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Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marbmg.

w J. H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhefsifche) Oberhefsen

Kasernenstr. 21

1923

Rr. 180

England und die französische Antwort

werde.

wird wie neu durch emaillieren t vernickeln

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Die Debatte int Oberhaus.

Die ^»berhessische Zeitung- erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 80000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfaüende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — «erlag non Dr. T. Hitzerotd. — Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Lug. «och. Markt 21/23. - Fernsprecher 5a, Bost, scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Vielleicht kommt auch das Gegenteil. Sollte der Hinte», gedanke der englische» Regierung nicht darin bestehen, ei» Höchstmaß diplomatischer Spannung herbeizuführen, m» uns dann den Appell an den Völkerbund als eine» ebtew vollen Ausweg anzubieten.

Paris, 2.Aug. Das „Journal" schreibt, wen» England sich auf den Standpunkt strlll, daß die Wicdeo» auknahme der Verhandlungen unnötig sei und sich ein» Sonderverständigung mit Deutschland vorbehalle, würde es ein vielleicht nicht wieder gutzumachender Fehler b*. gehen, der jede interalliierte Lösung der Reparations« frage verhiichern würde und die wirtschaftliche Krisis, d<>, England abhelfen müsse, nur verschärfen könne. Frank­reich würde genötigt, gegenüber Deutschs land zu einem energischeren Druckmittel zn greifen, nämlich noch länger im Ruh» gebiet stehen zu bleiben. Es sei ei» Fehler^ wenn Baldwin de« alliierten Notenwechsel Veröffentliche, um sich den Anschein zu geben, als wolle er einen Druck ausüben. Andererseits müsse auch die französische Rv- gieurng alles tun, damit die Verhandlungen fortgesetzt würden. Sollte die englische Regierung eine intematio-^ nale Konferenz Vorschlägen, so würde Poinears gut barmt tun, nicht negativ zu antworten.

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der interalliierten Schulden. Das ist eine Frage von g'öhter Wichtigkeit, und sie kann nicht beiseite gelasien werden, als ob sie nicht existiere. Curzon fuhr fort, die Lage im Ruhrgebiet kläre sich nicht, sondern werde immer finsterer. Deutschland zer» falle und treibe in Ruin und unwiederherstellbare Zerstörung hinein. Damit schwinde jede Aussicht auf wirtschaftliche Wiederherstellung nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa. Zn Eng­land sei beinahe jede Industrie von der Ruhr» besetzung in Mitleidenschaft gezogen und sie sei bei­nahe in jeder Hütte Englands bemerkbar. Curzon wandte sich gegen Lord Birkenhead, der erklärt habe, die Negierung habe Unrecht getan, Frankreich zu reizen, und sagte, Birkenhead möchte die Ver­öffentlichung der Dokumente abwarten. Curzon stellte entschieden in Abrede, daß die Regierung Deutschland ermutigt habe. Er (Curzon) habe stets Deutschland den Rat gegeben, vom pas­siven Widerstand abzugehen. Das Ziel der englischen Regierung sei gewesen, und et sei der Ansicht gewesen, daß es eine gute Aussicht auf Er­folg hatte (er wisie nicht, ob diese Aussicht vollkom­men verschwunden sei), die deutsche Note gemeinsam zu beantworten. Als er den Botschaftern den Vor­schlag gemacht habe, sei et als unpraktisch bezeichnet, aber willkommen geheißen worden. Er habe nicht erwartet, daß der Antwortentwurf unbeachtet ge- lc-ffen oder abgelehnt werden würde. Er sei viel­mehr sehr optimistisch gewesen und habe geglaubt, er werde ernstlich geprüft und schließlich in vielleicht abgeänderter Form abgeschickt werden. Die Be­hauptung, daß die britische Politik, weil die ein­gegangenen Antworten nicht ermutigend seien, ver­fehlt war, habe keinen Schatten van Begründung. Cs fei kein» Rede davon, daß England Frankreich herausgefordert oder gereizt habe. Solle England vielleicht beiseite stehen und sich nicht mehr um den Kontinent bekümmern, weil Frankreich seine Po­litik verfolgen wolle? Hierauf sprach Curzon gegen den Vorschlag, den britischen Vertreter au» der Re­parationskommission zurückzuztehen. Ein solcher Schritt würde nur Schaden bringen. Auch der Vor­schlag auf Zurückziehung der Besetzungstruppen sei unangebracht. England könne sich nicht plötzlich los» reißen und sich seinen Verpflichtungen aus dem Friedensvertrag entziehen. Es würde damit auf den Einfluß verzichten, den es auf die Ausführung der Friedensbestimmungen habe. Eine solche Po­litik- beabsichtige die Regierung gegenwärtig nicht zu unternehmen. Curzon schloß, bevor die Doku­mente veröffentlicht wären, sei es nicht fair, zu fra­gen, was die Regierung nächste Woche oder nächsten Monat tun werde. Auf eine solche Frage könne er nicht antworten. Er selbst unb die Regierung hätten viele Versuche zur Wahrung der einheitlichen Aktion übernommen. An diese Politik habe et fest und standhaft geglaubt, unb er zögere, von ihr ab­zugehen. Er gebe nicht zu, baß biese Politik, wenn sie bisher nicht so erfolgreich gewesen sei, alle Aus­sicht für die ukunft verloren habe.

