Einzelbild herunterladen
 

NI

o

Ihr

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

y J. H. Schäfer

Anzeiger für (bas früher, knrhessische) Oberhessen

n, 150 5hl Emtltdje uno ausw. anjet gen 225 äJft »et Idjwtettgem pn Spät einlaufende ober den Raum über Seite einnedtnende 5101118. >er lertloaltenbreite berechnet Reklame» her ^ellenmlötmefer Uu **

1923

Hm Den

WidllUO

»orje»

tinroee

ihm Gebiet zu gestatten.

iöii

1t

Ibbrx*

be-

Benchterstatter schreibt, wird sich infolge der bctoü

UW

Teles, le

und cntscheidenden Demarche bet der Türket.

Lausanne, 18. Juni. Trotz der Dementi- GeneralsekretartatS und der Adwesmyeil deS Baris weilenden Minister? B e n t s e l o i erhält

deS In stch

ise«.

eigeeM

Dri*l

TT5^i oerl j

hwoi

ifföii

stru»

, ast» ien ch

N.

Die WMro Des Ruhrgebiets.

Essen, 18. Juni. Am Sonntag morgen

^»einsame schriftliche Antwort mit der britischen Regie- auf den Teil des britischen Memorandums zu geben, die Frage des passiven Widerstandes im Ruhrgebiet sandelt. In der Antwort der franzSsischen Regierung ecke sich Poincarö in sehr herzlichen Worten an die

London, 18. Juni. Der Führer der Liberalen, 1 John Simon, erklärte gestern in einer Rede in Hüridge über die ftanzösische Ruhrpolitik, es habe sich 'ausgestellt, daß der Nnmarsch der Franzosen in das wgebiet nicht daS Ergebnis gehabt habe, das die ^u-osen von ihm erwartet hatten. In 3 Monaten habe ^rkrcich an Reparationen nur soviel erhalten, wir vor 6 Einmarsch in ein:r Woche. Die Ruhrexpedition de»

Paris, 18. Juni DerEclair" weist in einem Artikel darauf hin, daß die Tatsache, daß der ehemalig-' Ministerpräsident Briand sich bei der Abstimmung üftvi das Vertrauensvotum für Poincare: am Samstag der Abstimmung enthalten hat, eine Bedeutung habe der Poincare nicht entgehe. Ein Führer t-r Republikaner, von dem man geglaubt habe, daß er sich ber Entspannung widmen wolle, schließe sich in der Kammer der Bewegung an, um nach links die Konzentration der republikanftchcr Kräfte durchzuführen.

einti, Joi ne ckehir i 374.

Die »Oberhesstsche Zeitung» erscheint sechemal wöchentlich. Be;ug,vrei, monatlich 6<X>ll Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. »erlag von Dr. T. Hitzerotb. Druck bet Untv^Buchdruckerei von Job. Sug. Koch, Markt 21,23. Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

(London, 18. Juni. Ter Berichterstatter derTi- Es" schreibt, die französische Regierung wünsche eine

»licht die Einfuhr von Lebensmitteln direkt zu verhin­dern, tnoesten kann kein Zweifel bestehen, daß die Franzosen mit der Indirekten Hungerblockade zu dem letzten Mittel gegriffen haben, um den unbeugsamen Willen zunt passtven Widerstand der Ruhrbevölkerung zu brechen.

Köln, 18. Juni. In der Rächt vom 14. zum 15. Juni ist der Tunnel der Eisenbahnlinie Köln- Trier bei Kall gesprengt worden. Die Strecke ist damit völlig unterbrochen. Die französischen Trans- norte muffen jetzt von Köln den Rhein hinunter bis Koblenz gehen und können nur auf diesem Umwege Trier erreichen. Die Franzosen hatten so scharfe Absperrungsmaßnahmen getroffen, daß die Kunde von dieser Sprengung bisher verborgen bleiben konnte.

Köln, 18. Juni. Im Bezirk Dortmund-Hörde fand am Sonntag eine Delegierten-Konfe- renz der Sozialdemokratischen Partei statt, die zur Ruhrbesetzung eine Entschließung an- nahm, in der es heißt: Die Versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die zahlreichen^Ber- haftungen, Ausweisungen und Erschießungen deut­scher Einwohner, gegen die Abschnürung des Ver­kehrs und gegen die Einschränkung der staatsbürger­lichen Freiheit. Die Versammelten geloben, in diesem Kampf nicht nachzulassen, bis die Zurückziehung der franzöffsch-belgischen Truppen er­folgt ist. Von der Regierung wird gefordert, daß sie keine Gelegenheit zu einer Verständigung ver­paßt und alles tut, um die Leiden der Ruhrbevölke­rung zu mildern.

