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Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Die Verhandlungen be5 vom Reichstage eingesetzt," Untersuchungsausschusses über die Ursachen de? Zu­sammenbruches der Markstübnng«akt''on haben, wie von Vornherein vermutet werden ntuGb. irgend ein greifbar'? Resultat nicht gezeitigt. Die Sachverständigen, in?» besondere der ReichSbankpräs'dent Davenstein und der Bankier Loeb, stimmten darin überein, daß eine dauernde

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tztützungsaktion von vornherein garnicht in Aussicht g-- n»mmtrt werden konnte. Die Anqrisse der Sorialdemo» kratie gegen die Reichsbank und gegen die Industrie sind hei den Verhandlung " -usg-^mrnaebrochen. Int, ^sant war, baß Präsident Hovenstein bk gesamt-m De­visenbestände in Deutschland auf b.'chst'ns zwei Miflior- ttn GoDmark schätzte, sodaß also bk Klagen über Aus- speichernnc, von Devisen als übertrieben angesehen wer- kn müssen Bankier Loeb bezweifelte sogar, daß der Devisenbestarck in Deutschland -f? 1 <n?;<Tin« <So1b» mark sei, wozu freilich noch für eine halbe Million Holdmark ausländische Noten hinzukäm--n. Was endlich hie Frage der Kreditgewährung der Reichsbank an die Industrie anbetrifft, so betonte der Reichspräsident, daß hei der Kreditgewährung eine scharfe Prüfung borge- mmen würde, daß diese Krckite keinesfalls zum An­kauf von Devisen oder Auslandsnoten verwendet wur­den, sondern lediglich zur Durchführung der dringend «».wendigen Importe. Rur im Ruhrgebiet seien aus« «abmSweise Finanzkredite gewährt worden. Der Gesamt- kindruck der Verhandlungen des Ausschusses war der, daß kr Zusammenbruch der Markstützung?aktwn verursacht ist teils durch die ungeheuren Geldaufwendungen, die der Ab- soehrkampf im Ruhrgebiet, sei es direkt oder inbivkt, erfordert hat, teils durch die Erschütterung deS Ver- lrauenS in der Stabilität der Mark infolge der Ver­schlechterung der internationalen Lage Deutschlands.

Indessen schien es zu Beginn der verflossenen Woche. «13 werde sich der politische Horizont wieder ein wenig «shellen. Der bi- auf 80000 emporgekletterte Dollar- dir« stürzte plötzlich bis auf 60 000 herab und es schien, als sollte sich eine neue Stützung der Mark für einige Zeit als möglich erweisen. Das angekündigte «tut deutsche Angebot mit seiner Grundlage einer Garan­tie der Wirtschaststräger erweckte wiederum Hosfnun- gen auf eine Einigung in der Reparationsfvage. Aber die Besserung war nur von sehr kurzer Dauer. In der inter- nationalen Politik tauchte die Gefahr einer neuen Ver- ßändigung unter den Alliierten auf, auf Grund deren kr deutschen Wirtschaft vielleicht Lasten auserlegt wer- kn, die die Reichsregierung nicht freiwillig auf sich neh­men kann, sodaß die Gefahr eines neuen Diktats ent- sieht. Schnell ist daher der Dollar wieder auf 75000 rmporgestiegen und es scheint, daß er diesen Ausstieg tort- setzen wird, denn die Beurteilung der intrnationalen Lage ist zur Zeit wieder eine recht pessimistische. Die heftigen Schwankungen der Devisenkurse haben naturge­mäß auch bk Lffektenbörsen stark in Mitleidenfchast ge­zogen und es erfolgten plötzliche Konjunkturschwankua- Sn, die die Spekulation förderten, für daS reell« Ge- iäftsleben wegen der dadurch hervorgerusenen Unsiche'-- heit und des erhöhten Risikos höchst schädlich sind. S« kn internationalen Gefahren gesellen sich überdies auch «och innenpolitische. Die gewaltiae Teuerung ruft er- stärlicherweise Lohnbewegungen hervor, di? hier und da zu Unruhen und Straßenkrawallen geführt haben. Bon Arbeitnehmerseite ist in allem Ernst die Forderung der Eoldlöhne erhoben worden, bk schon deshalb indiskutier­bar ist, weil ihre Berwirllichung zu einem Zusammen­bruch des Ervorts und damit auch M größten Teiles «rserer Produktion führen müßte. Aber auch andere, in letzter Zeit aufgetauchte Pläne, sind geeignet, die Produk­tion zu schädigen. Wir rechnen hi'rzu insbesondere die Verlangte Zentralisierung des Devisen Handels, von der tnan noch nicht einmal weiß, ob sie überhaupt heute praktisch durchführbar ist. bk aber die Bewegungsfreiheit kr Industrie, z. B. bei der Beschaffung der Rohstoffe sftlrk beschränken würde. Recht bedenklich sind auch die vom Reichspostininistcrium vorgrschlagenen ungch uer- Achen Tariferhöhungen, die z. B für Fernbrkse «in Mindestporto von 400 Mark verlangen. Eine so rapid: Erhöhung der Postgebühren, die z. 53. eine Versieben» lachung der Fernsprechgebühren bedeutet, müßte die In­flation und die Markcniwertung in geraoezu verhäng

