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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
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Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhesseil-
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Amerika und der internationale Gerichtshof.
Paris, 22. Juni. Präsident Harding, der sich auf einer Reife von Washington nach Alaska befindet, wird in einer Reihe ven Städten Reden halten. Gestern hat er in St. Louis über den Beitritt Amerikas zum internationalen Gerichtshof im Haag gesprochen. Für die Bereinigten Staaten seien für den Beitritt zum internationalen Gerichtshof zwei Bedingungen unerläßlich: Zunächst müsse der Gerichtshof so aufgebaut werden, daß er über jeden Verdacht, als handele es sich um einen Gerichtshof des Völkerbundes, statt einen Weltgerichtshvf erhaben sei, und er, Harding, sehe sich sodann genötigt, dies durch praktische Vorschläge zum Ausdruck zu dringen. Die Vereinigten Staaten seien entschiedener wie je gegen einen Völkerbund, sie könnten sich aber wohl einem Gerichtshof anschlietzen, ohne den Völkerbund zu unterstützen. Es wäre wohl vorzuziehen, wenn bei internationale Gerichtshof vom Völkerbund getrennt würde. Indem Amerika seine Bedingungen für den Beitritt zum Gerichtshof stelle, begehe cs keinen unfreundlichen Akt, sondern wahre nur seinen nationalen Srundpunkt.
-i loil x?"en vergrößern und Englands wirtschaftliche i 121* - Wiederherstellung noch erschweren. Nach Ramsay *\ 1211 “*-v - - ■
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Paris, 22. Juni. „Petit Parifien" spricht von der Möglichkeit einer demnächstigen Zusammen» kunft zwischen Baldwin und PoincarL Auf englischer Seite scheine man anzunehme«, daß die Unterredung nicht opportun sei, bevor nicht Frankreich und Belgien auf den englische« Fragebogen über die französisch-belgische Politik im Ruhrgebiet geantwortet haben. Zweifellos sei Poincar4 selbst vollkommen geneigt, sich mit dem englischen Ministerpräsidenten zu treffe«.
London, 22. Juni. Der politische Berichterstatter der „Daily Mail" meint, das Reparationsproblem erfordere wieder aktive Schritte der englischen Regierung. Infolgedessen werde Mc Kennas Rückkehr ins Kabinett zur llebernahine des Schatzkanzlerpostens als unmittelbar bevorstehend angesehen.
Lloyd George als Verteidiger des Friedensvertrags.
Lo nd o n, 22. Juni. Eine interessante Debatte fand in der Union Societe in Oxfort statt. Zur Abstimmung stand folgender Antrag: „Nach der Ansicht der Versammlung entbehrt der Friedensvertrag der Grundsätze der Weisheit und Gerechtigkeit!" Der Mann, der diesen Antrag bekämpfte, war kein anderer als Lloyd George. Dieser wandte sich dagegen, daß die 14 Punkte Wilsons zur Kapitulation Deutschlands geführt hätten. Die deutsche Unterwerfung sei auf Grund der Bedingungen des Waffenstillstandes erfolgt, in denen kein Wort von den 14 Zunkten gestanden hätte. (Lloyd George verschweigt hier den ihm wohl bekannten Depeschenwechsel Berlin—Washington, auf den hin Deutschland zu den Waffenstillstandsverhandlungen ging. Die Red.) Drei der größten englischen Staatsmänner hätten erklärt, daß der Waffenstillstandsvertrag die Einrichtung von Sanktionen erlaube. Der Friedensverirag habe die größeren Rüstungen inmitten Europas zerstört, die für den Krieg verantwortlich seien. Heber einen Zwischenruf, wie es mit dem linken Rheinufer stände, ging Lloyd George mit einer ausweichenden Bemerkung hinweg. Lloyd George schloß, er schäme sich seines Anteils an diesem Vertrage nicht. Der Redner, der für den Antrag Mach, Pringte, führte aus, daß der Friedensvertrag bereits verurteilt fei. Die Besetzung der Ruhr sei nur möglich, weil der Friedensvertrag Frankreich <ur stärksten Militärmacht in Europa gemacht habe. Man habe Preußens Vorherrschaft in Europa zerstört, um eine andere an ihre Stelle zu setzen. Die Abstimmung ergab 4'0 Stimmen dafür und 556 dagegen, so daß Lloyd George eine Mehrheit von nur 106 Stimmen erhielt.
