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Amtliches VeMMgungsblatt des Kreises Marbmg

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D« Eisenbahnen sind mit Oelgasbeleuchtung Ersehe, und daher mit einem OelgasbehLlter ausgestattet: Spreng stoff ist also jederrät vorhanden. Reine» Gas ervl«mrt allerdings nicht, wohl aber wird es zu einem gemhrliiche» Sprengstoff sobald eS sich mit Lust vermischt. Bn Del* gas erhöht zudem staubhaltige Lust dir Entzündbarkerl des Gemischs wesentlich. I« dem besetzten wagen waren denn Ausströmen des Gases alleVorbe« dtngungen zu einer heftigen Explosion gegeben. Dre »er- tettung des Gas-, Lust- und Staubgemisches m de« Wagenoberteil mußte im Falle der Entzündung genau die Mrkungen Hervorrufen, die bei dem Duisburger Fall be* Bannt geworden sind. Ein Ausströmen von Gas ist bet unvors cht ge Behandlung der Einrichtungen lercht möge stch Die Tatsache, daß fremdes Personal mit unbekann­ten oder ungewohnten Konstruktionen stets unsicher arbei­tet, tritt ja durch die unzähligen Eisenbahnunfälle unttr dem Betrieb der „Regie" deutlich in Erscheinung. ES scheint, daß di« Duisburger Explosion hierfür «neu neue» Betmis ^llesert.^. wejjt<n sich immer mehr

die Anzeichen, daß die Sprengung ans der HochseU der Brücke bei Duisburg aus srauzösische und belgische Beranlassuug verübt worDe« ist. Wie der „Zag“ meldet, wird jetzt bekannt, daß Die Sperre, die infolge der Katastrophe verhängt war« den ist, bereits seit langer Zeit geplant und vorbereitet war. Außerdem ist bisher nicht eine einzige tatsächliche Feststellung von belgischer Seite erfolgt, die es doch sonst an Dem nötigen Eifer nicht fehlen läßt. Di« Lebensrnittel, läge im besetzten Gebiet beginnt jetzt bedrohlich zu werde«. Besonders «acht sich ein außerordent* kicher Kartoffelmangel durch die an «ülra Orten gleichzeitig eintretende Sperre bemerkbar.

Duisburg, & Juli. Durch die Patrouille«, welche die Beachtung der Sanktionen überwachen, wur­de gestern ein Deutscher getötet, drei Deutsche wurden verwundet, welche bei Anruf nicht stehen blieben»

Essen, 5. Juli. Wie die „Rheinisch-westsäli- sche Zeitung" aus Dortmund berichtet, ist heute der Schlosser Frey, der bei den Schießereien in der Nacht vom 11. Juni verletzt wurde, gestorben. Dadurch erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf sieben.

Die Wahrheit.

L o n d o n, 5. Juli. Der vormalige Privatsekre. tär Lloyd Georges, das Unterhausmitglied Sir Ed­ward Grigg, führte in einer Rede in seinem Wahl­kreise aus, die Schwierigkeiten mit Frankreich seien nicht auf die Reparationsfrage zurückzuführen. Wenn es sich nur darum handelte, würde schon eine Regelung erreicht sein. Frankreich fürchte, es werde offenbar, wenn es zulaffe, daß Deutschland sich er­hole, durch die Hilfsquellen, die Organisationsfähig' leit und die ständig wachsende Bevölkerung seines Nachbarn erdrückt werden, ichne daß dieser es nötig habe, einen Krieg zu beginnen. Demgegenüber wolle Großbritannien Frieden und Wiederaufbau. Wenn Frankreich weiterhin einen unparteiischen Schiedsspruch ablehne, so muffe ihm gesagt werden, es solle seinen Weg allein weiter verfolgen. Er söffe, die Regierung werde Frankreich gegenüber freundlich, aber sehr fest auftreten.

