Zweites Blatt
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qm, Prersneigemngr». I
*|flr btt Preisanpassung
Mi gange. Die entspi
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fxJ Kündigkeit des Ärbeitseinkommens ausgejprochen. Im
▼IrNfr gninbe läuft dieses Verlangen immer aus Goldlöbne Hin-
Für 100 Mark wurden gezahlt:
1 Tiit.
xtrafcl
(Fortsetzung folgt.)
ganz verlassen da.
wenn es uic^t der Sohn ist. Und dann auch nicht
1 Kr.
1 Kr.
1 Kr.
1 Kr.
Es werden gezahlt kür •
Uher im allgemeinen ziemlich reibungslos vollzogen Kur in Oberschlesien ist es zu einer umfangreicheren ktreikbemegnng gekommen, die jedoch rasch wieder ab- geflaut ist und in diesen Tagen schon ihr Ende finden Wrste. Bedenklich ist dagegen, dast in den Arbeits- Md Angestelltenverbänden die Forderung der Goldlöhne ,nd Goldgehälter immer lauter und häufiger erhoben wird Eo hat der Allgemeine Deutsche GewerkschaftsbunL die Frage der Sicherung der Löhne geyen Ent-vertung burd Kalutasturz. und Teuerung aui die Tagesordnung seiner nächsten Bundesvorstandssitzung gesetzt. Und gleichzeitig Hot die freigewerkschaftliche Angestetttenorganisation, bi- Ifa, sich für eine tariftiche Reg-iung der SBertb-'-
würden die deutschen Jndustriepapiere, und zwar die besten und wertvollstem in noch größerem Umfange und zu n»cb billigeren Preisen vom Auslande cutgetauft werden,^ als das ohnehin schon gegenwärtig geschieht. Die Vorgänge bei der Phönix-Bergbaugesellschait und bei anderen deutschen Grosunternehmungen. zeigen uns. daß die lieber» fremdungsgesahr einen Umfang erreicht hat, der auch Vas Reich unb die zur Wahrung sfiner Interessen Verpflichteten Instanzen nicht gleichgültig lassen kann.
— eine Flurhalle, unverhältnismäßig groß gegen die Zimmer. Die Einrichtung alt, gediegen, Erbstück an Erbstück — nichts Modernes an Komfort und Luxussachen: wie in wirklich alten Landhäusern. Oben waren viele und nett m.sstaffierte Giebelstuben. Da hatte Gerda gewohnt. — Hatte! Denn morgen schon wollte sie fort. Morgen früh, ehe der neue Herr kam, der bisher in den Reichslanden auf seinem kleinen Gut gelebt hatte. Herr von Eero- vius war vor einer Woche ganz plötzlich einem Schlaganfall erlegen. Ein Testament hatte er zwar hinterlassen, aber er hatte »och allerhand Zusätze darin anbringen wollen und war nun durch den jähen Tod daran verhindert worden. Das Gut war Fideikommiß. Was sonst hinterblieb, bedeutete nicht viel. Manche wollten zwar wißen, Herr von Gerooius habe stets in geordneten Verhältnissen gelebt und daher eine anständige Summe zurücklegen können: doch er hatte alles, was er erübrigen konnte, in den verbesserungsbedürftigen Wirtschaftsbetrieb gesteckt. Alles solide, vernünftig. Aber ein hübsches Stück Geld kostete es doch und von Haus aus hatten die Eerovius kein nennenswertes Vermögen. Er batte immer die besten Abfichten für die Zukunft seiner Tochter gehabt, hatte sie sehr geliebt und in ihr fast einen Ersatz für den schmerzlich entbehrten Sohn gefunden, nachdem leine reizende Gattin starb und ihn mit dem kleinen Mädchen allein ließ. Verwandte waren keine da, der Mannesstamm der Ge- rovius erlosch und so stand Gerda nach seinem lobe
IM» MM.
3 6 6. Sitzung vom 15. Juni.
Auf der Tagesordnung steht die zwe'te Beratung bei Novellen zum Reichsversorgungsgesetz. Dazu liegt ein Antrag Batthel (Komm.) vor, der die Versorgungsgebühv- nisse der Kriegsopfer um das Siebenfache der Märzbezüge erhöhen will. Die Kommission. hat über die Regierungsvorlage hinaus die Bezüge der Versorgungsberechtigten wesentlich erhöht.
Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erklärt sich mit den Kr^w'ss>"sbeschlüfftn einverstanden. Mit den Novellen sollen frühere Härten ausgeglichen und die Renten der Geldentwertung besser angepaßt werden. Die wesentlichste Neuerung ist die Anpassung der Teuerungszulage an die Teuerungszulage der noch im Dienst befindlichen Beamten Renltenkürzungen sollen künftig nur ein- treten, wenn das Einkommen des Sozialrentners aus öffentlichen Mitteln eine bestimmte Grenze überschreitet Das Pttvateinkommen kann nicht zu Rentenkürzungen führen. Wir wollen die neuen höheren Rentenbezüge den Kriegsopfern so schnell wie mögfich zuführen.
Es sprachen hierzu die Abg. Karsten (Soz.), Hof- mann-Ludwigshaftn (Ztr.), Budjuhn (Deutschn.l Streiker (D. Vvt.). Sie gier (Dem.), Weixler (D Vpt.), Bert he le (Komm.) und Benning (D. Völk. Unter Ablehnung derr kommunistischen Mänderungsan- träge wird die Vorlage in der Auss^usfiassung cr^rnom men mit geringen Aenderungen. Die Abfindungssumme wird durch Annahme eines Antrages der bürgerliche» Parteien auf 420 000 Mark erhöbt In der anschließenden dritten Lesung werden die Bffchlüffe der 2. Beratung bestätigt. Bor der Schlußabst'nrmung lehnt Berthe'-' nunmehr die Vorlage ab. da sie den Rentenraub verewige In 2 und 3 Lesung wird der Entwurf zur Aen^r.n^ des Wehrmachtversorgungsg-setzes angenommen. Er be flimmt, daß als Zulage zu den 'b"* "'fi-
jährlich der doppelte Monatsbetrag des jetztzuständigen ruhegehaltsfähigen Einkommens gewährt wird. In der-
Gegenüber den Störungen der Linksparteien während den Sitzungen gehe der Präfident noch viel rn langsam vor. . ., ,
Abg. Leinert (S.) lehnt eS ab, auf diesen Vor- '"ugehrn. Er stellt fest, daß die Angestellten und Arbeiter im Landtag in der Hauptsache nicht 'chlechter gestellt seien als die Staatsbeamten. Die Kellner im Landtag erhalten die gleichen Bezüge wie die Oberkellner in den Weinstuben. Zurzeit Betragt Der Wochenlohn 229 000 -H. (Hört, hört!) Unter
>nung der kommunistischen Antrüge.auchdestenigen nuf Absetzung des Präsidenten Leinert wird hierauf ter Haushalt des Landtags in zweiter Lesung angenommen.
Hierauf wird der Haushalt des Ministettums des Innern bei dem noch ausstehenden Kapitel -Polizei fortgesetzt. Mit dieser Beratung zugleich verhandelt werden die zahlreichen Anträge betreffend die Besoldung der Sckmtzvolizeibeamten usw. Nach langwierigen Beratungen im Ausschuß und in Unterausschüssen ist es gelungen, in der Frage der Besoldungsordnung und Eingruppierung der Schuvooeamten zu oinem Einverständnis zwischen den Patteien und der Regierung zu gelangen. , „ . .
y46 Uhr Vertagt sich das Haus auf Sonnabend.
Nv. 139
Sonnabend, 16. Juni
1923
zen", wies im Bettelftudenten heißt, das machts bei den Piännern. Ich bin ja wohl, was sie eine Schönheit nennen. Alle sagen, daß ich ganz wie eine Po- l:ii ausiehe, die allein das Bukett von Reizen haben soll. Ader was hab ich auch für Glück bet den Herren!"