Das Haus hat sich gestern nachmittag in die Herbstferien vertagt.

Die deutsch« Press« zu de« «erhaudlunze» in b«w «uglischen Parlamente». -f

Die gestrige Erklärung BaldwtnS tm UnterhauU wird tn zwei Punkten von den Berliner «lütten, scharf avgeleynt, tn der Frage des passiven Wider« standes und tn der Frage einer ausländischen Finanz« kontrolle für Deutschland. Htnstchtltch deS passiv«» Widerstande- sagt der „Lokalan;." de« Eindruck deck von Baldwin mttgeteilten enlsiischcn Antwortontwur- feS tn dte Worte jutommen: Weiche Regierung mich, jemals tn Deutschland ans Ruder kommen würde, fW, könne immer wieder nur dte eine Auslassung ver­treten. daß der Bevölkerung des RuhrgebtciS dte, Aufgabe deS passiven Widerstandes nur zugemutrt werden könne, wenn sie die sosortige Zusicherung der umgebenden Aendcrung der jetzig:» Besatzungsmecho« den erhalte lind autzerdem dte Zusicherung der Räu­mung der widerrechtlich besetzten ttebtete In kürzester f Frist. Autzerdem müsse die Freilassung der Gesänge« nen, die Rückkehr der Vertriebenen unb dte Beseiti­gung der Etsenbahnregte zugestanden werden.

Auch das ,Berl. Tagebl.' schreibt, eS könne tmm«i' wieder nur wiederholt werden, dah für das deutsch«, Boll ein Verzicht au? den passiven Widerstand ebn» die Gewährung gegenseitiger Garantien sür ein« bal­dige Räumung des Nubrgediets mit allen Konse- aucnzen nicht tn Frage kommen tonn. Hinsichtlich der Frage der Finanzkontrolle schreibt das Blatt, dag diese unter keinen Umständen mit für Deutschland un»t erträglich u Einschränkungen der deutschen Souve- i ränität verbunden sein dürfe. Alles tn allem dletbt J nach den Erklärungen Baldwins und CurzonS für\ vns die Tatsache bestehen, dah dte englische Politik i zwar nicht mu dramatischen Mitteln, aber doch mtt tinvermindcncm Druck fortgesetzt wirb und daß ei unsere Airsgabe ist, nicht durch' einen Anfall von Schwäche die englische Aktion während ihre», tattt» samrn Ganges um de« Erfolg zu brtugen,

des britischen Volkes Icbt ein starkes Gefühl sür das, was es für Recht hält, und wenn im Laufe der Zeit das englisch- Volk die Empfindung bekommt, daß di- Wunden Europas offengehalten statt gehellt werden, dann möchte leicht das eintreten, was ich zu allerletzt in der Welt wünschen würde, nämlich die Entfremdung der Herzen zwischen unserem Volke und denen, die den entgezengesetz- tcn Standpunkt einnehmen. Ich hoffe und glaube, daß nichts Derartiges geschehen wird, aber als einer, der ein warmer Freund Frankreichs ist, denke ich, daß es ledig­lich ein Zeichen von Freundschaft ist, dies zu sagen und weil ich wünsch-, daß diese Freundschaft fortbestehe. wünsche ich ein rafches Ende der Wirren, die hcutr Europa foltern. ‘

