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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

J.H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessei»

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E>i«DbetijeiRIrbe Zr* 'nrg erscheint sechsmal wöchentlich.S-j»,»preis »»nailtch

Mk. mit Zustellu, sgediihc. Für ausfaüenhe Hemmen ixioig» Gtreil» ooer

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«f Vg elementarer Ereignisse t\tn Ersatz. Verlag von Dr. L. Hitzerot». Dn<k der 'l|e UniD^Sudjbrudetet von F * d. Au«. Koch. Markt 21.23. feierete*et 56, Post.

hberffonr* Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Stete.

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in öffentlichen Aussprachen, in der Presse usw. *\ -

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Borzehen gegen die Kommunisten in Berlin.

Berlin, 4. Juni. Der Polizeipräsident teih mit: Ber den gestrigen Kommunistenversammlun» gen, die an verschiedenen Plätzen Berlins unter' äugerst geringer Beteiligung stattfanden, wurde in Neukölln eine proletarische Hundertschaft beobachtet. Schutzpolizeibeamte uahmen jünf Führer der HwiM dertschaft fest. Tags zuvor inachten sich bet bet Markthalle Mitglieder des Kontrollausschuss« bo»

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Englische Premierminister aus, worüber wir bereits berichteten, heute kommt noch einmal Loucheur zu Kott, angebliche belgische Pläne werden genannt «f». Das Wesentlichste ist eben die Frage, ob ins­besondere Frankreich überhaupt eine vernünftige stegclung der Reparationsfrage will oder ob es vor- pehe, die Dinge in der Schwebe zu lassen, um seine Müschen Raubpläne zur Reife zu bringen.

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Donnerstag in Paris, London, Rom und Brüssel tbergeben werden kann. Die Reichsregierung ist «ugenblicklich mit der Fertigstellung des Wortlautes beschäftigt.

Es handelt fich dabei auch um die Aenderung mchtiger Einzelfragen, zumal die letzten Beratun- ge» und die letzten Mitteilungen, die nicht nur aus sterlin, sondern auch von außerhalb herftam- *tw, das allgemeine diplomatische Bild «was verändert haben. Wahrscheinlich werden «»mehr in der letzte« Rote die beiden Fragen eirer Festsetzuugvo« Zahreszahlunge« »Nd einer Abschätzung der deutschen Leistungsfähigkeit gleichwertig be- haudelt werde«, und die Earautiesragr wird so aus« »baut werden, daß Re sowohl für den Fall der An­nahme eine» festen deutschen Augebots auf Zahlung »»n Zahreszahlunge« als auch für den Fall einer srstsetzung der Leistungen durch internationales Lchicdsgericht geregelt wird.

V einer gemeinsamen AMwort. Verzichte Deutsch- -X b nicht »der vermeide es, davon zu sprechen, so 1 \e es darauf ankommen, das, sämtliche Alliierte

Berlin, 4. Zum. Der schwedische Reichsver- band des Mittelstandes richtet an den deutschen Ge­sandten in Stockholm ein Schreiben, in dem es heißt: .Mit blutendem Herzen folgen wir dem mutigen Existenzkampf unserer unglücklichen Standesgenos- sen in Eurer Exzellenz so grausam behandeltem Vaterlande, und, soweit unsere schwachen Kräfte es nur gestatten, werden wir alles aufbieten, um auch unser Scherflein zur Linderung der zum Himmel schreienden Not laufend beitragen zu können. Der ganzen Menschheit gereicht es zur unauslöschlichen Schande, wenn sie unberührt es mit ansieht, wie ein auf dem Schlachtfelde unbesiegtes, nur durch Hun­ger, List und Verrat zur Niederlegung der Waffen verleitetes überaus hochstehendes Kulturvolk staat­lich. gesundheitlich und ökononiisch zugrunde ge­richtet wird."

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angeblich deutsche Kriminalbeamte, wurden von den Franzosen verhaftet und nach Höchst übergeführt.

