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Ihr
Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhesiischej Oberhessei
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Die »Oberhesstsche Zeitung" erscheint iedxmal wöchentlich. — L«,*gsvr«i» meiatli»
3600 Ml. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallend« Nummern ixfelgt Streit» ooer
®» 117 elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Lerla, non Dr. T. Hiyerstt. — Druck der
111 llniv^Buchdrnckerei von Jod. Lug. Koch, Atarkt 21,23. — Fernsprecher Ä, Post-
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Poincarss Darstellung die unverschämteste und zugleich naive Irreführung der öffentlichen Meinung.
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zierter Arbeiter str den Wiederaufbau zu verlangen.
Parts, 21. Mat. «ach dem .Matin' hat der französtsche KrtegSmintster gestern in einer Rede aus einem Bankett ehemaliger Kriegsteilnehmer tn Clermont erklärt: Die Welt mutz wissen, datz wir aus dem Ruhrgebier erst herausgehen werden, wenn wir annehmbare Vorschläge erhalten werden, dir selbstverständlich keinerlei Beschneidung unserer Forderungen vorsehen und die Garantien liefern, die von einem so illoyale« Lande wir Deutschland r« fordern berechtigt sind.
Marburg
Sitüsißo, Den 22. Mal
u $ « r i», 20. Mai. Der kleine Kongreß der Ra- ?Ealen und der sozialistisch-radikalen Partei hat pt Resolution angenommen, in der die Regierung ^gefordert wird, bei Regelung der Ruhrfrage von «utschland reichliche Lieferungen von
Entert alte« und Stellung qualifi-
P a r i s. 20. Mai. „Oeuvre" stellt fest, daß au Grund von Angaben der lothringischen Metall- industriellen die Gebrüder de Wendel für ihre Werke seit 5 oder 6 Tagen keinerlei Kohlen oder Koks aus dem Ruhrgebiet erhielten.
Paris, 20., Mai Das „Journal Officiel" veröffentlicht einen Kommisfionsbericht über die Ruhr- Kredite, der eine Erhöhung der Kokserzeugung in Frankreich und Belgien sowie eine Unterstützung der inländischen Kokereien durch französtsche» Kapital ankündigt
3ir Mm 0k5 MMiWimblmz.
Innerhalb der Reichsregierung haben nach dem ^Tag" am Samstag wieder Besprechungen statt- gefunben. Irgendwelche Beschlüsse sind noch nicht gefaßt. In politischen Kreisen sei in den letzten Lagen vielfach davon die Rede, daß die Entschlüße her Reichsregierung eventuell auch zu einer ganz Neuartigen Formulierung einer Lö- saug des Reparationsproblems führen frönten, zumal auch, offenbar unter dem Einfluß der Regierungen, in der englischen und französischen Presse in den letzten Tagen neuartige Pläne «örtert werden. Man hält es in politischen Kreisen für n i ch t ausgeschlossen, datz die Regierung bei nüchterner Beurteilung der Lage sich dazu enr- Wetzen wird, den Plan einer internatio- «alen Anleihe aufzugebe«, zumal Frankreich von diesem Gesichtspunkt aus das Reparations- Problem ganz besonders mit der Gewaltpolitik verknüpft hat. Auf der anderen Seite läßt sich natürlich nicht verkennen, datz Deutschland ohne ein lang-
und der Tschechoslowakei zurückgckehrten Marsches Foch empfangen. Drr Marschall erklärte e'nem Berichterstatter des „Petit Parisirn", schon beute stelle die polnisch« Armee eine ernste, imponierende Macht dar, die eine rrspektakle Anzahl Divisionen auf die Beine bringen könnte, falls im Osten oder Westen Gefahr drohe. Man habe zu sagen gewagt, daß Polen für Frankreich kein Stützpunkt, sondern eine Quelle der Schwäche sei. Schon jetzt sei das falsch. Auch die T s ch e ch o s l v w a ke i besitze heute eine.sehr gute Armee. Man könne die beiden Läicher nicht besuchen, ohne die Empfindung zu haben, datz es in Europa Völlig ausreichende Kräite gebe, um die Ber- techigung der Friedensverträge zu sichern. 1
