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rang, die dieser Gedanke im Völfirburch gefunden hat, können wir aber nicht als befriedigend anerkennen. Das Wesentliche ist nicht der Völkerbund, sondern der Gedanke, dem er dient, die innere Versöhnung der Völker, die das Instrument ans einem Kampfmittel in der Land des Gläubigers umwandcll und veredelt zu einem Instrument M Verständigung der Völker auf kulturellem und wirte schaftlichem Gebiet. Wird diese Lösung in vielleicht noch fernen Tagen erreicht, so wird der Bund der Völker den Völkerbund fast unentbehrlich machen. Der Minister gedenkt dann in warmen Worten des Ablebens des ame* rikanischen Präsidenten Lording und weist zum Schluß barauf hin, daß das im Versailler Vertrag den Deutschen abgevreßte Bekenntnis zur Kriegsschuld immer mehr an Glauben verliere, jv mehr t* Vorgeschichte des Krieges sich enthüllt. Der Widerstand an der Ruhr werde in dem von Stresemann richtig geschilderten Geist durchgeführt. Wiederherstellung vertragsmäßiger Zustände, Rückhehr der Vertriebenen, Lösung des Revarationsprcblems in einer Weise, die unsere wirtschaftliche und soziale Existenz uW zerstört! Das ist die Basis der Verständigung, die wir wünschen, und zu der wir bereit sind. (Beifall.)

Nach 6 Uhr wird die Weiterberatung aus Freitag LJHr vretagt.

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Die „£>bet6eliii4e Zeitung" ericketnt iediemal wöchentlich. — Lezugsvreis monatlich 80000$!?. freibleibend mit Zustellungrgebühr. Für ausfallende Nummern tnf. Streiks oo. elementarer Ereignisse kein Eriaz. — «erlag von Dr. T. hinerotb. — Druck der Unio^Buchdruckerei von Job. Lug. Koch, Markt 21.23. — ^ernivrecher 55, Dost» icheckkonto: Nr. 5015 Smt Franfiurt tu Main.

Marburg Sreilag, 6tn 18. MO Qntting

man ihren Lauf lasse«, wenn die deutsch« Regierung Maßnahmen treffen könne, um das Vertrauen zum deutschen Geld im Inland zu erhalten. Die gestern beschlossenen Schritte, Besonders der Beschluß, daß der Inflation unverzüglich Einhalt geboten werden müsse, würden 018 hoffnungsvoll angesehen. In der So«, dauer Geschäftswelt werde hervorgehoben, daß der durchschntttltche Btndungsgrad und di« Disziplin del deutschen Bevölkerung Faktoren seien, die der Ber­liner Regierung helfen würde, mit der Lage fertig 1* werden.

Die Pariser Presse zur Kanzler«»«.

Parts, S. Aug. Soweit die htestgen Bläffer sich mit der RetchStagSrede Dr. EunoS befassen, erkläre« ste übereinstimmend, daß die Rebe kein« Ueberraschune gen brachte. *

.Petit Paristen" schreibt, man habe nicht ange­nommen, daß der Kanzler die bisher verfolgte Politik verleugnen würde, sondern erwartete, daß er sich zn rechtfertigen versuchen und angesichts der Haltung deS englischen KabtnetteS zur Fortsetzung des passive« Widerstandes auffordern würde. Das habe stch auch so ereignet.

Der .Maffn" schrekbt voll Höhnt Reichs kanzle« Cuno sei, nachdem er wiederholt von seinem Freu» und Tischgast (!) Lord d'Abernon getäuscht wur^ und vergebens aus die Intervention Englands rech­nete, fkepffsch geworden.

.Echo de PartS" erklärt, Reichskanzler Dr.Eunb habe Worte gesprochen, MtnffterprSstdenit PoincarS aber werd« zum Handeln schreiten.

Zu der Rede EunoS schreibt Gustav Herv4 in der "Bictotre": «uS der Rede deS Reichskanzlers geht ganz klar hervor, daß et in feiner Auflehnung gegen den Vertrag von Versailles bis ans Ende gehe« wolle. Frankreich habe ein Pfand in die Hmw fle- nommen und es handele sich setzt darum, dieses Pfand mtszubeuten. Der Reichskanzler habe, da- «ehe auS seiner Rede ganz klar hervor, noch nicht begriffen, da» Deutschland besiegt worden sei, daß es den Vertrag von Versailles unterschrieben habe und daß es keinen Präzedenzfall dafür geben und dem elenwntarsten ge­sunden Menschenverstand zuwider sei, daß die Besieg, tat mit dem Sieger alS gleichberechtigt verhandeln, .