(Nachdruck verboten.)

Lucia.

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LUet en" noch in der ersten Zeit ihres Aufenthalts zu

mit ® Marogno gehabt hatten, war ihnen verlorengegan-

nna-R^ len. Lucia freilich fühlte sich noch zu sehr als Die- lefait* ' *trin, als daß sie unfreundlich geworden wäre; aber gcfaSr» ' fc hatte aufgehört, mehr mit Eiorgina zu plaudern

tis sie mutzte und diese wiederum nahm sich die Rühe nicht, daran etwas zu ändern. Eiorgina war titel und oberflächlich. Sie hatte gegenwärlig wenig vlderes zu denken, als datz es vergnüglich sei, mit ekarco, dem Hirten, zu spielen. Höchstens, datz sie von der einen Spielerei aus an die verschiedenen ^echtelmechtel sich erinnerte, die in Bellenz ange- wonnen blieben und diese je nach dem Grad der Zu­neigung wertete, die sie just für Marco empfand. Lucia galt ihr innerlich nicht viel. Ihre Eutrnütig- kit und Dienstwilligkeit hatten ihr gefallen, und so «inge jene sie mit guten Worten und Taten umwor- hatte sie sich das lächelnd gefallen lassen, allein

Novelle von Ernst Zahn.

3. Fortsetzung.

Jetzt tat Eiorgina die Tür auf und schob sich mit tiner sachten, schlangenhaften, aber anmutigen Be- »egung herein. Sie hatte, wie Lucia bemerkte, ein wenig gerötete Wangen, so als sei sie rasch gelaufen, mich zitterte ihre Lippe wie in leiser Verlegenheit. Bit fühlte, datz sie für ihr Wegbleiben eine Erklä­rung geben sollte; allein, da sie von Marco nicht sprechen mochte, trällerte sie nur vor sich hin, be- ßrebt, zu beweisen, datz sie in einer Stimmung voll­ständigen Gleichmuts sei. Sie ahnte auch, datz sie in diesen Tagen die Zuneigung der kleinen Lucia ein« lebützt und datz sie dieser im Wege war.

Die Herzlichkeit im gegenseitigen Verkehr, die kucia und Eiorgina in Bellenz, auf der Herreise

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8.

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Teilung

Zweites Blatt

Re. 133

Sonnabend, 9. Juni 1923

nisvoller 53eife fördern. Der Verkehrsbeirat bat diese Forderungen Zunächst abgeschwächk. aber auch feine Be­schlüsse bleiben für bk Entwicklung unserer Wirtschaft schädlich genug

