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Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg

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Anzeiger für (bas früher kurheMche) Oberhessen

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Kun« der Arbeit durch die Bergarbeiter und Eisrn- ner sowie di« Weigerung der Mitwirkung deut­

scher Beamten im Ruhrgebiet zum Zwecke hStten:

2. die Arbeiter und Beamten Müßten ihre gewöhn-

km Versailler Vertrag den geschuldete« Kohlenttrse-

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neuer Truppen beschlagnahmt.

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des Ruhrgebiets wird imS mttgeteilt: PoineareS ittfit über die Rnbrbesetznng tat Kammerausschuß ein durchaus unzuttesfendes Bild. Man gibt stch keinen Täuschungen hin, indessen ist soviel sicher,

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Be­gibt hier das;

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Auch hier dab es nicht mehr viel zu verlieren, denn im eigenen Lande schon hat die französisch« Rechts­pflege Flecken genug auf den blanken Schild der Ge­rechtigkeit kommen lassen. Das, was in ihrem Na­men gegen die Direktoren der Krupp-Werke verübt worden ist, gibt ihrem guten Ruf den Rest. Man darf nur darauf gespannt sein, ob das Betriebsrats­mitglied Müller, desien Verurteilung aufgehober worden ist, noch tendenziöser gegen die Direktoren ausgesptelt werden soll, oder ob man auch ihn harter anfasien will. In beiden Fällen bleibt die französische Militärjustiz gerichtet. Ihre Opfer gehen aufrechten Hauptes aus dem Verfahren her­vor und ihre mannhafte Haltung wird ein Vorbild ik das ganze deutsche Volk sein, einig und ge» schloffen auszuhalten.

Ausweisung der Eisenbahner samt ihren angedroht.

In Duisburg hat der kommandierende der 77. französischen Infanteriedivision für vom 14. bis 22. Mat jeglichen Verkehr von

Die Reoifio« im Krupp-Prozeß verworfen.

Düsseldorf, 18. Mai. Die gegen das Wer- dener Urteil von Herrn Krupp von Bohlen und Halbach sowie de« Kruppschen Direktoren eingelegte Revision ist heute vo« dem Revifionsgericht in Düffeldorf verworfen worden. Dagegen ist die vom Betricbsratsmitglied Müller eingelegt« Re­vision zngelaffen worden, und es wird daher über diesen Fall des Wiesbadener Prozesses erneut vor dem Düffeldorfer Kriegsgericht verhandelt werde«.

Düsseldorf, 18. Mai. Dach Verlesung des Urteils erklärte der Verteidiger Dr. Erimm-Effen, das Verfahren vor dem Kriegsgericht weise im ganzen Mängel auf, die zur Aufhebung des Urteils führen müßten. Das Gericht in Werden sei unzu- tändig gewesen. Ferner enthielten die beiden Er- öffnungsbeschlüffe nicht Tatsachen, welche zur Straf­verfolgung führten. Außerdem seien von 20 gela­denen Zeugen nur 16 vernommen worden. Tie ausgesprochenen Strafen von 10, 15 und 20 Jahren sei unzulässig, da sie nicht mit dem französischen Ge­setzbuch in Einklang ständen. Die Höchststrafe des französischen Gesetzes (Militärstrafgesetz) sei aber 5 Jahre Gefängnis. Professor Moriaud-Eenf folgte im wesentlichen der von Erimm gegebenen Rechts­begründung, die er durch neue Ausführungen er­weiterte. Darauf ergriff der Berichterstatter des Kriegsgerichts Tocteur en droit und Major im Generalstabe Hadert das Wort. Er beantragte Ver­werfung der Revision mit Ausnahme der von Müller eingelegten. Moriaud-Genf betonte dann, wenn das Gericht der Ansicht fei, daß die Revosion gegen Müller begründet fei, müsse das ganze Urteil kassiert werden: das Urteil bilde eine Einheit. Der Berichterstatter bestritt dies und hielt seinen frü-

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Tie ^OberhesisiLe Bettung entbehrt iecbemal wöchentlich. Seytgsoieis menatlirb 8800 Mk. mit Zustellungsgebühr. Für ausfallende Nummern tnfelge Streik» »»er elementarer Lreignisie kein Eriah. Verlag von Dr. <L Hitzerath. Druck bet Uuiv^Buchdruckerei von 2od. Äug. Noch. Markt 21,28. kernjprecher K, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Nmt Frankfurt a. Rain.