Kuponfrage vorläufig unmittelbar zwischen den Kabi­netten von Paris, Rom und London beraten werden sollen. Man schließt daraus, daß die sranzöstsch« Re­gierung ihre Zustimmung zu den letzten ElntgungS» forme!» versagt hat, die, wie die Türken bereit- nach­drücklich erklären, von allen alliierten Delegationen ausgearbeitet worden waren. In französischen ltret- icn bezeichnet man diese Formel, wie alle bisher er­örterten Vermittlungsvorschläge für unannehmbar und bestteltet, daß Irgendein derartiger Vorschlag »ffi« ziellen Charakter gehabt habe. Man weist darauf bin, daß Frankreich in der Kuponfrage eine Sonder­stellung einnehme und wirst der türttschen Dele­gatton vor, daß sie Frankreich aus der Konferenz zu isolieren suche. Als eine der Ziele der Verhand­lungen zwischen den alliierten Kabinetten bezeichnet man daher die Herbeiführung einer gei-Hloffene« alliierten Front und einer etwaigen gemeinsamen

setzten die Franzosen den Bahnhof Gelsenkirchen- Wattenscheid und gleichzeitig die dicht neben dem Bahnhof liegende Schachtanlage Holland, wo sie Kohlen- und Korksvorräte beschlagnahmten. Mit der Besetzung dieses Bahnhofes ist der Eisenbahn­verkehr im südlichen Teil des Industriegebietes nun­mehr vollkommen stillgelegt. Eine andere Abteilung Franzosen besetzte am Sonntag die Zeche Hugo in Buer. Im Laufe des heutigen Montags zerstörten die Franzosen das Eisenbahngleis zwischen Gelsen­kirchen-Bismarck und Buc.-Süd. Damit ist die letzte deutsche Eisenbahnlinie im neubesetzten Gebiet ausgeschaltet. Man hatte diesen Eingriff nicht erwartet, da auf dieser Linie die auf Grund des deutsch-holländischen Wirtschaftsabkommens zu liefernden Kohlen gingen. Die Auswirkung dieser Stillegung macht sich für Gelsenkirchen schon sehr be­merkbar. Mit der Stillegung oes Eisenbahnverkehrs sieht eine starke Paßkontrolle Hand in Hand.

Hamm, 16. Juni. Die Franzosen haben an­gesichts der erfolgten Stillegung des deutschen Ver­kehrs erklärt, daß sie für die Benutzung der militari­sierten Bahnen zur Heran- und Entführung der Lebensmittel für das Ruhrgebiet die Entrichtung einer Illprozentigen Abgabe verlangen, dis an die französisch-belgische Eisenbahnregie fließt. Diese Be­dingung verliößt gegen die wiederholte Versicherung dos französischen Oberkommandierenden, daß er in bie Lebensmittelzufuhr nicht eingreifen werde. Wie bestimmt verlautet, haben die deutschen Behörden die Bedingung der Franzosen abgelehnt.

Essen, 18. Juni Die durch die Unterbindung der letzte» Verkehrsliittcn im Ruhrgebiet von den Franzosen ersttebte Hungerblockade macht sich bereits bemerkbar. Aus französischer Sette scheine man »war

brresvondent derTimes" zufolge führte Poincare in

Antwort aus, daß bie deutsche Regierung eine oklamation veröffentlichen müsse, in der sie ihre Be­ll zur Einstellung jeden Widerstandes im besetzten iet und zur Mitarbeit an der Verwaltung desselben fordert. Was den zweiten Punkt des -englischen gfbogens anbelangt: Welche Form würde die Ruhr- g annehmen, wenn das Reich jeden Widerstand ige", so erklärte Poincarä, daß dieunsichtbar«" ung, wie sie Frankreich am 11. und 12. Januar Wch des Einzugs der französischen Trichpen, die die kgabe hatten, die französisch-belgischen Sachverständigen schützen, vornahm, wieder angewandt würde. Schließ­glaubt der Korrespondent aus sicherer Quelle mit-- iien zu können, daß die französische Antwort in sehr gegenkommenden Ausdrücken gehalten fei und Psi:r- reden lebhaften Wünsch habe, mit der englischen Regie- zu einer Verständigung zu gelangen. Der Berichter k kündigt an, daß auf französischer S.itt Geneigtheit x, sich in einemfreundschaftlichen Geist" lii Deutschland über den gleichzeitigen Abbau deS passiven ttrstandes und der Unsichibarmachung der französischen

