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Amtliches Verkllndigungsblatt des Kreises Marburg.
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Anzeiger für (das früher kmHeffischef Oberhessen
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Es mutz eine vollständige Amnestie für alle Ee- fangenea gewährt werden und de« Ausgewie- sencn must gestattet werden, ins Ruhrgebiet zu- rnlkkehreu zu können.
deutsche Diplomat setzte auseinander, daß für kurze liebergangsperiode es denkbar sei, daß
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Franzosen erschossenen Deutschen von ärzllt»en Sachverständigen inzwisclzen untersucht worden. Es Wurde festgestellt, daß einer der Toten von der Seite, 4 d e r Toten von hinten erschossen Wörde« sind.
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einer interalliierten Kontroll-Kommission, die nur von wenigen Truppen begleitet sei, im Ruhrgebiet die lieber wachring der Sachlieferungen übertragen werde. Für eine Uebergangsmagnahme dieser Art muffe aber ausdrücklich eine Zeitgrenze gesetzt werden.
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den unsere augenblicklichen Beschlüffe nur nach Maßgabe der jeweils zugunsten der Reparationskaffe vorgenommenen Zahlungen abändern. Zudem werden wir uns an Hand der feit dem 11. Januar erworbenen Kenntnisse sehr wohl hüten, die notwendigen Druckmittel aus der Hand zu geben. Vielmehr müssen wir zu feder Zeit auf sie zurückgreifen können." Am Ende seiner Ausführungen kommt Pertinax zu der Feststellung, daß die Finanzpolitiker in London sich erst dann mit der Ruhrpolttik abfinden werden, sobald der deutsche Zusammenbruch eingetreten sei.
P a r i s, 20. Juni. Der Pariser Berichterstatter der „Times" schreibt, man wünsche in Paris de« Zeitpunkt der Zusammenkunft zwischen PoincarS und Balwin schneller herbeizuführen. Maid sei der Ansicht, daß alles beseitigt werden müßte, was die Herstellung eines Einvernehmens mit Großbritannien verzögere Der französische Franken falle. In besten Bankkreisen sei stets angenommen wordi'd, daß die Franzosen w ohl in der Lage wären, den Franken bis Julimitte vor Schwankungen zu bewahren, daß er aber nach dieser Zeit außer Kontrolle geraten würde, wenn keine Regelung in Aussicht stehe Das Fallen des Franken in den letzten Tagen scheine darauf hinzuweiseu, daß dieser kritische Augenblick vielleicht früher kommen werde, als erwartet wurde. Weiter sei es klar geworden, daß, was sich auch immer in Belgien ereigne, die französische Regierung nicht länger auf die vorbehaltlose Unterstützung Belgiens rechnen könne. Die Ruhr- prlitik, wie sie sich seither entwickelte, wurde von den belgischen Mlnistern im Januar niemals in Aussicht genommen. Es fei nach ihrer Ansicht wesentlich, daß irgendwelche Ergebniffe gezeitigt würden. Die belgische Forderung könne in Frankreich nicht unberück- sich.igt gelaffen werden. Nichts habe die Franzosen seit dem Waffenstillstand so sehr berührt, wie die Möglichkeit einer Absonderung'Bel- g i e n s. Ein weiterer wichtiger Faktor sei das wachsende Gefühl in Frankreich, daß ein neuer Bruch mit Großbritannien nicht wieder gutzumachen sein könnte.
Theuuis stößt auf Schwierigkeiten.
L o n d o n, 20. Juni. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, man fei zu der Hoffnung berechtigt, daß T h e u n i s es möglich machen werde, das belgische Kabinett neu zu bilden, ohne zur Auflösung zu greifen, die die internationale Lage infolge der dadurch erfolgten Verzögerung ernstlich komplizieren würde. Im Falle der Auflösung müßte es auch für jedes Ee- schäftsministerium unmöglich fein, die heiklen Verhandlungen über die Ruhr- und Reparationsfrage zum Abschluß zu führen.
