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Amlliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.
de» j. H. Schäfer
Anzeiger für (das früher kurhessische) OberheM
Kasernenstr. 21
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W. 170
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Marburg
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1928 '
Der enoltte WöorttnW uni) die MMelmte.
p London, 21. Juli. Wie die Blätter melde», Y der Entwurf der Antwort an Deutschland und her Mantelnote an die Alliierten gestern abend in endgültiger Form der französische«, belgische«, ita- ßenischen, japanischen Botschaft, sowie der ameri- fgnischen Botschaft zur Information zugestellt wor- ktt. Die Dokumente wurden «ach Brüssel durch fhtttt Sonderkurier weiterbefördert. Die »Times" ^aubt zu wissen, datz der Entwurf der Antwort bei tat Besprechungen zwischen dem Premierminister nb Curzon am Donnerstag beträchtlich abgeändert leb verbessert wurde. In der endgültige« Form echielt er gestern die einmütige Zustimmung der Kabinfitsmitglieder. Zu dem Mantelwemorandum »erde angedeutet, daß eine baldige Antwort er« Wünscht sei.
Paris, 21. Juli. Das englische Dokument über die Veutschlarch auf seine Vorschläge zu übermittelnde Ant-
i d»rt sind um 12 Uhr mittags im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten überg.ben worden. Entsprechend ter eingegangenen Verpflichtungen wird, wie Havas sest- ßettt, das Außenministerium das absolute Geheimnis
: Iber den Inhalt dieser Dokumente wahren, da man mischlossen sei, die notwendige Reserve beizubehalten ftr die Fortsetzung der im Gange befindlichen Verhand- bmgen. Poincare wird sich, nach der gleichen Agentur, «ch Kenntnisnahme der Dokumente mit der belgischen Regierung auf diplomatischem Wege in Verbindung setzen, sm ein Einverständnis darüber zu erzielen, w-.lche Folge tkn englischen Vorschlägen gegeben werden soll.
London, 21. Juli. Der diplomatische Berichter- fittter des „Dailp Telegraph" behauptet über den Anb- »ortsenkwurf an Deutschlaich und die Mant lnote fotzende Angaben machen zu können:
, Der Antwortentwurf enthalte eine grundsätzliche Zustimmung der Forderung der deutschen Regierung betreffs Heststellung der deutschen Zahlungsfähigkeit durch einen dtternationalei^ Sachverständ.g/nausschuß, vermeide cs tftr sorgfältig, bezüglich der schließlichen Zusammensetz- »ng dieser Körperschaft sich festzulegen. Er schlage vor, die kti Arten der Von Deutschland angebotenen Garantien i» Erwägung zu ziehen, ohne sich jedoch über die Frage Hrer Vollständigkeit oder Unzulänglichkeit auszusprechen, hinsichtlich der dritten Forderung Deutschlands, mit den Älliierten auf einer Konferenz zu mündlichen Verhand- hmgen auf der Grundlage der Gleichberechtigung zu- Mimenzutreffen, sei der Entwurf vielleicht etwas weniger präzis, jedoch nicht ungünstig. Die Note enthalte
\ leine Verurteilung des passive« Wiider-- ßandes. Der Entwurf der Antwort enthalte an« scheinend eine Anspielung «if die Ruhr und den passiven widerstand, aber wenig mehr. Das bedeute nicht, daß hi England nicht der Wunsch nach einer baldigen Einstellung des passiven Widerstandes toeit verbreitet sei. Sollte dies eintreten, so müßte Deutschland in der Lage sein, sich auf Zusicherungen gerechter Behandlung durch
i fee Alliierten Verlassen zu können. Eine solche Zusicherung Verde sicherlich von der Mehrzahl der letzteren gegeben
s »erden. Außerdem soll in dem Entwurf ein britischer Vorschlag über die Mäßigung des französischen Drucks i» Ruhrgebiet enthalten fein. Der britische Standpunkt fiegenüber der Ruhrfrage wecke, wie verlautet, ziemlich ausführlich dargelegt. Die in der ParlamentSerlläruno
l tu der vorigen Woche vorgebrachten Erwägungen politischer, wirtschaftlicher, sozialer und moralischer Natur dürden noch ausführlicher, überlegender und überzeugender wiederholt, sowohl waS die britischen als auch mehr He allgemeinen Interessen der Welt angehe.
