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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
“ J. H. Schäfer
Anzeiger für (das früher kurhesiifche) OLerheffen
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Die „Sicherheit" Frankreichs
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wird wie iee «oree bä linieren «. v^rxZ«*eln
Die Reichsregierung hat sich nunmehr entschlossen, in dem neuen deutschen Angebot überhaupt keine feste Zahl für die Schuldsumme zu nennen. Der entscheidende Nachdruck ist nunmebr einzig und allein auf die Garantiefrage gelegt. In diesem Punkte wird die Reichsregierung ganz neue und in alle nur wünschenswerte Einzelheiten gehende Vorschläge und Sicherungen unterbreiten. Die Reichsregierung wird aber weiterhin ihren früheren Vorschlag wiederholen und vertiefen, dem zufolge eine aus internationalen Sachverständigen bestehende Prüfungskommison nicht nur die Eesamt- schuldsumme Deutschlands festfetzen, sondern auch nach periodischer Prüfung der Leistungsfähigkeit Deutschlands die Stützung der deutschen Leistungsfähigkeit vornehmen solle. Selbstverständlich würde es sich nur um ein Kollegium handeln, in dem auch Deutschland mit vertreten wäre. Was die Garantien der Wirtschaft angeht, so ist die Reichsregierung nunmehr davon abgekommen, auf Grund der freiwilligen Anerbieten ihrerseits verbindliche Erklärungen der Gegenseite gegenüber abzugeben. Die Reichsregierung wird vielmehr in ihrem neuen Angebot sich verpflichten, die notwendigen Garantien zur Abrragung der Schuldsumme und zur Sicherung der jährlichen Raten auf dem gesetzlichen Wege vorzu- nehm-n. Damit ist die Reichsregierung zu dem einzig richtigen Standpunkt zurückgekchrt, daß cs einzig und allein ihre Aufgabe ist, im Jntsreffe der Gesamtheit des Volkes die staatsbürgerliche Verpflichtung der einz-lnen Volksschichten und Erwcrbskreise zu bestimmen. Es versteht sich dabei von selbst, daß auch diese Frage rm Einvernehmen mit den politi- ich n Parteien, in denen diese Berufskrcise ihre Vertretung sehen, geregelt werden sollen. Das Angebot selbst ist bereits abgeschlossen worden, die Parteien sind unterrichtet, die Note ist Sonderkuriercn zur Ueberbringung an unsere diplomatische Vertretung im Ausland ausgehändigt. Die Ueberreichung selber wird am Donnerstag stattfinden, an welchem Tage auch die Oeffentlichkeit mit dem Inhalt bekannt gemacht werden wird.
Berlin, 5. Zuni. Wie die Blätter erfahre«, steht nun endgültig fest, daß die neue deutsche Not« am Donnerstag nachmittag übergeben und am Freitag früh veröffentlicht wird.
B e r l i n, 6. Zuni. Der „Berliner Börsenkurier" und das „Achtuhr-Abendblatt" veröffentlichen, das letztere nach einer Wiener Quelle, Mitteilungen über den angeblichen Inhalt der deutschen Antwort. Die Angaben sind in wesentlichen Punkten unrichtig. Die von dem wirklichen Inhalt der Antwort unterrichteten Parlamentarier sind zum Stillschweigen verpflichtet. Vorzeitige Mutmaßungen sind daher zwecklos und könnten nach außen nur schädlich wirken.
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sieb!« tu glauben, daß btt konservative — also deutsch- ßiichliche — englische Regwrung für uns irgend etwas tun »erde. Die heute vorliegenden Meldungen zeigen denn r tod), we und wie es die Entscheidung suchen wird. Nicht umsonst wird in den verschiedensten Meldungen daraus hiugewirsen, baß für Frankreich jetzt die Frage der „Sicherheiten" im Vordergrund stehen. Und Eng- stnd ist ja bereit, Frankreich Her entgegenzukommen, bch: <• geht um das deut sche Rhein« und iinh r l« nd. England wird für eine sogenannte „Inter- gationalisikrung" eintreten — Einzelheiten finb gleich »ästig —, die Frankreich nicht voll befriedigt, ihm aber im «tgenblick genügt. Daß diese Lösung für uns kein« ist, braucht nicht gesagt zu werden.