Ursache Frankreich Verwirrung im Handel, Arbeits­losigkeit, Unruhen und wirtschaftliche Depression in ganz Europa. E« fei zu hoffen, daß der Premiermimster bei den gegenwärtigen Verhandlungen eine energische Haltung einnehmen werde, wenn er dies tue. habe er btt gesamte Nation Witter sich

London, 5. Juli. Im Unterhaus« sagte der Premierminister auf eine Anfrage, es wäre nicht wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick eine Erklärung über die Ruhrfrage oder das Repara- tionsproblem abzugeben. Die mündlichen Erörte­rungen nehmen ihren Fortgang. Ramsay Mac» donald fragte: Läßt der Premierminister nicht die Tatsache außer Acht, daß bei der gegenwärtigen Lage die Zeit ein sehr wichttges Element ist? Bald­win erwiderte, ich kann dem Hause die Versicherung geben, daß niemand sich desien besser bewußt ist als ich.

London, 5. Juli. Der Kriegsminister Lord Derby teilte in einer Rede anläßlich eines militä­rischen Prrisschießens mit, daß es nicht beabsichtigt sei, die- britischen Streitkräfte noch weiter zu ver­mindern, denn die gegenwärtigen Truppenstärken stellen bisher das Mindestmaß dessen dar, was die Nationalsicherheit zulaffe.

plsrieden geben könne. Der Berichterstatter sähtt fort, er höre, Curzon habe nachdrücklich zu verstehen zegeben,d«ßdieGedulddesbritischenPar- loments und der britischen Nation nahe­zu erschöpft sei: er habe auch den Fall angedeutet, daß die britische Regierung, wenn auch mit Widerstreben, genötigt fein könne, unabhängig vorzugehen, wenn die Franzosen sich weigerten, ihren bisherigen Standpunkt zu Verlassen. Gegenüber der französischen Behauptung, daß Frankreich feine finanziellen Mindest­forderungen klar ausgesprochen hab', während Groß- bntannien dies weder bezüglich der Reparationen noch kr Alliierten-Schukden getan habe, verweist der Korre­spondent aus das britische Angebot vom Januar, dieses Angebot sei noch immer in K'aft, Vorausgesetzt, daß eine befriedigende allgemeine Regelung erreicht werde. Was feinen Reparationsantell betreffe, so ha'ie England nicht darauf verzichtet, doch könne der genaue Betrag seines An­teils nicht angegeben werde«, da ia erst die Gesamtsumme der Entschädigung von der vorgrschlagenen internatio­nalen Sachverständigenkommission öder einem anderen Ausschuß, auf den man sich einigen müßte, sestzusehen M. Die Summe müsse so hoch wie möglich, jedoch nicht phan­tastisch sein. Der Korrespondent teilt auch mit, die poli­tische Erklärung Mussolinis werde tn London b- grüßt, da sie ungefähr der britischen Auffassung entspreche, die die Einstellung des deutschen passiven Widerstandes mit einer baldigen Räumung des Ruhrgebiets durch Frankreich in Verbindung bringe.

Tie „Times" schreibt, es sei zwecklos, zu behaupten, daß ein ernstlicher Fortschritt hinsichtlich der Versöhnung des belgisch-französischen mit dm britischen Standpunkt gemacht worden sei. In ministeriellen Kreisen vermeide «ton es zwar, eine genaue Auskunft zu geben, doch könne die Stimmung kaum als optimistisch bezeichnet werden. Die Lage gelte vielmehr für schwierig und delikat. — In einem Leitartikel sagt die „Times": Auf j den Fall müsse die britische Politik von den nationalen Inter­essen bestimmt werden. Es müsse unbedingt die Wieoee- herstellung des internationalen Handels verlangt wer­den: fotonge die Periode der Experimente und phantasti­schen Abenteuer andauere und solange die Wechselkurse Mts- und niederschauklttn. könn- ter Handel nicht blühen.

