5. Anerkennung der proletarischen Hundertschaften und deren Heranziehung zum Polizeidienst.
6. Anerkennung der Kontrollausschüsse und Kontrolle des LebenSmittelmarkteS durch die organisierte Arbeiterschaft.
ES wird Wetter die unglaubliche Tatsache gemeldet, baß Reglern ngs Vertreter versprochen hätten, der Retchsregierung diese Forderungen zu unterbreiten. Herr Innenminister Severing soll nach der gleichen Quelle sich bereit erklärt haben, die wirtschaftlichen Forderungen, soweit ste erfüllbar seien und sofern sein Ministerium hierfür in Betracht komme, zu unterstützen, lehnte eS aber ab, die Forderung nach Anerkennung der proletarischen Hundertschaften und deren Heranziehung zum Polizeidienst und nach Anerkennung der Kontrollausschüsse alS berechftgt anzusehen. Gewiß lastet die Teuerung schwer auf allen Bevölkerungsschichten, nicht bloß aus kommunistischen Arbeitern. Den Unwillen darüber aber mit pattri- politischen Forderungen zu verquicken, liegt kein Grund vor.
Gewerkschaften und Kommunisten.
Essen, 1. Juni. Die Konftr.nz des Zentralvorstandes der Freien Gewerkschaften des Ruhrgebiets mit den Bezirksleitungen hat einen Aufruf an die Mitglieder der Freien Gewerkschaften gerichtet. Der Aufruf erklärt, daß die Unruhen der letzten Zeit durch unverantwortliche Elemente herbZgesührt wurden, und daß die Gewerkschaften nichts damit zu tun haben. In geradezu verbrecherischer Weise fei bk Not des Volkes ausgenutzt worden, um unter dem Schutze der Franzosen politische Ziele zu erreichen. Durch dir Lahmlegung der deulschen Wirtschaft durch den Ruhreinmarsch und durch fortdauernde Geldentivertnng, so führt der Aufruf aus, hat sich eine katastrophale Verschlechterung der Lebenshaltung der breiten Massen ergeben, der auch das Unternehmer!um absolut nicht Rechnung getragen hatte. Statt die Macht der Gewerkschaften zu stärken, um die ein geleiteten Lohnverhandlun- gen zu einem günstigen Ausgang zu bringen, entfesselten die Kommunisten unter dein Deckmantel berechtigter Lohnforderungen polit sche Kämpft, die zahlreiche Proletarier Leben und Gesund liest kosteten. Die Not wurde dadurch nicht termint-crt, sondern erschreckend gesteigert. MleS, was für die Arbeiter er zielt wurde, ist durch die Verhandlungen der G werkschaften herbeigeführt werden, welche die Arbeiter auch fernerhin nicht im Stich lassen werden. Es soll versucht werden, die durch unvcranttvort- liche Schädlinge vermehrte Not in den Arbeitersamstien zu lindern. Entsprechende Verhandlungen, die auch berechtigte Lohnansprüche befriedigen sollen, finb eingeleitet worden. Die Arbeiter müssen aber aus den letzten Vorgängen lernen und alles dz ran setzen, de Ge- iverkschaften zu stärken.
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Kommunistisches Waffenlager entdeckt.
Aus dem Ruhrgebiet, 1. Juni. Wie die „Franks. Nachr." melden, entdeckte dis Polizei in Bocyum ein ganzes Waffenlager. Die Kom - m u n i ft e n hatten zur Ausbreitung der Unruhen einen förmlichen Kriegsplan entworfen, der gleichfalls der Polizei in die Hände gefallen ist. Auch in Dortmund gelang es der Polizei, eine kommunistische Hundertschaft auszuheben, wobei Waffen aller Art, Revolver, Seitengewehre, Stahlringe usw. beschlagnahmt wurden.
Nach einer Meldung aus Dortmund wurden am Donnerstag die verhafteten 80 Kommunisten während des ganzen Tages vernommen. Eine Anzahl der Verhafteten, die schwer belastet sind, wurde festgehalten, während der übrige Teil nach Feststellung der Personalien wieder entlassen wurde.
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Ein wilder Streik.
Köln, 1. Sunt. Dem Ausstand der städtischen Straßenbahner haben sich auch fast sämtliche übrigsn städtischen Arbeiter angeschlossen, vor allem die Gas-, Wasser- und Elektrizitätsarbeiter, ferner die Arbeiter des Schlachthofs und des Theaters.
Berlin, 1. Juni. Wie die Abendblätter mel« den, sind von den Engländern vier Mitglieder der wilden Streikleitung der städtischen Arbeiter in Köln verhaftet worden.