Die Aeparationsfrage ist tn fi;; mrschridendes Stadium getreten. Wir erwatten bieg ja schon lang«, glaubten gjelleicht viel zu oft, vor der „Entscheidung" gestanden p» haben. Jetzt aber drängt England, das endlich aus der Unsicherheit heraus will. ES ist nur ein verhängnisvoller
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werden. Nach in Münster vorliegenden Meldunge» besteht französischerseits die Absicht, die Nordstrecke nur bis Necklinghausen-Oft und die Eüdstrecke nur noch bis Steele-Nord in Betrieb zu lasten. Di« neue Besetzung gilt der Ausbeutung der Haldenbeständ« der Zechen Hibernia, Zollverein, Rhein-Elbe, Dahlhausen, Ernestine, Caternberg, Helene usw. Die Eisenbahner von Altenesten und wahrscheinlich auch der übrigen Bahnhöfe wurden diesmal von den Franzosen nicht fortgewiesen, sondern muhten sich in Reih und Glied aufstellen und ihren Namen fotoit ihre Wohnung angeben, wobei im Falle unrichtiger Angabe mit schwerer Strafe gedroht wurde. |
Essen, 8. Juni. Heute vormittag besetzten btt Franzosen die Köln —Mindener Eisen- bachnlinie, die einzige durch das Ruhrgebiet führende Strecke, die noch in deutschem Betriebe war.! In aller Frühe wurden die Bahnhöfe Herne,' Wanne, Gelsenkirchen Hb. Katernberg, Altenesten mit starken Truppenabteilungen belegt und für den Verkehr vollständig abgesperrt. Essen ist nunmehr! von jeder Verbindung mit dem unbesetzten Deutschland abgeschnitten. Die Besetzung der Bahnhöfe erfolgte unter Anwendung von Panzerwagen, Tanks und Maschinengewehrabteilungen! Mit der Fort« nähme dieser letzten großen Eisenbahnlinie steht jetzt nur noch die kleinere sogenannte rheinische Strecke über Bochum—Präsident — Gelsenkirchen—Wattenscheid für den ganzen Ostwestverkehr zur Verfügung. Die Eisenbahner der neu besetzten Sttecke wurden durch Plakate anfgefordert, sich innerhalb 48 Stunden den Franzosen zur Arbeit zur Verfügung zu stellen. Da diese Aufforderung natürlich von vornherein abgelehnt wurde, werden die Beamten zum Teil auch jetzt noch in den Wartesälen eingesperrt gehakten. Die Franzosen sind nun zur Stunde selbst damit beschäftigt, die Lokomotiven und Züge, di« sich auf der Strecke vorfinden, flott zu machen, und zu rangieren.
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Di« amtlich«, französischen Kreise verstärken ihr« Bestrebungen zwecks Errichtung der rheinischen Republik und v«such«n, sowohl die Staats« al» auch dl« kommunale Beamtenschaft für ihre Bewegung zu gewinne«. Man versucht Listen i« der Düsseldorfer Beamtenschaft in Umlauf ru bringen und von de» Beamten unter versprochung eines HSberen Gehalts die Untertort ft zu erhalten, durch die st« sich zur Dienstleistung l« der eventuellen rheinischen Republik bereit erklären. Ferner »«stärken die Franzosen die Preffepropaganda. Aus,« den vorhandenen Organen wollen ste in Düsseldorf demnächst eine neue deutsch- geschriebene Zeitung mit ein« Auflage von 50000 Exemplaren erscheinen kaffen. Für diese beabsichtigte ZeiMngSgründung wurde die Drnck«ei deS Düstet- lorser Tageblattes beschlagnahmt. Infolge btr französischen Maßnahmen ftr.b fetzt in Düsseldorf und In and«en Teste« deS Rheinlaades keine größeren beut- to«n Zeitmige» zu habe«, wodurch die Franzosen ihre separatistischen Bestrebungen zu fiebern hoffen.
