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daß wir durch die Ueberwindung des wcftenroi'äischen

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im deutschen Herzen ein deutsches Elsatz gab, denkt noch dran?) Da bekommt Frankreich eine

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-er Welt ein deutsches Kolonialreich gab, wer denkt «och dran?) Frankreich behält seine unbeschränkte «rmee, Deutschland keine, Frankreich seine F'ugflotte »nd Deutschland keine; die Kontrollkommissionen, tue parasitären Vögte, die Fesseln und Kainsmale des Vertrages von Versailles bleiben. Was tun unsere Legierenden in Deutschland? Die einen wünschen den engsten Anschluß an Frankreich, nicht ans Neigung für den Herrn der schwarzen Heerscharen am Rhein, wohl aber gegen eine entsprechende Herabsetzung der Schul­den von Versailles Die anderen predigen den An­schluß an England, nicht aus Svmvathie, sondern in der Hoffnung auf eine große Anleihe in englischen Pfunden. Und weil der Dollar noch höder siebt, wäre es da nicht schön, wenn sich Amerika unserer liebevoll «mehmen würde? Indessen verrinnen am Rbrin md Ruhr die Tage und Stunden. Die Vertagten ziehen hinaus in den Nebel, die Getroffenen sinken Mr Erde oder schmachten in französismen Gefüng- «iffen. Wofür sind sie gefallen wofür leiden sie, wo­für? Wer in der Welt denkt an die Wiederherstel­lung Deutschlands als souveränen Staat? Kein Keusch. Ach, sie wissen nicht, die Wacheren auf dem Brachfeld im Westen, wozu ihr heroisches Opfer gut sei« kann. Frei wollen wir wieder sein, selbst wenn fctr in Ketten geboren wären. Wir wisicn, daß Ruß­land tief am Boden liegt. Noch sind wir nicht io Veit, zu ihm binabsteigen zu müssen. Und unser »stirb und werden" würde seinen Tod bedeuten. Will Rußland mit uns redlich kämvfen für die Erobcrun- der Welt durch Demokratie und Sozialismus, dann strecken wir die Hand aus zu ibm und wir werden gemeinsam unsiegbar sein. Will es ilns zum Tummelplatz des Cbaos machen, zum Schlachlhof kuropas, wofür wir denselben Preis der Vernichtung zahlen sollen, wie- eS wlbst, um nächster Rußlands heutigen Stand der primitiven Wirischast und des Massensterbens zu erreichen, dann wüßten wir ritt,

er

echer M.

«ung, der friedliche Ausgleich seinen Weg. Da wirv «nSgegltchen: die Ruhr kommt zurück, dafür reNamte- xro Wir Rhein und Saar nicht mehr. (Daß es

na

Vorspiel i In kn

Licht ihre Fahne ins Blut der Peiniger und Be­drücker gesenkt hat, hat sie keinen Anspruch auf Ehre Und wenn ihr die deutsche Jugend

der Unterzeichnung der demütigendsten Kapitulationen " ,.> muß sich fetzt behaupten oder sterben. Sie

muß ihre Fahne hissen und das deutsche Proletariat «ns die Schanzen rufen. Ebe Deutschlands Republik

allein. Und auch das wollett wir nicht. Solange dle llll deutsche Nation und das deutsche Volk in Sklaven- »M leiten liegen, kann das denk,'Le Proletariat nicht frei sein. Es geht um heiligstes Gut eines, nein zweier großer Völker. Tie Zeit wird reif, das Reich wird «ns, treten wir an, zum letzten Gang. Rußland steigt ttlt uns empor, oder es gebt mit uns unter, wie wir dielleicht ohne Rußland. Tie deutsche Republik aber, deren ausschließliche Betätigung seit fünf Jabrcn in

jtoiMil, lenk deine Mne eiet lei le i| legen!

