Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg. I eauHBere» e. w
Anzeiger für (das früher kurhessifchej OhttheMr^
St. 124
1923
hätten
ein feierliche« NrteN M Men.
die tier den von Die
der Rede MlllerandS wird B. D. ®. au». Seschrieben: Der französisch« Prästdem federt
3u Berlin
Diese belgischen Forderungen sind selbstverständlich für Deutschland unannehmbar. Sie zeigen, wie inan, in den Kreisen unserer Feinde die deutsche Leistungsfähigkeit überschätzt und daß man gar keine Ahnung davon hat, was das deutsche Volk an Steuern heute schon leistet. Der belgische Plan würde nichts anderes bedeuten, als daß wir aufhörten, eine eigene Wirtschaft zu haben und datz wir tiefer sinken als die Türkei unter die Herrschaft Englands.
Don Interesse ist, datz Belgien einsieht, daß Deutschland ohne das Ruhrgebiet nicht zahlen kann und daß das Ruhrgebiet so ihm nicht» einbringt. Vielleicht geht man noch einen Schritt weiter und erkennt, daß man auch wirtschaftliche Lei st ungen nicht diktieren kann.
Marbrrrg
Mm», den 38. Mal
weil er nicht bezahlt worden sei. und es werde dieses« Pfand gegen Bezahlung cm f geben. nicht vorl-er Wenn: man angesichts einer so einfachen und so
ten Geste von Militarismus oder Eroberungsabsickreu, spreche, so sei dies einfach lächerlich. Ti« Ldgen des Lügners haben einen Augenblick die schlecht unterrichteten Streife beunruhige» und überraschen «wuit.' Die Zeit aber ist für die Wahrheit und für M< ver-l eunst. Wenn die französischen Reparationen einen Richter nötig hätten, würden es die Elsässer sei», dre,f ton Deutschland erobert und von Frankreich zurückerobert, mehr alS irgend femand bte Berechtigung
zrenheit durch den Staatssekretär des A nßetn dargelegt wurde. Die Frage sei eine Frage zwischen Frankreich und Deutschland, in die sich Großbritannien nicht einmische, obgleich Großbritannien wünsche, daß ein befriedigendes Abkommen getroffen werde, blecke doch die britische Regierung vollkommen abseits bei irgendeiner Mion in dieser Frage. ! .
Paris, 30. Mat. Der Marineminister hat in der Cammer einen Gesetzentwurf über die Organisation der Marineluftschiffahrt eingebrackt. Der Entwurf sieht den Bau von im ganzen 50 Flngzeuggeschwadern vor, die in 5 Marineflugzeugstationen eingeteilt sind. Er enthält auch Bestimmungen über dir Organisation der Flughäfen.
Terroristenbanden zu sprengen. Im Hauptguar- der Kommunisten, in der Wirtschaft Kramer, witr« heute morgen mehrere Führer der Kommunisten der Feuerwehr und der Kriminalpolizei verhaftet. Feuerwehr wie auch der Selbstschutz sind außer«
»London, 30. Mai. Reuter erfährt zu der bekanntste unrichtigen Meldung über einen Besuch dreier deutscher prtt'eter in London, die bei der englischen Regierung •bet Reparationsfrage sondieren sollen, daß in maß- Menden Kreisen nichts dmüber bekannt sei. Der Sta ck- Mkt der englischen Regierung gegenüber der Reparatio '.s- Ftiü sei vollkommen unverändert, und es könne keine Fibe davon sein, daß Großbritannien Deutschland Rar- Däge gebe über die Art eines Angebots, das für Frank- fti) und Belgien annehmbar sein könne. Deutschland *»Une Vollkommen die Ansicht .Großbri!- ß^nniens, wie sie öffentlich bei mehr als einer Ge-
Sine Mr dr; ImrMn SriRiientfn.