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Mm AuMmtuMN in SachskN.
Bautzen, 1. Juni. Die Demonstrationen Erwerbsloser fanden am gestrigen Donnerstag und in der Nacht zu heute ihre Fortsetzung. Es kam zu schweren Ausschreitungen. Während der Rat der Stadtverordneten eine Sitzung im Gewandhaus abhielt, hatte sich auf dem vor dem Gewandhaus liegenden Hauptinarkt eine große Menschenmenge angesammelt, die Lärmszenen veranstaltete. Gegen 8 Uhr abends wurde von der Polizei der Platz gesäubert und dabei von Gummiknüppeln Gebrauch gemacht. Die demonstrierende Menge nahm in den späten Abendstunden eine immer drohendere Haltung an und forderte den Abzug der Landespolizei sowie die Herausgabe eines hiesigen Polizeibeamten. Gegen 1412 Uhr nachts fielen aus der Menge der Demonstranten Schüsse gegen die Polizeiwache und gleichzeitig wurden mit Knüppeln und Steine» die Fensterscheiben zertrümmert. Die Polizei versuchte die Menge mit Schlauchleitungeu
zu zerstreuen, als ihr dies aber nicht gelang, wurdt eine Eewehrsalve abgegeben. Dabei wurde ein Kaufmann namens Reymannund eine Frau Hottafch getötet und ein Mann durch einen Kopfschuß verletzt, an dessen Folgen er im Kranken«, haus starb. Außerdem find fünf Schwerverletzte zu! verzeichnen. Die Vertreter der Gewerkschaften unb; der sozialdemokratischen Partei bemühen sich, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen.
Bautzen, 1. Juni. Nachdem es bereite im Lause des gestrigen Nachmittags zu Zusammen-! stößrn zwischen erwerbslosen Demonstranten und! Polizen gekommen war, haben sich in der Nacht zurn^ heutigen Freitag blutige Strahenkämpfe ereignet,. bei denen bisher 2 Tote und 6 Verletzte zu verzeichnen find.
Sie tage litaWti Wie«.
Düsseldorf, 1. Juni. Der derzeitige Stell«. Vertreter des Regierungspräsidenten, Oberregis«, rungsrat Tiemann, hat an General Denvignes fol«’ gendes Schreiben gerichtet: Oberregierungsrati Hentzen wurde am 30. Mai in seiner Wohnung ver» haftet und ausgewiesen. Die Beamten, Angestellte»' und Arbeiter der Düsseldorfer Regierung haben ein«! müiig erklärt, daß sie den Rechtsgrund für die Bei«, Haftung und Ausweisung dieses pflichttreue» Be» amten nicht anerkennen. In voller Uebereinstim« mung damit lege ich gegen die Maßnahme der Be«' satzungsbehörde die schärfste Verwahrung ein. '
Mannheim, 1. Juni. Den Bemühungen bet’ Herrn Iahl in Mannheim ist es gelungen, den Kam», Mandanten in Ludwigshafen zu veranlassen, am, morgigen Samstag nachmittag 2 Uhr für kurze Zeit, den Verkehr über die Rheinbrücke zuzulassen, unt den in Mannheim und Ludwigshafen sich aufhalten« den Reisenden Gelegenheit zu geben, sich wieder nach ihren Heimatorten zu begeben. Tie Reisenden müssen sich in Mannheim auf der pfälzischen Flüchtlingsstelle und in Ludwigshafen auf dem Polizei« amt unter Vorlegung ihrer Ausweispapiere melde».'
Elberfeld, 2. Juni. Ein ganz rückfichts- los er Fall der Ausweisung ereignete sich im Bezirk Trier. Dort wurden am 29. Mai zwölf Eisenbahner von der Straße weg verhaftet und mit oorgehaltenen Revolvern gezwungen, zu folgen. Sie kamen so, wie sie waren, ohne Bluse und Roch int Arbeitskittel, zum Teil ohne Kragen und Hut, ia Gießen an.