Bochum, 4. Juni. Den Direktionen einer Reihe von Ruhrzechen und neuerdings von der fran­zösischen Besatzungsbehörde Befehle zugegangen, die Brennstofflieferungen an Frankreich undBelgienwiederaufzunehmen. Für den Fall der Weigerung werden Gefängnisstrafen bis zu 5 Jahren angedroht. Die Zechen weigern sich aber nach wie vor, Kohlen an die Einbruchs­mächte zu liefern. Gegen sechs Zechen-Direktoren wurde deshalb ein Verfahren bei dem Werdener Kriegsgericht eingeleitet.

L a n d a u, 4. Juni. Am Samstag wurden von den Franzosen neun angesehene Persönlichkeiten verhaftet und nachts über die Grenze geschoben. Heute wurden neuerlich vier Personen als Geiseln abgeschoben.

Köln, 4. Juni. Auf der Grube Donatus bei Liblar arbeiten für die Franzosen bei der Ver­ladung von Braunkohlen 132 Mann, meist Polen.

Essen, 4. Juni. In der Nähe von Aplerbeck im unbesetzten Gebiet ist ein französisches Flugzeug in Trümmer gegangen. Die Insassen des Flug­zeuges sind in Schutzhaft genommen worden.

Düsseldorf, 2. Juni. Vor dem französischen Kriegsgericht hatte sich gestern der Student Paul Götze zu verantworten. Bei einer bei ihm vor- genommenen Haussuchung wurden 7 Pistolen mit Munition gefunden, die Götze 1919 von einem Freunde erhalten haben will, um sich gegen die da­maligen kommunistischen Angriffe zu verteidigen. Der Angeklagte, der früher Mitglied der Reichswehr war, wurde zu 2 Jahren Gefängnis und 500 Franks Geldstrafe verurteilt. Ferner hatte sich der franzö- ^fche Soldat Lucien Moulitz zu verantworten, der im März d. I. ein lljahriges Mädchen durch Hebet« fahren getötet hat, weshalb et der fahrlässigen Tö­tung und ber Feigheit anceklagt wat. Das Urteil lautete im ganzen auf 1 Monat Gefängnis.

Die Ttwartung der deutschen Note hat au\ in I tot und die belgisch Regierung hätten diese Frage ten Kreisen der Alliierten eine erhöhte Täti V it toon beantwortet. Man werde zusehen, ob Deutscy- - ' v *' '»and auf seinem passiven Widerstand

Aus dem Saargebiet.

Saarbrücken, 4. Juni. Gestern fand in Saarbrücken unter außerordentlich großer Beteili­gung aus allen Gegenden des Saargebiets und den angrenzenden Gebieten der erste saarländische Ka­tholikentag statt. Es waren zu der Feier erschienen der Bischof Sebastian von Speyer, Bischof Borne- waffer von Trier und Weihbischof Mönch von Trat. Die Feier begann vormittags um 9 Uhr mit der

Köln, 4 Juni. Am Sonntag nachmittag traf ein weiterer Transport ausgewiesener Eisenbahner mit Familien aus Liblar und Umgegend ein. Diese waren nachts 2 Uhr aufgesordcrt worden, sich sofort zur Abreise ins unbesetzte Gebiet fertig zu machen, da sie ausgewiesen seien. Unmittelbar darauf muß­ten sie schon abreisen. Nach Empfang und Bewir­tung wurde der Transport nach Wagen weiter­geleitet. Abends traf dann mit einem Dampfer ein weiterer Transport ausgewiesener Eisenbahner- ramilien aus Stadtkyll, Jünkerath und Schüler ein, darunter 59 Kinder bis 10 Jahren und 67 unter 4 Jahren. Nach Mitteilung ber Ver­triebenen waren die genannten Orte militärisch uin= stellt worden. Alle Eisenbahner werben rücksichts­los ausgewiefn unb dadurch 350 Menschen von Haus und Hof vertrieben. Alle Habe mußte zurückgelassen werden. Eine auf dem Dampfer von dxm beglei­tenden Pfarrer veranstaltete Sammlung erbrachte rund i/j Million Mark. Nachdem auch dieser Trans­port in Köln empfangen und bewirtet war, erfolgte dis Weiterfahrt nach Hamburg. Ein am Zugs zu­fällig anwesender Schwede, ber, wie bisKöln. Ztg." meldet, seine Empörung über die rohen Aus­weisungen unschuldiger Deutscher ausbtückte, stiftete für die Fürsorge ber Ausgewiesenen einen nam­haften Gelb betrag.

et;; \ feien, um tut Einstellung des Widerstandes mir iufv\ ern. Auch in dem weniger günstigen Falle werde man Gelegenheit tu einer gemeinsam« Antwort haben. .