Einem Berichterstatter des „Matin" erllärte Marschall Foch u.a., Rußland sei, selbst wenn es Polen angreisen wolle, vor Ablauf einiger Jahre nicht besonders zu fürchten. Was Deutschland anlange« fügte Foch hinzu, bilde es sich wirklich ein, daß es einen Krieg gegen einen Alliierten Frankreichs riskieren sollte? „Nein, so weit sind wir denn doch noch nicht. Es wird noch eine hübsche Zeit vergehen, bevor es so weit kommt, oder aber wir müßten es geradezu anders wollen", fügte Foch hinzu. Hinsichtlich der Schwierigkeiten Polens mit Danzig hänge es nur von Polen ab, sie ohne Anwendung von Gewalt zu lösen. In der Tschechoslowakei mache man sich viel Sorgen wegen der Vorgänge in Un g a t n. Und seiner Ansicht nach habe man baria nicht ganz Unrecht. Es wäre übertrieben, von einer wirklichen Gefahr zu sprechen, aber es bedürfe einer vorsichtigen und festen Politik. Zur Frage der militärische» Entente zwischen Frankreich und ixn 'Jicqbaui Deutsch» lands erllärte Auch, man habe bk bereits begeh n.::: Abmachungen vom technischen Standpunkt geprüft und Vorkehrungen getroffen, um sie bis ins Kleinst zu vervollkommnen.
; London, 19. Mai. Der Berliner Berichterstatter
„Times" betont, daß die Vorschläge für einen «affen still stand im Ruhr gebiet auf der von dem rariser Berichterstatter der „Times" vorgeschlagene« Mund läge keinerlei Widerhall in Deutschland erweckt -feen. Sie seien im Gegenteil mit Argwohn als ein fran- iösisch-britischer Versuchsballon ausgenommen worden und ®an, fei der Ansicht, daß ihr Endzweck der Versuch sei. ^utschlands einzige Verteidigungswaffe zu beseitigen. Da- Ätsche Volk wolle keinen neuen Waffenstillstand von
Art wie 1918 haben. ES werde betont, daß die mwzösischon Streitkräfte, falls sie auS dem Ruhrgebiet bnückgezogen wecken sollten, leicht wieder zurückbefohlen *rt>en könnten, während der passive Widerstand, wenn sk einmal ausgegeben sei, niemals wieder ausgenommen
könne. AuS diesem Grunde scheine die Ansicht «utschlands augenblicklich jedem derartigen Plan voll- »»nnen entgegengesetzt zu sein.
. Der diplomatische Sonderberichterstatter de» „Dailn A'graph" schreibt, es sei bemerkenswert, daß nach der 5®fid)t, die in auswärtigen diplomatischen Kreisen in ^rlin vorherrsche, Reichskanzler Cuno und sein K a b i - £tt keine Wegs so unpopulär in Deutschland
wie in der letzten Zeit außerhalb Deutschlands an- ^ommen trocken sei. Selbst die sozialistischen Kritiker 5* gegenwärtigen deutschen Regierung auf der einen
und auf der anderen Seite ihre nationalistischen ?Mer seien jetzt dazu geneigt, das Kabinett Cuno mit ^cksichr zu behandeln und sogar den deutschen Weg
zu machen für die peinliche Aufgabe, ein neuer '^flehet an die Alliierten zu formulieren.
Aus dem SaargebieL.
P M r i s, 20. Maj. Havas meldet aus Saarbrücken, datz die Regierungskommission am 18. 8. die Einführung des französischen Franken al» gesetzliche Währung mit Wirkung vom 1. Juni 1923 ab beschlossen habe. In einer weiteren Havar« Meldung aus Saarbrücken wird angekündigt, datz die Regierungskommifsion, nachdem jetzt der Streik eingestellt sei, und um beruhigend zu wirken, ein« grSüdliche Revision der Notverordnung zu erwägen geneigt sei. Bei Schluß der De- batte des Landesrater habe der Regierungsvertreter die Erklärung abgegeben, daß die Notverordnung gegebenenfalls in naher Zukunft abgeändert würde.