D« Mantelnote wende sich an das moralischeGe- tvissen der Welt Der praktische Angelpunkt der britischen These sei der Vorschlag betreffs der Ernennung
i einer Sachverständigenkommission, die in dem vom \ Retfailler Vertrag gegebenen Rahmen arbeiten könne. Diese Körperschaft werde festzuflellen haben, bis u welchem Maß die deutschen Hilfsquellen für dies Oieparationen herangezogen werden sollen, auch werde
s fit die Zahlungsmethoden zu erwägen haben. Einzelheiten, wie die Frage der interalliierten Schulden, würben in der Mantelnote nicht erwähnt
Wenn trotz des aufg<wandten Taktes und der Versöhn-^ Lchfeit der britischen Diplomatie eine interalliierte Krise
v entstehen sollte, so werde die Verantwortung nicht bei ihr i Legen. Wenn dieser Fall eintrete, werde die Frage der Ckinridlung einer freimütigen britischen Politik in den
I herberg rund treten. Diese Politik würde nicht nur von der britischen R-gieruug, sondern auch von den Regie- wagen der überseeischen Dominions und Indiens, di- ja ben Friedensvertrag mitunterzeichncten, erwogen werden. Ein Anfang hierzu wurde bei dem letzten Meinungsaus- Llusch zwischen London und den Regierungen der Domi- *wn3 über die europäische Kris- gemacht. -Dies sei ein
= Punkt, den die Alliierten nicht übersehen könnten.
i London, 22. Juli. Der diplomatisch- Berichtrr- ■ fiat ter d-s „ÖbfcrDer" schreibt, der Wortlaut des britischen ^.wvrtentwurfs sei durchaus nicht endgültig und Unabänderlich. Er macht über den mutmaßlichen Inhalt Hs Entwurfs folgende Angaben: 1. Das Angebot Deutschlands, sich der Entscheidung einer internationalen Kom-
: Aisfion zu unterwerfen, wird grundsätzlich angenommen. ‘ fi. Tas Angebot von Pfändern wird gewürdigt Gleich-
Kstig wird angedeutet, daß die Frage, ob fie aus reichten *er auszudehne» seien, sorgfättig geprüft wecke» muß.
3. Vcdingter und vorsichtiger Ratschlag bezüglich der Zweckmäßigkeit der Aufgabe des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet
Aus der Manlelnote an Frankreich und die andere» Alliierten werden fotzende Angaben gemacht: 1. Volle Anerkennung deS Anspruchs Frankreichs auf Reparationen. 2. Freundliche aber unzweideutige Vorstellungen wegen Wanderung des Regimes im Ruhrgebiet. 3. Die Bereitwilligkeit wick ausgedrückt, die ganze Frage der Schulden der europäischen Alliierten im geeigneten Augenblick zu erörtern. — Zum Schluß schreibt der Berichterstatter des „Observer", man erwarte keine Antwort von Paris vor Ende der Woche. Sollte aber der R-parat!onsstvcft noch immer ungeregelt sein, wenn die Völkerbundsversammlung am 3. September zusammentritt, dann würde der Stoeftsall bestimmt als dringende Angelegenheit auf der Versammlung vorgebracht werden. Die Erkenntnis dieser Umstandes werde Frankreich vielleicht veranlassen, seine Entscheidung zu beschleunigen.