Es war eine Eigenart bei Dorit Laurin, daß sie, was jte auch anfing zu reden, immer bei ihrer kleinen Person endigte. Recht hatte sie übrigens. Sie war ichön, hatte ein reizvolles Gesichtchen und sah pikant aus, wie eine Polin. Mit Absicht. Sie gehörte zu den Frauen, die stolz sind, für eine Auslän- dettn gehalten zu werden. Sie hatte auch darin recht, daß sie viel Glück bei den Männern habe. Oft sogar bei ganz ernsten und tüchttgen Naturen, die sonst einen „Blender" wohl zu erkennen pflegen. — Sie hieß eigentlich Dorothea, nach ihrer Mutter, hatte sich aber schon als kleines Ding selbst umgetauft. Der Name war ihr zu spießbürgerlich und Thea zu romanhaft. Dorrst war englisch, ausländisch — schick! Rätselhaft war, woher sie den Hochmut und den Hang zum Wohlleben und Eleganz nahm: von ihren sehr einfachen, braven Eltern konnte sie sie kaum geerbt haben. Aber wenn man sie so hörte, mußte man glauben, daß sie mindestens einen Grafen Eröben-Langheim heiraten könnte, also auf beiden Elternseiten ihre sechzehn Vollblutahnen hätte.
Das Herrenhaus war ein großer steinerner Würfel mit braunrotem, oielgiebeligem Ziegeldach und vielen kleinfchreibigen Fenstern. Ein altes, einfaches aber vornehmes Haus, mit einer grauen Steintafel über der Haustür — auf der in römischen Buchstaben und Zahlen das Zahr seiner Erbauung und der Name des Erbauers und Besitzers standen nebst dem Wappenspruch des Hauses Eerovius: „Zn Treue fest." Ein großes Rosenrondell mit einem steifen Kranz blutroter Päonien, rechts und links Gewächshäuser — eine steinerne Rampe und breite Vorfahrt
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werden Blusen, Waschstoff«, Länder, Spitzen, Sommer- Handschuh«, Florstrümps« usw. rasch und prachtvoll gefärbt mir mit den weltberühmten echten Kettmomr'» Blnse» färbe», Mark« F»chokopf i* »lern. j
Heitnrao»'» gerfce spart de» Färber. 1
sie alle so gut leiden."
i „Na — hör mal — du willst doch nicht im Ernst | so Hals über Kopf fortstürzen, als wenn es brennt?! ! Sein Vater ist kaum acht Tage begraben und du [ hast doch das Recht, hier noch ein Vierteljhar in F aller Ruhe zu wohnen."
I „Ich denke nicht daran, Gebrauch davon zu I Machen."
! „Du siehst wirklich aus ,als wenn du morgen los« f reifen wolltest, ganz gleich wohin."
? „3a, morgen."
f „Aber Gerda!" Dorrit blieb stehen. „Wo du es I so gut hast und niemand dich fortwünscht. Denn F eine Frau kommt doch nicht her. Der neue Herr ist t doch unverheiratet und bringt seine Mutter her, — L alles in schönster Ordnung! Beneidenswert bist r du. So eine Art Verwandtschaft existiert doch auch
MMMiA MtuMät.
jjun unserem volkswirtschaftlichen Niitarbcster.
Nichtsein kämpfen, denken immer wieder an öen Birke» bäum, bet ihnen Rettung bringen soll. Von atfcl Sttaßenecken tm Ruhrgebiet leuchtet daS Plakat bin bei Birkenbaumschlacht, von den Franzosen gehaßt vie krüf anderes. Aber, wo sie heute eins .abreihen^hängetz morgen zweie da. ... . ! -,1 '! H il •' ?
