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' Amtliches VeMndigungsblatt des Kreises Marburg.

J.H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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iuxemburg insgesamt weit über 1 Million ni> Koks geliefert. In der zuletzt beobach­

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* Trump' d r jf-rdernog na j Zahlung de fron»- pichen Kriegsschulden an England hält die eng- Politik dabei immer noch in der Reserve. Taß von dieser Seite für die Beeinflussung der Rege- ^3 der Reparationsfrage irgend etwas nennens' zu erwarten Härten, kann und darf nicht on- i^ommen werden. Tas Reparationsproblem ist schon ^langem über den europäischen Rahmen hinauSge- ^-hsen. Es ist ein Weliproblem geworden und ohne

Ter englische Standpunkt ist ein anderer." Nicht aus «ohlwollen für Deutschland, oder um der deutschen «Ortschaft die kommenden Lasten zu erleichtern, son- vern aus wohlverstandenen eigenen wirtschaftlichen In­gressen heraus ist England der Auffassung, daß die Re- dvationssrage und chre Gestaltung die Mächte und «lker weit über den Kreis der Alliierten hinaus un- ^ltrlbar angeht. Darum (üaidiert England auch für ^ internationale Konferenz, auf der vor Allem die fügten Staaten und die Neutralen teilnchmen «Ewn und auf der man Deutschland GAegcnheit zur *itretung seines Standpunktes geben müßte.

DieOberheifilLe Zeitung" erlcheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 20000 SRI. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. E. Hitzerotd. Druck der Univ^Buchdruckerei von Job. Bug. Koch, Markt 21.23. Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Keine Auslieferung Iackstirs.

Hamm, 10. Juli. Wie bereits gemeldet, hat dieser Tage die belgische Besatzungsbehörde die deutsche Regierung aufgefordert, den am Marler Zwischenfall beteiligten Studenten Jackstir, der sich bekanntlich dem Gericht in Münster selbst gestellt hat, auszuliefern. Sicherem Vernehmen nach wird diesem Ersuchen nicht stattgegeben werden. Es ist inzwischen einwandfrei festgestellt worden, daß als alleiniger Täter bei der in berechtigter Notwehr er­folgten Erschießung der drei belgischen Soldaten ht Marl lediglich der auf der Flucht angeschofsene und in der Lippe ertrunkene Knickmann in Frage kommt. Jackstir, der hieran nicht unmittelbar be­teiligt war, wird in Münster in Haft behalten.

nster, 10. Juli. Die in Sterkrade kn Haft befindlichen Bürgermeister Roer aus Buer und stellvertr. Landrat Graf M a t u s ch k a aus Gelsenkirchen sind am 6. Juli nach Moers über­geführt worden, wo sie so lange als Geiseln in Haft gehalten werden, bis üer wegen der Marler Vorfälle von der deutschen Polizei verhaftete I a ck st i r ausgeliefert ist. Die von den Franzosen besetzte ZecheKönig Ludwig" ist unter Mitnahme des Gerätes am 7. Juli wieder geräumt worden.

Berlin, 10. Juli. Zu der heutigen Havas« Meldung aus Haffelt (Belgien), daß ein belgisch^: Soldat in Duisburg erschossen worden sei, erfährt das Wolff-Büro folgendes: Die Agentur Havas hat in den letzten Wochen öfters berichtet, daß französische und belgische Soldaten nach vor-^ ichriftsmäßigem Anruf auf Personen geschossen hätten, wobei sich wiederholt herausstellte, daß die Erschaffenen französische oder belgische Soldaten waren. Es wird abzuwarten sein, ob es sich nicht auch bei dem eben mitgeteilten Falle so verhält.