Ein erftenkicheS Ereignis nn> wir erleben davon so wenige, daß es sich lohnte, rede? -inz-lne zu erwähnen ist bk Erweiterung des wirtschaftlichen Abkommen» zwischen der deutschen Hamburg - Amerika-Linie und den amerikan'schen 5>irriman-Konz-ri!r. Die Einrichtung eines gemeinsamen Schiffahrtsdienstes zwischen Homburg und der amerikanischen Westküste durch den Panamakanal ist beschlossen worden. Damit ist der Beweis erbracht, baß die Zusammenarbeit zwilchen bei deutschen und der amerikan'schen Schskiahrt sich aut bewährt bat und daß man der zukünftigen Entwicklung der beutschen See­schiffahrt große Hoffnungen entgegenbringen kann. Ani einem anderen Gebiet dagegen ist auS Amerika ein eigen­artiger Verstoß der dortigen Markbesitzer gegen Deutsch­land gemeldet worden. Diese wollten nämlich von Deutschland eine EntschDigung für dir Entwertung 6er Mark fordern, indem sie behaupten, bk Reichsregierung habt in willkürlicher Weise Banknoten ausgegeben. Gegen ein Volk, das in so furchtbarer $9vife zum Opfer des Hasses und des BernichtungswillenS seiner Feinde ge­worden ist wie wir, noch Entschädigungsansprüche vorzu­bringen, als habe eS sich freiwillig selbst ruinkrt, das heißt wahrhaftig nichts anderes, als zum Schaden noch den Spott hrnzufügen.

Marburg und Umgegend.

Marburg, 9. Juni (Brachmond).

* Eine Warnung. Vom Postamt wird uns geschrieben: Fernsprechteilnehmer seien vor einem Manne gewarnt, der ein Mitteldeutsches Branchen- Telephon-Adrehbuch zu vertreiben sucht und um An­zeigen für dasselbe wirbt. Die Behauptung des Fremden, im Auftrage der Postverwaltung zu kom­men, ist unzutreffend.

* Strafkammer. Etn Einwobner ans her Hornberger Gegend hatte eine günstige Gelegenheit benutzt und aus einem Schublager eine Anzahl Schuhe entwendet, um sie für seine zahlreiche Familie zu be­nutzen. Vom Schöffengericht zu 1 Monat Gefängnis bczw. 15000 M Geldstrafe verurteilt, erhöhte die Strafkammer diefe gestern auf 50 000 M. Eine An­klage wegen Körververletzung endete mit der Berur- retlung des AngeNagten zu 4000 Jt Geldstrafe. Fer­ner erfchien u. a. als Angeklagter ein weiftbärtiger Mann, der ein Paar Hofen gestohlen hatte. Seht Vorstrafenregister hakle bereits die goldene .50 er­reicht, meist wegen Landstreicherei. Das Gericht lieh Milde wallen und fehle die zuerst erkannte Strafe von 6 Monaten auf 3 herab. Zum Schiltst gabs in den Abendstunden noch etwas Sportliches. Ein länd­licher Fußballklub benötigte zwei neue Tore, die sich ein Mitglied zu liefern erbot. Der junge Mann ging andern Tags in den Wald und holte zwei Fichten­stangen, die laut Anflage bereits zngertchtet waren und einer Jndustrieftrma gehörten. Vom Schöffenge- richt zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt, legte er Be­rufung ein mit der Behauptung, es habe sich um frisch gehauene ungeschälte Stangen gehandelt. Seine Zeu­gen, die er gestern, nachdem früher schon einmal die Sache vertagt worden war, mitbrachte, ließen ihn im Sstch und so blieb es bei dem ersten Urteil. Die Fußballtore dürften ietzt recht teuer werden.

BejlrEstnrnen d« 1 MM. (DaS Ergebnis des WelturnenS. HI.

Jugendturner,-Unterstufe. 1. Konrad Neebe, T.B. Kirchhain, 89 Punkte. 2. Konrad Seip, T.B. Ockershausen, Karl Kahler, T.B. Wetter, 88 P. 3. Heinrich Diehl, T.B. Kirchhain, 84 P. 4. Adam Feutzner, T.B. Cölbe, 83 P. 5. Hans Diebel, T.u. SP.V. Marburg, 82 P. 6. Reinhard Junk, T.V. Wetter, 80 P. 7. Karl Balzer, T.V. Wallau, 78 P. 8. David Holzapfel, T.V. Münchhausen, 77 P. 9. Alfred Stern, T V. Wetter. 76 P. 10. Martin Brand, T.V. Cölbe, HanS Muth, T.V. Niederweimar, 75 P. 11. Johs. Naumann, T.V. Schönstadt, Hans Kauf­mann, T.V. Amöneburg, 74 P. 12. Johannes Weiden- Hausen, T.B. Ockershausen, 73 P. 13. Heinrich Schä­fer, T.G. Marburg, 7*2 P. 14. Karl Kunze, T.V. Sie­

bte eingetretene Kühle machte ihr ferne weitere Beschwer.