* Somme r-Sonderzüge. Die RrtchSbayn b« absichfigt, auch in diesem Iahte während der Monate Just bis August „Sommersonderzüge" zu ermäßigten Preise« zu fahren. Die Züge führen mir die 3. Wagenklasse. Est werden Rücksahrkatte-n 3 Klasse mit zweimonatiger Gültigkeit ausgegeben, die bei bet Rückfahrt zur Berwhu-qs aller fahrplanmäßigen, sowie geeigneter Sommersonde» züge berechfigen Für Schnellzüge ist der tattftnaßrM Zuschlag zu zahlen. Die Ermäßigung beträgt für und Rückfahrt je 25 v. £>. der gewöhnlichen Fahrpreises, Die Besörderungsbestimmungen und eine Uebersicht übe, diese Sommersonderzüge können in unserer GeschästsstelU eingesehen werden. ' -
* Pom Deutfch-Evang. Frauentag. D« Deutsch-Evangelische Frauenbund hielt kürzlich in Hannover eine au? allen Teilen Deutschlands zahlreich besuchte Ausschußsihung ab. Der Bund zählt 161 Ottse gruppen, 35 angeschlossene Vereine mit 20 000 birTen und 160 000 indirekten Mitgliedern. Das innere Leben, des Bundes ift im Anibauen begriffen, und sein An-, sehen nach außen hat sich besest'gt An den Bericht über das Christlich-soziale Frauenserninar knüpfte sich ein« rege Aussprache an. Leider hat die Aroeit sehr unretz beit Zeitverhältnissen zu leiden. Die Zuwendungen bei Wohlfahttsministenum^ ’ftr Stipendien sind mifrrft ne* ring, lieber die Weiterarbeit des Bundes benichitt« die Vorsitzende, daß diese nach wie vor mit und in bet evangelischen Kirche und ihren Organisationen geleistet werden solle Weiter gehöre in den Kreis der Bundestätigkeit,das Zusammenwirken mit den Behöroen im Rerch, Land und in den Kommunen, wenn auch hierbei manch« Widerstände überwunden werden müßten Die deutsche und evangelische Gesinnung dürfte in keinem Falle verleugnet werden.
-immer. . . Ueberhaupt Blutsverwandtschaft! Ein überwundener Standpunkt! Wir dachten immer, dein Vater würde wieder heiraten. Deine Mutter ist doch ewig lange tot . . ."
„Er liebte sie aber so sehr und —"
„Ach! Er war bloß zu schwerfällig im Entschluß und zu sehr von dir verwöhnt und wollte dir keine Frau und Hausherrin hereinbringen, wo du hier so schön auf dem Herrscherthron faßest. . ." sagte die kleine Laurin etwas scharf.
Sie hatte selbst einmal sich hübsche Hoffnung auf den stattlichen, lebensfrischen Vater ihrer Schulfreundin gemacht, und nicht zum kleinsten Teil schrieb sich die heiße Freundschaft zu Gerda von da her. Später hatte sie dann noch andere Gründe dafür, als der damalige Rittmeister von Gerovius das Majorat übernahm und zu gleicher Zeit ihr Vater, ein pensionierter Major, nach einer kleinen Stadt zog. Sie mochte das Haus und das Leben hier mit seinem großen, vornehmen Zuschnitt von Zeit zu Zeit gern aufsuchen.
Ueberhaupt heiraten, „vornehm'', vor allen Dingen vornebm heiraten, dies beschäftigte immer ihr Denken. Wenn sie nur Geld gehabt hätte! Aber sie war so arm, daß sie zähneknirschend Gesellschafterin wurde, weil sie die „Misere" zu Haus nicht mehr aushielt.
Dem Geist, der in ihr war, folgend, sagte sie, gedankenvoll werdend: „Wer weiß . . . vielleicht heiratet er dich, dieser Herr von Rackwitz. Tas wäre fein für dich — eine famose Lösung! Denn sehr viel Geld ... ich glaube, da schneidest du dich, wenn du denkst, daß du viel erbst. Papa sagte mal —“
„Heiraten?" war die spöttische Antwort. „Zch oenke, du bist überzeugt, daß mein „englisches Eou- vernantenaesicht" jeden Freier abschreckt . ."
„Nun, so kratz, meinte ich das nicht . . aufs Gesicht kommt es gar nicht so an, auf tausend Nebensachen und ein ganzes buntes, loses Bukett von Rei-
(Nacydruck verboten.)
Cerda Gerovius.
Roman von Ada von Eersdorff.
(2. Fortsetzung. )
Dorrit blieb lachend stehen. Gerda ging weiter.
„Komm doch", sagte sie, „ich möchte nicht von den
Mädchen heute noch angesprochen werden."
„Za, warum denn nicht?"
„Zch bin fein Held im Abschiednehmen und habe es schon hinter mir. Komm, Tot — und ich kann
dur<£ htbar.
selben Weise wird die einmalige Ueborgangsöeihilf- g regelt.