«ebenen Presfefrühstück erllärte der Unterstaatssekretär für das Luftfahrwesen, er sowohl tote Genna! Sykes wünsch­ten sehr, daß es möglich fein möchte, Deutschland w> gen seiner großen technischen Erfahrungen, rnSbesondere Se. dem Bau von Zeppelin-Luftschissen zur Teilnahme an dem Kongreß einzuloden, was für den Kongreß von großem Interesse sein würde. Er trabe auch gehofft, daß Deutschland sich der internationalen Konferenz für tsch.ffa. rt <r sch i eßen werde. Da es aber mit Rück­sicht auf die Schwierigkeiten, wie fie ote Besetzung des Ruhrgebietes geschaffen habe, für Deutschland nicht mög­lich gewesen fei, Mitglied her Konferenz zu werden, s« hoffe er, baß Deutschland bald imstande sein werde sich der Konferenz anzuf^l.cßcn. Sobald erst die gegenwärtige Lage geklärt fei, würden, wie er hoffe, alle Nationen imstande sein, frenndscyaftlich zusamni nzuarbeiten.

Die belgische Mintste-krise.

Paris. 19. Juni. Havas berichtet aus Brüssel: Der König hat heute Nachmittag den zurückoetretenen Mini­sterpräsidenten TheuniS empfangen und ihn mit bet Konstituierung des neuen Kabiuet-s betraut. Theunis bat sich die Annahme Vorbehalten bis er mit den politi­schen Persönlichkeiten verhandelt hat. mit denen er glaubt, zu einem Einverständnis über die vlamische Um« verfitätsfrage und über die Mititärdjenstzrit gelangen zu können. ' >

London, 18. Juni. DieMorning Post" berichtet aus Brüssel, die wirlliche Ursache der belgischen Minister- krisiö sei her Gesetzentwurf bezüglich der Einberufung zu den Fahnen während der Besetzung ce5 Ruhrgeb etes und des Rheinlandes für 14 statt für 10 Monate gewesen.

Um das Saargebiet.

Paris, 18. Juni. Das .Echo de Paris, be- tpricht beute die Saarfrage, indem ti darauf Hinweis!, haß auf Veranlassung der englischen Regierung der Volkerbundörar sich in seiner am 29. Juni beginnen- ben Tagung mit den Handlungen bet NeglerungSkom Mission in Saarbrücken beschäftigen Werve. Tte Eng- tttnder müßten toiffen, daß sie nicht bu einzigen seien, bic mit der Wendung der Dinge tm Saargebiet unjn- fr'.eden seien. Auch Fratckreicy erkenne, daß man mH ?et Vergangenheit brechen müsse. Es gebe heute nut eine Stimme, um die Jrttütnet der seit drei Jahren -erfolgten Politik einzt,gestehen. Wan habe es nicht verstanden, die Saarländer dazu zu bringen, sich der sranzösischen Sache au;uschllrßeu. Mau habe zu viel Nachgiebigkeit gegenüber den Großtndnstttkllen, Röch- !>ng und den anderen an neu Tag gelegt, die die Maske hätten sollen lassen und heute die-antifranzs- sische Propaganda führten. Das Blatt weist beson­ders auf den Bergarheiterstreik bin und kommt 311 lotsendem Schluß: Man müsse wohl zttgeben, daß die vollkommenste Politik unfruchtbar hätte bleiben rnftf ien infolge des Regimes, das der Versailler Vertrag dem Saargebiet zuweise. Wie könne die Regierung von Saarbrücken dauerhafte und solide Arbeit leisten, wenn sie in jedem Augenblick Ignoriert werde und wettn sie jedes Jahr durch den Vötkerbundsrat abge- setzr werden könne. Wir wären besser daran, wenn wir, wozu uns der Versailler Vertrag berechtigt, die Bergwerke frei ausbeuten könnten, so daß das Saar- seblet sich in nichts von dem übrigen Rheinland un- terscheil-en loürde, und wenn wir befähigt wären. In Saarbrücken durchzuführen, was wir in Mainz oder Düsseldorf machen. Eine Reform kann nichr verhindert werden.