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Der Behauptung Poincarös gegenüber, daß die Besetzung des Ruhrgebiet keinen Schaden mehr verursache, ja schon „balanziere", wird amtlich darauf hingewielen, datz die Zahlen PoincarSs falsch sind. Der tägliche Durchschnitt der freiwilligen deutschen Reparationslieferungen betrug vor bet Ruhr» besetzung für Frankreich einschließlich Luxemburgs Im Jahre 1922 gleich kalendertäglich für Kohle 17 566 Tonnen, im Jahre 1922 gleich arbeitstäglich für Koks 16 760 Tonnen, zusammen 34 326 Tonnen. Die deutschen Reparationskohlenlieferungen an Frankreich einschließlich Luxemburg haben in der Zeit vom 10. Januar Di» 30. April 1922 insgesamt 3 582 692 Tonnen betragen, während die französisäe Regie in der gleichen Zeit des Jahres 1923 nur 261 504 Tonnen mit Bajonetten aus dem Ruhrgebiet geschafft hat. Mithin hat Frankreich nur 10 Prozent die Höhe der freiwilligen Reparationskohlenlieferungen erbeutet.
Die tägliche französisch« Kohlenausfuhr aus dem Ruhrgebiet beläuft sich nach zuverlässigen deutschen Feststellungen auf höchstens 10000 Tonnen. Diese Abfuhr ist aber selbst- verstaudlich nur so lange möglich, als der beschränkte Vorrat der Kohlen- und Koksstapel reicht. Selbst wenn etwa rund 10 000 Tonnen Kohlen und Koks im Ruhrgebiet täglich als Beute verladen worden wären, so wäre das nur einer Tagesverladung von knapp der Hälfte der freiwill'gcn deutschen Leistung vor der Rnhrbeietzung entsprechen. Wenn Poincarä jetzt den Wert der Kohleubcute im Ruhrgebiet auf 36 Millionen Eoldmark schätzt, so ist dem gegenüberzustellen, datz der gesamt« Wert der freiwilligen deutschen Reparationskohlen- und Kokslieferung an Franlreich einschttetzlich Luxemburg nach dem Weltmarktpreis in der Zeit vom 10. Januar bis 30. April 1922, nach dem Kursstände der zweiten Maiwoche 1923, 168 Millionen in Goldmark betragen haben würde, während für die tatsächliche Beute des gleichen Zeitabschnittes des Jahres 1923 von 261 504 Tennen der Wert nur Rrund 14 Millionen Grldmark beträgt.
Es darf der französischen Oeffentlichkeit um Ecltes willen nicht gesagt werden, damit ihr nicht die Augen aufgehen, datz Frankreich trotz aller Ee- walrmillr! nnd weiterer Verstärkung der Ruhrarmee nicht in der Lage ist, sich aus dem Ruhrgebiet die Brennstoffmengen zu holen, die es brauche.
Paris, 19. Mai. Der Abgeordnete Löon Blum stellt im „Populaire" fest, daß Porncars und der Fininzminister im Gegensatz zu dem nach der Sitzung ausgegebenen Kommunique zu dem Eingeständnis genötigt waren, datz die Einnahmen keineswegs die Kosten der Besetzung decken. Zunächst habe Poincar4 sich wohl gehütet, unter den durch die Besetzung verursachten Kosten den erheblichen Fehlbetrag der Eisenbahnregie aufzuführen, der in vollem Umfange zu Lasten Frankreichs falle. Dagegen rechne das Eommuniquö die Einnahmen aus Kohle und Koks völlig f a l s ch an. Dieser Verkaufserlös gehöre nicht Frankreich und könne keineswegs auf das Spezialkonto der Ruhrbesetzung gesetzt werden, da er ex das Reparationskonto abgeführt und Deutschland gutgeschrieben werde. Er diene nicht zur Deckung der Besatzungsausgaben im Ruhrgebiet, sondern auf Grund der im Versailler Vertrag vorgesehenen Priorität zur Deckung der Besatzungskosten auf dem linken Rheinufer.