Bochum, 2. Juni. Gestern nachmittag fuhren französische Panzer - und Lastautos in schnellem Tempo durch die Hochstraße. Beim Einbiegen in die Bongardstraße verlor der Führer eines Lastkraftwagens die Herrschaft über den Wa-' gen und fuhr auf den Bürgersteig indie! dort stehende Menge. Ein junges Mädchen wurde getötet, ein zweites trug eine schwere Quetschung davon. Eine französische Kommission besichtigte den Tatort und stellte Nachforschungen an. 4
7000 Tonnen Farbstoffe geraubt. I
Paris, 1. Juni. Der „Matin" berichtet, daß! die Bestandsaufnahme der Farbstoffe, die in) Biebrich, Höchst und Ludwigshafen beschlagnahmt' wurden, vollendet ist. Der englische und der itcw' lienische Vertreter in der Reparationskommission seien aufgefordert worden, die Menge anzugeben, die sie von den Farbstoffen für ihre Länder wünsch-, ten. Die letzten Waggons mit Farbstoffen wurden - am 23. Mai nach Straßburg geleitet, wo sie einst« j weilen verbleiben, bis sie verkauft werden. 7000 i Tonnen wurden verschickt, die einen Wert von min* bestens 200 Millionen Franken ausmachen.
Die Denunzianten Schlageters verhaftet. \
Berlin, 1. Juni. Wie mitgeteilt wird, fintz die beiden Denunzianten, denen Schlageter zu« Opfer gefallen ist, inzwischen ermittelt und festgenommen worden. Nähere Einzelheiten fönnei noch nicht mitgeteilt werden.
Ei» Kriegsgerichts-Urteil.
Witten, 1. Juni. Ein Büffetfräulein de»! „Zweibrücker Hofes" wurde von dem französische»! Kriegsgericht in Witten zu 2 Monaten Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe verurteilt, weil ffa' seinerzeit einem ftanzösischen Soldaten, der sich ihr in bestimmter Absicht näherte, ein Bierglas an de» Kopf geworfen hatte.
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London, 1. Sunt. Der frühere britische Bot^ schafter in Rußland Buchanan erklärte gestern l» einer Rede in einer Versammlung von britische» Gläubigern Rußlands, kein Abkommen könntz mit der h e u t i g e n russischen Regierung geschlossen werden, bevor nicht volle Sicherheit erlangt sei uuHll
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®i* ^Oberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugsvreir monatlich 4800 MI. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streik« ooet elementarer (Eteignifie kein irtia?. — Verlag von Dr. L. Hitzerotb. — Druck der Uuiv^Buchdruckerei non Jod. Lug. Noch, Markt 21.23. — Hernjvrecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Die ParlaMenta rischen Berat-ungen über Ke nette Note sind nun inzwischen ziemlich zum Abschluß ^kommen. Der Reichskanzler hat mit den Führern der gatkicn in den letzten Tagen wiederum mehrmals verhandelt. Die Tinge sind nun soweit gediehen, daß die Reichs- trgkritng von sich aus an die Formulierung der neuen Note Herangehen kann. Die Parteiführer haben sich liier Vorbehalten, daß sie auch über diese Formulierung gehört werden. Es ist anzunehmen, daß die Grundrisse der wuen Note vor Anfang der nächsten Woche ftststehen, inb daß vor Ende der nächsten W oche die Note « die Alliierten abgehen kann.
Die Berliner Morgenblätter bezeichnen die in verschiedenen ausländischen Zeitungen erschienenen Mittei- fangeit über den Inhalt der neuen Reparationsnote als fcttt Kombinationen. Schon aus der Tatsache allein, daß die entscheidenden Beratungen über die Note erst am An» fatg der kommenden Woche stattfinden sollen, gehe hervor, >16 Form und Inhalt der deutschen Antwott noch Weswegs ftststehen.
Berlin, 1.Sunt. Die Londoner Blättermeldung, Wonach die nett e deutsche Note nur an die Regierungen Englands, Italiens und Japans gerichtet wecken soll, Näjrcnb der Inhalt der neuen deutschen Vorschläge den «deren Regierungen, insbesondere Frankreich, Belgien teb den Vereinigten Staaten nur mündlich erläutert kerben solle, ist, wie die Blätter erfahren, unrichtig.