Beschlagnahme der Badischen Anilin­werke und der chemischen Fabriken in den Rheinlanden. Da die deutschen Fabriken Läger angehäuft und sich geweigert hätten, die im Ver­sailler Vertrag vorgeschriebenen Lieferungen wieder aufzunehmen, und außerdem einige unter ihnen be­deutende Beträge an Kohlensteuer schuldig gewesen seien, erstreckten sich die Zwangsmaßnahmen auf er­hebliche Mengen. Eie seien mit Unterstützung von Sachverständigen sowie des Restitutions­amts in Wiesbaden bis ins Kleinste vorbereitet worden. Die Läger würden auf Grund des verein­barten Planes geräumt und die Waren abbefördert werden. Die Direktoren der Fabriken seien aufgefordert worden, die für Frankreich bestimmten Waren zwecks Beschlagnahme näher zu bezeichnet». Da sie sich weigerten, habe man beschlossen, die Waren selbst ausfindig zu machen. Ferner werde bi« Verordnung der Oberkommission über di« Er­hebung der Kohlensteuer Anwendung finden, die für den Fall, daß ein Industrieller die Bezahlung der Kohlensteuer verweigere, vorsehe, daß die frag­lichen Summen zwangsweise eingezogen würden. Die geraubten Farbstoff« haben einen Wert von 2 Millionen Dollar.

Es bestätigt sich das Gerücht, daß drei Direk­toren von der Badischen Anilin- und'Sodafabrik von der französischen Besatzungsbehörde als Gei­seln fest gehalten werden. Die drei Direk­toren sind im Hauptverwaltungsgebäude unter­gebracht und durften erst gestern von ihren An­gehörigen besucht werden.

Ludwigshafen, 18. Mai. Zum Abtrans­port der Farbstoffe aus der Badischen Anilin- und Sodafabrik sind aus dem Elsaß ungefähr 3 0 0 A r - beitslofe hier eingetroffen.

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Paris, 18. Mal. Nach einer Havasmeldung aus Koblenz hat die interalliierte RhetMandkonimissiou

Heren Antrag aufrecht. Der Gerichtshof zog alsdann zur Beratung zurück und verkündete bereits oben angeführt« Urteil.

Der Raub deutscher Farbstoff«.

Paris, 17. Mai. Havas berichtet über

doranfgehen müsse, verfuchtsweise in folgende vier Aurttte zusammen:

1. Deutschland müsse seinerseits alle Erlasse und Keheimanweisungen* zurückziehen, die die Sin-

Die Reoifio» gegen das Todesurteil Schlageter ver« worfe«.

Düsseldorf, 19. Mai. Da» Düsseldorfer Revifionsgericht hat gester« di« vo« dem am 8. Mal zum Tode verurteilte« Schlageter und vo« de« zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilte« Sa­dowski eingelegte Revision für beide Angeklagte ver­worfen.

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712 neue Ausweisungen angeordnet, die »um größtes Teil Eisenbahn, und Zollbeamte treffe«.

Da» 43. Blutopfer.

Der von den Franzosen vor kurzem angeschossene Bergmann Hol, ist als 43. Opfer seinen «erlctzungeq erlegen.

Die Wnbtit 6?Wi ©töte

Münster, 17. Mai. F« Düsseldorf hat die De- satzungsbehörde einen Anschlag anbringen lassen, der die Aufforderung an die Eisenbahner enthüll, binnen 48 Stunden ihren Dienst wieder aufzunehmen, »ei Nichtbefolgung deS Befehls ivird Entlassung und

Poinearz- SchSnfSrberei.

