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Paris und London in Bezug aus die Reparations­frage besonder« gefördert. Hauptsächlich scheine mau sich in Erwartung des Ende» der belgische» Miaifterkrise sich für de» Augenblick daraus zu be­schränke«, die Verhandlungen nicht ganz fette« zu lasse«. Der englische Fragebogen über die Frage de« pnMveu Äninsrattde« sei «och nicht beant­wortet. Ueber die «eiste« Frage«, z. B. eventuelle Maßnahmen, die «ach der deutsche« Kapitulation getroffen werde« mühte», über die Einberufung einer Konferenz mit oder ohne Deutsche«, fei noch keine präzise Diskussion eingeleitet worden. Dieser Standpunkt werd« übrige«- durch den durchaus freundschaftliche« To«, i« dem die Verhandlungen i« der letzte« Zeit geführt wurden, erklärlich, wo­bei beide Parteien den Willen erkenue« lasse«, zu einer Verständigung zu gelange«.

Dos SMmmMeal ter MI«.

Berlin, 26. Juni. Wie au- dem Ruhrgebiet berichtet wird, haben die Belgier in Buer, das schon unter der sranzöstschen Herrschaft Unsägliches hat er­dulden müssen, ein SchreckenSregt.ment el.n- erführt. Die für die Erschießung der beide« belgi­schen Soldaten verhängten Sanktionen werden auf das rücksichtsloseste durchgeführt. Roch vor dem auf 8 Uhr abends festgesetzten Beginn der Verkehrssperre rasen PanzcrauwS durch die Stadt und streifen Pa- iroutllen durch die Straßen. Die von den Belgiern verhafteten Pasianten müssen auf der Wach« die ganze Nacht stehend mit dem Gesicht zur Wand gewendet zudringen. Einem der Festgenommenen wurde von belgischen Soldaten ein Auge ausgeichlagen. Bisher wurden von den belgischen Soldat«, erschoffen der iSsährige Elektromonteur Wesemrier und der 23» jährige Bernhard Tombrtnck, beide in der städtischen Gasanstalt beschäftigt, als sie auf der Rückkehr von einem Spaziergang sich vor 8 Uhr der elterlichen Be­hausung näherten. Ein weiterer junger Mann wurde kurz nach 8 Uhr abends durch einen Schutz in den Oberschenkel schwer verlebt, der von belgischen Sol­daten durch ein Schaufenster in eine Wohnung hin- eingefeuert wurde. Schwere Verletzungen erlitt auch ein Bergmann Schubert in der Mühlenstratze, dem eine belgische Kugel durch beide Beine drang, und ein Anwohner der Ackerstraße. Tie Verkehrssperre ist nn. insoseril geniildert worden, als Aerzte, Geistliche und Hebammen nach 8 Ubr abends die Strotzen be­treten dürfen, wenn sie einen Ausweis bei sich führen und ihren Weg mit erhobenen Händen zurücklegen.

Wie derLokal-Anzeiger" meldet, soll es sich bei einem von den Belgiern in Buer Erschossenen um einen Schweizer Bürger handeln.

Berlin, 25. Juni. Das deutsche Rote Kreuz erhielt von seinem Delegierten nachstehen­den telegraphischen Bericht:In meiner Gegen­wart lieferten die Belgier in das Gefängnis in Sterkrade den furchtbar mißhandelten und gefesselten Kapitän zur See Hans Rose aus Essen mit schweren Kopfwunden ein. Ich habe einen Arzt und Anivälte bestellt. An dem Auf­kommen des Kapitäns wird gezweifelt. Die neuen belgischen Maßnahmen gefährden aufs äußerste das Leben der in der belgischen Zone wohnenden Deut­schen." Das vorstehende Telegramm wurde sofort an das internationale Rote Kreuz-Komitee weiter- gegeben, mit dem Zusatz:Das deutsche Rote Kreuz erhebt schärfsten Protest gegen diese unmenschlichen Brutalitäten und erbittet sofortiges Eingreifen."

Zur Erschießung des Konditors Feldhoff i» Recklinghausen.

