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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhesfische) Oberhessen

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Der Anzeigenpreis beträgt fit den 9gefp. Zeilenmilltmeter 300 Mk. (ÄL Anzeigen und Famllten-Änz. gegen bar, 250 Mk. ) Amtliche und ousro. Anzeigen 400 Mk. Bei i*mteriaem Satz 50*1, Auilchlag. Spät einlaufende oder den Raum über */, Seite einnehmende Anzeigen werden nach der Tertlpaltenbreite berechnet. Reklamen der Zeilenmtllimeter 1500 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Aus­kunft durch die Defchäftsft. und Vermittlung der Angebote 300 M, bei lieberfendung durch uns 300. Mk. ohne Porto.

DieOberhesiMe Zeitung" erlchetnt iechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 20000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer 4AQ elementarer Ereignifie kein Eriatz. Berlag von Dr. S.Hiserotd. Druck der lUu Univ^Buchdruckerei von Jod. Lug. Loch. Markt 21.23. llerniprecher 55, Pok» fcheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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In der französischen Presse wird kritisiert, daß Baldwin die Ruhrpolitik verurteilt habe, aber nicht de» Widerstand Deutschlands.

Brüssel, 13. Juli. Belgische Regierungs­kreise erklären, wenn man auch den Wortlaut der Rede Baldwins abwarten müsse, so könne man doch schon jetzt sagen, daß die von Baldwin ausgespro­chenen Gedanken eine Entspannung bedeuten und die Annahme gestatten, daß die diplomatischen Be- Iprechungen unter den Alliierten, weit davon ent­fernt aufzuhören, mit erhöhter Intensität fort­gesetzt werden.

andersetzungen gegeben ist, benutzen wird, Deutschland durch weitere Anwendung Gewaltmaßnahmen zur Kapitulation zwingen.

Die Aktivität zur Lösung der mitteleuropäischen Frage ist im übrigen vorläufig nach London ver­legt, die Entscheidung liegt dagegen vorläufig in Paris. Man wird sich darauf einstellen müssen, daß mindestens drei Wochen vergehen, ehe der von England den alliierten Mächten vorgelegte Ent­wurf einer gemeinsamen Antwort an Deutschland so weit durchgesprochen ist, daß sich Paris und Vrüffel entschieden haben, ob sie sich an dieser ge­meinsamen Antwort beteiligen sollen oder nicht Mit Hinweis auf den Aufschub der Klärung der Re­parationsfragen verlangt man in allen politischen Kreisen um so stärker alle Maßnahmen von der Reichsregierung, die geeignet sind, die innere Ruhe aufrechtzuerhalten.

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bedeute hinsichtlich der finanziellen und wirtschaft­lichen Seite der Reparationsftage eine Kapitula­tion Deutschlands. Die Regierung handele richtig, wenn sie erkläre, daß diese Note nicht zurückgewiesen werden sollte. Die deutsche Regierung werde in eine unmögliche Lage gebracht, wenn man von ihr die Aufgabe des passiven Widerstandes verlange, bevor die Erörterung beginnen könne und gleich­zeitig erkläre, das letzte Angebot sei keiner Er­örterung wert. Der einzige Einwand Englands gegen Frankreich fei, daß Frankreichs Politik ge­eignet sei, Reparationszahlungen unmöglich zu machen.

Nach Grey sprach Lord Birkenhead, der fragte, was geschehe, wenn die französische'Regierung mit der britischen Antwort nicht einverstanden sei, was anzunehmen sei. Solle das Parlament ausein­andergehen, ohne eine Vorstellung davon bekom­men zu haben, was geschehen könne, ohne daß die Regierung in dieser Hinsicht auch nur die leiseste Andeutung gemacht habe. Wie stehe es mit den britischen Reparationsansprüchen^ Die Aussichten würden mit jedem Tag der Ruhrbesetzung immer mehr zerstört. Eine Verständigung mit Frankreich müsse angestrebt werden.

Curzon sagte, das Oberhaus werde vor der Ver­tagung eine Gelegenheit zur Debatte erhalten.

