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1923
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einer Woche fast verfünffacht. Die Feststellungen, t*
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ijrrtw Anhang nicht z« fürchten braucht,., Eig-utllch ge- man damit «acht, zelzen eiM kurchtbarr jLitMMW
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daß die Staatsgewalt, wenn sie sich msit aller Entschiedenheit und Energie einsetzt, bk Kommunisten tinb
London, 29. Juli. Der Finanzsekretär im Schatzamt Johnson Fagle in einer Rede in Twicren- harn, die Arbeitslosigkeit könne nur durch Stabilisierung der Weltpolitik beseitigt werden. England wünsche, datz seine Alliierten und seine vormaligen Feinde in der Lage seien, sich mit am Welthandel zu beteiligen. Manche Leute wunderten sich darüber, daß England die Wiederherstellung Deutschlands wünsche. Wenn man sich aber um diese 70 Millionen Menschen nicht mehr kümmern wolle, dann brauche man sich ebensowenig um Frankreich, Italien und Amerika zu kümmern. Dann könne man aus die ganze Welt verzichten. Die Ab- faffung der britischen Mitteilung an die Alliierten sei die vorsichtigste und behutsamste Arbeit gewesen,
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die er je gesehen habe, seit er in das politische Leben eingetreten sei. Es herrsche große Besorgnis wegen der bevc-stehenden Antwort. Sr könne nicht glauben, daß die Staatsmänner die Früchte des Sieges preisgeben und die Welt dem Untergang anheimfallen lassen. Er kritisierte in seiner Rede di- Antwort Lloyd Georges an Poincar4. Sie sei maßlos- und bilde im gegenwärtigen Zeitpunkt eine öffentliche Gefahr.
London, 29. Juli-. Der Unterstaatssekretar im Auswärtigen Amt Mc Reill richtete gestern in einer Rede vor seiner konservativen Zuhörerschaft einen äußerst heftigen Angriff gegen Lloyd George wegen seiner Antwort an Poincarch die er dem „Observer" zufolge als heuchlerisch und unverschämt bezeichnete.
London, 29. Juli. Der Washingtoner Berichterstatter des „Observer" meldet, die amerikanische öffentliche Meinung interessiere sich für die französisch-britischen Verhandlungen, aber nicht so sehr wie es durch die Natur der Sache erforderlich sei. Der Durchschnittsamerikaner sei sich nicht klar darüber, wieso Großbritannien die Auf- fasiung vertrete, daß ein Verfall Deutschlands ein Unglück für die Welt und für die europäische Zivilisation sein würde. Der Berichterstatter verlangt, daß eine ausführliche Begründung der britischen Besorgnisie und der britischen Politik gegeben werde. Dem Amerikaner muffe deutlich gemacht werden, daß es England nicht bloß um seine Handelsinteressen zu tun sei.
Paris, 29. Juli. Nach dem „Petit Journal" wird Poincars erst am Mittwoch in Paris zurück- erwpartet.
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Die Innere Krise.
Wenn jetzt der Dollar in Amerika mit üb-r 1 Million deutscher Reichsmark bezahlt werden muß, so ist das ein weithin sichtbares Signal nach innen und außen. In gerade zu phantastischen Sprüngen hat sich unser Kre>it im Auslände in wenigen Tagen verschlechtert. Wir wissen warum —«? nicht umsonst hält Poincare die Hand fest an unserer Gurg-l. Er hofft die Welt und besonders Englano so von der Hoffnungslosigkeit unserer äußeren Lage drastisch überzeugen zu können und erwartet im Inneren den blutigen Bürgerkrieg. „
Immer mehr spitzt sich unsere Gesamtlage auf die Frage zu, ob unsere Zustände km Innern den Druck der Spannung rwch ertragen, bis die äußere Lage zu unseren Gunsten entschieden ist. Außenpolitisch können wir l ixt in der nächsten Zeit nicht mit irgendwelchen Wandlungen oder Entscheidungen rechnen. Die französisch- belgische Taktik die Entscheidung zu verschleppen, wirb weiter ihren Fortgang nehmen. Auf die englische Poli ik wÜtraflenbe Hoffnungen zu setzen, wäre durchaus verfehlt. Die toiiber aktiv g wordene englisch: Politik läßt sich durch den französischen Widerstand zermürben und hat bis zu einem gewissen Grade an der Taktik des französischen Ministerpräsidenten ihren Meister gesunden. Bringen wir durch die Kraft unseres eigenen Widerstandes einen für uns günstigen Abschluß näher, so wird es uys ce englischer Unterstützung nicht fehlen Bis dahin sind nur aber auf uns selbst cingewiesen urrd da ist nach wie vor die Frage entscheidens, ob die sichtlich zunehmend' Ermüdung in Frankreich Len Ausschlag gibt, oder ob wir selbst vorler unsere Nerven verli reu.
