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d«r J, H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhefsischej Oberhesseir

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Eine Unterredung der stnnzWAil BMGrr mit Lord Curzon

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gezeigt, dah PoinearSs über das Moratori«« an

MmgH Mofinis im Minllltrrat.

Rom, 4. Juli. Mussolini sagte in seinen gestri­gen Ausführungen vor dem Mtntsterrat, daß Italien nach dem Umschwung in Bulgarien eine mäßigende Rolle gespielt habe. In Lausanne scheint die Unter­zeichnung ^>eS Friedens bevorzusteben. Dagegen hat sich die Lage im Ruhrgebiet in den letzten Tagen ver­schlimmert. Auf der einen Seit« dauert der passive Widerstand fort, auf der andern wird die Besetzung ausgedehnt und sie nimmt mehr einen politischen als militärtichen Charakter an. Die allgemeinen Folgen dieser Krise, die ihren Höhepunkt erreicht zu haben scheint, zeigen sich in den europäischen Wechselkursen, die selbst für England im Vergleich zu Amerika nicht n'.chr günsiig sind. Weiterhin sagte Mussolini: Der edle Versuch des PapsteS, in Europa aus Gründen der Menschlichkeit zu intervenieren, hat die Lage nicht verändert. Am Tage nach der Veröffentlichung des Briefe» hat Herr Poincate eine Rede tot Senat gehalten, die einstimmig gebilligt wurde und die Deutfchen haben an demselben Tage einen fürchter­lichen Sabogeakt begangen, der zahlreichen belgischen Soldaten da» Leben kostete. Da» ist nicht eine Ent- fpanmmg, sondern im Gegenteil eine Verschlimme­rung der Lage. Rach Beendigung der belgischen Krise hat die diplomatische Aktion endlich wieder ein- sctzen können. Italien nimmt an dieser Mion un- tatttelbar teil. Das Reparationsproblem mutz zu einer vollständigen Regelung aus Grund der Vor­schläge de» Londoner Meinoraitdums gebracht wer­den, das heißt aus folgender Grundlage: Verbindung der' Reparationsfrage mit der Frage der inter­alliierten Schulden, ausreichendes Moratorium für Deutschland, endgültige Festsetzung der deutschen Sebuldzisfer, rationeller Zahlungsplan mit ernst­haften wirtschaftlichen Garantien und Verzicht Frank­reichs auf die territoriale Besetzung de? Ruhrgebiets. Schließlich sagte Musiokini: War den passiven Wider­stand betrifft, glaube ich, daß Deutschland kein Inter- esse hat an der weiteren Ausdehnung, denn cs kann nicht glauben, damit da» Vorgehen Frankreichs ver­hindern zu können. Auf alle Fälle mutz die Möglich­keit einer Verständigung beschleunigt werden, denn die Lage tot Ruhrgebiet lastet fchwer auf der wirt­schaftlichen Situation Europas und verhindert die Wiederherstellung Europas. Die Erklärungen Musso­linis wurden vom Mtoffterrat nach einer tnngcncn Diskussion gebilligt.

Dr. Breitscheid in London.

London, 4.Juli. Reichstagsabg. Dr. Brrit­sch e i d ist, dem „Berl. Lokalanz." zufolge, in London an­gekommen, um sich mit. Führern der Arbeiterpartei in Verbindung zu setzen.

gewesen zu feilt „ — — in ihrem Verlauf auf eine Reihe von Aufklärungen bestan­den habe, doch sei die Unterredung keinen Augenblick unter­brochen worden. Weiterhin wird mitgeteilt, daß diese mündlichen Verhandlungen, in denen von französischer und belgischer Seite derselbe Standpunkt vertreten wurde, fortgesetzt werden sollen und es gilt für wahr­scheinlich, daß die Verhandlungen mit der Uebrrreichung des französisch-belgischen Memorandums ihren Abschluß finben werden. Man hofft auf diese Weise eine Beilegung der bestehenden Differzen erzielen zu können. Die englische Regierung wünscht

»ter allen Umständen einen schnellen Fort­gang der Verhandlungen, um die französisch-crglische Zusammenarbeit am wirtschaftlichen Wi derauibau Euro­pas in Gang zu bringen. Sie wird dabei aber auch von dem Wunsch geleitet, die in dem englischen Parlament seit langem geforderten Auskünfte geben zu können.