Nach Bastmnn ergriff im Unterhaus Lloyd George das Wort. Er sagte in seiner Rede, er nehme volle Rück­sicht auf die Schwierigkeiten der Regierung, hab- aber in Baldwins Rede vergb-ns danach gesucht, welches eigent­lich die endgültige Politik der Regierung fei. Es würde doch wohl besser sein, zuzug.tb-n, daß sich die französische Regierung endgültig über diesx Politik erklärt habe. Der französische Ministerpräsident habe es ausdrücklich ge­sagt, daß er nicht beabsichtige, mit Deutschland zu ver­handeln, bevor es kapituliere, unb was noch furcht­barer sei, daß Frankreich bas Ruhrgebiet nicht verlassen werde, bevor die letzte Zäh- lungersotgt sei. Nachdem die überwältigende Mehr­heit der französische» Minister die Politik der Regie­rung stütze, sei nicht anzunehmen, daß man Poineare durch die Absendung weiterer Noten veranlassen werde, von seiner Politik abzugehen. Wenn ein Ministerpräsi­dent siS darauf festgelegt hab-, könne er nicht mehr zurück. Lloyd George sagte, die Regierung (ei besonders deshalb in einer schwierigen Lage, weil England Frankreich, erlaubt habe, ins Ruhrgebiet zu gehen. Es habe ihm sogar gewissermaßen Erfolg gewünscht. Wenn jetzt Eng­land von dieser Politik abgehen wolle, so sei dies eigentlich nicht fair gegenüber Frankreich. Die französisch- Flagge sei nun einmal im Ruhrgebiet gehißt und die Ehre des Landes sei verpfändet. Das klinge vielleicht sentimen­tal, sei aber ein g.wichtiger Umstand. Lloyo George sagte schließlicl!. es g ü. nur zwei Möglichkeiten: Deutschlands Kapitulation oder sein Zu- s am m e n b r u ch. Er fordere die Regierung auf, vor Be­endigung bei Aussprache das Land und das Haus ins Vertrauen zu ziehen und klar und deutlich zu sag n, welche Politik sie in dem einen oder anderen Falle befolgen

London, 3. Aug. Nachdem Lorb ^Curzon die Regierungserklärung verlesen hatte, führte Lorb Bitkenheab aus, bte ganze französische Nation stehe hinter ihrer Regierung. Englartb müsse Frankreich gewähren lasten unb seinen Vertreter aus bem Wieberherstettungsausschuß unb seine Besetzungs­truppen vom Rhein zurückziehen. Auf biese Weise habe Englanb keine Verantwortung für bie Folgen französischer Experimente.

Lorb (stey legte bar, bie ministerielle Erklärung sei sehr enttäuschenb. Englanb befinbe sich in einer schwierigen Lage. Es brauche beutsche Repara­tionen. Frankreich aber sei babei, jebe Hoffnung auf Reparationszahlungen zu zerstören unb bie wirtschaftliche Gesunbung Europas zu verzögern. Die britische Regierung fei Frankreich sehr weit ent« gegengekommcn. Schritte, wie sie von Lorb Birken- heab empsohlcn würben, bürsten nicht unternom­men werben, solange noch Hoffnung auf Einigung bestehe. Englanb könnte es sich leisten, ruhig beiseite zu stehen, wenn nicht bei Zusammenbruch Deutschlanbs unb Europas broht e. Das mäste vermieben wer« ■ben. Di« Regierung könne es Frankreich erleichtern, sich wiebcr mit England zujammenzufinben.

Z.i Erwiderung auf bie Debatte führte Lorb Curzon aus, in jebem Stabiurn bet Verhanblungen habe er selbst unb bie Regierung bie Bereitschaft ausgesprochen, jetzt ober zu trgenbeinem Zeitpunkt in bet Zukunft, bet der französischen Regierung ge­eignet erscheine, bie Frage ber Sicherheit zur Sprache zu bringen. Wenn bas bisher nicht ge­schehen sei, so sei bas auf bie Haltung der franzö- -sifchcn Regierung zurückzuführen, die augenblicklich erklärt habe, daß sie die Frage nicht zu erörtern wünsche. Weiter sagte Lord Curzon, man habe uns erzählt, Frankreich sei ins Ruhrgebiet gegangen, um Reparationen zu erhalten. Er habe nicht be­merkt, daß Reparationen eingegangen seien, son­dern daß die Aussicht darauf vor unseren Augen immer mehr zerstört wurde. Dies sei eine Frage, d i e nicht nur Frankreich und Belgien allein angehe, andere Staaten hätten auch Re;mraiionsansprüche. Sie sei eine europäische, eine internationale Frage. Wir können nicht zur Seite stehen und zulassen, daß Frankreich und Belgien jede beliebige Politik betreiben. Ich spreche nicht nur von unserem Recht auf Repara­tionen, sondern auch von unserem Recht bezüglich

