicht gekannt habe. Urteil 200 000 Mark Geldstrafe.

Vaterlandes, laßt Euch nicht von Kleinmut niederorücken «nb von Selbstsucht leiten. Für Genußsucht uns Lutzn'? Lßt die Not des Volkes keinen Raum. Fort daher mii all den häßlichen, die Darbenden aufreizenden Ersch-imin- etn gedankenlosen Taumels! Seid Euch ste's bewußt haß der Kampf um Rhein und Ruhr auch von Euch ge- st ei gerte Opferkraft und die Not der Stunde von «len Gliedern unseres Volkes selbstlose und große Sei- Hungen verlangt! Regierung und Reichstag sollen Mut »vd Tatkraft zeigen und Entschlüsse finden, um durch eigene Kraftanstrengungen die Not dieser Tage zu meistern. Verzehrt Euch nicht in Zwietracht int

. »ns selber helfen. Deutsche an Rhein, Ruhr uw : tzaur, Jbr seid un? ein Beispiel, das uns immer wieder \ erheben soll. Verzagt nicht! Noch nie hat ein Sieger im Kausche seiner Macht Recht behalten. Das lehrt die f Weltgeschichte. Detitsche an allen freien Strömen des

Jch will gehen mit Ihnen."

Tann bitte. . . bitte ja?"

Sie neigt das Haupt und bietet ihm die Schulter zur Stütze, wie damals, als er zum erstenmale auf- gestanden war. Aber er macht es diesmal falsch und legt den Arm um ihren Nacken und ihr Gesicht fällt gegen seine Brust. Sie will etwas sagen sie will sich aufrichten im letzten Widerstreben. Es geht nicht er hält fest. Er weiß ja, was sie sagen will und antwortet darauf:

Ja, gewiß ich bin verlobt und werde im Herbst heiraten wenn du willst. . . Aber die andere war nie mein und sollt' es nie fein. Die hat den nun, der zu ihr gehört den Rackwitz . .

Und wieder wird es still... . Dann einige leise Fragen über Nebensächliches Notwendiges Alltägliches. Und bann weitet sich der Wald, da liegt das schimmernde Kornfeld und von den Höhen läuten die Feierabeudglocken.

Ich danke dir so, daß du gekommen bist. . . ."

Ich mutzte ja . . mein Kontrakt . . du läßt dir ja kein Recht nehmen und keine Macht!"

Nein! Keines keine! Und hier will ich sie ausüben hier, wo der letzte Waldesschatten uns

Sin MW ies ReilMWenten.

Berlin, 11. Äug. Der Reichspräsident hat identen Aufruf erlassen:

An bas deutsche Voll!

i In schwerer Bedrängnis, rückblickend auf ein Jahr Leidens und Duldens und vorwärtsschauend in die ' Mkelverhangene Zukunft, begeht heute Deutschland fei' wti VerfassungZtag. Jeder von uns kennt das tzngebeure Ausmaß unserer Not und Bitterkeit, und hennoch: Wir wollen den besonderen Sinn dieses Tages jit&t vergesse». Dar deutsche Voll bat sich seine Bei' fgssung gegeben, einig in seinen Stämmen unb von dem Mlen beseelt, sein Reich in Freiheit und Gerechtigkeit zu erneuern und zu festigen, dem inneren und äußeren Frieden zu dienen und den gesellschaftlichen Fortschritt i y fördern. Diesen Willen wollen wir heute aufs neue hekunden und bekräftigen. Gerade auf den Tag sind hrute sieben Monate vergangen, seit die Fran- p> s e n und Belgier in unser Land eingebrochen jinb. Sie haben unsere sieißrge Arbeit stillgelegt und stuldlose Menschen, jung und alt, verjagt, gepeinigt, ge< martert und getötet. Sie haben unser redlicher Bemühen, stnersüllbares ersüllbar zu machen, in tiefe Erbitterung verwandelt. ErwaS Gutes für sich irttb kür Europa jaf-en sie nicht erreicht, es fei denn, daß sie dies eine et» richt haben: Nie noch so felfenfest, nie noch so innigen Waubens wie jetzt sind wir Deutschen unserer Stammes' zigehörigkeit uns bewußt geroorben. Das Unglück »erbindet M.inn.'ßiaust schlägt ein in Mannes, sgust, Frauenhand faßt Frauenhand: Deutsch sind wir. »nd deutsch wollen wir »leiben! Wir blicken vergeblich in hie Ferne Schutz und Hilfe kommen nicht von dort ®te Begeisterung für das Recht scheint draußen schlafen

(Nachdruck verboten.)

