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Auf die Möglichkeit verzichten, sich in dieser Beziehung an den Weltgerichts- Hof zu wenden, da das ganze Problem der Ruhr und der Reparationen beim Völkerbund an- hünglg gemacht werden könnte und da Präsident Coosioge dem Vernehmen nach versuchen wolle, die Genehmigung des Senats zum Beitritt zum Welt« Gerichtshof zu sichern, dessen Mitglieder bereits

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die Manlelnot« an die Alliierten befinden sich ge­genwärtig im Druck, der aber wahrscheinlich nicht lat Mittwoch oder Donnerstag beendet fein wirch,

Loudon, 7. Aug. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" ist überzeugt, datz der Premierminister und Curzon sich keines­wegs noch einmal in eine Reihe langwieriger, geheimer und zweckloser Erörterun­gen mit Paris und Brüsiel hineinziehen lassen werden. Es sei nicht richtig, anzunehmen, daß

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diguug Zwischen Amerika und Großbritannien, beiden Gläutigernationen, nur zum Vorteil reichen.

lungsmittel wird, wie derBörsenkurier" schreibt, besten durch folgende Zahlen, die die Bewegung Dollarkurses wiedergeben, illustriert:

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bett Cecil, Mister Chamberlain, M. F. Amery und Rsr. Wood. Diese Kabinettsmitgltäer feien wie­derum Fürsprecher von Mahnahmen, die in Deutsch­land weit groheren Anklang als in Frankreich fin­den würden. An der Spitze der französischen Partei stehe Lord Derby und zähle zu seinen An­hängern Peel und Hoare und P. Lloyd Hreame. lebet diesen rivalisierenden Parteien stehe Stanley Baldwin gleichsam als Schiedsrichter, doch bedauert AeDaily Mail", dah feine Entschlüsse so oft in der falschen Richtung erfolgen.

London, 7. Aug. Reuter erfährt, dah die Minister, welche während des Wochenendes London »klaffen haben, heute nach London zurückkehrten und am Mittwoch an einer Kabinettssitzung teil­nehmen werden, auf der die Reparationen und die

4 Ruhrfrage Hauptgegenstand der Beratung bilden . werben. Curzon habe während des Wochenendes W in enger Verbindung mit dem Foreign Office ge-

9*/i Uhr Dollar 2 250 000;

IO1/, Uhr Dollar 2 700000; liy, Uhr Dollar 3 200 000;

12 Uhr Dollar 3 500000;

12V« Uhr Dollar amtlich 3 300000:

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in Mark und Pfennigen gewöhnt waren. Die groben Ziffern können und dürfen uns nicht mehr erschrecken. Freilich sind diese ganzen Verhältnisse innerlich unwahr Aber wir müssen darum gerade in unserem Geldwesen danach trachten, wieder zur Wahrheit zu kommen. I". Wirklichkeit ist unser Geld nicht schlechter, als eS stühcr war. denn unsere inneren Grundlagen sind nicht geringer geworden Was die Geldentwertung und die damit in Verbindung stehende Teuerung verursacht, das ist das Schwinden des Vertrauens im Auslande in die deutschen Wiedererstarkungsmöglichkeiten auf Grund der völkischen Bedrückungen, mit denen man einen solchen feingestaltigen Wirtschaftsorganismus, wie er durch die deutsche Volks­wirtschaft dargestellt wird, bedrängt. Hier liegen die Wurzeln des Uebels, und bezüglich ihrer Beseitigung dürfen wir uns nicht nur aus ausländische Hilfe verlassen sondern wir müssen selber Hand ans Werk legen. Dazu hat jetzt der Reichstag das Wort.

gegebenen Erklärungen zu den beiden wichtigen Fra« der interalliierten Schulden wnb der im Verhältnis Repawtionssumme nötigen produktive« Pfänder bil- nach Ansicht der italienischen Regierung immer noch Grundlage jeder befriedigenden und realisierbare»

6i» neun WMtt Im HMrM.

