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Amtliches Verkiindigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheMchej Oberhefseir
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Rr IM elementarer (Eteignifie tetn Er,atz. — »erlag von Dr. LHitzeroth. — Druck der Univ^Buchdruckerei von 3oh. Lug. Koch, Markt 21,23. — Sterniprefier 55, Poft.
1923
idxtftonto: Sir. 5015 Lmt Frankfurt a. Main.
Dev Mangler in Münster
Echo ix
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fielt* und Echo de Paris*. DaS letztere Blatt rekapi« tultert den Inhalt des französischen Memorandums vom 2. 1. tote folgt: Herabsetzung tei deutschen Schulden auf 50 Milliarden Goldmark, vorausgesetzt, daß gleichzeitig sümtlich« interalliierten Schulden kompen» siert werden, und Erhebung verschiedener Einnahmen in den besetzten Gebieten, die jährlich eine Mtlliardt Goldmark ergeben toürben, btS Deutschland seine nor-
Lages fortgesetzt worden. Das Einvernehmen der beiden Negierungen sei schon jetzt sichergestellt. In Belgien wie in Frankreich scheine man eine gollckttv- antwort zu wünschen, in der kurz eine Ablehnung, begründet durch die Tatsache, das; Deutschland nicht die Einstellung des passiven Widerstandes an der Ruhr ankündige, formuliert werde.
Der diplomatische Redakteur der Agence Havas glaubt zu wissen, daß Poiueare offiziell dem Foretgn Office mitgeteilt habe, daß Frankreich gern eine gemeinsame Antwort der Alliierten auf die deutsch«
Paris, 10. Juni. Havas teilt mit,
Di« ^Obethejfijche Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 6000 Mk. mit ZusteNungsgebühr. Für aussallende Nummern infolge Streiks ooet
nungsaustausch über die neuen deutschen Vorschläge zwischen Parts und Brüssel sei im Laufe de gestrigen
vom 12. Januar zu verhandeln. Durch diesen Schritt werde den Engländern die Möglichkeit geboten, die Einheit der alliierten Front wieder berzustellen (d. h. die Einstellung des passiven Widerstandes wird gefordert. D. Red.).
Die Darsiellung wird destättgt vom »Petit Pari
malen Zahlungen wieder aufnehme. Das
Münster, 9.Juiei. Der Reichskanzler, welcher heute Vormittag in Begleitung des Staatss.kretärs Hamm von der Reichskanzlei hier eintraf, wurde am Bahnbof vom Oberpräsidenten der Provinz Westfalen, Gronowski, empfangen und namens der Bürgerschaft von Chefr-dak- teur Dr. Contzen begrüßt. Der Reichskanzler begab sich zunächst nach dem Hotel Fürstenhof und gegen 11 Uhr uach dem Oberpräsidium, wo eine Sitzung mit Vertretern der Beamtenschaft, der Landkreise, der Kommunalver- tvaltungen und der Regierungen stattfand. Nachmittags um 4 Uhr hatte der Reichskanzler eine Besprechung mit den Gewerkschaftsführern. Abends 61/. Uhr folgte der Retchskanzler einer- Einladung des Oberbürgermeisters Sperlich zum Abendessen. Um 8,15 Uhr erfolgt ein Empfang durch den Reichsverband der Deutschen Presse im alten Rathaussaal. Hieran schließt sich ein Bierabend.
Vor dem Oberpräsidium hatte sich eine große Menschenmenge zur Begrünung des Reichskanzlers eingefunden Geheimrat Dr. Krickmanu bat den Reichskanzler der gegen 11 Uhr. in Begleitung einiger Herren zu Fuß vor dem Oberpräsidium erschien, um einige Minuten Gehör. Er sagte im Namen der deutschnationalen Jugend: Tie Regierung hat schon zu viel verhandelt, ver- ständigt, nachgegeben. Wir wollen Taten. Taten einigen das Volk, Taten retten das Volk und auf Taten harren wir. Der Reichskanzler nahm das Wort und sagte ungefähr: Ich danke Ihnen für Ihre Worte. Seien Sie überzeugt, daß von derselben ß:ebe zum deutschen Vaterland und zum deutschen Volk jeder Schritt der Regierung geleitet wird. Wenn Sie an meiner Stelle säßen up>- wenn Sie die Berantwottung in ihrer ungeheuren Grk stüichlich zu tragen hätten, dann würden Sie auch feinen anderen Schritt unternehmen können als ihn die Regierung unternommen hat und unternehmen mußte. Sie führt eine Polittk der Treue und Redlichkeit.