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B e r I i » , 13. Zu». Wie die Blätter erfahren, kann die endgültige Stellungnahme der Reichs- regierung zu der Rede des englischen Premier­ministers Baldwin erst erfolgen, wenn der Wort­laut der Rede oorliegt. Die Blätter betonen, daß Baldwins Rede für Deutschland keine Enttäuschung bedeutet.

lieber den Eindruck in Berlin schreibt derTag", man habe unangenehm empfunden, daß Baldwin sich zur Feststellung der deutschen Leistungsfähigkeit auf die Repko beschränkt habe und nicht die inter­nationale Sachverständigenkommission wühlte. Da­gegen wurde allgemein sehr angenehm empfunden, baß jede Erwähnung des passiven Wider­st a n d e s in der Rede fehlt. Die englische Politik scheint cito diese Frage nunmehr in allerengstem Zusammenhang mit der militärischen Politik Frankreichs zu bringen und sich um den selbst­verständlichen Widerstand Deutschlands gegen Poincaräs Gewaltpolitik nicht mehr kümmern zu wollen. Im übrigen bedeuten die praktischen Vor­schläge Baldwins, wie sich schon ohne weiteres da­raus ergibt, daß er im Rahmen der Entente und auf der Basis des Vertrags von Versailles zu ope­rieren gedenkt, ein Hinausschieben der endgültigen Lösung. Darauf war man aber in unterrichteten politischen Kreisen Berlins gefaßt.

Man rechnet ganz bestimmt damit, daß Poincarö die Frist, die ibm durch die wahrscheinlich khr langwierigen englisch-französischen Ausein-

' Wir haben bisher stets den Standpunkt vertreten, bah ton einem Bruch zwischen England und Frankreich nicht hic Rede sein könne, und daß es vollständig verfehlte Hoff­nungen seien, irgend welche politischen Erwägungen daran Ruszubauen. Ja, es ist die Frage, ob eS für Deutschland Wünschenswert ist, wenn ein solcher Bruch innerhalb der Entente sich vollzieht, denn ein Frankreich in solcher voll- Pändigen Isolation würde nur noch weiter und rigoroser vorgehen als ein Frankreich das znm mindesten immerhin «öS an die Beschlüsse und Zustimmung seiner ehemaligen Bundesgenossen gebunden ist. Die Erklärung der eng- fijeben Regierung hat diesem Gedanken denn auch voll- Kündig Rechnung getragen. Sie bedeutet keineswegs eine Entscheidung in obiger Hinsicht, noch nicht einmal de" Beginn einer englischen Sonderccktion, von dem ja auch Vorher soviel die Rede war. Es heißt zwar, daß die Unterredungen des tschechischen Außenministers D- Bene sch der nach Paris und von dort nach London gereift war und der bei seinen Sonderdesnrechunqen von der belgischen und italienischen Diplomatie mi* allen Kräften unterstützt wurde, ohne CfrHg geblieb-n sind Eine Unterredung habe den englischen Außenmimst-- ßlurzon veranlaßt, den bereits strtig"est-.l'ten Tert seine- Erklärung nochmals abzuänd-rn. Wie weit und in wel­chen Punkten diese 'Mänderung erkolot, entließt fick' ja der Kenntnis der breiten Oessentlichkeit. Es ist aber bmurrhin möglich, daß man noch mehr, wie uefnrfinnlii* beabsichtigt war, der französischen Reyieria die Brücke ptr Verständigung kaute, insofern haben sich die @rmnr- tmigen auf ein? freundliche Haltung gegenüber Frankre'ck' rr'üllt, die von der Pariser Press? nach der .vcfsimkisck>? Bämmung der letzten Tage gerade.ietzt wieder einen ae Wstsen Optimismus cm'kvmmen It ft n. rooftf im Hinblick in? die vertraulichen Informationen, die der Lonöone-

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ringezogrn hatte. Baldwin hat dann auch in seine- Lrltärung mehrfach die Notwendigkeit einer engen u*k herzlichen Zusammenarbeit zwischen Erstand, Fran' eck »nr> Belgien hervoraehoben. Er hat vor al em b t-n daß die Zrele der Regierungen die gleichen seien, nämlich Die Zahlung von Reparationen und die Sicherung b?' Friedens jn Europa. Nur über die Methoden bestehen Neinungsverschiedenbriten. England ist eb-Nso e;i' schlossen, wie Frankreich, Deutschland iür den von ihm an- gerichteten Schaden zu L eparasior.sleistnng'n henanzn ziehen und zwar unter Anwendung iebeu Mittels, uw Deutschland bis zur äußersten Grenze seiner Leistung - fthigkeit zum Schassen zu zwingen.

