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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marbmg

HuflDtrM t vernickeln

w J.H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesseü

Kaeerneostr. 21

ir, 150 Mk. Amtliche und au»«. Anzeigen 225 Mk. Bei Ichwieriqe» rn

Spät «inlaufende oder Le« Raum über Seite einnehmend« Jfl. AwWiM-

Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der

192$

Univ^Buchdruckerei von Jod. Aug. «och, Markt 21/23. Nernjprecher 55, Post.

icheckkonto: Rr. 5015 Amt Rianfiuit a. Mair.

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ifg | Durch die Besetzung der Dortmunder Bahnhöfe

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Protest des Dortmunder Magistrats.

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Gegenleistung fkllt er in Aussicht bei ErAbrng aller

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werden, ein oder mehrere deutsche Beamte der oder der Polizei fest zunehmen sind.

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Die Beisetzung der Dortmunder Opfer. Dortmund, 16. Juni. Heute Nachmittag

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S>ie ^)b«rh«!sijchr Zeitung« erjcheint lech,mal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 0000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streik» oder

:. Fabrik ss. «* is loh« ter B. V.

V nicht nur die Staat Dortmund selbst, sondern auch des ganze Ruhrgebiet vollständig von der Außen- velt abgeschnitten. Jede Möglichkeit, vom unbesetz- irn Gebiet über Dortmund in das Ruhrgebiet zu ge­langen, ist abgeschn'tten. Innerhalb der mittleren teile des Industriegebiets ist jetzt der Reiseverkehr

einer einmütigen Entschließung zum Ausdruck ge­bracht, wir werden uns nicht von der gemeinsam ein­genommenen Linie der Abwehr abbrtngen lasten. Wir wenden un8 mit besonderem Nachdruck gegen jene Bestrebungen, deren Ziel die Trennung des Rheinlän­der von Preußen oder vom Reiche ist. Wir erheben mit allem Nachdruck die Forderung, daß keiner Lösung deS Reparattonsproblemr zugestimmt wird, die nicht die völlig ungehemmte Rückkehr aller Ausgewiesenen und Vertriebenen, die Freilassung aller um ihrer Treue zum Reich willen Verurteilten gewährleistet. Von der Reichsrrgierung erwarten wir, daß sie den Terror Deutscher gegen Deutsch- rücksichtslos unter­drückt. In der Erfüllung dieser und anderer sozialer Forderungen sehen ste die Gewttzhett, daß der Wille der deutschen Arbeitnehmerschaft am Rhein und Ruhr durch nichts gebrochen werden kann.

Reue Verordnungen der Rheinlandkommission.

Paris, 15. Juni. Die rheinische Ober» k o m m i s s i o n hat, wie die Havas-Agentur be­richtet, gestern wieder eine ganze Seite von neuen Verordnungen erlassen. In keinem der Be­richte wird aber angegeben, ob die Entscheidungen mit Stimmenmehrheit oder mit Stimmengleichheit getroffen wurden. Der verstärkteStraßen- bahnverkehr soll von nun ab nicht mehr geduldet werden. Es wurde beschlossen, daß die Straßenbahngesellschaften ihren Betrieb auf die not» male Ausdehnung, die im Jahre 1922 festgestellt wurde, zurückzuführen haben. Des ferneren soll von nun ab den Kommunen und dem Deutschen Reiche Wiedergutmachung eines jeden Scha­dens auferlegt werden, der durch Sabotage oder aus anderen Ursachen entstehe. Außerdem soll angeordnet werden, daß von nun ab der in Ordon­nanz 167 vorgesehene Verkehr zwischen den Beamten im besetzten Gebiet und ihren vorgesetzten Behörden imunbesetztenEebiet auf ein möglichst geringes Maß beschränkt werde. Reiseerlaubnis soll nur ganz ausnahms­weise und zwar nur in Fällen, in denen es sich um unerläßliche Besprechungen im Jnteresie der Bevöl­kerung handelt, gestattet werden. Die Bezirksdele­gierten allein sollen diese Ausweise ausstellen, die nur für eine Reise Giltigkeit haben sollen. Schließ­lich hat die Oberkommisston beschlossen, daß, wenn in Zukunft an A n l a g e n, die militärisches Inter­esse haben, wie z. B. an Eisenbahnlinien, Telephon- und Telegraphenleitungen Zerstörungen festgestellt

Dortmund, 15. Juni. Seit heute früh halten Nt Franzosen sowohl bett Hauptbahn Hof als «ich den Bahnof-Süd, die noch frei waren, 6e» fetzt, ebenso die Güterbahnhöfe, Rcben- tahnhöfe und Stellwerke. Damit ist Dortmund von jedem Eisenbahnverkehr abgeschnitteu.

