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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

J. H. Schäfer

Anzeiger für (das früher kurhessifchej Oberhesser

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Betlag von Dr. L. tzitzerotd. Druck der

1923

«ug. Ito*. Markt 2123. Fernsprecher 56, Post­

scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt «u Main.

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Die «Oberheffifide Bettung erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 3600 Mk. mit Zuftellungsgebühr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer

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und sich stündlich zur Verfügung der Reichsregierung 1 falten.

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wird wie neu durch emaillieren u. vernickeln

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Ube diese Wirtschaft gestürmt, die Spiegelscheiben, und Stühle, kurz alles, was nicht niet» und helfest war, ist zerschlagen und zertrümmert wor- Während sich diese Kämpfe abspielten, wurden Nord- und Südteil der Stadt kleinere Teil-

^niännischer Berater Polizeiinspektor Frederkinz r* Seite gestellt. Für den Schutz der <Äadt haben zu ss.'n: Die Freien Gewerkschaften 100, die Unionisten

\ die Christlichen 75 und die Hirsch-Dunckrschen Ge

, Gelsenkirchen, 24. Mai. In der Nacht ent- ^iuien sich nach überaus heftige Kämpfe zwischen Nesten des Selbstschutzes und den Kommunisten, angeblich aus der Wirtschaft Müller in der

1923, Taunus

Dortmund, 24. Mai. Die Lage in Dortmund ist unver ändert. Neu in den Streik getreten ist die Zeche Hardenberg". Bon dreißig Schwerverletzten find bisher zwei ihren Verletzungen erlegen.

Dortmund, 24. Mai. Der Zechen» mtb Me­tallarbeiterstreik hat seit heute morgen größeren Umfang angenommen. Es streiken heute die ^Zeleg» schäften der ZechenMinister Stein" undHarden» berg",Kurl",Kaiserstuhl" 1 und 2,Freie Vogel" undUnverhofft", sowieNeu-Iserlohn". Auf der ZecheTremonia" arbeiten dreiviertel der Beleg­schaft, auf der ZecheHolland" die Hälfte, auf Zeche Preußen" 2200 Mann unter dem Schutze der Schupo. Die Arbeiter der Eisenwerke streiken fast vollzählig. Heute vormittag 9 Uhr fand eine Ver- ammlung der Arbeiter des Eisenwerkes Hösch statt, n der beschlossen wurde, weiter zu streiken, bis die Forderungen erfüllt sind. Es wurde dagegen pro­testiert, daß der Streik ein politischer Kampf sei. Die Verwaltung des Werkes hat die Zusage ge­macht, 60 000 M. Teuerungszulage und 25 Prozent Lohnerhöhung zu zahlen.

Ausbreitung des kommunistische« Terrors.

Bochum, 24. Mai. Die Kommunisten ver» uchen, auch das Bochumer Revier in den Ausstand zu treiben. Der Kommunistenführer Falkus hielt heute früh auf den Zechenplätzen der ZechePräst» deut" eine Hetzrede unter völliger Entstellung der blutigen Eelsenkircher Vorgänge. Auf mehreren Zechen, so aufPrinz von Preußen",Caroline" undBochum", wurden die Bergleute von den Kom­munisten aus den Förderkörben getrieben und die Maschinisten gezwungen, die Förderung einzustelleu. Das Langendreeer Revier befindet sich infolge des kommunistischen Terrors im Ausstand. Auf den ZechenHeinrich",Gustav" undMansfeld" ruht die Arbeit. Auf den ZechenPräsident" Schacht 1, Prinz von Preußen" undCaroline" arbeiten die Morgenschichten nicht. Auf mehreren Schächten sind Cie Versuche der Kommunisten, die Belegschaften in den Ausstand zu treiben, gescheitert. Auf allen Werken der Bochumer Eisenindustrie wird heute gearbeitet.

Eine Versammlung der Arbeiterschaft derRom- bacher Hütte" hat gestern mit großer Mehrheit be- schloffen, nicht in den Ausstand zu treten. Heute morgen zogen mehrere Hunderte von Kommunisten, durchweg junge Burschen, auf den Bochumer Wo­chenmarkt und zwangen die Händler, die Preise herabzusetzen. Zwei Buden wurden umgeworfen.