Nun kommt die g undsätzlich? Männngsverschiedenb '' zwischen der französischen unb engii ch n Rcgierung, n5m Äch die Höhe der Reparationsleistungen. Deutsch'an> darf nach der englischen Ansicht zu keinen größeren Zad- fangen verpslichter werden, als es wirklich leisten kanr- Deutschland als Schuldner muß in die Lag? versetzt wer­ten, seine Schulden zahlen zu können, und, soweit Zweifel über seine Zahlungsfähigkeit bestehen, müssen hieb deprüft und sestgestellt werden. Wie diese Prüfung (gedacht ist, ist vorläufig von der englischen Regierung Keiner Weise sestgelegt worden. England hat leoiglich »ngekündigt, daß es nunmehr seiner Meinung nach zweck­entsprechende Methoden zur Diskussion stellen, Vorschläge Unterbreiten und Frankreich und die anreren Mächte auf- fordern wird, sich anzuschließen. Als erster Schritt in dieser Richtung ist zunächst einmal eine Antwort auf dd fetzte deutsche Note vom 7. Juni gedacht. Und zwar lall And muß diese Antwort das ist der feste Wille - ter englischen Regierung möglichst schnell erfolgen. Ties?' Wunsch wird unterstrichen von dem hoffnungsvollen Hin weis, daß die Mliieiten eine gemeinsame Antwort a» Heben, d. h. also über die Fassung der englischen Regierune » einer Einigung kommen. Diese Ankündigung bildet wohl den Kernpunkt der Erklärung der englischen Regn rnng vom Donnerstag, bedeutet den Versuch, nach MLg Weit mit Frankreich g meinsam vorzugehen. Sollt Pch bei der starren Haltung der fvanzösischen Regieruo- «es als möglich erweisen, dann erst dürste es sich zet­ten, ob England in der Tat in dem energischen Bestreben toon int eigenen Interesse, die Reparationsfrage einer Lösung näherzubringen, allein vorgehen, also gewisser- Maßen mit Frankreich abbreche» würde A» dieser Antwortnote scheint, soweit es loenigstenS bis jetzt Aus der englischen Regierungserllärung hervorgeht. Eng. land neue Vorschläge zur Lösung der Reparationsfnage Wachen zu wollen. Wie weit diese gehen, wissen wir noch nicht. Baldwin hat in seiner Erklärung bei aller Dew- lichteit des Tones doch die diplomatische Linie streng lauegehalten und alles vermieden, waS Frankreich ober Deutschland in irgend einer Weise verletzen könnte. Er Hat allerdings und das klingt immerhin wir eine ernste Mahnung an Frankreich nochmals das Gefährliche der teuhraktion deutlich gekennzeichnet und hat mit allem wrnste daraus hingewi sen, daß tee Wiederherstellung ter Welt in Gefahr ist und daß der Frieden, für den so ^60 Opfer gebracht wurden, auf dem. Spiele steht und gleichzeitig auch zu verstehen gegeben, baß im Snterreffe der ganzen Welt und jedes einzelnen der Alliierten jetzt schnell gehandelt weiden muß. Und da wird es sich zeigen, ob Englund trotz der gebotenen Auk- xcht auf weitere Verhandlungen zwischen Paris, Brüsiel, fonbon und Stern gewillt ist, Herrn Poincare einen neuen Mößeren Zeitraum für seine Verzögerungstattik zu ge-

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- L ondon, IS. Juli. öord Erey führte in seiner Mrigq» Odrihanrrede aus, die letzte deutsche Rote