Par< 9, 4. Juni. Soucheur hielt gestern in Mau- beuge aus einem Kongretz ber republikanischen Ver­einigung t\ * Bezirks von AvesntS eine Rede, in der -r sich mii der Antzeipoliitk Fraittreichs beschästtgte. Er ist davor twerzeugt, dass trotz bet verschiedenen Aktionen der Deutschen Frankreich ehrenvoll aus der Ruhraffäre l uotfiebe« und Ruhen daraus zieben werde. Fran.'Xto werde bald das Rudrgebiet ver­lassen, da Deuts> and durch die Ruhrbesetzung sehr ge­schädigt sei. Er^erbe die Regierung nicht diskredi­tieren, waS er h\ 'sche, sei, daß man sich mit den Alliierten verständig Er habe den Eindruck, daß die Elsässer zu grohen \ ufern bereit seien, vorausgesetzt, datz man französisch» leittz sich nicht zu intransigent zeige. Die erste Frag die zu regeln sei. sei die der alliierten Schulden, L'as die deutsche Schuld an be­treffe, so könne sie nicht geringer sein als der Betrag, der erforderlich sei, um die ehemalige Kampfzone wie­der instand zu setzen, koucheur spricht sich dann wie­derum für die Schaffung einer Entpreutzen-Zone mis. in der die Eifenbahnew unter alliierte Kontrolle ge­stellt werden sollen.

Wesentliche Abänderungen der Einzelheiten.

London, 4.3urt Der dplomat schr Berichter­statter desDalle T l g»?ph ' fchre bt. ve. schieben? meV oder weniger sensationelle Bericht seien während bei Wochenendes bezüglich der awLblchm Absichten der 6 it;* schen Regierung in der Frwze der Reparationen und Kriegsschulden in Umlauf g-tv f n. Tatsäch­lich hat die brittsche Negierung, bti di- Möglichkeit bal­diger internationaler Beratungen nach einem neuen An­gebot Deutschlands oder nach d m 8-s-bnis ter für M tt* woch festgesetzten französisch-belg-sch-n Konferenz in Brüs­sel voraussieht, vor kurzem nur da-Schatzamt angeiwrsen, seine eigene Arbeit und die Schlusifv-l-erungen an? bief n Problemen zeitgemäss umzngcstaltcn und sie g-g-bcncn- falls in eitern neuen Memorandum riebet jungen. Man war bet Ansicht, dass e ne neue Ueberarbeit utt <1 d e S b rit i s che n St a nd pu nkteS, wir er in den Vor­schlägen Bonar Lawr vom Monat Januar niederg l gi war, notwendig sei angesichts wichtiger, f.itftr eing.tr te­uer Ereignisse, nämlich: l.der franrösisch-beigisÄen Be­setzung d-S Ruhrgebiets, 8. der Fundierung der engttschrn Schuld an die Bereinigten Staaten. Die Besetzung deSRuhrgebieteS mußte weg. u ibrrr möglichen Rück­wirkung auf die Zahlunsöfähigceit Deuischlondä und aus die geeigneten Zahlungsmethvdrn für die Zukunft erwogen weichen. Nachdem jetzt einmal die Verpflichtungen Eng­land; gegenüber Ameribi festgesetzt seien, müsse er lllchtrr für die britische Regierung sein, genau den Minde" betrag zu bestimmen, dm sie sich zu fordern verpflichtet fühlt, und die Form sestzn setzen, worin die 5»iterung zu erb cen wäre. Während die leitenden Gedanstn, die dem Plaue Bonar LawS zu Grunde liegen, zweifellos unverändert bleiben würden, könnten wesentliche Abänderungen der Einzelheiten durch den Prrmierminifter Baldwin er­wartet werden.

Der belgisch-französische Reparatisnsplrm.