London, 5. Juli. Die „Times" berichtet. Der italienische Botschafter habe gestern «ine lange Unterredung mit Lord Curzon ge­habt. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß die britische und die italienische Regierung die Repara­ttonsfrage in vollkommener Harmonie prüfen wer-

Bit Mim les iiebttMta leiesiirteils Btraotltn.

Düsseldorf, 5. Juli. Di« Rrvisio« der vom Mainzer Kriegsgericht a« 28. Juni ttsege« an­geblicher Sabotageakte zum Tod« verurteilt«« sieben-Hlngeklagt«« Sasse, Ma»«««, Grub«, Hahn«, Schn«id«r, Freier »ad Frey so­wie Des zu lebenslänglichen Zuchthaus verurteilte» AngeNagten La u t h unD Des z« fünf Jahren Ge­fängnis »eeurteilten Kogler ist heute vom Revi­sionsgericht Der französische« Rheinarmee i» Düsseldorf nach kurzer Verhandlung unter dem Borsitz Des Generals Pat4 verworfen morde«.

$oltn und Wo M Dm MkMOslÄ.

Genf, 5. Juli. In feiner heutigen Vorrntttags- sitzung hatte sich der Völkerbundsrat mit dem polnt- kDen Verstoß gegen seine Zuständigkeit zu befassen. Ter polnische Vertreter lehnte es ab, vor dem Rat über die Auslegung des Artikels 4 der Minderbeiks- srage zu verhandeln, von dem die polnische SlaakS- gchörigkeit, und damit das Schicksal vieler Deutscher von Polen abhängig sei und begründet die Ab­lehnung damit, daß diese Frage demnächst in ten deutsch-polnischen Verhandlungen tn Dresden gelöst wmden müßte. Lord Robert Cecil erklärte jedoch, daß die Minderyeitsfrage eine der wichtigsten Ange- ’egenbetten des Völkerbundes sei, daß dieser sich ra- ber mit ihr befassen müßte und zu verhindern habe, daß der Minderheitensclmtz zu einem Handelsovsekt werde. Bramtng äußerte sich tn ähnlichem Sinne. Hanolaux erklärte, daß es sich nicht um Minderheiten­schutz handele, sondern um eine Staatsangehörigkeits- frage. Die Debatte drehte sich um die Pariser Kon­ferenzen zwifchen Danzig und Polen und bereit all­gemeinen Beziehungen. Der polnische Vertreter leitete durch eine maßlos übertriebene Hitze gegen DanSg die Forderung zu einer Neuregelung der Be­ziehungen her: Der Völkerbund greife mit feinen Eutfcheidungen in die innere Politik Polens ein. Präsident Sabm protestierte gegen die Mißachtung des Arttkels 3!) der Pariser Konvention der aus­drücklich die Zuständigkeit des Völkerbundkommistars anerkennt. Die von Polen etngeletiete direkte Aktion gegen Danzig und die zahlreichen Represialien be­wiesen, wie dringend notwendig Danzig des Schutzes des Völkerbundes bedürfe. Präsident Sahm bittet um eine schnelle Entscheidung, die allein eine weitere Vergiftung der polnisch danzi- ger Beziehungen verhindern könne. Lord Robert Geeit klärte bte Situation durch einige grundsätzliche Bemerkungen, auf die der polnifchv Vertreter nur teilweise antworten konnte. Die Sitzung endete da­mit, daß bef Präsident des Rates den Berichterstatter Quinones de Leon mit bet Ausarbeitung eines Reso­lutionstertes beauftragte, ber morgen vorgelegt wer­den foll.

Genf, 5.Juli. Der Bölkerbuudsrat wich morgen die hier anwesenden Vertreter der Regierungskommifsion des SaargebieteS in geheimer Sitzung vernehmen und das eventuelle Ergebnis in'öffentlicher Sitzung mitt.'ilcn.