Do ttc Franzosen aus Prestigegründen den erfolg ihres Nuhrabenteuers nicht zugestehen und an einen Abbruch nicht denken wollen, sehen sie sich ge­zwungen, aus der abschüssigen Bahn immer weiter vor zu schreiten. Wie es mit der .Regie" der Eisenbahnen in> bei-tzten Gebiet anssieht wistcn Wir. Die lothring- schen Hütten sind wegen Mangels an Kohlen und Kols bereits durchweg zum Erliegen gekommen und die gesamte französische Stahlindustrie hat schwer zu leiden. Im Laus der Monate sind die geringen Vor- rtite, die außerhalb der Betriebe und der Kokereim zu erlangen waren beschlagnahmt und nach Frankreich abgefahren worden insgesamt ein geringer Bruch­teil dessen, was man braucht, und was man vor dem Einmarsch ins Ruhrgebiet bequem erhielt. Run hat als weiteren Schritt General Degontte die Beschlag­nahme der Kokereien und der Bergwerkbetriebe an. gekündigt, die gleichfalls in sranzösische .Regte" ge­nommen werden sollen. Dabei tverden wie üblich sirenge Strafen für alle Zuwiderhandlungen gegen die betreffende Verfügung, in deren einzelne» Bestim­mungen und für alle Sabotageakte sowie für etwaige passive Resisten; angedrohl. Das Echo dieser AnNin« diwrng ist der feste Entschluß der Kokerei- und Berg, arbciter, sich unter keinen Umständen der französischen Gewalt zu beugen, soikdern im Widerstand dieselbe Zähigkeit zu entwickeln, wie es bisher die Eisenbah- ner, die Beamten und Angestellten getan haben.

Damit treten wir in ein neues Stadium des Ab­wehrkampfes ein Bisher beschränkte sich das Vor­gehen der Franzosen in der Hauptsache, zunächst auf die Ausweisung von Beamten und Angestellten aller Grade, dann ans die Vergewaltigung der Eisenbah. ner. Davon blieben im wesentlichen die Arbeiter­massen unberührt. Nunmehr werden auch diese un- miltelbar in Mitleidenschaft gezogen. Sie selbst rech­nen bereits damit, daß ganze Kolonien von Arbeitern von Ausweisungsbefehlen «teilt werde» und datz da­her Unterdrückungsmahnahmen größten Umfangs in Aussicht stehe«. Damit mutz naluraeuratz der schon; bisher mit beispielloser Zähigkeit und Ausdauer auf deutscher Seite geführte Kampf mH einem SOrtaae eine gewaltige Ausdehnung annebmeu, deren Folge« flaut tot abzusehen sind. Zunächst ist es mindestens fraglich ob die Franzosen in der Tai imstande sei» werden t6rc Answeisungspolittk in solchem Umsang durchzusiihren. Wenn es geschieht, werden sie schlieh- lich nur erreichen, datz das Ruhrgebiet, das bisher Millionen von Mensclten Arbeit, Unterkunft und Lebensunterhalt gewährte, völlig entvölkert wird. Wenn sie aber versuchen, fremde Arbeitselennnte a« die Stelle der deutsche» Arbeiter «nd in der« Wotz»,

Die »Oberhessiich« Zeitung- eri-beint sechsmal wöchentlich. Bezugsorei« monatlich 80000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streik, oyt elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag van Dr. E.Hitzerotd. Druck der Unw^Luchdruckerei von Jod. Bug. Koch. Markt 21,23. kZerntprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Bmt Frankfurt a. Main.

ein?» amerikanischen Richter enthalten. Die Ve- fvrgnis, mit der Poincar6 sich bemühe, England .tum formellen Verzicht auf diese Waffe zu veran­lassen und sich mit vollendeten Tatsachen abzufin- dcn, mutzte bereits als Warnung dienen.

