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Zweites MaW

Oberhesslsche Seiten

Nv. 175

Sonnabend, 28. Juli

1923

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. In letzter Zeit tun die Sonderbündler, als ob etrnnä täten. Ihre Führet wollen denen, die fick von

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einer Geheimtagung der Sonderbündler.) Bon Dr. Karl Mehrmann -Cobl-nz.

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ihnen leiten lassen, und denen, von denen sie ihr Geld er­halten, durch größere Geschäftigkeit beweisen, daß sie «jcht umsonst da sind, sondern den Geist der Zeit begreifen rtb Geschäfte zu machen verstehen. Ich habe kurz vor bei Wiitte des Julimonats mittcilen können, daß sich die Dorten« und Smeets-Gruppc geeinigt hab n. Nun liegt hie Bestätigung dieser Nachricht vor.

Samstag, den 21. Juli iand in Bad Ems eine Ver­sammlung der Ortsgruppe der Rheinischen Bolksvercini- tzung (Dorteni'Gruppe) statt. Es hatten sich etwa 70 Personen eingesunden, deren übergroßer Mehrzahl man die Intelligenz nicht von den Gesichtern absah. Der Vor­sitzende der Ortsgruppe, der frühere, dann aber von seiner damaligen Partei hinausb'"förderte Sozialistenhäuptling Kafsine teilte mit, daß sich di« drei Sondrrbündler- Aruvven Dorten»Wirsbaden, Smeets-Köln und Baldes« Lrier geeinigt und eineNeue Einheitspartei der rhe,n-i scheu Bereinigung" gebildet haben. Infolgedessen löste sich am Samstag dir Emser Ortsgruppe der Rheinischen Ialksvereinigung auf, um als solche derNeuen Einheits­partei" wieder in die Erscheinung zu treten.

Es bandelt sich also um eine Konzentration Les Son- herbündlertums und »war, da die Smeets-Gruvpe den Pufferstaat als ihr Ideal betrachtete, offensichtlich untz r Verleugnung der bisherigen Versicherung Dorten), daß seine rheinische Republik im Rahmen des Deutschen Reiches bleiben solle. Mag immerhin die Smeetsrichtung bei der Einigung vielleicht auch auf die wörtlich« Pro­klamierung ihres Ideals vorläufig noch verzichtet haben, je wird dock das auf völlige Los'ösung des Rheinland^ vom Deutschen Reich abzielende Programm der b'Shermer, Rheinischen republikanischen Bolksvartei ihr Schwergewicht über die in der Propaganda nicht so fttter Dorterchchr Nolksvereinigung geltend machen und diese, selbst wnn sie noch nicht wollte, zur Werbung für bm Pu^-rstaat Hinweisen. So bedeutet dieNeue Einheitspartei" eine Demarkierung der gesamten Sonderbünde­lri. auch der Dortenschen Richtung.

Kassine versprach, «S sollten überall Stoßtrupps ge­bildet, und es solle mächtig Propaganda gemacht werden Los klingt zunächst angesichts der vollzogenen Einigung Hchroblich Aber in der Tat steckt hinter der ganzen

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Londerbündelei zu wenig Intelligenz und zu viel flrin» Bürgerlich-kleinbäuerisches Spießertum Es fehlt vor allem die Spannkraft des jvg'ndlichen Elements, das in allen rheinischen Parteilagern nichts von der Sond«r- hündelei wissen will. Es m a n g e l t der Drang zur wirk­lichen Aktivität, der innere Zwang zur Tat. Darum geht das, was geschieht, kaum übt rednerische Agitation, kaum über das Versprechen der baldigen An­kunft der rheinischen Republik hinaus. Deren Anbäng'r werden (wie in einer geheimen Sitzung der Eoblenz?r Lorten-Anhänger am 17. Juli) mit der V-rheißung abae- ftteift:Die rheinische Republik kommt, vielleicht schneller Vs S« glauben."