Nach Blättermeldungen aus bnn Ruhrgebiet ruht ans sämtlichen Zechenanlagen der Betrieb. Man nimmt on, daß es sich um einen Sympathiestreik für die Ausständigen des Dortmunder Bezirks handelt. Der kommunistische Sicherheitsdienst in Gelsenkirchen ist gestern abend ge­waltig verstärkt worden. Straßenpassanten und mit der Straßenbahn in Gelsenkirchen eintrrsfende Reisende werben auf Waffen untersucht. Durch Maueranschlag wird der Verkehr von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens gesperrt. Nachträglich wird bekannt, wie dem83.1." mitqeteilt wird, daß auch der Geldschrank des Polizei­präsidiums vonFachleuten" erbrochen und vier Millio­nen Mark geraubt wurden. In den gestrigen Nach- mitta'sstundcn versuchte eine Abteilung des Selbstschutzes au? Wanne nach Gelsenkirchen zu kommen. Von kom­munistischen Hundertschaften wurde die Abteilung jriwch bereits an der Stadtgrenze in ein Feuergefecht verwickelt und nach einigen leichten Verletzungen zogen sich die Selbstschutzlente wieder zurück.

Die ZecheWiendahlsbauk" bei Kruckel wurde gleich­falls von den Kommuniflen besetzt. Es wird seit heute mittag gestreikt. Ferner wurde der SchachtKaiser Friedrich" in Menglinghausen stillgelegt. Auf der Zeche ..Konstantin der Große" wurde der Schacht 2 besetzt. Die Kommunisten sind im Anmarsch auf Schacht 5 und 6. In Bochum sind Trupp? einmarschiert, offenbar aus Gel­senkirchen Sie tragen grüne Abzeichen, zum Teil grüne Schlipse, grünt Kragen oder grüne Schleifen.

Ne-den Verhandlungen im Rathause wurde fol- vereinbart: Es soll eilte viergliedrige Kom- *1 f f i o n gebildet werden, bestehend aus je einem Ver- des Deutschen Gewerkschastsbundes, des Allgemeinen fischen GcwrrkschastsbundeS. des Gewerkschastsringes

Die Bewerte GnWmti.

Man schreibt uns aus Berlin: >

Inn-re und äußere Gründe sind dafür verant­wortlich zu machen, daß die Reichsregierung bis jetzt zu einer Entscheidung über das neue deutsche An­gebot noch nicht gekommen ist. Wohl finden unaus­gesetzt Beratungen unter den beteiligten Stellen statt, indeffen ist es zu einer offiziellen Stellung­nahme des Reichskabinetts noch nicht gekommen. Der englische Kabinettswechsel hat die Lage der Reichsregterung gewiß nicht erleichtert, wenn man sich auch im klaren darüber ist, daß eine wesentliche Aenderung des neuen Regierungskurses nicht zu er­warten ist, zumal Lord Curzon, der die letzte Ant­wortnote unterzeichnet hat, englischer Außenminister bleibt, so ist es doch von großer Wichtigkeit zu wiffen, wie sich die englische Regierung offiziell zu den schwebenden Fragen einstellt. Man würde daher gern die für Anfang nächster Woche angesagte Re- aierungserklärung in England abwarten, in der Zwischenzeit roüröe die nötige Verbindung mit den neuen Männern in England aufzunehmen fein. Es ist dahe- nicht anzunebmen, daß der neue Schritt der Reichsregierung vor dem Ablauf der nächsten Woche getan wird..