Das Präsidium des Reichsverbandes der deutschen Jn- kftric gab gestern Nachmittag vor Vr! re lern der Presse «ch einmal eine Darstellung über die Beweggründe, die sie zu seinem Schritt an die Reichsregierung veranlaßt hät- fctt. Es wurde betont, daß dieses Schriftstück nur als tot Gutachten der Kreise gelten solle, die der Reichsverband vertritt. Mit besonderem Nachdruck wurde noch einmal der Antastung der deutschen Wirtschaftssubstanz für Repa- «tionszwecke gewarnt. Die deutsche Wirtschaft würde N Grunde gehen, wenn sie entweder deutsche Substanz breeft cm das Ausland «blieftrn würde oder wenn. sie sich dazu entschlösse, die deutsche Zollhoheit durch das Luc,.and einschränken zu lassen. . /
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Paris, 1. Sunt. Die „Camelots du Roi" haben drei Redner, die in einer Versammlung bei Liga für Menschenrechte gegen den Faschismus in Frankreich sprechen wollten, beim Verlasten ihrer Wohnung tätlich angegriffen unb sie mit Teer, Rizinulöl, Tinte usw. bearbeitet und mit Stöcken und Faust- schlügen erheblich verletzt. Zwei der Attentäter, und zwar ein Student der Medizin unb ein Graf von Lorgeril, konnten verhaftet werden. Die Blätter bet Linken greifen PoincarF und den Sustizminister heftig an, weil diese die Camelots du Roi besonders geschont und dadurch solche Dinge ermöglicht hätten. Außerbem kam die Sache in der Kammer zur Sprache, wie folgender Bericht zeigt:
Zu den Attentaten auf verschiedene Abgeordnete der Linksparteien werde» noch folgende Einzelheiten gemeldet: Der Abgeordnete Sagnier erhielt einen Schlag mit einem Hammer auf den Kopf, ebenso wurde sein rechter Arm durch Keulenschläge verletzt. Er erschien auf dem Meeting mit blutendem Kops. Sagnier erklärte den Sournalisteit, daß er den Zwischenfall nicht als beendet betrachten, sondern ihn ausführlich in der Kammer zur Sprache bringen werde. Herr Maulet erhielt von einem der Attentäter eine mit Tinte uno Benzin gefüllte Flasche ins Gesicht geschlendert. Er trug eine blutende Wunde an der rechten Schläfe davon. Einer bei Attentätei winde als Student bei Medizin festgestellt. Et er- klärte, daß et seine Handlung keineswegs bebaute. In bett Kreisen bet Linksstehenden ist die (Erregung seht groß, und man geht nicht in bet Vermutung fehl, daß es demnächst zu einet Gegendemonstration der Linksrcpudlffaner gegen die Action fiancatse kommen wird
Paris, 1. Suni. (Kammer.) Die Suter-, pellattonsdebatte über die Angriffe der Camelots du Roi veranlaßte den Royalisten Daudet, das Vot-
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Dft geftcrn in Essen abgehaltene Revierkonfe- renzdesAltenBergarbeiterverbandeS ftßte p dem Angebot des Reichsverbandes der deutschen Im kürte eine Entschließung, in der es heißt: Die Forderun- ftn des Reichsverbandes bedeuten eine so starke Bedrohung kffen, was die Arbeiterschaft auf wirtschaftlichem und fatalem Gebiet errang und somit eine so große Gefahr für k vernünftige Entwicklung der Produktion, daß der Ver- knb der Bergarbeiter Deutschlands sich zu der ernsten fiffärinig genötigt sieht, daß er sich der Verwirklichung faser Pläne mit allen Mitteln widersetzen wird.
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Paris, 1. Juni. Ter Senatsausschuß für ans- *ärt:'<K Angelegenheiten hat gestern über die Reparati.«ns- faze verlzandelt. An der Debatte nahmen u. a. die Sena- tetrn Lucien Hubert, Francois Marsal und Dt-fl'ct teil. Der Vorsitzende, Senator be Selvrs, teilte mit. batz 23 S ftrxräsident Poincare demnächst vor bin vereinigten Aoatsausschüsftn für Finanzen und auswärtige Ange- fa’iilje'tcn erscheinen werde.
London, 2. Juni. Tem Londoner Berichterstatter „Manchester Ci.tarbian" zufolge befaßt sich das kritische Schatzamt augenblicklich damit, die britische Repa- niionspolitik zeitgemäß zu gestalten. Baldwin sei ent- schlossen, eine Regelung des Problems der Reparationen teb interalliietten Schulden zu versuchen, und auf einer wformellen Zusammenkunft von Ministern sei beschlosien borden, die dem Bonar Lawschen Plan vopt letzten Sanitär zu Grunde liegenden Prinzipien aufrecht,zueichal- kt, zugleich mit der nötigen Revision der Zahlenwerte.
Schatzamt prüft die gesamte Frage von neuem, um ak-u schätzen, welchen Einfluß die Ruhrbesetzunag auf den britischen Plan habe. Die einzige Aendsrung, die an fafent Plan gemacht wecke, werde dft Einsetzung abge- faberltt Summen sein, wo dies bei den augenblickliche.'. Rrb'-iguitgen notwendig sei.