Die Zustände im Innern aber haben sich in den letzt.n Tagen zusehends verschlimmert und die Tage, die vor uns liegen, versprechen mindestens nicht besser zu werden. Tie kommunistische Gefahr ist dabei nicht einmal die Hauptsache. Es unterliegt gar keinem Zweifel und ist auch immer wieder durch die Ereignisse bewiesen worden.
Die „Oderhesfiscke Zeitung" erlcketnt ie&sntal wöchentlich. — Lezngovreis wonatlich 20000 Ml. mit Zustellungsgebühr. Für ausiallenve Nummer« infolge Streiks ooer etementarer Ereigniüe kein Ersatz. - Betlag von Dr. L.Hitzerotd. - Druck der Univ.»Buchdruckerei von 3o6. Bug. Äo<6. Markt 2123. - Fernsprecher 5a, Postscheckkonto: Nr. 5015 «mt Frankfurt a. Marn.
Die delM-fnnrMe Wohnort.
Paris. 28. Juli. Wie das „Journal des D6- ’jBts“ mitteilt, hat Lord Curzon aufs neue auf diplomatischem Wege und, wie das Blatt hinzufügt, i, höflichster Form den Wunsch ausgesprochen, die panzösische Antwort auf die englische Rote baldigst ■ erhalten. Die französische Regierung habe er-- gfoert, datz ihre Antwort bereitliege und dem jfrtetgn Officie in den ersten Tagen der kommenden Woche zugehen solle. Die französische Antwort hätte schon früher übergeben werden können, aber da Astern das belgische Parlament noch einmal getagt lebe, habe der belgische Ministerrat erst heute seine Antwort auf die französische Rote abgeschlossen.
Paris, 28. Juli. Der „Temps" erklärt, das Pstern in Paris fertiggestellte Dokument könne na- Srlich nicht als Entwurf einer Antwort an Deutsch- lind gelten, da Frankreich und Belgien entschlossen Jrien, bis zur Einstellung des deutschen Wider- Jtanbes die deutschen Vorschläge nicht in Erwägung p ziehen. Sie werden weder eine auf die deutschen Vorschläge Bezugnehmende Antwort auf fielt en noch Verbessern, noch werde die französische Regierung «f en Begleitbrief antworten, der gleichzeitig mit fern englischen Vorschlag am 20. Juli hier eintraf. Sie französische Regierung wird in ihrer Antwort et das englische Kabinett eine Reihe von Fragen richten. Zunächst wird die Pariser Regierung auf Jkn Begleitbrief antworten, der gleichzeitig mit dem «glifchen Vorschlag am 20. Juli hier eintraf. Die französische Regierung wird in ihrer Antwort an tes englische Kabinett eine Reihe von Fragen richten. Zunächst wird die Pariser Regierung betr. der ;tetera((iferten Sachverständigenkommission, die die 'deutsche Zahlungsfähigkeit' zu prüfen habe, um nähere Angaben bitten. Der „Temps“ erklärt . gleichzeitig, daß die Einsetzung eines solchen Ausschusses mit den Klauseln des Versailler Vertrages ta Widerspruch stehe. Ferner wird das Pariser Ka- Hnett die Frage nach den englischen Absichten bezw. ter interalliierten Schulden stellen. Um erfolgreich ;i«f die deutschen Vorschläge zurückgreifen zu können, ftr" ■ England feine an Deutschland gerichtete Er- F*-..,nno zur Fortsetzung des passiven Wider- sianues endgültig einstellen. Der „Temps" wühlt ßhließlich gegen die gegenwärtige Reichsregierung *tb rät scheinheilig dazu, die Gläubiger des Reiches hüten ihre Anstrengungen vereinigen und der gegenwärtigen unhaltbaren Lage ein Ende bereiten,- tret Deutschland vor dem Versinken in das Chaos p bewahren.
