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Amüiches VerNndigungsblatt des Kreises Marburg
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?3arschau, 23. Juni. Die Außenminister Polens
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wird wie Beo durch emailliere» * vernickeln
Die „Voss. Zig." meldet aus Paris: Dr. Dorten, der gegenwärtig in Paris weilt, hielt gestern Abend in einem nationalistischen Verein einen Vortrag über das, was er die rheinische Unabhängigkeitsbe- wegung nennt. Nach dem Vortrag nahm die Ver- ammlung auf Antrag des rechtsrepublikanischen Abgeordneten Ferry, der Mitglied des im Dunkeln blühenden „Komitees für das linke Rheinufer" ist, eine Entschließung an, in der die Regierung aufge- sordert wird, die angebliche Unabhängigkeitsbewegung im Rheinland zu fordern.
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der Franzose« gehe dahi«, das Rheinland einschließlich des Essener Bezirks z» behalte«.
L o n d o n, 26. Juni. Der „Daily Herold" läßt sich aus Paris melden, daß hinter der Unterstützung der Separationsbestrebungen in den Nheinlanden mehr der französische Eeneralstab stehe als das Quai d'Orsay. Dr. Dorten» der früher vom General Mangin unterstützt worden sei, werde jetzt von Marschall Foch in seinen Bestrebungen gefördert.
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schwierige, langwierige, wenn nicht unmöglich' Aus
Der Berichterstatter gibt ferner bte Ansicht einiger indischer Beobachter in Deutschland wieder, die den nick hätten, daß der passive Widerstand auf Grund gegenwärtigen Wirtschaftslage des Reichs sicherlich eine Anzahl von Monaten aufrecht erhalten werden
Vorbedingung für die Zumutung an Deutsch- , den passiven W'derstans e-nzustrlön, müßte die kiil-istiing fein, daß es bald feine industrielle und
London, 26. Juni. Der gewöhnlich sehr gut unter» Kitt diplomatische Berichterstatter des „Dally Tele- ph" befürchtet, die am Samstag zwischen Poincare item englischen Botschafter in Paris floftgefundene all- pme Erörterung hätte, obwohl sie durchaus freund»
London, 26. Juni. Gegenüber besonders optimisti- ra französischen Darstellungen veröffentlichen alle eng»
[' Eine englische Kommission an der Ruhr.
[ßonbon, 26. Juni. In hiesigen, Lord Turzon Mhcftehenden politischen Kreisen macht man neueres kein Hehl aus der Auffassung, daß an eine Merbrückung der Differenzen in der Ruhrfrage Wischen London und Paris kaum in absehbarer Wit zu denken sein werd«. Dian vertritt hier nach Nt vor die Meinung, wenn bei einem derartigen ^«sgleich nicht eine grundlegende Regelung des gs- Mten Komplexes erfolge, so würden sich immerzu *irder neue Differenzen ergeben müssen, die neue Aruhe in die Beziehungen zwischen der Downing greet und dem Quai d'Orsay tragen. Vorläufig Mänbe man sich in einem Vorstadium, und die bri- §che Regierung täte alles, um die Frage von allen
englischen Offiziere zurückzuführen, daß die militarisierte Strecke Dortmund-Süd samt dem Bahnhof Dortmund-Süd von den Franzosen bereits wieder fteigegeben ist, um die Lebensmittelzufuhr von jamm ins besetzte Gebiet bis Dortmund-Süd zu chern. Rach einer Meldung hat auch eine andere englische Kommission beim Regierungspräsidenten Ertzner in Elberfeld in derselben Angelegenheit vorgesprochen.
Zwei Amerikaner im Ruhrgebiet.