Der Präsident sprach auch über die Reparationsfrage, natürlich mit den ekelhaften amerikanischen selbstgefälligen Phrasen: Es ist stets der unwiderstehliche Wunsch unseres freiheitsliebenden (!) Volkes gewesen, den Triumph der Demokratie über die Autokratie und die Ersetzung der monarchischen Ideen durch eine Volksregierung zu begrüßen (!) Daher ist es unsere ernste Hoffnung, daß gerechte Bedingungen für eine Regelung, die wir nicht anzugeben beabsichtigen, in Europa gestellt werden, die das demokratische Frankreich befriedigenund so beschaf- fen sind, daß Deutschland sein Reparationsversprechen erfüllen kann. (Ein sehr weiser Rat! D. Red.)
London, 22. Juni. Wie die „Times" aus Washington meldet, wird Schatzkanzler Mellon auf feiner Eurapareise nur England und Frankreich be- iucheu.
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tz-nadigung einzelner Verurteilter, durch die Zurückbe- Niillg eines Teils der Ausgewirsenen und durch eine HkNninderung der Besahungstrnppen auf den Stand wm 11. Januar den Anschein von Versöhnlichkeit zu er»
Belgien und Frankreich im Ruhrgebiet.
London, 22. Juni. Der diplomatische Korre- svendent des „Daily Telegraph" erfährt, daß die Belgier Poincar^s fortdauernden Plan über eine intensivere Ausbeutung der Pfander im Ruhrgebiet nicht gutheißen, sondern, wie die Engländer überzeugt sind, daß ein ökonomischer Betrieb nur möglich ist unter deutscher Selbstverwaltung. Auch scheinen die Belgier gegen die Errichtung einer scharfen Zollgrenze zu sein. Auch berücksichtige Belgien, daß spätere Anleihen eine vernünftige Ordnung im Ruhrgebiet voraussetzen.
P a r i s, 22. Juni. Wie die Morgenblätier aus Brüffel melden, wird Theunis heute Abend erklären, er glaube in der Lage zu sein, das neue Ministerium bitten zu können. Nach dem „Matin" ist in der Frage der flämischen Universität eine Einigung zu- standegekommen, jedoch beständen noch Schwierigkeiten über die Dauer der Dienstzeit und die Sprachenfrage im Heere.
abends 6 Uhr bis morgen? 5 Uhr vollständig für etnen Monat gesperrt. 3. Die Straßenbahn mutz für bk Dauer eines Monats ihre« Betrieb vollständig et* stellen. 4. Für die Zett von 14 Tage« werde« kein« Pässe mehr ausgestellt. 5. Ter Telephonverkehr wird für 8 Tage vollständig gespertt. 6. «18 Geisel wirb der Bürgermeister Buhr festgenommen, desgleichen Stadtrat Greve. Letzterer ist verreist «nb mutz sich heute Abend stellen.
Ausraubung der AmherfabrUe«.
Paris, 22. Sunt. Nach einer neuen Berfügung der Rbeinlandkommissto« sind alle Zuckermengen bl den Zuckerfabriken der französischen BesatzungSzo« blockiert, weil Deutschland sich geweigett hat, 20000 Tonnen Zucker für die franzästfche Regterung zu fk» fern. Nur die Zuckermengen, die tm besetzte« Gebiet selbst gebraucht werden, sind ausgenommen.
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Um das Saargebiet.
Zurücknahme einer Maulkorbverordnung tm Saargebiet.
Paris, 22. Juni. Aus Genf wird gemeldet: Der Präsident der Regierungs-Kommission des Saargebietes hat dem Sekretär des Völkerbundes eine Mitteilung zugehen lassen, in der es heißt, daß die provisorische Verordnung zur Aufrechterhaltung der Ordnung und Einschränkung der Redefreiheit nach ihrer Beanstandung durch England zurückgezogen sei und daher die von England beantargte Untersuchung hinfällig werde.
“ ReLWivdkllbtlktztell Gebieten.
Berlr n, 22. Juni. Die Reichsbahnverwaltung hat, um de« französischen Versuchen einer Lebensmittelabsperrung zu begegnen, die Zufuhr von Lebensrnitteln nach dem Einbruchsgebiet neu organisiert. Ein dichtes System von ringförmig liegenden Zufuhrbahnhöfen im unbesetzten Gebiet an der Grenze des Einbruchsgebiets verstärkt die Zufuhr an Lebensmitteln, die von diesen Bahnhöfen aus durch Lastautos und andere Beförderungsmittel weiter transportiert werden.
Berlin, 22. Juni. Durch die Freigabe des Bahnhofes Dortmund gestaltete sich die Lebensmittelzufuhr etwas günstiger. Heute früh liefen auf dem Bahnhof zwei Milchzüge ein. I« Gelsenkirchen ist infolge der Besetzung die Lebensmittelversorgung immer noch sehr erschwert. Die Lebensmittel müssen mit Lastautos herangebracht werden.
