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Anzeiger für (das früher^kurhejsischej OborWM

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1923

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Unter der Ueberschrift:Das Kabinett Theunis But ein sehr zerbrechliches Kabinett" schreibt die tfitt Rouvelle" #. a.:3" jeder Beziehung

Die Enthüllungen desObserver" authentisch.

London, 1.Juli. Gegenüber dem Tementi auS Paris bxtontLbservnc", baß der am vorigen Sonntag vno ihm veröffentlichte Geheimbericht über die Verband« klingen französischer Vertret"! mit Dr. Dorten ein authen­tische? Dokument ist untN tcß die französischen ?lb° leugnungen sich an Nebenpunkte halten. Da? Blatt hebt hervor, daß die Veröffentlichung nicht gegen Frankreich gerichtet toar,. sondern ggnr die Kreise in Paris, die alte unmoderne Ideen über die Art des besten Schuhes für Frankreichs Lstgrenze vertreten. Diese Ideen seien mit dem GÄnmken der Aufrechterhaltung des Friedens und der Aufrechterhaltung der Entente nicht zu vereinigen.

Paris, I.Jull. Lava? meldet aus Stent: Da französische Botschafter beim Vatikan halte eine Audienz beim Pavst, die zwei Stunden daübrte. Obwohl keine offiz-ell: Mitteilung darüber erfolgte, bestätig man, hast der Vertreter Frankreich? beim Vatikan nachdrücklich die Gründe erläuterte, warum der päpstliche Bv'ef sowohl in, offiziellen Kreisen Frankreich? als im französischen Dolle Erregung hervorgneirfm habe. Man füge Hinz«, der ^eilige Vater wurde davon sehr gerührt und man ve»> fehle nicht vorauszusehen, daß bas nicht ohne günstige:

Ergebnisse bleiben werde. 1 .

Ißmmer unö Senat Itte M MrIMare.

Paris, 30. Juni. Der Senat die Beratung der Kredite für das Ruhrgeb'et begonnen. Als Be­richterstatter führte Senator Berenger aus, die wie- decholten Verfehlungen Deutschlands machten es nötig, zu handeln. Kammer und Senat hätten daS Vor­gehen des Minif.erpräsidenten gebilligt. Die lieber« nehme der Effenbrhnr gie habe Ausnahmen nötig ge­macht, aber sie seien nicht zu hoch!. Die Einnahmen^ aus der Besetzung übersteigen die Ausgaben, frei­lich flössen die Eiunahmerr inj die Reparationskasse, während die Ausgaben von Frankreich getragen >oür- den- aber er hoffe, eines Tages werde die Ruhrope- ratton eine interalliierte Operation seins Er schloß mit einem Angriff auf die deutsche Propa- garoa, die bis zum Vatikan tiorgebrungen fei, und mit einem Vorwurf gegen die ftanzösische Vertretung b.im Heiligen Stuhl.

Darauf nahm

Poincare das Wort

Für das Ausland, für die weltlichen und geistlichen Nächte wolle er noch einmal die Maßnahmen Frank­reichs rechtfertigen, die eS gegen einen widerspen­stigen Schuü>ner hätte ergreifen müssen. Deutschland habe die von der Reparationskommission festgesetzte Rcparationsschuld anerkannt. Mit seinem Ver­sprechen, daS er nicht gehalten, habe ReichLkanler Wirth das Ruhrgebiet ge­rettet^ Frankreich heb: das Ruhrgrbiet besetzt, nur als Garantte geigen die gewollte Zahlungsunfähig­keit und in Ausführung des Fricdensvertrages. Nicht um politische Ziele handele es sich dabei, dann würde man das Maintal besetzt haben, um Deutschland in zwei Stücke zu zerreißen; der passive Mderstand» der in Wirklichkeit aktiv, verbrecherisch und hinterlistig sei, sei von der deutschen Regierung und den Groß­industriellen ausgegangen. Was Deutschland zum Wi­derstand getrieben fyabe, sei, daß es geglaubt habe, Frankreich der Kohlen und des Kokses berauben zu können. Es hab: aber nicht daran! gedacht, daß die Rrhrblokade Lager schassen können die man abtrans- porlieren werde. Ferner seien 160000 preußische Be­amt« ausgewiesen worden. Die Aktion Frankreichs mache sich derart bemerkbar, daß die deutsche Regierung nu: durch Geldverteilung an die Beamten, Arbeiter und Industriellen sortsetzen könne. Deutschland hoffe immer noch auf eine Intervention! Englands und auf Frankreichs Entmutigung und Zermürbung. In Brüssel habe man mit der belgischen Regierung be­schlossen, Deutschlands Vorschläge nidjt zu prüfen, ehr