• Berlin, 9. Aug. Schon längere Zeit vor Sitzungs- Minn herrscht im Reichstag große Unruhe. In den Gängen und vor den Frakffonszimmern erscheinen immer me Deputationen, die erregt auf die sozialdemokratischen «^geordneten einreden. Es sind Betticbsraismftglieder wn Berliner Großbetrieben, die im Namen ihrer Beleg- ßhaftem den Rücüritt des Kabinetts Cuno verlangen enb zur Durchsetzung dieser Forderung den Streik oder Passive Resistenz androhen.

Um */*3 Uhr wird die Sitzung eröffnet unb die Ans­prache über die Regierungserklärung begonnen.

Abg. Mueller-Franken (So;.): Die breiten Massen des deutschen Volkes sind heute in einer Not, wie jfc selbst in der Kriegszeit kaum vorhanden war. Die tiefe Erregung, die durch unser Volk geht, ist nicht durch hetze- «fdje Agitatoren geschürt worden. Für die Scheine mit jtn vielen Nullen, die der Volksmund längst Haven- in-Rnbel getauft hat, ist kaum Ware zu haben. Außer- fehlen die Zahlungsmittel bei der Reichsbam, du he Voraussicht bat vermissen lassen. In dieser Seit ist O ganz unangebracht, wenn der Reichskanzler predigt: Weniger verbrauchen, mehr sparen und mehr arbeiten. Much die verfehlte Politik der Reichsbank ist der Spar- teb ja ertötet worden. Die schlechte LebensmitLstver f«gung ist die Folge der völligen Freigabe des Lebens- Nittelmarttes. Alle Appelle der Regierung an die Land- tzärtschaft sind erfolglos geblieben. Tie voriähktze Re- Wkdernte in Kartoffeln ist zum großen Teil versüffcrt und tersnselt worden. Wenn Poincare seine Gewaltpläne ■nf Losrcißung des Rheinlandes verwirklichen sollte,..so Körbe sich das bitter rächen Die rheinische Bevölkerung» lägt sich nicht altdeutschen. Der Redner polemisiert gegen bei bäurischen Partikularismus. Wir billigen die Haltung

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Dos 6*o der Soozlmede.

Die englisch« Auffassung.

London, 9. Aug. Wie das Reutersche Büro hört, wird die Erklärung des Reichskanzler« Tuns, daß Deutschland von England nichts erwarte, in maßgebenden Kreisen Londons begrüßt. Ts wird betont, daß es völlig irrtümlich fei, anznnehmen, das England Deutschland aus dem von ihm selbst hervorgerufenen Wirrwarr herauszuhelfe« wünsche. Andererseits ist England nicht geneigt, Deutschland den bedingungslosen Rückzug bei de« passive« Widerstande anzuratea. Die amtliche« Kreise Englands find immer «och der Meinung, daß auf den deutschen Vorschlag eine Antwort ergehe« solle und fie würde« es vorziehen, wen« ihr« Antwort mit einer solche« der Alliierten vereinigt würde.