Zweitens sollte das Schatzamt und das Foreign Office jede vorzeitige Aktion im Sinne der Annul- lieruna Lei alliierten Schulden vermeiden, zumal man glaubt, datz der Präsident Coolidge eine bal­dige Regelung in der noch ausstehenden Frage der alliierten Schulden an die Vereinigten Staaten ge- witlischt hat. In diesem Falle könnte eine Vsrftän-

Frankreich und die deutsche Eoldanleihe.

Paris, 7. Aug. Derlemps schreibt zu der geplanten deutschen Eoldanleihe, diese werde zur Verlängerung des Ruhrkrieges beitragen und stellt schliehlich folgende Fragen: Kann ein so groß­artiger Plan, der so sehr dazu angetan sei, die finanzielle Zukunft Deutschlands in Mitleidenschaft zu ziehen, zur Ausführung gelangen, ohne daß die Reparationskommission ihre Zustimmung gegeben hat? Sollte man nicht in den Studien, die die Re» paration-kommission vornehmen würde, bevor fie sich hierüber ansspräche, tausend Gründe zu ihrer neuen Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit, zu einer Erörterung der Zahlungsmethode und zur Erfassung der Zahlungsmittel finden? Ist da» englische Kabinett geneigt, schließt derTemps", i» dieser Weise die Verhandlungen wieder anzu» f Rupfen*

Ät »Klimm to Sonöoner Kabinetts.

London, 7. Aug. Angesichts der schwebenden taternationalen Fragen haben nur wenige Kabi- aettsmitglieder die Hauptstadt zu Beginn der Par- lamentsferien verlassen. Die meisten Minister sind bereits gestern abend wieder zurückgekehrt. Bald-

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Ein neuer Marksturz

Regelung. Die Regierung Italiens beharrt auk ihrem Standpunkt und hätte es vorgezogen, mit den Alliierte» zwecks praktischer Durchführung zu verhandeln.

Die Antwort führt der Reihe nach die verschiede«» Punkte auf. denen Italien besonderen Wert beilegt, näm­lich gleichzeitige Behandlung der deutsche» Reparattone» mit den interalliierten Schulden, Mitverantwortlichkeit Deutschlands für die Reparationsleistungen der kleinere« Staaten, Reparationen durch Warenlieferungen und Kosten des Wiederaufbaus der verwüsteten Gebiete. Jir- lien fei der Ansicht, datz die allgemein endgültige Rege­lung der Reparationsfrage auch diejenige der Schulden umfassen müsse, wie dies Italien,zu verschiedenen Male» öffentlich erklärte: ebenso müsse de» besonderen italieni« scheu Interessen in den übrigen schwebenden Fragen Rech­nung getragen werden. Was die Frage der Aufgabe passiven Widerstandes und der Ruhrbesetzung anbe treffe, fe bleibe die ftalienische Regierung bei ihrer wiederholt veröffentlichten Ansicht, d. h. sie fei gegen de» passive» Widerstand, gegen jede weitere mililärischr Besetzung an der Ruhr und für schrittweise Verminderung der fra« zösisch-belgischen Besetzung, sobald ein allgemeines Ein» Verständnis erreicht und gesichert sei.

HunderttausendiiMarkscheine werd«» geg'nwärtig in einem Dutzend Druckereien in Berlin und im Reiche hergc- ftellt. Bei einem Dollarkurse von 2*/8 Millionen Mark haben diese Scheine heute noch eint Auslandsgeltung von 20 Pfennigen! ^Die Einmillion- und Fünfmillionen- Warkscheine sind ebenfalls in grötzeren Mafien neu hcrge- stellt. Nu» aber sind bereits Zehnmillionen-, Zwanzig- Millionen- und Fünfzigmillionen-Mattscheine soweit fer­tiggestellt, datz sie demnächst in Umlauf gebracht werden können. Daneben wird aber auch die Ausgabe von Hnn- dertmillionen-Markscheinen vorbereitet. * .