Köln, 10. Juli. Auf der Brücke von Ober» kaffel nach Düffeldorf ist seit dem 9. Juli der Stra­ßenbahnverkehr in beiden Richtungen auf Befehl der Belgier eingestellt worden.-*

Mit Deutschland vorstellen. Dem englischen Kabinett schweb! vielmehr lediglich eine besondere Antwort an Deutschland auf das letzte Anerbieten der deutschen MeickSregierung vor. Zlber auch hierbei kann nicht da­vor. di? Rede sein, daß die englische Reg-erung eNva'ein? tztfonderte Vereinbarung mit Deutschland, hinsichtlich ter Zahlung dcS aus Enaland fallenden R^parations- Anteils zu tressen die Absicht hatte. Schon der Versuch tzit einer solchen Vereinbarung würde ja notwendiger' teeife den Bruch zur Folge haben. England wich aber Ür.igc von deutscher Seite in dem letzten Verschlag ge­machte Anregungen aufnehmen und erweitern. ES hau- idt sich um diejenigen Anregungen, die ja seinerzeit »ach vorheriger diplomatischer Füb'ungnabme mit der .englischen Regierung in das den sche Ang bot Aber» «mmen wurden, und die in der jüngsten Kundgebung des Papste? als beachtlich der französischen Regierung vorge'egt wurden. Es handelt sich dabei vorneknnlick' tot den Vorschlag der Einsetzung einer internationale" Sachverständigenkommission zur Prüfung der deut- sihen Leistungsfähigkeit der darauf wiederum durch internationale Konferenz vorzunehmenden Fest- setzun^ >er deutschen Schuldsumme, und falls sich trotz Wem Schwierigkeiten und Meinunqsverschi'denbeiten «0 »en sollten, d r Anrufung des Schiedsger chtshofeö t» Haag zur endgültigen Entscheidung.

Wenn England in diese» Augenblick einen derartt-

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Sanktionen über die Stadt Buer aufgehoben.

Buer, 9. Juli. Nach zweieinhalbwöchiger Dauer sind die im Zusammenhang mit der Erschie­ßung dreier belgischer Soldaten an der Lippe über Buer verhängten Sanktionen aufgehoben worden. Seit heute mittag dürfen die Straßenbahnen wie­der verkehren. Die Wirtschaften usw. dürfen bis 10 Uhr geöffnet sein. Die Verkehrssperre von 8 Uhr abends bis 5 Uhr morgens ist beseitigt worden. Die Vorschriften bezüglich des Verkehrs in der 500 Meter-Zone südlich der Lippe bleiben jedoch inkraft.

Buer, 10. Juli. Dr. med. Langrock mit Fran sind gestern von den Belgiern angeblich wegen Waffenbesitzes verhaftet und ins Gefängnis gesteckt

Was will England?

keten Zeit, vom 16. Mai bis 15. Juni belief sich die Aus­fuhr au Kohle und Koks an Frankreich und Belgien auf 470 000 Tonnen, erreichte also nicht einmal die Hälfte der früheren freiwilligen Leistung. Dabei ist der Rückgang der Kvkszufuhr besonders schmerzlich, da er für die fran­zösische Industrie von lähmenden Folgen ist. Uno alles das ist erst der Anfang. Wenn die Kohlen- und Kvks- yalden leer gefahren sind was dato der Fall sein was dann ist es überhaupt mit dem Kohlenraube vorbei.

Die r»t?ier, br wir gebracht haben, hc>e also Frank­reich schwer büßen müssen. Und was die Zukunft anlangt, so sollen diese Opfer uns ein Ansporn sein, Frankreich nm jeden Lohn seines Ruhrverbrechens zu bringen. Wir wissen, daß ihm der wirtschaftliche Ertrag nicht die Hauptsache war, sondern daß eS seine Absicht ist, durch den Ruhreinfall Deutschland zu ze^rLmmek«. Das soll 4« nje und nimmer gelingen, _ - ........

Dto UM BOn UM.

Essen, 10. Juli. Einem Gerücht zufolge soll bas Unglück auf der Eifenbahnbrücke von Duis­burg-Hochfeld von deutschen Kriminalbeamte« auf­gedeckt sein; die Tater, die nicht Deutsche sein sollen, sollen verhaftet worden sein.