L 0 n b 0 n, 4. Juni. Der Pariser Korrespondent ber Sunbay-Times glaubt über den üelgisch-franzö- sifchen Repatationsplan folgende Etnzelheiten ver­öffentlichen zu können:

L Deutschland hat« Frankreich 30 Milliarden «ab an Belgien 5 Milliarden Goldmark zu bezahle«.

2. Italien und die Länder der kleine« Entente würden ihre Kriegsschulden erlassen; sie würben aber keine Reparationen erhalten.

3. Deutschland müsse sich außerdem verpflichten, die englischen und franr-fische« Schulde« an Ame­rika zn bezahlen.

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Sie $ige in len des-M SrSielrs.

Frankfurt a. M., 4. Juni. Wie von amt­licher Seite mitgeteilt wird, haben die Franzosen heute vormittag den E i l z u g von Limburg, ber um 10 Uhr bie Station Weitzkirchen durchfahren sollte, gewaltsam gestellt, ben Lokomotiv­führer heruntergeholt unb bie Reisenden einer Paß­revision unterzogen. Sämtliche Reisende, bie ohne Paß waren, wurden mit einer Eelbbuße von 50 000 J< belegt.

Wie weiter ungeteilt wird, haben bie Fran­zosen bei bet Paßrevision in dem Limburger Eilzug bei ber Station Weißkirchen etwa hundertPer- fönen ungehalten, bie ohne gültigen Aus­weis waren. Sie mutzten sämtlich eine Geldbuße von 50 000 c« entrichten. Drei weitete Personen,

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jettigt, um Hoffnungen, Wunsche, Drohungen ausv nattirlich, daß die Alliierten dies zur Kenntnis wspkechen. Man wird sie werten müssen als Mittel s nähmen, und damit habe man einen Ausgangspunkt __ « fi 1 . n « »w Ri r m 1 otnor oam*4 hTami (ff

Das Dokument gliedere fich in drei Teile. I« «sie« Abschnitt, der fich mit den Garantien besaßt, vürden die Gesamtleistungen der deutsche« Wirt­schaft für eine bestimmte Frist von Jahre« festge- i»8t. Der zweite Abschnitt erläutert die Frage der s Sanuitäte« und der Zahlungen, die Deutschland sinst aufzubringen bereit sei. Eine feste Endsumme Urse nicht genannt werden. Der dritte Abschnitt kfaftt sich mit dem internationalen Schiedsgericht, ks über Deutschlands Zahlungsunfähigkeit eine gültige Entscheidung treffen soll. Als selbstver- ßändlich werd« vorausgesetzt, daß Deutschland als ksllberechtigte» Mitglied bei diesem Schiedsgericht treten fei.

toeHin, 5.Juni. Der Reichskanzler gab oestrrn aachcinauber den Führern der Soz-alkemokratisch-n Part i, Arbeitsgemeinschaft und Den! sch rationalen Volkspattei «nntnis von dem Jnhast der neuen deutschen Repaca- hJMnotf. DemB. T." zufolge könnt? b:t Ueberein- [ immun g ber Ansichten der Parteiführer ^:t denen der RrichSregierung festgestellt -derben.

Berlin, 5. Juni. WieB. T." mitteilt, Ivcrden sich duie Sondorkuttere von Bersin nach London, Patts, Rom Brussel begeben, um den dottigen deutschen diplo- S'chen Vettreteru den Text des deutschen Memorau- zu übergeben, das den alliierten Regierungen Dow- vrstag Vormittag überreicht werden soll.

Der .Sok.-An^» meldet, datz der engere Vorstand Berlreterversammlnng des Retchslandbundes sich L "tte «och einmal mit dem Garantteproblem befchäf- ^ten werde. Wie daS Blatt schreibt, ist die Londwtn

»mer der Vorausfetzung, datz Zahlungen an die ^Seuseiie überhaupt einen Sinn Haven, grundsätzlich s irdeS Opfer aus fich zn nehmen, vorausgesetzt, die HSbe des OpfcrS die Fortführung der Wirr­est nicht unmöglich macht oder zu stark beeMträch- Der Allgemeine Deutsche Gewerkschastsbund erklärt ?' der Blättermeldung, wonach zwischen Gewerk- ^ftsfuhrern und Persönlichketten, die dem Reichs- V T^band der deutschen Industrie angeboren, Verhand- S9cn zur baldigen Beilegung der Gegensätze statte . v*°cn sollen, die infolge des Angebots der deutschen ^»dustrtc ausgetreten seien, datz Mitglieder der Freien "Oöntidiaften an solchen Verhandlungen nicht teilge- ?m,nen batten und das; der Allgemeine Deutsche Ge- Tttlschaftsbund keine Kenntnis von deranigen Ver- ^ffdlui.gen habe.