London, 9. Aug. Die »TtmeS" schreibt zu der gestrigen Rede des Reichskanzlers, seine Kritik der britischen Politik könne für den Augenblick cmtzar Betracht gelassen werden. Die briffsche Regierung besitze keine Zauberformel^ um Deutsch­land zu retten. Es sei nicht unbedingt nachteilig, daß die englische Haltung in Deutschland anscheinend eine Enttäuschung hervor- Q.rtfen habe. Die Taffache, daß die britische Regie­rung entschieden gegen die Rnhrbesetzung war, sei von der denffchen öffentlichen Meinung übertrtebene Be­deutung beigemessen worden, denn ein in einen Ott» teren Streit verwickeltes Volk nehm« naturgemäß an, daß Diejenigen, die nicht gegen es seien, auf seiner Seite ständen. Es sei gut,, wenn diese Il­lusion zerstreut würde, zumal sie eine be­täubende und lähmende Wirkung auf Deuffchkand misgeübt habe. Die Bemühungen Großbritanniens, eine fortschreitende Revarationspolitik zu treiben, seien bisher auf zwei ernste Schwierigkeiten gestoßen. Das eine Hindernis sei die lranzöstsche Ruhrpoliffk, das andere die Energielosigkeit DenffchkandS. Einige Sätze der Rede des Reichskanzlers deuteten an, daß diese passive Haltung auf ieben Fall misgcgeben wer­den solle und daß Deutschland möglicherweise etwas tun werde, um sich selbst zu retten. Der Entschluß allerdings, den passiven Widerstand aufrechtzuerhalten, lasse dde Ruhr« läge genau so, wie sie sei (N. ES frage sich, ob die deutsche Regierung ihre Politik in irgend einer anderen Richtung zu ändern beabstchffge. Der Ruhr- konflitt habe die finanzielle Desorganisa­tion Deutschlands beschleunigt. Der Zu­sammenbruch der ®iarf und die dadurch verursacht« Gefahr sozialer Ursachen schienen die deutsche Regle- rnng zum Handeln veranlaßt zu haben. Cungs Rede sei wickfig gewesen, nicht nur, weil er zu gebe, daß Deutschland allein stehe und allein bandeln müsse sondern auch, weil er au deutete, daß die Regierung Vorbe­reitungen treffe,’ um mit Zustimmung des R-ichstags praktische finanzielle Maßnahmen d n rch z ufti h ren. Ter wirkliche Wert der neuen DesleuerungSvorschläge oder der in­neren Goldanleihe fei schwer abznscl>8tzen. Es sei lehr wichtig und interessant, sestzustellen, wie die Dinge sich in den nächsten zwei Tagen gestalten wür­den, ob die Regierung wirkliche politische Entschlossen- r.ett zeige und ob Ne dab-l die Unterstützung des Reichstages erhalte, oder ob dieser von 6er Demoralisation deS Landes angesteckt sei. Auf jeden Fall werd.» es der in England herrschende Besorgnis erleichtern, wenn Deutschland auf irgend welche Weise seine Energielosigkeit über- w i n d e.

Die .Morning Post" drückt die Freude der Fran- wienfreunde darüber aus, daß Baldwin vom deut­schen Reichskanzler eine schroffe Entgegnung erhal- teit habe.

Die .Daily Mail" beschäfttgt sich in ihrem Artikel fast ausschließlich mit dem Versuch nachzuweisen, daß die deutsche Industrie die Kaufkraft der Mark absich'- lich zerstört habe, um sich von den Revarationsleisirin- gen in der nächsten Zukunft 5« befreien. -

London, 9. Aua. Der Finanzmiiarbeiter der „Daily RewS" meldet: In Bankkreifen werde die schwierige Lage der deutschen Regierung, in ihrer gan­zen Bedeutung gewürdigt. Der Augenblick erfordere eine Aktion, die gesunde Verhältnisse bezüglich der Zahlungsmittel verbürge. Den Schwankungen des Wechselkurses auf. dest auÄvärlitzcu Märkte« könne

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London,». Aug. Heute vormittag wu.de i«,‘ T-owningstreet eine Vollsitzung des Kabinetts 8« Erwägung der Reparation und der Ruhrfrage ab« gehalten, die 2*4 Stunden dauerte. Lord Robert Cectel, der heute morgen aus Frankreich zurück­gekehrt war und der eine längere Unterredung mit Baldwin hatte, nahm an der Sitzung teil. Dagegen fehlten Lord Derby und Amery. — Reuter zufolge verlautet, daß das Kabinett die Antwort erwäge» wird, welche auf die letzte französische Note erteilt: werde» soll. Es sei anzunehmen, daß noch einet oder zwei Sitzungen nötig sein werden, bis die Ant- wort endgiltig gebilligt werde. Wahrscheinlich »ür- den die britischen Schriftstücke nächste Woche ver- öfsentlicht werden.

London,». Aug. Der Parlamentskorrespon^ dent des „Daily Telegr." berichtet, die Erörterun, in den Regierungskreisen scheine sich um folgende zwei Möglichkeiten gedreht ,u haben:

L Einsetzung einet internationalen Kommission zur Festsetzung der deutschen Zahlungsfähig«^ fett, oder

2. Verweisung der gesamten Frage an de« Völkerbund.

Das letztere Verfahren werde in maßgebende« Kreisen stark befürwortet und werde kräftige Unter­stützung finden.

Keine e»glifch«fra«zöfische Verständigung.