Die Beratungen der Reichskanzlei mit Ver­tretern der Wirtschaftskreise um die Garantie-Frage werden mit starkem Nachdruck geführt. Es liegen allerdings Anzeigen dafür vor, daß auch jetzt wieder viel zu sehr das unverantwortliche Element sich ein- schältet und einen bestimmten Einfluß zu gewinnen versucht, während der eigentlich verantwortliche Faktor, das Parlament, auch jetzt noch ohne jede Einwirkung ist. Es ist charakteristisch, daß bis heute noch feine Einladung an die Führer der Parteien zu einer Besprechung mit dem Reichskanzler ergan­gen ist. Das ist eine Lage, die begreifliche Mißftim-

GcwrrkschastsbundeS. des Gewerhchastsnnges lt< *** i*r Union der Hand- und Kopfarbeiter. Dieser Kom- rnchA bi< den Schutz der Stadt übernimmt, wird als

Gelsenkirchen, 24. Mai. Die blutigen Ereignisse, e sich am Mittwoch hier abgespielt haben, find die zlg«n der Vertreibung der deutschen Schutz- ,;izei durch die Franzosen. Wie erinnerlich, hatte «ade die Gelsenkirchener Schutzpolizei, die mit der Be- Eferung in beste« Einvernehmen stand, den besonde- «« Zorn der französischen Besatzungs- ruppen hervorgerufen, die seinerzeit mit gro- pn Aufgebot eine militärische Expedition nach Gelsen- rchen unternahmen, die Schutzpolizei entwaffneten, miß- vdeltrn und verhafteten. Der von Gelsenkirchener iLrgrrn gebildete Selbstschutz konnte auch im Bein mit der städtischen Feuerwehr im Ernstfall einen rcksamen Ersatz für die Schutzpolizei nicht ab geben.

Die Mißstimmung über die Preissteigerung I letzen Tage, die sich im Ruhrgebiet in verstärktem führ bemerkbar machte, wurde von kommunistischen ezew benutzt, um die Erregung in Gelsenkirchen zu ft ei­nt. Die Bildung wilder Kontrollkommis- t n veranlaßte den Selbstschutz zum Eingreifen, immehr traten die proletarischen Hundertschaften aus tlfenkirchen und Umgebung in Aktion. Diesen Hun« üschasten der Kommunisten schloß sich verbrecherisches Kubel in großer Zahl an. Nachdem es den Aufrührern den Abendstunden gelungen war, das Gelsenkirchener »lizeipräsidinm zu besetzen, wurde ver- tcht, das Gebäude in Brand zu stecken. Die lfrührer begnügten sich damit, sämtliches Akten- irterial der Polizei, Schreibmaschinen und Lebens- Stiel aus den Fenstern zu werfen und auf der Bank-

Smbms 116 Wnfirto.

In Hamburg hat man durch Annahme von Statuten eine neue Internationale gegründ-t. Die bisherigen Gegensätze zwischen den verfch' dene i fo-iaTemokratischen Internationalen sind dadurch äußerlich weggetilgt und es besteht wieder eine einbeitliche internationale Organi­sation, die alle sozialistischen Parteien umfaßt. Nach den Berichten zu schließen, ist die Begeisterung auf dem Hamburger Kongreß groß gewesen. Ob die weitere Ent­wicklung diese Hochstimmung rechtstttigen wird, ist eine andere Frage. Man scheint in diesem Punkt- selbst in sozialistischen Kreisen nicht ganz zuversichtlich zu sein, denn derVorwärts" bezeichnet das Einigungswcrk von Ham­burg als einen Notbehelf. Sicht man die gegenwärtige Lage mit nüchternen Augen an, so wird man in dem Ham­burger Wiederherstellungsbeschluß kaum etwas anderes sehen können, als eine Resolution, die übet den Papier­wert nicht weit hinausreicht.

In den heutigen Morgenstunden wurde das vollständig gebrannte Polizeipräsidium von den Ausrührern n o / setzt gehalten. Die Stadtverwaltung Gelsen- stn nahm den Dienst -wieder auf. Das Rathaus ist > unbesetzt. In der Stadt herrscht nach wie vor oße Erregung, da bei dem Fehlen jeglicher staatlichen ochtmittcl die Entwicklung der Dinge unberechenbar ist ie in Gelsenkirchen seit wenigen Tagen cinaugrtierten tanz ösi scheu Truppen l.aben die Herbeiführu.rg jetzigen anarchischen Zustände begünstigt, proletarischen Hundertschaften wurden bei ihrem A i- n von den französischen Soldaten mit lebhaften -nusen begrüßt. Die französischen Soldaten ermunter­te die aufrührerische Menge geradezu zur Plünderung