Marburg

Sretog, den 3. AM

London, 2. Aug (Unterhaus.) In dec Trwid-rung •uf di- Ausführungen vrrschi.d-ner Redner betonte Bald­win die unheilvoll- Wirkung der Ruhrbcs-dung auf den Handel der $8dt. Die Regierung wen-- all- Bemühungen auf und hätte noch nicht die Hoffnung ausg-g-ben, eine Urbereinftimmung unter den Alliierten herbeijusühren, bi? Seiner schnellen und endgültigen Regelung führen würde.

akdwin schloß: Ich bin immer bon der Annahme «usgegangen, daß das Ziel der Alliierten bei Verfolgung der Ruhrpolitik die Sicherung der Reparationen wäre, wie es auch unser Ziel ist. Es wurde oft gesagt, daß weikergchenoe Beweggründe im Spiele feien Ich Möchte das nicht glauben, aber wen» dem so sei» lobte, |e möchte ich fügendes sage«: Tief im Grunde der Herzen

Sie Meitnie tngMt Mm.

Was man schon seit längerem voraussehen mußt«, ist nun Tatsache geworben: die englische Aktion mit deut Ziele der Erteilung einer gemeinsamen Antwort der All» irrten auf das deutsche Angebot ist als gescheitert zu be­trachten. Frankreich lehnt nicht nur dir englische An- rrgung bet Bestellung einer internationalen Untersuch- ungskomit«? zur Feststellung ber deutschem Leistung»« fähigkeit unö Schuld ab, sondern es beharrt auch darauf, vor Beendigung deS passive» Widerstandes nkcht mit Deutschland in Verhandlungen einzüireten. ..Frankreich gibt in feiner Antwort an England aber auch nicht bk ge­ringste Garantie dafür, war mit den besetzten G-beetS» feilen werben Mll Der enUiflhen Frage 'kezw. Ser mung dieser Gebiete weicht Frankreich aus. Belgie-tz» Hal­tung unterscheidet sich von der französischen nur in kleine» Einzelheiten. ;

England wird auch jetzt, worauf alle Londoner Ino formationen hindeuten, noch nicht die Versuch«, ll Frankreich mit einer Einigung, und möglicherweise z» einem Kompromiß zu kommen, ausgeben, trotz aller Kritik, wie sie die Debatte» im Parlament auch gestern Wirde» , zeigten Jedenfalls ist gar kitt Gü>a»ke daran, dass England gesonnen wäre, auch nur eine« diplomatische» Kampf mit Frankreich, wegen seiner Auffasfungen aufeu«; nehme» Nachdem England aber seine« Schritt einmal unternommen hat, wird er nicht ohne weiteres wieder: zurückkönne». England wird daher eine b«-> sondere Antwort an Deutschland schick««.z Aber man dürfte in einer solchen Antwort nicht etwa dir, Einleitung r« unmittelbare» Verhandlungen »wische». Dnilschland und England sehe». England würde unter den gegenwärtigen Verhältnissen Sonberverhandlunge» mit Deutschland, die »um mindesten formal auf eine» Bruch des Entente-BerhältnisseS hinauSkärnen, nicht unternehme«. j

Wie die Ding- also stehen, wird der demnächst zusammen-j tretende Reichstag auch außenponNjch eine Situation twr- finden, bi: ihn zu den ernstesten Entschließungen Veran­lass.« muß. .. ■

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Berlin, 2.Äugt Rach einer Meldung der „B. Z." <tul, London soll das engüsche Kabinett, das gestern spät abend» beschlossen hat, der Absendung einer Bornote an FranR reich, unter Aufforderung sich England anzujchließen, eine baldig- Sonderantwort an Deutschland einstimmig nicht abgeneigt fei tu

Paris, 2. Aug Nach dem „Petit Journal" fei in englischen Kreisen davon die Rede, daß Baldwin de» Ministerpräsidenten Poincare und TH-unis eine persön­liche Unterredung Vorschlägen könnte, was bte Möglich­keit gebe, bte Verhandlungen wieder au.zunehmea, ohne sie in die Läng- zu ziehen.