Als in Bad Ems am letzten SaMstag Kassin? ähnlich nichtssagende KedensarNm machte, erwiderte ihm ein Bersammlnngsteilnebmer, ein Eiseubahnolrersekretär, ick Daube namens Brirsch:Die rheinisch« Repubtit kommt zu spät, der Zeitpunkt ist verpaßt." Aber, und das kennzeichnet die ganze Geistesverfassung dieser Sonderbündler, man solle, so setzte er resigniert hinzu, versuchen, was noch zu machen sei.

Derselbe Herr wurde auch sonst dem Großsprecher Kassine unbeauem. Dieser hatte behauptet, das Deutsche Reich löse sich au?: Bayern g?he seine eigenen Wege, Han- eher stehe Gewehr bei Fuß, Ostpr'ußen werde ^sich ttH Livland zu einem Königreich vereinigen. Schlesien löse sich los: bleibe das kommunistische» Mi!t?ldeu'schlan.>. Kassine hoffte seine steuerscheuen Zuhörer mit dem Kom­munismus vor dem Gedanken des Aushaltens bei einem so kümmerlichen Rest des ehemaligen Deutschen Reiche« abzuschrecken. Aber Herrn Vritschcs Ideen liefen andere Lege Er fragte Kassine und setzte diesen damit in Verlegenheit: Da Mitteldeutschland die Reparativ«

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(Rachdrurk verboten.)

Gerda Gerovius.

Rouian von Ada von Dersdorff.

39. Fortsetzung.

Jetzt war er neben ihr. Der Reitknecht hielt. Eie beachtete ihn gar nicht, nicht die kurze Meldung, die er ihr machte. Liebkosend faßte ihre Hand, wie einst, um die weichen Nüstern des Pferdes, die unter km Kopfstück der Decke sichtbar wurden.

Dann kehrte sie um und ging nebenher, das Tier leise klopfend, ihm zärtlich zurendend, denn der Hengst war nervös geworden, drängte ungeberdig aus der Bahn und lieh sich nur allmählich be­ruhigen. Friedrich erzählte in breiter, umständ- sicher Weise vom Transport und den Mühen und Misslichkeiten zweimaliger Verladung und Ueber- fLhrung von Bahnhof zu Bahnhof. Er hatte das Pferd von Danzig geholt, wo es der Herr Baron gesehen hatte, als es ein paar Tage bei der Gräfin Auersleben in Herrenburg gewesen wäre, damals, als die Verlobung gefeiert worden sei.

Ihr bewegte allerlei das Herz, hauptsächlich aber rin Gefühl heißer Freude, innigen Dankes für Wallreden, der unbewußt sie so beglückt hatte, in­dem er ihr einen der alten, lieben Genossen wieder Mführte. Wie freute sie sich auf den ersten Ritt! Lächelnd dachte sie wie sich Wallreden und Rernus wohl auseinandersetzen würden.

Sie hatte die Installierung des Hengstes im Losstall überwacht, seine Eigenheit dem Kudenhof- !chen Reitknecht zu beobachten gegeben und wollte tn ihr Zimmer gehen, um die Post zu erledigen,, die tine Menge Geschäftliches gebracht. Wallreden fehlen allerhand Neues für das Gut zu planen, auch für das Stadthaus. Das Herüberschicken der Brief­schaften, der schriftliche Verkehr hatte sehr viel Un- ßestuemes. So viele» «ar da mündlich abzumacheu.

nen nicht zahlen könne, werde schließlich das Weiche Rheinland sie allein tragen müssen. Kasiine kratzte sich hinter dem Ohr und erwiderte kleinlaut, Lou- cheur habe versprochen, das Rheinland schonend zu behan­deln. Bei dieser Hoffnung auf die Gnecke des Siegers be­ließ er seine Zuhörer.

Zuletzt drückte er eine Entschließung durch, daß alle landfremden" Elemente ans dem Rheinland hinaus- geworfen werden sollten, und daß die Rückkehr dec ausge- wiesenen Beamten von einer aus Sonderbündlern be­stehenden Kommission abhängig gemacht werde Kleine Gernegroße?

