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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

2>d J.H. Schäfer

Anzeiger für (das friiherLnrheMche) ObLrheM

>. Anzeigen 160 Ml. Bei Ichn-ieriae« I ro 'r»6y» Äaxm iider *|, Seite einnehmende J(j. Yu'jlg«

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St. 131

Die Brüsseler Konferenz.

wird wie eeu dar* emalllieree i vernickeln

Regierung fei gegen eine provisorische Regelung. Nur eine endgiltige Regelung werde unmittelbar ^lmrken, daß die ganze Welt aufatme und die Geschäfte sich wieder beleben. Baldwin werde aber wahrscheinlich in der Frage der Räumung des Ruhrgebiets ober hinsichtlich des pas­siven Widerstandes keine Einwendungen erhebe« oder sich wenigstens bemüh n. für die französische und belgische Regierung eine annehmbare Formel zu finden.

London, 7.Juni. Im Oberhause sollte gestern Grey die ReparationSfmge zur Erörterung bringen, doch wurde ine Besprechung auf unbestimmte Zeit verschoben«

London, 7.Juni. Im Unterhause erklärte Bald­win, daß er der Meinung fei, daß eint Aussprache üöer die Reparationssmge im gegenwärtigen Augenblick un­zweckmäßig sein würde.

Paris, 6. Juni. Wie Havas aus Brüssel mel­det, haben die französischen und die belgischen Mi­nister heute nachmittag 3 Uör eine Sondersitzung, um die belgische Studie in der Miederherstellungsfrage zu prüfe». Tara» wird sich eine Vollsitzung anschließen, der sämtliche Minister und ihre Mitarbeiter bei­wohnen werden und die der Ruhrsrage und der zur Regelung der Organisation tm Ruhrgebiet zu treffen« ten Maßnahmen gelten wird.

Paris, 6 Juni. Havas meldet au? Brüssel: Poin- care verläßt morgen früh 8 Uhr Brüssel, um nach Paris zurückzukehren. Er wurde nach Schluß der Kon­ferenz vom König empfangen, mit dn> er eine tauge und wichtige Unterrchung hatte. '

Die ^OderheMilb« Zeitung" ericheint iea>»mal wöchentlich. Monatlich

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Italic» awnchme» zu Nffeit, toew man baldigst die alliwrte Einheitsfront to«t*ei herstelle« wolle. Das sei einttiefgehendeunbfehrbcrtchtigttSorg^. Ma« fönne aaraussetze», daß die belgische Regierung jetzt i« London seststelle« wolle, ob man diese grund­legenden Vorbebi«gunge« vor jeder Verhandlung anneh­men wolle. Rach dies« Richtung wolle man übrigens eine Fortentwicklung in den britische« Kreise« ftststellen tönne«. Wen» das fteKeett Baldwin sich der fran­zösisch-belgische« These «rschließe, dann werde England in der Lage fei«, wen« e8 den Wnusch habe, sich einer Kolleltivantwort aus die lammende deutsche Nate an» zuschließe«. Andernfalls «ber werde es schwer fein, eine Annähernng ber dtrschie» denen Auffassungen der Alliierten zu er» ziele«. Diese Annähernug könnte dann nur um den Preis des Verzichts auf die Grundsätze erzielt werden, die die Grundlage b« französisch-belgische« Politik und der Rubraktion bildeten.

Parts, 6. Juni. Da» .Echa >e Paris' schreibt, Belgien und Frankreich seien an Zwei Grundsätze ge­bunden: keine Verhandlungen mit Deutsch' land, solange aus den beiden Rhein- ufer« der Wider st and fortgesetzt werde und Räumung de» Ruhrgebiets nur in Verbindung mtt »en erlangten Zahlun- g t n. Esten flnne erst aufgegeben werden, wenn die deutsche Schul» vollkommen beglichen fei. Es fei wünschenswert, »atz die beiden Minister sich fetzt über eine präziie nn» ausführliche Erklärung »6er diese beiden wesentlichen Punkte verständigten, w» federn Mißverständnis vorzubeugen. Da» Blatt sagt, es habe immer bedauert, daß die französisch-belgischen Verhandlungen nicht di» zum Kernpunkt »er Frage vorgeirieben worden seien; beute biete sich die Ge legenheil, diele« Fehl« wieder »rtrnmachen.