Münster, 9. Jam. Heute Abend sand zu Ehren des Reichsverbandes der Deutschen Prrsie ein Empfangs- abeich statt, der von der Stadt Münster im Saale des historischen alten Rathauses veranstaltet war. An diesem Empfangsabend nahm der Reichskanzler Dr Cuno und der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns lrik. Nach den Begrüßungsansprachen des Oberbürgermeisters von Münster Dr. Sperling, des Oberpräsidenten der Provinz Westfalen Gronowski und des Vorsitzenden des Reichsverbandes der Deutschen Presse, Chefredakteurs Bäcker, nahm der Reichskanzler zu einer Ansprache das Wort, in der er n. a. ausführte:
Vorgestern haben wir den Mächten un 'er Memorandum als Ergänzung zur Note vom 2. Mai üver- grhen. Ich begreife die SpannnngundUngebuld, mit der unser Schritt ermattet wilden ist. Er ist ein natürlicher Schn'tt auf dem Weg, den die Regierung von Anfang an gegangen ist. Die Lösung der Reparationsprobleme um jeden mit der deutschen Staatsfreiheit und der deutschen Wittschastskraft zu vereinbarenden Preis ist das Ziel und die Aussprache in offenen, ehrlichen und gleichberechtigten Verhandlungen ist der Weg, den die Regierung sich vorgezeich- net hat. Nichts ist unterlassen worden, was der Sifung dieser Aufgabe dienen könnte. Es gilt alles cinzu- setzen, um für Rhein und Ruhr die Wiederher st el- lun g des Rechtszustandes zu erreichen. Es gilt alles zu tun, um die furchtoaren Leiden zu lindern. Lange ist die deutsche Regierung auf Ablehnung gestoßen, bis Lord Curzons Ratschläge ihr eine neu Möglichkeit gaben, die Note- vom 2. Mai absenden zu können. Gegenüber den Son Frantretch erhobenen Einwänden gegen diesen Schrftt führte oer ReichSkanzft« besonders die Tatsache an, daß der Vorschlag der Einsetzung einer internationalen Kommission vo der Reparationskommission selbst seinerzeit ausgegangen sei. Die englische und die italienische Antwort erörterten eine Möglichkeit zur Fortsetzung Der Meinungsaustausches. Es hariMe sich in der Frage der Leistungsfähigkeit um die Methode des ehrbaren Kaufmanns. Zur Frage der tatsächlichen L e i st u u g s fähig leit Deutschlands üb.-igehend, erklärte der Kan, ler, sie werde im Auslände weit überschätzt, wa« die Gegner selbst dadurch anerkennen, daß sie jetzt feen Gedanken großer Anlnhen auf gegeben haben. Wenn nu eine unparteiische internationale Instanz darüber entscheide, auf der Gru'idlage des Deutschland im Versaille Vertrag zngestandenen Rechts, noch dem die Leistungsfähigkeit und die Hilfsmittel Deutschlands feine Repa cationspslicht begrenzen und die gesellschaftliche, toirt schaftliche und finanzielle Organisation in Deutschland aufrechtzuerhalten ist, würde es seine v -sle Tatkraft xn Reparationen zuwenden. In den neuen Garantien ist bis an bte Grenze des Möglichen gegangen woroen in der tiefen Zuversicht, daß, wenn erst einmal der Plan
J. H. Schäfer U
KManwMtr.il I
Marburg
Mag. bei 11.3mi
Brachmrnd
Parts* sagt zum Schluß, ferbftverständNch wäre bU Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Besetzung btif zur völligen Bezahlung der deutschen Schuld gerecht fertigt.