Essen, 19. Mai. AuS «ntunterrichietett Kreisen

bis früh 5 Uhr auf den Eisenbahn- und Kanalbrücke« gesperrt. f

In Herneburg, fit. Recklinghausen, beschlagnahm­ten die Franzosen 700 Zentner Ammoniak.

In Hattingen schlossen sie ein KraftwagengeschLsk und einen Bäckerladen. t

In der Nacht zum 14. Mai wurden in Reckling­hausen zwei KrtmtnalpoliretbetriebSasststente« ver­haftet.

Die am 25. Mür, besetzte Zeche .Rheinbabe«* ist, nachdem die Franzose« sämtliche Halben- und Lager- bestände abtransportiert haben, von ihnen wieder ge­räumt worden. -

In Oberhausen wurden am Donnerstag mehrer«. Privathäuser und zwei Schulen zur Unterbringung

In Dortmund beschlagnahmten die Franzose« gestern morgen auf dem Stadthaus 15% Millionen Mark. Ij

lieber Lünen ist ab 15. Mai der verschärfte Be-1 lagerungszustand verhängt worden. In Lünemi Süd wurden wettere 10 Eisenbahner mit ihre« Fa-1 milicn ausgewtesen. ______H

Äusser dem am Donnerstag verhafteten Land-rar - zur «Hüten sind in Bochum 10 Eisenbahner au« un­bekannten Gründen verhaftet worden. ß

Bochum, 18. Mai. Der von belgischen Truppe« besetzte B-abn Hof Dorsten wurde, «»chdem die Beloier zehn Lokomotiven und 65 teils leere, teils be- lodene Wagen abgefahren hatten, toiebet dem deutschen BobnbosSvorstand übergeben. Bet der Besetzung sind au5 dem Lokomotivschuppen etwa 180 elektrische Glüh­birnen und eine Menge Leitungsdraht und Dichtungs- t-j"val und dergl. abHande« gekommen.

Bochum, 18. Mai. Aus der von den Belgern be- setzten Strecke HertenWesterholt entgleiste ein Gü­terzug. Mehrere Wagen wurden dabei stark beschädigt. Beide Hauptgleise waren längere Zett gesperrt. Die Züge mussten über Nebengleise umgeloitet weichen.

Mannheim, 18. Mai. Heute ftüh zwischen 8 und 9Uhr wurde em Wachtmeister von den Franzosen festgenommen, der in Zivil von der VolizeibehSrde M der Neckarbrücke ausgestellt wer, um vomubeugen, daß die Franzosen nicht mehr, wie sie behaupteten, von Bubenhänden mit Steinen beworfen würden. Während des Transports suchte der Verhaftete zu entfliehen und sprang am Neckardamm über eine Mauer, worauf fünf Soldaten ein regelrechtes Schützenfeuer auf ihn eröffneten. Von mehreren Schüssen getroffen, warf sich der Beamte in den Neckar, wo ihn die Kräfte verliessen. Er wurde jedoch von den Franzosen tvieber aufgefischt und auf einer Bahre fortgetragen. Wachtmeister Traub ist nach Ludwigshafen ins Lazarett gebracht worden, w» er seinen Verletzungen erlegen ist.

Berlin, 19. Mal. Wie die Blätter auS dem Ruhrgebiet berichten, wurde in Kräh auf ver Zechs Bonisazius ein Bergmann verhaftet, weil von dem Kohlenwagen, Pen er über eine Brücke fuhr, einig, KohlenMcke aus die Halde gefallen waren, Woduccf stch die dort arbettenden Franzosen bedroht fühlte« Der gegen diese Verhaftung Einspruch erhebend« B«t tricbsrat wurde ebensalls verhaftet. Dte Belegschast ist In einen Proteststreik cinattreten.