Recklinghausen, 25. Juni. Zur Erschie­ßung des Konditors Feldhoff durch französische Sol­daten ist noch folgendes zu berichten: Der schwer­verletzte Feldhoff wurde, ohne daß sich jemand um ihn bemühen durfte, auf der Straße liegen gelassen, im Todeskampf, unter Stöhnen und Schmerzen, wälzte er sich in der Straßenrinne herum. Der lln- sallplatz war von Posten abgesperrt worden, die verhinderten, daß Zivilpersonen bem schwerverletz­ten F. eine Erleichterung verschaften oder nach Ein­tritt des Todes die Leiche fortschaffen konnten. Erst nach einer Stunde gelang es den Zivilisten, zum Tatort zu kommen. Feldhoff wurde in das gegen­überliegende Stadtkasfee gebracht. Der Arzt, Dr. Brutsch, konnte nur noch de» Tod feststellen, worauf die Leiche nach dem Prosper-Hospital gebracht wurde. Der Aufforderung eines Zivilisten an den wachhabenden Soldaten, im Stadtkasfee einen fran­zösischen Militärarzt herbeizurusen, war erst nach fortgesetztem' Drängen stattgegcben worden. Es war aber in der ganzen Stadt kein französischer Arzt aufzntreiben, trotzdem sich ein Lazarett in dem Ort befindet. Bei der Besatzungsbehörde ist unter eingehender Darlegung des Vorfalles Protest er­hoben worden. . ... ,

Zwei Franzose« erschossen.

Berlin, 25. Juni. Wie die Zeitungen aus Herne melden, wurden in der Nacht zum Samstag am Bahnübergang bei der Station Börnig ei« französischer Kapitän und ein Feld­webel vom französischen Posten er- schossest, ä» A gstsLLll ÄAU? m antworteten. Schon durch den ersten Schuß wurde der französische Offizier getötet. Der Feldwebel wurde so schwer verletzt, daß er am folgenden Tage starb.

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Die Sage in den belebten (Wen.

Essen, 25. Juni. Samstag nachmittag be­setzten französische Truppen das Vhönirwerk in Hörde. Die Arbeiter mußten die Werkstätten ver­lassen. Gegen Abend räumten die Truppen unter Hinterlassung von Torwachen das Werk und über­nachteten in einem Schulgebäude in Hörde. Sonn­tag früh zogen die Truppen erneut nach dem Phönix-Werk, wo Ingenieure die Lagerbeständ« aufnahmen. Augenblicklich halten die Truppen bas Werk noch beseht.

Köln, 25. Juni. Rach bet ..Köln. Zig." wird der Straßenbahnverkebr in Düsseldorf mit der linken Rheinseite am Niederrhein ab heut« bedeutende Einschränkungen erfahren. Auf Befehl der belgischen Besatzungsbehörde wird auf sämt­lichen Straßenbahnen im Kreise Moers die Zahl der Fahrten verringert. Auf den Stehplätzen darf nur die vorgeschriebene Zahl Fahrgäste stehen, im Innern des Wagens niemand. Der Güterver­kehr dieser Straßenbahnen wird vollständig ein­st e st e l l t.

M.- Gladbach, 25. Juni. Für die Zeit vom 25. Juni bis zum 10. Juli wurde von der Be­satzungsbehörde die verschärfte Verkehrssperre für die Städte M.-Eladbach und Rheydt ungeordnet. Danach ist jeder Verkehr von abends 9 Ahr bis morgens 5 Uhr verboten, also außer dem Fuhr­werksverkehr usw. auch der Fußgängerverkehr. Weiter wird der Verkehr von Fuhrwerken aller Art einschließlich der Fahrräder auch am Tage für beide Städte auf allen denjenigen Straßen ver­boten, die an bet Eisenbahn entlang laufen.

Pirmasens, 25. Juni. Im Laufe des gestrigen Sonntag erhielten 25 Personen aller Stände und Berufe Ausweisungsbefehle, die sich auch auf ihre Familien erstrecken. Der Grund der Ausweisungen ist unbekannt. Die Ausgewiesene« sind heute früh auf drei Automobilen unter spon­tanen Kui.dgebungen der Bevölkerung abtranspor­tiert worden.

Speyer, 25. Juni. In bei Nacht zum Sonn« abenb würbe ein neues Bombenattentat auf einen Eüterzug zwischen Sellheim und Rheinzabern verübt, lleder die Bombe wäre« bereits Güterwagen hinweggefahren, als sie explo«. biette unb ben siebenten Wagen in bie Luft warf. Als Sanktion würbe bie Verkehrssperre über Sellheim, Rheinzabern unb Wirth verhängt.

Leopoldshafe« besetzt.

Karlsruhe, 25. Juni. Am Sonntag «tot­sten trafen in Leopolbshafen bei Karlsruhe franzö­sische Quartiermacher ein, die für 2 Offiziere, 4 Unteroffiziere unb 60 Mann Quartier besorgten. Um die Mittagsstunde trafen bie französischen Truppen zur Besetzung von Leopoldshafe«, bas früher einen Rheinhafen besaß, bet aber seit einiger Zeit stiügelegt ist, ein.