Paris, 9. Juni. Der Londoner Berichterstatter der Havas-Agentur meldet, für die englische Regierung scheine sich die Lage wie folgt darzustellen: Di« deutschen Borschläge würden als in besonders hohem Grade für unvollständig betrachtet, aber sie tonnten unter den Alliierten geprüft werden. Aus dieser gemeinsamen Prüfung würde die Berlin zu erteilende Antwort hervorgehen. Die englische Regierung wünsche also, datz das deutsche Memorandum nicht plötzlich und unerwartet abgelehnt werde uni zu gleicher Zeit, datz die Alliierten sich über die Form und die Methode ihres Meinungsaustausche« verständigen müßten, um die Vereinbarung einer gemeinsamen Antwort an Deutschland nicht zu erschweren. Die Räumungsfrage bilde übrigens immer noch zum grötzten Teil den springenden Punkt der Lage. Sie verursache ix London sehr ernste Besorgnisse, da die Haltung der Regierung hinsichtlich der Besetzung des Ruhrgebiet« ! nverändsrt sei. Diese Frage sei von ganz besonderem Interesse für das Kabinett, das nach der Möglichkeit suche, die Lösung zu finden. Nichtsdesto« "Niger sei nicht daran zu denken, datz der englisch« Standpunkt eir.c bestimmte Formulierung erfahren werde, bevor am Montag der Kabinettsrat statte gefunden habe. Diesen in offiziellen Kreisen gewonnenen Eindrücken fügt der Berichterstatter folgend« nicht kontrollierte Mitteilungen hinzu, die gestern abend in politischen Kreisen und in der Presse umgegangen seien. Man erkenne an, datz das deutsch« Memorandum d:e Intervention Englands nicht etr leichtere. Indessen mache man sich darauf gefaßt, daß der Premierminister Frankreich und Deutschland die Zustimmung zu einem Waffenstillstand vorschlagen werde, während bi< Alliierten zunächst untereinander verhandeln uni dann mit Deutschland über das letzte deutsche Angebot und die Zahlungsfähigkeit Deutschlands.
London, 9. Juni. Die Beurteilung des deutschen Memorandums in der heutigen Presse ist weiter günstig. Die gute Aufnahme de» Memorandums in den Vereinigten Staaten wird hervor» gehoben.
Die „Westminster Gazette" schreibt in einem Leitartikel, da Mc Kenn« einen von Baldwin und Lord Curzon gebilligten Plan zur Reparationsfrage habe, so sei wünschenswert, daß er so schnell wie möglich in die Lage komme, seinen Abfichten Wirksamkeit zu verleihen. Mc Kenn« würde dem Land« einen grotzen Dienst erweisen, wenn er dieses Problem aus der augenblicklichen Entwicklung heraus lösen könnte.
Paris, 10. Juni. Nach dem „Watin" würde bte englische Regierung Frankreich die moralisch« Unterst ützung Engöands in Aussicht stellen, um die Einstellung des pafstven Widerstandes zu erreichen, ohne jedoch der Besetzung drö Ruhr, gebietcs offiziell zuzustimmen. Frankreich müsse sich jedoch zur Teilnahme an einer Konferenz bcretterNS. reu, auf ber die Rcparntionsfrage zuerst unter den Alliierten und sodann auch mit Deutschland, und zwar auf der Grundlage der Vorschläge Mae KennaS, zr erörtern wäre.
Eine Wendung in der englischen Politik?
London, 10. Juni. .Observer* und .SunDay Times- Iwtonen nachdrücklich, daß die neue britisch» Regierung das deutsche Memorandum zum Ausgangs« punkt einer endgültigen Regelung der Reparation»- frage machen müsse.