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Die französischen Einbrecher haben in den letzten Tagen ihre Brutalität im Ruhrgebiet bis zu einem Grade gesteigert, den man kaum noch für möglich gehalten hätte. Sie dringe« in die Privatwohnun­gen der Zechendirettoren ein und pfänden die ganze Einrichtung vom Platze weg. Mit airdere« Worten: Sie rauben nach Herzenslust Privateigentum, um dadurch die Bilanz einigermaßen aufzudessern, deren jämmerlichen Abschluß PoincarS im französi­schen Kammerausschuh hat zugeben müssen. Es gibt tatsächlich, wie es scheint, für die französischen Brutalitäten keine Grenze mehr. Don Tag zu Tag ist aus derfriedlichen Aktion der Ingenieure^, als die der Ruhreinbruch zunächst der Welt vorgetäuscht wurde, ein Räuberstück gemeinster Art geworden. Wenn deutsche Männer ihre Pflicht als Staats­bürger erfüllen, so werden sie dafür mit der größten Niedertracht gepeinigt und drangsaliert. Di« Eisen- bahnarbeiter, die sich weigern, unter französischem Kommando zu fahren, werden ohne Hab und Gut vertrieben, und die Zechendirektoren, di« sich wei­gern, französische Urteil« anzuerkennen, werden bis auf die kahlen Wände ihrer Wohnungen aus­geplündert. Das Wenige an Ruf, das Frankreich noch als Kulturnation zu verlieren hatte, ist im Ruhrgebiet in den letzten Tagen bis zum allerletzten Rest draufgegangen.

Dazu kommt nun noch, daß die Berufungsinstanz das Schandurteil des Kriegsgerichts von Werden bestätigt hat. Das Berufungsgericht hätte die Mög­lichkeit gehabt, den Schandfleck von Werden von der französischen Justiz wieder abzuwaschen. Es hat es nicht getan, und nun steht dieses Brandmal unver­wischbar fest. Auch hier war Brutalität die Ant­wort darauf, daß deutsche Männer ihre Pflicht als Staatsbürger und Deutsche erfüllt haben. Der Unterschied besieht nur darin, daß man sie nicht mit nackter Gewalt behandelt hat, sondern daß sich die französische Justiz zum Instrument brutaler Ver­gewaltigung erniedrigt«. Umso schlimm« für fiel

| Stbmen* «n», soweit wie möglich, dte Besetzuna «ehr passiv «18 aktiv gestalten;

4. die Wiederherstellung des normalen Industriellen «W> zivilen Lebens im Ruhrgebiet müsse fortdauern f to zu dem Augenblick, wo eine Regelung zustande tomme oder der Versuch einer Regelung wiever aus« ftnommen werde.

Londo« lehnt die Vermittlung ad.

Paris, 18. Mai.Petit Parifien" berichtet tos London: Obwohl der deutsche Gesandte Dr. Ethamer gester« einen Besuch im Foreign Office richt wiederholt hat, erfahre ich, so schreibt der Kor­respondent des Blattes, aus halbamtlicher Quelle, tag die englische Regierung in förmlicher Weise dem ^eichsvertreter zu verstehen gab, daß sie es ab- lehne, mit Berlin betreff» Vorar bei* ; t«n des neuen deutschen Angebots in Verhandlungen einzutreten.

fi »«>«, 18. Mat. Zu der gestern ans Berlin berichteten Absicht der deutschen Regierung, in der 8orm »an Fragen eine vorbereitende Aussprache Eber d« nächste deutsche Angebot herbeizuführen, bemerkt derDaily Telegraph" anscheinend aus offiziöse, Quelle, die englische Regierung würde Ellen diplomattschen Vorunterhaltungen mit Ber­kin über ein deutsches Angebot abgeneigt sein, die dtzch uur den Anschein vorbereitender Verhand­lungen trügen.

L o » d o », 18. Mai. Der diplomatische Bericht-

Eine deutsche Rote gegen die veschlag«ah«e deutscher Schule«.