Paris, 20. Juni. Die heutigen Morg-nblätstr zeigen sich in ihrer Besprechung der Brüsseler Ministerkrise ziemlich pessimistisch. Im allgemeinen wird der Vermutung Ausdruck gegeben, daß Herrn T Heun iS die Kabinettsbildung nicht gelingen »erde. 'Die Unter» Haltungen des früheren Ministerpräsidenten mit verschiedenen Parlamentariern seines Landes, haben nicht zum geringsten Erfolg geführt. Der Grund für dieses cinst- meilige Mißlingen erklärt der „Matin", sei die Unnach- aieb'gkeit der katholischen Blainenfveunde, die bett, der Genter Universität hartnäckig auf ihrem Standpunkt b'- banrn.
Dem Brüsseler Berichterstatter deS „Petit Parisien" tonte erklärt, daß eine Lösung der Kabinettskrise vor ^hn Tagen nicht zu erwarten ist. Weiter verspricht sich dieses Blatt eine leichtere Lösung derselben an Hand einer in der „Etoile Beige" veröffentlichten Mitt«- lung, wonach die belg-sche Regierung in ihrer Antwort an Pvineare, die für beute zucrwarten sei, im Hinblick auf das englische Frage-Memorandum sich zu einer Herab- sitzung des militärischen Bestandes im Ruhrgebiet bereit erklärt, falls der deutsche Widerstand aull,5rt. Diese in- offiziöse Mitteilung, so schreibt der „Petit Parinen" scheint anzndeuten, daß die belgische Regierung von morgen von der Militärpolitik bn 14 Monate, wie sie Herr de Beze auf Grund der Ruhrbesetzvng rechtfertigte, Abstand nehmen wird, ooer ihr zum mindesten eine mildere Fassung geben wird.
Aus Brüssel wird mitgeteilt, daß der König an- g.sichts der ungelösten Ministerkrise in Belgien verbleiben wird und sich nicht wie ursprünglich beabsichtigt nach Verdun begibt, wo er der Gedenkfeier am kommenden Montag, beiwohnen wollte.
Die „Oberhesfische ZeituNg" erscheint sechsmal wöchentlich. — Lezngsvrei» monatlich 0000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für austallende Nummer« infolge Streit» ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. T. Hitzerotd. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Loh. Lug. Noch, Markt 2123. — Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.
Der französisch« Standpunkt.
Paris, 20. Juni. Kurz vor Uebergabe der französische« Antwort an das Foreign ofsice hiilt Pertinax im „Echo de Paris" den Augenblick für gekommen, noch einmal kurz den französischen Standpunkt zu umschreiben: „Wir betrachte« die Aushebung der Verordnungen und Beschlüsse, die das Berliner Kabinett feit dem 11. Januar an seins Beamte« im Ruhrgebiet richtete, als befriedigend, indeffen darf diese Aufhebung nicht rein formell vor sich gehen und die Haltung der deutschen Beamten mutz sich auf den beiden Rheinufern von Grund aus ändern. Rach unserer Auffassung kommt der Absetzung des Finanz-Budgets (Versorgung der Industrie mit Krediten, Auszahlung von Löhnen an die Streikenden) eine grotze Bedeutung zu, denn nur auf diese Weise konnte Deutschland uns Widerstand leisten, wobei es allerdings gleichzeitig feinen Zusammenbruch vorbereitete. Es liegt auf der Haud, daß der Verzicht auf diese Finanzpolitik schon an und für sich fänitlid« Beamten und Arbeiter unter unsere Aufsicht stellen wird." Im Hinblick auf den 2. Punkt des englischen Fragebogens, der auf die Umwandlung der Ruhrbesetzung Bezug nimmt, erklärt Pertinar, man muffe ein Mißverständnis, das auf der anderen Seite des Kanals vorherrsche,, von Grund aus beseitigen. Er erklärt: ,Mir wer-
ivorben sind.
