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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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Di« „Oberhesstlche Zeitung" ««scheint sechsmal wöchentlich. — L«zug«viei» monatlich 6000 Mk. mit ZustellungsgeSühr. Für anriallende Nummer» infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag non Dr. T. Httzeroth. — Druck der llnio^Buchdrnckerei non Job. Lug. Koch, Markt 21,23. — Fernsprecher 56» Postscheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt tu Main.
jeder sich zum Haupt;iel setzt, an drr Vollendung scs Werkes mitzubelfen.
Die L?rgische Politik.
fingen—Borhalle stationiert waren, fwb von dieser Strafe zurückgezogen und durch Militär ersetzt worden. Di» französischen Eisenbahner sollen auf ter neubefetztr» Strecke Srav-Süd—Dortmund Berwendn»«- finden.
Dortmund, 17. Juni. Der Reichskommissar Meblich mutzte sei« Gebäude in Dortmund bi» gestern abend 6 Uhr räumen. Das Mobilar mutzte zurückgelassen werden, die Akten konnte er mit» nehmen.
Düsseldorf, 17. Juni. Zn de« Werken der Phönix A. E. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Lierenfeld wurde gestern der ganze Betrieb wegen Kohlenmangel stillgelegt, wodurch etwa 4000 Ar« beiter zu feiern gezwungen find. Die Direktion hofft, den Betrieb in etwa 8—10 Tagen wieder auf» nehmen zu können.
Recklinghausen, 17. Zuni. Dir^tor Brink« mann von der Zeche Ewald ist von den Franzose« verhaftet worden, weil er angeblich dem Abtrans» port beschlagnahmter Kohle und Kok» Schwierigkeiten in den Weg gelegt hat. Am Donnerstag wurden die Schachtanlagen Schamrock 1, 2 und 8 oo« den Franzosen beseht. Die leitenden Persönlich« feiten wurden verhaftet.
Berlin, 16. Juni. Der Oberbürgermeister von Recklinghausen richtete an General Laignelot im Namen der gesamten Bürger» schäft ein Protestschreiben wegen der RiÄrerschietzung des vorgestern beerdigten Kaufmann» Möller, worin festgestellt wird, datz die Verhängung der Br« lagerungszustandes und die Knebelung der Bürgerschaft durch verschärfte Zwangsmatznahmen »öl» kerrechtswidrtgist.
Recklinghausen, 17. Zuni. Die Beerdi« gunfl des von den Franzosen erschossenen Kaufmanns Möller mutze in aller Stille erfolge«. Die Franzosen gestatteten nicht, datz eine Musikkapelle den Zug begleitete oder Sieben am Grabe gehalten würden.
Rolle von Wilson übernommen. Frankreich aber chrettet zu Taten. Der »Tag" meldet, datz in Be-r inet politischen Kreisen als wichtige Ergänzung zu der deutschen Protestnote folgende Tatsache bekannt wird: Die französische Regierung hat de« franzö- ische« Besatzungsbehörde« im Ruhrgebiet de« dringende« Befehl erteilt, ia den nächsten Tagen alle nur irgendwie mögliche» Mittel auzuwendeu, um die deutsche Bevölkerung zu Unbesonnenheiten zu provoziere«. Ausdrücklich wird in diesem Befehl darauf hiugewiese», die allgemeine politische Lage Frankreichs mache es erforderlich, datz die französische» Truppe« im Ruhrgebiet Gelegenheit bekamen, gegen die angeblich unruhig gewordene Bevölkerung vorzugehen. Auch sind besondere Provokationskommando» aus Elsäsier« und Pole« organisiert worden, die» teils in Uniform, teils in Zivilkleidung, ins Ruhrgebiet geschickt wurde«, um die Bevölkerung aufzureizen.
Der Fall Görges.
Paris, 16. Juni. Das „Echo de Paris" berichtet, datz der vom Mainzer Kriegsgericht zum Tode verurteilte Landwirtschaftslehrer Görges Revision eingelegt hat.