Wir kommen damit in «ne ganz neue Art» der Rech- nungssorm im privaten, wie im öffentlichen und vor allem wirtschaftlichen Leben. Von einem ^.Wert" der Paviermark kanti man überhaupt nicht mehr reoen. Aber eine Gefahr entwickelt sich mehr nn» mehr: Dv Gekahr, datz die Papiermari auch im inneren Tausch- derkehr nicht m-ehr an Zahlungsstatt angenommen wird Schon jetzt ist das vielfach der Fall. Der Großhandels« anstausch vollzieht sich fast nur noch aus der T-ev.senbafts. Der Einzelhandel ist überhaupt nicht mehr in der Lage .zu kalkulieren. Ihm wird das Lebe» ungemein sauer ge­macht, und die Verbraucher werden von Stunde zu Stunde durch neue riesenhafte Preissteigerungen überrascht.

Da erbebt sich doch dir Frage, ob nicht mit diesem ganzen Zahlenunsinn ein Ende gemacht tverden soll. Wir haben schon einmal an dieser Stelle den Abstrich von öre> Nullen und damit eine gewisse Zusammenlegung des Gel­des befürwortet. Es fft ja gar nicht mehr möglich, heute r.od) mit tausend-» Mark zu rechne». Eine Tausend- Mark sind heute der fünfte Teil eines einzigen Pfennigs!

Aber wir werden uns, wenn wir auch heute noch davor zurückschrecken, demnächst ebenso an die RechnungZiorm in Millionen gewöhnen müssen, rov. wir es im Fneden

Paris, 7. Aug. Es wird bestätigt, datz demnächst eine Besprechung zwischen den französische« und den bel­gischen Ministern stattfinden soll, in der vcrschievrne Fra­gen im Zusammenhang mit der Besetzung res Mhrgebiets

Marburg

ÜRitlwoif). Den 8. AM

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Die italienische Antwort.

R o m, 7. Aug. Rach einer Stcfani-Mellnmg stützt sich die italienische Antwort auf die englische Rote, wie über-' Haupt die jetzige utib die frühere diplomatische Tätig keck Italiens in dieser Angelegenheit ans de» Standpunkt, bei die italienische Regierung bei der Konferenz in London int Dezember 1922 und in den nachfolgenden Phasen der Repanrtionsfrage eingenommen. Die damals von Muss»«

Ans Berlin schreibt man uns:

Die Vorgänge am Devisenmarkt der deutschen Börse zeigen uns die fürchterliche Verwirrung, um nicht zu agen: Verwahrlosung, fn welcher sich unser ganze Geü>- markt heute befindet. Charakteristisch ist beispielsweise auch die Tatsache, datz, während bisher di« Dollarschatz- anwcisungen immer höher bewertet wurden, als der Dollar selber, nun jetzt mit einem Male der Kurs für diese Anweisungen um mehrere bunderttauseud Mark, ja teilweise bis zu einer halben Million Dkark unter dem im freien Verkehr erzielten Doliarkurs notierten. Man geht wohl nicht fehl in der Annahme, wenn man in dieser Tatsache jetzt schon Sabotage-Absichten einer bestimmten Gruppe von Interessenten und Spekulanten ieht, die auf diese Weilt die kommende innere Eoldanleihe. die ja ebenfalls auf Dollarwährung gestellt werden soll, zu diskreditieren beabsichtigt Denn es ist klar, datz diese Goldanleihe nur dann Erfolg haben kann, wenn sie im Innern unbedingt sichergestellt und auch nach btt Währungsseite hin keinem Zweifel unterworfen wird. Wird aber die Dollarschatzanleihe, di« mit Devisen einge­zahlt werden müßte, jetzt unterhöhlt und schlecht gemacht, dann ist für das Ergebnis der kommenden Goldanleihe Schweres zu befürchten, wird aber diese kommende Gold­anleihe ein Mitzersolg, dann ist es mit dem Rufe unserer Markgeltung nach innen und nutzen dahin. Ans dem Markte der Dollarschatzanweisungen hat die Reichsbank feinen Finger gerührt, um durch eine Intervention das krasse Dijagio auszugleichen.