Schwerte, 15. Juni. Heute früh find die staynhöse Dortmund, Dortmund-Süd, Bochurn-

dieser Forderungen, die Art der Besitzung so zu ändern, daß zwar dir Truppen nach tote vor im Ruhrgebiet blei­ben, aber nicht mehr so in die Erscheinung treten wie bisher. Das heißt mit anderen Worten, daß nicht nur die berühmte Jngenieurkommission, sondern eine ganze Reihe von ähnlichen Kommissionen in Tätigkeit treten und die deutsche Verwaltung vollständig ausschalten, währeno diese, zu allem Ja und Amen sagt. ' |i

Selbstverständlich wird selbst England derartige For«, derungen nicht für annehmbar erklären können und daun toitb dar große Schachern angehen, dessen Ausgang frei* lich noch zweifelhaft ist, nach den bisherigen Erfahrungen aber nichts Guter bedeutet. Für uns ist es wohl gang! selbstverständlich, daß auf ein Eingehen der deutschen' Regierung auf solche Forderungen und Bedingungen weder, Frankrerch noch England irgendwie rechnen dürfen. Von' unserer Seite könnte nur eine ganz glatte kurze und nicht mißzuverstehende Ablehnung erfolgen, die der ruhigen und entschlossenen Zustimmung des gesamten deutschen Vol­kes, allenfalls mit Ausnahme der Kommunisten siche» fein könnte. Und hierauf müssin wir un- vorbereiten!

betet iilet 'tmittqi'i

Varis, 15. Juni. Die französische Kammer sn.d heute nachmittag eine Interpellation über die innere Politik der Regierung beraten. Die einzelnen Fraktionen in der Kammer haben schon in den kehlen Tagen übet 6« Stellung, die sie einzunehmen gidenken. verhandelt. Nach demPetit Journal" legt man der Debatte bei alles' Fraktionen eine große Bedeutung b'i. DieEre Non- velle" schreibt, Poincars tv.rbc heute seine Mehrheit suche» mässen. !

London, 15. Juni. Der König empfing heut« nachmittag den $rcmiermiwjkt Baldwin im BuckraD-1 »g Xuhie1-- **

Wern man Pariser Meldungen zkanbeu öars -___

in solchen Fällen darf man ihnen immer glauben! hat Poincare ber.its den Cutzonschcn Fragebogen beantwortet und ben Entwurf zunächst nach Brüssil gesandt, um dort beoutachtet zu werden. Wegen der belgischen Minister­krise wird es allerdings wohl einige Taze dauern, bis das neue Kabinett das sich übrigens vom alten schwerlich viel unterscheiden dürste, sich mit der Frage beschäftigen kann. Nach den Pariser Andeutungen lassen die ver­schiedenen Antworten, die Poincare auf die englischen Fragen zu erteilen willens ist deutlich erkennen, daß von

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einer Aenderung seiner Ansichten oder gar von einem wesentlichen Zurückweichen nicht die Rede sein kann. Wie­weit die Annahme zaileffen mag, daß er nach alter Ge­wohnheit seine Forderungen so hoch wie möglich gespannt hat, um sich im Lause der Entwicklung einiges davon abhandeln zu lassen, wird man abwartm müssen. Wenn man sich die einzelnen Puntte betrachtet, dann wird man allechings zu dem Schluß gelangen müssen, daß entimoei Herr Poineare sich so ziemlich alles, was er verlangt, abhandeln lassen muß oder, daß für irgend eine Lösung des die ganze Welt bewegenden Reparationsproblems nicht die geringste Aussicht besteht.