Paris, 2. Aug Der „Petit Parffien" schrciht, Ws« der gegenwärtigen Kris- einen besonderen eigenen Charak­ter verleih-', sei ber Umstand, daß in England die Regie­rung und die öffentliche Meinung sich darauf versteiften die Ruhr frage in den Vordergrund der'Verhand­lungen z« rücken, anstatt die Besetzung als ein: Tatsache anzns-hcn und eine Verständigung über die Regelung der Rerarationsfrag: anzustreben. Mft anderen Wörter»' Tie Berbandlung-n feien von englischer Seile am falsche» Ende ausgenommen worden. Auf diese Weise fei Oie, Be« s-Lung h-s Ruhrgebiets zu einer Prestigefrage ge­worben. — Das „Oeuvre" schreibt: Wird di- englische Rkg-erung sich glatt Deutschland zuwenden und in dem Streit um bie Besetzung des Ruhrgebiets und die Reoara- tionen aus di-se Weise Partei ergreifen? G-wtis- Leute kündigen es an. Was unS anlangt, so gf-iuixn wir cs nicht, und die wenigen Männ-r. die in Teulschlaud ihren klaren Kopf behalten haben, macken fick darüber keine Jllussionen. Ueberdies könnte oit englische Regierung keinerlei finanzielles Abkommen -'«» ^--ffchlaud treffen, ebne den Versailler Vertrag zu -m.^.tgen. Die „unab­hängige Politik" wäre also, ialls sic auf einen Bppcl! an den Völkerbund hinauslaufe. eine Pr-iti? bei 211« wartens und der Isolierung. Ti: franuff.'ch-cn.gtiichen Beziehungen wüid.n sich dann rasch sehr schlecht gestalt n. Wenn aber di- V-rhandlungm so^gcsetzk würden, müife man bei uns in Frankreich um jed-u Preis aus Methooen verzichten, die uns geraden Weges ins Unglück führ en. — Die „Ere Nouvclle" jchr-eibt: Ter Fehljchmg des belgischen Vermittlungsversuchs zieht notgedrungen den völligen Fehlschlag der Verhandlungen nach sich. Wohin führt dieser Weg Baldwins? Nach Berlin? Vielleicht, aber