Berlin, 20. Juni. Wie aus meldet wird, sind die Leichen der
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Münster, 20. Juni. Aus einer liebersicht üver die btS zum 17. Juni besetzten .Zechen oes Ruürge- ürcts ergibt sich, daß von den bis zu dem genannte^ Tage besetzten 55 Schachtantagen 9 wieder geräumt
toten Schritt im Sinne der Aussöhnung kommen. Gegen ihren Wille« werde die englische Regierung gezwungen sei«, sich eine Doppelpolirik zu eigen zu machen, «m sein lebenswichtiges Ziel die Festlands- markte wiedetherznstellen, zu verwirklichen. Die Politik PoincatH's, gerade herausgesagt» stehe i« direk t em Gege n satz ju den lebenswichtigste« Interesse« Großbritanniens
In diesem Punkte fei die englische öffentliche Meinung nahezu einer Meinung. Von dieser Tatsache lege man sich in Frankreich nicht genügend Rechenschaft ab und die große Preffe hüte sich wohl, sie aufzudecken. Tie öffentliche Meinung Englands würde eines jener wertlosen Kompromisse aus der Zeit Lloyd Georges selbst dem Bruch vorziehcn.
London, 20. Juni. Dem Parlamentsberichter stall er des „Daily Expreß zufolge gab Premier- Minister Baldwin gegenüber Vertretern der Arbeiterpartei und des Bergarbeiterverbandes, die ihn gestern unter Führung Ramsay Macdonalds aufsuchten, um mit ihm die Frage der Kohlenindustrie zu erörtern, folgende Erklärungen ab: Von grundlegender Wichtigkeit ist heute in Europa, daß eine Regelung der Ruhrfrage erfolgt. Soweit ein Mensch irgend etwas tun könne, werdeichdieäußer- fte n Anstrengungen machen, um bessere Zrstände z« schaffen. Die Lage im Ruhrge- b i e t b e r ü h r t d i e i n d » st r i l l e L a g e n a ch- teilig und j^eher fie geregelt wird, desto besser ist es.
London, 20. Juni. Nach dem Parlamentsbe- richterstatter des „Daily Telegraph" ist für heute ein Kabinettsrot einberufen worden. Es verlautet, daß die Reparati?nsfrage weiter erörtert werden solle. Es sei jedoch klar, daß nach Ansicht der Regierung der Augenblick noch nicht gekommen sei, wo eine offizielle Erklärung bezüglich der britischen Politik in vorteilhasrer Weise abgegeben werden könne.
Unterredung mit einem deutschen Diplomaten.
L o n d o n, 20. Juni. Die „Westminster Gazette" veröffentlicht eine Unterredung ihres diplomatischen Berichterstatters mit einem sehr gut unterrichteten deutschen Diplomaten über die Möglichkeit einer Lösung des Ruhrkonfliktes. Nachdem der Diplomat erklärt hätte, daß keine deutsche Regierung imstande sein werde, ohne weiteres das Ende des passiven Widerstandes anzuordnen, entwickelte er bre folgenden Bedingungen für eine Beendigung - des Ruhrkon- fliktcs:
1. Frankreich muß feilte Truppe« zurückziehen.
2. Eingriffe in die deutsche Industrie und de« Be-
” es, daß die englische Regierung als Preis einer dkrsiändigung die Rückkehr zur „unsichtbar c n Besetzung" fordern werde;
2. Baldwin werde alle» Erdenkliche einer Derständiguag zuliebe tu» und zu großen ftnanzicl- Opfer« bereit fei«. Aber wen« die Politik «i« c a r 6 s oder die feines Nachfolgers dieselbe T^be, siche es fest, daß binnen kurzem die Autzen- Mitik England» sich völlig neu orientiere» werde.