r »erlitt, 21. Juni. Die sozialistische Monats- i Mist »Der Firn" veröffentlicht unter obiger Ucber- zchrist einen Aufsatz, dem wir folgendes entnehmen: i »Im besetzten Ruhrgebiet fallen täglich ein paar Pollsgenossen unter französischen Kugeln und Daio- s Men. Sie tun es nicht mit der »Wacht am Rhein" ytf de» Lippen. Sie sterben nicht unter den Klängen pes Deutschlandliedes. Aber sie fallen und sterben, flnfc die tiefen Instinkte des Volkes sagen den Uever- zchenden, die möglicherweise morgen unter drn Fallcn- pe» lein werden, daß sie gefallen sind für die Zukunft Vt deutschen Nation. Irren sie? Unter dem To- prSröcheln der täglichen Opfer an der Ruhr, unter den Seufzern der täglich zu Hunderten mit Weib und Sind von Scholle, Herd und Arbeitsstätte verjagten Aufrechten, die wie eine endlose Elendskarawane ihre Landstraße ziehen, bahnt sich still die große Bersöh-

hdpothek auf deutschen Grund und Boden und pflichtet sich, zum Ausgleich aus der sichtbaren sttzung eine unsichtbare zu machen. (Daß es mal in

llaseneti*

[ich-Qai g und Leben.

ler. Sc>* fragt, dann werden Millionen aufatmcnder Brüste hibadetf freudig den letzten Stoß gegen unsere Ebre und Fret- a Hoek iett auffangen.

saii - und angelsächsischen Kapitalismus und Militarismus.

--gewonnen hätten. Sterben und verwesen können w'.r

(Nachdruck verboten.)

Gerda Gevovius.

Roman von Ada von Gersdorff.

8. Fortsetzung.

"" Es war der erste Instinkt gewesen. Ihrer Patin, der alten Baronesse Katterberg, die Chanoinesse eines weltlichen Klosters im Magdeburgischen war, hatte sie telegraphiert, daß sie jetzt nicht kontmen konnte. Was sollte sie bei dem weltfremden alten

Li Dämchen, in der verborgenen Weltccke? Eie mit tU®** ihren Plänen, ihrem Streben! Jetzt erst fühlte sie.

He fest sie eigentlich darauf gerechnet hatte, Ver-

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sichen Lebens, seinen Forderungen und Realitäten,

rechte Handarbeit machen, aber dafür

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[rttce Fi-S.

fogfj Rögen zu erben, unbewußt damit gerechnet hatte! Weltfremd in gewisiem Sinne war sie auch. Aber sthr klar von Geist, sehr praktisch, hatte sie im Zu-

liiimfe» ritti von weist, seyr prantjet), yarre |ie im 'jjü stimmenleben mit ihrem Vater, vom Ernst des wirk- n

'!Hi ! ^echnungsbücher führen und jedes Stallreglement ^"süchtigen, jedes Jagd- und Schießbuch kontrol- c.e sieren, jeden Holzbestand aufnehmen. Sie hatte kaum ' *°ei oder drei altmodische Romane gelesen an lan-

Fu? ' l Winterabenden, wo man nicht draußen sein sehr'E - J*nn1e, aber ihr nie fehlendes Gewehr traf den , «gg . ^rubvogel im Aetherkreise, und sie wußte Bescheid .1 bus5* Militärrangliste und int Militärwochenblatt. M l^ch politisch hatte sie ihre Wiffenschast und Ansicht, Rsichstagsdedatten mit Interesse ihrem Sa»

i Menschen und ihrer Art mehr erfahren als t tntt * ; Ranch junges Mädchen ihrer Kreise, das mitten im ^ettiebe großstädtischen Lebens oder in einem fran- Tt ^fischen Pensionat erzogen wurde. Lückenhaft frci- sich waren ihr Wissen und ihre Bildung überhaupt, fort bie konnte einen lateinischen Aufsatz schreiben, das btwtäj Xeue Testament aus dem Griechischen entziffern, ' kannte das Pedigree sämtlicher hervorroseuder » gje konnte aber nicht selbständig kochen,

3cihtit

Zweites Blatt

Nr. 145

Sonnabend, 23. Juni 1923

MMoWe MtzennderMI.

Ron unserem vollswinschaftlichen Mtarbeiter.