Auch jetzt schickte Eiorgina sich nach Ueberwin- bung der flüchtigen Befangenheit an, sich zu ent­kleiden und tat, als wäre bie andere Luft. Lucia aber verelor die Geduld. Warum erzählte Eiorgina nicht, wie sie ftüher getan, von ihren Erlebnissen? Warum war sie falsch? Zn einem Gemisch von Zorn und Kummer fragte sie plötzlich:Ist Marco unten gewesen?"

Eiorgina sah sie an und lachte halb dumm, halb hinterhältig.Natürlich", gab sie zurück.

Er ist jetzt immer bei dir", fuhr Lucia beharr­lich fort. Als sie das sagte, empfand sie neben dem Schmerz, der sie brannte, etwas wie Ergebung, ja eine leise, wehmütige Freude. Am Ende, wenn Marco der Eiorgina gut war, sie waren ein schönes Paar, sie patzten merkwürdig zusammen!

Wenn jetzt die andere ihr gestanden hätte, datz sie den Hirten liebe, würde Lucia ihr vielleicht um jenes willen gut gewesen fein. Aber Eiorgina zuckte mit der Schulter. Es war, als ob sie sagen wollte: Was schert mich Marco!

Er liebt dich", sagte Lucia erregt und mit ängst­lichem Ernst.

Wieder hob Eiorgina bie Schulter.Das tun sie doch alle", prahlte sie, nun wirklich belustigt.

Lucia ereiferte sich.Das ist bei ihm anders", sagte sie.Du kennst ihn doch nicht. Er liebt dich nicht so nur für einen Tag."

Aber für vierzehn", lachte die Eiorgina auf.

Vierzehn Tage wollte sie in Marogno bleiben! Lucia verstummte plötzlich. Zuerst war ihr ganz kalt. Dann packte sie heitze Entrüstung und zugleich ein heftiges Mitleid mit Marco. Sie nahm ihre Bluse, die sie schon ausgezogen hatte, vom Stuhl und näherte sich der Tür. _____________

denkopf, Jods. Fett, T.V. Amönau, Joys. Reinhard, T.V. Miwekdach, Dante! Clement, T.V. Todenhausen, Johs. Hofmann, T.V. Wetter, 71 P. 15. Heinrich Ermtfch, T. u. Sv. V. Marburg. Walter Opitz, T.B. Wetter, Jobs. Peter. T.V. Oberrosphe, 70 P. 16. Alwin Müldner, T.V. Gladenbach, 69 P. 17. Heini Geiß, T.V. Biedenkopf, 68 P. 18. Jakob Vtfovskh, T.V. Marbach, 67 P. 19. Johann Becker, T V. Dtlfch- baufen, 65 P. 20. Heinrich Kulsch, T.V.Wetter, 64 P. 21 Johs. Lemmer, T.V. Sarnau, Peter Kühn, T.B. Cappel, 63 P. 22. Johs. Henker, T.V. Cappel. Hein­rich Grün. T.B. Dreihaufen, Peter Michel, T.V. Mar­bach, Heinrich Rirvpersberg, T.B. Sarnau, 62 P. 23. Konrad Muth, T.V. Elnhausen, Peter Fünk, T.V. Münchhaufen. Otto Sauerwald, T.V. OberroSvbe, Heinrich Grün. T.B. Dreihaufen, Christian Schmidt, T.B. Wallau, 61 P. 24. Heinrich BrustnS, T.B. Nie­derweimar, Hermann Wilhelm, T.B. Cölbe. Ludwig Debus, T.B. Wallau, Richhard Kirckmer, T.K. Neu­stadt, JytzS. Wanner. T.B. Treisbach, Heinrich Ka- letsch. T.B. Goßfelden, 60 P. 25. Wild. Kleinschmidt, Ludwig Schmidt. T.B. Münck>banfen, 59 P. 26. M. Fett, T.B. Amönau. Hans Michel, T.B. Gladenbach, 58 P. 27. Ludwig Bier, T B. Dreihaufen, Karl Groß, T.B. Neustadt, Ludwig Nickol. T.B. Marbach, 57 B. 28. Heinrich Boßhammer, T.B. Goßfelden, 56 P. 29. Daniel Wilhelm, T.B. Cölbe, 55 P. 30. Johann Siegfried, T B. Michelbach, 54 P. 31. Konrad Lud­wig, T.B. Dreihaufen, 53 P. 32. Heinrich Schmidt, T.B. Wallmr. Heinrich Runzhetmer, T.B. Elndaufen, Johann Prinz, T.B. Dilfcbbanfen, 52 P. 33 Heinrich Freiling. T.B. TreiSbach, Heinrich Ovver, T.B. Goß­felden, 51 P. 34. Heinrich Weiershäufer, T.V. Gla­denbach. Daniel Winter, T.B. Goßfelden, Jakob Orth- wein, T.V. Cölbe, 50 P.