Polizeipräsidiums und wiesen tut besonderen au' Zerstörung der Akten hin. Mitglieder des Selbst- tttzes sind vor. den französischen Besatzungstruppen per­ltet worden. Der stellvertretende Oberbürgermeister

Gelsenkirchen, v. Wendel st ädt, erhob bei den zösischen Besatzungsorganm Beschwerde, weil von » Franzosen die Ordnungsmannschaften der Stadt tlich angegriffen wurden. So sind u.a. zwei Feuer­ehrleute durch Bajonettstiche und Kolben- ftäge von französischen Soldaten schwer ßhandelt und verletzt worden.

Gelsenkirchen, 24. Mai. Heute Nacht sind noch i von den gestern Schwerverletzten ihren Verletzungen stgt'tt, sodaß sich die Zahlber Toten auf sieben thöht. Heute zeigt die Stadt äußerlich ein ruhiges heben. Die Geschäfte und Wirtschaften sind noch Rosien. Die Straßenbahn aber verkehrt wieder. Der ^nd im Polizeipräsünum konnte heute morgen ge- ch t werden. Das obere Stockwerk ist ausgebrannt r Platz vor diesem Gebäude ist durch Strick abji-

Mehrere 15- bis 20jährige Jünglinge mit roten

C-'fcinben versehen den Ordnungsdienst. Heute Voc- $ *-rtag rückten aus der Umgebung mehrere Hundertschaften bic sich auf einer Wiese versammelten, sich aber wieder t'nid;.. =n, a(g fje hZrwn, daß mit der Stadtverwaltung wsrr der Uebernahmr deS Schutzes der Stadt hie Arbeiter Verhandlungen im Gange seien.

^fäflittn 75 Mann. Die neue Organisation tritt mor- r: in Kraft.

0 ü"en bemerkbar. Hier war jedoch kein Abweh r- Etmando vorhanden, so daß die Demonstranten nssiH D"sehindert in die Lebensmittelgeschäfte eindringen «nuten.

W zu verbrennen. Dieses sinnlose Zerstörungswerk indessen bei der Arbeiterschaft heftigen Wider­lich, die ihre Beschlüsse zur gegenwärtigen Lage heute Sn dürste. '

Im Ruhrgebiet zeigt sich die Wirklichkeit, der man ins Auge schauen muß, wenn num nicht Schiffbruch leiden will. Die Lage im Ruhrgebiet aber predigt alles andere eher, denn internationale Solidarität. Man ist in Ham­burg über das Ruhrthema ziemlich rasch zur Tagesord­nung übergegangen. Schöne Worte hat man genug für den deutschen Verzweiflungskampf an der Ruhr übrig. Es geschieht aber nichts, um die Solidarität nun auch wirk­lich durch eine Tat zu besiegeln.

Und noch eine andere Lehre predigen die Vorgänge an der Ruhr. Mit blindem Wüten haben sich die Kom­munisten in Gelsenkirchen und Dortmund erhoben und einen blutigen Aufruhr verursacht, der die Brandfackel in das Haus schleudert, das wir gegen den Einbruch der Franzosen verteidigen. Gewiß befindet sich aus der Seite der Aufrührer eine Menge von Gesindel, das die günstige Gelegenheft zum Plündern benutzt. Aber der Kern des Ganzen ist doch die kommunistische Or­ganisation, dir den Franzosen HenkerSdienste leistet. Wenn die Sozialdemokraten aus früheren Ereignissen noch nicht genügend gelernt haben, so müßten ihnen bk gegen­wärtigen Vorgänge in Gelsenkirchen und Dortmund eine überzeugende Lehre sein. Man hat zwar auch in Ham­burg einen Trennungsstrich nach der kommunistischen Seite gezogen und der Russe Adramowicz hat zu diesem Behuf eine sehr instruktive Rede gehalten. Er sagte dabei:Wir arbeiten in Rußland schlecht unb wir arbeiten teuer, weil wir einen schlechten Staatsapparat haben, und wir haben einen schkchten Staatsapparat, weil wir keine Kontrolle haben. Wir haben nach dem Buchstaben unserer Sowjetregierung einen idealen Staat. In Wirklichkeit lebt es aber so, daß wir eine Diktatur der Kommunisten haben." <