Unterstützung dieser Auffassung führt der Bc- ^terflatter an erstens, daß man in englische« Han- und Jndustriekreifea die Wiederherftel» f5«g der europäische« Märkte für «n- "'«Blidj Halle, zweitens daß im. Unterhaus die :^hrheit der Konservative« und die gesamte Oppo- ff^»u einmütig die Ruhrpolitik verurteile.
k 2. Wen» deut Verständigungsversuch Baldwins * Erfolg »crfagl werde, werde es j» keinem raet«
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Sie Beantwortung des britischen Mentorandums steht tzvor. In der französischen und cngllfchen Presse wirst tzese Tatsache ihre Schatten voraus. Wie sich England, Hyilschland und Frankreich die Lösung denken, wird dort le?, weiteren ausgeführt, wobei man sich aus Vermutungen jter angebliche Äußerungen hervorragender PersSnlich- tzitc« stützt. Eine besonder« Stellung nimmt dabei die Ituiieilung der belgischen Politik ein. Von der es einmal jtigt; fit gehe mit Frankreich konform, daS andere Mal sie Mbillige dir schroffen Forderungen Poincaräs und rihere sich dem englischen Standpunkt. Der Brüsseler ^imcs"-Korrespondeut will wissen, daß Belgien eint frfenbtre Antwort übergeben habe oder übergeben ttrbt. Wir verzeichnen alle diese Projekte vor
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« k Paris, 20. Juni. Ei« Londoner Mitarbeiter kt „Ere Rouveüe" glaubt die künftige Politik des Minette Baldwin in folgende drei Leitsätze zu- »mmenfassen zu können:
1. Keine englische Regierung könne die Vorschläge Do i« c a r 6 » über die Besetzung des Ruhrgebiets Wheiße«. Eine Billigung der Ruhrpolitik oder Demarche bei der deutsche« Regierung, um bei die Einstellung des passive« Widerstandes durch Hetzen, lei glatt unmöglich. Biel wahrscheinlicher
Gell entkirchenj, 21. Sunt. Die von d«N Franzosen tn de« letzt«» Wochen durchgeführten Ver« kehrSabschnürungen tm Ruhrgebiet ist jetzt auch auf die Straßenbahn ausgedehnt worden. Die Straßen- bahngeselllchaften sollen die glitten, die erst von 1921 ab in Betrieb genommen worden sind, sämtlich still- logen. Da der LebenSmitteltransport auf den Elfen» bahnen vollständig unterbunden ist und die Lebensmittel zum größten Teil «arf den Straßenbahnen befördert wurden, bedeutet die von den Franzosen >« Aussicht gestellte Maßnahme eine wettere Erschwerung der Lebensmittelversorgung des Ruhrgebiets. Di» Blatter befürchten bereits dar Schlimmste und wetseil daraus htn, daß mit dieser Methode der Franzosen das Ruhrgebiet systematisch dem Bolschewismus tn bt< Arme getrieben wird.
Elberfeld, 20. Sunt. Die infolge der Stilllegung fast aller Eisenbahnstrecken der besetzten Ruyr- beftrke vorübergehend aufgehaltmtn Lebensmittel« sendungen für die stillgelegten oder auf dem Schienenwege nicht mehr erreichbaren Bahnhöfe dieses Bezirks lvnrden nach Festsetzung der Ersatzbahnhvfe mW Regelung der Abfuhr wieder tn Gang gesetzt.
Neue Verordnungen.
Esse«, 20. Sunt. Der kommandierende •entrat Detzeutte bat eine Rtiht Weiterer Verfügungen er« lasst». Eine dtr Verfügungen <Nr. 44) ordnet an daß sämtliche Krastfahrztugbesitzer sich bet de» Be« satzungSbehördtn Erlaubnisscheine ausstellen laste» müssen. Bet ZuwidechandlMigen sollen schwere Strafen verhängt und außerdem die Gefährte beschlagnahmt werden. Durch etne andere Verfügung (Nr, 40) wird der Verkehr von Lastkraftwagen zwischen dem Etnbruchsgebiet und den der Gerichtsbarkeit bei Rheinlandkommtsston unterstellten Gebieten tzere^lt Die Verordnung Nr. 47 betrifft die Sperrung voll Roh-, Halb- und Fertigprodukten, die von Hüttenwerken btrjenigen Gesellschaften ober Konzerne hergesteM worden sind, bte die Kohlcnsttner an die Franzose« nicht bezahlt haben. Auch diese Verfügung steht flM Zuwiderhandlungen hohe Gefängnis- und Geldstraftll vor.