Berlin, 18. Mai. Der französischen Reglet rung wurde von dem deutschen Geschäftsträger fol- flenbe Note übergeben: Ilebereinstimmende Ge­rüchte aus dem Ruhrgebiet weisen auf die überaus großen Schädigungen des Bildungswesens hin, welche durch die starke Inanspruchnahme der Schulen durch die Besatzungstruppen hervorgerufen wurden. Der Unterricht kann überhaupt nicht, teil­weise nur unvollkommen erteilt werden. DU deutsche Regierung legt Verwahrung ein gegen di« zahllosen Uebergriffe der Besatzungsbehörden in den Bereich der Schularbeit und gegen die Massen­beschlagnahmen von Schulhäusern in sämtlichen überfallenen Städten und Ortschaften.

die Franzosen bisher nicht die Besetzung ves Ruhr­gebiets produktiv zu gestalden vermochten. Absolut nnstnnig ist di« Behauptung, datz die Kohlen- und Koksmengen zur Zelt di« Tonnenzahl erreicht hätten, dte Deutschland vor de, Besetzung lieferte. Außer dem Abtransport von Haldeubeständen wird im übn- aen das Ruhrgebiet sranzösischerseits ausgebeutet durch die Wegnabme von staatlichen Geldern, von pn- vaten Geldern der ReiHSdank und von Lohngeldern der großen Werke. Zu dem Raub von Erzeugnissen einzelner Fabriken kommt die Wegnabme von Waren, die wegen der Nichtbezahlung der Einfuhrzölle in französisch« Hände fallen, die willkürlich« Beschlag­nahm« von Kraftwagen, di« Eintreibung der von den Kriegsgerichte« verhängten Geldstrafen unv der den Genreltideu und Zeche« aufertegten Sühnezatzlungen sowie die Einbehaltung de? Hausrats der Ausgewtc- fenen. Di« Behauptung Poincares, datz durch dir französische» Maßnahmen im Ruhrgebiet einePe­riode der Stabilisierung* erzielt worden sei, entspricht tu keiner Welse den Tatsackren. Richtig ist dagegen, daß in der gegenwärtigen Pettode die Franzosen im Begriff sind, die bisherige Planlosigkeit in der Wahl tutcr Maßnahmen durch ein kombiniertes System zu ersetzen bet dem die politischen und wirtschaftlichen Druckmittel gleichzeitig nnd mtt voller Schärfe zur Anwendung kommen sollen. Die Gewattmaßnahmen der Franzosen tm Ruhrgebiet werden nicht unter­schätzt, der Druck der Besetzung ist sür jeden Einzelne» fühlbar geworden. Dementsprechend wftd jetzt auch die stiedlich« Waffe der passive« Abwehr von jedem Einzelnen sinngemäß angewandt. Das komvinicrte System der französischen Gewaltmittel bat eine ver­breitert« Abwrhrftont der gesamten Bevölkerung zur Folge gehabt, die durch Vie ftanzösischen Anstrengun­gen nicht erschüttert, sondern ^festigt worden ist.

e an-Suty bjetv.PH 319

L««d»n, 18. Mai. Der Pariser Bericht- pstatt« betTimes" melbet: Infolge bet An- Mherung be» französischen an ben englischen Stand- Umft «wartet Frankreich jetzt von Deutschland ein Angebot, da» so beschaffen sein wirb, baß eine Aus­sprache unter ben Alliierten nicht mehr zu umgehen fet Man sei in Paris bereit, bem englischen Ge- banken Rechnung zu tragen, Deutschlands Zahlungs- Mtgkeit burch Sachverstaubige abschätzen zu lassen, mn ben Schein zu wahren, baß Frankreich nicht auf seinem Stanbpunkt beharren wolle, nach bem bie Alliierten s»uv«än zu bestimmen hätten, was Deutschlanb zahlen müsse. So werbe man wahr­scheinlich ben Ausweg finben, bie Reparations- kemmiffiou zu beauftragen, eine« «liierten Sach- «rstönbigen einzusetzen, bet ben Auftrag hat, über tzie brutsche Zahlungsfähigkeit bet Reparations- dmmission zu berichten.

Der «»mögliche Waffenstillstand.

L»»d»n, 18. Mai. Der diplomatische Bericht- «statter des .Daily Telegraph* weist darauf hin, daß i He eigentlichen Schwierigkeiten bei den Berband- fcnaen darin bestehen dürsten, ein vernünftiges Vebergangssystem für das Ruhrgebiet zu erreichen. Sn den alliierten Kreisen Men die Meinungen da- Hb« geteilt, * es richtig sei, Wasfenstillstandsbe- bMgungen gleich mit Beginn der Reparationsver- Nndlunge» zu besprechen oder zuerst unter dem Status gut zu verhandeln, bis eine Grundlage der tzinigung über die Lösung der Reparaiionsfrag« et» Helt sei.