Berlin, 16. Juni. Aus Mainz wird depe- schiert, datz das Geständnis Görges infolge des durch die körperlichen Drangsalierungen eingetretene« Nerven.zusammenbruchs erfolgte. Die zwei deutschen Zeugen, die das Alibi von Görges einwaudftei Nachweisen konnten, sind von dem französtsche« Kriegsgericht in Mainz nicht vernommen worden. Der Bruder reit Görges wurde von dem'Verhandlungstermin so spät benachrichtigt, datz er nicht mehr rechtzeitig in Mainz eintrefsen konnte.
London, 17. Juni. Din »Sundev Time»' schreibt, das britische Bott habe mit seltener Einmütigkeit der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, datz das neue deutsche Angebot als Grundlage für eine Konferenz angenommen werden müffe. Es boffe, datz Frankreich dem zustimmen werde- Der einzig vernünftige Weg hn Inter eile Frankreichs ebenso tote Englands sei der, Deutschland wieder auf 6te Deine jit stellen und eS ihm zu ermöglichen, einen Teil deS Schadens, den er angerichtet habe, wieder gut zu machen. Wenn die britiiche Regierung diesen Weg wähle und die Gründe dafür klar und mit genügender Autorität angebe, so werde ste die uneingeschränkte Unterstützung der ganzen Landes dinier sich baden.
Im .Observer" schreibt Garvin. er zweifle nicht daran, datz Baldwin, wenn nötig, gegenüber der Un- nachgiebigkett Frankreich» eine feste Haltung zeigen werde.
London, 17. Juni. Baldwin erklärte geb ent in einer Rede in Oxford, die Zwilisation sehe man heute in die Brüche geben. Die gesamte Welt erdoffr das Heil vom britischen Reiche und von den Bereinigten Staaten von Amerika. Wenn die Welt wieder ausgr-
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$ e t H n, 16. Juni. Aus dem Ruhrgebiet gen zahlreiche Meldungen über die Folgen Lahmlegung des gesamten Eisenbahnverkehrs vor, die sich besonders auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung empfindlich bemerkbar mache. Aus verschkedeuen Orten, wie besonders Bochum, Gelsenkirchen, Dortmund werden Klagen über Mangel an Fleisch und Milch sowie Kartoffeln laut. Auch in Herne ist die Versorgung des Lebensmitteliuarftes kritisch. Aus Hörde werden autzerdem Beschwerden der Landwirte darüber gemeldet, datz ste infolge der autzerordentlich streng gehandhabten Patzkontrolle ihre Feldarbeiten nicht orditungsgenrätz fortsetzen können. Der Verkehr der Stratzenbahnen,
die jetzt den gesamten Personenverkehr zu bewältigen haben, ist ebenfalls autzerordentlich erschwert durch die Patz- und Gepäckkontrolle, die jetzt nicht mehr in den Wagen vorgenommen wird. Angesichts der autzerordentlichen Erschwerung der Lebensmittelversorgung erinnern die Blätter daran, datz die jetzt von den Besatzungsbehörden getroffenen Matznahmen in jeder Beziehung den Zusagen und Versicherungen widersprechen, die seinerzeit General Degoutte dem Düsseldorfer Negicrungspräsidenten gegeben hat, wonach an einer Unterbindung der Lebensmittelzufuhr oder gar eine Aushungerung der Bevölkerung nicht.gedacht fei. Der Sinn der jetzt gewaltsam eingenommenen Verkchrseinstellung im Ruhrgebiet kann kein anderer sein, als die Bevölkerung auszuhungern und sie dadurch zur Kapitulation zu zwingen.