Kinderhilfe aus Amerika.

Aus unserem Leserttetse geht uns ein Aufruf von Teutscb-Amerikanern zu, der zeigt, waS unsere LandS- lente für uns leisten. Dieser lautet:

Ausschuß der Stadt Richmond für die Unterstützung verhungernder Kinder in Deutschland und Oesterreich.

Sp tsung der verbunoernden Kinder Deutschland und Oesterreichs.

Auf uns kommt eS an!

Ein interesstertes Publikum hat ein Reckt darauf, zu Wissen, wie die In den Vereinigen Staaten ge­sammelten Gelder durch die Tätigkeit des Zenttal- ausschnstes (Central Committcn, JncorporateS) in Deutschland und Oesterreich verteilt werden, um die Laae der unterernährten Kinder dieser Länder zu bessern.

Folgendes sind die Tatsachen:

Zwanzig Prozent aller Einnahmen dem amett- kaniscken Freundesdienstansschntz (American FttendS Service Committee, the Quäkers) für daS von ihnen geleitete Hilfswcrk überwiesen.

Der Rest wird zum Ankauf von Lebensmittelvor- räten verwendet, die dem deutschen Zentralaussckuß Merwiesen werden (German Centtal Committee-. Tiefe Organisation ist in zebn Vertetlnngsbezitte ein» geteilt, die sich über ganz Deutschland erstrecken. Die .Eauvtsitze dieser Verteilung-?stellen sind: Esten (Ruhr), Darmstadt. Hamburg. Berlin, W-imar, SarlSnihe, Dresden, Breslau, Stuttgart und München.

Die Zahl der in der Woche vom 1017 Mär; ge- lvristen Kinder betrug 627241, die Zahl der Küchen für die Zubereitung der Speisen 2211.

Es bestanden 3967 Verteilungsstellrn tn den ver­schiedenen Städten, kleineren Orten und Gemeinden Deutschlands.

Durch die Tätigkeit dieser AusschOste und ihrer Berteilungsstellen werden täglich 600 000 Kinder ge­speist.

Nack den nettesten Berichten hungern in Deutsch­land 2 000 000 Kinder. Die Mehrzahl von ihnen kann augenblicklich nicht unterstützt werden, weil die Gelder zum Lebensmittelcinkauf fehlen.

So ist heutzutage die Lage in Deutschland.

Eine große Frage steht vor uns Deutsthameri- kanern, ebne Rücksicht ans unsere Religion oder un­sere politische Ansicht: Können wir dulden, daß mehr als 1 OOOOno unschuldiger Kinder zu geistig und kör­perlich verkümmerten Menschen heranwachsen, oder vielleicht den Hungertod sterben?

Einzig und allein wir 2"> Millionen deutsche Män­ner und Frauen in nnserem gott gesegneten Lande können und müssen diese Frage beantworten.

, Nickt ein Cent eurer gespendeten Dollar wandert »nach oben" oder wird für Bmmtengebälter verwendet. Einige großzügige, edelgesinnte Männer haben diese Last übernommen und sagen zu euch: .Hundert Cents eurer Dollar werden zur Speisnng von Kindern eures Volkes verwendet." Der augen­blickliche Nutzen dieser Organisation kann nur in dem Maße gesteigert werden, wie Amerika Unterstützung gewährt.

Man sollte daher nichts ünverstkckt lasten, jeden Dentschanterikaner zu bewegen, daß er dem Zentral- ausscknß beittitt. Er toll nicht nur eine einzige Schenkung macken, sondern sich für drei Jahre als Mitglied mit festem Jaüresbetttag tn untere Liste ein­tragen lassen.

Nur so allein kann der Zentralansschutz (Central Committee) lein Programm ffir ein« v-rmohrte und wirkungsvollere Tätigkeit ausstellcn. Rnr so wird er in der Lage fein, zuversichtlich der sellchgestellten drei­jährigen Aufgabe ins Auge zu fchauen.