Paris, ». Juni. .Oeuvre' »et eine« Simder- berichterstatter nach Brügel entsan»,, der am Schlüsse seines heutigen Telegramms ausfüdrt: In Brüstel werben sich deute zwei Arten von Politik gegenüber stehen, und ett« ber Dauer der Renferen$ kann man schließen welche Art »en Sieg davon getragen hat. Zu gleich« Zeit wird sich auch da» Schicksal der ber« sthstdenen Allianzen Frankreichs entscheiden. Die bel­gischen Minister sind gewiß viel zu vorstchti» Leute, als daß man zu befürchten hätte, heute das Wort Bruch' aussvrechen zu müssen, aber man müsse sich vergegenwärtige», da» der gegenwärtige Zwiespalt, wenn es heute nicht gelinge, eine französisch-belgische Aklian einzuleite«, sich rasch zu einer ständig flrößer werdenden Bresche erweitern wir».

Paris,«. Juni. Wie Havas aus Druffel mel­det, hat die französifch-belgifche Ministerkonferenz heute Nachmittag um 2% Uhr im Autzenmimfte- rium begönne». Nach demJournal des Dubais wird in dieser ersten Sitzung, an der, wie gemeldet, nur die Minister selbst teilnehmen, ein Meinungs­austausch über die Rep«rationsfr«ge im allgemei­nen Sinne bee Wortes ftattfinde«. Das von der belgischen Regierung kürzlich än Paris überreichte Memorandum würbe naturgemäß in den Besprech­ungen einen droiten Raum einnehmen. Tie Mi­nister würden sich auch über di» bevorstehenden neue» deutsche» Angebote und mit der Frage ihrer Beantwortung beschäftigen. Die belgische Regie­rung habe bekanntlich den lebhaften Wunsch, daß auch die deutsche« Vorschläge eine gemeinfame Ant­wort der Alliierten «teilt werde« könne. In poli­tische« Kreisen weise man darauf hin, baß die W richt von der außenpolitischen Rede, die heute Nach­mittag Lord kurzon halten solle, und in der, wie angenommen werde, die Aussichten einer demnäch- stigen Konferenz der Alliierten erkennbar werden würden, dazu angetan fei, die belgische Regierung in ihrer Ansicht zu bestärken, daß schon jetzt eine ge­meinsame Antwort an Deutschland gerichtet werden könnte. Gegen Abend werde dann eine zweite, die sogenannte Aufsichtsratssitzung, ftattfinde«, an der nutz« den Ministern die finanziellen und militäri­sche« Sachverständige« teilnehmen würden. Am späte« Abend werde ei« Commu«iqu4 veröffentlicht werden, das, wie die früheren, i« sorgfältig abgewo­genen Wendungen sehr reserviert über die Lerhand- lungeu berichten werde. Auch wenn es den Dele­gierten gelänge, ihre Auffasiungen völlig mitein­ander in Einklang zu bringen. Diese Zurückhaltung sei umso erklärlicher, ab» man die deutsche Note er­warte.

Das lrauzöMe Urteil über die flöte*.

Sn feiner Weise genügend.

Paris, 7. Juni. Zu der deutsche« Rote meldet der diplomatische Redakteur der Havas-Ageutur, daß nach de« neueste« Nachrichten die deutschen Vor­schläge keine Ziffer über die Zahlungsfähigkeit Deutschlnads enthalte. Sie bedeutete« jedoch einen Fortschritt hinsichtlich der angebotenen Garantie« und enthalte auch einen Hinweis auf be« passiven Widerstand; jedoch nur in allgemeiner Form. Man erkläre in Brüssel, datz die deutschen Vorschläge u n» befriedigend seien. Der Berichterstatter des Matt«« in Brüssel teilt mit: Die deutsche Note sei in keiner Weise befriedigend. Die deutschen Vor­schläge {innen nicht einmal geprüft werden. Das sei der französische Standpunkt.