M ü n st e r, 23. Juni. Nach der „Kölnischen Zeftuna" brachen am Sonnlag zlvei Amerikaner, Prof. Lincoln Hutchinson und Dr. Frank Holder, beim hiesigen Oberpräsidenlen vor. Sie bereisen zurzeit im Auftrage Hoovers Deutschland, um Erkundigungen über seine Ernährungslage einznziehen. Vom Oberpräsidenten Granowski wurde darauf hingerviefen, daß durch das gewaltsame Vorgehen der Franzosen die Ver- orgung mit Kartoffel» und Frühgemüse äußerst gefährdet sei. Die Amerikaner nahmen mit Interesse von de» Ausführungen des Oberpräsidenten Kenntnis und ertlärten, daß sie auch seine Anregung, sich durch persönliche Fühlungnahme mit den verschiedenen Schichten der Bevölkerung de? Ruhrgebiets von der Lage selbst zu über zeugen, Folge leisten würden. Darauf setzten sie die Reise ins Einbruchsgebiet fort.
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J. H. Schäfer —
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London, 26. Juni. Im Unterhause machte Baldwin eine wichtige Mitteilung betreffend die Berst ä r k u n g d e r L u s 1 st r e i l m acht zur Berrridiguug des Muttcrla-rdes um 34 Geschwader. Er «rklärte, die Regierung sei zu der Schlußfolgerung gelangt, daß. abgesehen von der Befriedigung der Bedürfnisse der Marine, des Heeres und der Verpflichtungen in Indien und anderen übcrsetischen Ländern die britische Lust- streitmacht eine Verteidigungslufislotte zum Schutze der .Heimat einschliehen müsse, die genügend stark sei, um England ausreichend gegen Luftangriffe der stärlst.'u Luststrcitmacht innerhalb von Schlagw.ite zu schützen. Eine solche Streitmacht müßte organisiert werden teils in aktiver Form, teil? als Reserve. Entsprechend der Verpflichtung Großbritanniens, wie sie aus der Völker- b.indssatznng sich ergebe, werde Großbritannien mit anderen Regierungen zusammenwirken, um die Stärke der Luftrüstnngen zu vermindern nach Grundsätzen, die denen des Washingtoner Vertrages ähnlich seien. Jedes derartige Abkommen würde d e Politik der Verstärkung der Luftsire tmacht die i; se ner, 8alt>w ns, Erllärung dargelegr werde, mag icherweise beeinslui en.
Ponsomby fragte^ ob dieser neue RüstungsMettbe- werb zu demselben Ergebnis führen werde, qie der vorige Rüstungswettbewerb.
Baldwin erwiderte: Nein, ich hoffe nicht. Ich hoff-, daß lange, bevor diese Gefahr entsteht, ein Abkommen über Rüstungseinschränkunzen gefchwsieu werde» wird,
Slcrungen eine Verständigung erzielt werde, alsbald r arderc Sprache sprechen und irgermeirre Komb-uateon RN werde, die es ihm erlaube, die, nationale Eigen- te zu schonen und dabei doch der Entente Genugtuung P irtoährtn. Ebenso sei es außer Zweifel, daß der «ichc Eigensinn nicht so rasch nachgcven werde, wcnn ch»n, Paris und Brüssel nicht zu .inet Verständigung tr eine gemeinsame Antwort gelange. Deshalb könne
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: Mch gewesen wäre, doch nur dazu geführt, die Ver- ifügtlto Kmheit in der englischen und der französischen Aus- -- in der Frage der Wiederherstellung und der Ruhr-
lsidentez. W in rvesentlichen Punkten zu enthüllen. Der Bericht- ^eiier hält den Ausgleich derartiger Abweichungen als
FrsnzölW Srowiteten.