Essen, 16. Juni. Die Wache am Haupthahuhof Dortmund weigert sich, die aus dem Bahnhof stehenden Milch- und Nahrungsmittelsendungen ausladen zu lassen. Niemand darf den Bahnhof betreten. Die französischen Eisenbahner, die auf ter Streife Steele—Hat-
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Die englische Oeffenilichleit beschäftigt sich noch lebhaft mit der Frage einer Kompromitzmöglichkeit zwischen Frankreich und Deutschland, d. h. wie man uns überreden kann, den passiven Widerstand aufzugeben. Zu diesem Zwecke wird uns zunächst versichert, datz man nicht verlangen könne, datz wir diese letzte und einzige Waffe aufgeben. Wie W. T. B. meldet, schreibt der diplomatische Korrespondent der „Daily News", das britische Memorandum entspreche keiner der ins einzelne gehenden Versioneir, die bisher in der Presse darüber erschienen seien. Es bestehe in erster Linie aus Anfragen darüber, was Frankreich sich unter der Aufgabe des passiven Widerstandes vorstelle und unter welchen Bedingungen es die Räumung des Ruhrgebiets beabsichtige. Das Memorandum g e b e d e r Vermutung keine Nahrung, datz die britische Regierung bereit sei, den Deutschenanzuraten, den passivenWi- derstand aufzugeben. Ein solcher Schritt könnte höchstens erwogen werben, falls England in die Lage versetzt werden würde, Deutschland angemessene feste Zusicherungen zu geben mit Bezug auf die Behandlung, die ihm zuteil werden würde, wenn esseineletzteWaffe a u f g e b e, sowie mit Bezug auf die Art der Reparationsforderungen, die dann an Deutschland gestellt werden würden.
Man befürchtet eben bei Aufgabe des passiven Widerstandes eine innere Krisein Deutschland, die man vermeiden möchte. Man will auch nicht auf diese Weise die Ruhrpolitik Frankreichs nachträglich billigen. Aber schon schreibt „Daily Telegraph" sehr diplomatisch: „Was die Unterbrechung des passiven Widerstandes anbelangt, so glauben wir, datz, soweit Berlin in Frage kommt, dieser Punkt keine großen Schwierigkeiten machen würde, mit dem die deutsche Regierung ihre veränderte Haltung rechtfertigen könnte. (!!) Aber wenn eine vollständige und absolute llebergabe verlangt wird, so scheint es keinen Ausweg zu geben; denn keine deutsche Regierung, die dies Vorschlägen würde, könnte auch nur einen Tag lang weiterlcben." Der politische Mit- arbeiter des Blattes spricht auch bereits von der Möglichkeit, datz England gegebenenfalls in Berlin verschiedene Vorstellungen erheben werde.
Also französisch-englische Einigkeit auf Kosten Deutschlands ist das Ziel. Nur über den Weg besteht noch eine kleine Differenz. Der englische Kriegsminister Lord Derby führte in einer Rede, die wir der „D. A. Z." entnehmen, aus, es fei fein entschiedener Wunsch, datz Frankreich und England im Frieden ebenso zusammenarbeiten, wie sie dies im Kriege taten; darin allein liege die Sicherheit der Welt und des Friedens. Er habe deshalb die bestimmte Hoffnung, datz sich aus den gegenwärtigen Verhältnisien eine gemeinsame Lösung mit Frankreich finden lasien werde, obgleich infolge der Unehrlichkeit Deutschlands (!) das Problem schwieriger zu lösen sei als bei der Unterzeich- nung des Vertrages.
Zn England möchte man lieber, datz Deutschland, wie schon so oft, wieder nachgäbe. Baldwin hat die
Ment swnrttile.
Werden, 16. Juni. Nachdem in der gestrige« Kriegsgerichtssttzung mehrere Zechendirektoren zu 10 Jahren Gefängnis und insgesamt zu 270 Milliarden Mark Geldstrafe wegen Verweigerung von Kohlenlieferungen verurteilt worden waren, wurden heut» vor demselben Kriegsgericht die Zechendirektore« Generaldirektor Hein zu 5 Jahren und 24 Milliarden Mark, Bergassesfor Dr. Heinrich» zu 5 Jahre« und 286 Milliarden Mark, Eeneraldiretor Winkhaus zu 5 Jahren und 430 Milliarden, Generaldirektor Kämpers zu 5 Jahren und 204 Milliarde« und Generaldirektor Niegisch zu 5 Jahren und 287 Milliarden Mark Geldstrafe verurteilt. Insgesamt wurden in der heutigen Verhandlung 25 Jahre Gefängnis und 1,431 Billionen Mark Geldstrafe, da» Höchstmatz dessen, was bis jetzt von einem Gericht ausgesprochen worden ist, verhängt. Die Verurteilung geschah in Abwesenheit sämtlicher Angeklagten.