Der 1. Vorsitzende der deutschen demokratischen Partei, Senator Petersen-Hamburg, gewährte dem Ber­liner Börsen-Kurier ein Interview, iQvttn er zur Frag

<nesWaffenstillstandes an d--- 9?ubr" erklärte, daß der durch die Gewalttaten der Franzosen und Belgier au; gelöste Widerstand durch keinen Tef-Hl einer deutschen Regierung eingestellt werden kann. Es würde allen Demokratischen Grundsätzen widersprechen, wenn eine Re gierung gegen ihre Ueberzeugung und gegen den Wi-ler der Bevölkerung ein Handeln verböte, das im Wider­spruch mit diesen Grund!ätzen stäupe. Täte es rin Regierung, so würde sie davon gejagt, eine andere könnte nicht gebildet werden und Bürgerkrieg und Chaos wür­den eintreten, lieber diese Frage lasse sich erst teven wenn bas deutsche Volk eine sichere Gewähr hat, bas seine Einheit und Freiheit nicht angetastet wird.

Sie Mmnn M'Mtiz.

Lausanne, 19. Juni. Nachdem in der Nacht vom Sonntag zum Montag eine lange Unterredung zwischen Ismet Pascha und Sir Horaco Rumbold stattgefunden hatte, Bielten die alliierten Delegierten am Montag vormittag vollzählig eine Interalliierte Besprechung ob, als deren Ergebnis mttgeretlt wird, daß dM Beschluß nicht gefaßt werd« konnte, da die

GMnttr Mim.

Die gestrige Börse brachte eine neue Erschütta rung der deutschen Währung. Von rund 115000 am Sonnabend stieg der Dollar auf 150=, 180-, 170 000 Mark. Der Laie fragt immer wieder nach dem Grunde. Für den einen ist die Spekulation im Jnlande, für den andern die im Auslande die Ursache, ein dritter hat noch einen anderen Grund. Solange aber Deutschland, wie die Engländer jetzt sagen, nichtauf bi« Beine gestellt" ist, solange aus Paris Drohungen gegen uns auf die Welt hageln, solange unser Wirtschaftsleben durch die Ruhr­besetzung in seinen Grundfesten erschüttert wird, darf man sich über leinen Dollarkurs wundern, sei cr noch so hoch. Der Kurs des einzelnen Tages wird börsenlechnisch nach Angebot und Nachfrage er­rechnet, ist als« von sehr vielen Zufälligkeiten ab­hängig. Schwankungen und Unsicherheit sind die Folge Sie besagen im Grunde nichts. So wird der gefhlge ungeheuerliche Marksturz zurückgeführt auf den Fall einer großen amerikanischen Bank Knauth, Rachod & Kühne, die mit ihren Markbeträgen in R-rvyork den Kurs drückte. Im Grunde aber ist der wohn witzige Dollarkurs nur ein Zeichen für unsere wirtschaftliche Krankheit. Ein Blick in den Reichs« bankausweis jeder Woche bestätigt sie, zudem erhöht jede Teuerungswelle noch den Notenumlauf. Die Schlange beißt sich in den eigenen Schwanz. Der Untersuchungsausschuß für die kranke Mark hat gestern wieder getagt. Man sucht den Schuldigen. Bis jetzt hat man ihn nicht gefunden. Man weiß wohl, daß eine wilde Spekulation Nutznießer und Verschlimmerer der Hebels ist, und es würde weite Kreise beruhigen, wenn die Regierung hier mit harter Hand zugriffe. Aber der eigentlich Schuldige sitzt auch hier nicht, denn sonst wäre es unverständlich, daß man bis heute ihn nicht ge. aßt hat.

Eines freilich bürfen wir nicht vergcffen: baß' auch bet Markkurs ein Mittel zur Kriegführung geworben ist. Wenn Englanb, Frankreich und Ame­rika einmal ein Interesse daran haben, können sie durch Markabgaben und -käufe an den internatio­nalen Börsen die Kurse mitbestimmen. Seitdem wir keine politische Macht mehr sind, find wir auch wirtschaftlich ein Spiel der Rationen. Auch unser Besitz ist längst dem frevelhaften Spiel ausländischer Kräfte verfallen.