Nach einer Information des diplomatischen Berichterstatters des „Obfcrber* findet die erste wirklich bedeutende Sitzung des englischen Kabinetts Montag Vorntittag statt. Baldwin habe erkannt, daß bet den augenbltSltckwn Mechoden Frankreichs ein Ueberetn- kommen vollkommen unmöglich ist, und daß die für Europa entscheidenden Fragen weit wichtiger seien als die französisch-englisch« Freundschaft. DaS Kabtnett werde morgen Über das deutsche Angebot sowie über bte Möglichkeit einer Vereinbarung mit Frankreich beraten. Ueber das deutsche Angebot selbst sei die Ansicht der Regierung etwa die, daß der jetzt von Deutschland in JahreSzah- hingen angebotene Betrag möglicherweise Deutschlands unmittelbare Zahlungsfähigkeit darstelle, jedoch nicht feine spätere Zahlungsfähigkeit. Diese sei aber nicht die dringendste Frage, umsomehr alS die deutsche Regierung alle notwendigen Unterlagen über dt« Zahlungsfähigkeit DetttschlandS zur Verfügung stelle was nach britischer Ansicht zur Regelung führen werde. Der französische Standpuntt sei für die britische Regierung vollkommen unannehmbar Werde daraus bestand, so bleibe keine andere Wahl alS vollständiger Bruch zwischen Frankreich und Eno» land. Man hatte es in London für ausgeschlossen, datz 12 Millionen Rntzretnwo,-trete towi
Skk euM-'mMA 6tgtiM.
Zn der Beruteilung des deutschen Memoran- durch das Ausland, wie wir fie am Samstag ^sführlich Wiedergaben, hat sich nichts Wesentliches Ändert. Die englische Auffassung, wonach das fische Angebot eine ernst zu nehmende Grundlage ßr die von dem englischen Volk und seiner -Regie« eng sehnlichst gewünschten Verhandlungen sei, steht -tzer französischen Ablehnung gegenüber. Von dem ßusgang dieses Konflikts hängt — und das lernt« schnei unsere unselige Lage so deutlich wie möglich ! —unser Schicksal ab! Zunächst unterstreicht man h England Frankreich gegenüber die Brauchbarkeit t8ifeie5 Angebotes und sagt den Franzosen dabei «ich mal eine Wahrheit. Die „Times" fragen, was knit „passiver Widerstand" sei. „Ist Frankreich zu ßegenleistungen bereit'?" „Wird es überhaupt seine Iruppen zurückziehen wollen?" Aber schon leuchten * ersten Lichter auf aus dem, was die Engländer «chMtlich wollen. Man weiß ja, datz die jetzige kon- jävative englische Regierung für eine Znternatio- 1 jeliftcrung des Rhein—Ruhr-Gebietes zu haben ist krst schüchtern, dann immer lauter wird das Wort »m Waffenstillstand a« der Ruhr er- isnen. Ein Zustand, der dann zu dem gewünschten «glischen Ergebnis hinüberführt. Für uns ist die Beige also nach wie vor kritisch wie nie zuvor. Frank- kkich weife wohl, daß die Lasten, die das Memoran- j M verspricht, fast über unsere Kraft gehen. Es 1 pht ihm aber um die Erreichung seiner politi- i schen Ziele. Jetzt oder nie! will es die dauernde snechtimg und Zerschlagung Mitteleuropas. In gewißem Sinne liegt für uns heute in der einheit- Men Anerkennung unserer Note eine Gefahr. Eng- knd, das eine Möglichkeit steht zur Verständigung, Hfid bereit fein, alle übrigen Hinderusse schnell zu Wütigen. Nun fordert Frankreich: Erst Einstel- tetg des passiven Widerstandes, dann Verhand- tragen. Man kennt die mehr unverschämte als «ive französische Ansicht, datz sich die Aufrechterhal- iäitfl der Ruhrbesetzung sehr gut mit einer deutschen k-rantieleistung vertrage, ja datz sich beides erst et« Hnzen müsse. Wir wissen, was dabei auf dem kviele steht. Eine Lösung nach diesem französischen Rezept würde uns wirtschaftlich und finanziell ans besser liefern, ohne datz wir in dem Kampf um die Freiheit von Ruhr und Rhein auch nur einen öhntt weiterkämen. In England ist man wahr- Oemlich geneigt, diese deutsche Kampfstellung als i M Hindernis auf dem Wege zur Verständigung zu - »trachten und man verbreitet deshalb von dort die Parole: Waffenstillstand an der Ruhr, «s heißt in diesem Falle: Verzicht auf unsere letzte «rteidigungswaffe ohne jede Gegenleistung. Hier ? der Punkt, wo wir auch nicht einen Zoll breit &ben preisgeben werden, der Punkt, wo der eigen!« Re Kamp ferst einsetzen wird. Erfreulicherweise m Reichskanzler Dr. Cuno keinen Zweifel daran fassen, datz er und sein Kabinett mit der ent« »offenen Durchführung dieses Kampfes steht und “t und dies auch am Samstag in Münster mit Der Deutlichkeit ausgesprochen.
