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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.
m j.h. Schäfer
Anzeiger für (das früher kurheUchej Oberhessen
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Di- „Oberhesfiich« Zeitung" -richeint j-chsmal wöchentlich. — $e$agspteiä monatlich
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■f 149 elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. E. Hitzeroth. — Druck der ** ’ Univ^Buchdruckerei von Job. Lug. «och. Markt 21,23. — rr-rnsprecher 55, Bost.
1923
fd}e<f!onto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Offemus, mit dem man zuerst glaubte, die außen- witiföe Lage, Reparations- und Ruhrfrage usw.
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Die auswärtige München,
Die Stritärhing d« mMr« £eWt.
London, 27. Juni. Mit Bezug auf die gestrige Unterhauserklärung des Premierministers über die Flottenpolitik der Regelung betont „Westminster ®a» zette", England müsse sicher vor Luftangriffen sein, Baldwin tue, wenn er eine Vermehrung der britischen Lnftmacht gegenüber den Gefahren, die England bedrohen, anstrebe, nur daS, was England von jedem Premierminister erwarten müsse. Der ganze Zweck dieser Vermehrung der Luststreitkräfte sei, wie der Luftfahrtminister in Beantwortung einer Anfrage erklärte Heimatschutz uiid nichts anderes.
„Times" erklärt, ein Wettrennen in der Luftrüstung zwischen Großbritannien und Frankreich (bon den Kampfflugzeugen gar nicht zu reden) würde vom wirtschaftlichen Standpunkt aus von verhängnisvoller Wirkung sein.
Paris, 27. Juni. Im Zusammenhang mit den gestrigen Erklärungen des englischen Premierministers über die englisch« Luf. fahrt schreibt die „Chicago Tri- ßbune", trotz des erhöhten englischen Luftfahrtprv- gramms werde Frankreich unbestreitbar Herr der Luft bleiben. Seine Ueberlegenhcit liege nicht nlur in der Tatsache, daß die französische Armee 1260 nach dem Kriege oebmite Flugzeuge im aktiven Dienst habe, während England über weniger als 400 verfüge, sondern auch darin, daß Frankreich fünf- bis zehnmal größere Aufwendungen für seine Militärluftfahrt machen könne als Großbritannien und die Veaeinjgten Staaten. Tas französische Budget werfe 722 Millionen Francs für die Militär-, Marine- und Zivilluftfahrt aus, wenn mich der Senat 18 Millionen abzustreichen drohe.
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auf die früheren Angaben vom 11. April anläßlich des Erlasses der alten sogen. Notverordnung hinge«, wiesen und der Völkerbundsrat aufgefordert wird, auf die Aufhebung auch dieser neuen Notverorte nung hinzuwirken.
^ren beginne und PoincarS er aus diesem ^nde für angebracht gehalten hat, Belgien gegen- ** nicht mehr mit völlig offenen Karten zu "*kn.
„Figaro" schreibt: Es wäre ganz umsonst, •n wir uns verheimlichen wollten, daß die crn-
uzons einen Schritt weiter gebracht hätten, ha- , sich nicht bestätigt. Im Gegenteil: Der Opti-
der jahrhundertelange Kampf zwischen Frankreich und den Germanen leider bei weitem noch nicht zu Ende sei. Sache der Belgier sei es nunmehr darzutun. ob sic wirklich imstande seien, an diesem Kampfe ihren Anteil zu übernehmen, dadurch, daß sie sich wieder zu einer nationalen Einheit zusammenschlössen, oder ob sie dazu verurteilt seien, unter den Beftandnationen Platz zu nehmen, die außerstande seien anders als in der Neutralität sich zu erhalten.
Paris, 27. Juni. Das „Journal des DebatS" erfährt aus Brüssel, über den Stand der Kabinettskrise, Theunis habe heute morgen den Parteiführern mitge- geteilt, daß er auf die Neubildung des Kabinetts verzichten werde, wenn sie nicht nachgeben. Darufhin hätten die Fraktionsfühver beschlossen, sich über folgende Punkte zu einigen: 1. Frage der Genter Universität. Den Studenten stehe es frei, ihr Studium in vollem Umfange, vlamisch oder französisch zu betreiben, unter der Bedingung jedoch, baß sie eine bestimmte Anzahl von Vorlesungen in der nicht von ihnen zum Hauptstubium gewählten Sprache hören. 2. Militärfrage. Theunis schlägt eine 12monatige Dienstzeit vor, wozu für die Dauer der Ruhrbesetzung zwei weitere Monate hinzukommen. — Nach Schluß dieser Sitzung habe man den Eindruck gehabt, daß Theunis imstande sein werde, heute abend sein Kabinett zu fcilten. Es würde sich aus den gleichen Perfönlichkciten zusammensetzen wie die zurückgetrenen. Theunis wird morgen vor das Parlament treten und es darüber entscheiden lassen, ob die vorstehenden Formeln annehmbar sind oder nicht. Theunis wird bann auf eigene Verantwortung sich darüber entscheiden, ob er die Mehrheit zur Fortführung seiner Politik für ausreichend erachtet.