Parts, 26. Juni. Der ehemalige Finanzminister Francois Marsal sprach gestern tm Partetausschus; der demokratisck)en Entente tu der Stadt Rouen über die srcmzöstsche Finanzlage. Er behauptete bei dieser Gelegenheit, der päpstliche Legat im Ruhrgebiet habe dem Vatikan einen Bericht des Bürgermeisters von Essen zugehen lasten, der auch den stanzöstschen Behörden mtlgeteilt worden sei und in dem u. a. gesagt wird: .Das Rubrgeb'et ist das Herz Deutschlands, und der Körper stirbt dahin, wenn das Herz nicht mehr schlägt." Francois Marsal schloß den Vortrag mit den Worten: .Sagen Sie es all denjenigen, die unter dem Krieg gelitten haben: Der Krieg wird mit Eisenbahnen und mit Fabriken geführt, die Kriegsmaschinen, Granaten und giftige Gase Herstellen. Halten wir die Eisenbahnen fest, die die Truppen befördern, die Fabriken, die die Armeen speisen, und tolange es vor den Toren dieser Fabriken einen Wachtposten und solange es in ihrem Direktions- büro einen General gibt, werden unsere Kinder nicht den Tod erleiden; denn solange ist der Krieg unmöglich.-
Bei einem Bankett sprach weiter Präsident Millerand tn der üblichen Methode. Frankreich fei der Geprellte. Der Geist des Hastes liege ihm völlig fern, es wiste, daß es auf Die Vertreter der ausländischen Prefle zählen kann, wenn es gilt, Frankreich im AuSlande besser (!) bekannt zu machen. Der Frieden hat durch die Lockerung der im Kriege g- knüpften Bänder nur der Nation die Freiheit ihrer Entschließungen zurückgegeben. Testen ungeachtet ist die Sache, um die die Alliierten gekämpft und gesiegt haben, die nicht ihre Sache allein gewesen ist, nach wie vor vorhanden. Mit den Alliierten und durch ihre Hilfe hat eine bestimmte Weltanschauung, ein ganz besonderer Modus der Zivittsatiou den Sieg vavongetragen. (Gut gebrMt, Löwe!)
Anmerkung des W.T.B.: Die Rede des franzvst- schen Finanzministers Marsal spricht mit brutaler Deutlichkeit aus, daß die von ihm vertretenen politischen Kreise Frankreichs die dauernde Festhaltung der deutschen Eisenbahnen und Industriestädte im Rheiiiland und Ruhrgebiet betreiben — eine weitere Illustration der durch die Enchüllungen des »Obier- ber* beleuchteten französischen Machenschaften. Wenn zur gleichen Zeit Herr Millerand versucht. Bei ver Weltmeinung für die stanzöstschen Ziele zu werden und die verhängnisvolle Politik der französischen Regierung durch täuschende Worte zu verschleiern, so müsten solche Verschleierungen angesichts des vielleicht sventger vorsichtigen, dafür aber offeneren Be- LmttniffeS zu den wahren Absichten der ftairzösifchen Politik vergeblich bleiben.
si dem Ruhrgebiet zu lassen.
Paris, 26. Juni. Andre Taröieu schreibt in seiner ” Ho Nationale", das Ergebnis der Nachwahl wn Wahl- ■ nse Versailles bedeute eine Niederlage für Poincrre. et Block der Linken hab: gegen bte Wahl Von 1919 rund 6000 Stimmen gewonnen, bit Porncaristen haben rund im $0® H>00 Stimmen verloren. Das sei auch ernt Niederlage
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Die belgische Ministerkrise.
Paris, 26. Juni. Der „Petit Parisien" erfährt aus Brüssel, baß man hinsichtlich der Lösung der Mi- nisierstisc nicht weiter gekommen sei, als man vor acht Tagen bereits gekommen war. Theunis gebe unter diesen Umständen von seinem Entschluß Mitteilung, auf die Bildung des Kabinetts zu verzichten. Wenn bis zum Mittwoch keine Verständigung unter den Parteien erzielt sei und Theunis auf die Bildung des Kabinetts verzichte, fürchte man, daß keine andere Löst: ns möglich sei, all« die Auflösung des Parlaments und !>te Anordnung von allgemeinen Wahlen.
Paris, 26. Juni. In politischen Kreisen herrscht die pessimistische Not« vor. Man sicht immer noch da, wo man in den ersten Tagen stand. Daher wird vrr- muett, daß Theunis heute abend darauf verzichten werde, den Widerstand der vlamischen Katholiken bre ben zu wollen, eS aufgebe, sich um eine Verständigung über die Genter Universität zu bemühen und den Auf- trag des Königs in dessen Hände zurück!^en werd«.
