Einzelbild herunterladen
 

üt

21«

Ihr

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

w j, H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Rts.

h°« $« engliliie Snut ml Ftmlteitz.

9os Wüten Der SolDotesfo

ien

agen,

sts

1. 3S tzchtt auch von keiner Regierungsstelle abgel'lasen roerocu.

stsns

itung feie eine wirkliche Gelegenheit, alle Parten zu ein»

krörterung znsammenzubringen.

R n b r i r a a

>10«

en

en

sige

WM»

SBEB3

11

:1m int.

M

sm

Ailsse jedoch ausgeschaltet werden, wenn Fran» »len >rud Engländer über die Reparationsirage überein- dRmen wollten. Trotzdem hätten die Franzosen Eng!aud

il-rer Dauer einen Weltrekord geschlagen haben.

überdies vollzog sich diese Umwälzung unblutig, neue Staatschef, der die Macht an sich gerisien Professor Zankoff, begab sich zum König, teilte die vollzogene Tatsache der Umwälzung mit

U

Li

wird wie nee durch emaillieren a vernickeln

DieOderhessssche Zeitung- ericheint fedumal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streits ooer elementarer Lreignisse kein Eriatz. Vertag oon Dr. T. Hitzerotd. Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Bug. Koch, Markt 21,IS. Kernwrecher 5a. Boss' icheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Mair.

Und Der bat, ihm und

fand verlangen könne. Es werde ihnen in her Krage der Schuld an England enta genkommen. Besteh» «ter Frankreich darauf, was Lloyd George gesternd 11 Einsetzung der Macht über das Re chk" nannte, fe dürfe England nicht weiter mit Frankreich zusammen

London, 11. Juni. Dem Washingtoner Bericht­erstatter derTimeS' zufolge hat die Bundesregie­rung beschlossen, sich von dem Reparationsproblem abseits zu halteti, in der Hoffnung, dass separate Uebcreinkommen nach dem britischen Vorbklde für die Zahlung der Alliiertenschnlden zusiandekonrmen wür­den.

Die belgische Ansicht.

B r ü ssr l, 11. Juni. Die ,Llgenec Belge" verSsfenk- licht folgende Mitteilung:

Wie bekannt, wurde am 25. Mai der belgische Botschafter in Paris beauftragt, der französischen Regie­rung Borlagen berrrfftick der Reparationen yi »ntcrbrritr». Ter belg fchr Botschafter in London

118 im

an

3«

nähme aber abgelehnt wurde. Ueber den Grund der Erschießung ist bisher noch nichts bekannt geworden.

100 Millionen Belohnung.

Dortmund, 11. Juni. Die sofort eingeleitete Untersuchung hat nach demDerb Lok.-Anz." bis­lang zu keinem Ergebnis geführt. Die Staats­anwaltschaft Dortmund hat eine Belohnung von 100 Millionen Mark für Angaben ausgesetzt, die dazu dienen, die Täter zu ermitteln.

Wie dasB. T." meldet, hat die Besatzungs- behörde in Dortmund dem Magistrat der Stadt mit­geteilt, daß die Straßensperre so lange bestehen blei­ben soll, bis die Personen ermittelt sind, welche die beiden französischen Unteroffiziere erschossen haben. In einem Aufruf des Magistrats wird die Bevölke­rung dringend ermahnt, die Ruhe zu bewahren und stch zu keinen Unbesonnenheiten hinreißen zu lassen. Im Laufe des gestrigen Nachmittags fand eine Sondersitzung der Stadtverordneten statt, in der die Maßnahmen der Besatzungsbehvrden sowie die Bluttaten der letzten Nacht aufs schärfste verurteilt wurden Die Untersuchung von deutscher Seite in der Angelegenheit der Erschießung der beiden Fran­zosen dauerte gestern den ganzen Tag über an, ohne daß bisher auch nur die geringsten Anhaltspunkte für ein Verschulden deutscherseits gefunden wurde.

Die Nachforschungen, nach dem Täter, der die beiden französischen Soldaten erschossen hat, wird durch die Festnahme der leitenden Persönlichkeiten ; außerordentlich erschwert. Ein Alpenjäger soll als mutmaßlicher Täler verhaftet worden sein.

