Zweites Blatt WrTliÖ
Sonnabend, 12. Mai
1923
22000 - 23000
88t 100 Mark wurden gezahlt:
NewYork
Ifft.
2562.50
(Nachdruck verboten.)
fein
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C» werde« gezahlt ffit:
Rübsen Leinsaat
dem Junker, Euch in der auswärts ist,
0.01 0.06
0.01 0.01
sssuttererble« Ackerbohnen Linien Wicken
Vupin blaue
19000—2100t
19000 - 21001
21500 - 2400*
117.80 Kron.
115.80 Kron.
88L0 Kron.
88.80 Kron.
97.80 Schill.
23.80 Doll.
125.40 Fr
74000—76000
65000 -66000 55000-58500
55000 -57000 72000-73000
102500-107500
81500- 82500
38000
120000-125060
den und Fu- Nur
0.01
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Weizen Rogge» Sommergerste Wintergerste Safer Wels
war auch bereits vor dem Kriege die' Errichtung eines Gebäudes vorgesehen. Im November 1914
vor dem Krieg:
125.42 Fr.
59.20 toulb.
Katastrophe bestehen zu müssen — diese beiden werden sie überdauern." Die Katastrophe ist gekom- men, schlimmer, härter als wir es je gedacht haben. Möge Pfarrer Meyenschein Recht behalten, das; Raiffeisen im Bund mit den beiden Mächten, wovon er damals hier geredet, dazu hilft, die Katastrophe wirkli chzu überwinden. Mit diesem Wunsch gedenken wir des um unser Landvolk und die Allgemeinheit hochverdienten Pfarrers Meenschein bei einem 60. Geburtstag.
folge gehabt, und keine Markstützung hat hieran etwas ändern können. Di« Zeit der kleinen Pveisritkgänge, die meist nur eine Folge der Geld- und Krrditknappheit waren, ist längst vorüber. Auf allen Gebieten ziehen die Preise wieder mächtig an. Der Kohlenpreiserböhung ist am 1. Mai wieder eine Steigerung der Roheisenpreife »e/olgt. Die Großhandelspreise weisen ganz allgemein wieder eine aufsteigende Tendenz auf. Während der Großhandelsindex im Märzdurchschnitt das 4888fache deS Friedensstandes betrug, stieg er bereits im Aprildurch- schnitt auf das 6212fadje oder um 6.6 Prozent. Anfang Mai hat der Index dann den 6188fachen Ft edensstand erreicht. Die Tatsache, daß am größten die Verteuerung der Einfuhrwaren ist, weist auf die Ursache der Teuerung, nämlich bw Dollars)«gerin, hin.
I * Die Eröffnung desStadions. Am Sonntag den 13. Mai findet die feierliche Eröffnung des Stadions zu Marburg statt. Damit ist ein Werk zur Vollendung gelangt, welches seit mehr als zwölf Jahren die Kreise der Universität und Bürgerschaft beschäftigt hat. Es hat langer Arbeiten und Vorbereitungen bedurft, um einen würdigen und schönen Spiel- und Sportplatz zu schaffen. Nachdem der verstorbene Gutsbesitzer Hofmann schon lange vor dem Kriege ein erstes Grundstück zu dem Zweck geschenkt hat, ist die Sache kräftig gefördert worden durch eine großzügige Stiftung von ! Herrn und Frau Geheimrat Hensel, welche es ermöglicht hat, einen Steg über die Lahn zu bauen und einen Teil des jetzigen Stadions zu erwerben. In diesem Augenblick hat dann die preußische Staatsregierung kraftvoll eingegriffen und es ist aus Mitteln der Universität der anschließende größere Teil des jetzigen Platzes erworben worden. Es
70003 -7.1000
75000 - 82006
Das Licht.
Novelle von Ernst Zahn.
I- Im Förderkorv.
4. Fortsetzung.
.Wenn Ihr Mut stabt», schrieb ste »tveitz ich Euch einen Weg. Ich will »vettsolgrnden Rächt, wenn mein Pater
hi Zürich Amsterdam Kopenhagen Stockholm Wien Prag London
„ gelbe 105000-120000
Setabetta alte 155000—165000
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Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Wiesbaden, 10. Mai. Laut „Wiesb. Tage, blatt" ist aus staatlichen Mitteln für den Wiederaufbau des Wiesbadener Staatstheaters ein Betrag von einer Milliarde Mark zur Verfügung ge»' stellt worden.