Paris, 4. Juli. Der „Temps" bespricht in feinem Leitartikel die gestrige Unterredung des französischen Bot­schafters in London m t Lord Curzon, wobei er sich ans den im übrigen von der Pariser Presse nicht wieder gegebenen Bericht des „Daily Telegraph" stützt. Der „Temps" tft überzeugt, daß die Informationen de» Daily Telegraph von niemand anderem als dem Foreign Office selbst stammen können. Er wieder­holt in einer Polemik gegen den Standpunkt Lord Curzons seine Ausfassung über die Ruhrpolitik. Eine Abmachung zwischen Deutschland und den Alliierten, die das Ziel der Ruhrbesetzung klarstelle, könne nur aus Verhandlungen ervorgehen. ES frage sich, wie Deutschland in diese Verhandlungen einzubeziehen sei. Im Augenblick sei es England, daS ihm die Tür hierzu öffnen zu wollen scheine. Die Debatte mit Deutschland würde unter dieser Veraas- setzung zunächst die von England g wäbltc Politik zum ^eaenstand haben. Und abermals England sei es, da- sich Vorbehalte, Sonderverhandlungen mit Deutschland zu führen, wenn eine Verständigung unter den Attiieften nicht erzielt werde. Warum sollte nicht auch Frankreich nr Initiative ergreifen, s in Programm auseirmnderzu- setzen? Warum sollte nicht auch Frankreich Alternati- oen in Res-rve haben? Wenn mit Deutschland zweck mäßig verhandelt werden solfte, sei eS nicht notwendig, gerade über die letzten deutschen Vorschläge zu ver­handeln. Es wäre sogar ohne allzugroße Schwierig­keiten nachzuweisen, daß die Reparationsirage fürs erste unter einem ganz anderen Gesichtswinkel betrachtet wer-

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bedeutet. Er habe im Namen PoincarSs erklärt, datz dieser nicht der Ansicht sei, die gegenwärtige Lage rechtfertige eine volle oder schriftliche Ant­wort, er habe jedoch hinzugefügt, datz PoincarS aus Höflichkeit sich bereitfinden lasten woll», wenn die britische Regierung darauf dringe eine christliche Antwort zu erteilen, wenn er auch b e - züglich der Zweckmätzigkeit des Schrittes ernste Zweifel hege. Am Schlutz der Besprechungen war Lord Curzon über den ungeauen Charakter der vielen münd- ichen Erörterungen sichtlich enttäuscht. Er ersuchte den französischen Botschafter um ergänzende bestimmte Einzelheiten über bestimmte Punkte. Dieses Ersuchen, schreibt der Korrespondent, werde dem französischen Alliierten, der gegen häufige weitgehende Unterhaltungen nichts einzuwenden habe, ganz willkommen sein.

Großbritannien habe offenbar eine andere Vor­stellung von einer Antwort' als Frankreich. Gestern habe der französische Botschafter, wie verlautet, einige weitere Zahlen Uber die Reparationen und Kriege-

Btt $ro|i ml> d« cailiot WMmd.

Rom, 4.Jul:. Infolge des Pepstbriesrs und des Telegramms des Kardiimlftaatssekrttärs an den Nun­tius in München hat sich der deutsche Botschafter beim Heil. Stuhl zum Vatikan beg ben unb ist vom Papst em­pfangen Wochen. Er legte ihm die Haltung seiner Re- gitkMA zur Ruhrfrage bar und wies darauf hir^ daß

Marburg Donnerstag, Stil 5.3«li

Heuert

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

über das Gewaltregime getrieben werbe. Die deutsche Regierung könne mästens nicht einmal den Umfattg un» . den Charakter der blutigen Zwischenfälle im besetzte» Gebiet feststellen lassen, da sie von dessen Verwaltung gang! ausgeschlossen fei. Sie wisse auch nicht, ob daS jüngst» Unglück tnr Folge eines Sabotageaktes ober irgend eine» unglücklichen Zufalles sei, da sich der Verkehr in diese« Gebiet unter außergewöhnlichen Verhältnissen abfpielk. Ter deutsche Vertreter hat den Papst auch um Aufklärung ersucht, ob das Telegramm an den Nuntius das Bedauern des Heil. Stuhles über den passiven Widerstand auibrfcft den die Ruhrbevölkerung der französischen Regierung ent- gegensetzte, ober ob ei sich nur auf die Verurteilung ver Ausschreitungen Einzelner beziehe, wie feine Regierung nach dem Wortlaut annehme. Diese Auslegung werde nun durch eine Mitteilung ans dem Battkon bestätigt, wonach es ein Irrtum wäre, die Vorstellungen beS vävst^ Vertreters in Berlin als eine Verurteilung deS passiven Widerstandes zu betrachten. Der Papst habe sich nicht dagegen ausgesprochen, noch die deutsche Regierung zumk Aufgeben des passiven W'derstan^es auffordern wollen.', da er sich über den deutsch-französischen Gegensatz stelle. -