Tie Reparationen vor dem englischen Unterhaus.
London, 27. Juni. (Unterhaus.) Das Paria- mentZmitglled General S p e a r d fragte den Preiniev- minister, ob er angesichts der Tai fache, daß jede weitere Verzögerung der Beantwortung der deutschen Note eine ernste Frage sei, infolge der immer gefährlicher weo- denden wirischastlichcn Lage Deutschlands in Erwägung ziehen werde, den an der Besetzung des Ruhrgebiets beteiligten Mächten vorznschlagen, daß bis zu einer Entscheidung über die an Deutschland zu sendende Antwort feine weiteren Maßnahmen unternommen werden sollen, die dazu beitragen würden, den finanziellen Zusammenbruch Deutschlands zu beschleunigen.
Der Minister des Innern, Bridgeman, der für Baldwin antwortete, sagte, der Premierminister sei nicht der Ansicht» daß unter den au^nblicklich-n Umständen die Annahme teste Vorschlags irgend einem nützlichen Zweck dieneu würde.
Das Parlamentsmitglied Wedgewood fragte, ob die Unterredungen zwischen Lord Crewe und Poin- care die Stelle einer Antwort einnähmen.
Bridgeman bat um vorherige Ankündigung der Frage.
General Spears fragte den Unterstaatssekrctär des Äeußern, ob seine Aufmerksamkit aus eine Erklärung des französischen Kriegsministers gelenkt worden sei, wonach die Kosten für die Aufrechterhaltung der französischen Besetzung des Ruhrgebicts auf Rechnung des Besatzungsheeres gesetzt werden sollen und ob die britische Regierung bereit sei, diesen Beschluß zu billigen.
Johnson Hicks erklärte für die Regierung, er habe eine bezügliche Zeitungsnachricht gesehen. Die britische Regierung sei bisher in dieser Frage noch nicht zu Rate gezogen worden.
Amerika und di« Kriegsschulden.
Paris, 27. Juni. Die „Chicago Tribüne" gibt eine neue Rede des Präsidenten Harding mietet; die Vieser in Great Salt Lake City gehalten hat. Er (sagte darin nach dem Blatte u. »., es sei zu viel von einer Annullierung ter Kriegsschulden gesprochen Worten. Eine derartige Entscheidung würde zur Folge haben, daß das Eeschäs s e e.i einen schwere ir Schl g erlitte und bas Vertrauen erschüttert würde, das man in die internationalen Abmachungen setzen müsse. Alsbald nachdem England und Nordamerika beschlossen! hätten, ihre Verpflichtungen?n halten, habe man sest- stellen können, daß überall in ter Welt in gewissem Maße eine Erneuerung des Vertrauens zu Tage getreten sei. Er, ter Redner, zögere nicht, zu erklären, daß diese Enische dung tatsächlich zur W ed rhersiel ung ter Stabilität und des Vertrauens in ter Welt beigetragen habe.
ßoü TelM -en AuMlm geben?
i Die Verhandlungen der Alliierten, vor allem W Beratungen zwischen England und Frankreich einmal wieder auf den toten Punkt angelangt, üe Erwartungen der Londoner Presse, daß die Wen Unterhaltungen des englischen Botschafters st Paris mit Poincars zu Verhandlungen über die tzsnzösische Antwort auf das Memorandum Lord
Um das Saargebiet.
Saarbrücken, 28. Juni. In seiner gestrigen Sitzung gab ter Landesrat zu der neuen Verordnung ter Regierungskommission betreffend Maßnahmen zur Aufrechterhattung ter öffentlichen Sicherheit vom 18. Juni folgende Erklärung ab: Diese Verordnung soll nach ter Absicht ter Regierungskommission den Eindruck erwecken, als müßte die Bevölkerung des Saargebiets durch Ausnahmegesetz niedergehalten werden. Der Lantesrat verwahrt sich nochmals ausdrücklich gegen diese neuerliche Irreführung ter öffentliches Meinung. Er, ter gemeinsam mit der Bevölkerung den Kamp;' um die freie Meinungsäußerung in Wort und Schrift, das freie Vereins- und Versammlungsrecht führt und eS sich nicht gefallen läßt, daß eine nicht vom Vertrauen des Volkes getragene Regierung die geistige Absperrung des Saargebiets nach Gut- dünken herbeizuführen sucht. Auch diese Verordnung muß fallen.
