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. Amtliches Verkündtgungsblatt des Kreises Marburg.

“ <I.H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen

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Jlr.182

Di« „Oberhelfiiche Zeitung" etlcbetnt iechsmal wöchentlich. — Lezugrvreis menatlich 80000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Ereignilie kein Lriatz. — Verlag von Dr. T. Hinerottz. — Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Lug. Koch, Markt 21,23. — -»ernjprecher 55, Poft» Ickecklonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg

3tooloo. den 6. MW

Eruting

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58.3M

6nHMh miß eine WMMllk?

Nach Londoner Informationen steht es fest, daß »un auch die englische Regierung keine A n t - »ort auf das deutsche Angebot der Reichsregierung zukommen kaffen wird. Eine Sonderaktion ist ebenfalls nicht geplant. Es hat pch auch jetzt wieder, worauf wir an dieser Stelle immer wieder Hinweisen, mit aller Deutlichkeit ge­zeigt, daß England es auf eine Durchsetzung seiner Ansichten gegenüber Frankreich nicht ankommen Listen wird. Aus sicherer Quelle verlautet, daß die Mus nicht unmaßgeblichen Kreisen an die englische Regierung gekommenen Anregungen, es nun gege­benenfalls mit Frankreich zum Bruche kommen zu lassen, zur Folge hatten, daß bestimmte Kabinetts- Mitglieder ihren sofortigen Rücktritt in Aussicht pellten, wenn die englische Regierung in diesem Sinne vorgehen würde. England hat sich auch jetzt Nett Weg zur Fortsetzung der Verhandlungen mit Drantreich vorbehalten. Weiter plant aber eine -parke politische Gruppe in England, die auch in der Regierung eine breite Basis hat, Deutschland die Annahme einer Finanzkontrolle nahe- zulegen. Rach einer solchen Einrichtung würde England um eine Anleihe für Deutschland sich be­mühen, die durch hypothekarische Auflagen auf den deutschen Sachbesitz sichergestellt werden soll. Auf diesem Umwege hofft man Deutschland zahlungs- sphig zu machen, um Frankreich zu einer Aenderung spiner Ruhrpolitik zu bestimmen.

j Wir geben diese Informationen zunächst nur mal zur Orientierung wieder.

* "i • * . •

* London, 4. Aug. Reuter erfährt, daß in der Lage & Reparationsfrage keine Aenderung eingctreten ist urid innner angenommen werde, daß btt britischen Dvtu- -Mente ungefähr Mitte nächster Woche veröffentlicht werden, jfe sei bisher nicht bekannt, ob Großbritannien jetzt Vec- -Ganblungen mit Frankreich auf der Grundlage einer Lerschmelzung der Reparationsfrage mit der Schulden. Hwge beginnen werde. Alle diese Fragen würden von Hem Kabinett bei feinem Zusammentritt in btt nächsten ;Bocbe erwogen werden»

p London, 5. Ang. Reuter meldet aus Tokio: Die .Negierung hat Baron Hayoshi beauftragt, mündlich auf jfet britische Note zu antworten und die Hoffnung auszu- 'krechen, daß eine freundschaftliche Regelung bezüglich brr Differenzen erreicht wird, die sich gegenwärtig ztvl- ßchen den britischen Vorschläg.n und den französischen und belgischen Wünschen zeigen. Ti« Regierung legte den -«ächstbetriligten Mächten nahe, die äußersten Anstren- fangen zu machen, um eine Vereinbarung zu erreichen.

f. Frankreich« Ziel.

/ Die englische Ankündigung hak in der franzö­sischen Presse anfänglich mißbilligende Aeußerungen zur Folge gehabt. Nunmehr ging die französische Regierung selber mit der Veröffentlichung be­stimmter Dokumente vor. Das ist auffallend und soll ganz zweifellos ein taktischer Schachzug gegen ^we englische Regierung sein.

। Was uns hier aber vornehmlich interessiert, ist -Nie Tatsache, daß in diesen Dokumenten das fran­zösische Ziel im Ruhrkonslitt ganz klar bezeichnet iwitb. In der französischen Note an die englische ^Regierung vom 27. Juli wird mit dürren Worten folgendes ausgesprochen: „Es handelt sich keines­wegs darum, dort (im Ruhrgebiet) die sofortige |8nb vollständige Reparationsschuld zu suchen!" Um ibie Befriedigung der Reparationsrückstände oder War um die Beschaffung der als Vorwand für den ^Einmarsch herbeigezogenen Fehlmengen an Holz -And Kohle war es der französischen Regierung also Har nicht zu tun. Was sie wollte, wird in derselben iÄote wie folgt ausgesprochen: „Wir wollten beson- ;bers durch die Pfandnahme an Deutschland den Willen zum Zahlen schaffen, d. h. wir wollten den wirtschaftlichen und politischen Organisationen des 'deutschen Reiche« eine solche Berlegeuheit bereiten, daß sie die Ausführung des Vertrages schließlich jden Behinderungen vorzieheu würden." Mit an­deren Worten: Frankreich will gar keine Zahlung .Und Befriedigung seiner Ansprüche, sondern es jwolle den wirtschaftlichen und politi- fchenZerfall! Hier haben wir in einem inter- ldationalen Dokument das Ziel der französischen Ruhrpolitik mit aller Deutlichkeit enthüllt.