Um kurz zu wiederholen: es ist notwendig, daß drei Jahre lang Beittöge gegeben werden, von 5

Oft konnte sie gar nichj allein handeln ohne In­struktion ; ihrer Gewissenhaftigkeit war es unmög­lich, von ihrer Vollmacht so ohne weiteres Gebrauch zu machen. Für die Zukunft . . die Zukunft? Da stockte ihr Denken und wurde in einem Wirbel herumgeschleudert in einem dunklen, unbekann­ten, von siähen Blitzen durchflirrten Raum.Die Zukunft",--dachte sie, starr ins Weite blickend.

Er heiratete. Er würde seine Frau nach Kuden- Hofen bringen. Vielleicht da wohnen. Gesagt hatte er schon einmal Aehnliches. . . Dann ist alles aus alles. Dann hieß es doch fort. Dorrit muß mich ja erkennen! Wenn auch nicht gleich möglicher­weise so doch bald. Wer mich gekannt hat vor so kurzer Zeit der kennt, mich wieder, der muß . . der muß ."

Dumpfes Wagenrollcn tönte von dem Linden­gang der Auffahrt. Sie wandte den Kopf. Der hohe Sandschneider Wallredens. Sie faßte mit bei­den Händen hinter sich nach einem Stützpunkt ihre Augen weiteten sich, in furchtbarem Schreck im Entsetzen! War das eine Vision, ein gräßlicher Traum eine grauenvolle Unmöglichkeit? Ulrich Rackwitz!

Ulrich Rackwitz neben Wallreden auf dem hohen Sitz. Sie sah seins blitzenden schwarzen Augen, s-inen großen schwarzen Bart, sie hörte das sorg­lose Lachrn, das all seine funkelnden weihen Zähne sehen ließ als das Gefährt dicht, an ihr vorüber- rollie vor die Haustür.

Gehring,,, rief Wattreden zurück,kommen Sie, bitte, herein. Ich habe Wichtiges."

XVII.

Tranmann, wo ist Gehring? Er stand doch eben am«Reitstall. Ich muß ihn sprechen, sofort. Er hat mich wohl nicht verstanden."

Aber doch gesehen, Herr Baron?"

Dollar an nach oben ist keine Grenze gesetzt, wenn sie Mehr geben wollen und daß diese Geldzetchnun- gen jährlich tm voraus bezahlt werden und alS eine heilige Vervsttchtung der Menschheit gegenüber be­trachtet werden.

Außer den Geld Zeichnungen bittet der Aussckus; um Sckcntzung von getragenen Kleidungsstücken aller Art, besonders für Frauen und Kinder. Wenn solche Artikel von Ihnen abgegeben worden sind, können sie dazu dienen, ein abgemagertes Kind Ihres Volkes zu bekleiden, das jetzt vielleicht in ein Hospital aus­genommen worden ist, nur eingehüllt tn Zeitungs­papier!

Sammelt diese Sacken, fügt ihnen einige faden­scheinige und geflickte Sacken hinzu, verpackt sie fest, und telephoniert an Herrn John Liebett Madison 3039, der das Paket holen wird oder einen seiner Be­amten sckicken wird. Er wird alles ttacktfrei an un­sere Zentralstelle in Newvott sckicken, wo all« diese Gaben nackgeseben und brauchbar gemacht und wiederum frei von Spesen nach Deutschland ver­schifft werden.

Alle Checks für Gaben und Geldspenden sind zu zahlen an H. 83. Rolde, Kassenwart.

Wilhelm H. Zimmermann.

Fran A. von Roseneck, Ehrenvorsitzende.

Marburg und Umgegend.

Marburg, 28. Juli (Heuert).