(Fortsetzung folgt.) ....... ji. ii.iiibhii.na .thitii mrn>--------------------

Handels- und Marktnackricbten.

Frankfurt a. M., 8. Juni. (Börse.) Der De­visenmarkt, der durch die Verössentlichung des deut­schen Memorandums zunächst etwas ungünfttg beein­flußt schien, zeigte stch recht bald wieder in seiner un­gebundenen Anfwärtsbeweming, indem sich dem adrigen Rückschlag rasch eine Erholung anschloß. Der Dollar eröffnete im Frühverkehr erheblich niedriger als im gestrigen Schlußverkehr. Zu Beginn mit 76 000, 77 000 gebandett. stiegen Dollarnoten im wei­teren Verlaufe auf 79 Mg um dann wieder eine leichte Ermäßigung auf 78 600 zu erfahren. Am Effekten­markt beanete die deutsche Note bei aller Zurückhal­tung einer günstige Aufnahme. Jnfolaedesten war wieder größere Kaufneiauna zu beobachten, die bmt Gefchäst ein lebhaftes Gepräge gab und das Knrs- n'vean weiter nach oben beeinflußte. Dabei kon­zentrierte sich das Hanvtintereste auf die führenden Werte der Jndustriemärkte. Im allaemeinen waren die neuen Kurssteigerungen nicht sehr erheblich und traten nur ganz vereinzelt schärfer in Erscheiniina. fft besonders am Montanmarkt, wo die schweren Werte erneut weit über 100 000% Gewinne erzielten. Im spätieren Verlaufe wurde das Geschäft ruhig, die Grnndfttmmung blieb fest, doch ttaten zum Schluß vereinzelt Geininnstcherungen auf, fodaß leichte Ab­schwächungen eintraten.

Berliner BrodMenmarkt.

Ser Hu, den 8. Znni ß2S.

Prelle für Id' Pfd. ab Station.

Weizen 1.150W-137W0

Roggen 117000 H8Wi

Sommergerste 99000- lulOOO

Wintergerste

Hafer 90900-92000

Mai, j 040001050'0

Weizenmehl 175000- 205 0;

o^enmehl 140000 160000

Roggentleie 58000

Uap» 235000

Riibien

Veimaat

Ret,

ZZranlian. Vollrei» ttartoNeln

Speileerdieg, Viktoria»

eiblen 15000-150000

Soebeerbi.kl. 11(1000-115(00

suttrierbien Älkerbohnen ?in!en Wicken

115000-130000

v'upht blaue

grlbe 150000 -170000

Seradella alte 240000250090

neue Irockenilbnißel tHunteküben Möhren, rot« gelb« Mohn Torfmelaffe Wieienheu, los« Nieeheu Sttoh drahtgepr. oebünhelt

3b000

25000-260»

26000 - 28» 0

24000 260»i

Kirchliche «achrlchlem.

Michelchen. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Akademischer Gottesdknst.

Methodistengemeinde» Wvrthstr. 15a. Keine Gottesdienste. Beteiligung am Sängerseft in Belln­hausen.

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!Der Wert der Mark im Auslands Feanffnet, de» 8. Inni 182*.