Proteste.
Essen, 16. Sunt. Gegen die gestern erfolgte Verurtetlung des Dtrettor» Kellermann erlassen Me Vertreter des gesamten Betriebsrates der Bergbau« abteilung der Gutenbofsnungshütte einen Protest, ttt dem die gesamte Arbeiter- und Beamtenschaft ihrem Dtrettor Kellermann für sein einwandfreie» echt deutsches Verhalten gegenüber dem französische« Befehl aus Lieferung von Reparattonstoyle ihre ehrlichste Anerkennung ausdrückt und in dem mit lauter Stimme gegen die Vcrtirteilung und Etrckerte- rung des Direktors Kellermann, der nichtS andere» begangen habe, als datz er Befehle feiner Regierung befolgte, und nicht zum Verräter an seinem Vaterland werden wollte, vor aller Wett feterlichst Einspruch erhoben wird. Wir erklären — so heißt es — daß keine Ausweisungen, Gefängnis-, Zuchthaus- oder Todesstrafen im Stande waren und fein werden, uns zu Reparationsleistungen zu zwingen. Würde sich ein Dtrettor dazn hergeven, eilte« französischen Befehl an seine Untergebenen toetterzu- geben, io könnte er der Ablehnung seitens aller Beamten und Arbeiter sicher sein. Zum sichtbaren Zeichen des unverbrüchlichen Willens der Arbeiter- und Beamtenschaft durchzuhalten und zum Protest ve« lchlietzt der gesamte Betriebsrat, am SamStag ten Ist. Sunt auf allen Zechen der Gutenhofsnungshütte die Arbeit ruhen zu lassen.
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
die übrige Welt gilt e» nicht.
Pari», 16. Juni Zur gestrigen Kammerteöatt» schreibt die „Journöe Industrielle", der persönliche Erfolg PoincaröS werte morgen nicht mehr als die voraufgegangenen Erfolg: verhindern, datz die Rivalitäten die Vorurteile unb ter Haß im Parlam-nt und um bas Parlament herum sich weiter entwickelten. Dem Mimste- dum habe man einen neuen Kredit bewilligt: diesen Kreoft wollten die Parteien sich gea-nf-itig nW gewähren. Nichts ■jabt sich also geändert. Die beiten Gruppen seien nur ein wenig schärker in die Erscheinung getreten. — D°t Figaro" schreibt, unter den Radikalen hätten gestern viel ein unschlüssiges Gesicht gemacht paktieren wollten. Sie würden mit BluM und Cachin gehen, ater Poincarö bleibe mit dem Block derer, die fick bei militärischen Fragen nicht der Abstimmung ertT-Hten, und die ohne Vorbehalte die Richrkrttüte bewilligten.
Die Havas-Agentur urteill: Die Rete Poinear6? enthalte zwei wichtige Stellen über die äußere Politrr. Die erste betreffe den Entschlutz des Vatikans über die Schaffung religiöser Genossenschaften gemäß dem fra'i- wsischen Gesetz, die zweite Stelle sei diejenige. Bk sich aus die Netwendigk-'it beziehe, den Druck Frankreich» auf Deutschland zu verstärken.