i Ljpie neusten Nachrichten aus England scheinen die Mfaff'uug zuzulassen, datz eine Schwenkung der eng« Wn Politik möglich wäre. Ob dies mehr ist als ^ohung und Geste gegen die Franzosen, muß ab« । artet werden. Wir Deutschen haben das Recht, 5 F Fefern Punkte skeptisch zu sein.
i ^London, 9. Juni. Der Berichterstatter des . z^Ely Telegraph" schreibt: Der Standpunkt der ^nzössschen Regierung scheine von den britischen _>üchten weit entfernt zu fein, so daß er nur wenig glicht auf eine sofortige Vereinbarung oder Äon= 1^5 biete. Poincatö sei abgeneigt, irgendwelche Rrfchläge Berlins zu erwägen, bevor nicht die ^tsche Regierung die Politik des passiven Widerndes im Ruhrgebiet aufgegeben habe. Er sei r?'0 abgeneigt, der Räumung des Ruhrgebiets zu- ^'mmen, bevor Deutschland nicht seine Verpflich- |®8en erfüllt habe, wenigstens gegenüber Mvkreich oder Belgien. Schließlich sehe Poincar^ °on Cuno angebotene Zahlungsmethode sowie Garantien weder als angemessen noch sicher an.
" Ncar6 scheine auf jeden Fall gestern in London geteilt zu haben, daß seine Zustimmung zu einer «eftivantwort an Deutschland und zu einer da- /’*' folgenden Konferenz von folgenden Bedingun- : obhänge:
L Der deutsche passive Widerstand mutz aufhören.
Der deutsche Verschlag eines internationalen ^berständigenausschusses mutz verworfen werden, ** dem Vertrag von Versailles widerspricht.
Die von Deutschland vorgeschlagenen Garan- I? müssen in ihrer gegenwärtigen Gestalt als verworfen werden.
der Reparationsschuld in einet mit der RepavattonSkraft Deutschlands zu vereinbarenden Wrisr ft st gestellt ist, das deutsche Volk bereit sein wird, aus Beiitz, Arbeit uno Einkommen die größten Opfer für hie volle Freiheit und die Wohlfahrt der künftigen Generalion zu bringen. Wft die Garantien aufzubringen, wie weit sie onszudehnen und wir die Lasten zu beriet ten sind, wird der Staat bestimmen, und es ist nicht ohne Belang, baß er sich bei diesem Angebot auf die au? eigener lleberzeuzang geschätzte Bereitwilligkeit der deutschen W'rtichaft stüven konnte, denn das entkräftet die Bemängelung auch derjenigen Auslande, die sich bisher nicht genug tun konnten, den deutschen Staat als zu schwach b.nzustellen, das die deutsche Wirtschaft bindende Leistung-Versprechungen abgeben könnte. Diese eindeutig: Anerkenntnis bet Reparationsverpftichtung-n im deutschen Memorandum werde auch bestätigt durch die Leistungen, dir Deutsch land bisher bewirft hat. Di' Leistungen aus vorhandenen Beständen, aus lauienher Produktwn und die Bar- zahlnngen beliefen sich Ei? End? 1922 mf r;mb i 2 */. Milliarden Goldmark und unter H-nzuziehnng weiterer Leistungen aus dem Ausgleichsverfahren für Be- satzungskosren, Kornm-sson n r_ n. avi 5 4 Mi 1 l' ard en.