1 Fr. ItSld.
1 Kr.
1 Kr.
1 Kr.
1 Kr. ISch. IDll.
werden noch Bonifatius (14.) und die kalte Sophie». (15.) zu jenen gefährlichen Tagen gerechnet. (Eine’ Wetterregel besagt: „Pankraz, Servaz und Bonifaz' schaffen Frost und Eis gern Platz." Auch diesmal scheinen die gefürchteten Eisheiligen keine Ausnahme machen zu wollen, denn Mamertus führte sich schon recht kühl ein. Hoffentlich bleibt schärferer Frost fern.
Auch die zartesten
Gewebe werden mit HeitMa««'» Re|ermia prachtvoll gereinigt und erhalten ein wunderbar frisches Aussehen.
Ehemisch-reniige mir mit Hrttmann'» «eformie.
Mk 724'1.- „15850.— „ 7525.- „10700.- „ -.56 1210- .. 9312JS0 „40400 -
Der Wert der Mark im Auslande.
Frankfurt, be* 11. Mai 1621.
wn die erste Morgenstunde den Aufzug vom Speicher herunterlasten. Er bringt Euch auf den Estrich von wo Ihr unbemerkt unter meiner Führung mein &c »ach erreichen werdet."
* Aus der Angestelltenbewegung. Am 9. ds. Mts. fanden vor dem hiesigen Schlich- tungsausschuß Verhandlungen über die Gehälter der kaufmännischen Angestellten statt. In freier Vereinbarung wurde, der Teuerung entsprechend, den Angestellten eine Erhöhung ihrer Märzbezüge um 25 Prozent gegenüber Februar und der Aprilgehälter um 1 Prozent gegenüber den so errechneten Märzgehältern zugestanden. Die sozialen Zulagen erhöhen sich entsprechend.
* Eine Warnung. Der Landrat des Kreises Dortmund warnt in einem amtlichen Schreiben dringend vor dem Zuzug hessischer Saisonarbeiter des Baugewerbes in das Gebiet des ranzösisch-belgischen Einbruchs. Infolge Unterbindung der Rohstoffzufuhr, insbesondere von Holz und Kalk, sei die Bautätigkeit zu erhöhter Ein- chränkung genötigt, so daß schon Arbeilerentlassun- gen haben vorgenommen werden müssen.
Eilbern «Hoch zeit begingen gestern, so teilt man uns mit, die Eheleute Friseur Justus Schebb und Frau Sophie geb. Korsf. ,
pof! jene sich wunderten, wo er stecke. Sovaw er sich m Dunkei^b'exCJan!L cr M 'eines Weges >jiet iveiter und e> reichte bald
« ahÄ §terne lugten jetzt über ihm aus Watten, aber ste waren hilflose, kleine Leuchten, in der Gaste selbst war es so finster, daß kein ganger dort den anderen hätte erkennen können, an ihrem Eingang fiel ans einem Hause ein roter Lampenschein, den der Junker zu durchkreuzen hatte. Er wußte nicht, daß in der Sttehlerschen Wohnung jemand am dunklen Fenster stand und ans diesen Augenblick wartete. Seinen Degen fester fassend, das ni4,f Wn Furcht, nur von Erwartung und Begehrlichke»t stürmisch bewegt, betrat er das Stratzlein.
Reir —
Vrastlian. Vollrelo —
Rartoffeln —
Spelieerbsen, Biktorlo.
erbsen 100000—105000
SpeIieerbs.kleinere75000—85000
Berliner Produktenmarkt.
Bart in, ben 11. Kni 921.
Preise für 10« Pst», ab Station.
„ neue LrockensLnitzel Runkelrüben Mohren, tote „ gelbe Mohn 'Torfmelasse Wieienheu, lose Kleeheu Stroh drahtgepr.
. gebündelt
I kam die Aufzugsfiste so ins Schwanken und entstaub ein solches «narren und Aechzen oben an der Rolle, daß er sicher war, die ganze Nachbarschaft »u wecke» Er lieb sich wieder auf seine« Sitz zurück. Imme, mehr Zeit verging.