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Sfr In, k>. Juki. Die „Rh-t Nische Tageszeitung" ver- 5ffent!<8t eilte Zuschrift von sachkundiger wis- senfchastllche' Seite über das Tut.bürget Eisen-- vahnungli'tck, in der auf die Tatsache hingewiesen wird, oaß das Untergestell des gefgmrgten Wagens fast unber- ll'tzt geblieben ist und daß mich die "'-leise uns bte Brückenbahn nicht beschädigt sind, dagegen der Wagen­kasten vollständig auseinandergeflogen ist. Es gibt — so heißt es in der Zuschrift weiter — nur eine einzige etnwandfreie Erklärung für diese Erscheinungen, nämlich Oie, daß eine Gasexplosion im Wage« erfolgte.

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Essen, 5. Juli. Der Güterverkehr im Haupt- bahnhos ist infolge ber unsachlichen Behandlung bet technischen Einrichtungen fast vollständig gestört. Di« Zeche Rosenblumenbälie in Heißen wurde gestern be­setzt. Die Kohlenhalden werden durch Drahtverhaus vom übrigen Betriebe abgesperrt. Die Belegschaft trat in einen 24itünbigen Proteststreik. In der Nach, vom 4. 7. zwischen 3 und 4 Uhr schossen ungefähr 8 bis io französische Alpenjäger aus dem nßevngen Waldstrauch heraus tu Richtung auf die Walpurgis- iratzc. Die Gegend tn der Nähe der Walpurgtsstraß« wurde abgesperrt Es konnte aber beobachtet werden, daß ein Deutscher getötet und ein anderer schwer ver­wundet wurde. Beide wurden in Richtung Esse« Recklinghausen abtransportiert.

Essen, 5. Juli. Mit welcher Brutalität von veN Franzosen bte Absperrung des besetzten und unbe­setzten Gebiets ohne Rücksicht auf die hervorgerufene Lebensmittelkatastrophett gehandhabt wird, zeigt bte Tatsache, daß Milchtransporte ans bem besetzten Ge­biet nicht hereingelasien werden. Ferner tottb bte Ein- unb Ausreise von Geistlichen, Die Sterbenden bte letzte Oelung dringen wollen, verhindert. Eben­so sind Krankentransporte zwischen dem besetzte« und unbesetzten Gebiet verboten worden, was besonbers die ländliche Bevölkeruitg bei dem Fehlen aus­reichender ärztlicher Fürsorge sehr hart trifft

Hamm, 5. Juli. Der Personenverkehr mit dem besetzten unb bem Einbruchsgebiet ist vollständig unterbunden. Die Züge in der Richtung nach Köln laufen bis Köln durch, ver­kehren aber zwischen Elberfeld und Vohwinkel leer. Die französische Kontrolle in Hagen-Hengstei ver­weigert allen im besetzten und Einbruchsgibiet wohnenden Reisenden die Weiterfahrt und läßt Da- gegen zurzeit die im unbesetzten Gebiet wohnenden Reisenden, die ausweislich ihrer Fahrkarten nach Stationen des unbesetzten Gebietes reisen, noch durch.

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Dir ^Oderhessische Zeitung" erfdieint sechsmal wöchentlich. — »ezugsvrei, monatlich 20000 SRI. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streik» oder jCA elementarer Ereignin« kein Ersatz. - »erlag von Dr. T. Sitzerath- Dru«der - Uk. Wö llnw..Buchdruckerei oon Loh. Lug. «och. Martt 21,23. - Remipted)« öS, Post- Ickeittonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Paris, 5. Juli. Ter Mnisterrat hat heute Var» mittag beschlossen, dem General Dtflautie das Grvß» krcu; der Ehrenlegion zu Verleihe«. i

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J«Deffe« ist Doch beschloffe« worden, «eitere An« trengunge« zu mache«, um et««n modus vivenDi zu inDen. Diese Besprechung«« dürst«» aber nicht ««begrenzt sortdaneru. Maa Hofs«, daß Poincarä «och eine genaue Darstel. jung seiner Haltung geben werd«.