Berlin, 4.Juli. Dec päpstliche Nuntius Pacellt hat heute vormittag dem Reichskanzler einen Be­nch abgestattet, wobei über das Telegramm deS Papste» an den Nuntius gesprochen wurde. Di-t Aussprache, bi«, nur von kurzer Dauer war, soll in den nächsten ^Tage«' örtgesetzt werden. J

Der Snzeigrnprei, beträgt für den ggelp. Zetlenmtll,Meter 300 Mk. lKl. A tueifltn und Familien-Anz. gegen bar. 250 Mk. »Amtliche unb ausw. Anzeigen 400 Mk. Bet schwierige» ro ,

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Zv öen Würget MgöWN.

Köln, 4. Juli. Der von den Belgiern wegen j der Duisburger Vorgänge angeordnete gestrig» Ruhetag war nicht von allen Einwohnern der betroffenen Gebiete innegehalten worden, beson­ders hatten Radfahrer an das Verbot des Fahren» nicht gedacht. Infolgedessen sind allenthalben in der belgischen Besatzungszone s<chr viele Radfah­rer angehalten worden. Aus allen Orten laufe» Meldungen ein, dah sehr viele Räder, an einem Ort allein 40, den Eigentümern abgenommeW wurden. Die Gummireifen wurde« zerschnitt t e n, die Räder selbst zertreten und zer«! ch l a g e n. Allenthalben standen Posten, die Rad« - ahrer abfingen.

Köln, 4. Juli. Ueber Duisburg sind «eu^ schwere Strafen verhängt worden, da nach belgischer' Behauptung in der Nacht zum Dienstag belgisch» Soldaten angeschosien worden seien. Ab heute ist der Verkehr bereits von 8 Uhr abends bis 5 Uhr früh gesperrt, ferner nutzer dem Auto» und Motor« radverkehr auch der Verkehr auf Fahrrädern vor« boten. Das Verbot erstreckt sich auf den ganzell Brückenkopf Duisburg einschließlich Mülheim-Epel« darf und Millheim-Broich. .

Paris, 4. Juli. Nach einer Havas-Meldung aus Aachen ist wegen der- D u i s b u r g e r Ex­plosion im Einvernehmen mit dem belgischen Kriegsminister die Stadt Duisburg mit einer Geld­buße von 30 Milliarden Mark belegt worden. ■

Paris, 4. Juli. Nach einer Havas-Meldung' aus Duisburg sind in der Nacht zum 3. Juli drei Personen verhaftet worden, die für die Explosion auf der Hochfelder Brücke mitverantwortlich ge­macht wurden.

Pari», 4. Juli. Hava» berichtet auS vrüffeh' man meldet zwei neue Todesfälle infolge deS Bom­benattenlats bet Dntsbrrrg. Deutsche Zivilperson«! feien nicht verletzt worden.

Efien, 4. Juli. I« Krefeld fand gestern di» Trauerfeierlichkeit für die bet der Ekvloston auf de» Duisburger Rhelnbrvcke geröteten belgischen Soldaten statt. General Degoutte, verschiedene belgische Gene­rale und die Kommandeure der Regtmrutrr, denen bk Toten angebörten, nannten an der Feierlichkeit teil. Rach einet Meldung der Zeitung .Le Journal* vom 4. 7. versprachen ble Regimentskommandeurs datz die Toten gerächt würden.

Ble Serteürsljetre.

Fssen, 4. Juli. Wie der „Rheiuisch-weffsäli- schen Zeitung" au8 Duisburg gemeldet wird, ist de» Verordnung des kommandierenden, Generals der Be­satzungstrupp«« über die Brrkehrsbeschränkunge« noch ein Verbot des gesamten Personenverkehr» auf dem Wasserwege innerhalb des ©«biete» bti Brückenkopfs Duisburg hinzugefügt worden. Die Schiffe dürfens nur Mannschaften uns) keine anderen Fahrgäste «Ml Bord haben. Die Bestimmungen der Berordmukts wurden auch auf den Teil von Mülheim, der innerhal»' des Brückenkopfes Duisburg liegt, ausgedehnt. j

Gelsenkirchen, 4. Juli. Die Bochum^SelseM kirchener Straßenbahn, die infolge des verstärkten Ver­kehrs den Zehnmirmteuverkchr eingerichtet hatte, rnnßk» diesen auf Befehl der Franzosen wieder einsteUer»

Einer Biäitermrldung auS Essen zufolge sperre» Franzosen und Belgier die Grenze zwischen ben unb dem unbesetzten Gebiet durch Drahtverhaue ab. lleberschreiten der Grenze tu der Nähe btttt feen» «irr 13jähriger Schüler verhaftet.