König Borts, der Sohn des in der Verbannung leben­den Königs Ferdinand, umerzeichnete ohne Wider­spruch die ihm vorgelegteu Dokumente, die einmal die Absetzung der alten, sodann die Bestellung der neuen Regierung und zum dritten die Auflösung d«S bul­garischen Parlaments, der Sobranje, dekretierte. Man wird nun nicht fehl gehen in der Vermutung, dass diese ganze Gegenbewegung nicht ohne Wissen deS Königs Ferdinand und vor allem nicht ohne Infor­mation des in Berlin in der Verbannung lebenden früheren Ministerpräsidenten Radoslawow vor stch ge­gangen ist. Die neu* Regierung sammelt die gesamte Opposition, die sich-nicht mit ans den Intellektueller» sondern auch aus £>cer, Grotzgrundbesttz und Arbeiter­schaft »usammenseht. Die bulgarischen Sozialdemo­kraten sind offenbar mit den Oppofittonsparteien In der Vorbereitung und Durchführung deS PutscheS Hand in Hand gegangen. Es war nicht nur die innere Politik Stambnlinskis, der lediglich mit der Partei der Kleinbauern und mit diktatorischen Mitteln daS Land regieren zu können hoffte, fondern vor allem auch seinen aussenpolitischen Einfluss und zwar die Annäherung an Serbien, die zu seinem Sturze beige» traaeti hat. Gerade diese letztere Politik bat ihn nach­gerade In ganz Bulgarien verhasst gemacht.

Mau wird sich aber bstten müsset, die gegenwärti­gen Verhältnisse in Bulgarien als den Vorläufer der Stabilisierung der politischen Verhältnisse in diesem Laude zu betrachten. Wohl aber dürste der Weg der Koalitionspolitik, wie sie nach dem Kriege eingesetzt hatte, wieder geöffnet fein.

»

London, 11. Juni. Der bulgarisch« Staatsstreich wird hier als eine ernste Gefährdung deS Balkanfrie- denS betrachtet, da die ReMermrg StamchultuZtt WO

i' f. ti i! g*5 ! öS 1,5«

5-

1 ö* t -,n ItM ls*

11 5

w M der

Paris, 11. Juni.Echo de Paris" nimmt auf die Meldungen von der Erschießung zweier franzö­sischer Unteroffiziere in Dortmund Bezug und macht unter Berufung auf eine Reihe von angeblichen Veröffentlichungen der Rheinbehörden die deutsche Negierung für alles verantwortlich, was im besetzten Gebiet gegen Frankreich geschehe. Man könne sich vorstellen, was aus der französisch-belgischen Sache und aus dem gesamten Friedensvertrag von Ver- sllisies würde, wenn die geringste Schwäche, sei es in Paris, sei es in Brüsiel, sich bemerkbar machen würde.

P a r i s, 11. Juni. Zur Erschießung der beiden französischen Unteroffiziere in Dortmund schreibt der .Figaro": Lavieren, Zeitgewinnen, Versprechen, ein wenig mogeln, das sei die ganze Taktik der Deut­schen. Die Niederlage, die der deutsche Widerstand an der Ruhr erfahren müße, erscheine unvermeidlich. Der Reichskanzler ziehe indessen diesen Widerstand in die Länge so gut es gehe. Er rechne auf eine un- vvi hergesehene Wendung und sage sich, daß man so­lange keine Niederlage erleide, als man es nicht zu­gebe. Dieses Manöver bezahlten jetzt zwei franzö­sische Unteroffiziere mit ihrem Blute. Möge dieses Blut in gerechter Vergeltung auf die Deutschen zu- cückfallen. Inoessen sei Deutschland im Zusammen­bruch begriffen.