Paris, 5. Juli. Der „New York Herald" will von einer autorisierten französischen Persönlichkeit eine Darstellung der Lage erhalten haben, die in einer Anzahl von Punkten eine auffallende Hebet» einstimmung mit den heutigen Ausführungen des „Matin" aufweist. Die Vermutung, daß es sich in beiden Fällen um ein und dasselbe von einer be- timmten französischen Stelle ausgehendes taktisches Ranöver handelt, dürfte delnnach nicht von der Hand zu weisen sein und zu besonders vorsichtiger Aufnahme dieser Mitteilungen Anlaß geben. Rach dem Gewährsmann des „New York Herald" ist es nicht die unnachgiebige Haltung Frankreichs, die eine Regelung der französisch-englischen Unstimmig­keiten verzögert. Diese Verzögerung habe vielmehr hren Grund in Meinungsverschieden­heiteninnerhalb des englischen Ka­binetts. (??) Poincarä habe schriftlich und mündlich die französische Position auseinandergesetzt und dabei das feierliche Versprechen gegeben, das Ruhrgebtet zu verlaffen, sobald Frankreich bezahlt fei, aber auch nicht eher. Die französische Mindest­forderung sei immer und immer wieder veröffent­licht worden. England aber habe über das, was es erwarte, kein Wort verlauten lassen.

Kein Memorandum.

Paris, 5.Juli. Ter „Jntransigeant" veröffentlicht folgende Mitteilung: Die englische Morgenpresse behaup­tet, daß Ministerpräsident Poincare entsprechend dem am Montag von Foreign Office g<äußerten Wunsche als Ant­wort auf den englischen Fragebogen ein schriftliches Memorandum vorbereite. Bon autorisierter Site in Paris werde diese Nachricht als unzutreffend bezeichnet. Der Quai d'Orsay werde nicht mit einem um­fassenden Memorandum antworten. Um die Verhandlungen zu fördern, werde er schriftliche Erklärun­gen über Details liefern.

Paris, k. Juli. Nach einer Havasmldung aus Brüssel tnirb Derni-re Sxure zufolge in belgischen vo'i- iischen Kreisen die Nachricht dementiert, daß Außenmini, fier Ja spar beabsichtige, den Zusammentritt einer intet» nationalen Konserenz herbeizuführen, bei der die fran­zösische, die belgische und die englische Regierung ver­treten fririi. Man verweise daraus, daß die internationale Lage wenigstens für den Augenblick keine Möglichkeit er­nennen lasse, zweckmäßig eine Konferenz einzuberufen. Derniere Heute weist daraus hin, daß, wenn die Kon­ferenzidee eines Tages verwirklicht werde, auch Stali n vertreten sein müsse.

Paris, .5. Juli. Die sozialistische Kammeisraktion Hai ihren Vorsitzenden Blum beauftragt, darüber zu inter­pellieren, welch: Lehren bk Regierung aus dem Schreiben des Papstes an den Kardinalstaatss.kretär Gasparn zu ziehen gedenke.

Pari s, 5.Juli. In der heutigen Nachmitiags- sitzung der Kammer warf der kommunistische Abg. Marcel Eachin erneut die Frag: auf, ob es zn'trefse, ob die ftan« zös'sche Regierung die separatistischen Ag nten im Rhein­lande und die faschistischen oder royalistischen Agenten in Bayern subventioniert habe. Der die Regierung ber« tretende Minister für die befreiten Gebiete, Reibel, demen- neric dies: Behauptungen aufs entschi:denste. Di: fran­zösische Regierung betteibe in Deutschland eine sehr klare, unzweideutige uiib vjf.ne Politik, die die Mehrheit der Kammer gebilligt habe, und die Regerung bedauere, daß Eachin und seine Freunde sich ihr nicht anschlössen. „Da­raus", antwortete Eachin, „können Sie lange warten".

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London, 5.Juli. Die Finanzvorlage wurde gestern acenb vom Unterhaus in dritter Lösung angenommen.