London, 4. Juli. (Reuter.) Die Unter« «düng, die der französische Botschafter gestern nach- Mttag mit Curzon über die Ruhrsrage hatte, Dauerte eine Stunde. Nach Schlutz der Besprechung »urde erklärt, datz keine Mitteilung über die Be­stechung ausgcgeben werde» könne.

| London, 4. Juli. In der heute vormittag »bgehaltenen wöchentlichen Kabinettssitzung er­stattete Lord Curzon, wie verlautet, über den In­halt einer Besprechung mit dem französischen und hem belgischen Botschafter Bericht. Ueber das Er- gtbnls der Kabinettssitzung wird strengstes Still­schweigen beobachtet.

Eine heute veröffentlichte Reuternoti betont die Notwendigkeit einer solchen Zurückhaltung mit fol­gender Begründung: Wenn eine Lage so delikat sei »ie die gegenwärtige, wo offenbar« Meinnngsver- Wedenheiten zwischen den Alliierten beständen. Bnne man heroorheben, datz diese Meinungsver­schiedenheit nur Schaden anrichten. Es werde er- üärt, datz eine Geheimhaltung niemals wünschens­werter wäre als heute. Es sei zwecklos, die Tatsache W verheimlichen, datz die Lage schwierig sei und datz tft gegenwärtige Besprechung eine entscheidende Vedeutung für die englisch-französischen Entschei- hangen habe.

Weiter besagt die Reuternote, eS sei zwar keine Weitere Zusammenkunft zwischen C urzon und dem fr an- zösischen Botschafter vereinbart worden, doch könne man aus dieser Tatsache schließen, daß keine weitere stznsammcnkunst siattsinden würde. Tatsächlich' fei es Wahrscheinlich» daß Paris über gewisse Punkte, die Lurzon nicht als genügend llar betrachte, weitrre Jn- jermationen senden würde,

Ptzris, 4. Juli. Die heutige Reuternote über ov Wstrigen Verhandlungen der Botschafter Belgiens nnt Frankreichs mit Lord Curzon wird durch den Londoner feavas-Berichterstatter durch Auskünfte an offiziöser Quell Ergänzt, in denen es heißt: Es würden diplomatisch' Bemühungen hinter den Kulissen entfaltet und man hofft, eine Lösung der augenblicklichen *-{e -fr*<’+• «• fie­

len, bevor die Regierung nolwendig habe, «ine Aenderung der Politik ins Auge zu fassen ober, wie gewisse Milieus S vorgeschlagen hätten, zu einer n-f-'-’b-r'-"- A^ o- -v fftwiien, die den wirtschaftlichen Bedürfnissen be» Lan­des besser entspräche. Nach den gleichen Auskünften Wolle das englische Kabinett alle Wege beschreiten, «m die Einheit der Alliierten für «ine Anwort auf das deutsche Angebot sicherMellen. Weitere Unterrebun- gen zwischen Lord Curzon und den Botschaftern von vügien und Frankreich würden baldigst siattsinden.

; Erläuterungen in der englischen Presse.

London, 4. Juli. Die Ausführungen der diplomatischen Korrespondenten der Morgenblätter zeugen von der schweren Sorge, die in hiesigen Krei­sen über die weitere Entwicklung der Verhandlun- Den besieht.

Der „Daily Chronicle" glaubt zwar eine leichte Entspannung feststellen zu können, gibt aber zu, datz dir Besprechung nicht so befriedigend verliefen, Nie in amtlichen Kreisen vermutet.

Die „Westminster Gazette" betont die freund­schaftliche Form der Besprechungen, hebt aber die wachsende Ungeduld in der englischen Geschäftswelt hervor.

Die „Times" sagt, Belgien bemühe sich, die Auf» fttfiungen in Einklang zu bringen. Es fei kein be­sonderer Fortschritt erzielt worden. Gegenwärtig sei eine sorgsame Ueberlegung erforderlich und es sei bedauerlich, daß infolge unzutreffender Berichte Über eine hastige und weitgehende Entscheidung der englischen Regierung Mißverständnisse entstanden seien Das Blatt betont, datz in England schwere Sorge und grotze Ungeduld herrsche und daß auf die englische Regierung ein starker Druck ausgeübt »erde, um über ihre Politik eingehende Erklä­rungen abzugeben. Die Diplomatie könne bei der jetzigen Lage ihre Arbeit nicht mehr in einem lang­samen Tempo fortführen.