Zu dem Effenbahnunglttck auf der Rhetnbrücke bet Hochseld meldet di« »Voss. Ztg.' auS Essen, vag gestern Verhandlungen zwilchen den deutschen und belgischen Behörden stattsanden, die eine Mitwirtun« der deutschen Behörden bet der Auffindung ver Töter zum Ziele hatte. DaS Gerücht, daß die Täter bereits ermittelt worden sind, hält stch hartnäckig aufrecht. Es toll sich um einen Franzoien und einen Argentinter handeln. Der Letztere soll bei der Verhaftung ein Fläschckien Morphium in der Tasche gehabt baden, um im Falle seiner Ergreifung stch das Leben zu nehme«. Dies sei ihm iedoch nicht gelungen. Beide Fest» genommenen sollen ein-er internatio- nationalen anarchtsttschen Verschwö­rerbande angehören. Eine Bestätigung dieses Ge­rüchts war den Blättern zufolge bisher nicht ,« er­langen.

Brüssel, 10. Juli. Im Laufe der Beratung bet ministeriellen Erklärung führte der Außenminister Iaspar im Senat aus, das Land durchlebe gegenwär­tig schwere Stunden. Die auivärtige Politik sei fest und gemäßigt. Der Minister bat das Parlament, ihm volles Vertrauen auszusprechen. In der SMnde bet Gefahr bitte er alle einig zu sein, da alle ohne Unter­schied Belgier seien und bleiben würden.

Der Senat hat mit 88 gegen 36 Stimmen bei einer Enthaltung schließlich ein Verttauensvotum angenom- mrn.

Im weiteren Verlauf der Sitzung erwiderte bet Verteidigungsminister auf eine Interpellation wegen des Vorfalles auf der Eisenbahnbrücke bei Duisburg mit einer Rede, in der er mitteilte, man habe den bei dem Anschlag verwendeten Explosivstoff alS Pikrin­säure sestgestellr. Der Minister wies sodann auf die getroffenen Maßnahmen hin und fügte hinzu, daß er die Nheinlandkornurisston ersuche« werde, die Bewach­ung der Eisenbahnen durch die Gemeinden ausführen zu lasten. Für de« Fall von Anschlägen würde die Gemeinde, auf deren Gebiet stch ein Anschlag ereignen sollte, dafür verantwortlich gemacht werde«.

gemeine Ratschläge zur Mäßigung und Vorsicht erteilt Im Hinblick aus die Sabotage­akte habe er den Wink gegeben, in dem Sinn, daß die deutsche Regierung gut beraten sein würde, wenn str ibre Mißbilligung solcher Akte in unmiß­verständlicher Weise zum Ausdruck bringe. Der diplomatische Berichterstatter deS .Daily Chro- niele" schreibt, im Laufe dieser Wocbe würde in der politische« Lage Ane weitere Entwicklung eintreten, doch glaube er nicht, daß es zur Ent­scheidung kommen werde/

einem HerauStreten aus ihrer bisher beobachteten Pas­sivität zn ttranlnf en. 1 J

London, 10. Juli. DerEvening Standard" meldet: Das Kabinett tritt morgen nachmittag zusammen, um den Wortlaut der wichtigen Erklä­rung endgiltig festzusetzen, die am Donnerstag von Baldwin und Lord Curzon in beiden Häusern ab­gegeben werden soll. Im Oberhaufe teilte Salis­bury mit, daß Lord Curzon am Donnerstag eine Erklärung über die Ruhrfrage abgebe.