Marburg Donierstaa, ben 7. M «rachmanv

Die Brüssel« Konferenz, die sehr kurz verlaufen N, hat das gebracht, was man sich in Frankreich da- versprach, nämlich die Bestätigung, datz man jmt je nach Zahlung etappenweise das "Gebiet räu- een ©erbe. Sie hat diese Forderung noch verstärkt, tag die Verhandlung überhaupt erst beginnen, Den« Deutschland sich unterworfen hat, b. h. bett «sfiven Widerstand aufgibt. Poincarri will offen« tat nicht einsehen, daß ein passiver Widerstand, wie # im Ruhrgebiet lebt, sich nicht einfach abblasen läßt, eus dem einfachen Grunde, weil er nichtgemacht" ßt, wie das in Frankreich ber Fall sein würde, son- Ri« spontan aus dem Volke erwuchs. Wir möch­te« die Regierung sehen, die nach allem was ge- «chehen und geschieht ber Lammesgeduld des deut­schen Volkes zumuten würde, den Franzosen die Hand z« küsien. Das würde selbst eine kommu­nistische nicht fertig bringen, und die noch am alter« ivenigsten.

Ran mutz freilich den Beschlutz der Brüsseler Konferenz auch unter dem Gesichtspunkte werten, daß die neue deutsche Note bevorsteht und die belgtsch- stanzösischen Differenzen z. Z. nach außen nicht her- »rtreten dürfen. Wie weit diese politische Bedeu­tung habe«, ist aber sehr schwer zu sagen, da auch in ki Politik latiarin regiert. Ganz ohne Sorge in Bezug *uf die Einheitsfront der Alliierten ist «an in Frankreich nicht, wie der Kommentar von Kavas zu» Brüsseler Expossi zeigt.

Mit erneutem Ernst greift die englische Presie He Frage der Beschleunigung der ganzen Angele- zenheit auf. Von Interesse ist die unten wiedrge- gtfiene Auslastung derTimes". Es scheint auch so. datz man sich in England davon überzeugt hat, datz rin in de« Vordergrund schieben berSicherheits"- Krage einer schnellen Entscheidung nur hinderlich ist, isdatz Neigung sich zeigt, zunächst einmal das Repa­rationsproblem gründlich zu behandeln und zu lösen. beachtenswert diese Stimmen aus Eng- ianb sind, so wenig darf man doch vergesten, datz euch die englischen Pläne den politischen Ansprüchen ter Franzosen so weit entgegenkommen, wie es mit injere« Interessen nicht vereinbar ist.

Die neue deutsche Note, die offenbar in Paris schon bekannt ist, wird von Frankreich schon als un- Jtnüßcn» zurückgewiesen. Aber das wußte man im Maus. Frankreich würde jede Note zurückweisen. Ts kommt «uch noch daraus an, was die andern

P « ris, 6. Juni. Die belgischen und die fran- Kschen Minister haben sich heute in Brüssel um 2V-> Lhr zu einer Konferenz vereinigt. Nach einer Un- lerredung zwischen Poincarsi, Theunis und Jaspar, die mehr «le eine Stunde gedauert hat, sind die sachverständigen zur Teilnahme an den Beratun­gen berufen worden. Die Sitzung dauerte bis 61/» Ühr. Safart nach Beendigung ist folgendes Com- »uniqu» ausgegeben worden:

Die belgische und die französische Regierung Ha­ie« heute die gemeinsame Prüfung der verschiedenen d«rch die Rnhrbesetznng aufgeworfenen Frage« sort- Rfetzt. Sie haben restlos alle ihre frühere» Be­schlüsse anfrechterhalte«, namentlich was die Bedin- tuage« betrifft, unter denen die Räumung de» iitchrgebiets «ach Zahlung der Reparattone» «folge« wird und was die Verpflichtung Deutfch- tends betrifft, vor jeder Prüfung feinet Vorschläge dem passiven Widerstand *w Ende z» bereite«. Die beide« Regierungen Ha­ie« da« Programm ne« z« ergreifender Matznah- te geregelt, «m de« Druck zu verstärken

Deutschland |« einer raschen Er- lil!««e seiner Verpflichtungen zu i»i«ge«.