Parts, 29. Mai. Präsident Miklerand hat gestern seine Rundreise durch das Elsaß begonnen. Er besuchte die Städte AlMrch, Mülhausen und Colmar. Bei einem Bankett, das ihm zu Ehren in Mülhausen gegeben wurde, hielt er eine Rede, in der er sich mit der französischen Ruhrpolitik beschäftigte. Er sagte, in dem Matze, in dem Frankreich gezwungen worden sei, die Klauseln des Versailler Vertrages zu realisieren und seine Dispositionen spielen zu lassen, sei eS Nar geworden, datz man nicht genügend Rücksicht aus die Mentalität des besiegten Volkes genommen habe. Welch kostbare Andeutungen hätten die Elsässer ltach dieser Richtung geben können, die durch die fahrhun- derte alten nachbarlichen Beziehungen und durch die deutsche Beherrschung von 1870 bis 1918 sich nur zu gilt hätten alS Aufklärer betätigen können. Die Elsässer müßten bte Lehrer und Führer Frankreichs in dem Kampfe sein, den die deutsche Unaufrichtigkeit Frankreich zwinge sortzusetzen, bis man die Reparationen erhalten habe. Keiner von den Elsässern habe Ueberraschung oder Beunruhigung darüber empfunden. das die französischen Truppen, begleitet von ihren belgischen treuen Freunden nach dem Ruhrgebiet gegangen seien, um den säumigen Schuldner zu pfänden. Indem der Versailler Vertrag Frankreich dieses Recht gebe, verfolge er nur den traditionellen Grundsatz des internationalen Recksts und indem Frankreich von diesem Recht Gebrauch mach-, könne es von Setten kaltblütiger und gutgläubiger Richler keinerlei Kritik cntgegennehmen. Keine Hintergedanken seien hinter seinem Atte verborge». ES verlange seine Schuld und es werde sie erhalten. ES habe ein Pfand genommen,
ordentlich verstärkt worden, sodatz sie in der Lage sind, etwaige Versuche der Kommunisten, wieder zu Einfluß zu gelangen, zn vereiteln.
In der vergangenen Nacht ist eS wiederholt zu Schießereien gekommen. Dabet wurde Dr. Strömet von der Handelskammer von den Kommunisten er- 'chossen. Mehrere Personen sind verwundet worden.
Bochum, 24. Mai. Während deS. Sonntags erwies sich nach der .Köln. 3tg.*, die durch den Selbst- schütz auf 2000 Mann verstärkte städtische Feuerwehr als Herr der Lage. ES gelang bte Ruhe aufrecht- zuerhalten und größere Zwischenfälle zu vermeiden. Am Montag morgen wurden auf den Zechen Deutsch- Luxemburg, Dannebaum, Prinz-Regent und anderen die NotstandSarbetten wieder ausgenommen. Infolge der Unterbrechung der Gaszufuhr liegt di? Stadt Bochum fett Sonntag abend völlig im Dun- kein. Ebenso wurde am Montag Nachmittag mit der Abstellung der Wasserzusuhr begonnen, da auch die Wasserwerke den Betrieb nicht vMständig aufrechterhatten können.
Bochum, 29. Mai. Am Gnssstahl-Dahnhof ist in den frühen Morgenstunden von einem mit einer roten Armbinde versehenen Kommunistischen Patrouille ein Strastenpassant angehalten und ohne Wortwechsel erschossen worden. Der Erschossene ist ein Former aus Bochum.
Essen, 29. Mat. Die Xtuerungskrawalle, die am Samstag hier einsetzten, fanden gestern ihre Fortsetzung, Rach der »Köln, staute sich vor
Sie IrmWche tarnet und die Mklndiie.
Paris, 29. Mai. Die Regierung hat in der Finanzkommisston der Kammer einen Zusatzentwurf zu den Kreditvorlagen für die Besetzung de» Ruhrgebiet» eingebracht. Der Zusatz betrifft Ausgaben für den Monat Zuni. Es werden 47 Millionen an» gefordert, davon 12 Millionen für die Eisenbahn» rcgie und 35 Millionen für Militärische Ausgaben. Die letzteren sind bis zu 12 Millionen gedeckt durch Ausgaben, die bei dem allgemeinen Budget des Kriegsministcriums in Fortfall kommen.
Paris, 30 Mai Nach heftigen Austritten, die durch die Angriffe der Rechten gegen den Senat und Gegen« kundgebungen der Lmken hervorgerufen wurden, führte T a r b i e u aus, er werde bte Ruhrkredite bewilligen. Das Ruhrgebiet sei das Berdun des Friedens. Die Aktion sei vollkommen berechtigt, sie müsse aber einen doppelten Zweck erfüllen: Herr des Willens des Reiches werden und Herr des Ruhrbeckens. Es handele sich also einesteils um einen politischen und andernteils um einen wirtschaftlichen Erfolg, die beide voneinander untrennbar seien. Poincare habe vom 11. Januar ab durch feine Reden die Aktion verkleinert: allerdings gebe er zu, daß man den ungeheure n Charakter der Aktion hätte vorans- sehen können. Poineare habe Unrecht gehabt, auf die Zusammenarbeit mit den Deutschen und auf deren guten Wollen zu zahlen (!). Er wolle gern bewe s-n, daß man nicht unter dem Regime vom 11. Januar lebe. (Poincare bestreitet daS durch einen Zwischenruf.) Die deutsche Regierung habe Unrecht gehabt, zu glauben, baß, toenir ein französischer Soldat in Essen einmarschiere, gewisse ausländische Mächte sofort einen Druck auf die franrösische Rech-rnn-i cu’flhm wc-ch-n.