Nachdem der Dollar in rapidem Tempo bis aus 170 000 Mark empsrgeklettctt war, trat infolge eines neuen Eingriffs der Rcichsbonk plötzlicher Rückschlag ein. Man darf mm für di« nächste Zeit mit einer neuen Periode der Markftützung rechnen, deren Dauer wesent­lich davon aöhängen wird wie lange es der Reichsbank möglich sein wird, die Devisenansprüche des Expotthan­dels, die nicht durch Eingänge gedeckt werden können, aus eigenen Beständen zu befriedigm. Es verlautet, daß die Reichsbank für Stützungszwecke 50 Millionen Gold­mark zur Verfügung stellen will, zu welchem Zweck vor­aussichtlich Reichsbankga'd lombardiert werden muß. Diese Maßnahme vechtsett'gt sich aber ohne weiteres dadurch, daß to t ohne eine Wiederaufnahme der Markstützungs- aktion gerademveges einer inneren sozialen Katastrophe entgegeng-hen würden. Eine Wiederholung der Dollar­schatzanleihe ist dagegen trotz der starken Nachfrage, die nach Dollarschatzanwcisungen herrscht, zunächst nicht be­absichtigt. c

Es wird natürlich die wichttgste Aufgabe der Reichs­regierung sein, dafür Sorge zu tragen, daß mit den Stützungsmitteln, die die Reichsbank zur Beifügung stellt, möglichst lange Haus gehalten werden kann. Ein drako­nisches Vorgehen gegen die Spekulation in Devisen toiri sich nicht Venneiden lassen, tvenn man dem Währungs- zerfall Einhalt tun will. Eine Neuregelung des Devisen­handels wird also notwendig sein, ohne daß man freilich zur Errichtung einer Devisenzentrale sich enkschließen wird, deren Funkt-onieren schon wegen des offenen Loch? im Westen ein sehr mangelhaftes sein müßte. Dagegen wird die Reichsregierung voraussichtlich dem Wunsche nach Einführung einer Wertbeständigkeit der Löhne, in dem sich die Arbeitnehmerorganisationen aller Richtun­gen zusammengfunden haben, entgegen kommen. Geplant wird, neben festen Grundlöhnen in Papiermark Teue- ruugszuschläge zu gewähren, die sich dem Teuerungsindex automatisch anpassen, Man erhofft ans diese Weise die fortwährenden Lohnverhaudlungen und die dabei zu be­fürchtenden Lohnkämpse w-sentlich eindämmen zu können. Auch die Arte tslusi der Arbeitnehmer kann nur gefördert werden, wenn die drückend« Sorge um die mangelhafte und stets zu langsam erfolgende Anpassung der Löhne und Gehälter an die Geldentwertung und Teuerung von ihnen genommen wird. Dir Verhandlungen über die Einführung wertbeständtzer Löhn-, die übrigens durchaus nicht mit den gefordert n, aber überaus gefährlichen Gold- iöhnen oder Jndexlöhnen v-rwechselt werden dütten, können selbstv rständlich, soweitdab'i nicht nur die Beamten und Staatsarbeiter in Frage komm «, nicht zwischen den Arbeitnehmervrgan'sationeu und dem Reichsarbeits­ministerium allein geführt werden. Auch von Arbett- nehmerseit.' ist gewünscht worden, daß die Wertbestänüig- keit der Löhne nicht durch Reichsgesetz, sondern dureb tarfsvettragliche V reinbarung g regelt werden soll. Um|c notwendiger ist es, daß direkte Verhandlungen zwischen den Spitzenorcmniationen der -Arbertgeiree und der Arbeit- nehnier über dieses tief in unsere Wirticyafts- und Pro- duktionsverhäitn sse einschn idende Problem eröffnet wer den. Dabei wird wohl auch die Frage besprochen wer­den, into'etoeit die Arbeitnehmerorganisationen als Gegen­leistung durch eine den Bedürfnissen der Produktion besser angepaßte Regelung der Arbeitszeit, insbeson­dere des Achtstundentages, zur Erhaltung der Konkurrenz­fähigkeit der deutschen Jndusteieerzeugnisse aus dem Welt markt, die zweifellos durch eine Einfiihrung wertbestän­diger Löhne ungünftg herinträditigt wird, ihrerseit mitzuhelsen bereit sind. Man darf hoffen, vaß durch solche Verhandlunglll d i Träger ter deutschen Wittschap bi« Gefahr innerer Unruhen und gewaltsamer Pro duktionssiönlngen, die in ter letzten Zeit an der Börse so oft an die Wand gemalt worden ist, wieder beseitigt toerden wird.