Erst Ausgebrn des passiven Widerstandes.

Der Bnzei,em>reis beträgt für de» Sgesp. Zeilenmillimetrr 125 Mk. (ÄL Anzeige» mb ssamilien-Anz. gegen bar, 100 Mk. Amtliche unb ausn>. Anzeigen 150 Mk. Lei schwierigem Satz 5**1, Ausschlag. Spät «inlanfend« oder den Raum über *|. Sette einnehmende Anzeigen werden nach der Textlpaltenbreite berechnet. Reklame« der Zeilenmillimeter 500 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Larrabatt. Belege werden berechnet. Bel Aus­kunft durch die Dejchästrft. und Vermittlung der Angebote 100 M, bei llebersendnng durch NN» 100. Mk. ohne Port».

Unruhen und Streiks.

Essen, 4 Juni. Die Streiklage tn der Metall­industrie von Remscheid, Hagen, Haspe und Gevels­berg ist unveränden. Der Stteik der Bergarbeiter ist beendet. Die Belegschaften Md heute morsen wieder vollständig eingefahren.

Nürnberg, 4. Juni. In Feucht ereignete sich bei einer Versammlung der Ortsgruppe der sozial»' demokratischen Psartei am Samstag abend cn schwerer Zusammenstoss zwischen Sozialisten und verschiedenen in der Versammlung anwesenden Angehörigen der Vereinigung der Reichsflagge sodatz nir Unterstützung der Gendarmerie eine Tlbteilmvg der varrdespolizet berbeigerufen werden mutzte. Beim Betreten des Versammlungslokals wurde die Landes- Polizei mit Pistolenschüssen empfangen und mutzte ihrerseits von der Schusswaffe Gebrauch machen. Die Ruhe ivar aber bald wieder hergestellt. Bei der Räu­mung des Saales wurden zahlreiche Waffen beschlag­nahmt. Verfchieden-e Polizisten wurden nicht uner­heblich verletzt. Ein Krankenkaffenbeamter aus Nürnberg wurde durch einen Schutz getötet. Einig, andere Personen wurden mehr oder weniger schwer verletzt. Der Haupttäier wnrde fcstgestevt.

Bautzen, 4. Juni. Anlätzlich der heuttgen Beb­setzung der beiden Ovfrr der ErwcrbSlosenvemonstra- ttonen vom Donnerstag erliess OberDürgermeistell Riedtier an die Bürgerschaft Bautzens einen Ausruf, lvorin er sie bittet, am Nachmittag an der aus gleiche«! Anlass in Aussicht genonunenen Demonsttation teilzu- uchmen. Zur Aufrechterhaltung der Ruhe uni) Ord-- nung in der Stadt bleiben alle Läden, Geschäfte und, Gaststätten von 3 Uhr bis Dienstag vormittag ge< schlossen. Der Aussckmnk und die Verabretchml« alkoholartiger Getränke ist für die gleiche Zeit bet*; boten. Zuwiderhandluttgen werden mit Geldstrafe 6l< 511 300 000 uni) Hast bis zu vier Woche« geahndet.' Der Oberbürgermeister fordett jeden Bürger auf, na> SMss der Demonstration nach Hause zu gehen und st» von der Strasse fernzuhalten.

Tumult in Leipzig.