Um yt9 Ubr vertagt sich das Hans auf Samstag l llhr Antrag auf Abänderung des Umsatzsteuer gesetzes, Fortsetzung der 2. Beratung b'S Gesch'-echt-krr>"'
>..11—1: —7; Sonntags 10—12.
Marburg und Umgegend.
Marburg, 16. Zuni (Brachmond).
* Kreisfeuerwehrverbandstagung. Man schreibt uns: Kürzlich fand im Gasthaus „Zur alten Post" eine vorn Kreisbrandmeister K. Eckhardt einberufene Versammlung der Ortsbrandmeisttr statt, zu welcher 44 Vertreter erschienen waren. In den Kreisvorstand wurden gewählt: K. Eckhardt, G. Winterstein, Eg. Otto, sämtlich in Marburg, Zuuk (Wetter), Schneider (Cölbe), Preiß (Leidenhofen), Bginstr. Pfeffer (Roth), Bgmstr. Schnabel (Hermershausen). Als Vertreter in den Zentralvorstand Cassel wurde K. Eckhardt und als Stellvertreter Eausmann (Wetter) gewählt. Als Bezirksbrand- melfter für den 3. Bezirk wurde an Stelle Reede. Bellnhausen, Löwe daselbst gewählt, ferner für den 9. Bezirk an Stelle Schmidt, Nordeck, Kornemann daselbst. Es wurde beschlossen, die Kreisfeuerwehr, tage wieder wie vor dem Kriege abzuhalten und findet der nächste 1924 in Wetter statt. Ein Antrag auf Vergütung für die Vertreter zu den Feuerwehrtagen fand Annahme. Hierzu sollen die Gemeinden einen Beitrag leisten: auch wurde beantragt, die Strafe wegen Fehlens bei Hebungen und Bränden der heurigen Geldentwertung entsprechend anzu- pafien. Seitens des Landratsamtes soll in der Zeitung nochmal veröffentlicht werden, daß die alten Gesetze des Feuerlöschdienstes noch zu Recht bestehen. Kreisbrandlleister Eckhardt hielt bann noch einen längeren lehrreichen Vortrag über die Bekämpfung des Feuers bei ausbrechenden Bränden. Hierbei soll möglichst das Einreißen von Gebäuden und größerer Wasserschaden vermieden werden.
* Die Sage von der Schlacht am Birkenbaume, so wird uns aus We^snten und dem Ruh"- gebet in Ergänzung unserer kürllichen Betrachtung pe- schtteben, geht heute in den besetzten Gebieten wieder von Mund zu Mund. Alte, haibvergessene Abschriften werben wieder hervorgekramt und mit atemloser Spannung gelesen. Zur Zeit des 30t Siri gen Krieges etwa soll ein Mönch diese Sage geschrieben haben, die schon lange Jahre vor dem Weltkttege in Westfalen vitte Anhänge' »and. Und heute unter dem Drucke der Besatzung glaubt alles an sie ... und hofft ..... unb hofft. Heißt es doch in der Prophezeiung, daß nach einem großen verlorenen Kriege, nach feindlicher Besetzung, nach Hunger und Elend Denffebtand aus purer Verzweiflung zu den Waisen greifen würde Furchtbar soll der Endkampf in den westfälischen Gefilden werden. Ruhr, Emscher und Lippe s,lch-n • ' «-* Völker vernichtet
werden. Am Birkenbaum zwischen Unna und Werl soll die Entscheidung fallen, soll ein weißer Reiter Deutschland den Sieg und einen neu-n Herrscher bringen. ... Die Söhne der Roten Erde, die um Sern oder
ein derartiges Verfahren ganz gewiß nicht, und es hatte Kis eigentlich doch heute bitter nötig, nachdem der rnier- : nationale Kredit des Reiches durch Frankreichs Schuko und Englands Schwäche völlig zerstört »»ft. Bon den übri- gen pchl dem Reichsfinanzminister angekündigten Steuern liegen die abgeänderten Verbrauchssteuerentwürfe (Er- 11 Höhung 0er Zucker-, Salz-, Zündwarensteuern usw.) dem Knchstage bereits vor. Gegen diese laßt sich unter den heutigen Verhältnissen ebensowenig etwas einwenden, toi" gegen die zwanzigfache Erhöhung der Sätze für die Vorauszahlung der Einkommensteuer. Gewarnt werden muß nut vor solchen Steuern, die die Substanz der deutschen f Wirtschaft aufzehren und Industrie, Handel und Land
vir.ichast die unentbehrlichen Produktionsmittel entziehen.