Es ist nicht zu verwundern, daß bei den ungeheuren Schwankungen, die der Dcllarkurs -n der letzten Woch- wieder erfahren hat, die Esiettenbörse ganz und gar ins Schlepptau des Devisenmarktes geraten ist. Doch muß daraus hingewiesen werben, daß oie Kurse der In­dustrie Papiere sich noch keineswegs den höchsten Dollar- kursen angcpaßt haben, daß vielmehr d> Effektenhausse

ter vor und diskutierte jo gar mit ihm darüber. In Toilettefragen war sie geradezu ahnungslos, außer, was Sportdreß betraf. Sie sprach fließend englisch, denn ihr Vater schwärmte für England und seine Einrichtungen, das er mehr als einmal aufgesucht hatte, um Maschinenfabriken und Viehzüchtercien zu besichtigen und hatte manche englische Sitte in sei­nem Hause ausgenommen. Ein weniZ von Medizin- kunde für Menschen und noch mehr für Tiere hatte er ihr auch beigebracht. Was aber konnte ihr das alles zusammen wohl nützen, um damit ihren Unter­halt und noch dazu ein gewisies Vermögen zu ver­dienen, eine schwer drückeitde Ehrenschuld abzuzah­len!? Talente besaß sie garnicht, soviel sie wußte. Weibliche Kunstfertigkeiten waren ihr absolut fremd, und wenn die auch zu erlernen waren ob man ein Vermögen damit erwerben könnte, bezweifelte sie sehr.

Sie überlegre, ob nicht in Berlin irgendeine Be­kanntschaft ihres Vaters lebte, bei der sie sich Rat holen könnte. Niemand wollte ihr einfallen. In London schon eher. Aber was konnte ihr London Helsen? Mit fünfhundert Mark in der Tasche, konnte sie nicht dahinreisen. Die Sehnsucht nach ihrem klu­gen praktischen Vater überkam sie machtvoll.

Das Zimmermädchen klopfte an und brachte ihr Milch und Gebäck, das sie bestellt hatte. Sie genoß ein wenig davon, aber die Unruhs und die Beklem­mung wurden immer größer in ihr. Das unge­wohnte Leben, Tosen und Hasten auf der Straße und im Korridor vpr ihrem Zimmer störten ihren ruhi­gen Gedankengang. Immer wieder riß der Faden, und ihre Gedanken flogen zurück in das verlassene Elternhaus, zu alten, geliebten Erinnerungen, ge­wohnten Beschäftigungen. Um diese Zeit war sie sonst in den Ställen gewesen oder auf dem Anstand im Revier. Und wieder zurück holte sie ihr Herz von dort, denn es stand erschrocken still auf der Schwelle vor ihres Vaters trautem Zimmer. Nie, nie« Dor» hinein bunte ihr Denken niihr --- da

infolge ernster Befürchtungen wegen der wirtschaftlichen, sozialen und innerpolitischen Folgen der sich übersteigern­den Dollarhausse zum Stillstand kam. Demgemäß dürste auch der Mckschlag an de» Effektenbörsen, abgesehen von der ersten Einwirkung des plötzlichen Konjunktur­umschwungs, nicht allzustark sein. Man darf auch wohl annehmen, daß di« Reichsbank den Fehler, den sie bei der ersten Markstützungsaktion gemacht hat, indem sie di« Stabilisierung aut einer zu niedrigen Tollarbasis erzwin­gen wollt«, diesmal vermeiden wird. Die Effektentesitzer, zu denen heute auch der größte Test der papiermarkflüch­tigen Sparer gehört, dürften also diesmal wohl keine allzu schweren Verluste erleiden, toenn sie nicht etwa gleich beim ersten Mckschlag den Kops verlieren. Was hier von der Effektenbörse gesagt wurde, gilt im wesent­lichen auch von den Produktenmärkten, insbesondere von der Getreidebörse. Auch hiettst nach einer vapwen Steigerung, die aber noch nicht der Dollarsteigerung an« gepaßt toar, ein« Rückbewegung eingetreten, der wohl eine gewisse Befestigung der Preise folgen dürfte. Von dem Gelingen dieses zweiten, vorläufigen Stabilisierungsver« suches wird es abhängen, ob die Katastrophe, der wir in der letzten Woche unrettbar «ntgegenzueilen schienen, noch einmal für einige Zeit ausgeschoben werden kann. Ihre endgültige Vermeidung hängt freilich allein von der Entwicklung der außenpolitischen Lage ab, die auch beute noch von schtvarzen, mchurchdttnglichen Wolken unseren Blicken verborgen wird.