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$« 3nW ks KAM Stole.

-- Paris, 4. Aug. Die belgische Rote, die am A Juli auf den englischen Fragebogen überreicht wurde, ist in großen Zügen so gefaßt: Der passive Widerstand wird als beendet angesehen, sobald die Reichsregierung und die ihr unterstellten Behörden »lle die Verordnungen, Beschlüffe und Instruk­tionen, die mit dem Status quo ante vor 1923 im Widerspruch stehen, zurückgezogen habe und die Be­

völkerung sich nicht langer den Maßnahmen der Besatzungsbchörde widersetzt. Sobald der passive Widerstand aufgehört hat, sollen eingekerkerte oder ansgewiesene Personen begnadigt werden und die Erlaubnis tns besetzte Gebiet zurückznkehren erhal­ten, jedoch sind die Urheber von Gewalttätigkeiten oder Sabotageakten davon ausgeschloffen. Im ein­zelnen seien folgende Stellen wiedergegeben: Eine allgemeine und endgültige finanzielle Regelung sei auch aus Sicherheitsgründen geboten. Deutschland, das infolge Entwertung der Mark von seiner in­neren Schuld fast völlig entlastet sei und das große Summen zur Entwickelung seiner industriellen und wirtschaftlichen Betriebsmittel verwandt habe, würde rasch in der Lage sein, den Alliierten auf den Weltmärkten erfolgreich Konkurrenz zu machen und seine militärische Revanche vorzubereiten, wenn nicht die Reparationslasten ein Gegengewicht gegen die drückende Schuldenlast der alliierten Nationen böte. Es komme also darauf an, daß die vom Krieg besonders schwer geprüften Länder eine Regelung durchsetzen, die der Deutschlands event. zustehenden Regelung entspreche.

Die belgische Regierung sei glücklich gewesen, feststellen zu können, daß die britische Regierung sich grundsätzlich dem Grundsatz der

Schaffung wirklicher Garantien und Sicherheiten sowie Pfänder für die Alliierten anschloß. Diese Garantien seien absolut unerläßlich, um sich gegen oen schlechten Willen, den Deutschland bis jetzt be­kundet habe, zu sichern. Wie die belgische und die französische Regierung am 12. März erklärt hätten, sei die Ruhrbesetzung nicht unternommen worden, um sofortige Zahlungen von Deutschland zu erlan­gen, sondern um einen Druck auszuüben, damit Deutschland begreife, daß es die Verpflichtungen ausführen müffe, die es unterzeichnet habe und daZ es bei sich den notwendigen Willen hierzu schaffe. Die Räumung dieses Gebietes werde nach Maßgabe der von Deutschland ausgeführten Reparations­leistungen erfolgen. Die augenblickliche Strenge der Besetzung sei Frankreich und Belgien aufgezwungen worden durch den von der Berliner Regierung her- vorgernfenen aggressiven Widerstand. Diese Strenge werde um so rascher aufhören, als Deutschland auf- richtt'g auf den Kampf verzichte. Nach Ansicht der belgischen Regierung werde nach der Einstellung des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet ein Regime eintreten, das nicht die wirtschaftliche Betätigung dieses Gebietes verhindere. Endlich lege auch die belgische Regierung große Bedeut: ng der

Kontrolle der deutschen Finanzen bei. Die hauptsächlichste Ursache der Finanzmisere Deutschlands erkläre sich aus seinen ungeheuren Ausgaben und dem Nich^ausgleichen seines Bud­gets, was hervorgerufen sei durch die regellose Emission von Papiergeld. Um Eoldzahlungen sicherzustellen, sei es vor allen Dingen notwendig, die deutschen Finanzen wieder in Ordnung zu bringen und deshalb müsse man eine Kontrolle auf- richt-n, sonst würde das von Deutschland verlangte Moratorium die augenblickliche Lage noch verzwei­felter gestalten.