Baldwin erklärte, nichts habe so viel zu dem guten Einvernehmen zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien bei getragen, wie bk englische Daltur in der Airgelegenheit der Schulden an Amerika. Dre Saltung habe den Weg zu einem besseren Verständnis zw scheu den beiden Ländern für die Zukunft bereitet, und somit Amerika geneigter gemacht, mit Großbritannien bei dem Wiederaufbau der Welt Hand in Hand zu arbeiten. Was die Frage der Alliierteut^Schulden be­treffe, so müsse feftgeftelü werden, daß das britische An­gebot vom Januar abgelehnt worden sei und daß Eng­land jetzt freie Hand habe, so zu banxln, wie es ihm am besten scheine.

Der Abgeordnete Percy Harris erflärte, während Fran'reich in der Lage sei, große Summen für Rüftungen auszugeben, wolle es nicht entsprechende Stenern erheben ober einen ernsten Versuch machen, sein Budget ins Gleichgewicht zu bringen und seine Schul­de» zu bezahlen. Durch feine unüberlegte Politik ver-

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Der diplomatische Berichterstatter der „West­minster Gazette" schreibt, es verlautet, daß der ita- ttenische Botschafter in dienstlicher Mission gekom- v»en sei, um die britische Regierung von der Auffas­sung Muffolinis zu verständigen, der mehr und >iehr der britischen Auffaffung der Ruhrfrage und km britischen Reparationsplan zuneige. Weiter fchreibt dieser Korrespondent: Der Bericht, de« Lord kurzon gefter« dem Kabinett über sei«« Lesprechun- t*n mit Dem französischen und Dem belgischen Bot­schafter erstattete, brachte, wie verlautet, De« Mi- Distern Den Ernst Der Lage tief zum Bewußtsein. Bet verschiedenen Kabinettsmit- MicDcr« wurden Zweifel laut, 06 es überhaupt i ch«e« Zweck habe, Die Erörterungen fortzusctzen. Da ; *«je doch wenig oder gar keine» Erfolg verspräche».

Sonbo«, 5. Juli. Bei bet Untersuchung der Frage, A die französisch-englischen Besprechungen wohl wieder eufgenommen würden, schreibt ber diplomatische Be­richterstatter des „Daily Telegraph" weiter, diese Wteder- | 'Mifnahme könne nur auf einer Grundlage erfolgen, bte iHtartb eine klare unb erschöpfende Antwort • ;euf die Fragen Großbritanniens nach ber , Mauer unb ber abgeänderten Form der ifranjöfiftbe« Besetzung durch Frankreich ge- l !Mafien würde. Es sei schwer einzufehen. welcher Zweck durch eine bloße Wiederholung früherer Besprechungen, die die Hauptfrage umgangen hätten, erreicht werden sollen. Mit anderen Watten: in btttischen Regierungskreisen sei die Auffassung allgemein, daß die Zeit der diplo­matischen Finessen vorbei unb eine geschäfts- x mäßige Antwort auf eine geschäftsmäßige Frage das ein» lige Mittel sei, über den toten Punkt hinauszukommen. Vielleicht sei es zweckmäßig, daß Poincare eine Denk­schrift fertig sklle, die eine formelle und vollständige Antwort auf Curzons Fragen darstellie. Di se Denkschcif fti vielleicht schon vorhanden, jedoch bisher zurückge- halten worden. Dem ftänbe die Tatsache gegenüber, da- die Fmnzosen behaupteten, Grof/nitannien habe seine Antwort schon erholten: Frankr-i^ könne sich nicht vorher verpflichten, bestimmte Gcbietsabschnittl; zu einem be- Pimmten Datum zu räumen oder die jetzt in seinen Hän­den befindlichen Pfänder unter rein hvpothetischen Be bingungen freizug ben: das hänge von Deutschland al>. Es sei'zweiselhast, ob di- Franzosen und die französische öffentliche Meinung sich genügmd klar darüber seien, bar die btttische Regierung nicht unbegrenzte Zeit auf Ant­wort warten oder sich mit einer rein negativen Ant-so.t