BariS, 29. Mai. Die Kammer hat bte Ruhr- ftebtte mit großer Mehrheit angenommen, nachdem Poincare bte Vertrauensfrage gestellt hatte. Gegen die Sh-ebite stimmten bte Sozialdemokraten und bte Kommunisten.
Frankreich bezieht Rots aus dem Auslande.
Paris, 29. Mai. Ein Redakteur des „Oeuvre" hatte eine Unterredung mit einem der größten fron«- zösische n Industriellen, über die er folgendes berichtet: Er habe ihn darauf hingewiesen, daß nach dem offiziellen Commnnique über die Erklärungen Poincares vor den Vereinigten Kammerausschüssen die Kokscinfuhr aus dem Ruhrgebiet genüge, um den Bedarf der französi- schen Dketallindustrie zu decken. Der Industrielle habe ihm auseinandergesetzt, was Poincare den Kommissionen vorgetragen habe, sei zur „Unterstützung der Moral im Larcke", wie man sich während des Krieges ausgedrückt habe, bestimmt. In Wirklichkeit sei die französische In- düstre selbst um ihre 59 bis 60 Prozent der normalen, Produktionsfähigkeit betragenden Tätigkeit aufrecht zu erhalten gezwungen, annähernd zwei Drittel ihres BedarfsanKoksauSdemAnsland zu bezieben. 'Ein Wahnsinn wäre es, im Ruhrgebiet Eisen zu beschlagnahmen, um es in Frankreich zu verkaufen, wo man mit Mühe die Preise zu halten imstande sei. Aber im Ministerium für öffentliche Arbeiten versicherte man, daß es sich bei der kürzlich erfolgten Beschlagnahme von 6000 Tonnen verschiedener Eisensorten um eine einfache Einschüchterungsmaßnahme gehandelt habe, die dazu bestimmt sei, gewisse deutsche Metallindustrielle zur Bezahlung der Kvhlenstzuer zu zwingen.
Die „Dbettjeifiidie Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis manatltch 3600 Mk. mit ZusteIltmgsgediihk. Für ausfallende Nummer» infolge Streiks ooet elementarer Ereignisse kein Etiatz. —Verlag von Dr. E.Hi,er»tl>. — Druck der Unlv.-Buchdruckerei von 3ob. Lug. Koch, Markt 21/23. — Fernsprecher 56, Postscheckkonto: Nr. 5015 Lmt Frankfurt a. Mai».
E.HMlW her Lage im Aulliandsgebiet.
58 e r 11 n, 29. Mat. Nach bett bet den zuständiges Stellen etneetroffenen Nachrichten aus dem Ruhrge«' biet ist dort im Laufe der letzten 24 Stunden etne wesentliche Entspannung der Lage clngctreten. Ein Teil; der wirtschaftlichen Streiks dauert zwar noch fort, doch, ist anzunehmen, daß mtt dem B-kanntwerdat Der■ gestrigen Einigung Über bte Lohnerhöhungen für bte Bergarbeiter diese Streiks rasch abnehmen werde».' Soweit es sich um politische Streiks handelt, hat die Wiederaufnahme der Arbeit schon fetzt auf fast allen Werken erfreuliche Fortschritte gemacht. ■
Nur in Herne ist bte Lage noch kritisch unb tn Geilenkirchen sind die proletarischen Hundertschaften nach tote vor Herren bet Lage. Im übrigen Unruhe-Gebiet ist der Selbstschutz fetzt überall paritätisch zusammengesetzt. Auch hat sich eine toefent'.iche Besserung tn der Verteilung der noch vorhandenen Polizeistteitkräslk ermöglichen lassen, mit deren Hilfe eine weitgehende Sicherheit für das bedrohte Gebiet durchgesührt werden rann. Nachrichten über neue Plünderungen und gewaltsame Preisherabsetzungen liegen nicht vor. Man rechnet tn den Streifen der preußischen Regierung da- mit, daß bte Beruhigung tn den nächsten Tagen weitere Fortschritte machen wird.