Paris, 22. Juli. Havas teil offiziell mit: Im Ministerium des Auswärtigen wahrt man strengstes Stillschweigen über die englischen Dokumente, die gestern mittag in Paris eingetroffen sind. Man geht so weit, daß man erklärt, die Verhandlungen zwischen Paris und London würden unter! rochen werden, wenn es zu Indiskretionen käme. Dementsprechend hüte man sich im Quai d'Orsay, irgendwie zu kommentieren oder einen Eindruck irgendwelcher Art mitzuteilen.
Poiircar<5 hatte gestern eine ziemlich lange Unterredung mit dem englischen Geschäftsträger, der den beurlaubten Botschafter vertritt. Nach dem politischen Redakteur der Havas-Agentur ist auch anzu- nchmen, daß Poincarö schon gestern abend seine Ansicht über die englischen Dokumente nach Belgien mitgcteilt hat, mit dem der Meinungsaustausch auf diplomatischem Wege zwecks Formulierung einer gemeinsamen Antwort fortgesetzt werden solle. Das „Petit Journal" nimmt an, datz in Brüssel kein mündlicher Meinungsaustausch, sondern eia solcher mit Hilfe schriftlicher Noten gewünscht werde. Der „Matin" befürchtet, daß Frankreich u».d Belgien gezwungen sein konnten, Deutschland in der Frage de' passiren W-berstandes eine bsoade/e Antwort zu erteilen, was das Gegenteil der von England ausgesprochenen Hoffnung auf Wiederherstellung einer alliierten Einheitsfront wäre. Tiefen Ee- dunkengängen gegenüber bringt nur die „Ere Nou- oelle" i.ti is für dis englischen Bemühungen auf dis allg'.n eine Frage der Reparatiensprobleme gegenüber der Nrhrfraae im engeren Ginne in den Vordergrund zu stellen.
Paris, 22. Juli. PoinearS hat gestern abend der Marschall Fach empfangen.
Pari?, 23. Zuli. „Journal des 2 6bats" erfährt a .r B.üsies, eine Kabinettssitz.ng am Montag teerte sich mit der englischen N'te beschäftigen. Soviel n.un e-fahre, enthielten die Dokuniente nichts, was dem Versailler Vertrag zuwiderlaufe. Die englische Note sei derart abgefatzt, datz Verhandlungen möglich seien. Belgien werde sich natürlich mit Frankreich rerständige», bevor es zu der Note Stellung nehme. Man nehme an datz diese Verhandlungen zwischen Belgien und Frankreich erst in einer Woche stattfinden könnten.
Um den passive« Widerstand.
Berlin, 21. Juli. Der unter unseren Londoner Depeschen a»gedruckte eitglische Stimmungsbericht zur Frage der Räumung des Ruhrgebiets ist, wie wir erfahren, insofern zutreffend, als der deutsche Geschäftsträger in London am Donnerstag erneut dahin instruiert wurde, daß feine deutsche Regierung der Bevölkerung der rechtswidrig besetzten Gebiete den Abbau "ihres Widerstanors zumuten kann, ohne daß der Bevölkerung gleichzeitig vor allem die sichere Garantie für eine Räumung der Gebiete in kürzester Frist gegeben wird. Was der Bericht über die Einzelheiten des deutschen Standpunktes und den angeblichen Inhalt von diplomatischen Besprechun- gen der letzten Wochen hinzufügt, ist unrichtig. Soweit er die Londoner Auffassung wickergeben sott, ist er in der vorliegenden unklaren Form nicht verständlich.
Wie das „B. T." meldet, werden die Nachrichten aus London, die von direkten deutschen formellen Vorschlägen über den Abbau des passiven Widerstandes sprechen, im Ruhrgebiet mit Zweifeln an ihrer Echtheit und auch mit schärfster erbitterter Kritik ausgenommen. Besonders falle auf, datz nicht ausdrücklich Aufhebung der französischen Eisenbahnregie in dem angeblichen deutschen Vorschlag und die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert werde.
Deutschlaod kann nicht zahlen.