Darüber müssen wir uns klar jein, daß durch die künstliche Markstützungsaktion, zu der die Reichsregierung sich zum zweiten Male gezwungen gesehen hat, um die Richrabwehr ungestört durch schwerste innerpolitische und soziale Kämpfe weiterkühren zu können, >an der geradezu trostlosen finanziellen Sage des Reiches und an dem völligen Zusammenbruch unserer Währung tm Grunde nicht das gettngste ändern kann Die Reichspost teilt mit. daß ihr durch dte jüngste Teuerungswelle ein Mehrbedarf von vier bis fünf Billionen Mark entstanden sei, der auch durch die in Aussicht genommenen starken Tarif­steigerungen nur zur Hälfte gedeckt werden kann. Bei der Reichseisenbahu dürften die Dinge nicht viel anders liegen. 'Die schwebende Schuld des Reiches ist in der ersten Junidekade von 10,3 auf 11,8 Billionen Mar gestiegen. Der Banknotenumlauf betrug Mttte Ium schon 9,3 Billwnen Mark. Am bedenklichsten aber ist der ungeheure von Monat zu Monat sich steigernde Heber» schuß der Einfuhr über die Ausfuhr Im Monat Apttl haben wir z. B rund 64 Millionen Doppelzentner Waren anSgesührt und nur rund 10 Millionen Doppelzentner Waren eingesühtt. Besonders statt ist die Zunahme der Einfuhr von Kohlen und Koks, aber auch von Eisen, Wolle und Baumwolle gestiegen. Daß auch die Kaffee« einfuhr sich vermehrt hat, ist angesichts der deutschen Gesamtläge besonders bedauerlich!. Auster anderen Seite ist die Ausfuhr von beutfdjen Fertigwaren im allgemeinen zurückgrgangen. So schreitet die Verelendung ter deut­schen Wirtschaft unaufhaltsam fort, und angesichts dieser iortschreitenden Schwächung der Grundlagen unserer Volkswirtschaft und des immer größer werdenden Mehr­verbrauchs gegenüber der Erzeugung muß auf die Dauer jeder von innen her unternommene Stabilisierungsversuch das gleiche Schicksal erleben, das der ersten Stütz­ungsaktion zuteil geworden ist, ohne daß die Unter» nchung ter Schusldfrage irgend ein positives Ergebnis ge­habt hat und haben tonnte.

Marburg und Umgegend.

Zett in Ziegenhain in der Strafanstalt wohnt, borge« führt. Als angeblicher Oberingenieur mit adelige« Namen hatte er bei einer Familie näheren Anschluß gefunden und zu feinem Ausweis auch ein Schrtftflück vorgezttgt, aus dem ffervorging, baß er Direktor eines großen Braunkohlenwerks zu werden beabsichtigt. Eines Tags stellte es sich heraus, daß eS sich um einen schon mehrmals, u. a. auch mit Zuchthaus, vorbestraf­ten Techniker aus Elberfeld handelte, der zu Haus» fogar Frau und Kind befaß. Dom Schöffengericht war der Mann, der laut mediz. Gutachten zwar nicht ganz normal oder geistig völlig zurechnungsfähig war, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden und hiergegen batte er Berufung eingelegt. Der AngeNagte gestand ein, daß er dte fragliche Urkunde gefälscht, es sei ihm aber nicht bewußt gewesen daß die Namen eMierteN. Er berief sich auch auf allerhand Paragraphen, nat» denen auf eine geringere Bestrafung erkannt werden könne und auf seinen psychopathischen Zustand. Das Gericht kam indessen zur Verwerfung seines Giie» spruchs. Ein junger Mann, der Wegen Entwen­dung von Eisentellen in der Vottnstanz zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt ivorden war, erzielte eine Herab­setzung aus 4 Monate.