Wie die Havasagentur berichtet, haben die Mi- *>fter den Sitzungssaal durch eine Hintertür ver- Mlen, um den Fragen dr Journalisten zu ent- Rhen.

V Havas meldet aus Brü fscl ;.i o.n i dlungen: Tatsächlich sei eS nicht zweifelhaft, daß Deutschland in rtoet Haltung deS offenen Aufruhrs gegen die legal (!) in Übereinstimmung mit dem Versailler Vertrag gelrossenen Maßnahmen alle Angebote vollkommen illusorisch machm ^rde. Nur die Einstellung des passiven Wiüerstandes *tbt den sichtbaren Beweis des deutschen guten Willen» ^ibtun und eine klare und logische Lage durch die effek- rte Feststellung ber Kapitulation des De u t- 14en Reiches schaffen. Havas fügt ferner hinzu: Da Mau in Brüssel und Paris also entschlossen sei. über * ürundfötzlichen Bedingungen nicht feilschen zu lassen, nichts anderes übrig, als sie vo^Englanb und

Der Snieigeaprei» »ettigt fit Den Sgelp. 3eileemiHimetet 1» ^^l Kl. »zeigen an» Familien-Lnz. gegen bat, 100 Mk. Amtlich« und auaw Lnzeigen 150 Mk. «et Ichwterigem Sa» so'f. Ausichla». Spät etnlaafeebe oder den Raum «der

Anzeigen werden nach der Tektivaitenbrette berechnet. ReNamen der Zeilenmillimeter 500* Mk. Jeder Rabatt gilt ata Sanabatt Belege k^sdea berechnet. Bei »»,, hmft durch die Sejchäftaft. and Vermittlung der Angebote 100 St, bei Uederiendnn, durch un, 100. Mk. ohne Porta. ____________

Sielani itänol

London, 6. Juni. In ihrem heutigen Leitartikel, in dem dieTimes" ihre Forderung auf eine endgiltige Rege­lung brr brutschen Reparationen weherholt, warnt sie vor dem Versuch, das Repavatians» Problem mit der Fra,e der franrösifchen Sicherheit zu »erbinden. Die Reparationsfrage müsst leidenschaftslos erörtert werden; sie sei ein wirtschastl-cbeS Problem, das auch wirtschaftlich gelöst werden müsse. Das f*t keineswegs leicht, doch werde Bald­win auf der einen Seite von Lord Curzon und aus der anderen Seite von Mae Keniw unterstützt. Inzwischen, so erklärtTimes", vermehren sich stündlich die Schwierigkeiten einer Ls»e, diedurchdiesran- rösifch-belgif che Ruhrbesetzung unend­lich verschlimmert würbe. Das Blatt zählt dann die Nachteile wir!schastlichw, finanzi-ller und moralischer Att auf, de f it vergangenen Januar zu verzeichnen find, um zu erllären. daß es keine Uebertreibung fei, wenn gesagt werde, daß jetzt im Rnhr- aebiet eine Herrschaft »es Terrors bestehe. Das Blatt verweist ferner auf die Tatsache, daß die industrielle Erholung, die sich endlich «n England ;» »eigen begann, jetzt w'eder zum Still^and gekommen ist. Der brltsche Hand-l im Kölner 6r b'et fei ausg"halten. Der vollstänbige f iianztelle Zusamm nbruch Deutschlands könne für niemand in der 234t von Vorteil sein. Trotz­dem sei brf:r Zusammenbruch Teutschlaetbs eine sichere Folge der sranzvs schen Pol tik. wmn sie nicht ganz und praktisch abgeändert h>be. Er seien Anzeichen Vorhan­den, daß Mlgien u»g buld'g werden beg nne. Bel­giens Haltung sei zweifellos nicht unver- einbar mit der Großbritanniens. Die Brüsseler Konferenz könne das Vorspiel für eine größere Znsammenkunst werden, aus der Italien und Großbritannien eben­falls anwesend sein würben.