' London, 2 Aug. Die von Ba 1 dtoin im U. nfer- |a u§ und von Curzon im Oberhaus abgegebenen tzleichlaukenden Erklärungen legen dar, daß die britische Regierung in ihrem Entwurf der Antwort auf die deutsche Rot- die Ansicht zum Ausdruck gebracht hat, daß zwar nichts getan werd:?» solle, was mit dem Versailler Rcrtrag unvereinbar sei, daß es aber einen Borteil zeiti­gen würde, wenn di- Zahlungsfähigkeit von unparteiisch-en, mit der Reparationskommission zufamm-narbeitend-n Eachverständig-n geprüft würde. Hinsichtlich ber von Deutschland angebotenen Garantien weis- der Entwurf her Antwort darauf hin, daß der Wert solcher Garantien i» hohem Maße von Faktoren abhängig sei, die das beutsche Memorandum nicht erwähnt habe, wie z. B. bie Stabilisierung der Mark und di- Herstellung des Gleich­gewichts des dcutsch-n Budgets, und daß keine Garantien »hne irgendein- Form internationaler Kontrolle über die Verwaltung der deutschen Finanzen wirksam sein würden Der Entwurf der Antwort rat- der deutschen Regierung, pe solle, falls sie eine Wiü>eraufnabm' der Untersuchung wünsche, unverzüglich di- Ordonnanzen und Erlasse zu­rückziehen, die die Politik des passiven Widerstanoes «ganisiert und gestützt hätten, und sie solle die ßktoatt zmd Sabotageakte unzweideutig verwerfen Zum Schlue- werde der Ueberzeugung Ausdruck geinten, daß ein solches Vorgehen Von deutscher S-it- bei den besetzenden Mächte>> «ne erneute Erwägung der Bedingungen der Befehuny zmd fine allmählich" Rückkehr zu nermelen Verhältnissen d» Ruhrgebiet mit sich bringen mürbe. In den Mantei- »oten. die den Vnfwurf der Antwort begleiten, habe bie englische Regierung eine eingehender- Darlegung Ihrer Ansichten gegeben und bei den Alliierten daran? gedrungen, daß eine interalliierte Erörterung mit dem «cingstmöglichen Verzüge cröfsnet werden möge, sei es durch eine Konferenz oder auch «ickkr- Weife. Gegenstand tet Diskussion solle di- Ausarbeitung eines umsaff-nden Planes für eine allgemeine und endgültige finanz: ll? Regelung s-in Die italienisch: Regierung habe bis ieyt leiue schriftlich: Antwort erteilt, hab- aber die allgemei'U Zustimmung zu den britischen Ansicht-u und VorlcklLa u zum Ausdruck gebracht. Die fran^sisch- und die bel­gische Regierung hätten unabhängig voneinander geant- »ortet. Die englische Regierung hob? diese Antworte» «uss sorgfältigste und aufmerksamste erwogen. . Obwoh» |te sich der freundschaftlichen Sprache, in der diese Ant- worteu gehalten seien, und der freundwilligen Gejm> «ung, von der sie durchdrungen seien, durchaus bewußt fti, b-dau-re sie e», daß sie in ihnen keine Grundlage für bte Absendung einer gemeinsamen alliierten Antwort ans lie deutsch: Antwort finden könne, deren Erledigung^die hritijche .Regierung so große Bedeutung beilege. Tak- fäcklich werd- der von ber britischen Regierung vorgelegte Sntrourf einer Antwort in den Antwortnoten Frankreichs »r,v Belgiens nicht erwähnt. Auch böten diese Noten an- fchrineitd keine bestimmte Aussicht auf eine baldige Aendc- nir.g der Lage im Ruhrgebiet oder auf den B-^inn der krörterung ber Reparationen, was die britische Regie­rung lebe? sehnlich erwartet habe. Bei einem vorläuff' gen Miinungsaustansch zwischen den Alliierten auf der beu der letzteren nunmehr vorgezeichneten Linie könn­ten ai-g-nscheinlich leicht viele Wochen, wenn nicht noch Mehr Zeit vergehen, bevor ein wirksamer Schritt zur Beendigung der" gegenwärtigen Lage möglich ßnl Die kiiische R-gicru» könne nicht oft genug wiederhown, baß sie die Interessen der Alliierten al- mit ihren eige­nen verknüpft ansehe unb, toie sie er bisher durchaus getan habe, vor jeder Handlung zurückschrecke, die als An­zeichen für fine Spaltung unter den Alliierten angetehcn we.den könnte. Sie halte jedoch an der Auffassung fest, daß dem Problem, dem sie alle nunmehr gegen, Überstunden, nicht ausg toichrn werden könne, und daß. während die Alliierten damit beschäftigt sein könnten, ihre Meinong-n im Geiste «nveräteberirr Freundschaft N-er Einzelheiten dieses oder jene; Vorschläge- auszu­tauschen, bte Lag: Europas unb mit ihr die ganze Aus­sicht auf Reparationszahlungen, auf bte die Klütertet» gleichmäßig ein Recht hätten, bem unausweichlichen Zu- fanunenbruch entgegengehen könne. Unter diesen Um­ständen havc bte Regierung beschlossen, bie Dokumente, bte ihre eigene Auffassung und ihre Bemühungen zum Gr- genstanb habe», sobald als möglich zu verö'frntlichen, und sie fordere ihre Alliierten auf, ihre Zustimmung zur Ver­öffentlichung ihrer Noten und Darlegungen zu geben, au» bie Bezug genommen wird und dte zur Erläuterung der Gesamtlage erforderlich sind. Die Regierung hoffe, daß die Veröffentlichung der Dokumente mithelien möge, ben wirklichen Umfang des Problems festzustellete, dem bte Alliierten sich g-genübersächen. und die Welt von der gebieterischen Notnfudigkeit eines raschen einheitlichen Vorgehens zu seiner Behandlung 'überzeugen möge

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Zeilenmillimeter 7500 Mk. Jeder Rabatt gilt als ....