London, 8. Aug. Der diplomatische Korre­spondent des „Daily Telegraph« schreibt mit Bezug auf die verschiedenen Auffassungen innerhalb des Kabinetts: Obwohl Baldwin und Lord Turzo« den Meinungsverschiedenheiten Rechnung trage« müssen, so kann doch nicht die Rede davon sein, den Extremen Diehards in der Ruhrfrage nachzukom­men, d. h. den Vorschlag anzunehmen, wonach sich England, Frankreich und Belgien entschließen, von Deutschsand die bedingungslose Einstellung de« passiven Widerstandes zu fordern. Ferner teilt der« selbe Korrespondent mit, daß di« Unterredung zwi­schen Lord Robert Cecil und Millerand keine An«, Näherung zwischen den beiden Ländern erzielt habe. Da es nun einmal so sei, so komme man in Regie­rungskreisen immer mehr zu der Ansicht, daß die Grenze der englischen Konzessionen erreicht sei. Es könne sich nicht darum handeln, eine Verständigung um jeden Preis herbeizufiihren. Man sehe für Eng­land wieder eine Zfolierungspolitik nach früherem traditionellem Muster voraus.

Di« Unstimmigkrit«» i« «nglifche« «abinrtt 6c. fertigt?

Paris, S. Aug. Aus London wird bericht^ Zn hiesigen Kreisen verlautet, daß es BaldwW durch private Besprechungen mit seinen Kollege» gelungen sei, die in seinem Kabinett bestehenden Meinungsverschiedenheiten aus dem Weg« zu täu-

10O°;n Ausschlag. Spät einlaufenbe ober ben Raum über */, Sette einnehmend« ,einen werden nach der Textipaltenbieite berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter 16000 Mk. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Auskunft durch die Eeichäftsst. und Vermittlung der Angebote 5000 M, bei Ueberiendung durch uns 5000.— Mk. ohne Porto.

so beruntergefommen an deutscher Scele, daß wir uns jemals den Raub des Rheinlandes gefallen lassen wür­den. Wir sehen im übrigen eine ganz unerhörte Willkür- Politik Polens gegen Deutschland. Ob wir Verbündete bekommen, das hängt von uns ab. Verbündete aus Mitleid erhält man nicht. So hoff­nungslos, wie man vielfach in der Oessent- lichkeit glaubt, ist unsere Lage nicht, auch wirtschaftlich nicht. Der Schrei nach dem Dik­tator ist ganz nnsinrfig. Eine stark« Persönlichkeit wird sich auch im parlamentarischen Regime durchsetzen kön­nen. Wir müssen fetzt so schnell wie möolich die neuen Steuern durchführen, auch die Kopfsteuer für die Arbeit­geber, so roh sie steuertechnisch auch ist. Es ist dankbar auzuerlennen, daß die dcuischen Wi'.tfchaftskreise sich zur Garantie der Goldanleihe bereit etflätt haben. Wir brauchen endlich wertbeständige Löhne und Gehälter. Die Regierung sollte in den fetzt drohenden Buchdrucker­streik als Führerin eingreiftn Es ist zu begrüßen, daß diesmal die Verfassungsseier mit der Kundgebung für Rhein und Ruhr verbunden wird. Wir müssen dos deutsche Volk aufrusen, sich auf den Staotsgedanken zn besinnen, und in dieser kurzen Rnchsiagstagung dafür sorgen, daß dieser Staat all den Haß von außen und die Wühlarbeit von innen überwinden kann. Das würd' die beste Verfassungsseier des deutschen Volkes sein. (Stürmischer Beifall, Händ-klatschen auf den Tribünen)

Abg Koenen (Komm.) beantragt hierauf eine Unter­brechung der Debatte, damit Vertreter der zahlreich cm Reichstag erschienenen Arbciterveleggtionen das Work nehmen könnten.

Präsident Loeb- erklärt «S könnte höchstens eine Unterbrechung der Sitzung in Frage kommen: denn wäh­rend der Sitzung könnten nach der Geschäftsordnung nur Abgeordnete und Regiernng^anftrogte sprechen. fSfbg. Koenen: Ich habe Unterbrechung der Debatte beantragt.) Darüber kann nicht abgestimmt werden.