Essen, 1. Juni. Eine Konferenz Von Führern der Sreic-t Gewerkschaften und Bezirksleitungen hat nach Vor- üägeu des Bergarbeiterführers M a r t rn ü l l e r und des faichstagsabgeockneten Sollmann eine Entschließung angenommen, in der sie betont, daß der von den Organi- fabnen der Arbeiter, Angestellten und Beamten geführte Massive Widerstand auch während der beginnenden Verhandlungen mit der bisherigen Energie fortgesetzt wer- kn müsse. Ein vorzeitiger Abbruch des Wfterstandes kicke eine Unterwerfung unter dem französ schen Jm- krialismus bedeuten. Die Arbeiterschaft führe den Kampf ^chi für die Reichsregierung und nicht für di; deutsche «apitalistenklasse, sondern für di; Zukunft der deutfchen ^irifchast, also für sich selbst und für das internationale Proletariat. Nach dem Markstnrz müsse von der Reichs- ePierung und dem Unternehmertum alles getan wecken, lafort die Gehälterr, Löhne, Erwerbsioseniätz; unb ^eitte.a den veränderten Verhältnissen anzupassen und
Teuetmngswoge zu hemmen. Zur Bekundung des Er- «llungstoollens und zur wirklichen Erfüllung der Repara- favsverpflichtungen seien ganz ander« Letslurgen der deut« faen Kapitr-listcuklaffe erforderlich, als sie in dem Angebot deutschen Wirtschaft zum Ausdruck kämen. Jede Fstitbtote geartete Antastung der deutschen Sonvermtitä-- dem bedrohten westlichen Gebiet würden die Arboiter- .£tifen entschieden bekämpfen, i'e würden sich auch mit internationalen Gendarmerie niemals abfinden.
gehen seiner Anhänger zu verteidigen. Seine Rede gab Anlaß zu heftigen Kundgebungen der Linken. Auch der angegriffene Abgeordnete Marc Sangutan ergriff das 91‘ort und erklärte, wenn die Regierung wolle, könne sie in acht Tagen und selbst noch weniger die Camelots du Roi für immer inoffensio machen, indem sie ihnen mitteile, daß, wenn sie Delikte begehen, sie behandelt würden wie alle anderen Staatsbürger. An der Debatte beteiligte sich auch Tardieu. Er nehme, sagte er, die Erklärung der Regierung über die weitverzweigte aufrührerische Organisation, deren Entdeckung diese mitteile, zur Kenntnis. Seit drei Monaten würden die hohen Beamten der Polizei in der „Action Francaise" jeden Morgen als Mörder bezeichnet, und die Regierung habe noch kein Mittel gefunden, Anklagen zu erheben oder sie öffentlich rein zu waschen. — Eine Tagesordnung Brousse, tn der die Regierung aufgefordert wird, die Freiheit der Bürger und die republikanischen Einrichtungen zu verteidigen sowie alle Gewalttaten, von welcher Seite ste auch kommen, niederzuschlagen, wurde mit 379 gegen 191 Stimmen angenommen.
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Parts, 1. Suni. „Echo de Paris" schreibt: Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, hat dem französischen Ministerium mit- geteilt, daß der englische Vorschlag, eine Enquetekommission einzusetzen, um die Tätigkeit der Regierungskommission im Saargebiet zu prüfen, auf die Tagesordnung der am 25. Suli zusammentretenden Tagung des Völkerbundes gesetzt worden sei. Die französische Regierung werde unverzüglich in London und Genf, wie das „Echo de Paris" mitteilt, zu verstehen geben, daß sie ihre Zustimmung zu einem derartigen Verfahren nicht geben kann.
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Berlin, 1. Juni. Auf Veranlaffung der Kommunistischen Partei tagte am Donnerstag tm ReichS- tagsgebäude eine Konferenz von ISO delegierten aus Betrieben Berlins, des Ruhrgebiets und Mitteldeutschlands. Kommunistische unb sozialisttsttfe Reichs- tagsabgcordnete nahmen an der Sitzung teil. Ein Vertreter der S.P. D. forderte, daß die Gewerkschaften bei der Regierung für die Umreclmung der Löhne unb Gehälter nach dem Goldwert eintreten sollten uud Zwar müßten di- Löhne und Gebälter beute mindestens die Halste der Löhne vor dem ftrieg erreichen. Es wurden dann solgcude Forderungen von der Konferenz ausgestellt:
1. Rücktransport der Reichswehr in ihre Standorte.
2. Verbot der Heranziehung der Zäsziftischen Orgmti- iatioucn* und der Feuerwehr zum Polizeidienst im Rubrrevier.
3. Einstellung der »Pogromhetze" gegen die tommu- nistische Partei.
4. Regelung der Löhne und Gehälter nach dem Teuerung iudex. .___
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