Der Kampf gegen die Eifeubahner.
Ludwigshafen, 20. Juni. Aus dem Eisen« bahndirektionsbezirk Ludwigshafen sind gestern wiederum 12 Eisenbahner mit ihren Fraue» und 30 Kinder ausgewiesen worden. Di« Wohnungseinrichtungen wurden beschlagnahmt. Dir Ausgewiesenen stammen hauptsächlich aus der Gegend von Germersheim.
Münster, £0. Sunt. Die deutschen Eisenbahner in Gelsenkirchen sind, soweit sie sich überhaupt noch im Dienst besinben, ber größten Willkür der De- satzungstruppen unterworfen. So wurde gestern baf Lokomottv» unb Zugpersonal, das von Gelsenkirchen Bismarck nach Buer fahren wollte, um einen Kinder« transport abzuholen, von belgischen Eisenbahner« mit vorgehalt.ncn Revolvern gezwungen, den Bahnkörper zu 6erlaßen. Rach der Rückkehr des Personals nach Bismarck würbe cs einem zweistündigem Ber- hör unterworfen. 3« Gtlsenkirchen-Schalke wurden 6 Lokomottven beschlagnahmt. In Langendreer verhafteten bte Franzosen 40 Eisenbahner von bet Straße weg, bte 11 mit ihren Familien ausgewiesene« Kollegen beim Umzug Hilfe leisteten.
Frankfurt a. M., 20. Sunt. Am 19. Sun! würben RegterungSbaurat Breuer aus Conz mti seiner Frau nebst 58 Eisenbahnern mit 135 Angehörigen aus Karthaus ausgewiesen unb mit Sonderzug nach Diez gebracht. Ans Kebl sind 7 verheiratete Beamte nebst Frauen unb 17 Kindern ausgewiesen worben. Möbel burfte» nicht mitgenommen werben.
Vereitelte Sabotage auf bte Mainzer Brücke.
Frankfurt a. M., 20. Sunt. Nachdem erst vor wenigen Tagen tn ber Nähe von Bubenheim ein Bombenattentat auf de» Exvreßzng Mainz—Parts verübt worden ist, hat man jetzt einen wetteren Sabotageakt verfucht, der aber vor feiner Ausführung vereitelt werden konnte. Die Kaiscrbrücke bei Mai», sollte durch Sprengung des mtlt'.eren Brückenbogens -erslört unb dadurch für den franzvsifchen Zugverkehr whmgclegt werben. Zwei Leute au8 Main» stnd unter bem Verdacht, von dem Attentat gewußt $« haben, verhaftet Worben. Die kurz vor bem Krieg erbaute Kaiservrücke, bte tn ber Nähe von Mombach den Rhein tn drei Bog?» überbrückt, stellt bte Ver» bindung zwischen be» beiden Hauvtbahnhöfen Wiesbaden und Mainz dar. Eine Sprengung hätte fo schwere Schädigungen verursacht, daß eine Wiederherstellung der Brücke ungeheute Koste« nötig gemacht hätte.
Die Ruhrkömpser gegen eine Aufgabe des passive« Widerstandes.
München, 20. Juni. Der Vorsitzende be» Deutschen Eewerkschaftsbundes in Esten veröffentlicht in den „Münch. Neuesten Rachr." einen Aufsatz über den Abwehrkampf, worin es zum Schlüsse heißt: „Millionen an Ruhr und Rhein, an erster Stelle die Arbeiter und Beamten, die in den letzten Monaten schweres gelitten haben, würden es sich mit aller Entschiedenheit verbitten, wenn etwe Berlin nach französischen Wünschen über ihre Haltung in ihrer eigenen Lebensfrage willkürlich bestimmen wollte. Die Methoden der fremden Machthaber zeigen uns ja bester als alles andere, westen wir uns bei einem Nachlassen unserer Widerstandskraft zu versehen haben und was auf dem Spiele steht.