* tinterflegangen... lieber bfe beiden Bade- unMcke am Wehrdaet Weg schrnbt uns ein Marburger <s(nbenf: Ich ging an einem Nackm'ttage von Marburg nach Wehrda hinaus, um in btr Lahn zu haben und zu schwimmen, denn bei her Hitze dieses Tages war das kühl« Wasser Sehnsucht und Erfrischung. Es lag da ein hübscher Badeplatz, tm Rücken ein Roggenfeld und zur Seite b'tf-nM Gesträuch: wenig W^se am Masfer selbst. Ich war imbei hineinzugehen, als vom Laude her rechts von mir Rufe erffang-n:Zu. Hilfe, es ist einer uuterge- ganaen." Man wies auf eine Stelle im Flusse. Einig« ans der Rüde schwammen hinzu. Ich ließ mir mehr Zeit, weil ich erhitzt war. Ick wundere and schäm« mich über d-e falt« Ruhe, die ich in diesem Augenblicke hatte. x Das Wasser reicht« uns dort etwa bis an den Mund.Tauch"« Sie doch, tauchen Sie doch", riefen sie vom Lande: da? hatte nicht viel Zweck, denn wir konnten mit dem Fuß« Mfer fühlen.Hier liegt er", rief ich plötzlich er­schreckt: man tauchte und fand den Körper mcht. Mir war es doch als hätte ich ihn berührt, ließ lm'ch aber überrck>en, daß Err g-tng cs voroetäuscht. Wir such'en weiter, und nun rief es ein anderer. Ans dem Platze wurde ersichtlich, daß ich recht g'habl. Mr griffen den Körper und trugen ihn an Land.» Die Badenden waren meistens Studenten, und junge MHiziner machttn Die- derbclchimgsp-rsnche. Es handelte sich.scheinbar nicht um einen Ertrunkenen, weil Wasser kaum eingedrungen war. Wir standen im Kreise herum, matten» auf ein Ze chen ds Lebens. Laute ater waren nur hörbar, die von der Pressung und Befrn'nng des Brustkorbes durch die Slrmbfh'-'fiimaeit hcrrührten. Einer ober der andere gingen ins Wasser zurück, die übr>gen blieben. Bon Zeit zu Zrit mahnten wir uns, den Kreis zu erweitern, daß frische Luft herankämc. Frauen und Kinder standen in (Entfernung; Neugierige traten herzu: wir verscheuchten sie. Herbeigerufene Aerztt versuchten dis letzten Mittel ihrer Kunst. Berg-blich. Mit einem Tuche deckten wir den Leichnam z». Die Kameraden des jungen Men- sichen gaben einem Manne, welcher der Führende in unsere Lage war, die näheren Umstände an Er hatte die Lahn durcktauchen wollen, was er sich als geübter Taucher wohl zutrauen konnte. Einige Minuten weilte er bereits unter Wasser, als wie Hilfe suchend seine Arme auf- tauchten und verschwanden, einmal und noch einmal. Daraufhin waren wir hinzugettlt. Wahrscheinlich hatte er feine Lung m zu sehr der Lust entblößt, und auch fein Abstößen vom Grniche konntt nicht mehr die genügend« Höhe erreichen, sodaß er erstickte oder es traf ihn ein Herz­schlag. Bor acht Tagen borg er «inrn anderen a«S dem Wasser. Zwei hielten Wacht, um ihn später fottzn« tragen, einem wurde die Ausgabe, Ueberbrrnger öcr Nach­richt iu sein.

Stehen am hellen Tage schlief, muß er uns tm Vor­überfahren gesehen haben."

Das begreife ich nicht, Herr Baron. Er pflegt sich doch sofort zu melden."

Bitte, suchen Sie ihn. Auf seinem Zimmer war er nicht?"

Nein. Ich komme von dort."

Ist das Logierzimmer für Herrn von Rackwitz in Ordnung? Gut. Es soll serviert werden. Es war ein Rätsel,

Endlich kam Timor, der die Sachen des Gastes auf das Logierzimmer getragen hatte, herunter und sagte, der Sekretär wäre hinten am Reitstall vorbei durch die kleine Pforte nach dem Walde gegangen sehr eilig; er hätte ihm vom Fenster aus nach­gerufen. daß der Herr Baron ihn sprechen wolle, aber er habe nur mit der Hand gewinkt und nach dem Walde gedeutet.