nicht der Mderstand eingestellt sei, und mau Werbt Teu schland nur nach Maßgabe der Zahlungen räumen.

Tie letzten deutschen Vorschläge fittV nicht ernst gemeint und verdienen leltfi Antworb Wir werden ein so kostbares Psarch wie das Ruhrgebiet nicht aufge^en, ehe wir 6e< zahlt sind, denn sonst würde Deutschland glauben, daß es seine Revanche erlangt und uns eine Riebe» läge zugefügt habe. Unsere Soldaten werden ihr Werl der Gerechtigkeit und des Frieden- beenden.

Senator Albert ging hierauf auf den päpstlichen Brief ein, der völlig den deutschen Vorschlag annehme, und fragt Poincarch er habe die Gefahr der sozialisti­schen Internationale gekensnzeichnet, welche Haltung werde er gegenüber der katholischen weiße» Jnterqati»« nefe entnehmen. !

Poincare antwortete darauf, er kenne nur Frank« reich und die Republik.

Nach einer weiteren unwesenllichenl Debatte e6* klärte der Vorsitzende des Ausschusses für die an3* wärtigen Angelegenheiten, de SelveS, Frankreich und das Ausland müssen wissen, daß der Senat die heu­tig: Erklärung des Ministerpräsidenten billige. Dar­auf wurden die Ruhrkvedit« einstimmig von den <mp wcsenden 298 Senatoren gebilligt.

Zwischenfälle int Jutat.Pro^h.

Paris, 30. Juni. I» der 83ert>attMung gegen Judet kam eS gestern am Schlüsse der Sitzung $u einem lebhaften Wortwechsel de? Vorsitzenden mit dem Airgeklagten. Dieser bestritt die Echchett des an- g<-blichmr Tepeschenwechiels des deutschen Staat-- skkretärs von Jagow mit Herrn Lancken über die Nützlichkeit einer Judetschen Intervention beim Papst« Der Präsident, der die Taktik verfolgt, den Ange­klagten durch ein Kreuzfeuer von Fragen unsicher z« machen, warf die Frage aus, woher das Gerücht komme, daß Judet schon vor s?m Kriege von Deutsch­land Geld erhalten Hütte. Der Angeklagte protestierte stürmisch und fragte, wer das sage. Der Vorsitzende erwiderte, das habe ein RedalüonSangestellter des .Eclair' gesagt. Bet dem Namen, den er nerart, et# Pötte Judet, das sei ein Bürvdiener des BlatteS ge­wesen. Bet dieser Mitteilung gwt die Mehrheit bet Zuhörer im Saal ihrer Sympathie für den Angeklag­ten Ausdruck. Der Vorsitzende sicht sich genötigt, mit der Räumung des Zuhörerraums zu drohen. In der heutigen Verhandlung kommen die Briefe deS Freun­des Judets, des Politikers Waverley, zur Sprache. Diese Briefe, die während deS Krieges von der fran­zösischen Grenzbehörde an der sran-ösisch-schwetrert- schen Grenze beschlagnahmt wurden, sollen nach der Anklage Spionageakte eines englaudfetndlichen Iren darstelle» die Judet über die Grenze bringen wollte, um sie der deutschen Gesandtschaft in Bern bekannt zu machen. .