Paris, 29. Juli. Wit mitgteilt wird, hat dle fbtgische Botschaft heute vormittag um 10 Uhr dem Direktor am Qliat d'Orsay, Perette della Rogga, die Antwort ihrer Regteruna auf die Note Lord Curzons Adergeben. Die Unterredung, an der auch Mtntstertal- brektor Boydou; teilnahm, dauerte 615 zum Mittag. 'Lineare ist der Inhalt der Rote mttgetetlt worden. Fn einer weiteren Mitteilung hetnt es: Nach den in der belgischen Morgenpresse veröffentlichten Mittei- «ngen, wird die belgische Antwort kürzer als die kninzSsische und nicht nach dem gleiche» Plane aufge- i »ut sein. ES wird festgestellt, daß Belgien den Grundsätzen der französisch-belgischen Rubrpolttw tten 6Mbt, also vor Einstellung des deutschen passiven AftderstandeS nicht mit der deutsche» Regierung zu herhandeln und dle Räumung des RubrgebieteS von ; tzvsreichenden deutschen Zahlungen abhängig zu wachen. Die belgische Antwort würde die technischen Vorschläge hinsichtlich der Zahlungsmodalitäten und 6er von Deutschland yi fordernden Garantien wieder «tsgreifen, wie die belgische Regierung die französisch«! I bereits vor einigen Wochen unterrichtet habe. Der belgischen Botschaft seien wahrscheinlich die Stnwen- bngen, die französischerseitS gegen die belgisch« Antwort vorlagen, mttgeteUt worden, wte die belgische Negierung vorher in Paris ihre Einwendungen gegen bie französische Rote mitgeteilt habe, Einwendungen, lenen Poincarä sich übrigens mit Vergnügen ange- Nueffen hätte. Beide Antworten würden morgen von hn Botschaftern in London dem Foreign Office überreicht werden.
Sonbon, 28. Juli. Der diplomatische Bericht- rrstatter der „Daily News" schreibt, daß die Ant- Dott Frankreichs und Belgiens morgen, vielleicht schon heute eintreffen werde. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" dagegen schreibt, in den französisch-belgischen Verhandlungen sei eine Stodungveingetreten. Als am Donnerstag bet belgische Botschafter in Paris Poincars die An- s>chc seiner Regierung übermittelte, Hütten sich beträchtliche Meinungsverschiedenheiten ergeben. Da es das Hauptziel der Belgier sei, die Kluft zwischen Frankreich und England zu überbrücken, werde mit einer Verzögerung der Absendung der belgischen Amwo-' nm'zwei bis drei Tage zu rechnen fein. An der Frage der Methoden und Garantien seien •Me Ansichten von Theunis und seiner Sachverständigen offenbar von Poincarös Vorliebe für örtliche £ kontrollierte produktive Pfänder entschieden ernt. Außerdem halte die belgische Regierung Segensatz zu der französischen nicht länger streng
an dem Zahlungsplan von 1921 fest. Die Belgier legten ihrem Plan Zahlungen nur im Gesamtbetrag von 2 Milliarden Pfund zugrunde, also 500 Millionen weniger als im Plan von 1921 für die A» und v Bonds vorgesehen war. Jedenfalls fei die belgische Regierung dem Gedanken einer Sach- ve' ständige,r-Kommifsion zur Feststellung der Hilfsquellen und Zahlungsfähigkeit Deutschlands nicht c ungünstig gesinnt wie die französische Regierung.