L e i p z 1 g, 4. Juni. Im Anschluss an Demonstrck«; ttonen von Erwerbslosen im Palmengarten «rtb auf; dem Reichsgerichtsplatz ist eS heute zu Tumulte« ge»' kommen, nachdem eine Depntatton der ErwerbLloseWf b-iin Rat der Stadt wegen der Erhöhung der Unter«, stützungssätze vorstellig geworden war. Dann glngeA- die Demonsttanten zum Teil auseinander. Bald da-j rauf versammelte« sich auf den Strassen einzeln» Trupps. Gegen 2 Uhr nachmittags bewegte fich ei< Zug von Demonsttanten unt die äussere Promenadl zum Auguftusplatz nach dem Kaffe« Felsche. Di« Veranda wurde zerstört und die Tisch« und Stühle tit die grossen Spiegelscheiben geworfen. Die anwesen­den Gäste konnten rechtzrittg flüchten sodatz Vettetzun- gen von Pettonen nicht vorgekonwien find. Späte« rückte ein starkes Polizeiausgebot an, daS das Kasfce absperrte. Auch an anderen Stellen der Stadt mach­ten sich einzelne Trupps vo« Erwerbslosen bemerkbar^ namentlich in der Peters- und Gttmrnaischen Strasses Vor d-m Modehaus Steckne^ kam eS zu einem Zusam ' menstoss mit Zivilisten, wobei ein Herr Dettetzunge«^ davontrug. Auch im Saffee Ziegler an der Prome-f nade ttchteten die Erwerbslosen Schaden an. SSmt«^ lüde Geschäfte im Pelzwarenviertel am Brühl sind am Nachmittag geschlossen. Vor den grösseren Lokalen der äusseren Stadt stehe« Posten deS proletarischen Selbsb- schutzcS. Die Polizei ist in Blarmbereiffchast da mar, eine Wiederholung der Tumulte am Abend befürchtet,

Lavdarbeiterstreik in Schlesien.

Breslau, 4. Juni. Wie die Abendblätter mdbeit^ ist in Schlesien plötzlich ein Landarbeiterstreik <m5go brachen, der außer dem Breslauer Kreis berttts 13 Swift ergriffen hat und fich immer mehr ausdehnt. Die Ar­beitgeber haben es ab gelehnt, mit der schlesischen ®aum leitung des Deutschen Landarbeiter Verbandes zu vrrban'i dein urck sich an die Spitzcuorganisation in Berlin wandt, wom Beisttn eines Vertreters des RttchsarbritSk rninistettums heute Verhandlungen stattfinden sollen.

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l - Baris, 5. Juni. Der .Ternps" schreibt im Hln- ft**3 aus dte bevorstehenden Brüsseler Bewrechungen, v-ankreich habe steis das Bestehen und die Etitwicke- ^ng bet interalliierten Solidarität gewünscht. Man anscye endlich, datz sie alle zusammen das ^Hüe Mal Deutschland Antwort erteilten. £7 Getrennte Aktion Frankreichs sei nicht von einer 7*onbercn Vorliebe für sie eingegebcn. sie sei vielmehr ful ? die Noiwendigieit voit nutzen ausgczwungen ! cjJ r u20rten. Wenn es sich um die Beurteilung der dem- !6sj r Fwftigeit deutschen Vorschläge handle, so werde dte 1 «11 fc.äae äufneten, an welche ausgesprochen praktischen 1 " **e9ittyetten man sich zu hatten habe. Die stanzösi-

Wie berTag" schreibt, rechnet man damit, baß » l les deutsche Ergänzungsangebot am Mittwoch oder

feierlichen Grundsteinlegung der neuen 61 Mrchaelskirche auf dem Rotenberg, di« von Bischof Bornewasier vorgenommen wurde. Zn gleicher Zeit sanden in verschiedenen anderen Kirchen feierlich« Pontifikalämter statt. Nachmittag» unt "Vji Uh| sammelten sich die Teilnehmer an der Feier zu einem gewaltigen Umzug durch die Stadt, die in feierlichem Blumen- und Flaggenschmuck prangt«.; Der Zug zog an den Bischöfen vorbei, die unter den Stufen des Rathauses unter einem Baldachin Auf­stellung genommen hatten und dauerte länger al» zwei Stunden. Man schätzt die Zahl der Teilneh­mer auf 60 000 bi» 70 000 Personen. Die Kundge­bung kann als em gewaltiger Beweis der deutsche» Gesinnung der saarländischen Katholiken angesehen werden, die u. a. durch die Feier bekunden wollen,' daß sie tit alter Treue beim Bistum Trier bleiben» unb nicht bem Bistum Metz angeschlossen zu werde»' wünschen.