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Journal" meint, daß durch die Rede Baldwins der deutsche Widerstand nur eine Verstärkung erfahren könne.Echo de Paris" nennt die Erklärung Cur­zons eine Rechtfertigung des passiven Widerstandes. Aber nicht einmal Poincarö wäre imstande, etwas an der Ruhraktion zu ändern, solange die deutsche Regierung den passiven Widerstand und den Sa­botageakten nicht ein Ende gemacht habe. Solange Frankreich nicht bezahlt werde, werde es das Ruhr­pfand behalten.Oeuvre" bezeichnet die Regie­rungserklärung als den Plan Englands, die Lei­tung der diplomatischen Aktion zu Lbernehtsten. Ere Nouvelle" schreibt, daß die Erklärung eine Enttäuschung für die sein werde, die an einen Bruch glaubten. England habe Frankreich in höflicher Form verlassen.

Paris, 13. Juli. Nach demNewhork Herald" babe man sich in hochstchmden politischen Kreisen in Varis gestern abend günssirg über den in bcr Erklänina Bachwjns angekündicsien enqliscken Plan g-5"6ert, die "org>'sckila^ene Anlv'rt an Deutschland als Grundlag-' einer neuen Verständigung sämtlichen Alliierten zu unterbreiten. Der im allgemeinen gemäßigte Ton Vachwins sei äußellich wohllli-'nd empfunden worden Obwohl Poincarö kürzlich behauptet habe, der letzte i ffi unhea^g-sh lägen Anzeichen do-

ftt- txrt, daß je^ ter da- P tt men sich vHtagi'hab» Poin arc zu n mindesten Hn re Konzessionen und eine formelle Awwort an die deutsche Regierung in Erwä­gung ziehen werde.

Eine hochstehende offizielle französische Persönlich­keit hohe gestern abend den befriedigenden Eindruck in französischen Kreisen wie folgt zusammengesaßt: 1. Baldwin betonte durch fe:ne ganze Erklärung hin­durch die Lovalität gegenüber dem Ententegedanken. 2. Lft bring! die inte-alllln en Schulden mit den Repa­rationen in Verbindung und er eröffnet dadurch den Weg zu weiteren Verhandl'm^en in dieser Anoel'gm- heii. 3. Frankreck uns Belgi«, solen mit England bn der Vorb re tung her An wart an Deutschland Mit­wirken. 4. Baldwin stellt die Frage her französischen Sickechn« wieder in den Vorbergmnü unb betont Eng­lands Absickll, Frankreich bei her Einziehung der Re­parationen behilflich zu s.sin, anstatt seine Drohung, unabhängig Vorzug h n, auszusühren.

London, 12. Juli. Die »Daily News" nennt Baldwins Rede die beste politisci.re Erklärung, hie seit dem Waffenstillsland abgegeben wurde.

DieWestminster Gazelle" begrüßt eS, daß die Periode wohlwollender Impotenz zu Ende sei und Erotzbritauuien bereit sei, die Führung bet der spä­ten, aber entschlossenen Anstrengung zur Rettung zu übernehmen. Es fei erfreulich zu hören, daß die Un­terstützung Italiens so gut wie sicher sei und die Re­gierung hoffe, bei anderen an her Stabilität Europas interessierten Ländern Unterstützung zu finden.

»Daily Expreß" schreibt, die Regierungserklärung werde von der großen Menge des briltkchen Volkes mit Zustimmung ausgenommen. Sie ändere aber nicht viel an der Lage. Wenn die Haltung Frank­reichs und Berlins gegenüber dem britischen Vor­schlag i'.uflto fei, werde man erst urteilen können, wie sie sich weiter entwickeln werde.

London, 13. Juli. Bon den konservativen Blät­tern g bm dieTimes" unb herDaily Telegraph" ihrer uneingeschränkten Zustimmung zu her gestrigen ministerilllen Erklärung Ausdruck.