Französische Stimmungsmache.
Paris, 28. Juli. Die Obendblätter veröffentlichen Berichte ihrer Londoner Korrespondenten, wonach man in London darauf gefaßt sei, daß für die Frage der Reparationen vor kommenden Herbst keine Lösung gesunden werde, es sei denn die englische Regierung trete dem französischen Standpunkt bei und verlange vor dem Eintritt in die Verhandlungen die bedingungslose Waffenstreckun^ Deutschlands. Es bestehe jedoch keine Aussicht daraus, daß eine solche Erklärung seitens des Londoner Kabinetts erfolge.
Keynes' Ansicht. ---- - v?..
London, 28. Juli. In der Wochenschrift „Ration" vertritt Professor Keynes die Auffassung, eine Reparationssumme von 50 Milliarden Eold- ma-k und die Annullierung der interalliierten Sch den werde alle Parteien befriedigen. Die Zahl von 50 Milliarden Eoldmark fei wahrscheinlich zu hoch für Deutschlands Leistungsfähigkeit, doch werde Deutschland eine solche Regelung annehmen können, wenn es ein Tribunal gebe, auf dessen faire Entscheidung Deutschland vertrauen könne. Keynes ist der Ansicht, daß ein volles Moratorium für zwei Jahre angenommen werden müßte, vorausgesetzt, daß die ersten Ratenzahlungen gering bemessen wären. Man könne nicht erwarten, datz die deutsche Regierung sich bereit finden werde, die drückende Last des Zahlungsplanes auf sich zu nehmen, wenn das gegenwärtige Regime an Rhein und Ruhr aufrechterhalten bliebe.
Lord Curzons Besuch in Frankreich.
Paris, 28. Juli. Das ^.Journal" betrachtet eine Zusammenkunft zwischen Lord Curzon und Poincar^, wenn der erstere zur Kur nach Frankreich kommt, mehr als wahrscheinlich, obwohl sie in London bestritten werde. Die Bedeutung einer derartigen Umenebung unter den gegenwärtigen Ilnr» ständen brauche nicht hervorgehoben zu werden. Die Reise Lord Curzons würde dafür sprechen, datz keine überstürzte Entwicklung der Verhandlungen vorgesehen sei, sonst würde doch Curzon die Downing Street nicht für mehrere Wochen verlassen. Unter diesen Umständen sei die Nervosität gewisser englischer Blatter kaum zu begreifen. Sie haben ihren Grund vielleicht lediglich in der langen Geheimhaltung der Verhandlungen. Aus ftanzö- sischer Gelte habe man auf alle Fälle keinen Grund sich aufjtiregen, wie wichtig auch die Verhandlungen sein möchten. Weit bedeutsamer seien die Vorgänge in Deutschland. Die Nachrichten aus dem Ruhrgebiet seien sehr befriedigend. (?)
Londoner Entsetzen über den Marksturz.
London, 28. Juli. Der Zusammenbruch der Mark hat hier auch außerhalb der politischen und finanziellen Kreise, d. h. also im VoUe, einen furchtbaren Eiitdruck gemacht. Es wurde eine sehr pessimistische Stimmung hervorgernfen. Man fürchtet, Poincar^ «erde unter diesen Umständen zu bewegen sein, seine Pfänder fallen zu lassen und sich auf irgendwelche ' Garantien einzulaffen. Tie Ueberzeugung, datz nur eine ausländische Kontrolle den deutschen Finanzen Rettung bringen könne, geht in immer weitere Kreise. Viele sind der Ansicht, diese müsse eingesetzt werden, noch ehe fesige- stellt werde, was Deutschland zu zahlen habe. Schon darum dürfe mit der Einsetzung nicht gewartet werden, wnil unter den gegenwärtigen Verhältnissen sich das, was Deutschland bezahlen müsse, tiicht berechnen laste.
fährlich und schlimm wird es erst, wenn Gärung und drut gewisse Hoffnungslosigkeit das gaiye Volk durch zieht, und wenn sich die großen und verantwortlichen Parteien in de» Strudel der allgemeinen Erregung mit fortrnßen lasse» und darüber berg?ffen, baß sie in dieser entscheidungsschweren Zeit in erster Linie die Pflicht haben, iest »usmnmru- zustehen, um das Reichsgesüge gegen de» französische» Vernichtungswillen auftecht zu erhalten.