In Wirklichkeit ist aber auch hier daS Bild etwas anders. Die neugegründete Internationale hat sich in Hamburg abermals znm schärfsten Klaffenkampf bekannt. Und wenn man diesen Grundsatz in die Wirklichkeit über' eßt, so kommt man unweigerlich in der Praxis zu Be­rührungspunkten mit den Kommunisten, bei denen der theoretische Trennungsstrich weggewischt wird. Wir haben diese Erfahrung ja in Sechsen und in Thüringen genug» iant gemacht. Dort paktieren die Sozialdemokraten mit denselben Kommunisten, die sie in Hamburg theoretisch verwerfen unb die in Gclsenfirchen toieber einmal einen Vernichtungskampf gegen bie Gewerkschaften führen. So­lange man immer wieder in der Praxis dem proletarischen Klassenkampf zuliebe Grundsätze preiSgibt, solange toirb auch alles theoretische Eisern gegen bk Kommunisten nichts helfen. Denn immer wieder zkhen die Kommu­nisten neue Lebenskraft aus der Unterstützung, bk sie bei den Sozialdemokraten finden.

Es darf in diesem Zusammenhang wohl auch daran er­innert werden, daß sich bk Ereignisse, bie sich jetzt im Ruhrrevier abspielen, bie ursprüngliche Einstellung des preußischen Ministers Severing ben Kommunisten gegen­über als falsch erwiesen haben. Aber allzu lange haben die kommunistischen Hundertschaften sich ungestört bilben und entwickln können. Es ist deshalb dringend nötig, daß nicht nur bk Sozialdemokratie, sondern daß auch bie sozialdemokratischen Minister einzelner ßänberregfcrungen endlich einmal den Kampf mit aller Entschiedenheit auf­nehmen.- Man sollte die Dinge sehen, wie fk sich in Gelsenkirchen abspielen und nicht, wie sie in Hamburg vorgespiegelt werden . ; i . . :

Ruhrgebiet von allen Alliierten angenommen tritt, erregt, die auf jeden Pfingsturlaub verzichtet haben l habe aber darin nicht die Initiative zu einem Bench

Der anielgennreis b-trltat für den 9gefp. Zellenmillimeter 100 Mk. (Äl. Anzeigen und

Fainilien-Än^ gegen dar, 80 Mk. Amtliche unb ausm. Anzeigen 121 Mk. Bei schwierigem rn

Satz 50\ Ausfthlag. Spät einlaufende ober den Raum übet fi. Seite einnehmende Jg.nii'JLo Anzeigen werden nach der Textfpaltenbreite berechnet. ReNamen der Zeilenmilltmeter 300 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Aus­kunft durch die Eeichüftrst. unb Vermittlung der Angebote 100 M, bei Ueberjenbung durch un» 100. Mk. ohne Porto.

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Pari«. 24. Mai. Die Kammer hat gestern iber eine Interpellation des Abgeordneten Marcel Cachin verhandelt, der die Freilaffung des kommu­nistischen Reichstagsabgeordneten Höllein verlangte. Der Justizminister erklärte, daß der llnterfuchungs«. richter die provisorische Freilaffung Höllein's nicht: mehr anordnen könne, da der Staatsgerichtshof mit der Angelegenheit betraut fei. Die Regierung ver«^ langte als Abschluß der Debatte die einfache Tages«, ordnung, die mit 425 gegen 154 Stimmen angenom­men wurde. 4

Pari», 25. Mai. Der als Staatsgerichtshof heute zufammengetretene Senat hat 'sich nach 8Z4tz tündiger Beratung in Sachen des Kommunisteir Cachin und Eenoffen für unzuständig erklärt. Der Beschluß wurde mit 30 Stimmen Mehrheit gefaßt. Ministerpräsident PoincarS berief daraufhin auf 8 Uhr einen Kabinettsrat ein. Um 8% Uhr begab ich das Ministerium in» Elyfee und reichte feine Demission ei« mit der Begründung, daß es de« Be» chluß des Senats als ein Mißtrauensvotum auf» kaffe, durch da» di« Regierung außerstande gefetzt fei, der kommunistifchen Machenfchafte« Herr z« werde«. Wie Havas mitteilt, hat der Präfidest der Republ« sich geweigert, die Demifsio« des Kabinetts anzn» nehmen. Einzelheiten fehlen noch.