Essen, 20. Juni. Der Gesamt-Angestellten- und Arbeiterrat der Gewerkschaft Langen« ö r a h m hat einen Protest gegen die Verurteilung de» Eeneraldirettors Hein zu fvn|
«Hern tveil sie den Standpunkt des einzelnen Landes zZt. rein wieder zu geben scheinen, woraus man ersieht, jch eine Milderung der Gegensätze bisher in der Tat ncht eingetreten ist. England seinerseits drängt, tote °s scheint, erneut ans «ine L-sung. für dir sich das Kabinett katdwin mit aller Macht einzusitzen Verspricht.
j i Inzwischen wird bekannt, daß ver neueste Marksturz Wts anderes war, als ein von ber französischen Poiliirk geflissentlich angewandkes ; rRittet, um Deutschland zu zermürben, und I® insbesondere bte Ruhrfront zu zerschlagen. Es |nb die, boll den Franzosen im Ruhrrevier systematisch Msnmn'engeraubtcn Mitliardenbeträge Papiermark, bst k)u dienen müssen, oic deutsche Mark in alle Abgründe p werfen. Schon feit einiger Zeit hat man ausfallende Erkauft deutscher Mark durch Frankreich vor allem an i! irr Newhorker Börse beobachten können. Es ist ein i | teuflisches System direkter und indirekter Gin« «irbing, auf die sozialen und politischen Berhältnissi in keuijchland erdacht, in aller Stille vorbereitet und nun pr Ausführung gebracht worden. Während man im Mehcgrbict niit Knute und Kugel wütet, ist man nun ?u stc Methode Ser inb,retten Beeindrückung und Beein- Msimg der deutschen Verhältnisse dahin gekommen, itecch Verschleuderung der deuischen Mark im Auslande, te innrrpolilischc Lage in Deutschland einem Konftikt- Mutreiben. Man rechnet ofirnöar mit einer politischen Evolution in Deutschland. Aus bem auf diese Weist .MÜtehenben Ehavs gedenkt dann Frankreich seine wirt- Dstliche» und politischen Zstle, günstige Lösung des WLrkonsliktes zu erlangen.
i | Auch für diese Tat fand Frankreich einen Buntes- Vuosseu: Polen. Im Verein mit Frankreich wirst D»icn ungehenrc Markmengen auf den Marft, «m die kdfdje Mark zu werfen, unb um im Verein mit Frank- «ch, nicht nur Deutschland, sondern auch bte Entente »ächte selber, zu einer raschen, und natürlich einer ben Ktijöslscheu Ziele» entsprechenden Beendigung des Ruhr düflstw« zu bringen. Es ist in ber Tat richtig, daß lie bkSumtijt Markverschlechterung, wenn ilch such, leie itmrr gewissenlose Elemente in eine solche Bewegimg ein- Imrtleien, nicht nur vom Jnlandr, sondern ganz bmmLi ktn Ausland«, und zwar von Frankreich unb Pv- f ist n her ins Werk gesetzt worden ist. Wir dürfen uns nicht ktüber täuschen, daß die Gefahren für die demnächstige BcSanb(itiifl bei Reparationsproblems durch diese Ent- kitfiimg ber Dinge geradezu furchtbar geworden sind, tnb daß nicht nur die wirtschastlichen, srnbern auch die >»lit'schen Folgen, die sich daraus ergeben können, gar- sicht groß und ernst genug betrachtet werden können.
Wie ans einer unten wiedergebenen Mitteilung ber -Time-" hervorgeht, fällt allerdings auch der französische Maus, dem man in ter Welt wegen ter französischen ; Politik wenig Vertrauen entgegenbringt Aber diese Servet: ber Franzose« dürfen wir ja nicht überschätzen Krank-eich ist »irf weniger auf das Ausland angewstsin te wir.
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