Paris, 30. Juni. Der Prozeß gegen den «HG rnaltgen Direktor des .Eclair-, Judet, der immer weniger Jntereffe in der Oefsentllchkett findet, wurde so wett gefördert, da) der Angeklagte in einer groß angelegten Rede seine politischen Absichten entwickeln konnte. Er sprach sich namenllich über seine potttische Tätigkeit In der Schwei; ans. Im Februar 1918 ver­lies; er Paris, fieute wolle et sich von dem schlimm­sten Verdacht reinigen, der fe ans einem Menschen lastete. Judet bespricht sodaim die Hetzkampagne, die gegen ihn namentlich seitens der Realisten geführt wurde. ES wird angenommen, dah die Vernehmung des Angeklagten heute zu Ende gebt imd am Montag die Zeugenvernehmung begonnen werde« kann.

hat die westfälische Aktion stark ge­litten. ZurStunde, in beider Brief des Papstes die Gewissen der belgi­schen Katholiken verwirrt, kann man schwerlich annehmen, daß ein Ministerium, geboren aus einer Reihe von Konzessionen, die nötige Auto­rität haben wird, um die Zersetzungsbestrebungen gewisser Gegner neutralisieren zu können. Rach dem, was sich in Brüssel soeben ereignet hat, kön­nen wir nur noch auf uns selbst rech­nen. Ein so zerbrechliches Kabinett kann der Ruhraktion nicht den Charakter einer interalliier­ten Operation geben, der notwendig wäre."

Empörung ganz Europas.

Rom, 30. Zum. DieJdea Nationale" ironi­siert in einem Leitartikel die Ausflüchte und R e« densarten, welche die französischen Blätter und PoincarS gebrauchen, um sich gegenüber dem Schreiben des Papstes zu verteidige«. Das Blatt zeigt alsdann, wie Frankreich das Deutsche Reich zerstückeln und zerstören möchte und daß sowohl das menschliche wie das christliche Gefühl sich gegen die systematische Aushungerung eines großen Volkes, in welchem Tausende vonKinderm litten und stürben, auf­lehnen müßten. Frankreich dürfe sich nicht wundern, wenn die öffentliche Meinung ganz Europas sich besonders in der Ruhrfrage von Frankreich lossage. Italiens öffentliche Meinung sei einhelllg gegen Frankreich und ebenso das Interesse und die öffent­liche Meinung Englands und so g a r Belgien suche sich Frankreichs Vormundschaft zu entziehen.

$35 Mrtiensirttil ton Mainz.

lieber die Verhandlung wird noch bekannt:

Insgesamt standen neun Personen vor dem sran« Mischen Kriegsgericht, die der Sabotage an Eisen« Bahnanlagen angeklagt und beschuldigt tourben, einer Organisation anzugehören, die sich die Ausführung von Sabotageakten g g nufer den Bcsatzungstruppen zum Ziele gesetzt habe. Die Gcsasiungsbe Hörde will nach dem Havasfericht durch die Denunziation von »ter Mitgliedern der Organisation Kenntnis von dem Anschlag erhalten habe«, bet sich gegen den Schnellzug WiesbadenStratzburg gerichtet habe. Bei der Station Boden Heun war ein Stüu Eisen in eine Weiche geklemmt worden, um den Schnellzug beim Passieren dieser Weich« zur Entgleisung zu bringn. Die Namen der Angeklag­ten und Verurteilten sind: Sasse, Maurer, Grubes Hahne, Sch Neider, Freier, Frey, Lanth nick Koegler. Sasse, Maurer, Hahne, Schneider« Grube waren angeklagt, an dem Sabotageakt in Baden­heim teilgcnominell zu haben, Frey, der keine aktive Rolle gespielt habe, hätte den Schnttfer angeworfen. Der Her- bergsbesitzer Kd.gler habe die Bande uutergttwacht, obwohl er ihre Absichten gekannt habe. Sasse und Freier hülle» außerdem am 30. April eine Telephonkabine sabotiert, (l) Alle Angeklagten, heißt es in dem französischen Bericht, hätten sich zu ihrer Verteidigung auf ihre Notlage bs» rusen und erklärt, sie hätte» die Kesillschaft, der fit