Ans die augenblickllche Lage im Ruhrgebiet übergehend, erinnerte der Kanzler zunächst an die Tatsache, daß, abgesehen von den zahllosen Opfer; richterlicher Willkür, mehr als fünfzig Deutsch? unmittelbar durch die Hände der Besatzung? möchte das Leben verloren haben und fünf zigtausend deutsche Beamte, Angestellte. Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Privat? aller Beruft, Männer, Frauen und Kinder, seit dem 11. Januar Haus und Heimat verlassen mußten. Boll und Regerung suhlen sich ihnen allen von ganzer Seele zu Dank schuldig und werden alles tun, um ihr Los zu lindern. Mir wollen, so fuhr der Kanzler fort, den Grieben und sind unseren westlichen Nachbarn gegenüber zu ieder wie immer gearteten Friedenssicherheit auf dem Boden der Gegenseitigkeit bereit. Aber das erklä--' ich öft-ntlich und ftj r'ich:
Es gibt keinen Preis, für den uns bte deutsch n Lande an Rhein und Rufft, an Saar und Mofel feil wären; leinen Preis, um bet; wir das R cht des Reiches und ber anderen Staaten In diesen deutschen Landen mindern ließen!
In dieser Erklärung weiß ich mich mit allen politischen Parteien und Schichten des dnttschen Volkes. Denen aber, die das Selbstbestimmungsrecht der Völker und Stämme dem Rheinland geben möchten, fei entgcgen- gehalten: Deutschland weiß, was >;s mit der Lioe tst germaniguc ber „Deutschen Sißertät" Luowias XIV. und seiner Nachfahren auf sich hat. Wäre es nicht eine Verhöhnung des Rechtsbegriffs utw unt lgvare Beschmutzung für alle Völker, wenn bei dem figuten Freiheiiss'hnen, das sie in ehrenvoller Erinnerung haben, heut: von ihnen zugelassen würde, daß über 12 Mill onen Menichen verfügt wird, wie über tote Ware! Aus diesem Grunde tiefer Einigkeit des deutschen Voifts schöpf: ich auch das Recht zur Mahnung, wachsam und besonnen nv bteiben.
Nachdem der Kanzler noch auf die Gefahr des Nichtver- stehens großer Schichten des oeulschm Volkes untereinander hingewicsen und an das foiiaL Verständnis der Unternehmerschaft appehvrt hatte, schloß er mit >en Worten: Heute ist es aller Deutschen Pflicht, für Rhein und Ruhr, für Saar und Mosel sestzubleiben und die Treue zu bewahren und allererste Pflicht, gut? Deutsche zu. sein! (Lebhafter Ressall.)
Nach der Rede b:s Reichskanzlers sangen die im Saal: Verscrmm.'lten das Deutschland-Lied. Jnzw schen hatte sich auf dem Prinzipalmarkt ane nnüocrsehbare Menschim- menge angesaminrlt, die in brausende Hochrufe ausbrach, als ber Reichskanzler auf den Sentenzbogen des alten Stadthauses trat. Hier hielt ber Kanzler eine kurze Ansprache an all die Tausende:
Ich habe heute aus den Aussprachen mit allen Teilen der Bevölkerung ersehen können,'wie treu Westfalen jum Reich steht (Stürmisches Brava.) Ich weiß, daß die Westfalen, die jetzt an ber Ruhr kämpfen, das Reich niemals im Stiche lassen weeoen.
Tw raus setzte unter der Leitung von Prof. Volbach das Orchester ein. Es ertönte, von einem Massenchor gesungen, auS Wagners „Meistersingern" die Huldigung des Volkes an Hans Sachs, darauf erllang Beethovens „Die Himmel rühmen" und zum Schluß das Niederländische Vankgebet^ iu das all die Tausende ein- stimmten Während fees fitzten Liedes erstrahlte der Lnipbertt-Turm in bengalifcherr. Licht
der Mei-1Note mitunterzeichnen würde, wenn btefe sich “ darauf beschränke, von Deutschland bte Einstellung bet gegen ben FrtebenS- Vertrag gerichteten Polittk zu verlangen uub nach Erfüllung bteser Bebin- gungen über bie allgemeine Regelung ber Reparattonsfrage auf bet Gtunb- inge bes ftanzöstschen Memoranbums
Der Anzeioenprei, beträgt für bex 9ge[p. Zeilenxiillimeter 125 Stt (Kl. Sivigen uxb
Familien-Snz. gegex bat, 100 «k. Amtliche und au,w. Snzeigen 150 Mk. Bei jchslertgex, -a
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