Von den liberalen Mattern kritisiert der Lloyd Ete- orge nahestehendeDaily Chrowicle" die Erllärung sebr sckarf und fragt, ob es nicht an der Zeit gewesen wäre, den »liierten unb n u ralen Ländern Mittel u g von den bisher g'w Verhandlungen zu machen, zum miuitestcn den b . tischen Fragebogen zu veröffentlichen. Die Erklärung kündig? keine praktische Politik an und es Lest he keine Auss cht darauf, daß der französische Niniste pcäs d ni irg nioeiner An wort aus d e beu fde Store zustimmen werbe. Er gebe Poincare lediglich die Scöglichkeit, die Sache einige Monate zu verschleppen.

Tas ArbeiterblattDaily Herack" sieht keine Aus­sicht, daß Poincare den britischen Vorschlag annehmen werde. Ter diplomatische Berichterstatter desDaily Telgeraph" sagt: Im ganzen habe die Erllärung eine ziemlich freundschaftliche Aufnahme in den französischen und belgischen Kreisen in London gefunden, was, wie man hoffe, auch in Paris und Brüssel der Fall fein werbe Dem Wunsche Belgiens unb Frankreichs sei man einiger­maßen entgcgengekommrn durch Weglassung aller direkten Anspielungen auf die Ernennung einer internationalen Kommission zur Festsetzung der beutschcn Zahlungsfähig­keit. Die britische Regierung werde versuchswcife ein Kompromiß zwischen der Einstellung des passiven Witer- stanbeS durch die deutschen und der Rückgabe bet Ini­tiative und der inbustriellen Freiheiten an die Deutschen ben Alliierten in Vorschlag bringen. Es sei keine Droh- hung betreffend eine unabhängige Sbtion durch Englank ausgesprochen worden. Es werde aber angeveutet, baß eine Weigerung Frankreichs unb Belgiens, mit Eng­land und Frankreich bei her Kollektivnote an Deutsch land zusammenwirken, die britische und italienische Siegte« rung zwingen würden, eine gemeinsame Note abzusenden. Die Regierung habe den genauen Wortlaut sehr lange erwogen, und gestern Nachmittag um 3 Uhr gebilligt. Tie Autwart. die «ach EuAands Lvefchlag die Allurr-

ten an Deutschland richten solle«, fei bereits entworfen. Nach Meinung bei informierten Krerte dürste auch Frankreich dieser Antwort zustimmen. ES M llar, daß, wenn der Entwurf bet Antwort nächste Woche vielleicht schon am Dienstag oder Mittwoch, »ugeschickl werde, eine Mantelnote mitgesandt werde, in bet btt Regierung ihre Gründe für die Aktion auSeinanderfetz«, In amtlichen Kreisen wird damit gerechnet, daß die Ant­wort bet Alliierten aus den Antwortentwurf t» dto# 14 Tagen eintreffen werde. f

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London, 14. Juli. Das Reutetsch« Büro meldet: Jn amtlichen britischen Kreisen wird übet die Natur der britischen Antwort auf das deutsche Memorandum, deren Fertigstellung bis zum 19. do» Mts. zu erwarten ist, allseitig vollständige Zurück« Haltung geübt. Aber es kann als sicher angenom­men werde», daß die britische Antwort de» Vor­schlag enthalten wird, eine ivteraatiouale Kommission einzusetzen, die Deutschland» Fähigkeit zu Reparationszahluuge» bestimmen soll. Möglicherweife wird auch die Frage der Beendigung des pas­siven Widerstandes im Ruhrgebiet be­rührt werden. Die Note wird wahrscheinlich der Regierung der Bereinigten Staaten zur Informa­tion mitgeteilt werden.

Der Mm nrt Samen.

Barmen, 13. Juli. Die Franzosen, die auch da» Reichsbankg-lliäiibe und die Handelskammer besetzt hatte», haben vormittags kurz nach 11 Uhr die Besetzung der einzelnen öffentlichen Gebäude wieder aufgeho­ben, darauf das Barmer (Miet verlassen und sind ins altbesetzte Gebiet zurückgekehrt. Reichsbankdirektse Prüfe wurde ou5 unbekannten Gründen von ben Fran­zosen verhaftet und mitgeführt. Irgendwelche Beschlag­nahmungen sind, soweit bisher bekannt, nicht erfolgt. Der Grund der vorübergehenden BesetzungSmaßnahn« ist unbekannt.