An der Ostgrenze des Einbruchsgebiets ist der Eisenbahnverkehr von Hamm bis Dortmund wieder ausgenommen worden. Die Bahnhöfe V o r l a l l e und Volmarstein sind von den Franzosen wieder geräumt worden. Der Betrieb wurde von deutscher Seite wieder ausgenommen.
In Bochum wurde gestern mittag der Stadtbaurat Diefenbach, in M e n g e d e der Hilfspolizeibeamte Niedsing, eine Reihe von Eisenbahnern und der Obermeister Stillerhof verhaftet. In Langendreer verhafteten die Franzosen weiter 26 LeiVe verschiedener Berufe.
Münster, 22. Sunt. Wie aus dem Ruhrgebiet gemeldet wird, wird die Paßkontrolle tm Verkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Geblet von Tag zu schärfer gehandhabt. Die Chausseen und die bedeutenderen Landwege sind mit Drahtverhauen gesperrt. Auch auf Feldwegen sind Maschinengewehre ausgestellt, und in den Wäldern streifen Patrouillen. Jüienn jemand bei dem Versuch ertappt wird, die Gren;e außerhalb der Kontrollpunkte zu überschreiten, wird er von berittenen Truppen verfolgt.
Wieder ein Mord.
In Recklinghausen wurde in der Nacht zum 22. Juni gegen y2ll Uhr der Sohn des Konditors Felohoff von französischen Soldaten erschoffen.
Scharfe Sanktionen gegen Buer.
Buer, 22. Juni. Hebet die bereits gemeldete Erschießung belgischer Soldaten bei der Patzreviston in der Nähe der Lippe io erden jetzt folgende Einzelheiten bekannt: Im Lause des gestrigen Morgens wurden an der Wickingermüble in Buer drei belgische Soldaten erschollen unb einer schwer verletzt. Als Täter sollen zwei Deutsche in Frage kommen, dte von den Belgiern aufgefordert worden waren, Ihre Pässe zu zeigen. Statt dessen sollen sie die Belgier nieder- g.'schosien haben. Dio Täter warfen ibre Röcke ab, schwammen durch di» Lippe und flüchteten in das unbesetzte Gebiet. In einem der fortgeworsetten Röcke befanden sich Papiere aus den Namen F'.ickmann aus Buer lautend. Die Angehörigen des Flickmann wurden sofort verhaftet. Wegen dieser Tat wurden über die Stadt Buer scharfe Sanktionen verhängt itirt) zwar: 1. Alle Wirtschaften und KafseeS werden auf dte Sauer von drei Monaten geschloffen und alle öffentlÄchen BcrarrftaUungcn aus dieselbe Zett ver- beicik 2. T« Verkehr auf de« Straße« wird iw«
Marburg
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Nil haben schon wiederholt darauf aufmerksam ge-
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Bekanntlich sind von Blättern der Linken aus durchsichtigen Gründen g# n die Firma Stinnes Sor* würfe erhoben worden, sie habe den Marksturz durch unerhörte Devisenkänfe an der Börse (auch durch Nund- fragen nach der amtlichen Notiz) zu Fall gebracht. 61 setzte unter dem Bottritt der in dieser Beziehung hinlänglich bekannten „Franks. Ztg." ein schamloses Treiben ein gegen Stinnes; nicht zuletzt um ihn als Mensche» und Politiker unmöglich zu machen. Der „Vorwärts",) das „Berl. Tageblatt" u. a. griffen den Faden auf. Zu ter gestrigen Sitzung des Ausschusses waren nun 2 Bco- treter des Stinncs-KonzwnS, Generaldirektor Ainouk und Stinnes jun. von der Hamburger Abteilung bei Hauses geladen. Aus dem Bericht, oer auch aus allM- metnem Interesse nicht uninteressant ist. entnehme« Wik nach den „Franks. Nachr." folgendes:
Minouk erklärte:
Herr Stinnes lehne cs mit mimosenhafter Zurückhaltung ab, alles das zu dementieren, was gegen ihn vorgebracht wird, „wir brauchten dazu einen Dementiev» apparat, der größer wäre, als dieses Reichstagsgebäude". Der Devisenbedarf unserer Firma ist vo«t 1. Januar bis 31. Mai gegen insg samt 2 220000 Pfund, während der vielen Monate, monatlich also 440 000 Pfd^ Ich bin bereit, dies in geheimer Sitzung zu sp^ifizieren, kann aber hier keine Geschäcksgeheimnisfe ausplaudern« was vielleicht der Zweck der Uebung wäre. I
Abg. Fröhlich (Komm.) schlägt mit der Hand auf den Tisch urj> ruft: Das geht zu weit. |
Vorsitzender Abg. Lange-Hegermann greift et» und b ttet den Redner, etwas weniger polemisch zu sprechen.