„Journal des D^basi^' weist darauf hin, daß Frankreich in Wirklichkeit zurzeit aus dem Ruhrgebiet durchschnittlich 5000 bis 6000 Tonnen Koks pro Tag gegen 12 COO Tonnen vor der Besetzung erhalte. Nur an einigen Tagen hätten die Transporte mehr als 10 000 Tonnen erreicht. Die Ein- ichrönkung der Produktion der französischen Metall- indlistrie auf 50—60 Prozent vor dem Januar 1923 gehe auf diese völlig unzureichende Koks- zufuhr zurück. Und ähnlich erinnert „Echo Ra- rional" daran, datz am 1. Januar tn Frankreich 116, im März dagegen 77 Hochöfen im Betrieb waren. Wenn es sich u« eine normale Koksversorgung der Metallindustrie handelt, so würden die seit 1. Januar gelöschten 49 Hochöfen wieder in Betrieb gesetzt worden sein. Oeuvre" nennt
hat auf den dringendsten Rat der Aerzte seine Demission etngretchi und der König har daS Gesuch mit dem Ausdruck ttefsten Bedauerns angenommen. Nach einer Mitteilung aus der Downing Street hat sich Bonar LawS Gesundheit auf der Reise nicht gebessert. Die Aerzte haben folgenden Bericht ausgegeben: .Die Stimme des Premierministers ist noch unbefriedigend. Wir können eine Beflerung In absehbarer Zeit nicht in Aussicht stellen. DaS Allgemeinbefinden deS Premierministers ist nicht gut*
London, 21. Mai. Wie Reuter meldet, wurde heute vormittag bei Bonar Law eine kleine Kehlkops- CPeration vorgenommen. Sonst ist das Befinden unverändert.
Paris, 21. Mai. Die Demission Bonar LawS wurde in Paris zwar erwartet, man glaubte jedoch nicht an eine so rasche Verwirklichung. Die Blätter find einig in dem Ausdruck voller Sockschätzung für den zurückgettetenen Ministerpräsidenten und in Würdigung feiner freundschaftlichen Empfindungen für Frankreich. AiS etwaige Nachfolger stehen Lord Curzon und Stanley Baldwin im Vordergrund der Erörterung, wobei in einer Reihe von maßgebenden Blättern die Sympachien eher dem letzteren zugewandt find. Der .Petit Paristen' wückigt die Persönlichkeit Bonar Laws mit dem Worte: Vollendeter Gentleman. Er hätte aber vermeiden sollen, aus der letzten Januarkonferenz in Parts den englischen P'an zu erörtern, der für alle Alliierten ohne Unterschied unannehmbar sei. Der .Matin' schreibt: Die Demission Bonar Laws sei nicht von jener höchsten Bedeutung tote für die gesamte englische Politik der Rücktritt Lloyd Georges gewesen fet
Das .Journal' sagt, die Formel bei wohlwollenden Neutralität, die Bonar Law ersann, war kein leeres Wort. Bet thr hatte man es mir einer Tatsache zu tun. Seit Beginn der Ruhrbefetzung beetn- ttächttgte keine englische Operation die von Frankreich angewandten AkttonSmittek in ihrer Wirkung. Das .Petit Journal' meint, Bonar Law hörte alS Kabinettsmitglied während der ganzen Krieges hindurch und alS Delegierter an der Friedenskonferenz, ebenso als Premierminister nicht auf, die Versöhnung der französischen und der englischen Interessen zu erstreben.
Pari», 21. Mat. AuS Anlaß deS Rücktrittes Bonar Laws hat Mtntsterpräsident Poineare an diesen ein Telegramm gerichtet, tn dem er erklärt, Frankreich vergesse nicht, daß Bonar Law trotz der Disse- renzen der von den beiden letzten Monaten verfolgten Mechoden mit allen Kräften dazu beigettagen habe, die für die Ruhe der Welt notwendige Allianz unversehrt zu erhalten. Frankreich werde Bonar Law dankbar dafür fein, datz er die stetigen friedlichen Absichten der französischen Regierung so loyal anerkannt habe.