Die Polizei in Bochum hat den Ordnungsdienst wieder Übernommen, nachdem es gelungen tst, durch wiederholte Vorstöße tn die kommunistischen Vierter
Paris, 19. Mai. Nach einer Havas-Meldnng aus Brüssel hat Ministerpräsident Poincare dem belgischen Außenminister Zaspar mitgeteilt, daß er entsprechend dem von der belgischen Negierung zum Ausdruck gebrachten Wunsch bereit fei, am Mittwoch den 6. Zuni nach Brüssel zu kommen, wo die wegen der Unpäßlichkeit Zaspar» aufgesthobenen Verhandlungen stattfinden sollen.
Paris, 29. Mai. Die gestern von der französischen Presse verbreitete Nachricht, die belgisch-fran- zosischc Ministerkonferenz müsse für die zweite Halste des Monats Zuni aufgeschoben werden, scheint in Brüssel eimge Ueberraschung hervorgerufen zu haben. Die Morgenblätter sehen sich genötigt, nach Brüsseler Meldungen festzustellen, daß MinisterprL- ssdent Theunis die Absicht habe, sich am nächsten Montag oder Mittwoch zu Besprechungen mit Poin- :ar6 nach Paris zu begeben. Der belgische Bot- chafter habe am Quai d'Orsay Vorgesprächen, um über den Zeitpunkt der Verhandlungen, eine Diskussion einzuleiten.
P a r i s. 29. Mai. Ministerpräsident Poincars hatte gestern nachmittag eine Unterräytna mit dem Abgeordneten Loucheur. , - -
Der itWt Milan.
Paris, 29. Mai. „Matin" will wissen, daß die belgische Regierung in ihrem Memorandum zur Reparationsfrage von dem Gedanken ausgehe, daß man aus Deutschland wenigstens 2,4 Milliarden Goldmark ziehen könnte. Der belgische Vorschlag denke an die Schaffung von Monopolen in Deutschland für Getränke, Zucker, Tabak sowie an die Verpachtung der Eisenbahnen. Diese Monopole in der Hand internationaler Syndikate mit einer beträchtlichen Beteiligung der Alliierten sollen der Repara- tionskomrnisfion jährlich und für die Dauer von 60 Jahren 1,9 9RtIIiariFen Goldmark einbringen. Dazu kämen die^ Kohlen- lieferungen mit 500 Millionen Gold- mark. Der Gesamtbetrag von 2,4 Milliarden entspreche den Zinsen von 5Prozentfür40Mil- liarden Eoldmark. Der belgische Vorschlag wolle ferner durch eine 25prozenttge Veteili- gungandetdeutschenZndusttie eine Zusatzeinnahme erzielen, deren Höhe nicht abgeschätzt werden könne. Die Aufnahme großer internationaler Anleihen solle verschoben werden. Unter Hinweis auf die Stützungsaktion der Reichsbank erkläre der belgische Vorschlag, daß die deutsche Mark durch künstliche Mittel st abil.i fiert werden könne. Zur Ermöglichung bet genannten Monopole, fordert der Vorschlag neue Gesetze, ähnlich bett in Wien angenommenen, durch die dem Reichstag verboten werden könne, seine Entscheidungen zurückzuziehen. Tatsächlich seien die Belgier der Ansicht, die Ruhrbesetzung bedeute keine wirkungsvolle Maßnahme und zer- stöteaufdieDauetdaswittschaftlichs Gleichgewicht des Deutschen Reiches. Sie glaubten auch nicht, daß man sich aus dem Ruhrgebiet selbst bezahlt machen könne und seien vielmehr der Ansicht, daß es sich bei den gesamten Reparationslasten um .Beträge handele, die nut durch das ganze Deutsche Reich aufgebracht werden könnten. Trotzdem, fügt der „Matin" hinzu, sei Belgien füt die Aufrechterhaltung der Besetzung des Ruhrgebiets und selbst unter Umständen füt Verschärfung der Blockade.