Abg. Hergt (Drutschn.) bedauert, baß ein großer Teil der Presse auf die Quertreibereien gegen das Kabinen dereingefallen sei. Jetzt komme es auf Taten an. Die Regierung hat sich bisher aut das englische Pferd gefetzt. Der Versailler Vertrag ist von Frankreich zerrissen wöl­ben. Darum Hütten wir vor alpin B«fteivng von diesem Vertrag unsere militärische Rüstung wieder verstärken mü>- jen. Auch toir würden eine erträgliche Verständigung begrüßen, aber es würde gegen unsere Ehre gehen, wenn wir in diesem Augenblick Frankreich ein Angebot machen solllen Das würde die Kapitulation Deutschlands sein Der Reichskanzler hat die energische Fortsetzung des passiven Widerstandes angekündigt. Wir begrüßen das, bedauern ober die Warnung von Gewalttaten und soge­nannten verbrecherischen Anschlägen. Auch wir wollen keine verbrecherischen Anschläge: aber wir sagen, der Widerstand muß sich ganz nach dem Angriff richten. Wir stimmen über das Rubropfer hinaus auch der Arbeit- gebersteuer zu, die freilich e-ncr vernünftigen Ausgestal­tung bedarf. Mit dem Luxus muß aufgeräumt tonten. Die vielen Anklagen der Linken gegen Bayern wegen Verfassungsverletzung sind bisher nicht bewiesen. ES lieat aber vor aller Augen, wie von Sachsen die Rcicsis- verfaffung durchbrochen wird. In Sachsen ist niemand mehr seines Lebens sicher. (Unruhe links.) . In Sachsen besteht schon ein einseitiger Büroerkrieg Wir haben mit den landwirtschaftlichen Organisationen Vereinbarungen getroffen, die eine ausreichende Nahrunosmiitelversorgung des deutschen Volkes sichern. Redner jchlä-ßt mit den Worten: Selbst ist der Man«. Das muß die Richtlinie für unS sein.. Selbst ist das deutsche Volk. (Lebhafter Beifall rechts. Unruhe links.

Außenminister Dr. v. Rosenberg: Die Eigenart der Stunde liegt darin, daß bedeutsame Veröffentlichungen für die brennendsten Probleme des Tages vor der Tür stehen und ihnen wichtige neue Schritte anscheinend folgen werden. Wir nähern uns vielleicht einem Wendepunkt der europäischen Geschichte, und in solchen Zeiten ist Zurückhaltung Pflicht. Wir wissen noch nicht, ob der nächste Akt des Dramas die in. einer neuen geistigen Idee vereinigten oder die in Zwietracht sich vernichtenden Staaten Europas treffen wird. In solchen Lagen kann das zu früh oder zu spät zu laut gesprochene Wort nut Schaden stiften. Die Schweigsamkeit ncrch der Ab­sendung unseres letzten Memorandums war für uns sekLsc ein Opfer und für das Volk eine schwere Belastung. Politik dars aber nicht mit Geschäftigkeit, Schwaigen nicht mit Untätigkeit vertu'«s-ll werde.c Es strlft ictzt fest, daß Frankreich bewußt das wirtschast- liche, po 1 iti sche innd soziale Chaos in sveutlchiand herbeiführen will, um mehr Gold aus Deutschland heranszuholen. Wegen gering- fülliger Lieserungsrückstände wurde die französische Ruhr- l>esetz!Mll pclsügr, obwohl Tcutschlai'd scho-- 4st Gold- milliarden an Reparationen geleistet hat. Dir R*'p.'ri- ffonskommisfioN berechnet eine wesentlich geringere Lei­stung. Aber gerade- in diesen Tagen veröffenttiail das Vollöwirtjchaftliche Institut in Washington ein Gutachten iu dem die deutsche Berechnungsweise als die richllger.- .legerüber der Reparationskommission anerkannt wird. Dei'ischlaud har mit seiner Note vom 8. Mai den erüew Schritt zu.: Versöhnung getan. 'Daß ihre Form nicht für ihre Aufnahme entscheidend war, wird dadurch be-viesen, daß auch das Memorandum vom 7. Juui bis heute noch uv.bfütitm'M ist Abg. Müller-Franken hat Dcntsch- laabS Eintritt in ben Völkerbund verlangt. Das Bestre­ben, ein einigendes Band um die Völker zu schlinge«, fcfitßuei bei uns ungeteilter Sympathie. Äe BrrkSrpe-

AmUiches VeMndigungsblatt des Kreises Marbmg.

Anzeiger für (bas früher kurhessische) OberheM

ter sächsischen Regierung (Lärm rechts. Der Abgcordn te 'Laverrenz ruft: Der Sowjetstern!) Wir wissen doch, tech sich das Hakenkreuz-mit bau Sswjrtsiern jetzt ver- «Art. Denken Sie nur an den Graftn R-pentlow. Wir wüssen ein zahlenmäßiges Repcirationsangebot machen nb vor allem unsere Währung stabilisieren. Tazrr Missen Rrichshvpothekcn auf die Landwirtschaft gelegt 18b Anteile der Industrie einer Reichstreuhaudgesell- fchaft überwiesen werden, sodaß wir mit realen Werten »fwarten können. Deutschland muß aus prattischen jtzi die Zulassung zum Völkerbund beantragen. Not- Mndig ist die schleunige Erledigung der Steuervorlagen.