Diese schöne Geste (etwa» andere» ist es nichts zeigt, wie das Frankreich von heute, al» deffen wahr­ster Vertreter Poincars erscheint, über die Unab­hängigkeit der Rechtspflege dentt. i

Pari», 25. Mai. Die Havas Agentur ver« breitet heute morgen eine offenbar beeinflußte Mit­teilung, in der es u. a. heißt: Die Abstimmung de» Senats könne und wolle keinerlei polittfche Rückwir­kungen haben. Am Abend sei das Gerücht im Um­lauf gewesen, daß Präsident Millerand beschloffen habe, feine Reise nach der Provinz und Elsaß-Loth» ringen aufzuschieben; das fei nicht zutreffend; denn da das Kabinett im Amte bleibe, werde im Pro- gramm der Reife keinerlei Abänderung eintreten.

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Sointatl m dn Ramm«.

Paris, 25. Mai. Die französische Kammer fetzte gestern nachmittag die Beratung über die Kre» dite für die Ruhrbesetzung fort. Der sozialistische Abgeordnete Vincent Auriol stellte fest, alle Alli­ierter hätten anläßlich der Pariser Konferenz die Notwendigkeit anerkannt, Deutschland ein Mora» tetium zu bewilligen, nur über die Form Hobe keine Einigung erzielt werden können. Poincars ruft da­zwischen: Wir waren nicht einig über die effektiven Garantien, die man von Deutschland fordern sollte. Auriel geht sodann auf den Verlauf der Pariser Za- nuar»Konferenz ein. Weder Frankreichs Alliierte, noch Frankreich selbst hätten von Deutschland Pfän- der verlangt, denn es sei ja in diesem Sinne kein Ultimatum gestellt worden. Bergmann habe ver- langt, von den Alliierten während die Konferenz von Paris gehört zu werden. Es wurde ihm geant. wartet, es könne eine Antwort erteilt werden, wenn sich die Alliierten über eine gewiffe Anzahl von Punkten geeinigt hätten. Da diese Einigung nicht zustande kam, sei es nicht notwendig gewesen, Herr« Bergmann anzuhören.

Nach dem Abg. Auriol ergriff Ministerpräsident Pcincar6 das Wort: Er habe es nicht nötig, noch» mals an die Verfehlungen Deutschlands zu erin­nern. Pvincar6 geht jedoch nochmals auf die Vor« geschichte des Londoner Zahlungsplanes ein und er­klärt, die Summe des Friedensvertrages von Ver­sailles bildete ein Minimum. Trotzdem habe Frankreich entgegenkommend den Londoner Zah­lungsplan angenommen. Seitdem habe Deutschland aber nicht einen Augenblick unterlassen, sich sei­nen Verpflichtungen zu entziehen. Poincar^ erinnert alsdann daran, rote Deutschland ein Moratorium verlangt habe. Frankreich habe e» nicht bewilligen können, weil es gewußt habe, daß die bewaffneten Formationen und Eeheimorganisa« tionet sich m Deutschland vermehrten und daß die Alliierten nach 3 Jahren auf einen noch größeren schlechten Willen Deutschlands gestoßen sein würden. Die ^.eparationskommisfion habe unter diesen Um» stünden die Verfehlungen Deutschlands feststellen muffen, die die Besetzung des Ruhrgebiets unterstri­ch,eu. Hobe, da Deutschland nach der Besetzung auf die Noble habe verzichten können, die.es vor der Be» setzunx Frankreichs nicht habe liefern wollen. Frank- reich hätte es zwar vorgezogen, wenn die Aktion im

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