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Das offizielle Dementi.
Paris, 26. Juni. Zu dem angeblichen Bericht des Herr« Tirarb, bet am Sonntag in London veröffentlicht wurde, erläßt bas Quai d'Orsay ein Dementi. Darin wirb erklärt, daß Dr. Dorten entgegen einer in diesem Bericht gemachten Andeutung niemals finanzielle Unterstützung seitens der französischen Regierung erhalten habe.
Gleichzeitig verbreitet Reuter die Erklärung, baß die gestern in Paris veröffentlichte Meldung über ein Zusammenwirken des englischen Nachrichtenbüros in Köln mit Herrn Dr. Adenauer zum Zwecke der Gründung eines unabhängigen rheinischen Staates nur die Wiederholung einer bereits im April b. Js. in Euglanb sowie in Amerika veröffentlichten Nachricht barstellt und daß auf eine offizielle Anfrage bei Lorb Kilmarnock jene Nachricht dementiert wurde. Ebenso habe Lorb Kilmarnock erklärt, baß Oberst Ryan niemals Herrn Dorten gesehen uttb mit seiner Parte', keinerlei Verbindung gehabt habe.
London. 26. Juni. Ein Teil der Presfe befaßt sich weiterhin mit dem vom „Observer" veröffentlichten französischen Geheimbericht. Eine Reuter-Meldung besagt, ein nachdrückliches französisches Dementi besage, bah das vom „Observer" veröffentlichte Dokument nicht existiere. Dennoch wird es vo r den englischen Blättern als sicher angesehen, baß Frankreich versucht, das Rheinland von Deutschland zu trennen. Die Kommentare der Pariser Presse werben viel beachtet. Die Behauptung des „Matin", daß der Chef des britischen Nachrichtendienstes in Köln zur Zeit des Kapp-Putfchcs mitgewirkt habe, um eine Rheinland-Republik ins Leben zu ihfen, wird in London von amtlicher Seite prompt dementiert; Seufer erfährt, es handle sich bei dieser Behauptung des „Matin" nur um eine Wiederholung einer im letzten April in London veröffentlichten Mitteilung, die schon damals kategorisch in Abrede gestellt wurde.
Der Kölner Berichterstatter des „Daily Chro- nicle" erklärt, feine Informationen hätten ihn da- oo« überzeugt, bah bie Franzosen bie auf Schaffung einer rheinische« Republik gerichtete Politik falle» gelassen hätten unb bah ihre Politik stärker z« einer Annexionspolitik geworben fei. Jedermann tm Rheinland sei sicher, daß ei« änherst starker Druck «ötig fei« würbe, v« di« Franzose« wieder aus dem Rheinlaub« J« vertreibe«. Dee neueste Plan
Paris, 26. Juni. Ter „Eaulois" schreibt zu bei tbt dcs deutschen Reichskanzlers in Königs- itß. der Reichskanzler halte sich in der Defensive. Sicht- i fooffe er sich -nicht festlegen, bevor er das Ergebnis j- t schwebenden Unterhandlungen zwischen England, 8 Säfieid: und Belgien kenne. Es stehe entschieden fest, ers, Hei ; der Reichskanzler, wenn zwischen den drei alliierten
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Bon der Ruhr wird uns geschrieben:
In der englischen und ftanzösischen Preise wird tn den letzten Wochen in ausgiebiger Weise das Thema der Aufgabe deS passiven Widerstandes im Ruhrgebiet «nd der Beibehaltung einer „unsichtbaren" französischen Besatzung behandelt. Diese Presseerörterungen habe-.i auch in Deutschland einen lebhaften Widerhall gefunden. Während erfreulicherweise ein großer Teil der deutschen Preiä eS rundweg ablehnt, den passiven Widerstand auftugeben und eine französische Besatzung im Ruhrgebiet zu behalten, gibt es doch eine ganze Reihe von Blättern, die dies« beiden Fragen nach allen Richtungen hin erwägen und ständig zu dem Schluß kommen. eS wäre besser für dir deutsche Wirtschaft und die Ruhrbevölkerung, der passiv« Widerstand würde eingestellt werden und die ftanzösisSe Besatzung würde „unsichtbar" gemacht d. h. sie würde im Ruhrgebiet verbleiben, müßte sich aber völlig passiv verhallen.