24 Millionen Papiermork gestohlen.

Recklinghausen, 25. Juni. Bei einem Eisenbahner in Recklinghausen-Ost, bet mit bet Auszahlung von Lohngeldern beauftragt war, wur­den 24 Millionen Mark von bet Besatzungsbehörbe geraubt.

Attentat auf ein Zeitungsgebäude.

Berlin, 25 Juni. In der Nacht zum 24. Juni wurde das Truckereigebäude der sozialdemokra­tischen ZeitungVolkswille" in Münster mit Dynamit in die Luft gesprengt. Der anschlieheick an die Explosion entstandene Brand zerstörte die Druckern- und Setzmaschinenanlagen fast völlig und vernichtete groß» Papiervorräte.

Soweit b'sher sestgestellt wurde, sind durch das Attentat Menschen nicht umgckommen. Als Täter komme» mehrere Personen in Frage. Zwei Täter wurden aus der Flucht gesehen. Bereits in den letzten Wochen war mehrfach versucht worden, den Betrieb desVolkswillen" durch Zerstörung der Malern, Umwerfen der Setzkasten und Einschlagen der Fensterscheiben lahmzulegen. Die Explosion war so heftig, daß in der ganzen Umgegend sämtlich- Fensterscheiben zersprangen. Die Stichflamme schlug bis zum Boden des dreistöckigen Gebäudes. Di« Hinterwand wurde herausg. schaudert, sodaß die Mauer« zusaminenstürzten. Der Sachschaden wird ans outi) 3 Mftllftvrde« Wurf «rjchätzt, . . ' -

m J.H. Schäfer

Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhesse!

1923

Ein lehrreicher Geheimbericht

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Mar Tirard und dem beutschen Landesverräter Dorten

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öffentlich t den Stand der französisch-britischen Be­ratungen, eine offenbar ofkiziöse Mitteilung, in bet es heißt: Entgegen gewissen Nachrichten, die von einem übertriebenen Optimismus eingegrbrn find, müsse erklärt werden: Die letzte» Verhandlungen zwischen Poincarö und dem englischen Botschafter Trewe hatte» nicht de« Meinungsaustausch zwischen

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DerMatin" Gegenschlag aus. zwischen London

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§it Mittiglkkku in Den ikaurM-WlUen ZerhaMWn. Paris, 26. Juni. DerPetit Parisien

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« Echtheit des französischen Geheimberichts in Paris Wreiftt, desto mehr n>id> sie außer jedem Zweifel ge- chkt. Im großen und ganzen bestätigt dieser Bericht üt Kenntnis, die man von den französischen Wühlereien « Rheinlande und von dem landesverräterischen Treiben tzr Lumpen Dorten und Smeets bereits hatte. In vielen kizelheiten aber liefert der ftanzösische Bericht wert« «lles neues Material, das gerade dadurch besondere Be- tartung erhält, daß eS auS französischer Quelle stammt.

Zn Deutschland wird man von dem französischen Bc- Mt eine günstige Wirkung verspüren. Schwarz auf weiß H hier Tatsache über alle Zweifel bestätigt, daß die tz^>esverrräter, die ,'m Rheinlande franzosenfreundliche Propaganda betreiben, nichts weiter als Agenten im hanzösischen Solde sind. Der Bericht erkennt auSdrück- 64 an, daß Dorten auf dieses Niveau herabgesunken ist. Kr Mittel, mit denen Dorten seine Propaganda betreibt, find nnterschiedlos ftanzösischer Herkunft. Aus dem Be- Ät geht weiter hervor, daß Dorten ebenso wie seine jmzösischen Gelb- und Auftraggeber nach Kräften be- «Lht sind, diese Zusammenhänge z» Verheimlichen. DeS- stlb ist ihnen auch die Veröffentlichung des Geheimbe- «chies sehr unangenehm. Dorten sieht einen wesentlichen teil seiner Ausgabe darin, seine Anhänger nicht nur über Pur Beziehungen zu Frankreich, sondern auch über seine Wen Ziele zu täuschen. Sein Programm spiegelt die Aündung eines eigenen Staates im Rahmen des Deui jbrn Reiches leichtgläubigen Anhängern lediglich vor. Lortens eigentliche Ansicht und Absicht geht, wie uns der ßnnzösische Geheimbericht mit dankenswerter Qsfenheit Aitteilt, in Wirtlichkeit auf die Gründung eine/ unab­hängigen Staates mit Anlehnung an Frankreich. Tici'es kirbjekt ist also tatsächlich nichts weiter als das bezubld? Instrument französischer Vernichtungspokrtik