Gerda Gerovirrs.

Roman von Ada von Gersdorfs.

(Schluß.)

Wie war die Luft so weich so warm das Licht so goldiggrün wie wehte es so duftig, so hcrbstschön aus den grünen Tiefen heraus ... ach tief, tief atmete sie auf Brust und Seele wei­ften sich, sie nahm den Strohhut ab und hing ihn über den Arm, das kurze ährengelbe Haar fröhlich schüttelnd, daß es in dichten Locken, lange, lange schon nicht mehr von der Schere berührt in die 6tim fiel, und breitete die Arme aus, dankbar ftoh, nach dem Stück tiefblauen Himmels, der hoch über dem Waldweg sonnig lachte.

Und in diesem Augenblick bog ein Reiter au schönem hellbraunem Pferde, gefolgt von einer gro­ßen, silbergrauen Dogge, in den Waldweg ein.

Der Hund war zuerst bei ihr einen Moment stutzend bann mit dröhnendem Bellen so toll vorausschietzend, in so mächtigen Sätzen, daß er sich ^beinahe überschlug und die ganze kraftvolle Ge- , Danbttjeit ihrer hohen Gestalt dazu gehörte, dem 'stürmischen Anprall standzuhalten.

,Baghera!" schrie sie auf, ohne seinen Herrn, der einen Moment hinter dem großen Holunder am . Grenzstein zögerte, zu gewahren.Baghera! Mein treuer Hund!"

i Dann Berstummen, scheues Abwehren zö­gerndes Stillstehen, Blässe und Röte auf dem

- Leben, geievlten Gesicht.

Und näher langsamer Hufschlag auf weichem Sand. Jetzt halt! Nun muß sie ja wohl aufsehen. Namenlos befangen, schuldbewußt, er- ischrocken sieht sie auf, so schlank und fein in km schwarzen faltigen Frauenkleide, mit den dicken goldenen Locken über der Stirn, den ernsten > Braue«, dem vollblühendeu, bebenden Munde.

Fulda. 9.Aug. Die diesjährige Bischok-k-i-k r-.-u, rndet am 20. August statt. >

Nr. 187

Sonnabend, 11. August

1923

sich, ordentlich vorsichtig neben ihre schreitenden Füße setzt. Der Wald schweigt und lauscht, Sonne siegt über dem Wege und die Blumen stehen und grünen und leuchten, wo die Liebe schreitet.

Zch bin jeden Tag zu dieser Stunde hier ge­ritten, um Sie zu begrüßen, da Sie nicht schreiben wollten, welchen Tag Sie kämen."

Ich danke Ihnen", sagte sie nur aus tiefster Seele, ganz, ganz leise ... Es ist keine Höflichkeit, kein gewöhnlicher Dank . . es ist so viel mehr. Es ist der Dank, der schlichte, ungesuchte für ein

Berliner Produktenmarkt Berlin, beit 10. Angm» '921. PreN« für 10n Pfd. ab Station.

Prelle in Tausend Mark.

' 6H1M

V vom 10. August.

Unter dem Vorsitz des Staötv. T r ö l t s ch traten beute bie Stadtverordneten zum zweftenmale in dieser Woche zu einer Sitzung zusammen Bei äußerst schwacher Besetzung erl-chigte man eine inzwischen von 6 auf 7 Mil­liarden erhöhte Anleihe der Stadt Marburg.