Die Rückwirkung dieses Zustandes auf die Repa­rationen könne sehr ernst sein. Was könne z. B. d:e deutsche Eisenbahn als Garantie bieten? Pa- pieimark; die Steuern? Papiermark, die Garantie der Landwirtschaft, des Handels und der Industrie? Papiermark, und für eine Goldmark brauche man heute 20 006 Papiermark. Werde man zu einem noch extremeren Mittel schreiten und das deutsche Vermögen im Auslände bef.ftlagnahinen? Das fei sehe schwierig und wie hoch sei dieses Vermögen? Tie Deuisthen sagen zwei, die Franzosen 12 bis 15 Milliarden Gvldmcrk, niemand wiße es. Aber Deurfckwnd verfüge immer noch über ein gesundes, ausgezeichnetes, leicht unterzubringsndes Zahlungs­mittel, das fiündlich hergestellt werde und regu­lären Kurs gcsti.« ße. Da sfeidie Kohle. Da­rum stehe Frankreich im Ruhrgebiet und dai.rit gelenke Poincar 6 der Ob. struktiou dort ein Ende zu machen.

jknbeä verhält. Dann erst wollen sich die Mliiertcn k chligen, was sie von Deutschland fordern sollen. Das aber t Mft auf nichts anderes, als auf ein Diktat hinaus

Was nun int besonderen die Frage des passiven Wider- f Guides angeht, so scheint und über dsise Sachlage i bürsten wir uns keiner Illusion 'bingeben"England den Wuschen Frankreichs entgegenzukommen zi> sticken Nach r Wndoner Information würde die englische Regierung ör- [ eit sein, auf Deutschland einzuwirken, um bestimmte krissfe bezüglich des passiven Widerstandes zurückzu- 'Wimen oder doch außer Kraft zu sitzen England titeltet in dieses Beziehung auf einen Kompromiß derart ßm, daß Frankreich in solchem Falle beilimmte Zusiche- tnngen hinsichtlich des Verhaltens der Bes.rtznngstru'pven in Ruhrgebiet, aber auch bezüglich der Räumung mach', khr müssen immer daran fefthalten: der passive Sßiber ßind ist aus der Bevölkerung selbst erwachsen. Er Nicke von keiner Regierungsstelle befohlen und er kann

Marburg

BienM den 12. M

«rachmand

M WMe Wution.

Die Kunde von dem politischen Umsturz in Bul- earten hat in Deutschland überall lebhafteste Ueber- rafclmg ausgelöft. Und doch konnten stch biejeutgen, dte den Dingen näher standen und die letzte Sniwicre- lung in Bulgarien verfolgten, über die Früchte der Regierung Stambulinski niemals im Zweifel sein.

Das bulgarische Beispiel zeigt wieder einmal bat das alte Wort auch tn der Politik wahr tft: .Streugr Herren' regieren nicht lange". Der Bauernfityrer Siambnltnskt glaubt durch eine Dtktattir all die Re­gungen und Strömungen im Innern Bulgariens nte- derzuhalten oder auslöschen zu können, die sich im po­litischen und wirtschaftlichen Leben Bulgariens Gel« nmg zu verschaffen versuchten. Wenn eS ganz beson­ders überraschen mußte, dass diese Regierung Stam- bultnsN gestürzt worden tft, obwohl sie im Parlament über eine erdrückende Mehrheit verfügt so wäre zu entgegnen, dass gerade dieser Umstand dazu betgetra-, gen hat, dass ausserhalb der eigentlichen politischen und parlamentarischen Atmosphäre die Widersacher des gegenwärtigen Regimes sich selber stndet, aber mich tn aller Geschlossenheit den enffchetdenden Schlag organisieren tonnte. So kam es, dass die bulgarische Revolution tn kaum mehr als einer einzigen Stunde zum Stege geführt bat. Damit dürfte sie hinsichtlich

9tt »Ml ötMMkt.