Für 100 Mark wurden gezahlt:

6, wer»«, gezahlt tüt

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vordem Krieg:

Zürich

0.07

125.42 Fr.

1616.

Mk.14000-.

Amsterdam

Ö.03

59.20 Duld.

31000.

Kopenhagen

00.9

117.80 Kron.

1 Kr.

14175.

Stockholm

0.05

115.80 Kron.

1 Kr.

20850.

Wien

».

88.80 Kron.

1 Kr.

11*.

«rag

525

88.80 Kron.

1 Kr.

, 2333

London NewPork

0.05 0.01

97.80 Schill.

2330 Doll.

ISch. 1DL

18150. 78600

Batt,

0.02

125.40 Fr

1 Fr.

5007 50

Voranzeigen.

KreiSkriegerband Marburg. Wie tu Wl .Oberbeff. Zeitung^ am 6. Juni und in der »Ober- hessifchen Bauern,eitting- am S. angezeigt, findet a« Sonntag, den 10. Juni, eine gemeinsame Familie», Wanderung der Kriegervereine der KreiSverbänd« Kirchhain und Marburg nach Amöneburg statt. Di» Marburger marschieren 10 Uhr morgens vom R» dolphsplatz ab. Andere Vereine können sich unter» tvcgS anschließen. Die Kirchhainer werden sich uw mittelbar nach Amöneburg begeben. Dort beginnt der Vortrag des Kameraden Oberst Immanuel 3 Uhr nachmittags in der Burg Über die Geschichte der Stadt Amöneburg, begründet auf urkundlichen Quek- len. Wem der Weg von Marburg zu wett ist, der kann mit Zug 1.42 nach Kirchhain fahren, von wo ef nur % Stunden nach Amöneburg zu geben ist. Etwa Uhr hält der genannte Redner einen zweiten Vor« trag an der Brücker Mühle über das Treffen von Amöneburg am 21. September 1762, dem letzten blutt» oen Kamps des 7sährigen Krieges, in dem die Hessen, Hannoveraner, Engländer, Preußen unter dem Herzog von Braunschweig die Franzosen zurückwarfen. Auch dieser Vortrag stützt stch auf Urkunden. Die Einzel­heiten der Vorgänge werden an Ort und Stelle ge» ?c!gt. Wer nicht zu Fuß nach Haufe geben will, kann 7.1, 7.22 oder 9.20 von Kirchhain heimfahren. Alsq, alles ist bequem eingerichtet. Hoffentlich ist der Him» mel mit dem Wetter der guten Sache gnädig. Und wenn es auch regnen tollte, so kommt doch^ Kame­raden, und benft, daß eS an der Katzdach und be Belle-Alliance auch geregnet bat, und daß Blüchet trotzdem die Franzosen schlug. Sllso, alle Mann mi, Weib und Kind, auf nach Amöneburg! F. I.

Sille, die Verständnis dafür haben, wie fchwer die Aufgabe ist, in Meter Zeit eine Anstalt durchzuhalten, werden herzlich gebeten den bunten Abend zum Besten derKleinNnderfchnle in der Schnistraße durch regen Besuch zu untersttitzen. Derselbe findet am - Dienstag, den 12. Juni, abends 8 Uhr, in den Stadt» sälen statt. Ein sorgsälttg zusammengestellteS Pro­gramm verwrichi einige genußreiche Stunden.

Eeschäftliche Mitteilung.

Eine Wanderung zur Sommerszeit wird Ihne« unsägliche Qualen bereiten, wenn Sie eine richtige Fußpflege unterlassen haben. Vernachläfstgte Füße verursachen Unbehagen und Schmerzen, und jede Be­wegung wird zu einer unerträglichen Pein. Wenn Sie wöchentlich 23mal ein Aukirol Fußbad nehmen^ dann find Sie gar bald von diesen Beschwerden be­freit, Kukirol-Fnßbad, das milde, desinfizierende Mittel zur Fußpflege, reinigt die Füße gut, betätigt und verhütet Fußschweiß, Wundlaufen und das kästtge Brennen der Füße. Hühneraugen, Hornhaut, Schwie­len und Warzen vefeitigt das in vielen Millionen Fällen bewährte Hübneraugeil-Mittel Kukirol. Beide Präparate erhalten Sie in jeder Apotheke und besseren Drogerie. Wir empfehlen die in biefet Nummer be­ginnende »Dr. Unblutig Anzeigen-Serie, welche über bie richtige Fußpflege genaue Aufflärung geben wird, ganz befonberer Beachtung ttnb weisen daraus hin, datz die weiteren Fortsetzungen in den nächsten 14 Sonniags-Nummern unserer Zeitung zur Ausnahme kommen werben.