London, 10. Juli. Der diplomatische Kor­respondent derWestminster Gazette- schreibt, Baldwin werde in der bevorstehenden Erklärung voraussichtlich betonen, daß die Regierung das Aenßerste getan habe, nm bei den Verhandlungen über das letzte deutsche Angebot eine gemeinsame Aktion mit Frankreich zu erzielen, daß es aber un- möglich gewesen set, die französische Forderung zu unterstützen, daß Deutschland'in der Ruhrsrage be­dingungslos kapitulieren solle. Er werde weiter erklären, daß auf die britische Frage nach dem Re­gime, das die Franzosen und die Belgier im Ruhr­gebiet nach Beendigung des deutschen Widerstandes einrichten wollen und nach dem Datum, wann sie das Gebiet wieder zn räumen beabsichtigten, keine klare Antwort erteilt worden sei. In allen diesen Punkte komme ein Kompromiß nicht in Frage und die britische Regierung stehe daher vor der Notwen­digkeit, eine besondere Antwort aus die deutschen Vorschläge zu erteilen und einen Alteraativplan vorzubringe«, der, wie man hoffe, Europa vor einer Katastrophe bewahren werde. Der Berichterstatter glaubt, folgende Angaben über die Absichten der Regierung machen zu können: 1. Festsetzung der von Deutschland zn zahlenden Summe durch eine internationale Kommission, die entweder vom Völ­kerbund oder von der ReparationskomMission zu er­nennen wäre; 2. Einberufung einer internatio­nalen wirtschaftlichen Konferenz, die die besten Me­thoden für die Zahlung und die Regelung der inter­alliierten Schulden angeben solle und 3. Regelung der Probleme des Rnhraebietes und der Rhein­lande, kurz: die Frage der Sicherheit Frankreichs durch eine ähnliche internationale Aktion.

London, 10. Juli. (Reuter.) Das Gerede über einest Bruch mit Frankreich in der Reparationsfrage wird in amtlichen Kreisen in London nachdrücklich gemißbilligt. Bezüglich des Inhalts der Erklärung über die britische Politik, die am Donnerstag in den beiden Häusern des Parlaments abgegeben wirb, sei nichts bekannt, doch könne zuversichtlich gesagt werden, daß diese Erklärung nichts Aussehen­erregendes bringen werde. Sie wird versuchen, vor der Welt die Ansichten der britischen Regierung über die Wiederherstellung Europas offen darzu­legen. Eine Tür werde offengelassen für eine volle Zusammenarbeit zwischen England und Frankreich, man hoffe aufrichtig, daß die französische Regierung eine Möglichkeit sehen werde, sich mit der britischen Regierung zusammenzufinden. Selbst wenn es sich als notwendig erweisen sollte, daß Großbritannien eine eigene Richtlinie verfolge, so wäre zu bemer­ken, daß Frankareich schon zweimal eine Sonder­aktion gegenüber Deutschland unternommen habe (einmal als es das Ruhrgebiet besetzte und dann, als es das erste deutsche Angebot beantwortetet, ohne England zu befragen, und daß es doch feinen Bruch in der Entente verursachte. Die britische Re­gierung ziehe sicher keine Aktion in Erwägung, die einen derartig drastischen Charakter habe,

London, 10. Juli. Der diplomatische Bericht- erftatter der »Daily News' schreibt, wenn in ein oder zwei Tagen keine Verständigung erreicht sei, werde die britische Regierung wiederbolt den von Deutsch­land gemachten Vorschlag betreffs der Ernennung einer unabhängigen Sachverständigen-Körperschast zur Feststellung der deutschen Zahlungsfähigkeit anney- men. Der diplomatische Berichterstatter deS »Daily Telegraph" schreibt, es sei guter Grund zu der An­nahme vorhanden, daß die umsaffcnden Erklärungen, die am Donnerstag der Premierminister im Unter­haus und Lord Curzon im Oberhaus wahrscheinlich abgeben würden, mehr positiven als nega­tiven Charakter hab-n werden: sie würden die letzten Bemühungen Englands zur Wiederherstellung des wirtschaftlichen und politischen Friedens Europas behandeln. Sollten die Bemühungen ersolglos blei­ben, werde England keine Sckmid tragen. Durch das Gerede von einem Bruch zwischen den beiden Völkern werde nur Schaden angerichtet, da es sich doch um eine Frage der politischen Zusammenarbeit zwischen den beiden Regierungen handle. Der Berichterstatter mel­det noch, daß bei der Unterredung, die der deutsche Botschafter Stimmer gestern mit Curzon im Foreign Office hatte, dieser die Sabotageatte im Ruhrgebiet und im Rheinland sowie die Frage des passi­ve« Widerstandes im allgemeinen er- örlert hoch«. Wie e£ heiße, bade Ourww Benin atz-