Wie der gehetzte Hirsch besinnungslos gegen das Drahrgitter stürmt, das ihn umschließt, und in wilder Flucht darüber hinwsgzusetzen versucht, so Gerda. Die schreckliche Ueberraschung, Rackwitz hier zu sehen, die so ganz unvermittelt wie ein ver­einzelter Blitz in ihr Leben hineinschlug, raubte ihr jede Besinnung.

Was aber zunächst tun? Zurück ins Haus undenkbar, solange er dort war. Alle Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, alle tröstlichen Wahrscheinlich­keiten hielten nicht so recht stand, wenn sie sich eine Begegnung, womöglich ein Zusammensein mit Rack­witz vorstellte.

Da was war das? Ihr scharfes Ohr hörte oeutlich den bekannten Ton Bagheras tiefes Lautgeben. Natürlich. Den Hund hatten sie los­gelassen. Der fand sie. Sie brauchte nicht nach Hause zurückzukehren, um Ulrich Rackwitz entgegen­zutreten.

Auf dem breiten Fahrwege kam er mtt Wall-

»Das glaube ich wohl! SBen.it er nicht im 1 reden, v4Ul Trauma>m aesiolat. de» M-n-a

Waag der Serioatn- ani ßegoflnrilt.

Vom 1. August ab werden auf der deutsches Reichsbahn erhoben:

1. Fahrgeld:

1. Klasse: 3200 <M. je km (löfacher Junipreis), 2. Klaffe: 1600 <M. je km (Isifacher Junipreis), 3. Klaffe: 500 M je km (Macher Junipreis), 4. Klasse: 330 <M. je km (Macher Junipreis).

2. Schnellzugzufchlagr

1. Kl.

1 bis 75 km 64 000 M 76 bis 150 km 128 000 über 150 km 192000 <*

3. Platzkarten L Äl. 24 000 JUL, 2. Kl. 11

2. Kl. 3. Kl. i

32 000 Jt 10 000 -4lj

64000 «M. 20 000

96 000 «M 30 000

ür V-Züge: KM) -K, 3. Kl. 4000

4. Bettkarten:

1. Kl. 600 000 <M. (Vormerkungsgebühr 60 000 JQj 2. Kl. 300000 «M. (Vormerkungsgebühr 30 000 -4t),! 3. Kl. 120 000 <M (Vormerkungsgebühr 12 000* -4t).

5. Zuschläge für Fernschnellzüge (F=D): BerlinMünchen: BerlinAltonas

1. Klasse: 320000 -4t 160 000 <*

2. Klasse: 160000 -4t 80 000 -4t

6. Fahrpreiszuschläge

für die Schlafwagen der Internat. Schlaf, Wagengesellschaft auf deutschen Strecken:

1. Kl. 2. Kl.

bi» 200 km

100 000 -4t 50 000 -4t

von 201700 km 200 000 -4t 100 000 -4t v. 7011000 km 300 000 -4t 150 000 -4t über 1000 km 400 000 -4t 200 000 «« 7. Gepäck: 10 kg 128 -4t Je km.

Handels- und Marktnachrichten.

Berlin, 27. Juli. Bör senstimmu ngsbildz. Der bis jetzt erreichte hohe Kursstand und die noch nich^ überwundene Pressung am Geldmärkte, wo für Darlehens aus Jndustriepaviere in der Regel l/< bis 1 Prozent, viel^ fach auch bis 2 Prozent, pro Tag gefordert und b'znbltz werben, haben jedenMs zur Einlenkung deS Geschäfts ie§ ruhigere Bahnen, was auch heute kennzeichnend für ixnj Börsenverlauf war, wesentlich beigetragen. Dabtt fetztA sich infolge der Mark-Katastrophe die Anpassung bfäj KursstarLes an den so erheblich verminderten Geld-oert i« l^trächtlichem Ausmaße fort, wobei aber Von Tag zu Tag! die Maierialknappheit schärfer hervottritt. Die erh blichen' Ku.ssteigerungen vollziehen sich unter diesen Umständen bei Verhältnismäßig geringen Umsätzen. Heimische Renten! waren fest. Bei ruhigem Geschäft erhöhte sich der Kucs^ stand später tm allgemeinen tontet. Für Vie zu Einheiis^ kursen gehandelten Jndustriepapiere ist bei überwiegend starker Kauflust ebenfalls mit neuerlichen Kurssteigerungen zu rechnen. Die Devisenpreise wurden bei ungefähr g'e> cken Zuteilungssätzen auf dem gestrigen Stande festgesetzt