Schließlich spricht die Note aus, daß die britische Regierung geneigt sei, das Sicherheitsproblem mit Sympathie zu behandeln. Belgien lege dem infolge feiner exponierten geographischen Lage besondere Bedeutung bei und werde sich gestatten, über diese Frage später eine Mitteilung ergeben zu laffen.

Bor der Beröffentlichnng des alliierten Schrift­wechsels.

L o n d o n, 4. Aug. Wie halbamtliche verlautet, wirb die englische Regierung frühestens in der nächsten Woche an die französische und belgische Regierung eine Ant­wort senden. Die Veröffentlichung des letzten Schrift­wechsels der Alliierten, einschließlich des englischen Ant­wortentwurfes für Deutschland und der ihn begleitende'.! Mantelnote wird für die allernächsten Tage erwartet Obwohl in der gestrigen Regierungserklärung der Inhalt dieser Dokumente bereits angedeutet worden ist, sieht mau ihrer Veröffentlichung mit unvermindertem Interesse ent­gegen. Einige Blätter finb der Auffassung, daß ani keinen Fall Aussicht auf eine unmittelbare separate Ak­tion Englands Deutschland gegenüber vorhanden ist, so­lange nicht diese Dokumente veröffentlicht feien.

Mysteriöse Andeutungen des „Matin".

P aris, 4. Ang. „Marin" vermutet, daß der ita­lienische Botschafter Lord Curzon lieben-würdige Aenße- ritngeii abgab, um den Forechn Office gefällig zu sein. Aus jeden Fall tverden Frankreich und Belgien aus oiesen immerhin merkwürdigen Besprechungen eine praktische Schlußfolgerung ziehen und sich nicht mehr nur damtt begnügen, im Ruhrgebiet zu bleiben, sondern auch ihrer- ’eitd tätig (!) vorzugehen. Der „Mattn" glicht in diesem Fall zu wissen, daß der französische Vertreter in Düsseldorf bereits ermächtigt worden sei, Vorschlägen der rheinischen Industriellen (!) Gehör zu schenken und dir

Möglichkeit einer neuen Berwaltungsreforrn ins Auge zu fassen.

Italien und der Reparationsfrage.

Rom, 4 Aug. Römische Blätter melden aus Lon­don, daß bort eine schriftliche italienische Antwort über­reicht werden wird. Sie Relle en kurzes offiziöses Communiaue dar, das gewisse italienischerseits gemachte Vorbehalte betone und an der Verbindung des Repara- tionsvroblems mit den interalliftrten Schulden sesthalte.

Rom, 4. Aug. In der Besprechung der englischen Parlamentsdebatte äußern die dlbendblätter U n z n f r i c- benbeit darüber daß es der englischen Politik an Initiative und Direktive fehle. In einem Leitartikel der „Jdea Nazionalc" knüpft Covpola an die Worte Llood Georges über die Unklarheit der englischen Politik an und führt weiter aus, Eurona habe 1923 die französische Hegemonie ebenso zu fürchten wie 1914 die deutsche. Frankreichs Stärke beruhe au? der Unentschlossenbei! Englands, bis zum Aeußerüen zu gehen England sehe den Widerftänden statt Taten nur Reden entgegen. Er schließt mit der Mahnung, England hätte sich vorher mit Rom über das Mittelmeer uns die Schaldensragen ver­ständigen sollen. Die „Epora" befürchtet vas Eintreten her Voraussage Lloyd Georges, nämlich eine französische Dauerberrschaft im Ruhrgebiet, ba niemand die Mach, bade, den französisch n L>'g>monieplänen entgegenzutreten Das Blatt spricht die Befürchtung aus Europa to tbe zur französischen Kolonie gemacht werden und ermahnt schließ­lich England, das Projekt Mussiffmis erneut zu prüfen. „Giornale d'Jlalin" ironisiert die englische Absicht eines Appells an die Öffentlichkeit durch d.e Notenpublikatton.

Baris, 4. Aug. Ministerpräsident B o i n e n r e hat sich gestern wiederum auf seine Besitzung im MaaS-Depar- rement begeben: er gebcnit dort zwei oder drei Tage zu bleiben.

Mn OTiiPtt $ra< m 6:r Mr.