» w

Im Reichstagsausschuß zur Untersuchung der Ur« achen des Marksturz« erklärt« der Börjenlommijs«

eelle rte en. 5 erhalt» 5h bi« ienS» »r m rter iro 2 - berg)

ag«,

das Gerücht, daß die griechische Delegatton erneut Schritte bei der Konferenz zur Beschleunigung bc$ Friedensschlusses unternommen habe.

London, 18. Juni. Ein britischer Zerstörer bot im Marmarameer einen türttschen TemrSportdampfer mit Geschützen attS Thrazien angehalten. Reuter in­folge hat die britische Behörde Nachricht erhalten, daß die Türken sich bemühen, auS Thrazien Geschütze und Truppen, die entgegen dem Waffenstillstands- Übereinkommen von Mudania dorthin gebracht wur­den, für eine Wiederaufnahme bet Feindseligkeiten mit Griechenland zurückzufiihren.

------

Sie Sagt in Marin.

Patts, 18 Juni. Die Soldaten, die Siambolinsst verfolgten, hattet! nach der Angabe der Regierung fünf­zehn Tote. Ter Leichnam des ehemaligen Mimster- präsidentcn sei in bet Donnerstag-Nacht an der Stelle der Tat gelassen worden Die Volksmenge habe ihn ange- spieen und trotz der Wache beschmutzt- Der KriegSmtni- ster, den man von dieser Tatsache verständigt habe, habe telephonisch den Befehl erteilt, Stembolinski an der Stelle der Tat zu beerdigen, was am Samstag Nachmittag geschehen fri. In der V ila von Stamboliniki habe man 711000 Schweizer Franken, 150000 französische Fran­ken, 15000 tschechische Kronen und einen Plan zu einem Staatsstreich aufgefunden: König Boris hätte abg.setzt, die Republik mit Stambolinski als Vanerndiktator cmsge- rufen werden sollen: bet jetzige bulgarische Gesandt« in Pta« DuSkakow, hätte Ministerprösibent werden löllen.

«in verzichten, ohne Gefahr zu Taufen, gestürzt z-t Ätn. Gleichzeitig wirke noch die immer noch nicht üisie belgische Ministerkrise lähmend aus den Fort- ln9 der alliierten Verhandlungen ein. DerAvenit" - rückte heute morgen noch einmal die Hoffnung aus,

*8 Theunis sein eigner Nach folg't loetbe. Jedenfalls ajflfti bh jetzige Krise nicht mehr lang« dauern, da Berlin

cht daran denke zu kapitulieren, solang- man in Brüs'e-

'n Ministerkrise die Absendung der Note nach England um einige Tage verzögern. Man hält <8 jckwch fast sicher, daß ein neue# Theunis-Kabinett »ustande- wen werde.

Marburg

Dienstag. 1« 19.3uni

Brach«, ud

wird wie bm dar* emaillieren «. vernlokela

Der Anzeigenptei, ietrigt für btx 9gefp. Zetlenmillimeter 200 Mk. (ÄL Anzeigen unb Famttien-Anz. gegen bat, 150 Mk. Amtliche unb ausw. Anzei gen 225 Mk. Bei fchwierizem Satz 50*1, Ausschlag. Spät einlauiende ober ben Raum über Seite elnnebmenbe Anzeigen werben nach der Tertspaltenbreite berechnet. Rellamen ber Zetlenmillimeter 500 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barradatt. Beleg« «erden berechnet. Bei Au»- tunft durch die Eejchäftrst. unb Vermittlung ber Angebote 300 M, bei Ueberfendun« durch «n» 300. Mk. ohne Porto.

Der Kampf gegen die Eisenbahner.

Frankfurt a. M., 19. Juni. Aus dem Eisen- bahudttektionsbezirkTrier sind am 15.Juni 192 Fa- m 14len mit insgesamt 839 Stopfen auSgewie- fen worden, davon au8 Gerolstein 171 Familien, die übrigen aus Trier. Bet den Massenausweisungen in Trier entstand am 15. Juni ein Menschenauf­lauf, die Menge wurde auf Befehl des leitenden Offiziers von Matakkattern In rohefiet Weise mit Koibenfchlägen auselnandergejagt. Auch Leute, die von den Fenstern aus von den Ettenbah- uenr Abschied nehmen wollten, wurden mit Kolben schlügen und mit der Schußwaffe bedroht und fo ge­zwungen, sich von den Fenstern zurückzuzletzen.