London, 6. Jani. Der Par ser Berichterstatter der Westminster Galette" teilt mit, Frankreich fei an­scheinend bereit, den Charakter der Rnhrbesetznng ein­schränkend zu verändern, vorausg:setzt, daß Groß­britannien und Italien ihren Platz an frnet Seite ein» nähmen und znsähe», daß bw deutschen Anstrengungen zu zahlen aufrichtig seien. Di- Stimmung in Frankreich sei so stark wie je dafür, daß, wenn sich Großbritannieit nur der Ueberwachung der deutschen Be­mühungen anschließe, feine Notwendigkrit zur An­wendung Von Gewalt bcst Heu würde. Oie B schlösse der Brüsseler Konferenz sehen srellich anders aus. D. Red.)

London, 6.Jrni. Der Pariser B-richtrrstatter der Times" schreibt zu ben Erk.ärung n Baldwins gegen­über einem Vertreter desPetit Parisie»" bezüglich der Sicherheit Frankreichs: Ihm sei von einem sehr hohen französischen Bmmten nachdrücklich erllärt werden, daß Frankreich oeyntoätf 'g «ine Lösung aieses Prette ms nicht suche. Man sei jetzt i» Frankreich der Ans'.cksi, daß es klüger sein würde, die beiden Prob­leme » alt lammen getrennt »aneinander tu halten. (Da ist der engl sche Wunsch der Vater des Gedankens! D. Rd.) Dem Berichterjtatier fei erklärt worden, augenblickLch b-sind: sich Frankreich nicht in un­mittelbarer Gefahr, und wen» eS auch erwägen müßte, wie seine Sicherhcht am be^e» erreicht werden fihtnte. Beabsichtige es doch nicht, sie als dringliche Frage zu behandel«. Frankreich könne Watten. Es würde mir zu Komplikationen führen, wenn es sich zu dieser Zeit erklären würde . Solange Frankreich entsprech'nd dem Versailler Äerttag die Rheindinde besetzt halte, sei es sicher. Später wüche feine Einwendungen bestehe», daß der Völkerbund ersucht werde, bei dem Auibau eines Garantiesystems für Frankreich m-tzuhelsi«.

Ein Sonderberichterstatter desEcho b? Paris", der sich zur Zeit in London über die englische Auffassung in der Reparationsfrage zu untrrrditen verrucht, war: t das französische Volk vor Jllusanc«. Tie /»e,crnng Dal- win sei eine Regierung von Tauer. Mit ihr werd' man alle die Entente cordiale berührenden Fragen zu eegetn haben. Es scheine s cher zu sein daß Sie Ergebnnfe der Arbeiten des englschen Schatzamtes in der Reparation?- frage sämtlich auf eine Abänd rung der französischen Auf­fassung hinausg-ugen. Abg s.chen von dem Moratorium, das von England vorgesehen w:rde, hege man Mißtrauen gegen dir Pfänder unb sei der Ansicht, daß die durch die Besetzung des Ruhrgebiets verringette Leistungsfähigkeit Deutschlands neu abgeschätzt werden müsse. Die englische

Sie Soge in den belegten Retteten.

-agen, 6. Sunt. Da» Telegraphenamt Dort­mund ist heute vormittag von französische« Truppen besetzt worden. Jeder Telephon- un» T el egraphenverkehr ist feit vormittags 10 Uhr unten krochen.

Essen, 6. Juni. Die ZecheUnser Fritz" wurde vor ben Franzosen gestern besetzt. Das Anschluß­gleis nach bem Bahnhof Bismarck ist aufgerisien unb bie Bebienung ber Zeche beshalb unterbunben.

Neuwied, 6. Juni. Am Sonntag besetzte eine Ableitung von 150 Manu französischer Truppen, die von Diez a. d. Lahn kamen, dir Kruppsche HermaunS- hsitte bei Neuwied, sowie die Kruppsche Hütte ht Mützlhosen bei Engers. Gleichzeittg ttas von Koblenz ein französischer General ein, der erNSrte, die Hütt« sei zur Eintreibung von 20 Milliarden Mark Kohlen« steuer besetzt worden, die die Finna Krupp in Este« nicht bezahlt habe. Sollte die Bezahlung nicht er» folgen, so würde die Hütte versteigert werden.