Essen, 8. Juni. Nunmehr hat auch im hiesigen Bezirk die Ausweisung pflichttreuerEisenbahn« beamter begonnen. Am Samstag wurde zehn Eisen« bahndeamten, am Montag neun und heute sieben der Ausweisungsbefehl zugestellt. Die Beamten werden im Kohlensyndikat gesammelt, von borti mittels Lastkraftwagen nach Neviges an der Grenz«! des besetzten Gebietes transportiert und dann aus« gesetzt. !
Köln, 5. Juni. Hier sind wiederum drei Transporte Ausgewiesener eingetroffen, die insgesamt 170 Personen umfasten. Die Flüchtlinge! stammen teils aus der Eifel, teils aus der Trierer, Gegend. Sie wurden in Köln verpflegt und bann' weiterbefördert. Unter den Ausgewiesenen erregte! besonders ein 80jähriges Mütterchen, das getragen^ werden mutzte, größtes Mitleid. ’
Sadistische Bluttat.
Elberfeld, 6. Juni. Im Düsseldorfer Hafenviertel wurde der siebensäbrige Knabe eines zur ZeU arbeitslosen Hafenarbeiters von einem französischen Soldaten erschossen, der bei seiner Verhaftung angad, von dem Kinde beleidigt worden zu fein. D« er« toostene Knabe spielte mit einigen gleichalirigen Kindern in der Nähe eines sranzöstscken WachtlokalS. Di« Kinder riefen einem Soldaten der Wachmannschaft im Scherz zu: „Mon cher, nicht Brotf woraus d« Soldat sagte: .Alles roegl* Als die Kinder den Zuruf wiederholten, nahm d« Soldat sein Gewehr, legte an und schoß, D>.r auf die Entfernung von 3 Metern abgegebene Schutz traf den Kleinen an der linken Schläfe und riß d.m ganzen Htnterkopf weg. Die Hirnschale lag einen halben Meter von bet Leiche entfernt. Der Töt« wurde von dem wachthabenden Unteroffizier verhaftet. >
Düsseldorf, 8. Juni. Die Leiche des von den Franzosen erschostenen Kaufmanns Schlageter wird ausgegraben und in die Heimat Schlagetersj vbergeführt werden. Aus diesem Anlatz findet am! Mittwoch vormittag in der Kapelle des Nordftted- Hofs eine Feier statt. Die Leiche wird im Anschluß daran ins unbesetzte Gebiet gebracht.
Die Lage in Frankreich.
Paris, 5. Juni. Andre Tardiu führt aus der Rede des lothringischen Metallindustriellen Humben de Wendel, die er in der Handelskammer in Metz gehalten hat, eine Stelle an, die im oftiziellen Bericht! gesehlt hat. Sie lautet: .Vom 15. Januar t;3 13.1 März ist die Zahl der im Betrieb befindlichen Hoch-! Öfen im Mosel-Departement von 40 aus 13 ge-' funken, während die Belegschaften fast vollzählig geblieben sind. Daher ist das Betriebsergebnis nach wie vor in grobem Umfange negativ. Es ließe sich leicht feststellen, daß allein sür die Metall- und Berg- werksindustrir des Mosel-DevanententS — ungerechnet den von Deutschland subventionierten Ser garbet» ^erstreik — die unmittelbare Belastung infolge der gegenwärtigen Krise nicht hinter der im Bericht der Kammerkommisswn über die streditvorlnge für di« Ruhrbesetzung angeführten Ziffer für die militärischen Gesamtausgaben zuriickbleibt. Das ganze lothringisch« Land vettpüre naturgemäß die Rückwirkung dieser Sckstotertgketten, Die Arbeitslosigkeit, bte auf «tu.