Der Antrag lautete rote folgt: Die Stadt Marb-'rr nimmt mit Genehmigung des Staeisministeriums eine JnHaberpavieranleiHe von 7 Milliarden Mark auf und zwar entweder ganz oder teilweise nach Wahl der ©i^t: 1 sieben Milliarden Mark a's toTf(HtanHge Anl-ihe in Höbe des Geldwertes von 3 000 Fellmetern Derbholz zum Zeichnungspreife (endgültige Festsetzung dem Ma­gistrat Vorbehalten) von 2 000000 Mark dm Fest­meter gegen eine Verzinsung Von 6 Prozent j-roells zahl­bar am 1. März »nd 1. Seplemb-r. Tie zur Auszahlung ^langenden Beträge für die Verzinsung und Tnguno werden für den T-rm!n am 1. März und 1. S'ptembe' berechnet nach d-m durchschnfttlichen Holzprrise, welche- ich aus b»n öffentlichen Versteigerungen oer Stadt in der Zeit vom 1. August bis 31. Januar bezw vom 1. Februar 6;a zum 31. Juli nach der Beschönigung des aussichtkübrenden staattickm Oberförsters ergibt. Oder ganz oder leilwüse'2. sieben Milliarden Mark als Mark­anleihe verzinslich zu dem jeweisioen Reichsbaukoiskont- ,.rtz jedoch nicht üb-r einen vom Ministerium ststri.setzen­den Prozentsatz. Die Tilgung der Anleihe erkolgr, vom Beginn des auf di- Begebung solg-nden Rechnungsiah-es ab mit jährlich 6,5 Prozent unter Zuwachs der durch bi" torischrei^ende Tilgung ersparten Zinsen, durch Aus­losung, Ankauf oder Kündigung: verstirkte Kündigun" oder Gofamtkündigung der Anleihe ist zulässig Tie Aufnahme erfolgt zur Deckung der 1. für die feit der Ver­anschlagung des außerordentlichen Voranschl ges für 1923 eingetn'ten-n lleberteuerung mit 1 865 000000 Ml, 2. für die seit dem Voranschlag b-schlossenen neuen Ar­beiten und B.'schafftmgen mit 3 530000000 Mk.. 3 zur Tecki'Ng der Anleiheunkosten m't 605 000 000 Mark

In dcn Gründen ro;rb gesagt: Der außerordentliche Voranschlag war ausgestellt im Juni 1923. Auf dieser Grundlage wurde die Geldbeschasfung vorgenommen. Was sie ergab, wurde sofort in W> rte umgesetzt. Die be­reits bis znm 25. Jul! 1923 eingrgangenen Beträg- narf Abzug der Provision rund 548 Millionen sind sofort für Arbeiten verausgabt worden Wäre noch Geld vorhanom a, wesen, so Hütte dfts wertbeständig angelegt rotrben fönnen, so aber müssen die weiter eingetretenen Steige­rungen durch eine neue Anleihe hereingeholt werden und zwar mit dem gleichen Quantum Holz, wie vorher, eine entsprrcherch höhere Quote Mark, welche allerdings mit der Entwertung nicht Schritt hälü Für die Be- triebsw-rke ist dringend die Steigerung des Betriebskapi­tals erforderlich, wenn wir bei der Steigerung der Löhne und Materialien nicht in eine rückläufige Kou- jnnktur geraten wollen. Re- der Ausgabe der neuen Anleihe soll der Preis, wenn möglich je etwa 10 Prozent unter dem jeweiligen Holzpreise angesetzt werden, sodaß er bei der. jetzt fast täglichen Steigerung erhebliche Un­terschiede im einzelnen anfroetfen würde.

An die eingehenden Darlegungen des Stadtver- orbnetenvorsiehers, des Bürgermeisters Muel­ler und des Oberbürgermeisters schloß sich eine rege Aussprache. Stadtv. Trommershansen nahm dabei Gelegenheit, auf die katastrophale Sage weiter Kreise unserer Einwohnerschaft hinzuweisen. Um die Ausgaben Halbwegs auszugleichen, komme eine Erhöhung bet Preise nach der anderen und dadurch würde die Lage für einen großen Teil der Bevölkerung immer unheilvoller. Tie Leute, die ihre Einnahmen damit nicht ausgleichm könnten, kämen vor bett Zusammenbruch und Ruhe und Ordnung würde schließlich dadurch in Frage gestellt. Dft Vorrlage wurde schließlich genehmigt.

. Ein Drin gltch keits ant rag, der dahin ging, für 2Milliarden Mark Papiergelb­notscheine herzustellen, um btr Knappheit an Zah­lungsmitteln avzuhesien, wurde ebenfalls ausführlich be­gründet und durchgesprochen.' Schließlich beschloß man den Magistrat zu bevollmächtigen, bis zu 2 Milliarden Notgeld Herstellen zu lassen.

Eine hochherzige Stiftung.