Es ist uns in den letzten Tagen mit geheimnisvollen Andeutungen viel davon vorg fab.lt worden, daß Frank­reich sich geneigt finden werde, auf eine Art von Waffen­stillstand im Ruhrgebiet einzugehen. Wie diesir Waffen­stillstand aussieht, läßt sich aus folgend n Bedingungen entnehmen, die Poincare dm Engländern vorschkagen will: Tie deulsche Regierung hat alle Berordnungen und Ge­setze, die sie seit dem Einsall der Fr. »zofen und Belgier in das Ruhrgebiet erlassen hat, zurückzuziehen; Deutsche, die verurteilt werden sind, weil sie sich den deutschen Gesetzen zuwider den Beifügungen der Französin und Belgier gebeugt haben, sind straffrei zu erklären; ein schriftliches Versprechen der deuischen Regierung, keine Vergeltungsmaßnahmen gegen Reichsangehörige vor;«- nehmen, die mit den Franzosen und Belgiern in Ge­schäftsverkehr treten; Wiederaufnahme des Eisenbahnve- trrebes; Anweisung an die den scheu Behörden, oen Er­lassen der interalliierten Rheinlaudkommisslon Gehörftin zu leisten; Aushebung der schwarzen Liste von deutschen Firmen, die mit Französin oder Belgiern Handel ge­trieben haben; Unterstellung der Eisinbahnvetwaltung im Rhein- und Ruhrland unter interalliierte Aussicht; ähnliche Organisationen für die staatlichen Bergwerke im Ruhrgebiet; Sachlieferungen, Goldzölle und Erhebung des Ausfuhrzolles und Bereitstellung neuer Pfänder auch während der Zeit des Moratoriums.

Hauptbahnhof, Bochum-Nord, Präsident und Ha- tzmau besetzt worden. In Horde find die Eisen- tzchner in den Wartesaal eingesperrt worden mit Nr Begründung, daß sie nach der bekennten Berord- vmg des Generals Degoutte innerhalb 48 Stunden M Dienst wieder aufnehmeu müßten, andernfalls jitten sie mit der Ausweisung zu rechnen. Um 10 «hr vormittag» sind 50 Eisenbahner in Hörde mit Nr Eisenbahn eingetroffen.

2# ersuckit, H fettens der Franzosen Ermittelungen **r die Vorkommnisse an gestellt oder ptngeletlet wür- r und 8>eU>£ Ergebnis die Ermittelungen gehabt Dem Protest sind vier amtliche Zeugenaus- "«n belarfügt darunter diejenige des schwere er

Sch^'erq Frey, der sich noch tm Krankenhaus

die Beerdigung der sechs Perfonen statt, die am Samstag Abend französischen Geschossen zum Ops.r gefallen sind, unter ungeheurer Beteiligung aller Be- völkerungstreisc. Etwa zehn Musitkapellen spielten Trauertoeifen, während die Glocken sämtlicher Kir­chen läuteten. Alle Behörden, alle Berufe und Ver­eine waren vertreten. Sämtliche Geschäftslokale und Wirtschaften der Stadt hatten geschlossen. Die evan­gelisch und die katholische Geistlichkeit schritt hinter den sechs Wagen her, die je einen Sarg trugen; hin­ter der Geistlichkeit gingen die Angehörigen. Der Vorbeimarsch des Zuges dauerte über % Stunden. Insgesamt umsäumten wobt 150000 Menschen die Straßen, die der Trauerzug passierte. Der Reichs­kanzler ließ an den Gräbern der getöten sechs Per­sonen Kränze niederlegen.

Berlin, 15. Juni. Der Reichskanzler hat an den Oberpräsidenten von Westfalen in Münster, Granowski, folgendes Telegramm gerichtet: Am Tage der Beisetzung der unglücklichen, durch französische Soldaten hingemordeten Opfer, bitte ich den Angehörigen die herzlichste Teilnahme der Reichsregierung auszudrücken. Auch diese neue entsetzliche Bluttat hat den Widerstandswillen nicht brechen, sondern unsere westfälischen Brüder immer stärker mit allen anderen Gliedern des deutschen Volkes zu entschlossener und unerschütterbarer Ein­mütigkeit gegen die französischen Gewaltpläne ver­einen.