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Zinse« und b« AmorAsatiq« für feine ameritonischen Schulde« bqayke, über bat im Jammr erzielten Punkt hinuusgehe.
L » n b o «, 8. Juni. Gestern abend wurde mitgeteilt, datz die Regierung die Absicht habe, ihren Standpunkt zu dem Reparationsproblem bekannt zu geben und datz Lord Enrzon damit beauftragt sei, diesen Mittwoch im Oberhaus eine Rede darüber zu halten. Str Robert Grey wird die Debatte mit der Anfrage eröffnen, wie weit die verschiedenen Ansichten, die von der Preste der Regierung in der Reparationsfrage zugeschoben werden, zutreffend seien.
Die Brüsteler Konferenz.
Paris, 5. Juni. Zu der morgigen Konferenz in Brüste! meldet der Brüsteler Korrespondent der „Daily Mail", datz man ihr mit der größten Spannung entgegensieht und ihr mehr als einer früher stattgefundenen Konferenz die größte Bedeutung beimrtzt. Abgesehen von den technischen Fragen wird die Diskussion sich nur um die Reparationen drehen und man erwarte in Brüsteler Kreisen, datz der französisch« Premierminister infolge der Verzögerung der ursprünglich für Paris angesetzten Diskussion in eingehendster Weise den belgischen Plan habe studieren können. Augenblicklich sei — so meidet der Korrespondent weiter — der Plan noch geheim, doch blickten unzweifelhaft sowohl Belgien wie Frankreich jenseits des Kanals nach einem Fingerzeig Englands aus, wodurch bieses Land kundtue, datz es aus seiner wohlwollenden Neutralität heraustrete und sich enger an die Verbündeten anschliehen werde, nicht nur um ihnen bei der Eintreibung der Reparationen behilflich zu sein, sondern um auch ihre militärische Sicherheit zu gewährleisten.
P a r i s, 8. Juni. „Journal des Debats" meldet, die Tagesordnung der Konferenz sei ziemlich stark besetzt. An erster Stelle stehe natürlich die Frage der Vorschläge zum Reparattonsproblem, die die belgische Regierung durch ihren Botschafter der ftanzösischen Regierung Lbermtttelt habe. In belgischen Kreisen verheimliche man nicht, datz die morgige Konferenz eine ganz besondere Bedeutung habe, weil die britische Regierung ihr ein ganz besonderes Interesse beilege. Zn denselben Kreisen erkläre man, die belgische Regierung habe keinen bestimmten Reparationsplan festgelegt. Sie habe sich darauf beschränkt, Anregungen zu geben und gewifft Vorschläge zu formuliere«. Man erkläre ferner, datz die belgischen Finanz- und Geschäftsleute, die in den letzten Tagen Verhandlungen in Paris und in London gefühtt haben, vo« denen bte englische Preste gesprochen habe, weder «ne offizielle noch eine offiziöse Mission der belgischen Regierung gehabt hätten.
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Wir hören von unserem parlamentarischen Mitarbeiter:
Man ist nun — man darf wohl sagen glücklicherweise — bezüglich des neuen deutschen Anerbietens zu dem Ausgangspuntt wieder zurückgekehrt, der nach dem Scheitern der ersten Note von Anfang an der gegebene war, nämlich zu der Frage der Garantien. Zwischendurch hatte sich eine starke Strömung, die auch von mahgebenden politischen Kräften unterstützt worden war, in der Richtung geltend gemacht, das Schwergewicht auf eine Erhöhung der Schuldsumme zu verlegen. Man war der Meinung, als Gegenwartswert eine Mindeftfumms von 30 Milliarden Goldmark an Reparationsschuld den Alliierten anzubieien, dabei ergab es sich, datz auch die Sozialdemokraten eine Ueber- schreitung nun nicht' als erträglich hielten. ’
Sie Loge in den befetten StiitlM.