Nach einer Bericht öer „V. s." hat das Institut of Eecnoinist, zu Hessen Mitgliedern her frühere
Präsident der Eanard-Universität, Lowell, ferner der frühere Innenminister unter Wilson I. W. Payn« und der omerikanische Bankier M. Warburg zählen, festgestellt, datz Deutschland jetzt nicht zahlen könne. In dem Bericht des Instituts wird festgestellt, datz die 26 Milliarden Eoldmark, die bisher von Deutschland gezahlt worden seien, vom Kapital und nicht vom Einkommen herrühren und datz kein Kapital nutzer der Papiermark mehr vorhanden ist. Di- Meinung oer Sachverständigen, so schlietzt der Bericht, gipfele in der lleberzeugung, datz Deutschland bedeutsame Opfer zur Erfüllung des Versailler Vertrags gebracht habe.
London, 22. Juli. Der Finanzsekretär des Schatzamts, Johnson Hicks, sagte in einer Rede in London, während der Woche sei die Regierung sehr besorgt gewesen wegen auswärtiger Fragen. Es sei ein trauriger Gedanke, datz beinahe 5 Jahre nach Kriegsende Europa sich'noch immer in kriegerischer Atmosphäre befinde Die Enaländer wünschten, datz die ehemaligen Feinde nach ihrer Leistungsfähigkeit zabkcn, aber es dürfe nicht vergessen werden, in welcher Lage sich Europa und die Welt befänden. Der Welthandel, von dem Englands Wohlfahrt, ja sogar fein Leben abhänge, werde niemals in Ordnung kommen, bevor die Stabilität in Europa wiederhergestellt sei. Das grösste Interesse aller Völker sei jetzt Frieden. Ohne Frieden würde man sich Jahr um Jahr in Sorge, Unzufriedenheit und Armut dahinjchleppen.
Eine Demarche des deutsche« Geschäftsträgers.
Paris, 21. Juli. Einige MorgenblStter berichteten in sensationeller Aufmachung, der deutsche Geschäftsträger Botschaftsrat ». -ösch hab« gestern im französische« Ministerium für auswärtige Angelegenheiten ein« Drmarche betreffend di» Einstellung des passive» Widerstande» iw Ruhrgebiet gemacht. Der Pariser Vertreter des W. T. B. erfährt von zuständiger Stelle, datz tatsächlich gestern nachmittag Botschaftsrat v. Hösch am Quai d'Orsay vorgesprochen hat, jedoch hat er Vorstellung«« erhob«« wegen der Verhaftung deutscher Persönlichkeiten i« besetzten Gebiet, die in den letzte« Tag«« d«rch die ftanzösische« Besatzungsbchörde« vorgeaommen wurden als Repressalie gegen di« Inhaftierung einige, französischer Staatsangehörigen in Deutschland.
(ein SwottaNim Mem.