Park», 15. Juni. Poincare hat nach den Morgen­blättern bereits einen Entwurf für die Antwort aus Lotti Curzons Fragebogen sirtiggestellt und diesi Antwort zunächst nach Brüssel gesandt, damit die belgische Regie­rung ihre Antwort auf den gleichen Link« abfassin könne» DasEcho de Paris" gibt bereits eine ziemlich genaue Inhaltsangabe des Borentwurfs Poincare». Dasselbe Echo de Paris" meldet gleichwohl au» London, mm messe der französischen Antwort in London die größte Bo- deutung bei und glaube, baß sie die Entscheidung bringe» werde. Man sei der Ansicht, daß eine Berständigun* sehr wohl möglich sei. Die ftauzösiscke Regierung habe nun die Pflicht, auf die aufrichtigen Bemühungen London» mit derselben Grad Herzigkeit zu antworten. \

London, 15. Juni. Der diplomatische Berichterstak- ter desDaily Telegraph" teilt mit, die Kopien de» aut Mittwoch nach Pari» gesandte« britischen Memo« tanbu ms seien auch der belgischen und der italienischen Regierung übermittelt worden. Das Memorandum ent­halte neun Punkte, von denen acht die Gestalt von Fragen haben und den Zweck verfolgen, von Frankreich! eine klare Definition seiner Politik in fol­genden Puntten zu erhalten: Einstellung des deutschen vassiven Widerstandes, unsichtbare militärische Besetzung, schrittweise Räumung, wirtschaftliche Ausbeutung vo« Pfändern, Moratorium /Sr Deutschland, ffifeaba&nte$* für die Rheinlande und die Frage der Zollgrenze zwischen dem beschien und nicht beschien Deutschland. Der neunte . Punkt stellte eine Weigerung dar, die französische Min­destforderung mit Bezug auf die A-, B- und E-Bonds, ro« sie im Januarplan PuncateS dargttegt sind, sowie die Be­schränkung der Erörterungsgrundlage auf diesen Plan anzuuehmen.

Es müssi auch ohne allzugroße Schwierigkeiten sistge- stellt werden können, wie weit die deuts che Regie­rung den Franzosen in ihrer Forderung nach Einstellung oder Suspendierung des passiven Widerstandes entgegen« kommen würde. Dem Berichterstatter zufolge befasse» sich die britischen Sachverständigen damit, die deutschen Garantien mit den in den belgischen technischen Memoran» den vorgeschlagenen zu verzeichnen. Ter Rücktritt de» belgischen Regierung komme in einem äußerst ungelegenen Augenblick und könne den Fortschritt der interalliierten Verhandlungen beträchtlich verzögern.

Berlin, 15. Juni. Einer Londoner Blättermeldung zufolge soll die englische Regierung ebenso wie an Frank- reich auch an Deutschland einen Fragebogen gerich­tet haben, in dem um ergänzende Mitteilungen zu dem deutschen Memorandum gebeten werde. Wie hier­zu dasBerliner Abendblatt" an unterrichteter Berlinetz Stelle erfährt, war bis zur Mittagsstunde bei der Rcichs- regiemng von einer derartigen Londoner Anfrage nichts bekannt. j

Rom, 15 Juni. Die italienische Regierung hat alS erste ihre selbständige Antwo'.t auf dos deutsche Memo­randum sertiggestellt und zunächst noch Pat s un? London zur Kennin-s übermfttclt.

Eine Enthüllung.

Paris, 15. Juni. Sauerwein, der vomMa» tin nach London gesandt worden ist, um sich an» läßlich der Spannung zwischen den alliierten Kabi­netten über die Stimmung der Londoner politischen Kreise zu orientieren, erklärt in einem langen Tele­gramm:Das letzte deutsche Angebot sei tatsächlich in der City ausgearbeitet worden und sei nichts an» deres als der vielbesprochene und niemals veröffent­lichte Plan Mc Kennas. Man Härte Cuno das Ber» sprechen gegeben, einen entscheidenden diplomatischen Schritt zu tun. Die englische Regierung sollte eine Art Ultimatum an Frankreich senden und es zwingen, den deutschen Borschlag als Diskufsions» bafis anzunehmen."