Es ist vielleicht ganz gut, wenn diese Tatsache, an der tt sich nicht zu zweifeln ist aus französischem Munde Ämal bestätigt wird. Der französische Geheimb-wicktt dstert sich über die Propagandaeriolge Törtens im Aeinlandc recht skeptisch. Er muß zugestehen, daß Xtn mit den Nachläufern Dortens vorsichtig umgehen Snfe, da sie ihrer Mehrheit nach gut ocutsch gesinnt sind. Ras m übrigen von denmoralischen Eroberungen" Lortens in dem Geheimbericht mitgeteilt wird, beruht «Mutlich zum größten Teil aus renomistischen Aeußr- wngen des ftanzösischen Agenten, der sich sein Juvasge' «m mindesten durch die Vorspiegelung von Propaganda- nfolg verdienen muß. Diese Kreise, die zahlenmäßig Eerdings ganz unbedeutend sind, werden aus dem sran- Bsischen Geheimbericht erkennen, daß sie lediglich ein.m mnpigen, mit französischem Schandgeld bezahlten Agrn- « auf den Leim gehen, wenn sie Dorten-G efolgjchasl Men. Ferner wird jeder Rheinländer, der jetzt mit dem Artikel 18 der Reichsverfassung operiert, ganz Nar er*

Die »Oberhesfisch« Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugovrei, monatlich 6000 Mk. mit Zustellungogebühr. Für ausfallende Nummer« infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. <£. Hitzerotd. Druck der Univ^Buchdruckerei non Job. Äug. «och, Markt 2123. Fernsprecher öS, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

bem Ctanbpuntt stehe, daß Europa unb namentlich Deutschland in bem Maße Abnehmer seiner Jn- bustrie wie vor dem Kriege sein müßten. England werde sich auf eine andere wirtschaftlich« Situation als diejenige, bie es vor bem Kriege einnahm, ein» richten müssen. Wenn es das nicht wolle, wirb es nur eine neue Katastrophe über Europa heraus- beschwören.

Aus englischen Kreisen berichtet dieHuma- ntt6", daß die Enthüllung hier großen Eindruck ge­macht habe und daß sie nicht ohne Einfluß auf die jetzt im Gang befindlichen französisch-belgischen Verhandlungen sein werden. Man erkenne in London, daß Frankreich weniger eine Politik der Reparation als der Annektion treibe. Schließlich soll an Poin- car6 eine offizielle Anfrage betreffend jener Ent­hüllung gerichtet worden sein. Nur die deutsch- fresserischeMorning Post" nennt die deutsche Ein­heit ein kindliches Gebilde der Bismarckschen Kriegspolitik. Sie sei mit der Niederlage Deutsch­lands dem Untergänge geweiht. Das Blatt fragt, welches Interesse England daran habe, ein so über­trieben zentralisiertes Deutschland, wie es nach Dem Weltkriege in Weimar geschaffen wurde, zu

eines Rhein-Ruhr-Staates mit Zustimmung der englischen und deutschen Regierung mit Unter­stützung rheinischer Politiker. Das ist alles frei erfunden.

Paris, 25. Juni.Populaire" glaubt sich zu dem Schluß berechtigt, daß, wenn die Berichte des Observer" authentisch waren, sie ben unumstöß­lichen Beweis lieferten, daß seit 1919 zwischen ben rheinischen Separatisten unb der Oberkommission eine Verbinbung bestanden habe, eine Verbindung, bie die ganzen Jahre hindurch täglich, später we­niger häufig zutage getreten sei.Populaire" er­blickt in den Dokumenten desObserver" außerdem ben Beweis dafür, daß die Separatisten französische Gelder erhalten hätten und daß die Oberkommis­sion im Jahre 1923 geglaubt Hütte, Dorten eine üble Verwendung bet ihm zur Verfügung gestellten Kapitalien zum Vorwurf machen zu müssen. Der Bericht besObjerver" bestätige, daß bie Hoffnun­gen gewisser Leute auf bie rheinischen Separatisten als eines Mittels zur Zersetzung Deutschlands sich nichr erfüllt haben. Hoffentlich werbe bie sensa­tionelle Veröffentlichung desObsetvet" zu einigen Aufklärungen Anlaß geben. Vom Standpunkt der künftigen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sei es von Nutzen, daß die Rheinland- frage klipp und klar aufgeworfen werde und daß die f ranzösische Regierung nicht als Komplize von Machenschaften erscheine, die für ben Frieden Europas unheilvoll sein könnten.