Paris, 2L Juli. „Daily Mail" veröffentlicht heute früh einen französischen Reparationsplan, der, to« der diplomatische Mitarbeiter d«S Blattes versichert der Tätigkeit d«S französischen Außewnini- siers Loucheur entstammt und die Zustimmung Poin- carös find«. Dieser Plan, den Loucheur anläßlich der Londoner Reife englischen Kreisen bekamttgegcken Hatz soll in den bevorstehenden englisch-französischen Besprechungen zur Verhandlung kommen. Dieser Plan nimmt sich folgendermaßen:
1. Deutschland wick auf das Verlangen sämllicher Beckündetcn hin den passiven Widerstand restlos ein- stellen; ( fi [
2. Deutschland läßt sich die mllitärisch« Kontrolle in jeder Form, wie sie von den Beckündeten auSgeübt wick, gefallen; : £
3. Deutschland wick seinen Staatshaushalt sowie fein Finanzprogramm und das Verwaltungswesen, die Reicysbahn mit einbegriffen^ der Kontrolle d«S internationale^ von den Beckündeten ernannten Ausschusses unterstellen; '
4, die Beckündeten werden von Deutschland lediglich zwei Dcilliacken Pfund Sterling beanspruchen, die die Bons A und B darstellen und die in den nächsten zehn bis 15 Jahren zu bezahlen sind. Diese Zah- lunge.i werden unter den Verbündeten in der Weise verteilt, daß Frankreich ungefähr eine Millkacke 300 Millionen Pfuick Sterling zum Wiederaufbau feiner verwüsteten Gebiete erhält und England, daS auf sein« Reparationsforderungen Verzicht leistet, wick ungefähr fün,-' Millionen Pfund- Sterling zur Erfüllung seiner Schuldenverpstichtung Amerika gegenüber bekommen; '
5. Die Verbündeten werdenf bei Deutschland wegen der Zahlung der VonslE' in keiner Weise trotitfiltg wecken, solange die us(ter 4 erwähnten Zahlungen nicht erfüllt find. Sobald das der Fall ist, wird die gesamt« Frage der interalliierten Kriegsschulden in Betracht gezogen werden. '.j S . S
Dem englischen Blatt zufolge decke sich dieser fran- zösifche Plan im großen unh ganze« mit dem belgischen Programm, tat vor einiger Zeit jertrWejM »Mrd«.
Sie Mott Sohitorts.
Paris, 22. Juli. Poincarä hielt heute NachMftl^j s bei der Enthüllung eines Krr-geckenkmals in DttlerS Cot» < terets eine Rcke. in der er sich wiederum mit dem Repa» \ rattonsprobfein beschäftigte. Er sprach von einem angeba lichen Programm wirtschaftlicher Siern txfi* tung, das der deutsche Generalstab Hobe a* stellen lassen, nach dem alle- hab« vernicht« werden sollen. SSährend in Deutschland nichts ein Schornstein vernichtet fei, weigere sich das Reich, seine Verpflichtungen zu halten und de» <ra* gerichteten Schaden zu repariereu. Diesen AugenbLch habe Lloyd George ausgesucht, um zwischen Deutschland und Frankreich Verwirrung anrurichte» unb um zu erklären, die verwüsteten Gebiete Frankreichs seien wieder ausgcrichtet und man habe nicht da» Rechtz sich über die Ausgaben der deutschen Regierung <n beschweren. Was wolle Lwyd George denn sage«, wen« Deutschland seine Handelsflotte wieder aufrichte, neu« Kanäle baue und sein Eisenbahnnetz entwickele? Handels eS sich da nicht um Verbesserungen? Geschehe da» nicht tunt Schaden der Forderungen der Alliierten? Wir immer auch Frankreich seine durch Deutschlands Bemühunge» hinausgezögerte und erschwerte WiedererHebung tmrchgv-^ führt habe, so bedrohe es nicht die wirtschaftliche Machk irgend einer Nation. Die Engländer würden gut bar« tun, wenn sie ihre Beunruhigung aus näherltegende Ding» richteten. Worum seien sie denn nicht mit Frankreich in das Ruhrgebiet »ingedrungen? Sic würo« dann viel besser die wahre« Gefahre« der Zukunft erkenne». Sie «lüßte« sie in der für«h« terlichen Drgautfation der deutsche» Industrie finden. Jeden Tage fetze sie sich vwhr « die Stelle des Staate-, sie beherrsche ihn, sie würde ihtß beiseite schieben, sie seien die Herren der deutschen Press« und der deutschen Regierung. Sie machten die deutsch« Republik einer heuen Kaste untertan, dir ebenso hochmütig sei wie die der Junker und bfe sich ebenso hefthj gegen die Freiheiten de- Volke- wend«. Gebe eo «hat* was den demokratischen Gedanken Großbritanniens mehr zuwLerlause? We nu man jetzt die Unklughert besäße, in einem festen unb una64nb«t» lichen Rahmen die Zahlungsfähigkeit bei Deutschen Reiches e inzu sch ließen, d«n» würde e- sich rasch den Maßnahme« bet Alliierten entziehe« und bald unter beM Einfluß der a«ßerordentliche« Entwickc- iung industrieller Kräfte sich ungeahntem« Vorarbeiten. Deutschland würde dadurch den wirtschaftlichen Vorrang erobern unb zu gleich« Zeit in der Igelt den Stand rückständigster und unmot* lischster politischer Beherrschung aufrichten. Um diese Gefahren zu beschwören, müßten England, Belgien, Italien und Frankreich sich enger denn je zu einer große« Anstrengung vereinigen. Hoffen wir, so schloß PoincürA daß man unter dem Vorwand, einen unglücklichen Schuldner zu schonen, nicht den Betrug und die Ungerechttgfeft ermutigt, daß man nicht die glorreiche Erinnerung hei gemeinsam errungenen Sieges in dieser verwüsteten Gegend vergißt und daß man nicht für die Zukunft be« Triumph einer fremden Plutoknatie vorbereitet.