Paris. 12. Juni. Havas berichtet: Dc. Standpunkt der englischen Regierung könne wie olgt gekennzeichnet werden. Die britische Regie« rung glaubt al, vorbeöiugung für jede inter­alliierte Berhandlung die Einstellung de« passive« Widerstande» im Ruhrgebiet 1* verlangen und daß die große Gefahr einer ko«««- nistischen Reaktion entstehe« könne. Die englisch« Regierung betont, daß »ach ihrer Ansicht Verhand« fangen unter den Alliierten auf der Grundlage de« deutsche« Memora«dums stattfinde« könnte« «ich chliigt deshalb vor, den deutschen Plan «mzuänder« und Deutschland dahi« zu bringe«, die Ziffer« de« Planes Bonar Laws anzunehmen. Wenn die fran­zösische Regierung glaube, auf ihrem Standpunkt be­harre« zu müsse«, so schlage England vor, ein« Konferenz alliierter Sachverständiger zusammen zu berufen, die die Mission habe« solle, eine Enquet« über die allgemeine Lage Deutschland» vorzunehme« und di« Ziffer zu bestimmen, aus der man die Repa- rationszhalungen aufbaue« kan«, um da«« auch da» umfasfende Problem der europäischen Lage z« stu­dieren. Fall» die Sachverständigen sich nicht einige« könnten, würde die belgische Regierung es unter­nehmen, selbst Vorstellungen bei der deutschen Re­gierung zu erheben, damit dies« dem passiven Wider­stand im Ruh^ebtet ein Ende mache.

London, 11. Juni. Für heute abend 6 Uhr ist eine Sitzung des britischen Kabinetts zur Erwägung des deutschen Memorandums anberaumt worden. Den Blättern zufolge erörterte Curzon heute die deutsche 91r<e mit Sachverständigen und empfing den britische« Botschafter in Berlin, Lord d'Abernon und ausserdem de« französischen Botschafter Graf Satnt Mulatte, der ibm eine Mitteilung Poincaräs überreichte und zwei Stunden mit Curzon beriet. Curzon erwartet noch die Anstchtm der italienischen <tnb der belgischen Re­gierung, sodass dem britischen Kabinett in der Sitzung heute abend die Ansichten der drei AMertcn vorlie- g n würden. Während deS Wochenende« hätte« seh« wichtige Erörterungen zwischen Bahdwfa, Curzon. Lord Robert Cecil u«d anderen KabinettSmltgitedcr« ftattgeftinden.

I ' London, 11. Juni. Auch Darwin betont im - i tOftserver", daß bei einer Regelung, die die wirt- jchaftliche Erholung Deutschlands ermöglich.', seine Zah­lungsfähigkeit höher zu veranschlagen sei, als die deutsch

1 i Legierung jetzt zugebe. Stelle PoiNcar^ Deutschlant- ; tin neues Ultimatum, das tatsächlich ein U U i mal um ! V *n England sein würde, si> würde die britische $ec«e» : tang und zweifellos auch die Ualienische gezwungen fein, in erklären, daß Frankreich ncht soweit gehen könne, dir Kontrolle ihrer eigenen Interessen wahrzuneymen. »Sunday Times" schreibt, Europa'sei an einem Wense- bankt angekommcn. Wenn England sich jetzt iseicht behaupte, so könne es den Gedantcn i infgeben, den Lauf der Ereignisse in i-i Europa zu beeinflussen.

i F London, 11. Junt. Der btpiomatttoe Berickt- ttftatter des .Daily Telegraph" schreibt, die Unter- tebung, die Lorb Robert Cecil tn Parts mtt Millc- tonb hatte, habe auch dte Frage der Verwaltung deS ^oargebicts und des Stcherhettspaktes de« Völker

l bunbes betroffen. Sie habe keineswegs die : vorherrschende pessimistische Stim- > »luiia in britischen tote auch tn fron» fasische « Kreisen vermindert. Für bte "rftifche Regierung fei daher die Lage im gegcnwär-

i ügen Stand weiter unsicher und sehr besorg- *i8erreoenb. Die «lltterten müßten sowohl aus poltlisch« als auch auf dte finanzielle und toftk- ^aftltche Erörterung ver augnebltcklicheii Lage Werl «Oen und müssten sich auch bemühen, anbrre als ihre t Eigenen feparaten Interessen zu erwägen.

k London, 11. Juni. Stanley Baldwin tagte im E «Merhause, er fet nicht tn der Lage, irgend eine Er- "ärung bezüglich der deutschen Rote abzugeben.