»»in, 6. Sunt Nach einer Meldung der

Ztg.' aus Dortmund beabsichtigt der Kommandant der 1. Division, Douchy, das Hauptguarüer vo« Eastrop nach Dortmund zu verlegen. Die Franzose« planen die Unterbringung ihres Büros im städlifche« Gymnasium am Ostwall oder im Gebäude des Woh» nungs- und Mieteinigungsamts. Lieft ent Nachmittag weilte General Petain hier. Ans diesem Grunde wurde in der für den Durchgangsverkelir ans mehrere Stunden gesperrten Märkischen Straße eine Parade abaebaiten. , -

Köln, 6. Sunt. Die .Köln. Zig.' meidet au» Tratsdorf: Direktor Garte von der Rhcinisch-West« fättschen Sprengstoss-Fabrik A.-G. in Troisdorf ist von den Franzosen als Geisel sesleenommen und in das Milttärgesängnis nach Bonn übergesührt worden.

Simmern, 6. Sunt. Gestern atzend 9 Uhr wurde die Eisenbalmwerksiätte des hiesigen Bahnhofs von den Franzosen besetzt. Der Betrieb der HunSrü-- Babn, der icitOet mittels Holzscuernng noch auzreint erhalten werden konnte, liegt seit bcuie still. Dw Franzosen haben zahlreiche Verhaftungen borgev.om» men und 20 Etsenbahnrrsamilien ausgewiefen.

Köln 6. Suni. Der Belagernngsznstand t« Krefeld ist bis zum 15. Juni verlängert worden. Der. bot-n ist von 9 Uhr abends ab der FityriverksverkelU und in den Vororten jeder Verkehr.

Wetbentnrm bei Koblenz, 6. Juni. Heine vormittag stieß auf dem hiesigen Bahnhof ein vo« Koblenz kommender Güierzug mit einem ballenden Eüierzug zusammen, von dem die letzten iun, SLcgeit vollständig zertrümmert wurden. Tie Gleise sind ge­sperrt. Lokomotivführer und Hetzer retteten sich durch Abspringen, sie sind leicht verletzt.

Tic Abschnürung von Esiru.

Köln, 6. Juni. Nach einer Meldung der Köln. Zig." aus Gelsenkirchen würbe bie bereits aemelbete Besetzung ber Eisend ahnst recke Herne GelsenkirchenAltenessen gestern Nachmittag be­endet. Die Franzosen verwiesen bie Beamten und Arbeiter, nachdem sie sich geweigert hatten, in fran­zösische Dienste zu treten, van ihrer Dienststelle mit dem Bemerken, daß die Strecke militarisiert werde un» sie in Zukunft nichts mehr auf ihren bisherigen Dienststellen zu suchen hätten. Eine große Menge rollenden Eisenbahn- und Baumaterials fiel den Franzosen in die Hände. Die Beute, die ihnen aus den Stationskasien und Güterabfertigungsstellen in die Hände fiel, ist jedoch nicht bedeutend. Kurz nach 4 Uhr verließ die milirärifche Begleittruppe der Ve. fetzung das hiesige Gebiet. Nur die Militäreifew bahner und die französischen Zivileisenbahner sowie ein stärkeres Wachkommando blieben zur Bewach­ung der Strecke und der Brücken und Uebergänge zurück.

Essen, 6. Juni. Bei der Besetzung der allein noch übrig gebliebenen Lst-Westoerbindung im In« dustriegebiet scheint es sich um eine dauernde Mili­tarisierung der Strecke durch die Franzosen zu Han. Dein. In einer Reihe von Orten wurden die Eisen. bahner ausgefordert, in französischen Dienst zu tre­ten. Die Aufforderung wurde überall abgelehnt. Die Eisenbahnerausweisungen in Essen dauern an.

Für neue französische Einquartierungen ist in Bochum das Gymnasium geräumt worden, sodaß im Ganzen jetzt in Bochum neun höhere Lehranstalten von den Franzosen besetzt sind.

Paris, 6. Juni. In einer Havas-Meldung über bie gestern erfolgte Besetzung der Eiseiibahnltnie vo« Gelsenkirchen nach Wanne und Herne und der Bahn» hösc an der Strecke BergeborbeckAltenaDortmund