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Wohin willst du?" fragte Eiorgina.

Ich schlafe nicht mehr bei dir", sagte Lucia.

Die Erklärung kam so plötzlich und war mit einem so stillen Ernste abgegeben, datz die andere einen Augenblick lang nicht wußte, was sie sagen sollte. Dann aber half ihr der angeborene Leicht­sinn über die Lage hinweg. Sie lachte auch dazu und legte stch ohne die Lucia zu Bett. Allmählich erst regte sich in ihr ein leiser Aerger, aber sie war zu faul, um den tieferen Ursachen von Lucias Wesen nachzuspüren. Sie beschlotz nur, bald nach Bellenz zurüzukehren. Dort, so dachte sie, würde die Lucia dann schon wieder zur Vernunft kommen.

Lucia aber legte sich in die Stube der Nona.

Die Alte murrte, als sie zu ihr ins Bett kroch, und fragte, was ihr einfalle.

Lucia stietz ein heftigesnichts" hervor und hatte nicht die geringste Furcht vor der Mürrifchheit der Erotzmutter.

Die Nona wurde ganz wach von dem Ereignis. Sk erkannte die Enkelin kaum wieder. Aber dann umspannten zwei kurze Arme ihren Körper und Lucia drängte sich gegen sie. Die ganze kurze Gestatt zitterte und zuckte. Und als sie mit der einen runz­ligen Hand nach dem Gesicht Lucias tastete, wurde sie natz von ihren Tränen.

Die Nona erriet allerlei, vielleicht nicht alles richttg; aber sie stietz die Kleine nicht aus dem Bett, wie sie es in der ersten verdrietzlichen Ueberraschung beinahe getan hätte. Eie tätschelte sie vielmehr un­willkürlich auf den Kopf und begann etwas zu sum­men. Das war ein altes Wiegenlied. Sie hatte es schon seit fünfzehn Jahren nicht mehr gesungen, seit die Lucia klein gewesen. Und sie wußte nicht mehr recht, wie es ging.

3.

.Eiorgina taub am nächstes Marsen. ob& -

besser fei, mit ihrem Aufenthalt sogleich ein Ende zu machen! denn auch die Nona zeigte ihr fast etwas wie Feindseligkeit. Sie packte ihre Sachen. Frühe stück hatte sie noch bekommen.

Ich fahre heim", sagte sie zu Lucia.

»Ich fahre mit, entgegnete diese.

Eiorgina sagte nicht, ob ihr das passe. Sie ginB aus dem Hause. Lucia sah sie nach der Alpe del Bosco steigen. Ob sie am Ende doch mit Marco einig würde? dachte sie. Und sie wartete stunden­lang auf ihre Rückkehr. Mit der Nona sprach sie nicht. Sie hatten nie gelernt, miteinander zu reden.

Marco begleitete Eiorgina, als sie um die Zeit des Mittagessens zurückkam. Inzwischen hatte auch Lucia ihr Bündel geschnürt. In der Küche stand ein Eierkuchen Bereit.

Wir wollen essen", sagte Lucia.

Aber Eiorgina murmelte etwas davon, datz nicht mehr Zeit sei.

Marco hatte nicht gegrützt. Er nahm Eiorgina» Handkoffer, als habe er allein das Recht.

Eiorgina wandte sich zu Nona, sagte ihr leichthin einen kurzen Dank und einAuf Wiedersehen". Dann folgte sie Marco, der schon hinabgegangen war. Lucia ging ihnen nach.

Die Nona atz ihren Eierkuchen. Sie war ärger­lich, aber ihre Eedanken hatten nicht mehr viel Le­ben. Sie grübelte nicht lange, was geschehen sei.

(Fortjetzilng folgt.)

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