« 8 o n b e n / 11. Sunt. Baldwin erklärte int Unter»

t ««fe, Lord Robert Cecil werbe Grotzbrttannten im i ~6Ueti>unbdrat tat berfcü*« Weite betteeteu, tote cs

i »ten. England müsse es ablehnen, sich weit.rhn- **'* Frankreich mitschlcppen zu lassen, ei ^'Msse eine britische Politik befolgin, in Gemeinschaft

| London, 11. Jan.Daily News" sch.-ebi, wenn f.>ncate uiUvckerruslich entschlossen sei, jeden Negetungs fasihlug abzulehnen, so würde Großbritannien §«8f jeden Fall die Freiheit haben, feine ittfl tne Politik zu formulieren. Mit der Aus- Hcht darauf, daß sich ihm Belgien und Italien bald an« liestrn würden. Der moralische Druck, der rch diese Kombination ausgeübt würde, libnte bald den politischen Zusammen- truch der Poincar^-Gruppe herbei führen.

DerDbferbcr" setzt auseinander, daß die Sckwie- -igkeite» nsur in Bezug auf Frankreich kßehen. Denn mit Deutschland könne fi6 ßngland allein sofort einigen.

.Daily Chronicle" schreibt, das d » u t s chc Angebot

hftcht, sich ihrer Forderung anzuschlnßen, das die Deiit- fei den passiven Widerstand im Ruhrgebiet einstellten, Kv»r Verhdrndfang-n «öffnet nrfaben. Engla nd 558 ||ille somit die Legalität dessen zugeben.

... bei seiner Ans:cht >«ck illegal ist, wenn am" Morp> dieser Forderung bestanden würde, Halle eine Be­

würbe gebeten, der englischen R-g-'erunz davon Kenntnis zu geben, um ein gemeinsames Studium durch die Alliier­ten bor^ubereiten. Eine gleiche Mitteilung wird der itlaftnischen Regierung durch den bel-isch.-n Botschafter in Rom gemacht netten. Nach Ansicht der belgischen Re­gierung sind diese Arbeiten drtzu bestimmt, das Studium des Problems der Reparationen zu erleichtern. Damit doch, wie schon das Kommunique am Schluß der jüngsten Brüsseler Zusammenkunft besagte, dieses gemeinsame Stu­dium wieder ausgenommen werden könne, muß vorher dir deutsche Regierunr den passiven Wider­stand aufgeben, ' b ;t (efeUtrn Gebieten

Wie wir bereits gestern mitteilten, sind in Dort­mund zwei französische Unteroffiziere erschoßen wor­den. Die Täter kennt man nicht, ja es liegt die größte Wahrscheinlichkeit vor, daß die Franzosen nicht von Deutschen erschossen sind. Das hindert aber die französische Soldateska nicht, in blut­rünstigem Wüten zu Represialien zu schreiten, die -hon schwere Opfer aus der deutschen Bevölkerung gekostet haben. Dies Volk, dem der Sadismus im Blute liegt, kann nicht anders; es ist sich wohl aber nicht klar darüber, was es mit seinen Taten in deutschen Herzen erweckt. Daß die französische Preße die Tat auf die deutsche Propaganda, ja sogar auf die Kanzlerrede zurückführt, die zur gleichen Zeit (!) gehalten wurde, gehört zu dem üblichen Material, mit dem sie arbeitet.

Zwei Franzofen erfchoße«.

Dortmund, 11. Juni. Zu der Mordtat an zwei französischen Offizieren teilt die zuständige Stelle mit: Die Tat wurde nicht von Deut- chenverübt. Die Gefchoße, mit denen die Offi­ziere getötet wurden, entstammen Gewehren oder Karabinern. Infolge des verschärften Belagcrungs- zustandss kam es gestern abend zu Zwischenfällen "?ie Näumung der Straßen um 9 Uhr wurde teil­weife unter Mißhanblungen der noch auf den Stra- zen Befindlichen durchgcführt, wobei die Franzosen reichlich Ohrfeigen und Fußtritte aus­teilten. Ein Zivilist erhielt im Laufe des Abends bei der Räumung der Straßen einen tödlichen Schuß. Drei weitere Leute wurden nachts er-' schoßen und zwei schwerverletzt; sie erlagen bald darauf ihren Verletzungen. Durch Augenzeugen wurde festgeftellt, daß die Franzosen aus nächster Nähe ohne vorherigen Wortwechsel die Personen erschossen haben. Drei der Leichen mußten von den Deutschen zu der Stelle ge­schleppt werden, wo die beiden französischen Offiziere erschoßen worden waren. Die Leichen wurden in die Blutlachen der Offiziere gelegt.