Saarbrücken, 27. Juni. Ter Verband der Saarpresse (im Reichsverband der Deutschen Presse) hat in seiner Sitzung vom 26. Juni Stellung genommen zu der Verordnung der Regierungskommission vom 18. Juni, die an die Stelle der alten „Rotverordnung" getreten ist. Der Verband der Saarpresse war einmütig der Auffassung, daß die neue Verordnung in anderer Form lediglich ein Fortbestehen der angeblich ausgehobenen alten Notverordnung darstellt und wie diese das Recht der freien Meinungsäußerung aufs schwerste bedroht. Dieser Auffassung gab der Verband in einer Kundgebung an den Völkerbundsrat Ausdruck, in der
Die belgische Kabinettskrise.
Paris, 27. Jun'. „Libre Varole" schreibt zur belgischen Krise, Belgien fei in die Arena gedrängt worden. Es wahre noch di: Erinnerung an die deutsche Gewalttätigkeiten, die die Vereinigung seiner Parteien zur Folge gehabt habe. Umso uutegrrifbcher sn es sest- stelleu zu müssen, daß kuavp fünf Ja brr nach der Besetzung, und bevor der Friede auch nur cefichrri fei und während es die Angreifer noch darauf anlegren, den Folgen der Mcterlage zu entgehen, innerhalb der belgischen Parteien Unstimmigkeiten ernster An ein» gerissen fei«. Tas falle umso ernst« ins Sewicht, als
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an" lneni> uoch innere Krise sich auch auf die äußere ® ; Hf er recken wird. Stanley Balltwin habe tee, Xl * begriffen und Theunis davon unterrichtet, daß
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Marburg
Sonnetslog. ben 28. toi
Brachmond
Der passive Widerstand ist mit Naturge« walt aus der Seele des Voltes gewachsen und kam» daher von keiner Regierung weder ganz noch teilweise abbefohlen werden. Ueber das polt- tifche Ziel der Franzosen ist ein Verbandeln "unmög- lich. Deutsches Land und deutsche Souveränität dürfen nie und nimmer »um Gegenstand diplümatischer Veyhawdt- lung,en und Kompensationen gemach, werden. Ueber Meinungsverfchtedenhetten, die ht wirtschaftlicher Beziehung über Höhe und Zcttpuntt der von Deutschland aufzuvringenden Leistungen un» über das Mast der beiufcten Leistungsfähigkeit selbst find Verhandlungen möglich, aber ebne Rückgän-- gigmachüng der ungrechien Matz- ir a h m e n gegen deutsche Volksgenossen, Aufhebung der Ausweisungen und triegsgerichtlichen Urteile, gibt cs keine wirtschaftliche V erständ igunjg, Solange Frankreich *atn Rhein steht, gibt es für Europa lei;neu Frieden, Äm
2. Mai hat die Relchregterung an di« alliierten Rülte»
Es ist also wohl tatsächlich nicht zu viel gesagt. « die Lösung der belgischen Kabinettskrise für er gegen die bisherige franzosenfreundliche Policen Ausschlag für die kommende Lösung der Re- «nrtionsfrage mit geben wird.
Politik vor dem bayerischen Landtag.
.27. Juni. Bet ter Beratung des Haushalts des Aeußern im bayrischen Landtag hielt Miniitervrästtent Knilling eine Rete, in der er u. a. den Ruhreinbruch als eine frevelhafte Verletzung deS Versailler Vertrags und deS Völkerrecht» bezeichne«. Die stanzöstsch« Regierung selbst habe nicht versucht. die deutsche RechtSaufsassung zu widerlegen. DaS sranzSstsch« Ziel sei die Cer» wirklichung der traditionellen Rheinlairdpolittk Frankreichs und die Vernichtung des Deutschen Reiches Die Reparationskrage wäre längst ge- löst, to»im es Frankreich darum zu tim wäre, das kttw politischen Stete hinter der ReparattonSstnge verbergen zu können glaubte. Deutschland kämpfe an Rbetn und Ruhr um den Frieden Europas. Die Herrfchaft der Franzosen am Rhein und Ruhr bedeute die Hegemonie der sranzöftschen Gewalt- und <8t- oberungspoltttk in Europa.