Hand in Hand mit der Dollarhausse geht auch diesmal to’Cer eine Aufwärtsb lregunq der Effektenkurfe von uw geb eurem Ausmaß. Der Geldmarkt ist zur Zeit reckl flüssig, wozu wohl auch die traurigen Ruhrereigniffe ihr Teil 'beitragen. Tas Publikum sieht noch immer im .Erwerb von Effekten das beste Rettungsmittel vor dein Marksturz. Die geicaltige Steigerung der Effektenkurse ist sogar volkswirtschaftlich notwendig, denn ohne kn
virtschast verletzende Steuerpolitik. Der Reichsfinanzmini- Igr Hermes hat z. B. eine nochmalige Erhebung Der
Zwangsanleihe, und zwar in Höhe des zehnfachen Be- träges der bisherigen Zwangsanleihe angekündigt. Wir find es ja schon gewöhnt, daß jede einmalige Besitzsteuer, ) so eifrig auch ihr einmaliger Charakter vorher betont : wird, infolge der Kapitalfeinvschast der radikalen Linken l sehr bald zu einer dauernden Steuer gemacht wird An ! innerem Kredit im eigenen Lande gewinnt das Reich durch
Je mehr sich die außenpolitische Lage Deutschlands -skchlechtett, in desto rapiderem Tempo vollzieht sich Der «hihirj der deutschen Mark. In, der letzten Woche tfi —n auch die Hunderttausend Mark-Gr-nze von dem meiner DollarkurS erreicht und überschritten worden »;t Markstützung scheint endgültig erledigt zu sein, nach- v-ti die Beratungen des Untersuchungsausschusies leo gVcb K.ieben haben, daß es keinerlei Einzel-Schuldige am ■ s^ammenbrnch der Markstützungsaktion gibt, forb-rn daß y n jjffe durch elementare Ereignisse aufs Treue abgestürzt ist, 4 I I -fote daß irgendwie abzusehen ist, wann und wo einmal v <4 Tiefpunkt erreicht fein wird. Inzwischen paßt sich bst Wirtschaft nach Möglichkeit den wilben Zuständen mir be' i Devftu-marft an. Die Teuerung erreicht einen f gmfang, der jeden Versuch, durch Wucher- und Preisbe- Ify Dämpfung die Entwicklung zu hemmen, als völlig aus tyi «chtslos erscheinen läßt. Seltsam ist es, daß es ost gerade w »gütliche Monopolbetriebe sind, die in Bezug auf bte Anpassung ihrer Preise und Tarife an die Geldentwertung jHe Führung haben. Auch eine abermalige mehr al» SOnrojentige Erhöhung der Kohlenpreise ist soeben in m $4 Kraft getreten Daran schließen sich entsprechend große äJ? Preissteigerungen für Eisen, Kali, Zement usw-, tut? uDfi hst Preisanpassung ist auf der ganzen Linie wieder iw Im gange. Die entsprechenden Lohnbewegungen haben sick
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PmMtt ftirttm.
Sitzung vom 15. Juni 1923.
Präsident Leinert eröffnet die Sitzung nach 12’4 Ubr. unürhft wird der iozialtstische Antrag auf Vorlegung einer Denkschrift mit genauen Mitteilungen über die Ergebniffe der Nachvrüftmg der Eigenttnns- verhältntsse der Hohenzollern angenommen und zwar mit 149 gegn 138 Stimmen. Auch ein Teil des Zentrums hat für den Anttag gestimmt. Hierauf wird der Haushalt der Staatsschuldenverwaltung angenommen. Es folgt die Beratung des Haushalts des Landtags. Der kommunistische Anttag auf Absetzung des Landtagsprastdenten Leinert wird mtt der Beratung verbunden.