oder irgendeine andere Macht das Rechthat, bei der Ausführung eines Vertrages, den Frankreich weder allein ermöglicht, noch allein unter­zeichnet hat, seine eigenen Bedin­gungen aufzuerlegen. Ebensowenig wol­len wir unsere Zustimmung erteilen abenteuer­lichen Unternehmungen Frankreichs kn Deutschland, die über die von dem erwähnten Ver­trag gezogenen Grenzen hinausgehen.

Zu dem Schreiben des Papstes über die Repara­tionsfrage bemerktObserver", der Vatikan hat sich mit einem Freimut ausgesprochen, der der morali­schen Bedeutung der Sache entspricht. Nirgends wird Frankreichs Recht auf Reparationen ange­zweifelt. Aber es gibt nur wenig Leute, die die Ruhrinvasion und die Tausenden Gewalttaten im Rhein- und Ruhrgebiet billigen. Der Vatikan ist zu seiner Aeußerung durch die offene Ungerechtig­keit und die Gefahren der Poincarsschen Politik veranlaßt worden.

Paris, 1. Juli. DerMatin" beschäftigt sich mit dem Sonntagsartikel desObserver" und schrcitbt dabet u. a.: Wenn es die Absicht Englairds wäre, Frankreich zu erniedrigen, und von ihm ein mea culpa zu verlangen, dann würde die begin­nende Unterredung ergebnislos sein. Es wäre also trug, wenn sie sich zunächst unter Stillschweigen in den Kanzleien entwickelte. Das Blatt behauptet übrigens, daß dem französischen Botschafter in Lon­don eine Aide memoire überreicht wurde.

Die Wort kn MlM

Paris, 30. Juni.Haras" berichtet halbamt­lich:

Nachdem die Verhandlungen, die während des Ver­laufes der belgischen Miuisterkrise flatteernnben ha'eu, die Einmütigkeit des Standpunktes der belgischen und der französischen Rettern ng in den Fragen ergeben hott'«, die das eagli'ch: Memorandum a sw rsi. wur­den gestern dem französischer Bo.schafrer in Loudon erweiterte Instruktionen übermittelt, nach denen er in anderer Form di« französisch-britischen Verhand­lungen sortsetzen kann. Die Beratungen werden also während der ersten Tage der neuen Woche in Form eines persönlichen Wtt:ÄNgsaustauschs aktiv sottgc- sehr werden.

Diese Mitteilurrg der Nachrichtenagentur wird er­gänzt durch folgende inspirierte Ausführungen! des , Petit Parisien":

Es scheint, daß die englische Regierung auf den Fragebogen auch eine schriftlich: Antwort verlange. Es handle sich hier nicht um eine einfache Formfrage. Nach der Ansicht der englischen Regierung sei der Augenblick gekommen, dahin zu wirken, daß in dem durch die b.lg sch: Regicr iugskrisis verzögerten Mei« nungsai siüusch sbalo wie mögl ch ein präzises Er­gebnis erzielt werde. Das sei nicht vollkommen die französische Ansicht. Auf französischer Seite sei man zweifelsohne gnttgt, die Ve ha btungm, sofern E g land es wünschen sollte zu erweitern, und zum Montag werde der französische Botschafter in London Jn<- struktioncn erhalten, die ihm gestatten würden, nicht nur das Reparationsproblem, - sondern auch in, ge­wissem Maße auch die interallncr.zn Schulden anzu­schneiden. Die Siandpnukie von, London und von Poris feien jedoch noch weit genug von einander ent­fernt. Deshalb scheine di: französisch: Regierung der Ansicht zu sein, daß cs in der jetzigen Lage besser sei, iid> auf persönlich: Verhandlungen vorbereitenden Cha­rakters zu beschränke«. Es liege übrigens kein Grand vor, sich zu beeilen, denn Deutschland wolle abso­lut den Widerstand sortsetzen, und cs könxie kein Arrangement ins Auge gesaßt werden, bevor es wicht kapituliert habe. Um -jedes Mißverständnis zu ver­meiden, sei cs gut, hinzuzufügen, daß man in Paris ebenso wie in Brüssel entschlossen fei, alles ins Work zu sitz n, um zur rechter Z it zu e nem intercülii r- ien Einverständnis zu kommen,: da die gleichen Ab­sichten in London beständen, könne es also nicht un­möglich fein, sich über die Form, in der man verhan­deln wolle, zu einigen.