Minoux spricht weiter: Wenn man seit zwei Jahren jeden Morgen, to nn man ausitrht, in den Zeitungen an* gegriffen Kunden ist, so ist es menschlich verzeihlich, wen» man nicht ganz ohne Polemik sprechen kann. Ich be- t:ne: Wir haben einen Devisenbedarf von 2220000 Pfund gehabt, und zwar für Einkäufe, die toir fit» Kohlen für die Industrie, für die Reichsmarine, für iw Eisenbahnen gemacht haben. Es handelt sich um Einkäufe in England und in Amerika, Einkäufe von Papierbolz, Schtveselkies und Kalksteine«. Die Sache spielt sich so ab, daß wir einen großen Teil dieser Rohstoffe auS dem Auslande beziehen müssen und sie in ausiändsicher Währung bezahlen müssen. Einen Teil der daraus her- gestellten Waren verkaufen toir im In lande, ein anderer Teil geht wieder ins Ausland. Es besteht also zwischen dem Bclrag, den wir in ausländischen Devisen not- tmbig haben, und dem, der uns zur Berfügung bleibt aui Ervortdevisen eine Spannung, die wir durch den Äaul von Devisen decken müssen. Ein Hauptezportartikel ist der Zellstoff, seine Ausfuhr ist im Interesse der heimische« Pavierwictschast gedrosselt worden, soweit es irgendwo möalich ist. Wir mußten kaufen an Devisen tm März 48 960 Pfund, im April 128 678 Pfund u«b im Mai 224 725 Pfund, das bedeutet für den März etwa 10 btl 11 Prozent, für April 30 Prozent, für Mai 50 Prozent unseres Devisenbedarfes. Die außerordentliche Steigerung im Mai werd: ich nachher noch erkläre». Was nnn den Vorwurf bet Devisenhamsterei betrifft, so tiertoeife ich darauf, daß trotz aller Währungsnot ein Industrieunternehmen nicht gedeihen kann, das ordentlich geleitet wird, ohne einen Vorrat an Devisen für zwei Monate zu kaufen. Demgegenüber muß ich sagen, daß wir nicht Tür zwei Tage Vorrat hatten, geschweige den» für zwei Monate, Dir Devijenzeutrale hat eine Ausstellung übet
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- Pirmasens, 22. Juni. Da Plakate der Be- satzungsbehörden von verschiedenen Plakatsäulen ob* gerissen worden sind, haben die Franzosen gestern 7 Schaufenster non Geschäften beschlagnahmt, um darin die Plakate zukünftig auszuhängen.
Landau, 22. Juni. Vor dem franztzstsche« Kriegsgericht sind gestern «.* folgende Fälle verhandelt worden: Oberbürgermetster Lettin« an- Speyer war einer Uevertretung der Verordnung 162 angeNagt, weil er a« dte Bahnübergänge keine Schrankenwärter gestellt hatte, wodurch et» tödlicher Unglücksfall entstand; er wurde M »wet Jahren Gefängnis veruttetlt.
Berlin, 22. Juni. Eine große Versamm- lung von Hessen und Rheinländern, die vor einigen Tagen in Rendel (Oberheffen) stattfand, hat dem Reichskanzler ein Telegramm gesandt, in dem scharfer Protest gegen die französische Rheinpolitik erhoben wird. Weiter heißt es in dem leie* gramm: Die Rheinhessen wollen Heffen und gute Deutschebleiden. Niemand hat von draußen hineinzureden. Der Rhein soll immer deutsch bleibe«.
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Sn den politisch unterrichteten Kreise« Londons w man dem Berliner Dementi, wonach bisher FuhluiMshlae zwischen Berlin und Paris in : Frage des Abbaues des passiven Widerstandes sei, nur geringe politische Bedeutung bei. die „Times" veröffentlicht es überhaupt in Berliner Telegramm, dessen Wirkung sogleich Phöben wird durch die Pariser Meldung, wo- ^4 man am Quai d'Orsay, dem französischen Mi- i Sttium des Aeußsren, n'rck)t in der Lage gewesen die sttachricht zu dementieren, daß eine neutrale in Paris vor einigen Tagen eine Demarche
^chen Note durch einen Ausschuß von komps- Vertretern vorschlagen, die nur den rein ^^chaftlichen Gesichtspunkt zu beachten hätten.
einer der Alliierten einen derartigen Vor- ablehne, muffe England im Einvernehmen M.^Uen für diese Politik gewonnenen Ländern, vor E" aber, wenn möglich,, mit den Vereinigten vorgehen. Die unmittelbare Frage sei jetzt figbie: Wiederaufnahme der Verhandlungen und M^Evstiilstand im Ruhrgebiet.