Abg. Pieck ($t.) fordert die Absetzung des Präsidenten Leinert, da er es nicht für notwendig befunden habe, irgendwie gegen die Urheber der Schlägeri Vom 4. Mai disziplinarisch einzuschreiten. Er fordert ferner eine bessere Entlohnung für die Angestellten und Arbeiter, sowie für deren Hinterbliebenen.
Rach kurzer Entgegnung des Abg. Breckour (S.) stellt Abg. Ebersbach (dntl.) fest, datz er selbst vor zwei Jahren die jetzt von den Kommunisten erhobene Forderung auf Gleichstellung der Landtagsaugestellten mit den Staatsbeamten verlangt habe. Damals hätten die Kommunisten dagegen gestimmt. (Hört, hört.)
Abg. Dr. v. Campe (dntt.) schließt sich den Wünschen für die Einschränkung der Sitzungstage an.
Briefkasten der Tchriftleilung.
R. hier. Natürlich ist der Adg. Bredt Mitglieo der Deutschen Wirtschaftspanei. Wenn T.V.P. statt W. P gedruckt ift, so handelt es sich euer um einen Druck-i fehler D' s -ur B
BMB—W — M9 WUT 9W»
Für O't Schriftleituug verautwortl.: Dr. C. Hitzeroth« i-tt den örtlichen und Provinz. Teil: Wilhelm W .ßner,
B—b in in ■mniuiuw|i|w 111 > । H M»«
Geschlechtsleiden
SlufM.tterf. Ohne Ser«k*stör. K«i»
Auskl. drosch. 8tr.25 geg. (Eimentung von 3000 M!.
WSper. flrzf Dr.ßollaender’slÄ'S , Frankfurt «. M., Bethmannftratze 56. (8886 .gSB
ms, durch die bekanntlich die österreichische Wirtschaft m den österreichischen Valutasturz mit hineingerissen
1 ■ worben ist, unb die in Deutschland, dessen Wirtschaft in ,J l »och viel höherem Grade auf Warenexport angewiesen ist, eine noch weit verderblichere Wirkung haben müßte. Taha Aber nicht nur durch eine übermäßig stärke An- K Wifling der Löhne an die Markentwertung droht unserer Käm« Wirtschaft Gefahr, sondern beinahe ebensosehr durch eine ! sprisiskatorische, die Lebensinteressen der deutschen Volks-
„Durch einen Scheffel Erbsen, wie man sagt. . . Ü Die Verwandtschaft zum Majorat Kir-Eehnen hat ; Nun aufgehört — und die Agnaten kommen heran. Da ist dieser Herr von Rackwitz der nächste. Zch [t|,,, kenne ihn gar nicht. Vater mochte ihn nicht bcson- 4 # f ders gut leiden."
I" „Nun ja, kann ich mir denken. Seinen Nach- B™ - folger soll wohl niemand mit Begeisterung ansehen,
Hessen-Nassau und NackbarqeLiete.
Osnabrück, 14. Juni. Zu einer Geldstrafe von 27 Millionen Mark und 10 Monaten Gefängnis verurteilte die hiesige Strafkammer den aus Osnabrück gebürtigen, letzt in Holland anfäfstgen Samenhändler Terfort wegen verbotener Ausfuhr von Wachs, Nähmaschinen, Fahrraderfatzteilen ufw. nach Holland sowie weoen Beamtenbestechung. Der Zollassistent Ditt« mann erhielt wegen Bestechlichkeit und Beihilfe eine Gcldstrafe von % Million Mark und 3 Monate Gefängnis. .
Der Wert der Mark im Auslande.
Frankfurt, d«n 15. Jnni 1923.
in
vordem Krieg:
Bür ich
0.05
125.42 stir.
Amsterdam
O.n2
59.20 llmld.
Kopenhagen
00.7
117.80 Kron.
Stockholm
0.03
115.80 Kron.
Wien
0.63
88.80 Kron.
Prag
— —
88.80 Kron.
London
0.41
97.80 Schill.
8cewPork
0.09
23.80 Doll.
Paris
0 01
1'5.40