Der Reichstag wird sich auch ernstlich mit diesen Vorgängen auf dem Devisenmärkte befassen müssen. 6:- ist in der Tat jetzt die höchste Zeit, daß ein entschiedener Kurswechsel unserer ganzen Währnngs- und Wirtschafts­politik vorgenommen wird

Die gestrige Lage des Marktes bet ausländischen Zah

9er Mar, die Minmz mi> btt StldisiM.

AuS Berlin wird uns gemeldet:

Di« Spekulation hat auf der ganzen Linie gesiegt. Nachdem am Montag Nachmittag der amtliche Devijen- verkehr zu Eiche war, der aber auch schon den Dollar mit 1,6 Millionen Mark bezifferte, steigerte der spekulative Freiverkehr kaum eine Stunde später den Dollar um fast eine weitere Million, nämlich auf etwa 2l ? Millionen Mark. Noch wahnsinniger aber ging die Entwicklung an der Dienstags-Frühbörse. Dort erreichte der Dollar, obwohl der letzte Newporter Schiußkurs aber auch nur auf Grund der spekulativen Preistreiberei in Berlin, mit etwa 2 Millionen geschlossen hatte, einen Kurs von annäherich dreieinhalb Millionen Mark! Ein Ende ist nicht zu sehen, und schon rechnet man ganz iflli- blüfig mit einer millionenfachen Entwertung unseres Gel­des, nachdem man gestern noch mit einer hunderttausend- fachen gerechnet hatte!

Diese Entwicklung ist fürchterlich, und sie kann und darf nicht ohne einschneidende Gegenmaßnahmen bleiben Die Parteiführer wurden im Lause des Dienstags von dem Reichskanzler empfangen und hielten mit ihm ernste Beratungen über die gegmwärfige Lage ab. Wenn auch die Besprechungen ursprüngliH einer Klärung der Politik der Regierung, namentlich hinsichtlich brr kom­menden Steuervorlagen gewidmet sein sollten, so sind bei ihr doch alle diejenigen Probleme eingehend zur Erörte­rung gekommen, die auf Grund der gegenwärtige» Wirt- scdaftsentwickelung im Vordergründe stehen.

Die Dinge liegen ungemein ernst uns kritisch. Schoo wird es außerordentlich schwer, die Finanziening der an? dem Ausland fommeriben Lebensmittel und namentlich der Kohle durchzuführen. Der Kleinhandel sieht sich in nne Lage gedrängt, die ihm jegliche Disposition unmög­lich macht. Die Schließung der Geschäfte nimmt üter- hand. Die Schließung von Betrieben wird sich gar nicht mehr lange aufhalt.n las­sen. Me aus diesen wirtschasttichen Entwickelungen er­wachsenden politischen Folgen sind noch gar nicht zu über­sehen und die neuen Tollarsprünge haben Die ganze Roh­stoff- und Lebensmittel-Einfuhr mit -mcrn Schlage tu Frage gestellt. Die Situation steht aus des M ssers Schneid«.

Innerhalb der Parteien des Reichstages wird die Lage aus das ernsteste gewürdigt. Die Fraktionsvorstände sind zusammengetreten. Die Fraktionen fetter werde» sofort, wenn di» Mitglieder ans dem Lande in Berlin eingetrossen sind, iufammentreten. Via« ist sich auch allenthalben klar darüber, datz jepi politische Krisen unter allen, Nmständen ßtrmkben werden müssen, und datz man alles daransehen Muß, um dem drohenden völligen wirtschaft­lichen Zusammenbruch, der von unabsehbaren Folgen für unsere gesamte Stellung nach innen und außen wäre, ab- zuwehren. Die nächsten Tage werden uns politisch uno varlarnentarisch vor die schwersten Entschlüsse gefteilt sehen. .i <