baut werden folle, müsie dies Grotzbrltannlen tun. Die Männer, die Hand an dieses Werk legen, so schloß Baldwin, brauchen den Mut eine- Pttt und den - - —- — ------- datz
Paris, 17. Sunt. -Bei einer Veranstaltung .... Aeroklubs von Belgien, die gestern in Brüsiel statt
gut dazu, 1918 die dummen Deutschen übertölpeln, für Frankreich — und für
Lt- Loinearö will also seine Gefolgschaft nunmehr nur ■ *tm nationalen Block suchen. Und yier findet er sie, wie •y Abstimmung ergibt. Nach innen will er antrrevo- Monär-republikauisch regieren, n^ch außen die Ruhr- Pen gegen Deutsche: nLimrchfühoeni auf jeden Fall. Da < *8ieb von der Vörkerversöhnu«g" war nur
Marburg
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Familt««.»nr. «egew »ar, 150 DM. Amtlich« au»w «xi«igen 225 DM. «et timtetise« ro *7*6»» Satz 50*1, Sufsthlag. Spät «ielxnifenbe »der den Raum üb«r Sette ehatebaienbe Fg, YUtzlA, Anzeigen werden nach der Tetztfoaltenbreite berechnet. Reklame, der Ztlleik«tMm«ter 500 jfct Jeder Rabatt gilt al» Barradatt. Beleae werden berechnet, «ei An«- knnft durch die Telchäftrw unb Vermittlung der Angebot« 300 DL, bet ilebersendnng durch um 300.— DM. ohne Porte.
fand, eiHärte Krteasmtntster Deveze vom ab gegangenen Mtntstertum Theunis, man möge die Regierung von morgen bilden wie man wolle, die Politik der Negierung werde gebietertfch darauf getifctrtej fditt müssen, vollkommene Reparationen von Deutschland zu erlangen. Ste müsse sich bemühen, die Bande bw- derlicher Solidarität, die Belgien und Frankreich einen, zu verstärken, und mehr denn je Hand in Hanv mit nnierem groben und grotzmüttgen Freunde zu marschieren. Die neue Regierung mutz aber auch da- ran arbeiten, der Block der Alliierten solider zu verankern, um sich gegen jede evenmelle Gefahr den
Kammer spricht mit 375 gegen 200 Stimme« der Regierung da» vertraue« au».
teil nicht paktiert werden bürfe. Poinvare griff tvä - trä der Besprechung über die Tagesordnung Broufi IteH wiederholt ein und verlangte, daß der Regierung ttz allen Punkten das Vertrauen ausgesprochen werd -n Düsse. Zuvor hatte ter Abgeordnete Rennard ein? Hebert Tagesordnung eingebracht, in der die Kamme, Dasgcsordert wird, der Regierung daS Vertrauen zu te- fieren, wenn sie sich aus eine Majorität stütze, die di -Mblikanische Gesetzgebung beachte. Sie tourte mit a W gegen 200 Stimmen aba-s-hut.
j Poincar^s Ausführungen.
Nachdem ter Abg. Bellet seine Red« beendet hatte, «gann Poincarö sich in längerer Red« mit den Jnter- stllanten auseinanderzusetzen. Der Inhalt seiner Red, Mr eine Absage an die gesamte Linke. Die Regierung tebe nichts gegen extreme Politiker im Haufe, doch ziehe »cs vor, daß triefe in der Opposition seien. Weiter- ^UinerklärtePoincare, daßdieinnerePoli- tik Frankreichs sich den Forderungen der lnswärtigenPolitikanpassenmüsse. Er bat te Mehrheit, ihn zu unterstützen und sich nicht von hm g «wissen Liede einer Völkerverbrüde- J taug betören zu lassen. „Wenn ich heute ge- Nrzt werden sollte, so braucht man in Berlin darüten fent Freude zu empfinden, denn die Regierung, die mein tachsolger übernehmen würde, müßte mein« auswärtig? felitif fortsetzen." Die deutsche Regierung ermutige die fcorb* und Sabotageakte und fordere Frankreich durch sicherliche Vorschläge heraus. Deshalb sei man gc- fenmgen, den Druck zu verstärken und zu verlängern. Sie äußere Politik werte also noch eine Zeitlang bk fragen der inneren Politik beherrschen. Frankreich müsie " weiterhin an die Reorganisierung seiner Finanzen denken tob seine Produktion verstärken. Frankreich bäte also J Jein Werk der Gerechtigkeit noch nicht vo'- entet. Gestern habe sein moralisches und materielles Le- kn aus dem Spiele gestanden, teilte sei sein wirtschaft- l iches und finanzielles Leben tedroht. morgen werte viel- , licht seine ganze Existenz bedroht sein. Müsse da also 6e äußere Polittk nicht vollkommen die innere Politik l ^herrschen? Man müsse von ter Mebrheit verlangen, *6 sie bi« Wiederherstellung Frankreichs und eines | bittlichen Friedens nicht ans den Augen verliere, unb : Itear dur'ch Aufrechterhaltung ter Allianzen. Wenn te Mehrheit diese Politik unterstützen wolle, fa di? Regierung bereit, ihr zu folgen.