Bei der Besetzung des Stadthauses heute morgen wurden von den Franzoicn 41 Millionen Mark be­schlagnahmt. Die Truppen im Stadtkreis-sind be­trächtlich vcrnichrt worden.

Dortmund, 11. Jun?. Wegen Erschießung der beiden Adjutanten der französischen Besatzung in der letzten Nacht sind der stellvertretende Polizei­präsident Martinius sowie der stellvertretende Ober- bürgermeister Fluhme verhaftet worden. Im Laufe des gestrigen Tages und in der Nacht wurden in Dortmund fünf Zivilpersonen erschos­sen und eine Person jckwer verletzt. Die Truppen im Stadtkreis wurden verstärkt. Etwa 100 Soldaten besetzten mit einem Maschinengewehr das Stadthaus. Am Südwall steht starke französische Kavallerie. Die Zahl der Verhafteten soll 100 über­steigen.

Dortmund, 11. Juni. Um 11 Uhr vormi tags war die Lage im allgemeinen unverän­dert. Vor dem Haupteingang des Stadthauses wurde ein zweites Maschinengewehr in Stellung ge­bracht. Die im Stadthaus befindlichen Personen wurden mit Erschießen bedroht, falls sie sich an den Fenstern zeigten. Um 121,4 Uhr wurde das Stadt­haus von den Franzosen wieder geräumt.

P a r i s, 11. Juni. Nach einer Düßeldorfer De­pesche einer Nachrichtenagentur, die derPetit Pu­risten" veröffentlicht, sollen die letzten Nachrichten aus amtlicher Quelle, wie es scheine, ergeben haben, daß der Tod der beiden französischen Feldwebel nicht auf eine nationalistische deutsche Propaganda zurück­zuführen sei.

Herne, 11. Juni. Am 8. Juni wurde eine Frau Kleine von Franzosen durch Schüsse schwer ver­letzt; tags darauf erlag sie ihren Verletzungen. Der französische Kommandant bot den Angehörigen eine Abfindungssumme von 500 000 <M, an, deren An»

Utung keinen Zweck, wenn sie Franzosen wirftick Separationen wollen, so werbe England ihnen hclftn. rlleS zu bekommen, was man von Dentsck-

1 0 tft« ° El Freunden, die bereit seien, mit England in der Sach, [bk. tes Friedens unfc des Wiederaufbaues der Well zu

Der Anzelgenprei» beträgt für bett 9gefp. Zeilenmillimeter 180 TOL (RI. Anzeigen und Familietr-Ln, gegen bar, 150 Mk. Amtliche und aurw. Attzetgen 225 Mk. Bei schwierigem ro SaB 50*/. Ausschlag. Spät einlaufende oder den Raum über'/.Seite etnaedmende gg. YUljlA, Anzeigen werden nach der Tertfpaltenbreite berechnet Reklamen der ZeilenmtMmeter ....

500 «(fff Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Belege werden berechnet Bei Aus» IQvX ,

funft durch die Eeichaftsft. und Vermittlung der Angebote 100 M, bei Ueberfendung IwfaW durch uns 100. Mk. ohne Part». ___________________

W scheint in der Tat su>, als ob man in England tat wisse, daß, wie derObserver" sagt Europa an Stent WendeHnkt steht und England in brr Gefahr fei, tajnen Einfluß in Europa an Frankreich zu verlieren. Pas ist der Sinn der Diskussionen, die hinter den Kulissen schräg ^sührt werden und die sich an bk Frage lammern, di- wir onfofe »tpassivem Widerstand" bezeichnen. Von dem was wir ' ® ir.«Boten haben, ist fast nicht mehr die Rebe. Frankreich Ä!n«C yll sein« Zustimmung zu einer gemeinschaftlichen Be- kichgt «nttDortung der deutschen Note davon abhängig machen, Die Deutschland sich zu der Frage des passiven Wider-