Bei all' diesen Erörterungen hat man bisher saft immer vergessen, daß der pas'ive Widerstand im Ruhraebiet nicht auf Anordnung der Reichsregierung, sonder« aus den Kreisen der Bevötteruna. der Unternehmer un« Arbeiter, hervorgegangen ist. Würde man also mit Frankreich zu einer Einigung in der oben gewünschten $kt|« kommen, so müßte die Ruhrbevölkerung s-ch von heute au' morgen völlig umstellen, was angesichts der außerordentlichen Verb tterung g-g-nüber den ftanzösischen Gewalt« Habern nicht denkbar ist. Würde es uns weiterhin gelingen, von Frankreich die Rücknahme sämtlicher Aus« Weisungen und Verurteilungen zu erwirken, so wüwe sich dadurch cb.nkalls eine außerordentlich schwierige Lage ergaben: b:e deutschen Beamten, die bisher den Franzoten eimn passiven Wwerstund cnigeg-nsttztcn und von dielen enttorbi't vertrieben oder in bie Gefängn'ssegeworsen worden sind, müßten sich nunmehr ohne Widerspruch bereit« linden, mit den B satzung-b Hörden zusammen zu arbft« ;te«. Dies Zusammenarbeiten tftftrb« natürlich in 4«r Hauptsache darin bestehen, daß di- ftanzösische Behörde Befehle gibt, die von dm deutschen Beamten aus;,-führen sind. Man kann unmöglich von Leuten die ins Gefängnis geworfen wurden, weil sie diese Befehle nicht ans- ftihrten, die aus dem gleichen Grunde die Heimat Set« lassen mußten, bie mißhnich lt unb gemartert wurden, verlangen, daß sie fttzt plötzlich da? tun was sie noch vor 24 Stunden für ausgesprochmm Vaterlandsverrat hielten. Der Geist des passiven Widerstandes würde weiterhin, die gesamte Ruhrbevöllerung auch dann noch beherrschen, wenn von Berlin aus der Widerstand abgeblasen were-n würde Wenn man bedenkt, daß bisher über 50000 Einwohner des Ruhrgebiets, Beamte, Arbeiter, Angeftellte tzo» !hen Franzosen Vertrieben wurden unb diese 50 000 nach Abbruch des passiven WiderstanveS evenckl. wieder -urückkehren dürsten, so würden diese Leute unter keinen llmständen daran denken, für bte Franzosen auch nur irgend eine Handreichung zu machen: |k wäre en sich immer vor Augen halten, ob sie wollen oder nicht, daß die ftanzösische Besahungstrnppe es war, die sie Von Haus unb Hof Vertrieben, ihren Hausrat beschlagnahmt und zerstört, sie mißhandelt und beraubt hätten.
Es ist natürlich vollständig ausgeschlosftn, daß unter solchen Umständen von einer „unsichtbaren" Besatzung gesprochen iverden kann. Es nimmt sich wohl auf dem Papier ganz gut aus, wenn man liest, die ftanzösische Brsatzungstruppe wäre nur zum Schern im Ruhrgebiet und verhielte sich völlig passiv Die Ruhrbevöllerung selbst urteilt aber hierüber ganz anders. Sie lieht täglich die zahlreichen ftanzösischen Soldaten und Offiziere, die auch verstehen, aus Kosten Deutschlands im Ruhrgebiet in Saus und Braus zu leben, sie wird sich täglich in Erinnerung rufen, daß die französische Besatzungsbchörde selbst zu den atterschärfsten Mitteln gegriffen hat, um den passiven Widerstand zu brechen, nämlich zur 5)unger« blockade. Würde die Ruhrbevöllerung auch all« Gewalttaten, Mord«, Vergewaltigungen, Beraubungen der« gcsftn, an die Hungerblockade wird sie jedenfalls ewig denken. Der Gedanke allein hieran blecht ein stänbigec Antrieb unb Ansporn, auch weiterhin im passiven WNer- itand zu beharre».