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Sie KEIM der Mrgebielr.
Wtsick'ts der Nvtweiibigfeiten ter äußeren Politik uner- Uich ist, zu stören." Dieser Slbsatz ter Tagesordnun«« gatbe sofort ohne Abstimmung angenommen. „Sie billigt |it Trklärungen ter Mg'ernnq und hat in sie Vertrauen" Wde mit 217 gegen 165 Sfimrnen angenommen. Der Me Absatz, in dem die Regierung mifgefortert wird, pä im Geiste einer demokratischen Polittk und teS sosia- te Fortschritts zu Betätigen, wurde gleichfalls ohne Mimmung angenommen. Der Absatz über die Brach« feig der Laienaesetze wurde mit 547 von 556 Stimmen »genommen Eine absolute Majorität von 260 Stirn feen ergab sich für den Absatz, der davon hantelt, daß fest den antikonstitutionellen und revolutionären Par-
.■ Paris, 16. Juni. Nach einer außerordentlich te- Inten Sitzung, die gestern um 3 Uhr nach mit taS begann Zh erst heute früh gegen l/<4 Uhr zu Ende ging, hat die Ammer mit 375 gegen 200 Stimmen ter Regierung D Vertrauen ausgesprochen. Die Vertraurnsftag« wurde i der Tagesordnung beS Abg. Brousse, die Poineara «unehmen sich sofort bereit erklärt hatte, gestellt. Sie fette folgenden Wortlaut: „Die Kammer verwirft ben fehzug ter Gewalttätigkeit und ter Zwietracht, der fetauf abzielt, bi« moralische Einheit des Laute», die
Nach Poincarö sprach ter kommunistische Abgevrdn.t iasfont. Leon Daudet macht Znnschrnrufe, au! = die die Linke mit großem Lärm antwortet. Sobanu fegrünbete der kommunistische Abgeordnete Cachin seine 4nterpellatt»n über die innere Politik. Darauf erariff ter Abgeordnete Klotz lFinanzmipistcr im Kabinett (Herne »au' baS Wort. Er warf Poincarö vor. er hate sich r.iJy Bar übet die republikanische (fkesetze geäußert. Poinca-i kbe durch seine Rede zwei Block? n-g«ne-!nande- a-'cl't «nßerdem sei sie in sich wibersvruchsvoll, da sie biejenigen; b die Majorität eingeschlosion habe, die nach seiner 3 Hafünbigur.j ausgeschlossen tortten sollten. Der Revucr totfcsfilt stellenweise großen Tumutt. PoincarS er« Birte, in den Wandelgängen habe man während der erbrechung ter Sitzung versiicht, seine Wort« falsch zulegen. Er habe klar gesagt, er begrenze seine Mehrheit nach recht - wie nach links. Sie müsie »ntschlosien sein, den 'GruudsäSen der Republik zum mspett zu verhelfen, und keiner dieser Sätze dürfe in seiner Ausführung behindert werten. Auch nach links habe er -Aue Grenze gezogen. In einer republikanischen Mehrheit toten weder di« Anhänger iniernationa- yt T heorien n?ch biejerikgrn Platz, die ^tt ihnen paktiorten.