Prüfung zu »«schieben, bis bas größt« Projekt der Reparation erörtert worben sei und eine Lösung bevorftehe.

Der -erb bei Verblendung.

Paris, 18. Mal. Die ,Libert6" schreibt: Wenn man einen Blick auf die europäische Gesamt­lage zu werfen sucht, erkennt man sofort, daß die Lösung der wichtigsten in der Schwebe befindlichen Angelegenheiten von dem endgiltigen Erfolg Frankreichs im Ruhrgebiet und der Unterwerfung Deutschlands abhängig ist. Das will die englische Politik in ein« seltsamen Verblendung nicht zu- geben. Deutschland ist nach wie »$ der Herd^der europäischen Verblendung.

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tmtgen feine Obstruktion entgegensetzen;

3. Frankreich müsse .seinerseits*, während eS seine truppen oder Angehörigen nicht zurückzirh«, eine : -rein überwachende Haltung ein»

D«i »n«lgem>«le beträgt sür b«n Sgesp. 3«il«nmtCtmetet 80DO Ät (ÄL ««Mioen unb Famillen-Anz. gegen bat, 60 Mk. Amtliche uns au»w. Anzeigen 108 SRI 8«t schwierigem Satz ;>(?/. Allfschlag. Spät einlaufenö« »der bett Ranm über Seit» «wnehtnend« Anzeigen werden nach der Teztipaltendreit« berechnet. ReNam»« der Zeilenmillimeter 300 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Sanabatt Beleg« werden berechnet. Set Ai»»- tenft durch bie Geschäfts st. und Vermittlung der Angebot« 100 SR, bei Uebersendung durch uns 100. Mk. ohne Porto.

London, 18. Mai. Dem Pariser Berichterstatter Nr .Times* zufolge wurde in den Wandelgängen der ftanzösischen Kammer der .Wafsenstillftandsplan sür

Ne Ruhrgebiet* über ben Der Korrespondent bereits

tefiern berichtet«, weiter erörtert. Nach der Ansicht

» (Satte» - -.. --------- ----- ----------- -------- ---- -----...

biss ien Aufgaben wieder aufnehmen und dürstcn gemäß > 52, IV. ?h -------------------

Erstatt« bes ^Daily Telegraph schreibt, bie britische ^«gi«ung würbe allen diplomatischen Erörterun- tth mit Berlin über die Frage des nächsten deut­schen Angebots, die den Schein von Präliminarver­handlungen erwecken könnte», abgeneigt sein. Die

i Uhr i Male iontit stiegen, rschnn, teUimq

-1 Uhr.

Nringste Entgleisung bei der bevorstehenden *ote könnte verhängnisvoll werden, s sei jedoch klar, daß Deutschlands Reparations- döchstangebot von dem Höchstmaß der deutschen «ndustriellen Produktion abhänge und daß die die Vroduktio« hemmenden Faktoren beseitigt bezw. Nrmindert werden müßten. Vielleicht werde diese v Enselegenheit schon zu Beginn der Verhandlunaen : lielüst we**en. Vielleicht sei e» auch ratsam, ihre

~7"----* N5 SeridjierftatterS würde dieser sogenannte .Wasfcn-

glien » Mstand* dazu führen, daß das nächste deutsche An- »eibett bit 9bot ernster geprüft werde. Von besonderem Jnter- 5 61 N'trti Sc sei es, daß einer der französischen Deputierten, s«ht(Th.i Nr über diesen Gedanken gesprochen habe, ei» I»- >i tzuftrieller sei, der, wie angenommen werde« könne, . . Ler die deutschen Absichten besonders gut unterrichtet jBiyt« W- Der Berichterstatter faßt die Bedingungen dieses -! EaffenstillstandeS. der allen formelle« Erörterungen

ollo», 3» läsen bti