Es würde sich also bei einem Abblaftn des passiven Widerstandes und der Beibehaltung einer sogenannten ' unsichtbaren Besatzung ein Zustand ergeben, der einem vollständigen ChaoS glrichdommen würde. Der bisherige shstematische pafftve Widerstaiü» würde sich in Einulunternehmungen au ft df en: Behörden, Unternehmer, Arbeiter würden von der großen Lime abweichen und von sich aus jede Arbeit unter ftanzösifcken Bajorrntten vev-i weigern. Schließlich darf nicht vergessen werden, daß durch eine solche Lösung des Rahrkonflittes diejenigen nationalen Elemente, die sich bisher an einer Verschärfung des passiven Widerstandes noch nicht beteiligt hatten, nunmehr auf eigene Faust der französischen Gewall Wüier- ftanb entgegensetzen würden. Es ist also Mit einer Lage zu rechnen, bie von selbst jede Aufhebung des passiv«! Widerirandes unter einer unsichtbaren Besatzung vollkommen ausschließt. Diese Lage, die unter allen Umständen eintret;« muß und wird, muß man sich ix Deutschland ständig vor Augen halte», um bte Gefahren, bie eine unsichtbare Besatzung mit sich bringt, auf bei Genaueste abschätzen zu können. Die Ruhrbevöllerung w.rb jedenfalls nach wie vor so lange am passiven Widerstand festharten, wie ftanzösische Truppen im Industrie, gebiet weilen unb wird sich erst nach völliger Räumung xs Reviers durch die Franzosen wieder zu intensiver Arbeit, wie sie vor dem 11. Januar geleistet wurde, bereit erklären, < • . .. A ‘ ■
(lat i« SlhMWtw ter Mönblguno.
•er UtN> Blätter heute eine kurze offiziöse 'Mitteilung.
-«ch die letz-e Unterredung zwischen Poincar6 und
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u)re W Kompromiß wäre aber nach Lage der Dinge augm- wewstlnd« teiber nicht zu denken.
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1 m nicht genug wünschen, daß bi? im Gang: befindlichen "ft Brechungen zu einer Lösung führten, die die bestehenden -- sudschaftlichen Beziehungen ftsfiae uni die Lösung der 1 G beschleunige, in die die Reparationsftage ver-
i um an Ort und Stelle die Einwirkung der ^'sitarisierung der Ruhr-Eifenbahnen auf die Er- ^rungslage zu studieren und darüber Bericht zu 4*R°tten.
f f e n, 26. Juni. Wie hier verlautet, sei es bie Einwirkung der das Ruhrgebiet bereifenden
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Paris, 26. Ium. Di? „Humanits" bespricht die ks im Ruhrgebiet und meint, das neueste Verbot De- ertes sei lediglich der französischen Industrie »ulir^ lrsfen worden, die Angst hätte vor der deutschen Son« Mertz. Schltesüch meint das Blatt, die nun schm I Tage sich hmziehenden Brsprechintg-n zwt'sch-a Par^ t London drehte« sich gor nicht um den passiven WLer- 1 mb, den habe das Reich tatsächlich fcho» seit Tagen »gegeben (!), vielmehr solle jetzt zwischen Paris und ■eben ein Kuhhandel abgeschlossen werden, da Frank- Wch weiterhin nicht imstande sei, ohne Hilft seine Hand
,..... ^'ten zu prüfen. 8n diesem Zusammenhang ge- Wnt die Meldung an Gewicht, daß auf Anregung Baldwin die Rheinlandkomlisston eine Kom- Wton, bestehend aus einem englischen Obersten einem Oberleutnant, ins Ruhrgebiet gesandt
® Rumäniens, Seyda und Duco, haben sowohl bie all« Reine Lage Europa? als auch die Spezialproblern'' •-ter Lärüer besprochen und ftstgestellt, daß sich ihre Ge-
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