Eiuc schriftliche Antwort verlangt.

London, 1. Juli. Zur politischen Lage schreibt Odservr", Hoffnung und Vernunft erfordern jetzt, wo die belgische Krisis beigelegt ist, eine schrift - liche Antwort auf die britischen Fra­gen. Wenn die französische oder die belgische Ant- wcrt irgendeine Aussicht auf nützliche Fortsetzung der Verhandlungen bietet, wird sie selbstverständlich benutzt werde«. Rach PoincarSs letzter Rede kann man allerdings nicht besonders hoffnungsvoll sein. Wir können nicht zugeben, haß Frankreich

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r DaS päpstliche Schreiben bat im Ausland: günstigste Mu in ahme gefunden. Natürlich mit Ausnahme Frank- , deichs. In Englarü» erblickt man in dem Papsibrief ein . bemerkenswertes Dokument, das sich nicht nur auf aka­demische Warnungen, Mahnungen und Wünsche be schränkt, sondern eine ganz konkrete Pvl'tik anfftelll und sogar wirtschaftliche Erwägungen nicht verschmäht. Jcd:n- Mls wirb dem päpstlichen Briefe eine besondere, außer« Mdentliche Bedeutung beigemessen. Die Kundgebung bc8 Mapstes stimmt ja auch vollkommen mit den Auffassungen ton Sonbon und Washington überein. Zudem wird noch : VomDaily Telegraph", der auf Grund seiner fluten Beziehungen sich stets als richtig informiert erwiesen hat, »och besonders unterstriche^ daß die Veröffentlichung beruhe im richtigen Augenblick erfolgte, in dem die interalliierten Verhandlungen an einer kritischen Wende stehen. Da? wichttgste Merkmal des Briefes besteht darin, daß er für die Einsetzung einer internationalen Kommis­sion, wie sie vom Staatssekretär Hughes vorge'chMg?'!. emrbe, eintritt. Dieser Gedanke hat sich allmähtich in Ger ganzen internationalen Diplomatie durchgeseht, ja, »ach demDaily Telegraph" scheint Eng'and und zugleich prit ihm Italien fest entschlossen zu sein. Von sich aus eine Bachverständigen-Kommission cinzuberusen, deren Urteil tber die deutsche Zahlungsfäb'gkett sich die Regierungen Soweit unterwerfen würden, als ihr Anteil an der Repa- «tionssumme in Betracht kommt. Daß England lest entschlossen ist, nunmehr die Reparationskrage einer end­gültigen Lösung entgegenzuführen, scheint sich mehr und »ehr zu bestätigen, und Italien stimmt ihm hierin zu. Benn auch hier hat die Kundgebung be? Papste? größte Aufmerksamkeit und ungeteilten Beifall gefunden. Dem Pries wich eine große moralische Bedeutung zugesprochen, Weil der Stimmung ganz Europas entsvreche. Und für die italienische Stimmung legt wohl den deutlichsten Beweis ein Artikel des Senators Morello ab. der zu den sogenanntenIntimen" Muffol-nis gehört. Wir gaben Gen Inhalt in der vorigen Nummer. Wir unfererfeiB. fürchten aber, daß es. noch langer Zeit bedarf, ehe Frank- «rch Vernunft annimmt. Dafür l'gt dis Ecko der Pa'is r Presse leider ein zu beredte? Zeugnis ab. Aber schlimmer »och, Poincare selbst hat das im Senat bei Begründung ter neuen Ruhrkredite »nm Ausdruck gebracht. Er glaubte noch einmalfür daS Nuslattd vor den weltlichen »nd geistlichen Mächten seine Maßnahmen rechtfettigen" Wl sollen, tat dabei aber zugleich mit einer gcwiss rmaßen geringfügigen Geste das päpstliche Schreiben ab, weil auch auf dem Heiligen Stuhl menschliche Irrtümer Vorkommen stönnen." Keine Prüfung der deutschen Vorschläge, tl-e i nicht der Widerstand ausgegeben ist, dabei bleibt es! Di: ilebten Vorschläge Deutschlands finb nicht ernst zu nehmen !»nd verdienen keine Antwort!" Das ist die Stimme ter Vernunft in Frankreich.