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Hochschulnachrichten.

X Berufung. Wie der H. K. härt, fft dem a a, Professor an der Berliner Universität Dr. Erich T i e d e die an der Universität Köln neugegründetd AbtetlungSvorsteherstelle für analytische Chemte sowie ein persönliches Ordinariat angeboten worden.

Vermischtes.

Eine untergehende Ruinenstadt. Die sagenum­wobene Stadt Palmyra in der Syrischen Wüst« geht nach neueren Berichten ihrem gänzlichen Unter­gang entgegen. Eine planmäßige Erforschung des ge­waltigen Trümmettcldes ist noch nie erfolgt. Pal­myra wurde von Salomo gegründet und war dte Hauptstadt bei palmyrentschen Reichs. I« ihr berrschte ums Jabr 270 n. Cbr. die Königin Zenobia, welche 274 den Triumphzug deS Kaisers Aurelianug verherrlichen mußte. Im Jahr 744 wurde die Stadt völlig zerstört und erst seit 1678 kennt man die Ruinen.

Der Wert der Mark im Auslande.

Frauksurt, den 22. Juni 1923.

Für 100 Mark wurden gezahlt:

E» werden

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vordemKtteg:

aezahlt ffit:

Zürich

0.04

125.42 Fr.

1 Fr.

3R124700.

Amsterdam

M.

59.20 Euld.

IGld.

50250.-

Kopenhagen

flj)5

117.80 Kron.

1 Kr.

24500.-

Stockholm

00.3

115.80 Kron.

1 Kr.

36100.-

Wien

0.50

88.80 Kron.

1 Kr.

198.-

Prag

254.

88.80 Kron.

IKr.

4160.-

London

0.31

97.80 Schill.

ISch.

31800 -

NewHork

0.07

23.80 Doll.

1 Dll.

138500.

Bari»

0.01

125.40 Fr

1 Fr.

8560.-

Briefkasten der Lchriflletiung.

B., hier. Wenn e8 sich nicht um eine ganz außer­ordentliche Sache handelt, wie ;. B. seinerzeit itm di« Beraubung des Sarges der heiligen Elisabeth, wer­den dte Namen in der Regel nur bet den Schwur gerichtsberichten genannt.

Für die Schristlettung veranttvottl.: Dr. C. Hitzeroth.

Für den örtlichen und Provinz. Teü: Wilhelm Wißnrr.

Svrechzeii der SdiriHfeftnna b's */,11 11 br turmittagl.

Marburg, 23. Juni (Brachmond).

Strafkammer. Eheschließung ohne Er­laubnis brachte einen jungen Mann, der dem Heer angehött, vor den Richterstubl. Das Schöffengericht hatte auf 8 Tage Festung erkannt und das Landge­richt erhöhte diese Strafe auf 43 Tage. Es wurde jedoch Strafaufschub in Aussicht gestellt. Sein Frau- eben darf et behalten. Ein noch unbescholtener Mann wollte im Walde sein Holz abfahten und weit er dieses nicht sand, ging er an einen anderen Hau­sen. Das erste Gericht hatte aus 1 Woche Gefängnis erkannt, gestern gabs unter Aushebung dieses Urteils JOS 000 M Geldstrafe. Etn junget Mann, bet mitge- holsen hatte, mußte fteigesptoeben werden. Wegen Uttundenfälschung wurde ein junger Wann, bet zur aeeea««BÄewsHeeenese«eni^^MBHeBiHMBe steckte es. Aber von oett kam ihr auch eine neue Energie gestärktes Wollen.

Hier im Hotel konnte sie mit ihren Mitteln nicht bleiben, das Erste war, daß sie ein Privatlogis suchte.

Sie war sehr müde von allem Reuen, das auf sie eingestürmt war, so daß sie baw zur Ruhe ging und fest und traumlos schlief, bis es hell wurde. Im Vollbesitz ihrer Kräfte, erwachte sie heiter und zuver­sichtlich.

lind nur so hatte sie Aussicht, sich in dem Kampf, den sie ausgenommen, zu behaupten und zu siegen, sagte sie sich.