Auf diesem Gebiete werden die nächste» Tage W»M entscheidende Ereignisse bringen. Der SÄchStag ftM in der zweiten Augustwoche wieder zusammen und Ue parlamentarische Lage wird sich bis dahin wohl schon einigermaßen klären. _X.4L
Es wird dabei auch vor allem um baSSch^- sal der gegenwärtigen Regierung gehe» Der w» gierung Euno macht man und nicht mit Unrecht den Vorwurf, daß sie den Ereignissen allzuftbr fr«» Lauf gelassen bat. Nach der ersten Stützungsaktion für die Mark ist eigntlich im Inneren blutwenig gescmhen. Aber der Grundsatz der Passivität darf nicht von unsere»» Abwehrkampf gegen den Ruhreinbruch auf die gesamt- politische Haltung übergreifen. Zuerst hat bas Zentra« der Regierung gewissermaßen die Gefolgschaft gekündigt. Sie möge gehen, wenn sie die Sage nicht meistern könne, schreibt die „Germania", das Organ Dr. WirthS. Nu» Enno hat nichts anderes übernommen, als die durch un» durch bankerotte Politik Dr. Wirths und de» damals schon drohenden Einmarsch ins Ruhrgebiet, das muß »um Steuer der Wahrheit gesagt werden. Was bezweckt toto, sagt folgender Satz aus dem „Gerinania"-Arttkel:-„D« Regierung Cuno bedeutet eine einzige Enttäuschung. !«r Regierung Wirtb wurde vorgeworfen, sie hätte sich däittM gewandelt und im Zick-Zack-KurS bewegt, aber die gieruna bewegt sich überhaupt nicht mehr, sie steht still. Auch die „Voss. Zeitg." meint, die Regierung ha^ sick über den Grad der Unzvkriedenheit im Volke getauscht, sie möge retten was zu retten sei. Das Blatt betont daher, baß es nichts gegen die Außenpolitik Cunos sag« wolle. Und im „Vorwärts" betont Hermann Mü» ter die Bereitschaft seiner Partei, bei der Bflounß einer neue» Regierung mitzuwirke», Me beim Sturze der alten sofort bereitstehen müsse. Im SSetgktl zu 1918 sagt er: „Wenn heute eine politische Revolution käme, so würde sie weder Freiheit, n o ch Frieden, noch Brot bringen; dafür würden schon die Narrenstreiche der Kommunisten forgen, he ihr» historische Ausgabe darin erblicken, die Kontetrevo- lntion herbeizuführen. Ans den Bürgerknesi in Deutschland warten die Rheinbundpolttiker in Frankreich Es gebt um das Rheinland, es geht um di- Einheit der deutschen Republik. Wir haben die Pflicht gege» unser Volk und damtt gegen die Arbeiterklasse, alles zu tun, was geeignet ist, das ChasS zu verhinderns Wird der Ernst der Stunde den Parteien der bürgerliche« Mitte endlich begreiflich machen daß sie alle Ursache haben, uns in unser er positiven Politik zu unterstützen? An der fortdauernden Verzweiflungsstimmnng, an der wilden Radikalisierung der Massen hat m-maud an Interesse, der es gut mit dem heutigen Staate, da» p«rßy der Republik, meint. Wenn hem so ist, so müsse» aber auch alle Kräfte zusammenarbeitcn, um zu retten, was zu retten ist." z . . '
In der Tat, wenn heute eine Revolution m Deutschland anSbräche, würbe sie einen anberen Charakter trage» als 1918, wo das Bürgertum sie verstänonislos a» sich vorüber ziehen ließ. Heute würde sie das Signal zum Bürgrkrieg sein und mit die ersten, die den „Erfolg eines bolschewistischen Vorgehens zu spüren Hütten, waren nach russischem Muster di- SoziaLemokraten selbst. Und das wissen sie.