Zum Schlüsse der Sitzung nahm Oberbürgermeister Tro je daL Wott und teilte mit, daß die Herren Karl und 9116* t Strauß zum Gedächtnis ihres ver­storbenen Bruders und Mitinhabers der Firma, Herrn Hugo Strauß, für wohltätige Zwecke eine Summe von 50 Millionen Mark gestiftet hätten. 25 Mil­lionen- sei-n unterschiedlos für bie Armen und Be­dürftigen Marburgs und 25 Millionen für bie Klein- unb Altersrentner bestimmt. Im Namen der Stadt danke er für bie Stiftung, die sich würdig denjenigen anschlie- jen, die die Familie Strauß früher schon gemacht. Auch der Stadtverordnet en Vorsteher schloß sich im Namen der Stadtverordneten den Dankesworten an. Damit hatte die Sitzung ihr Ende erreicht

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Marburg und Umgegend.

Marburg, 11. August (Ernting).

"* Der Brotpreis. Kartenfreies Brot, das I'ki vielen sifamilien, in denen das Brot die Haupt­nahrung bilden muß, schwer ins Gewicht fällt, kostet letzt ISfrOOO M bezw. 200 000 M, Kartenbrot

3 500 zu je 1900 Gramm gerechnet. Schlimme Zeiten!

* Ausgestellte Gemälde. Man schreibt uns: In der Ebelschen Buchhandlung hat Kurt Schmelz eine Reihe Federzeichnungen mit Monven aus Marburg und 'einer Umgebung ausgestellt. Der junge Künstler hat durch seine farbigen und plastischen Arbeiten bereits die ernsteste Aufmerksamkeit ans fick gezogen. Mit bieten Federzeichnungen die zu einer Mappe vereinigt bald im Kunsthandel erscheinen sollen zeigt er uns, daß auch seine schwarz-weiße Kunst inzwischen nicht brach gelegen hat. Dem oberftäcklich Urteilenben mag eine gewisse Verwandtschaft mit Ubb'lobde deutlich erscheinen: in Wahrheit zeigen die Blätter nur, daß Schmelz von Ubbelohde gelernt hat, daß aber der Weg des jungen Künstlers zu ganz anderen Zielen führt. Man glaub: eine primär plastische Begabung und einen zutiefst liegen­den Sinn für die Farbigkeit alles Seins auch in diesen Federzeichnungen durchschimmern zu sehen. Die Lin!.' in ihrer Eigenwilligkeit tritt zurück, es flimmert das Licht und rundet sich der Raum. Tie Blätter sind Zeugnisse für das rastlose Streben eines sich entfaltenden Künstlers: als solche wollen sie gewertet fein, als solche verdienen sie die ernsthafteste Beachtung, denn Ernst und Können steckt dahinter. Dr. Diebel

* Straf fitm tn e t. Vor einiger Zeit ent­standen infolge unsachgemäßer Ausführung elek­trischer Anlagen in Zesberg eine Anzahl Brände, Oie mehr oder weniger Schaden verursachten. Diese Sache brachte einen Unternehmer und zwei Mit­beteiligte wegen fahrlässiger Brandstiftung auf die Anklagebank. Das Gericht erkannte nach ein­gehender Darlegung des Sachverhalts gegen den ersteren auf 1 Monat Gefängnis bezw. 6 Millionen Mark Geldstrafe. Ein anderer Angeklagter stand unter der Anklage des Betrugs, den er bei einem Pferdehandel begangen haben sollte. Das Gericht hielt den Mann für überführt und erkannte auf 20 Millionen Mark Geldstrafe. Eine weitere An­klage wegen Preistreiberei endete mit der Ver- urteilung de sAngeklagten zu 20 000 <M. Geldstrafe. Drei weitere Fälle der Sitzung, die sich bis in die Nachmittagsstund'en ausdehnte, mußten vertagt werden.

* Schöffengericht. Ein junges Mädchen stand wegen verschiedener Holzentw.'ndungen vor Gericht. Es muß 500 000 Mark Strafe und 50000 Mark Wert-

Geschlechlsleiden

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Auskl. Brosch. Nr.25 geg. Eimendung von 5000 Ml.

®5pez . flrzi Dr.BoIIaenders®^« H

Frankfurt o. M., Bethmannstratz« 56. (8886

'.Ii1; 4.'.7; Sonntags 11'12.

ammenbalten, in Gemeinsinn, Ordnung, und

Opserwilligkeit.

Berlin, am Verfassungstage 1923.

Der Reichspräsident.

(ge;.) Ebert,

0^000190 , 00095

125.42 Fr.

59.20 Euld.

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