Paris, 4. Aug. Nach einer Meldung aus Düsseldorf hat General Degoutte gestern eine Ver­ordnung erlassen, die zum Zweck der Sicherstellung der deutsche Reparationslieferungen die Inter­alliierte Industrie-5ioniroli-Ko:nmisfiou ermächtigt, die Zechen samt den dazu gehörigen Anlagen maschinellen Einrichtungen usw. in Besitz zu nehmen, um sie entweder selbst in Betrieb zu setzen oder den Betrieb an andere Unternehmer pachtweise zu übergeben. Dieser neue Eingriff in das deutsche Wirtschaftsleben dürfte im Zusammen­hang stehen mit der Tatsache, daß die Vorräte an Kohlen und Koks auf den Halden unmittelbar vor der Erschöpfung stehen und daß die weitere Versor­gung der französischen Industtie mit Brennstoffen ">r sichergestellt werden kann, wenn es den franzo-

' r-n Okkupationsbehörden gelingen sollte, die Kokereien selbst in Betrieb zu setzen.

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Paris, 4. Aug. Wie die „Iournöe Indu­strielle" mitteilt, ist eine innerministerielle Kom­mission eingesetzt worden, die sich mit dem Studium der Absatzmöglichkeiten für die im Ruhrgebiet be­schlagnahmten und noch zu beschlagnahmenden Er- zeugniffe zu beschäftigen hat. Die Kommission ist zum elften Male am Mittwoch dieser Woche zufam- mengetreten. Bereits jetzt, bemerkt das Blatt, habe sich herausgestellt, daß die zu befolgenden Methoden sich einer Anzahl von Sonderfällen je nach Art, Qualität und Zustand der einzelnen - Erzeugniffe anpaffen müßten, also keinen starren Charakter haben dürften.

Paris, 4. Aug. Die „Iournöe Industrielle" verzeichnet folgende Tagesziffern der Koksznfuhr aus dem Ruhrgebiet: lleber Ehrang am 20. Juli 950 Tonnen, am 22. Juli 1960 Tonnen, am 23. Juli 950 Tonnen, am 24. Juli 1940 Tonnen, am 25. Juli 2350 Tonnen, am 26. Juli 1860 Tonnen, am 27. Juli 1690 Tonnen, am 28. Juli 2570 Tonnen, am 29. Juli 3600 Tonnen, am 30. Juli 2960 Tonnen, am 26. und 27 Juli nichts, am 28, Juli 300 Ton­nen. Die Eesamtziffer beträgt hiernach in den an­geführten zehn Tagen 22 370 Tonnen im Tages­durchschnitt. Der Tagesdurchschnitt der vorauf- gegangenen Dekade betrug 1370 Tonnen.

Das Ruhrgebiet und der passive Widerstand.

Berlin, 4. Aug. Aus den Kreisen der Ge­werkschaften und Betriebsräte im Ruhrgebiet wird den Blättern zufolge berichtet, daß der passive Wi­derstand im Ruhrgebiet nicht durch Kommandos und auch nicht durch englische Wunsche beendigt werden könne. Besonders die Eisenbahner eifiären, sie würden auch nicht einen Schritt auf der Regie­bahn fahren, auch nicht, wenn die deutsche Regie­rung ihnen einen dahingehenden Befehl erteilen würde, denn sie könnten ihren Brüdern im Gefäng­nis nicht unter die Augen treten, wenn sie unter nicht ausreichenden Garantien den passiven Wider­stand aufhören laffen würden.

Berlin, 5. Ang. In der Antwort des Reichs- prafidenten auf die ihm übermittelte Kundgebung der

Rheinkonferenz in Heidelkerg gegen sie Abtrennnn-sbe« strebungen, gegen den völkerrecht-widrigen Einbruch tx das Ruhrgebiet und gegen die Gewalttaten der Besatzung gibt er der Hoffnung Ausdruck, b»6 der Protest gege^ die Gewaltherrschaft über eine friedliebende und arbeit« same Bevölkerung in der Welt nicht ungehört verhallen Möge. Gesteigerte Lpserkraft und ein stärkerer Lei­stungswille des ganzen deutschen Volles seien unerläßlich, um der Schwierigkeiten der Stunde Herr zu werden nn» den Kampf um das Recht erfolgreich zu Ende zu führen.

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Zur Sogt io Ito 6tlt6tto Mito.

Köln, 4. Aug. Die Bahnhöfe Oekoven und Rommelskirchen wurden von den Belgiern besetzt. Die Züge verkehren nur zwischen Köln nnd Stommeln.

Essen, 3. Aug. Die Franzosen haben die Kruppsche Zeche „Helene-Amalie" besetzt und die Anschlußgleise aufgeriffen.