Was wir brauchen ist eine Regierung, die sich nutzt von den Verhältnissen treiben läßt, sondern aktive Politik treibt. Wenn die „Germania" den Gedanken aussprichi, daß uns ein Diftator not tue und vom Reichstag nichts erwartet, so ist dieser Ruf nach dem stark« Mann- eigentlich eine eigenarttge Bankerotterklä- r u ng unserer d-mokralisch-parlamentarischen Entwicklung feit 1918 von einer parteipolitischen Einstellung aus, dir gerade dies- Entw^lung getragen hat. Daneben aber z-igt er, wie zerfahre« unsere tune« ren Verhältnisse nunmehr geworden sind. Im Lande herrscht eine Nervosität, wie sie kaum schlimmer iverdcn könnte. Immer weitere Kreise verfallen der Verelendung, wahrend einzelne sich bereichern. Das ist von f- her der 'Nährboden gewrs-n für politische Ueberraschungen. Die Regierung hat zugesagt, gegenüber Ilmsturzplänen eine starke Hand z» »eigen, sie hat auch — endlich — Pmne zur Gesundung unserer Finanzen aufgelegt —. Hofft» wir, daß es noch nicht zu spät ist. Bei der Reverer rnt Reichstag und in den Parteien kommt ja doch nichts heraus. Das Volk hat es längst verlernt, von dott her das Hn» zu erwarten. Wir brauchen Männer, die handeln! Leute, die nicht alle „Interessen" schonen u«b sich schein durchzugreifen. Aber es ist die höchffe Zeit.
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Str HM — äta »iiit Mw!
Von unserem wtrtschastspoltttfchen Mitarbeiter.
Für eilte Million Papiermark bekommt man heute nach der Auslaudsgelttlng der Mark mir noch ganz« Vier alte Silbermark. Diese Mark selber ist nur noch^, den zweihundertfünszigtansendsten Teil ihrer Frie«' drnsgeltung wert. Ein Knpferpsennig von frühe» muß heute mit 2500 Jt ausg-wogcn,wcrden!
Erschreckend und nirderschmetternd zugleich ist daß Tentpo, in welchem diese Entwickelung sich vollzog. Innerhalb noch nicht einmal voller acht Tage hat sich der Dollarstand von ettva üben 200 000 auf über etot Million Mar! erhöht! Er hat sich damit tnnerhald'
s« ÄktsWIitzt Stell.
Paris, 28. Juli. Die „JvurnS Industrielle" verzeichnet beule in den von ihr veröffentlichten Ziffern über die Kokszufuhr nach Frankreich aus üem Ruhrgebiet einen derart sensationellen Rückgang, drtz es wohl erklärlich wird, warum der Minister für öffentliche Arbeiten nach seiner letzten Reise ins Ruhrgebiet es vermieden hat, mit den früher^ zahlenmäßigen Angaben aufzuwarten. Nach dem Blatt sind in Frankreich Über Ehrung bet Trier eingetroffen: Am 13. Juli 804 Tonnen, am 14. Juli nichts, am 15. Juli 1861, am 16. Juli 790 Tonnen, liebet Aachen sind a»gekommen: am 13. Juli 376 Tonnen, am 14. Juli 17 Tonnen, am 15. und 16. Juli nichts, am 17. Juli 784, am 18. Juki 390, am 19. Juli nichts, am 20. Juli 30 Tennen. Das stellt, fügt das „JournS Industrielle" hinzu, für die Berichtswoche im ganzen 10 988 Tonnen Ruhrkols oder tm Tag durchschnittlich 1370 bar. Wird diese prekäre Lage uns so weit bringen, daß wir uns von neuem an die Engländer und Amerikaner wenden müssen? Beim heutigen Kurs des Pfund Sterling und des Dollars wäre das zu kostspielig
AmÜiches VerNndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (bas früher kurheffische) Oberhessen