Fortunat gab eS auf, an einen bösen Zufall M glauben. Er grübelte ernstlich den Ursachen nach, bW die Strehlerin veranlaßt Haven möchten, ihn in diese Klemme zu bringen. Wußte ste doch mehr von der Sach« mtt Rosine? Steckte am Ende diese mtt ihr unter einer Deckel Er war ein Leichtfuß. Aber ef war etwas in ihm, was durch ein lockeres Leben noch nicht verdorben war. Er begann sich zuärgern. Richs I »6er die, die ihm den Schabernack spielte, oblchon zuerst Zorn gegen sie ihm in die Stirn fahren wollte,» aber über sich selbst. Die lächerliche Lage, in die rt* geraten war, zeigte ihm die eigene Kleinheit. Der' einen Ehre schuldig geworden, war er auf dem Wege gewesen, einer zweiten Schande zu wollen. Bisher hafte er sich etivas auf seine Ltebessiege zugute getan? Heute hatte er seine Meisterin gefunden. Er fühlte cs mtt Schmerzen, aber er gestand sich auch, daß er vielleicht das ganze Geschlecht zu sehr mißachtet.
Während so Erwägungen hundertfältiger Art sei« Hirn durchkreuzten, hörte er nicht aus, mit Auge und Ohr jedes Geräusch in HauZ und Gaste'zu verfolgen. Zuweilen schlugen die «irchturmuhren und z--ig,-n ihm, daß die Nacht immer mehr dem Morgen zurückte. Hie und da Höfte er auch Schftrte. Aber sie kamen nie bis zur Gaste selbst. Auch fernes Johlen verhallte.
fröstelte ibn. Der Morgen kündete sich mit scharfer Kühle an. Er dachte mit bitterem Selbn- bohn, daß diese Abkühlung wohl ganz im Sinne der Jungfer Sttehlertn sein werde. Und jetzt stach ihn schärfer und schärfer ein Leid. Susanna schien ihn begehr-nswerter als je.
(Fortsetzung folgt.)
Der Brief tat seinen Weg. Susanna toartete om «ntwoft. Gerade, als sie bedachte, wie sehr sic sich sekbst damit in des Junkers Hand begeben, 7c.ni der Bescheid, knr, und tapfer: „Ein Wagnis für Euch «ie mich. Aber, wo es den Weg zu Euch gift, aibi
für mich keine Schranken.' —
Junker Meist war nicht allzu erstaunt Nder feinen Erfolg. Zu ost schon batte er die eigene Macht cr« und su sicher war er der Leidenschaft Sn- «nnenS, die sie ihm mit jenem freiwilligen Kuß bezeugt. Er erwaftete mit Ungeduld die Nackn, die ihm bezeichnet worden war. Oft empfundene Erwartung?- fetube durchrieselte ihn, sagte ihm das Blut zu HSup >en und machte ihn unstet. Nm die rieit ■ Bmmertr er sich nicht mehr und vergast, daß er ihr »ingst einen Besuch schuldig war.
Es war kühl und dunkel, als er sich, mantelum- »lllagen auf den Weg zu Susanna machte. Er trug »en Degen im Arm: es schien ihm ratsam, die Waffe *frf einen Gang mitzunehme», der ungewöhnlich, «enteuerttch, wenn auch für ihn voll Reizes war. Die «ladt lag rubig da. Nur aus der und jener Schenke »rang Lärm und Singsang, und einmal, als er einen freien Platz zu überqueren hatte, brach aus einer veitengassc eine laute Schar junger Männer hervor, «e er als Kumpane seiner lustigen Nächte erkannte <Md denen zu begegnen keineswegs seinen Wünschen üNsprach. Er drückte sich in den Schatten eines nahen Hauses, hörte, während die Gesellen nicht eben eilig, «ndernd gestikulierend, stillstehend, sich balgend allmählich sich wettertrollten, seine« eigen«, Rame« und
ÜBirtMoltlifie WoAlMnW.
Bon unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.
Der Reichsfinanzminister Dr. Hennes hat im Reichs- tage angekündigt, daß die Reichsdank die Markstützungs- ytion unter allen Umständen fortsetzen und zur Erreichung diese- Zieles vor der Anwendung auch der schärfsten AoangSmaßregeln nicht zurückschrecken werde. Demgegen- tfer ist schon im Reichstage vor einem allzu scharfen Borgten, das die Waffen der Reichsbank leicht schartig tzmchen könnte, gewarnt worden. Man wird nft einem Wesentlich höheren Kursstand des Dollars — etwa zwischen 30 000 bis 40 000 Mark— als dem Ergebnis her verschlechterten außenpolitischen Lage Deutschlands Kch abfinben müssen. Es hat feinen Zweck und müßte au: die Dauer zum Zusammenbruch führen, wenn man über ben wirklichen Stand der Dinge sich selbst und das deutsche Voll durch künstliche Aufrechterhaltung einer Markbewertung, dieser Sage nicht mehr entspricht, zu täuschen der- tuchen wollte. Es unterliegt für den kundigen Beobachter feinem Zweifel, daß es die Reichsbank schon Opfer genug »kostet hat, in der letzten Woche gegenüber ben herein- brechenden anßenpolit schen Ereignissen die Devisenkurse wlf dem Stande zu , erhalten, auf dem sie geblieben sind. Um dieses Ziel auch in Zukunft zu erreichen, werben pharse Eingriffe in das Wiftschaftsfeben nicht zu vermeiden sein.