Barmen, 13. Juli. Nach bet gegen 11 Uhr er­folgten Räumung der Stadt wird bekannt, daß btt Franzosen außer sämtlichen staatlichen und städtische» Gebäuden auch die Gebäube der Reichsbank und bet Handelskammer besitzt hatten. Ter Straßenbahn- Verkehr war dadurch behindert worden, daß an verfchicde- nen Stellen die aufgcbotenen Tanks quer über dir Schienen gestellt wurden. Die Ausgänge der Stadt waren stark bewacht. Die Gründ? der vorübergehende» Besitzung Barmens sind vorerst unbekannt. Außer einte gen Schutzpolizcibeamten wurde der Reichsbankdirellor verhaftet. Sic wurden von dc» Franzosen weggeschleppt.

Barmen, 13. Juli. Die Franzose» sind gege» 11 Uhr aus Barme» wieder abgerückt.

Elberfeld, 13. Juli. Während heute früh Barme» von den Franzose» besetzt wurde, rückte von EronrnberM aus ftanzösische Kavallerie in bei Richtung Elberfeld vor. Eine Kavallcricpatrouille erschien am AuFenran» der Stadt und erkundigte sich »ach der Lage des Rathauses, Kurz darauf machte» die Franzose» irdoch Kehrt a* zogen wieder, ab.

Elberfeld, 13. Juli. Wie gemeldet, erfolgte heute morgen gegen 7Nhr die Besetzung BarmenS durch zahlreiche französische Truppen aller Waffengattungen, Die Besetzung galt in erster Linie dem Rathaus BarmenS. Ms Grund der Besetzung wurde angegeben, daß vor einigen Tagen französische Soldaten und Zollbeamte, dir verse^ntlich die Grenze des besetzten Gebietes bei HennS- borrf überschritten hatten, von der Schupo mißhan- dorf überschritten hatten, von der Schupo mißhan- Die Behauptung entspricht nicht den Tatsachen. Jn Wirk­lichkeit spielte sich der Vorgang folgendermaßen ab: E» sand ein Geplänkel zwischen ftanzösischen Soldaten, Zollbeamten und Schmugglern an der Grenze statte wobei die Schmuggler einige in ihre Härcke gefallen» Soldaten mifthandett haben sollen. Ein zu Hilfe ge­eiltes Lastauto mit Schupobcanttcn aus Elberfeld be­freite die französischen Soldaten und Zollbeamten aus der Hand der Schmuggler unb brachte sie nach Elberfeld i» Schutzhaft. Der Vorfall wird von dem die Besatzungs­truppen befehligenden Oberst jetzt so dargestellt, al» ob die Schupo beamten die französischen Solbaten und ZZlte beamten mißbandelt hätten. Bei der ganzen Allion han­delt es sich zweifellos vor allem um ein Vorgehen gegen die Reichsbank und das zum Teil in Elberfeld be­findliche Personal des Rcgierungspräsibiums Düsseldorf, deren Zimmer erbrochen und beraubt wurden. Uebrigeul liegt auf der Hand^ daß auch dieser neueste französisch« Gewaltakt bezweckt, durch Vorstöße in weiteres deut­sches Gebiet die Bevölkerung zu beunruhigen und ihre» Widerstand zu breche».

Die BMksivene aWo'oeii.

Kehl, 13. Juli. Der Delegierte der interalli­ierten Rheinlaudkommission teilt mit, daß die von der Rhctnlaudkommtfsion angeordnete allgemeine $ et« kehrssperre zwischen dem besetzten und dem un­besetzten Gebiet um Mitternacht zwischen dem 15. ut» 16. d. Mts. endgültig ausgehoben wird. Neue Vaffterschetne können ausgestellt werden,

Paris, 13. Juli. Nach einer HavcksmelduuH au» BrüssÄ bringt die belgische Telegraphenageniur bit Nachricht aus Duisburg, daß bk belgischen durch srcmzösische «jetzt wurde».