V Wie sowohl aus der italienischen als auch aus der eng- Msche« Presse hervorgeht, nimmt die Isolierung Frank­reichs und seines belgischen Gefolgsmannes immer mehr |u, namentlich auch feit der Ermahnung des Papstes. Frankreich wird, wie auch aus dcn Auslassungen des Cbferöer" hcrvorgeht, die unten wiedergeqeom werde.!, immer mehr gedrängt, seine wahren Absichten zu ent« blösen. Da? mit Volldampf betriebene Wettrüsten in ter Lust hat zwischen Frankreich und England eine «cm Atmosphäre der Verstimmung und des Mißtrauens geschaffen, und man gibt sich in Frankreich vergbeus Mühe, das nur zu wohl begründete englische Miß­trauen zu verscheuchen. Die wachsende Isolierung Fwuk- «ichs aber bedeutet natürlich auch wachsenden Druck seiner Ententegenossen auf die französisch-belgische Macht- Politik an der Ruhr.

Arn 28. Juni jährte sich zum vierten Mal: ber Tag, tat dem der sog. Friede von Versailles unterzeichnet tourbe. Viele haben damals geghuöt, daß die Kriegs- Periode, die seit der Ermordung des Erzherzogs Franz Uerdinand Europa beherrscht, nunmehr beenbet sei. Vier SabreFrieden" haben auch den optimistischstenEe- wffen" nun wohl überzeugt daß da? ein Traum war. f 6Dte Welt kümmert sich nicht nm sozialistisch: Partei­programme, und selbst die Sowjets rede n nur davon. Man rüstet, rüstet, rüstet und unterdrückt den Geschlagc- \ een. DasWeltgewissen" aber bleibt stumm und Äon Wilson hört man nichts mehr. Nur in Deutsch­land konnte man sich über diesen politischen C Harle ton «eisern, feine Rolle, unseren Widerstand zu brechen, hat tt gespielt. Wer fragt heute in Frankreich und Englatch enb sonst in der Welt noch «ach ihm.

Die Stimme der Unvernunft bringt auch aus den »tuen Todesurteilen zu uns, die ftanzösische Gerichte in teutschen Landen zu fällen gewagt haben. Nach Schlagc- kr nun Gvcrges und zuletzt das Urteil über sieben deutsche Männer angeblich vomhanseatischen Freikorps". Ten Widerstand in dem besetzten Gebiet in Blut ersticken, das fit das A und O der französischen Politik btt der Be- ßetzung. Auch hier bleibt alles beim Alten. Aber «it ch hier wird eS ihnen nicht gelingen. Mit grausigem Zynismus geben Poincare und seine fiKiabanten eine erschreckliche Antwort auf das Friedens- Manifest des Papstes. Die Verurteilten sind kttne?- teeg? überführt, wie ja die ganze französische Justiz nichts Ais eine Farce, Und wenn schon, so Habnr sie Hand- Amgen begangen, Me in ber Wwehr gegen den brutalen Ueind aus deutsche Herzen entsprungen sind. Soll en Swch die fallen, so schaffen sie nur neue Männer, die chre Bedanken weiter in die Tat umsetzen.

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