tn halben Wcndungm die Elsässer auf, Richter im Ruhrstrett zu sein. Diese Wendungen flnb beSwegcu interessant, weil sie eine Differenzierung zwischen Franzosen unb Elsässern anbeuten. Mtllcranb nimmt offenbar an, baß btr Elsässer tn dem Kampfe, bet flß) gegenwärtig um bte Versklavung ober Befreiung be» Ruhrgebiets absptett, weniger Partei bie Franzosen selbst sind. Würde et unparteiische Elsässer tatsächlich zu Worte kommen lassen, so würden sie ch» gewiß baraitf verweisen, daß Mc elsässische Geschichte voll von Warnungen für den Rhein und bte Ruhr ist. Sie würden kaum gelten lassen, daß französisch« Hintergedanken hinter btr so harmlos unternommenen, Jngenieuraktion im Ruhrgebiet, hinter all bat Se», toalttaten gegen bte deutsche Bevölkerung, hinter bett überlegten Zerstörung beS deutschen VerivattungS-^ apparateS, der Vernichtung der deutschen Wtrüchast und der Abdrosselung DeS Deutschen Geisteslebens ete Rhein unb an Der Ruht sich nicht verbergen solle», 3n ihren Jahrhundert alten nachbarlichen Bezteyun» gen, wovon Miller and spricht, lernten bte EisäXer ditz französischen Nachbar als Eroberer htnrenhenb kenne»,' Das Elsaß ist auch ein Beispiel für bte verschieden«! Formen französischer Eroberung unb für bte Har»! näcktgkett, womit bte Franzosen unter iebem Regtow. ihre territorialen Ziele verfolgten, von Hetterich IT.j über Ludwig XIV. bis zu den Männern bet französischen Republik. Vielleicht würben solche «nvat» tettschen Elsässer Mtlleranb auch an bte nachbarlich«; Beziehungen erinnern, bte Ludwig XIV. beispielsweise mit der Pfalz — Heibelberga Deleta — und Napoleon in bet Rheinbunbpöliiik mit Deutschland gepflogen haben. Wenn Millerand Übrigens versucht,, die Ruhraktion als Aussmß traditionellen Internatti»1 nalen Rechtes darzustellen, so vermag er durch frtn»J Häufung beschimpfender Ausdrücke darüber hinwegztr-, täuschen, daß bte moralische Autorität des französischen Präsidenten nicht ausretcht, nm vor dem Urteil' der Welt den krassesten Vertragsbruch der Geschichte! jh decken.
3« £161.
Die Verhandlungen der Reichsregierung haben sich in« »eschen auch auf die Vertreter der Landwirtschaft der B a n ken ausgedehnt. Gegenüber der Denkschrift her Reichsverbandes der deutschen Industrie und den tzarin niedergelegten Anerbieten behält sich die Reichs- etgierung ihre volle Handlungsfreiheit vor. Sie geht dabei len der Erwägung aus, daß dieser Reichsverband n R r tzinen Teil der deutschen Industrie auSmacht und daß 'h, dem Reichsvcrband eine Gruppe dominiert, bä in den eigenen Reihen nicht unangefochten ist, die also auch nicht Deanspruchen kann, die politische Vertretung für die ge« kmtie deutsche Industrie abzugeben. Was die Reichsregie- Mng an gesetzlichen Maßnahmen zur Sicherung Des neuen deutschen Angebots vorzuschlagen gedenkt, wird Mler selbstverständlicher Berücksichtigung berechtigt'! Interessen, aber im Hilibllck auf die Bedürfnisse der Ge- wnibeit von Volk und Land erfolgen.
Die Verhandlungen mit Vertretern der Landwittschafi. M nun in Gang gekommen sind, bezeichnen die Nutzba:- Htachung des immobilen Besitzes der Landwirtschaft, der Hrute fast überall vollständig entschuldet ist. Die le» 'tttfene Landwirtschaft hat bereits die Erklärung abgegeben, jkti auch sie bereit ist, bestimmte Sicherungen durch ihren Oesitz zu gewährleisten. — Außerdem werden die Beratun-' ben mit den Vertretern der Großbanken geführt, um so Utznstellen, auf welche Weise das mobile Kapital Znn- -Kocck der Reparationsleistungen herangczogen werden Wm. 1 l i
Die Rrichsregieruug drängt nun auf einen Abschluß der Derhaickkungen hn der richtigen Erkenntnis, baß eine Wche Entscheidung von größter Wichtigkeit ist.