Frankfurter Börse vom 27. Juli. Tie Hoch« bewcgung, die die Mitiwochbörse beherrschte, vermochte sich auch heute, trotz der gespannten innerpolitischen Lag« fort« zusetzen. Die Ursache der neuen lebhaften Kurssteigerunge» ist auf dir weitet zunehmende deutsche Markverschlechte­rung zurückzuführen und wurde daraufhin eine neue Unw Wertung bet Kurse auf fast allen Gebieten ansgelöstu Das Geschäft war ziemlich lebhaft und der neue Kauf-' begehr erstreckte sich auf fast nahezu alle Märkte. Tik neuen Kurssteigerungen nahmen wieder teilweise einen hausseartigen Charakter an und erstreckten sich auf faftj nasezu alle Gebiete. Im Vordergrund der großen Ge­schäftstätigkeit standen wiederum Schwerinduftriewerte, be­sonders Montanpapiere, die augerotdentliche Festig fest erlangten. Für chemische Papiere bestanö weitet gut« Nachfrage, doch hielten sich die Kursgewinne in engeren Grenzen. Die feste Stimmung war auch weiterhin zu he» obachten, doch nahm das Geschäft einen ruhigeren Verlauft Für O't Schnjtleitung veranrwortl.: Dr. L. Hitzeioth. Für den örtlichen uns promnz. Teil: Wilhelm Wißnrr.

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Der Hund war auf sie zugestürmt und sprang! jetzt un ihr hoch, in wilder Freude sie fast nieder»j reißend. Aber sie hielt stand und freute sich, denn! das kleine Intermezzo gab ihr Gelegenheit, etwas in das Gesträuch zurückzutreten, so daß sie Wall­redens flüchtiges:Herr Gehring, mein Sekretär lieber Rackwitz", mit einer Verbeugung beant­worten konnte und, halbverdeckt durch die Lieb­kosungen des riesigen Tieres, dem Anblick Rackwitz' entzogen wurde, der nur hochmütig, nachlässig seinen Hutrand berührte.

Wc haben Sie denn zu tun gehabt, Herr Geh­ring?" fragte Wallreden streng, auf feinen Sekre­tär zutretend, der in scheinbarer Unterwürfigkeit abseits stehen geblieben war, die Hand auf den Kops des Hundes gelegt.

SBas ist Ihnen? Sind Sie krank? Sie sehen ja entsetzlich blaß aus", setzte er plötzlich in ganz verändertem, freundlichem Tone hinzu.Bitte, gehen Sie nach Hause. Ihnen ist nicht wohl. Trau»! mapit kann mit Ihnen gehen." s

Nein, danke. Mir ist allerdings nicht wohl. Ich wollte mich später bei Ihnen entschuldigen, Herr Baron, daß ich Ihrem Ruse vorher nicht Folge leistete. Ich konnte nicht. Es ist nur die Früh» lingsluft, Herr Baron", vollendete sie stammelnd.

Er lächelte flüchtig und in feinen Augen blitzte es lustig auf.

(Sortierung folgt)

B» MM Da-. Geld ist

zu schad«, um es nutzlos anszugebrn Darum färben all« prattfichen Hausfrauen Ihre Kleider, Blusen, Gardinen u.s. v». war mit den weltberühmten echten Heittna«*'»Forde» Matte Fuchstopf tat Stern.

Heitmann'» Farbe spart de« garte«, j