Ludwigshafen, 18. Juni. Aus dem Elfen-, badnbezlrk Ludwigshafen wurden gestern 17 ver­heiratete Eisenbahner mit Frauen unb Kin lern, 33 an ber Zahl, anSgewlefrn.'

Plrmafens, 18. Juni. Die von den Be- satzuugsbehSrden beschlagnahmte Brief - unb Pa­le t v 0 st ist toteber frelgegeben worden. Es handelt sich um eine Vergeltungsmaßnahme wett von der Post gewisse Verbindungen nicht hergr- ftellt Worden waren.

Der Fall Görges.

Essen, 18. Juni. Die Rcviswnsverhandlung geg n das Todesurteil im Falle Goerges (Badische Anilin- und Sodafabrik in Mannheim: nnbet vor dem Revisions­hof in Düsseldorf bereits am 51. Jun, statt. Die Bcr- retnng der Revision liegt in ben Händen des Rechtsan­walts Dr. Grimnl, Essen.

u.« Man sieht, Poincare ober sein englischer Kommentator *** jsrKeht es, nach den Gewalttiraden auch wieder Locktönc ' deutsche Ohren von sich zu geben. Deutschland hat Är-- s» oft seine Geneigtheitzu erkennen gegeben", daß Jtat nicht versteht, was Poincare damit meint wenn

>bon n aicht wüßte, daß diese Formel nichts anderes be- als bie strikte Aufgabe des passiven Wider- s, unserer einzigen Waffe. Mr sollen mal 16er hineingelegt werden.

Hebet die auch heute noch unklar« Lage schreibt der Die Sage bleibt gespannt, befonberl well dic ierungen Rücksicht auf die Parlamente nehmen müsieii. >u>in müsse Deutschland überzeugen, daß «S auf der. iven Widerstand verzichte, ohne inoeffen selbst offiziell Zustimmung Englands zur Rnhrbesctzung zu geben Reichskanzler Cuno seinerseits könne, obwohl et vo« R 5infliif)icfigf?" der Ruhraktion überzeugt sei, w'chk

yjl Englisch« Stirnmea.

2 f* London,. Juni. DieWestminster Gazette" j dteibt zur Rede Baldwins in Oxsord, eS sei zu ssftL- ^fen, daß England in der Außenpolitik am End« einer Hltd ^wollenden Impotenz angelangt sei und daß «s im litt» kk der Entwicklung bet ougenblickllchen KrisiS klar U f daß Großbritannien wieder eine feste Polittk Heren Zweck jedermann verständlich sein werde.

im Nm ^Regierung vorgestern zugehen ließ. Bekannt­es Säiä rsuchte das englische Kabinett die französische Regie- KFgt arg um genaue Aufklärung über bie Fockerung: Ein- jdlung des passiven Widerstandes im Ruhrrevier. Dem

St. Iti «

M

btiti hlischc Regierung und zeig« nach dem Berichterstatter ter«** 61 wirklichen Wunsch nach einem Einvernehmen. Wie 11. 1L_ 8 r "

*6^ Paris, 18. Juni. Einer Mitteilung deSPetit ~ jjjrifien" aus London zufolge erfuhr ber Korresondent ber Jjmes" in Brüssel folgende Einzelheiten über die Ant- d auf das englische Memorandum, die Poinearä der

Jll ho^ sich a!S ein fürchterlicher M ißersoig

tj|| unb alle Parteien in England müßtm ihr MSg- hin, um der britischen Regierung und den ftan- ^gn. E,l4en Freunden I'.I helfen, einen Ausweg aus dem k-rfch M'chrrnandet zu finden.

11.®n hon, 18. Ium. Se< einem 'm Zusammenhang y* ®nn bevorstehenden Internationale» Lnstkongreß ge-

fetzuug zu intt-rhatten, wenn die deutsche Regierung dazu entschließen könnte, in irgendeiner Form atlich zu erkennen zu geben, daß sie mi< rantreich eine derartig« Unterhaltung rfiSten wünsche. (!!) Eine geeignete Forviel >0!M 'e derartige Besprechungen würde die Wiederaufnahme b Kahlenlieferungen an Frankreich und Belgien hüben, 1 Austausch gegen französische Zugeständnisse, einem un- kchindetten Warenverkehr zwischen dem besetzten mtb nn-