i Berlin, 29. Mai. Der ReichSausschuß der hrutscheu Industrie befaßte sich Deute mit dem Uarantieangeboi in dem Schreiben des Präsidiums te Reichsverbandes der deutschen Industrie an den Meichskanzler. Auch der engere Vorstand des Reichs- KndbundeS ist heute mittag zusammen getreten, um Aer bie Beteiligung der deutschen Landwittschast an der Warantieübernahme für die Reparationen zu beraten. Im Wigemeinen tarn den Abendblättern Mfolge dir Meinung Hrm Ausdruck, daß die Landwirtschaft zu Opfern bereit sei, tzdoch keinesfalls in einen Eingriff in die land wirtschaft« Mhe Berrnögenssubstanz willigen könne, der die Drnährung des Volkes schädigen müsse. Morgen werden Dch die Gewerkschaften mit dem Garantisangebot et Industrie befassen. Wahrscheinlich wird auch bie Aarantieftage zwischen den Gewerkschaften unb ben Politiken Parteien erörtert weichen.
Zer Hauptausschnß bes Reichsverbaudes der brutschen Industrie hat gestern da- Schreiben bti Vorstandes des ßkichsverbandes an den Reichskanzler mit übertoältigenbet Mehrheit gebilligt. "
Berlin, 29. Mai. Me Patteien der Arbeitsgemeinschaft der Mitte des Reichstages hielten den Dättern zufolge heute vormittag im Reichstag wieder eine Mcinsame Beratung Über die bevorstehende neue deutsche Mepnrationsnote ab. Die Abendblätter melden, Mß zwischen der Regierung and den Patteien eine Htbereinstimmung erzielt worden fei. Die poli- Hchrn und finanziellen Grundzüge der Note ständen im Mgemeinen fest. v
i Berlin, 30. Mai. Die Berireter der Landwirtschaft Nttben gestern Nachmittag zu längeren Beratungen der Mparationsfrage vom Reichskanzler empfangen. In bi?» pt B sprechungess kam bie grundsätzliche Bereitschaft der Ilnidwirtschaft zum Ausdruck, weckgehende Opfer auf sich R nehmen, wobei bie Voraussetzung ist, daß das Repara- »nsproblem enbgilfig gelöst wird.
Ä Berlin, 30. Mai. Hebet die Bereitschaft bet Land - büsschaft, sich an eiirt Garantieleistung für das neu: «utshe Angebot zu beteiligen, meldet das „Berliner Xsgeblott", die Landwirtschaft habe ihre Zustimmung »a. davon abhängig gemacht, datz sich btr Staat feder Wangsmäßigen Einnrifss enthalte, her bä Produktion Mnnbern könnte, z. B Enteignungen und Zwangswirt- Astft. Unter diesen Voraussetzungen sei die Landwitt- »baft bereit, bie gleiche Summe auf sich zu nehmen wie Nt deutsche Industrie. f
Berlin, 30. Mai. Henä findet unter dem Vorsitz Reichskanzlers eine Besprechung deS auswärtigen Ans- Misses des ReichSrates Über die «ißenpolitssche Lage *tt.
An den Beratungen des für heute Morgen unter dem A>rs tz des ReichskanzlctS zusamm/ntretenden Auswärtigen Misschusses des ReichsrateS wird den Blättern zufolge auch k bayerische Ministerpräsident Dr. V. Knill ing teil- Winicn. Dem „Vorwärts" zufolge wild der Vorstand Ni sozialdemokratischen Rcichstagsftaktion sich zur gleichen Mit mit der polftischen Gesamtlage beschäftigen. Der Mgemeine Deutsche Gewerkschastsbund wird bereits in den •Cernächsien Tagen eine ausführliche Denkschrift über das «gebot der deutschen JtchustHe an den Reichskanzler NrSsfentlichrn. 7 '[ : J Z
Der Lnzetgenptel» beträgt für de» üges». Zetle»mtlllmet«! 120 Rl. (XL Meieiae» ul Familten-Lnz. gegen bar, 100 Mk. Amtliche und »now. Anzeigen 150 Mt. 8ei lewlertge» re w Satz 50*1, Aufschlag. Spät eielaufenbe ober ben Raum übet */• Sette etiuuheiewbe Jn nötilL «njelgen »erben natb bet leitfoaltenbrette berechnet. SieNanu» der 3*fle»*tBtmetet 300 Mk. Jeder Rabatt gilt «I» Bariabatt. Belege werden berechnet. V«t An»« 4894 knnft dnrch bie ®e|d)äftsi£ »nb Vermittlung bet Ungebete 100 Ä, bei Mebetfenbun» lebt! durch un» 100.— Mk. ohne Perle.