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London, 2L Mat. (Reuter.) Bonar reichte aus Gesundheitsrücksicht«» Abschiedsgesuch ein.
London, 20. Mat. (Reuter.) Bonar
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Paris, 20. Mai. Mini-irrpräsident Poineare Has gestern Nachmittag den von feiner Reise nach PO-en
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grelle» betreffenden Ausführungen von Adler-Wien wurde die Sitzung geschloffen. — Während derselbe? veranstalteten die Kommunisten tn der Nähe des <8e» werkschastshauses eine Gegendemonstration. DV eigentlichen Beratungen des Kongresses beginnen morgen. Am Nachmittag veranstaltete die Hamburger loztalistische Arbeiterschaft eine Massenkundgebung, wobei 40 Führer drr sizialistischen Arbeiterbewegung doS In- und Auslandes Ansprachen hielten.
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Trier, 19. Mm. Heut: Vormittag irangai, während die Belegschaft des stKt Elektrizitätswerks eint Betriebsversammlung abhreit, größere Abteilungen baa Smeetsleuien, an ihrer Spitze die Sm-tts-Führer Märzen, Reuter, Gerhards und Lchnert. in das Elektrizität-weich
London, 21. Wat. Der Rücktritt Bonar Law und die Frage seine? Nachfolgers stehe« im Mittel- Vitnfte deS öffentlichen Interesses. In politischen Kreisen herrscht die Ansicht vor, datz Curzon unter allen Kandidaten auf daS Premiermtnisteramt die größten Aussichten hat. Fast alle KabinettSmttglieder befinden sich außerhalb London?, Stanley Baldwin ist jedoch bereits nach London zurückgekehri, während Curzon, der bis Mittwoch von London abwesend fein wollte, ebenfalls früher zurückerwartet wird. Der Parlamentsberichterstatter der .Dailv News' schreibt, eS wecke -ine neue Regierung gebildet wecken müssen. Curzon sei in der Oeffentlichkeit besser bekannt als Baldwin und verfüge über eine größere Auiorität. SS wäre keine Ueberraschnng, wenn Curzon mit der Neubildung Beauftragt würde. Dem PariamentSöe- richterstatter des .Daily Erpreß' zufolge ist Curzon Favorit fiir den Posten. Die .Bestmtnster Gazette' schreibt, die Nachfolgerschaft gebühre wirklich Curzon wegen seiner vergangenen Erfahrung und tetziGen Stellung. Der Parlamentsberichterstaiier der .Time?' ist der Ansicht, daß für den Premierministerposien nur Curzon und Baldwin in Bettacht kommen $>k Koalition verschiedener Parteien komme nicht in Frage. Seit dem Rücktritt Lord Salisbury 1902 lei kein Pair Premierminister gewesen. Die fett langem befürchtete Politik« Krise fei ernst. Die konfervatw« Partei habe, obwohl sie nickt fo uneinS fet wie die liberale, ihre eigenen inneren Schwierigkeiten, weil verschiedene Mitglieder des Koaltionskabnetts außerhalb der Regierung Bonar Laws ständen. Er sei unmöglich, Vorauszusagen, was der Verlust Bonar LatoS ür die konservative Partei bedeuten könne.
1110 Kote solle, wie „Petit Parisien" aus Brüssel meldet, «cht ausschließlich eine französisch-belgische sein, labern soweit wie irgend möglich, eine gemeinsame Antwort der Alliierten,- auf alle Fälle solle sie aber
-ftistiges Moratorium zu irgendwelchen Barzahlung gen überhaupt nicht in der Lage ist. Die N e t» o.
fern Frankreich, Belgien und Italien gemeinsam er- itetn* Stoßen werden.