Karlsruhe, 5. Sunt. Die Franzofen haben, offenbar als Repressalie gegen bte angeblichen Eisen- bnbnfabotagcafte, in den besetzten Gebieten beit Behörden verboten, von beute ab mit ben Behörden tn bcn unbesetzten Gebieten tn Verbindung zu treten.
Ess« n, 5. Juni. Nach einer Meldung des „Beil. Lok.-Anz." aus Buer hat die Beiatzungsbehörde den gesamten Kastenbestand der Stadtkaste in Höhe von über 44 Millionen Mark, di« zur Auszahlung an die Erwerbslosen bestimmt waren, beschlagnahmt.
Essen, 3. Zuni. Der neue Prozetz gegen die Zechendirektoren, die den Befehl zur Aufnahme der Kohlenlieferungen an Frankreich und Belgien nicht Folge geleistet haben, sollte morgen vor dem Weidener Kriegsgericht beginnen. Die Verhandlung ist jedoch aus unbekannten Gründen verschoben worden. Drei der angeklagten Zechendirektoren halten sich im unbesetzten Deutschland auf, während die übrigen von den Franzosen in Haft gehalten werden.
Die Abschnürung Esten».
E s s e n, 6. Zuni. Die Franzosen besetzten heute die Bahnhöfe Gelsenkirchen, Wanne, Altenesten, Herne und Herne-Borbeck.
Essen, 5. Zuni. Der Bahnhof Altenesten ist heute morgen von bett Franzosen unter Aufgebot einer großen Anzahl Tanks besetzt worden. Dadurch ist der Verkehr von Altenesten nach Bochum-Nord und Dortmund unterbunden. Wie verlautet, sollen noch mehrere auf der Bahnstrecke Altenessen-Dort- mund liegende Bahnhöfe besetzt sein.
Essen, 5. Juni. Von der einzigen noch bestehenden Bahnlinie Bergeborbeck — Alteneste« — Dortmund find heute morgen durch die Franzosen alle Stationen besetzt und mit Tanks und Ma- schinengewehren gesichert worden. Damit ist das ganze Industriegebiet von Herne bis Duisburg und Düsseldorf auf den Verkehr mit den Stratzenbahnen angewiesen. Die Strecke Herne—Rauxel—Mengede —Dortmund soll vo« ben Franzosen militarisiert
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London, 3. Mai. Der diplomatische Berichterstatter ter „Westminster Gazette" schreibt, erfahre, Baldwin vünsche, daß die Alliierten ihr« Ansichten über die neu« teutsch« Rote austauschten und, wenn möglich, eine ge- »einsame Antwort etteiften. Er sei bereit, weit zu grfren, um für Frankreich die Sicherheit zu erhalten, die es fordere. Di« Fragen der Neutralisierung des Rheinlandes unb der Streichung der interalliierten Schulden würden daher auf der Lonserenz erörtert werden. Die Regierung interessiere sich tesonbers für den Plan des Generals S pear s betreffend Entmilitarisierung der Rheinland«» unter ter Kontrolle des Völkerbundes ober unter alliierter Ueberwachung.
Der diplomatisch« Berichterstatter des „DaUv Telc- greph" erklärte, Lord Robett Cecil hab« feint Zu- ßimmu ng zu wenigstens einigen der Punkte des bo.i General Spears ausgmrbeiteten Planes für die dauernde kntMftarisierung deS Rheinlandes unter der Kontrolle tes Völkerbundes ausgedrSckt. Der Berichterstatterweis! darauf hin, daß abgesehen von den Extremisten, all» deutschen Politiker wünschten, einen dauernden Frtedens- »aft der Westmächte auf der Grundlage der Gegen, seitigkeit an,u nehmen, dessen Grundsatz auch von kurzon in einer seiner letzten Reden über die Reparationen »billigt worden fei. Es werde wohl keine leichte Auf- »abe sein, eine Formel zu finden, der wvohl Frankreich «ls auch Deutschland zusttmmen könnten. Bisher se> Lomcarc stark abgeneigt grwsn die Ausnahme Deutsch- lrnds in den Völkerbund zu erwägen. Such Deutschland habe keine ausgesprochene Neigung gezeigt, diesem beizu- teten, solange Nordamerika ihm noch nicht angebne Een« jedoch das Reparationsproblem einmal geregelt sei Wtbe vielleicht das daraus entstehende Wohlwollen auf teiben Seite« den Weg für ein solches Uebereintommen *nen, durch das die WestMSchk 'tatsächlich die Bölke-> temdsgarantien unterO reiben würden.