F r a n k j u r t a. M., 4. Aug. Die Franzosen haben am 3. August in Westhofen bei Hagen eine neue Kontrollstation eingerichtet. Dort findet die, Revision sämtlicher Personen- und Güterzüge statt. Bei den Personenzügen beschränkte sich vorläufig die Revision auf die Püffe. Die bisher gefahrenen Umleitungszüge Schwerte—Kabel fallen künftig fort. Dis Umgehung der Kontrollstationen ist aber, über Scknverte—Iserlohn—Letmathe oder Unna- Fröndenberg—Iserlohn—Letmathe und außerdem durch Kraftwagenverbindung Schwerte—Kabeln Hagen möglich.

Essen, 4. Aug. Der Platzkommandant von Esten gibt in den diesigen Zeitungen folgende- de« rennt: Jede Person, die im besetzten Gebiet wohnt und ins unbesetzte Gebiet zu fahren beabsichtigt, must sich persönlich an den zuständigen Stellen vorstellerl. nm Ihren PersonalansMetS mit einem viereckigen Stempel (circ:ttatton) abstempeln zu lasten. Es wird nochmals daraus bingewiesen, das; dieser Stempel un- enigeltiich ausgegeben wird. Es mutz also feder vnrch fremde Bermitttung und Bezahlung irgend­welcher Gebühr erhatt-ne Stempel für falsch gehalten werden. Es wird nochmals betont, daß jede Person, die mit einem mit falschem St>mel versehenen Aus­weis verletz«, die durch die Verfügung vorgesehenen Strafen verwirft hat, nämlich bis zu zehn Jahren Gefängnis oder 100 000 H Geldstrafe.

Ein Zwischenfall in Düffeldoes.

Berlin, 5. Aug. Wie aus Düfleldorf ge­meldet wird, sind dort gestern nachmittag gegen 7 Uhr wahrend der französischen Wachtparade durchs Explosion von Handgranaten 4 französische Sol« baten und 3 Zivilisten mehr oder weniger schwer verletzt worden. Aus diesem Anlaß hat die Be« atzungsbehörde den Chef der kommunalen Polizei n Düsseldorf und einen deutschen Zivilisten ver« saftet. Arlßerdem wurde über Düffeldorf der ver« chärfte Belagerungszustand verhängt. Weitere,' Maßnahmen gegen die Stadt Düsseldorf sollen be«: vorstehen. Nähere Angaben über den Vorfall Ile»’ gen bisher nicht vor. Dis Maßnahmen der, Vesatzungsbehörden laffen indeffen erkennen, daß die Franzosen eine deutsche Täterschaft vermuten. Ob tatsächlich Anhaltspuntte für die Richttgkeit dieser Vermutung gegeben sind, wiflen wir nicht.' Sollte die Untersuchung, an der Deutschland mitju« wirken bereit ist, eine deutsche Täterschaft erweisen, ö würde die Reichsregierung dies aufs tiefste be^ klagen. Sie hat bei den Verhandlungen mit dein- Nuntius Pacelli erst vor kurzem zum Ausdruck ge»! bracht, daß sie jede verbrecherische Gewaltanwen^ düng verurteilt, und sie kann diese Verurteilun-l heute nur mit aller Schärfe wiederholen. Ver»r wecherische Gewaltakte bringen niemanden Nutzen«! chädigen die deutsche Sach« und haben nur 93er drückungen zur Folge. •

Keine Begnadigung?

Paris, 4. Aug. Die „Eve Nouvelle" verbreitet hcutn) vormittag die Nachricht, di« von dem ftauz-sischen Krieg« gericht zum Tode verurteilten und vom Rrichstagsabgeord« neten Erkelenz in seinem Bries an den Abgeordneten &e* riot angeführte» Deutschen feien zu lebenslängliche« Zwangsarbeit begnadigt worden. Der Agentur ist von einer derartigen Begnadigung nichts bekannt: Tatsache fei nur die Begnadigung des Landwirtschaft^ lehrers Görges.

Franzose» nnd Separatisten.

Düsseldorf, 4. Aug. Die Rheinische UttoBW oigkeitspartei „Frei Rheinland" hat bei der hiesiges Stadtvenvallung die Genehmiguna zur Abhaltung einer Bersammlnng im Kaisettaal der TonhalH nachgesucht, in der bezeichnenderweise der ganz im töjischen Solde stehende übelbeieummchete Revolverj«w-j nalist Matthes ein Referat hallen sollte. Die Verwaltung reichte den Antrag an den französischen CrtM. kommandanten weiter mit dem Bemerken, daß sie bei lehming des Antrages beharren müsse, weü weite der Bevg 'rrung den Sonderbündlcrbestrebungen durchs aus seindtt tz gegenüberftänben und oaher der TonchMe»', aal nicht für die Versammlung gegeben werden tonnaj Der französische Ortskommandant stellte darauf de« stell«. Vertretenden OberbürgermMer eine Rote daß, Idcm'