ris, 21. Mai. Na4 einer von der Radio-.'.gniiur Smnllickiten, von ben Blättern als offiziös aufgksnsften ift entgegen den gestrigen Mitteilungen einiger M»-.- läti-r von Belgien am Qua d'Orsay kein Schritt rnommen worden. Poineare bat auch nicht anaereq^, Mi Thr-mfs und Inspar nach Bar'» käm-n: nrnn sich d e lÄelegenheit d--s Banketts des französifch-bel- Wchen Komitees am nächsten Sonntag trerfflr benutzten, . würde der französische Ministerpräsident es felbstver- Fändlich begrüßen, mit ihnen den Meinungsaustausch sitzen. Der Standpunkt des französifchen Mini- ertnäfibinkn in der Reparationsfrage ist nach wie v,- Üenige. daß daS frsnzös sch-belgische Einvernehmen bc-> s zum Ausdruck gekommen ist dadurch, das; map in d-n szösisck-l'elgischen Aurivorten aus die deutsche Rvie R 2. Mai eine Reparat-onszifser ausgestellt hat, die f ein Arrangement betreffend bte interalliierten Schul- unantastbar ist. Bevor man Berharcklungen m t Gng« äktr-ib', müßte Ena'and einen andeven StandpunA r» der Rnhrfragr einnrhmen.
Paris, 20. Mai. Nach dem „Matin" hat Poineare ^geschlagen, daß Theunis und Jaspar am kommenden Sonnabend nach Pari» rafen.
or > s, 20. Mat. .Oeuvre' will mit Bestimm:- i kn erfahren haben, datz von dem belgiscken Mtntste- r Ur Buut des Aeußeren am Quai d'Orsav daS Verlangen - ^stellt worden ist, die Antwort auf die demnächsttgen . 4 putschen Vorschläge gemeinsam mit England und
Sitten iu prüfen.
Der internationale SoziMenkonM.
Hamburg, 21. Mat. Im vollbesetzten Saale des Gewerkschastshauses sand heute vorniittag bte Eröfsnuugssttzung deS internattonalen sozialtsttschen Arbeiterkongresses statt. Anwesend waren zahlreiche Delegierte aus den verschiedensten Ländern. Namen» der Hamburgischen Regierung begriffne Bürgermeister Stollen, Mttglteb ber Soztaldemokratischen Partei, bte Konferenz, wobei er unter lebhafter Zustimmung betonte, eS müsse aus diesem internattonaleu Kongreß ausgesprochen werden, datz das deutsche Volk nicht mehr Schuld am Kriege habe als die anderen Böller auch. Soweit wir zur Wiedergutmachung imstande seien, seien wir bereit dazu, aber zu Leistungen Über unser eigenes Können hinaus seien wir nicht bei» pflichtet. In Deutschland müsse nian zur Zeit den Eindruck haben, al» ob das Weltgelviflen vollständig etngeschiafen sei. Während sich bte ganze Welt über die Greuel am Kongo unb in Peru nicht genug habe aufregen können, entrüste sich heute braußen Über bU Greuel, bte j-tzt gegen Deutschland verübt würden, kaum ein Mensch. e
WelS- Deutschland sagte, London, Wien und Amsterdam gehörten zusammen. (Stürmtscher Beifall.) Die Hoffnung der arbeitenden Klasse aus eint Internationale Einigung dürfe nicht enttäuscht wer« den. ES gelte letzt, ein Ende des BruverkampfeS betbeizuführen. Gewiß seien noch Gegensätze vorhanden, aber diese dürsten die Einigung nicht hemmen.
Bracke-Frankreich hob u. a. hervor, Frankreich und Deutschland lebten zwar im Frieden. Um einen wirklichen Frieden zu sichern, sei aber der Zusammenschluß der Arbeiterschast über alle Grenzen hinaus erforderlich. Redner sprach feine Bewunderung für die Arbeiter des Ruhrgebiet» aus und ermahnte sie, im
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Familten-Änz. gegen bar, 60 Mt. Amtliche und ausw. Anzeige* i00 Ml. Bei schmierigem ffl
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lderm Hi tat tn Paris und Brüssel wachse mir gebe» her Nähe des Zeitpunktes, an dem die deutsche Antwort erwartet wird. Es sei in erster tz tinie Belgien, das eine interalliierte Aussprache wünscht. Die Antwort auf die deutsche