Frankfurt a. M., 15. Juni. Aus HüDst sind 35 Eisenbahnbedienstete mit 28 Frauen und *49 Kin­dern, ferner aus den: Bezirk Mainz 95 Eisenbahner mit Familien ausgewiesen worden. In allen Fällen mußten die Möbel zurückgelassen werden.

Ludwigshafen, 15. Juni. Aus dem Eisen- bahndirektionsezirk wurden gestern, unter Zurück­lassung ihrer Möbel 37 Eisenbahner, davon 35 ver­heiratete, mit Frauen und 67 Kindern ausgewiesen.

Wie mitgeteilt wird, üben die Franzosen neuer­dings einen Druck auf die bisher noch Gebliebenen Bahnhofswirte aus, um sie zum Abschluß von Pacht­verträgen mit der französisch-belgischen Eisenbahn­regie zu zwingen durch die Drohung, daß sie widri­genfalls Ausweisung und Beschlagnahme des Eigen­tums zu erwarten hätten.

Karlsruhe, 15. Juni. Die Badische Anilin- und Sodafabrik hat wegen Absatzstockung in der Pfalz hervorgerufen durch die Absperrung der Fran­zosen, das Werk Neckarzimmern bei Mosbach still­gelegt. Sämtliche Arbeiter sind entlassen worden.

Ein neues Schandurteil.

Werden, 15. Juni. Vor dem hiesigen Kriegs- gertcht begann heule die Verhandlung gegen Direktor Kellermann von der Guten Hofsnungshülte Ober­hausen und Prokurist ßtebmann von der Adler A. G. für Bergbau tn Kupserdreh. Die Herren sind ange- klagt, gegen bk- Verordnung 33 verstoßen zu haben, dadurch, baß sie bte Kohlen- unb Kvtslteferungen nichi toieber ausnah men. Direktor Kellermann erklärte, baß et wegen bes LtefemngSverbotes bes Reichskohlem kommissars nicht hätte liefern können unb baß, wenn er gewollt hätte, auch nlcyt hätte liefern können, da bte Arbeiter sonst in ben Streik getreten wären. Als Zeuge wirb bet Betriebsrats-Vorsitzcnbe Weidlich vernommen, er bestätigt bte letztere Angabe Direttor Kellermann führte noch aus, baß er ben Revarations- wks schon seil August v. I. nicht mellt geliefert bade, weil et von Frankreich als unbrauchbar zurllckgewie sen worben set. Gemäß bein Anträge des Anklage verireters b.-tnni/'r bas Krie.iSutti.Di Direktor Kellermann zu 5 Javren Gefängu's unb in> etne Gelbstrafe tn Höhe bes doppelten Wettes bet nicht (k'iefvilen Kohlen- unb Koks mengen, nämlich zu 178 Millionen Mark.

tollfet Stolell.

Beilin, 15. Juni Die Reichsregierung ließ heute den Regierungen, in London, Madrid, Rom, Washington, Moskau, im Haag, Kopenhagen, Kri­stiania, Stockholm, Riga und Warschau eine Note Übeteichen, worin die Aufmerksamkeit dieser Regie­rungen erneut auf die Gewaltakte der französisch­belgischen Besatzungstruppen gegen die Bevölkerung des alt- und neubesetzten Geibetes gelenkt wird. Die Note weist auf das Todesurteil gegen Schlageter hin und kennzeichnet mit scharfen Worten den Treror gegen die Bevölkerung.. Die Note schließt mit dem Protest der deutschen Regierung dagegen, daß die ranzösische Regierung alle Anträge auf Unter­suchung unaufgeklärter Zwischenfälle unbeantwortet läßt und gegen die fortgesetzte Gewaltpolitik.

Der ungebrochene Widerstands-Wille.

Elberfeld, 15. Juni. In einer vom Gefamt- verband deutscher Angestellten-Gewerkschaften einbe- rujenen Angest-jltenkunbgebung für das Rheinland und das neu besetzte Gebiet tn Elberfeld wurde tn

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Das ist eine kleine Blütenles: brffen, was uns Herr Poincare in feiner Bersöhuuchieit oefchcren will.