Zur Schuldfrage übergehend, sagte stnillin» auch ohn« die VerSfsentlichung der französischen «r- chwe lägen viele einwandfreie Zeugnisse darüber von daß nicht Deutschland, sondern nur Frankreich den Krieg verschuldet habe. Die wirklichen Angreifer seien Rußland, da es die Zeit ter Verwirklichung Kiner panslavistischen Ideale gekommen glaubte, und Frankreich, das seine traditionelle Politik ter Vernichtung Deutschlands verwirklichen wollte, gewesene Alle Kreise deS deutschen Volkes er« w arteten deshalb ,Uders sichtlich, vatz die Reichsregierung in der Schuld« frage zur Offensive übergehe.
Zur Frage der Ruhrbesetzung führte der Ministerpräsident auS:
Eine Mahnung des Papstes.
Rom, 27. Juni. Der Papst richtete an den Kav» dinalstaatsfekretär Gafparri ein Schreiben, in dem tt auf feine wiederholten, feit Beginn feinte BontisikatSt für die Ruhe Europas und das Heil der Nationen unternommenen Versuche hinweist, um einen wahren Friede» und ein dauerndes Einvernehmen unter den Staaten her- beizuführen. Die internationalen Beziehungen hätte« sich nicht nur nicht gebessert, sondern vielmehr verschlechtert derart, daß sie für die Zukunft zu neuer uttb ernstester Besorgnis Anlaß geben. Der Papst hob hervor, daß ex gegenüber dieser Lage nicht gleich gülttg bleiben könne» Er halte es für seine Pflicht, im jetzigen Zeitpunkt feine unparteiische und wohlmeinende Stimme zu erhebem. Im Bewußtsein ter schweren Verantwortlichkeit richte et, an die beteiligten Mächte die inständige Bitte, die dem schietenen Fragen, so "bie Frage der Reparationen, tm Geiste des Christentums noch einmal zu prüfen. Wenn ter Schuldner einen Beweis des guten WlllenS gtb^ intern er ein unparteiisches Urteil über feine Zahlungsfähigkeit anrufe und den Schiedsrichtern alle Mittel einet ernsten und genauen Kontrolle zusichere, so verlange eg die Gerechtigkeit sowie das Interesse der Gläubiger selbst, daß von den Schuldnern nichts gefordert werde, was er nicht leisten könne. ES sei gerecht, daß bie Gläubiger für ihre Forderungen entsprechende Bürgschaften wollten. Ihnen sei es überlassen, zu prüfen, ob cs in ter Tat notwendig sei, unter allen Umständen die Befetzung von Gebieten an frechtznerhalten, oder ob eS n'cht besser wäre, die Besetzung durch schrittweise einzuAhrrnde anbei» Bürgschaften zu ersetzen. Wenn die beiden Parteien sich auf dieser Grundlage einigten, dann könnte endlichi ter wirkliche Frieden zwischen den Völkern hergestM werden, ter gleichzeitig die Vorbedingung für eine wirt«, schaftliche Wiederherstellung fei, die von allen Seiten s» dringend gewünscht werde und für deren Erlanguckg j&in notwendiges Opfer zu schwer fein sollte. „y '
Eine hochherzige Spende des Papstes.
Köln, 27. Juni. Der päpstliche Legat Msgr. Testa überreichte nach der „Köln. Zig." tem Kaplan Dr. Blank in Hattingen eine Spende von 500 000 Lire für Wohltatigkeitszlvecke. Nach tem gegcnwär- ttgen Tevisenstante beträgt diese Schenkung über zwei Milliarden Mark. Nach tem gleichen Blatte fest ter Papst tem Rektor ter Universität München durch den Nunttus Pacclli 50 000 Mark für die Studentenhilst überreichen.
Sine, wie dies das Kabinett Theunis getan habe, Jl, - !ßeint daraus hervorzugehen, daß die belgische - °"Eik sich langsam von der französischen zu eman-
dem Beschluß der Alliierten warten wolle, M di, belgijche Krise ihre Lösung gesunden habe.
mizosenfreundlichen Sinne, auch wie es schon die tzten Vorgänge unter der alten belgischen c',^ie=
Tas französische Verlangen nach der Rheingrenze.
Paris, 27. Juni. In Paris ging gestern ein Kongreß zu Ende, der sich vierter nationaler französischer Kongreß nannte und der unter dem Vorsitz des Abgeordneten Ferry zu seinem ersten Programmpunkt die Forderung machte, daß die französische Grenze militärisch wie politisch aus Gründen bei Sicherheit an den Rhein verlegt werden müsse.