. tbnbon, 5. Juni. Die „Westminster Gazette" treibt: Die Frage der Sicherheit für Frankreich und ”f-3:en könne nicht gelöst werden durch Grenzbcrtch- üginlgen ober militärische Vereinbarungen am Rhein. Ver- pche, die sie durch derartige Methoden zu regeln, ver- mterlen nur die die Beziehungen zwischen Deutschland rud Frankreich und machen jede andere Lösung äußerst retmerig. Das Blatt ist der Ansicht, der Hauptpunkt, “ bem, wie ertoädet werden könne, Mac Kenna eine fest« 2inic verfolgen werde, sei die Notwendigkeit für eine nalist.sche Regelung des Reparativ nsproblems. Mae «nna habe Deutschlands Hilfsquellen in Höhe einer sehr mäßigen Summe veranschlagt; er hege keine übertriebenen Gedanken, bezüglich oe8 deutschen Ein- dr nmens aus den Auslandsguthobm, wie einige Leut: dies täten.
London, 6. Juni. Der für Donnerstag erwarteter, «berrnchunz der neuen deutschen Rote wich von ter Presse mit großer Spannung entgegengesehen. Der mUerredung Baldwins mit Philippe Mille! teird viel Beachtung geschenkt.
Die „Westminster Gazette" ist der Ansicht, daß sich ter Sage fett dem letzten deutschen Angebot gebessert » haben scheint .— Der Pariser Berichterstatter d:r «Times" schreibt, auf beiden Seiten des Kanals nehme ter Eindruck zu, daß der Schlüssel für die augenblickliche “ge in Brüssel fei. — Der diplomatische Berichte > laiter der „Daily News" schreibt, die nächsten zehn *°ge könnten eine äußerst kritische Periode im te«par«ftzonsstreit jein. Eine Konferenz zwischen ten Vertretern der vier alitierten Mächte vor Ende des "lonats sei keineswegs unmöglich. Es sei zweifelhaft, ob tunächst deutsche Vertreter ebenfalls daran teilnehmen ^ttden. Es sei wahrscheinlicher, daß wie bei der Konfe- in Spaa im Jahre 1920 vorherige Erörterungen Aschen den Alliierten stattfänden, auf die sofort 83er» «"ndlungen folgten, an denen Deutschland teil« a,bme. In britischen Kreisen sei redoch feine Neigung ^Händen, von den Vorschlägen des Planes Sonar Laws ^'»-tpehkn: nur einige der darin enthaltenen Ziffern muß» «n etwas geändert werden. Die Ruhrbesetzung habe y.rci- Deutschlands sofortige Zahlungsfähigkeit Vermin tert; aus diesem Grunde könne ein längeres Mora- l°riu m, als dies im Januar-Plan in Aussicht ger.om- wurde, notwendig sein Bezüglich der Frage, Eratzbrieannien die von den Alliierten geschuldeten '•t#im«n erlasse, schreibt der Berichterstatter, es bestehe ’ **>Mc Aussicht darauf, daß England, das jetzt die
Di« ^Oberhefstfche Zeitung" ericheint lecbemal wöchentlich. — Bozuzoorei» monatlich — ... 6000 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausialleud« Ttummeta Stooik, ooei
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