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Der Snjeigenpret» beträgt für ben 9ges». Zeilenmillimeter 200 Mk. (Kl. Anzeigen unb Familien-Anz. gegen bat, 150 Mk. Amtliche und au»«. Anzeigen 225 Ml. Bei schwierige« Satz 5V»/, Aufschlag. Spät einlaufende oder le« Raum über ft, Seite einnehmende Anzeige« werde« nach der lertfpaltenbteiie berechnet. Reklamen bet Zeilenmillimeter 500 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Belege «erben berechnet. Bei Hin» tuns! durch die Eejchäftrst. und Vermittlung ber Angebote 100 3JL, bei Ueberjendung durch un» 300. Mk. ohne Port«.

,ut noch auf der elektrischen Straßenbahn möglich. Lurch die neue Bahnhofsbesetzung wird die Lebens- mttelversorgung des Ruhrbezirks in bedenklichem .Maße gestört. Auf dem letzten Dortmunder Bieh- »arkt, der der größte Rheinland-Westfalens ist, war E Auftrieb bereits um die Hälfte zuriickgeßaugen. -Herner macht sich in Dortmund und in den anderen Städten des Ruhrgebiets eine große Milch- knappheit bemerkbar. Auf dem gestrigen Le- Nnsmittelmarkt in Dortmund waren weder Butter «sch Eier zu haben.

Die französische Maßnahme hängt wohl mit den Blitischen Absichten zusammen, bte derMatin" mgendermaßen ausdrückt: Deutschland sei letzt an der Gurgel gepackt, und man könne es schon röcheln hör en. »Niemand 18 der Welt werde Frankreich davon «bbringen, Deutschland festznhalten. Deutschland müsse nachgeben oder »>terliegen. Wenn England das Berlin be- Neiflich machen wollte, so wäre die Stunde der «»tetwerfung nicht wehr fern. Falls Eng- !«nt> das nicht tun wolle» fo würde die »tl-nde der Unterwerfung dennoch h r a n r ü rf e v. Das Kabinett Baldwin würde Üchi Frankrr: sondern dem Ruhrgebiet und dem «scinland einen Dienst erweisen, wenn es die Hand- Inuegung ausführen wollte, die «an von ihm er- twrtc.

Dortmund 15. Juni. Der Magistrat richtete an Komanbeur der 3. Lintenbivision in Castrop an- der Erschießung ber sechs Personen vom 10. «ni einen Protest, tn dem zunächst darauf hinge- ^eken wirb, baß infolge ber Telephonspette unb bet ?mntagstilhe nicht möglich war, bie Einwohner ?0t3eUig auf die Sonntag abends 9 Uhr festgesetzte ?eNkdtrsperre aufmerksam zu machen, insouberhett «> diejenigen Personen, bte schon morgens bie "Reise rx ri «Inen Sonntagsausflug an getreten unb erst nach eftg# ! avr abends zutückkehnen. Auf diesen Umstand gat bte Besatzungsbehörde keine Rücksicht. Die stK Achtbarst Ereignisse erheischten bringend Aufklärung lllr ** Otge^enmfac» Südne. Hieran hätten nicht nur U W £ Stab» lüiMm auch das ganze beuifche Voll unb ig. goiue »textete Welt, auch bet General als Ber- " der ft«zösischen Republik, ein hervorragendes :esse. In dem Protest wird um baldige Mittei-

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Bochum, 15. Juni. Zn der Nacht ist auch das j eesmert besetzt worden. Zm Laufe des gestrigen *1 ^Nes »'leben von den Franzose» zahlreiche Verhaf- »»«-!! vorgenommen mit der offenbaren Tendenz, - ** Bevölkerung bis auf das äußerste zu reizen,

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__M W-detstandes zu zwiugen. Im hiesige« Zentral- Nüingni», wo mehrere hundert gefangen« Kommu- i **en st^ra, find die von General 5kollet genehmig- J? 38 Karabiner des Eefangenenpersonals gestern Mfchkcgnahmt (I!) worden, offenbar um «inen Ans- bei Kommunisten zu erleichtern. Ferner ist Oll s ®«W Degouttes bekannt gews^deu, wonach VI* ^"iche Selbstschutzorganifation«« einschließlich der le« 92 «»erwehr aufzulösen find.