«den. Was es mit französischer VersShnlichkeit für ) Bewandtnis hat, wissen wir zur Genüge. Ums, deut'
Her muß den Franzose« allseitig ertoSxrt werden, daß -hi Zurückgehen auf den Stand des 11. Januar ober noch «sijer kein Zugeständnis ist, das bett Abbau des passiven Mrstandes erlaufen könnte. Die Franzosen mlissin H gesagt sein lasse«, daß der passive Widerstand in' »i«selben Augenblick begann in dem die Französin und
.gift am 11. Januar ins Ruhrgebiet eiumarschierten x?) den Versuch machten, die Kontrolle über die Kohlen- iri) Kokserzeugung auszuüben. Die Bevölkerung des H-drgebiets und die Arbeiterschaft erklättcn. baß sie TSt dem Truck französischer Bajonette nicht arbeiteten, lüt da? war der Beginn des passiven Widerstandes.
Die Reichsregierung ist sich über die wirkliche Sachla» «ch in dieser Hinsicht völlig klar, und hat feinen Zweisil «rüber gelassen, daß sie sich durch ftanzösisch-englisch' Äzische Lockungen nicht irre machen lassen wird. Es j kiÄ ihr von verschiedene» Seiten, und manchmal nicht 3 O Unrecht, der Vorwurf gemacht, daß sie in inner« «Urschen Fragen zuviel verhandle statt zu handeln. In «Unpolitischer Hinsicht kann man ihr diesin Vorwuri fsirlich nicht machen. Aber auch auf innerpolitischem i H'ff hat sie soeben einen großen Erfolg zu erzielen 3 Wicht, der ihrer geschickten Führung zu verdanken ist : Bit meinen die Einhelligkeit, mit der der Reichs'rZ : Ü» Gesetz über die Brotversorgung angenommen hat.
irier schöne Erfolg ist ein Beioeis dafür, daß die kämt- iten großen Part ien des Reichstages, von den Deutsch- *iwnalt« bis zu den Sozialdemokraten, nicht versagen, i ban die Regierung zielbewußi führt. Dieses Beisviel k NeichstagS sollte auch außerhalb desselben befolgt namentlich im Ausland dahin gebeusit tocrf.en. daß
M allen Parteigezänks das Eunosche Kabinett sich des ttfcn Vertrauens von Reichstag und Volk crsieut, uni» ti uns totter irre noch bange machen lassen!
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" '3 europäischen Staaten zu einem Wettrüstungs-
j. !* militärischen Diktaturunternehmen machen.
rin Lantz wie England würde dies wirtschafr- und industrielle Folgen nach sich ziehen, die all- 'tinen Schwierigkeiten Englands auf den Welt-
'-rnvrnmen habe, um festzustesien, ob cs möglich aber die Frage des passiven Wtderftandes eine "lohcrnng zwischen Deutschland und Frankreich ''beizuführen.
.Haris, 22. Juni. Der Führer der englischen Arbeiterpartei, Ramsay Macdonatt, hat dem Be- ^rerstatter der „Ere Nouvelle" Mitteilung über Ansichten über die französische Reparations- Ruhrpolitik gemacht. Er erklärte, jedermann ^ir. daß das Uuhrunternebmen nichts weiter fei, * die Zerstörung wirtschaftlicher Werte. Er ^be, wenn die französisch-belgische Aktion im ^gebiet vollen Erfolg hätte, und der deutschen Jätung und dem deutschen Volke eine bedin- 7fT55 Ablöse Kapitulation aufgezwungen werde, dann °uf die Dauer ein roahres Unglück für 11 V8 ^e’n ro“r^c- Ein derartiger Ausgang
ixzt 7®*® dreierlei zur Folge haben. Zunächst würde . » - Ee militärischen Furien Europas entfesseln und
yi Abbau des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet Mig sinn- .und zwecklos ist. Der passive Widerstand k» « ü». nich abbauen, und es kann keine Zwischen- tig, wie einen Waffenstillstand, geben. Bon Frank- W aus wird zum Teil mit englischer und anderer 8» ^"siützung dauernd der Versuch gemacht, einen Zank- 8H Ml in die deutsche Oeffentlichkeit in Gestalt von Vor- 8U Wqvn zu werfen, die darauf hinauslaufen, durch die