Sie ließ sich, als ihr das Frühstück gebracht wnrde, die Zeitungen kommen, um eine Wohnung zu juchen.

Hebet die Verkehrsmittel, die Richtungen der Stadtbahnen war sie rasch orientiert. Obwohl klar im Wollen, bestimmt im Handeln, rasch im Ent­schluß, nicht leicht zu ermüden oder zu entmutigen, fand sie sich doch zur Dämmerzeit des Sommertags, also spät am Tage, noch ohne Unterkunft und mußte daran denken, auch die zweite Nacht noch im teueren Hotel zu verbringen. Sie hatte sich rasche Erledi­gung der ersten Aufgabe, eine passende Wohnung zu finden, versprochen,' denn zahllos waren die ver­lockendsten Ankündigungen solcher Art in der Zei­tung und in den Straßen, die sie passierte. Sie suchte nurmöblierte Zimmer". Von Pensionaten machte sie sich eine falsche Vorstellung und ging stets an sol­chen Schildern vorbei, denn sie meinte, daß dort mehr oder weniger der ewige Zwang einer Häuslich­keit, eines Familienlebens sie in ihren besonderen Neigungen, Wünschen und Vorhaben hindern müßte, und sie verstand unterFamilienleben" etwas zu Gemütliches, Bunres, Kinderreiches, Kleinliches. Mit ihrem Vater hatte sie eine Art Junggesellen­leben geführt, als zwei gute Kameraden mit den gleichen Neigungen und Beschäftigungen. Sie hatte wohl an zwanzigmöblierte Zimmer" mit und ohne

Voranzeigen.

Der Landwtttschastltche Kreisverein hält am 27. Sunt, 11% Uhr, im Haus Freidhof eine Sitzung ab, In der es sich desondcrs um die Frag« der Tierschau bandelt.

f~~T1IIniMlmmr' .......

Geschlechtslerdrn

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Aus». Brosch. Rr.L> geg. Einsendung von AM Ml.S

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Frenksnrt e. M., Bethmannstraß« 56. (8886

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Kaffee, Teil- oder auf Wunsch ganzer Beköstigung gesehen und sehr bald gefunden, was sie selbst befrie­digt hätte. Aber überall dieselbe Frage nach der ersten Besichtigung:Für Sie selbst? Bedaure, an einzelne Damen vermieten wir nicht." Und dabei dieser unbescheidene, prüfende Blick über ihre ganze Lrjcheinung. Sie schämte sich wirklich und fühlte, daß sie rot wured, was ihr nicht zur Empfehlung zu dienen schien, nach oeni unverschämten Lächeln zu urteilen, mit dem man ihr die Tür vor der Rase schloß.

Als sie Hunger fühlte, machte sie eine Pause in ihrem Suchen und tritt in ein elegantes Restaurant mit Spiegelscheiben und Spitzenstores, einem livrier­ten Portier und zolltiefem weichen Teppich schon im Vorraum. Sie wollte die Angelegenheit schnell ab­machen und nicht Zeit verlieren mit Herumsuchen nach einer weniger teuer aussehenden Gelegenheit, att zu werden.

Der elegante Oberkellner mit langen englischen Bartkoteletten, der selbst gar nicht servierte, sondern nur Aufträge entgegennahm, kam ihr entgegen. Sein gänzlich ausdrucksloses Äuge glitt flüchtig über ihren außerordentlich einfachen und allzu praktischen Reiseanzug mit dem sehr kurzen Rock, den derben Lederstiefeln, dem weichen Filzhütchen, das keines­wegs neu war, sondern schon manchen Sturm in Kir« Eehnen erlebt hatte. Sie hatte zur Reise ihr Trauerkleid nicht anziehen mögen. Das lag im Koffer.

Bedaure, Gnädigste. Alles besetzt"

(Fortsetzung folgt.)

Zn wenigen Minuten

werden Blujen, Wajchstosie, Sommer-siandichuhe, Florstrümpf» usw. prachtvoll gefärbt ohne Kochen mir mit den welt­berühmten echten DeUwenn'e Slnftttfarbtn, Marke gw^ee topf im Stern

Heitmann'» Farbe spart dem Ftter.