Der sehr wenig optimistische Korrespondent des eDailg Telegraph", der allein in der Lage ist, nähere Einzelheiten über die gestrigen Be­sprechungen mitzuteilen, stellt e» als sehr zweifel­haft hin, datz durch die gestrigen Besprechungen im Foreign Office ein merklicher Fortschritt erzielt worden ser. In den britischen Kreisen erkläre man es hätten «ichis weiter als Plaudereien stattgefun- den. Der französische Botschafter habe »«der eine schriftliche Antwort noch kt9 erwartete Aide Meinoire über­reicht. Seine Ausführungen hätten in der münd- 8chen Form auch ganz und gar keine endgül- ttge Antwort a»s den britischen^Fragebogen

land und dessen Bedingungen kaum oder gar nicht geändert hätten. Was die Besetzung des Ruhrgebiets anbetreffe, habe Curzon gestern eine Antwort auf die Frage über die Aenderung des Befatzungsregime and die all­mähliche Räumung des Gebietes im Falle einer Einstellung des passiven Widerstandes ,n erlangen gesucht. Poincar^s Instruktionen hätten es dem Botschafter ermöglicht, die Grundsätze der künftigen Besetzung, nicht aber die Einzelheiten in Anwen­dung dieser Grundsätze zu erörtern. Es sei wieder­holt worden, die Besetzung des Ruhrgebietes würde erst aufgehoben, wenn die französischen Forderungen voll bezahlt seien. Diese Erllärung zusammen mit der Undeutlichkeit der französischen Darlegungen in anderen Punkten habe Curzon zu der Bemerkung veranlatzt, anscheinend wolle Frankreich das Ruhr­gebiet niemals räumen, durch fein Verbleiben an der Ruhr vermindere aber die deutsche Zahlungs­fähigkeit.

Der Korrespondent schlletzt diese« Teil seiner Ausführungen mit der Feststellung, weder der fran­zösische noch der belgische Botschafter hätten einen Vorschlag über eine baldige interalliierte Konferenz oder eine Zusammenkunft der alliierten Premier­minister gemacht.

Ueber die Unterredung Curzons mit dem belgi­schen Botschafter sagt der Korrespondent: Bezüglich der passiven Widerstandes und der ev. allmählichen Räumung habe der belgische Botschafter sich unfor­mell, ähnlich der Pariser Auffassung geäutzert. Zu­rückziehung des Verbots der Zusammenarbeit mit den Besetzungsbehörden und der Strafandrohung durch die deutsche Regierung und, was ein neuer Gedanke sei, Zurückziehung der entsprechenden An-, Weisungen durch die deutschen Provinzial» und Ge­meindebehörden. Ueber die unsichtbare Besetzung und allmähliche Räumung sei»-« die belgischen Mit­teilungen weniger deutlich und schienen mit ven französischen vorher in Ueberdnftimmung gebracht worden zu sein. Der Botschafter erklärt, hierüber könne erst entschieden werde«, wen« die Haltung der deutschen Regierung und die der Bevölkerung klar sei.

Da» Echo in Frankreich.

Pari», 4. Juli. Nach einer ohne Zweifel b e - einflutzten Mitteilung de» „Petit Pa- risien" über die gestrige Unterredung des französi­schen Botschafters in London mit Lord Curzon be­steht Grund zu der Annahme, dah die französische Regierung schon jetzt die von England gewünschte schriftliche Antwort vor­bereitet. Man glaubt jedoch in Paris, datz die rein persönlichen Erörterungen einstweilen vorzu­ziehen seien, die die englische Regierung vorschlage.

Auch belgischerseits sei gestern zum ersten Male seit de^ Eröffnung der Ministcrkrije durch den Bot­schafter im Foreign Office verhandelt worden. Es sei wahrscheinlich, datz der Meinungsaustausch noch während einiger Tage zwischen den 3 Hauptstädten fortgesetzt werde.

11 i 8, 4. Juli. Dem „Motin" zufolge hat die Unterredung des belgischen Botschafters mit Lord Curzon sich auf die Forderung nach Eiust-ttung des passiven Widerstandes unb auf die Frage der Aenderung ter jetzigen Besetzung sowie auf die stufenweise Räumung des Ruhrgebrets im Falle einer Aenderung der deutschen Haltung bezöge», Die Aussprache de» fMnzösischen Bot-

schafterS mit dem englischen Minister scheint bewegtlsie den blutigen Gewalttaten sernstehe,^nto*’ gewesen zu fein. Es wird berichtet, daß Lord Curzon.' Bevölkerung de- besetzten Getoetr mder BerzwüM»»