prückkehren. Es ist anzunehmen, daß sich heute ein Labinettsrat versammel» wird. Weiter ist damit p rechne», daß die Minister im Verlaufe dieser Koche noch des öfteren zusammenkommen werden, tm über die Antwort an Frankreich zu beschließen. Dem diplomatischen Mitarbeiter derDaily Mail" zufolge wird das in Paris hartnäckig umlaufende Kerucht, wonach PoincarS und verschiedene Mii- gfiebet der englischen Regierung sich demnächst tref­fe» werden, als bedeutsam angesehen und daß in Miziellen französischen Kreisen ein lebhafter Kunsch zur Fortsetzung der Reparattonsbesprechun- gen bestehe. Es sei gleichermaßen «wiese«, daß, mnn Lord Derby und Lord Curzon, über-deren Abreise nach Paris offiziell noch nichts bekannt ist, W tatsächlich nach der französischen Hauptstadt ver- ffgen, PoincarS mit Freuden diese Gelegenheit er« «eifen werde, um mit ihnen über die Fragen, die Ltgland und Frankreich verschieden auffasten, eine Prioataussprache herbeizuführen. Es werde zu ver­stehen gegeben, daß die Ruhrfrage, die zu der Stockung in den interalliierten Besprechungen An­laß gab, einfach mit Stillschweigen übergangen wer- -den müste und eine allgemeine Unterhaltung über M Reparationsfrage im Zusammenhang mit der Krage der interalliierten Schulden zu erfolgen habe. Auf diese Weise sei den Berbündeten die Möglich­st gegeben, stch zu den verschiedensten Fragen, bis Deutschland seinen Widerstand aufgebe, definitiv «Kzustellen und ihre genauen Ansprüche an Deutsch- tmb zu beziffern.

Zum Schluß stellt das englische Statt fest, daß tat Londoner Kabinett Meinungsverschiedenheiten Betreffend die Ruhrfrage obwaltens Die Minister, Ne für eine gütliche Behandlung Deutschlands ein«

geprüft werden sollen. Im Gegensatz zu der heutigen Meldung desMatin" stellt man noch fest, daß der Zeit­punkt der Besprechungen noch nicht bestimmt sei.

Paris, 7. Aug. Der Brüsseler Bcrickterstat'er des Temps" berichtet, die belgische Stegterung hab: beschlos­sen, ein von der Pariser Konferenz im Januar oieses Jahres auso chendes und bis zum Monat Juli einschließ­lich bet lebten Tage der rnterallüe-ten Verbanolunaen reichende Graubuch zu veröffentlichen. Tie Frage, ob die sogen, technischen Studien der belgischen Regierung mit veröffentlicht tverden sollen, werde noch ertragen. I». Brüssel wecde erklärt, diese Veröffentlichung sei notwendig, um den aufrichtigen Wunsch zu einer Regelltng der Reirn- rationssmge zu zeigen. Der heute vormittag stattgebabh: Ministerrat habe die inrernationcrle Laa« besprochen. Man alaube, daß di« diplomattsche Tätigkeit sich im Lause oes Monats Auaust verlangsamen werde und datz das eng­lische Kabinett im Augenblick nicht daran Denke, irgendeine neue Initiative zu ergreifen. Deshalb frage man sich in gewissen belgischen Kreisen, ob nicht der Augenblick ge­kommen fa, eine Initiative zu ergreifen, um sobald wie möglich die Repamtivnssrage in ihrem gejamtr» Umfange t» regele«.

»z Großbritannien unter keinen Umständen unaü- « ij hängig handeln werde. Bei der Antwort auf Poin- P t car<5s Frage» werde die britische Regierung zweier- |P9 i lei zu beachten haben.

11 U I Die Regierung habe es erstens trotz des Berichts «# bet Berater der Krone bisher noch nicht für an« l üebracht gehalten, die Rechtmäßigkeit der

° RuhrebesetzungaufGru»ddes818an- H-B^iuroeifeln, aber sie würde bestimmt nicht

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10t Leußern werde vermutlich bald nach der Kabinetts- . sttzung am Mittwoch »ach dem französischen Bade IltH Dagnoles abreisen. Der Entwurf der britischen Situ Rote, die an Deutschland gerichtet werden solle, und