Marburg

MM, Den 11. M

Heuert

______ligung Amerikas ist keinerlei Regelung . *^Repatationssrage überhaupt möglich. Damit hängt f teieberum die Verständigung Frankreichs mit , [ T^-riTa über seine eigenen, den Vereinigten Staaten schuldenden Kriegsanleihen zusammen, wie ja England insoweit bereit wäre, Frankreich von den Luiden zu tutraften, als es selber von AmerikaHefei ^pslichtang enthoben würde. Die gegenwärtige Tak- ^Enslands geht gegenwärtig darauf hinaus, gleich-

Paris, 10. Juli. DerTempS" polemiflert ge­gen die für Donnerstag dieser Woche angekündigte englische Regierungserklärung int Parlament, an die das halbamtliche Blatt eine Reibe von Ansprüchen stellt. Wenn die englische Erklärung eine Regelung erleichtern wolle schreibt das Blatt, müsse sie offenbar von einem positiven Gedanken gettagen sein. In den englischen Blätter«, die Frankreich angegriffen, werde unermüdlich wiederholt nämlich, daß die Franzosen durch die Ruhrbesetzung die Prosperität Deutschlands zerstört hätten. DerTemps" glaubt, daß die Fran­zosen überhaupt nicht zerstört hätten, wie man das gleich bet Beendigung des derzeitigen Konflikts be­merken werde. 91b er man müsse auch darauf Hinwei­sen, daß die Engländer ihrerseits noch nichts aufge- baut hätten. DerTempS" verlangt vom Premier­minister Baldwin nicht mir genaue Angaben über die .Löhe der englischen Forderungen an Deutschland und England? übrige festländische Schuldner, sondern auch ein RevarationSprogramm, dessen Kernstücke eine praktische Lösung in der Frage des ZahlungSversah- rens zu bilden hätte.

Französische Phantasie« über de« Marksturz.

Paris, 11. Juli. Der Senat beriet heute das rerourable Budget kür den Wideraufbau, das mit 274 gegen 6 Stimmen angenommen wurde. Der Berichterstatter Senator Beranger sprach von der Markentwertung. Durch die Inflation habe Deutschland sich seiner Schuld durch einen wahr­haften Betrug entledigt. Würde man ihm freie Bahn lasten, würde es bald mächtiger und aggres­siver werden als unter Wilhelm II. Man be­unruhige sich über die Haltung gewiffer Alliierter Was not tue, seien Zahlungen und Sicherheits­garantien.

Der Anzeigenpreis beträgt für den Ogefp. Zeilenmillimeter 300 Mk. (RI. Anzeigen und Familien-Änz. gegen bar, 250 Mk. lAmtliche und ausw. Anzeigen 400 Mk. Bei schwierigem Satz 50*1, Ausschlag. Späte einlaufende oder den Raum über Seite einnehmende Anzeigen werden nach der Tertsvattenbreite berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter 1500 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Aus­kunft durch die Geschäfts st. und Lermittlung der Angebot« 300 M, bei Uebersendunz durch uns 300. Mk. ohne Porto.

Vorschlag macht, daun geht die Bedeutung einer kochen Aktion über die Bedeutung einer solchen Aktion fite: die politischen Tagesinterrssen Weit hinaus. Man tonfc daß Frankreich gegen jegliche internaibionaw erörttrung Behandlung oder gar Entscheidung aller «ser Fragen ist. Die französische Politik steht auf pem starren Standpunkt, daß der Versailler Frie- teititocrtraj derartige Möglichsten nicht Vorsicht, son- kttt die Entscheidung über die Reparationsfragen etn- und allein der Reparationskommission überträgt. Man befürchtet in Frankreich, aus einer internationalen «oirferenz moralisch unsachlich ausgeschlossen zu toer» «*« mnb man weist daher jedwede Anregung in solchen ^ingcu mit dem Bemerken zurüch daß dieReparattonS- KM nur eine Angelegenheit sei, die die Alliierten und »lt: ihnen wickerum in erster Linie Frankreich angehc.