Berlin, 23. Juli. Zur gestrigen Rede Poi»- cvrä wick dem W.TB. von zustänoiger Stelle erklär^, wenn Poincarä sich wieder bemühe, die Legende auftech« zuerhalten, daß Frankreich durch den Krieg mehr gelitten habe als Deutschland, so könne er damit heute leinen vorurteilsfreien Politiker oder Wirtschaftler mehr täuschen, denn diese seien sich darüber flat, daß die unsichtbare Zerstörung in Deutschland viel schwerer und gefLhv- licher sei als die sichtbare in Frankreich. D« Verwüstung der deutschen BoWkrast durch die Hungerblockade, dä Entbehrungen, die Mrnichtung des Mittelstände-, bi« Unterernährung und schwere körperlich« Schädigung von Millionen Kindern, die Zerstörung der deutschen Finanz- krast, d« Substanterschöpfung der deutschen Wirtschaft, daS alles sei von den berufensten englischen und amerftaru- !chen Sachkennern anerkannt. Die Bemühungen der beut« chen Wirtschaft, die Produktion ausrechtzuerhalten, fdat auch von Deutschlands Gegnern anzuerfennen, denn fi«; bildeten die Voraussetzung zu ReparatisnSzahlungen. Der Widerstand PoincarÄ gegen klare Feststellung der deutschen Verpflichtungen, die die Voraussetzung der Zahlungsfähigkeit Deutschlands fei, enthülle die wahre Absicht Poinoares, dauernd die Hand an der Gur-' fiel Deutschlands zu halten. DaS deittsche Stw; gebot vom 7. Juni zeige die einige Entschlossenhttt bet deutschen Regierung und aller Wirtschastskreise zu äußeo-i fier Reparationsleistung. Angesichts der ungeheuren Lct-r ftungen, zu denen sich Deutschland dadurch auf Menschen«- alter verpflichte, fei e» sinnlos, wenn Poincare v« der Möglichkeit der Eroberung be» totrtrf schaftJrchsn SHorrangs in Enropa byx« Deutschland sprech e. . „ . ..4
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London, 21. Juli. Reuter meldet, daß derausschuß der zeitlichen gemischten Lvmmission> deß Völkerbundes für die Verminderung bei Rüsdwgeok büje Woche unter dem Borfitz Lock Robert- 6erUl
tagte. Der Slusschuß stellte den Text ftrtic, tat der Kommission bei ihrer Zusammenkunft tu Partzsl Ende des Monat» trorgdegt, mfd, fall- er gebilllEj; wick, dem Völkerbundsrat und der VÄkerbmckSv««. fammUug unrecbrettet werde« soll. Der Scnbeeew schuß prüfte auch den neues Vorschlag Robert ®td» belrefferck dße Errichtung tzWgf MMÄtüMstrs WWk