London, 26. Juni. Ramsay Macdonald fragte im Unterhause, ob die Aufmerksamkeit des Premierministets auf einen Bericht über geheime Beziehungen zwischen dem französischen Ober- kommissar im Rheinland und deutschen Staats­angehörigen gelenkt worden sei, bei dem es sich um einen Versuch handele, einen separaten Rheinland- staat zu schaffen, und ob der Premierminister beab­sichtige, irgendwelche Vorstellungen bei Frankreich unb den anderen Alliierten in dieser Frage zu er­heben. Baldwin erwiderte, die Antwort auf ben ersten Teil der Anftage laute bejahenb, aber bie Regierung habe keine Kenntnis bezüglich der Echt­heit oder der Unechtheit des in Frage kommenden Berichts.. Die Antwort auf den zweiten Teil laute oerncinend.

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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Marburg

Dienstag, Den 26. M

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tatunt müssen, daß alle Bestrebungen aus eine selbst- siinLigere Gestaltung des Rheinlandes der ftanzösischen Rheinlandpolitik bie besten Waffen liefern. Der fran- Mche Geheimbericht wird deshalb im Rheinland wie ein i Miges Warmmgsfignal wirken. .

Dieselbe Wirkung wird er wohl auch in England Nett Es ist wohl kein Zufall, daß ein englisches Blatt tzesen Bericht veröffentlicht. In England hat man M fast schon daran gewöhnt, Frankreich im Rheinlaift tab an der Ruhr schalten zu sehen, und wenn es hoch kamt, dann ruft man nach dem Völkerbund, um oft ^Machtstellung Frankreichs am Rhein zu vereiteln. Der ^nzösische Geheimbericht zttgt, daß alle solche Schutz­maßnahmen Humbug sind. Der französischen Vormacht- fcHunn -st nur dann Hall zu gebieten, wenn man das i 85eiulü..c völlig unangetastet und in der unverminderten Hsheitsgewatt des Deutschen Reiches bestehen läßt. Al­en bisherigen Halbheiten der englischen Politik arbeiten Orankrrich und seinen lumpigen Agenten in die Hänoe. Kan regt sich in England über den französischen Geheim­bericht auf. Möge man sich von ihm nut die Augen sisnen lassen, dann wird sich England vielleicht in Zn- «nst davor hüten, dem ftanzösischen Machtgelüste am J^ein und an der Ruhr freien Laus zu lassen und damit W eigenen europäischen Stellung das Grab zn schaufeln

.80000, .80000.,

Wie aus Berlin gemeldet wirb, zweifelt man b Kreisen bet Diplomatie wie bet Regierung nicht der Echtheit der Enthüllungen. Natürlich be­reitet man in Paris diese Echtheit geflissentlich, erklärt, daß die Gutgläubigkeit des englischen sattes mißbraucht worden sei. DerMatin" fügt ; «tzu, daß der Bericht aus Notizen französischer Renten zu bestehen scheine unb daß diese Notizen j fälscht wären. Sie müßten in Koblenz entwendet *orben sein unb sie wären wahrscheinlich erst burch , i. Zutsche Hände gegangen unb bann auf bem Um- L er eine englische Behörde an das englische j<*tt gelangt. Jedenfalls waren sie in Paris nie- ^ls eingetroffen. Im allgemeinen geht die Presse, A SNier dem Dementi des Quai d'Orsay stillschwei- ;:J darüber hinweg. Nur Pertinax greift Eng- i heftig an. Frankreich habe zwar nie bie Mög-

j die deutsche Einheit zu zerstören, er werde ' i1*1 mit seiner unerschütterlichen Forderung nach

Die Beziehungen zwischen dem französischen Oöerkom- [ Durchführung bes Versailler Vertrages bie Stel- Mar Tirard und dem deutschen Landesverräter Dorten Jung Deutschlands unb bannt ganz Europas bau» sich durch die Veröffentlichung des englischen Plattes I ernb verändern. England wolle sich mit bi»ssr MW in Ä eg fm auf

Der anylgenptel» beträgt sär den Sg«!p. Zetlenmillimeter 250 Mk. (ÄL Aiuetaen und Familten-Anz. gegen bar, 200 SRI Amtliche und ausm. Anzeigen 300 Mk. Bet schwierige« ro Satz 50*/, Aufschlag. Spät eiul-ufend« »der de» Nau« über Sette einnebmeade 3A AttttrH Anzeige» werden nach der Teztfpaltendreite berechne« ReNawen der Zetlemntllimeter

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