x Tie vorliegenden Londoner Informationen lassen v | tzkkruncn, daß England aus seiner bisherigen Passivi- >- Ht in der Reparationsfrage herauszutreten beabsich- ggt. Es wird indessen gut sein, wenn man ganz leid'fern die Dinge, die gegenwärtig in der eng- sischeu Politik der Entwicklung zustreben, überprüft. 5 Da wäre zunächst zu sagen, daß nicht daran gedacht , herben kann, daß England im gegenwärtige« Augen­blick den Konflikt mit Frankreich in dieser Frage auf sich nehmen Würbe; oder auch nur wolle. Der Ge­danke an einen Bruch der Enjtente spielt überhaupt Hne Rolle. An eine grundlegende, weltpolitische ober j «uch nur wirtschaftlicher Neuordnung der Tinge ist 1 «cht zu denken.

- Was will aber «ur England? Offenbar erstrebt es tetrch eine Sonderaktton einen Druck auf Frankreich, s» zwar, daß die ftmtzösische Politik ihre gefliffent- ^CtbCtt siche Verzögerungstaktik aufzugeben genötigt wäre. Nun , darf man aber diese geplante englische Sonderaktivn miete si» nicht etwa im «sinne, von Sowderberhandlungen

M Ms Mmtn.

Als man im Pariser Kabinettsrat argen Ende des vorigen Jahres den Vormarsch an die Ruhr in aller Form beschloß, überwand der Präsident Millerano die letzten Zweifel und Bedenken durch die Versicherung Deutschland rcerbe auf den ersten Schlag mit sofortiger Unterwerfung antworten. Am 3. Tage spätestens nach dem Einmarsch in Essen werd- die deutsche Negierung einen Unterhänd­ler mit dem Angebot ihrer Unterwerfung schicken. Das ftanzösische Volk wurde vom ersten Tage an mit der Vorspiegelung eines unmittelbaren, durch schlagenden Er­folges abgespeist. Davon ist heule nichts mehr vor­handen. Gewiß hält Herr Poincare noch mit unver­minderter Zähigbnt an seiner Politik fest, aber das fran­zösische Volk ist auf das tiefste enttäuscht und in der fran­zösischen Wirtschaft herrscht di- Stimmung des Katzen­jammers. In Deutschland ab-p denkt niemand an Unter­werfung. heute so wenig wie am ersten Tage des Ruhr- verbrelbens. Das ist die Btlonz von sechs Monaten Rubrktteg.

Me sechs Monate waren für das deutsche Volk ein harter Leidensweg. Die Franzosen haben mit Mord unc Totschlag gewütet, wie eS schlimmer nicht im Krieg sein könnte. Die Justiz hat Schreckenssttafen über cir onschuldipes Volk verhängt unb die ZivilverwatipM bat Tausende und Abertausend von deutschen Beamten von Haus und Hof verjagt. Bei ben Eisenbahnern sind in dem verflossenen halben Jahre 7125 Angestellte, Be­amte und Arbeiter b.rtrirfien worbe«. Mit ihnen zu sammen über 22 000 Angehörige. 124 Arbeiter schmach­ten im Gefängnis und 6 haben ihre Treue mit dem Leben bezahlen müssen. Die Zahl der Schreckensurteile ist un­geheuer und man braucht heute nur an den Krupp-Prozeß zu erinnern, um sich bewußt zu jein, daß an der Ruhr vom Arbeitgeber unb Zechendirektck^ bis zum Avb-i'cr vo:n Regierungspräsidenten bis zum Weichensteller cP für ihre Treue und Vaterlandsliebe haben büßen müssen.

All diese Opfer sind aber nicht vergebens gebracht worden. Wenn die Franzosen überhaupt daran gedsch: haben, wirtschaftlich ihr Ziel aus dem Gewaltwege zu er­reichen, so schließt das halbe Jahr Ruhrkrieg für sie mit einem ganz gewaltigen Fehlschlage ab. Im Dezember vorigen Jahres hat Deutschland freiwillig an Belgien,