Paris, 27. Juli. Ministerpräsident PoincarS empfing heute vormittag das Gomtte Duplex, das ihm der Abgeordnete Desirci Ferry vorstellte. In diesem Komitee hat, wie bereits gemeldet, gestern Abend der rheinische Sonderbündler Dr. Dorten einen Vortrag über seine Bestrebungen gehalten, worauf das Komitee beschlossen hat, sich für die von Dr. Dorten betriebene Separationspolitik beim Ministerpräsidenten einzusetzen.
City-Besorgnisse über die Verschlechterung der Mark.
London, 27. Juni. Die neue Verschlechterung der Mark an der gestrigen Londoner Börse wird vom Handelsredakteur der „Daily News" zum Anlaß genommen, noch einmal zu betonen, mit welcher Besorgnis die Kreise der Tity die Verschleppung der Ruhraussprache verfolgen. Da die City von der Regelung der Neparationsfrage in wenigen Monaten einen starken Aufschwung von Handel und Industrie erwarte, verlange sie, daß mit der Herbeiführung einer Lösung Ernst gemacht werde.
Dr. Sthamer bei Curzon.
London, 27. Juni. Außenminister Lord Curzon empfing gestern den deutschen Bot- schuster Dr. Sthamer zu einer längeren Besprechung.
zeigten, eine stärkere Neigung zur enalischen “■5 isfassung besteht. „Hat man wirklich in London e dos tzlaubt, daß Frankreich sich mit England auf eine »andere Unterhaltung einlassen würde, ehe wir Kuch 60 die neue belgische Regierung Bescheid wissen^'" das „Journal", ' „wir haben keine Eile, im «hrgebiet macht sich unser Druck immer deutlicher J metfbar.. Bald ist die Frucht reif!" Das zeigt 1 Ech, mit welchen Zukunftsmomenten die fran- ZeihK üiche Regierung rechnet. Ob aber die kommende unzs- ^gische Regierung in der alten Meise hin- J r Frankreich stehen wird, ist noch eine sehr große We, die mehr verneint, wie be'aht werden kann ) Ust nicht anzunehmen, daß Belgien, selbst wenn Muis Ministerpräsident bleibt, wie bisher seine anzosenfreundliche Haltung beibehalten kann. . 9k Neu ist rein wirtschaftlich eingestellt und kann v ' Ruhrpolitik nicht bis ins Unendliche ausdehnen. telleRf ’R!tl^ aus wirtschaftlichen Gründen schon zwangs- »sio die englische Politik mitmachen, die setzt ^rgisch auf eine endgültige Lösung der Repara- 31» erfrage hinsteuert. Und tatsächlich verrät sich •* ; den französischen Zeitungen immer mehr !♦ J ! wachsende Besorgnis, daß die Ruhrpolltik Poin- T * bei den Belgiern nicht vollkommen gebilligt
i? | Poincarc^s Differenzen mit Brüssel.
I $ a r i s, 27. Juni. Nach einer Brüsseler Ha- v-Depefche haben die französisch-belgische« Besprengen eine Unterbrechung erfahren, um zunächst vial die Ergebnisse der neuen Kabinettsbildung t biwarten. Die bisherigen Verhandlungen wür- i * ein künftiges belgisches Kabinett nicht zu ver- "chten brauchen. PoincarS wäre daran gelegen, 1 englische Denkschrift in ganz formeller Weise zu s lr'tmorten und benötige dabei eine belgische Re- 1 feung, die über eine feste Autorität verfüge. __X es in der Havas-Depesche dann zum Schluß V, Poincar6 halte eine wirksame Zusammen- ■ mit Belgien nur bann für möglich, wenn bie 1*2 Regierung bie volle Verantwortung für * 1 von Frankreich vorgeschlagene Politik über
brachten zu hülfen, ist einem gewissen Pessimis- 185 gewichen. Was bisher selten war» ist nunmehr ^getreten, baß nämlich zunächst einmal Paris unb dndon offiziös betonen, baß noch keine Einigkeit i den verschiedenen Fragen erzielt sei. Das zeigt Io, daß der Meinungsaustausch über die Repara- oiisftage noch keinerlei Fortschritt gemacht hat. ft den außenpolitischen Beobachter besteht kein »eisel darüber, daß PoincarS die Verhandlungen ü England hinauszögert und deshalb auch bte dmtwortung bet Frage zurzeit noch hinausschiebt. „mikreich hanbslt so aus zweierlei Erünben, näm- tX h einmal, weil bie derzeitigen französischen Poli- kr noch immer damit rechnen, daß inzwischen der Eve Widerstand zusammenbricht, zum anderen ;i ier, weil man, was ja von der französischen Regie- mg immer wieder vorgeschoben wird, die Lösung
1 r belgischen Ministerkrisis abwartet, um zu sehen, t»? das kommende belgische Kabinett in dem alten