Aba. Marx (Ztr.) gibt im Num-n des Zentrums eine Mcklärung ab, in der es heißt: Alle verfügbaren Kräfte »üssen einheitlich zusammengekaßt werden. Dies werbe ■Singen, wenn der Wille dazu überall geweckt und ohne Leitverlust damit begonnen werde, die bestehenden Mog- Lchkeiten für eine Besserung unserer Verhältnisse euerav'Ä Ms-unutzen. Dazu sei ersorderlich: 1. unverzügliche Ausbringung eines ausreichenden Goldschatzes, beffeu Ävecidestimmung fein solle ine Beschaffung von Lcbcrrs- Mtteln und die Besserung unserer Währung: 2. wertbc- ständige Anlagcmöglichkciten,- 3. Ordnung im Reichs- teusbalt und Sparmaßnahmen. Bor Singrrffen in die Kermögenssabstanz dürfe nicht zurückgeschreckt werden Das Leben t-er Nation müsse über allem stehen. Die Deichsregierung müsse unverzüoliche Maßnahmen ergret stu. Alle Opfer seien geringfügig im Bercsieich zu den Leiden, bie unsere Brüder und Schwestern im besetzten Gebiet eri)ulbcn müssen. Das Zentrum gebe den Ge­danken zur Verständigung nicht auf und habe den ehr- Dcheu Willen zum endlichen Frieden den nicht nur ssvutschland, sondern auch ganz Europa so nötig habe. R*en'(Tll jm Zentrum.)

Abg. Dr. St re [emann (T. Vbt.',: Es kommt auf Ms an, ob wir die Dinge zu mciftrrn verstehen. Di« Ent- Sbeibung, um die es heute geht, kann nicht, wie ein Teil ter Presse meint, durch einen Kabiucttswechsel geschehen Ge geht um die Ausrechterhaltung der verfassungsmäßigen sirntäude ftn Reich. Wenn sic aufhören, steht auch das Dkicb in Frage. In der Welt, auch in Cnglan v denkt man über unseren passiven Wider­stand sicherlich anders, als man es offiziell ss« s s p r i ch t. Unser Bolfi übt den passiven Wider­stand nicht aus Sport; er wird geübt zur Wiederher­stellung vertragsmäßiger internationaler Zustände für *ük Lösung der Rcpamlionsftag« in einem Sinne, der bei größten Opfern und harter Arbeft die wirt­schaftlich«, nationale und ffnanzirlle Existenz ermöglicht Dieser passive Widerstand ist der stumme Aufschrei eines unerhört geknechtet.'u Volkes. Wir ttdin?n nicht auf eine Trennung der En- tente, aber toir müssen auch de« englischen Slaatsmäu *rn sagen: Deutscher Zusammenbruch und englische Ar- ^itslosigkeit sind identisch. Deutscher Bolschewismus ist Mglischer Bolschetoismns. Wenn Deutschland stirbt, so fcrbt Europa mit uns. Tas offizielle Frankr--ich arbeitet teit Absicht aut unsere Zerstörung hin. Wenn M Deutschen Reich, obwohl es seine« Bürgern nicht? •oben kann trotzdem Hunderfirrulende Hau? und Hol Msern. um die Treue für Deutschland zu bekunde«, dann brauchen wir nicht an der Zukunft uuf°ccs Landes zu ver- ,*tiftln. Haß gegen Frankreich bestand in Deutschland ^cht einmal während des Krieges. Er ist das Produkc st» französischen Politik riach dem Kriege. Wir brartcheu ^lich den Frieden. Leben und Sterben Deutschlands Mirgt nicht davon ab, ob wir eine Golttnftliarbe mehr Mhlen, aber davon, das; Rhein und Ruhr und Saar bei Deutschland blt:6eu. (Stürmischer Bei füll.) Frankreich M sich nicht täufchen. Es kann uns vielleicht gewallfam Land entreißen, aber wenn wir auch heruntcrge- Müllen And in deutscher Karl, dann sind wir doch nicht

ilnzelgenprel» bettögt für den 9ge|p. Zellenmillimeter 4000 SRL Amtliche und

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