I Im Reichstage waren alle Parteien, unbeschadet ihrer tzrundsätzlichen Bedenken gegen eine künstliche Mark- stabilisierung, darin einig, baß die Ruhrbesetzung uns in eine Notlage versetzt habe und unS zu Maßnahmen jhrngr, He wir unter normalen Verhältnissen zweckmäßiger Weise licht ergreifen dürfen.
Ein Erzeugnis dieser Zwangslage ist vor allem die neue Devisen-Notvewrdnung, der der Reichsrat bereits seine Zustimmung gegeben hat und die der Reichstag notgedrungen wird annehmen müssen. Die wichtig^en S8' Kimmungen dieser Notverordnung sind ein Verbot der Beleihung ausländischer Zahlungsmittel, eine Auskunfts- Mcht über die Erwerbung ausländischer Zahlungsmittel, tzas Recht der Reichsbank, die Ueberlajsung derartiger Zab- bingsmittel oder Forderungen zu verlangen und, was be- KnderS wünschenswert erscheint, dft KonzessionSpflicht für Wechselban«n sowie die Möglichkeit, unzuverlässigen Jn- haberr »wK Konzession zu entziehen. Natürlich haben Manche icftr Maßnahmen auch ihre bedenkliche Seite, tesouden in'oweit sie aus den Kredit der Jndustrftb"- trieb? tf 'giftig einwirken müssen. Ohne ausreichend' fr ■ ’*$*< die P"> duktion nicht aufrecht erhalten werben. • ?".-rutsche Valutaelend kann man auch durch ein Serba1 llrr. Anka uf ■ au hüb scher Zrhlungsm t el nicht beseitig t7 Se-in. w'nn selbst alles err.-ichba - wär-, was jeht er ret'i wird, so würde sich der E'nfluß der deutschen Gesetze oung nur aus das Inland erstrecken, nicht aber auf Has $ Island, das in Zeiten ungeheurer außenpolitischer vedrü ung des Reichs immer deutsche Noten ans den Karli wersen und so die Mark entwerten wird. Der Reichsfinanzmin'.ster hat im Reichstage die Gründe, die 6t letzter Zeit zur Verschlechterung des MarkkurftS geführt haben, ganz treffend auseinandergesetzt. Des- Brwfts- Ahning zwingt aber auch zu der Folgerung, daß man bann selbst von den schärfsten Maßnahmen nicht ertwtrten feefrf, durch sie bw natürlichen Wirtschaftsgesetze außer traft setzen zu Wunen. Nur weil eS uns während der Kuhrbesetzung unmöglich ist, das einzige wirksame Mitft! zur Nutzung unserer Valuta, nämlich die Verbesserung nuferer Handelsbilanz, durch Prsdnktionsvermehruug, Ex- tzortförderuug und Einfuhrvermiuderung anzuwenden, Müssen wir zu technischen Notmifteln.greifen.
। Wie die Ruhrbesktzung und die ungünstige außen- politische Lage auk die deutsche Währung und die deutsche Wirtschaft einwirken, darüber kann man sich durch wenige Lahlen leicht unterrichten. Der Notenumlauf der Aeichsbauk war bereits um die Monatswende auf 6’/, Dillionen Mark angewachsen. Di- schwebende Schuch bks Reiches betrug am gleiche» Zeitpunkt 10,3 M- fionen Mark. Je stärker aber die Herstellung von Mark- freien gesteigeft werden muß, je mehr da» Reich der Verschuldung verfällt, desto geringer muß notwendig die internationale Bewertung der Mark fein. Sinkt der dtternaftonale Markweft, so muß auf die Dauer auch der inländische Markweft, also die Kau ft kraft der Maft int Inlande, geschwächt werden, d. h. die Warenpreise müssen steigen. So hat auch diesmal die Devisenhausfe ganz anko- ifrmssch ein? Verteuerung der Leb usbaltungspreise im Ge--
Marburg und Umgegend.
Marburg, 12. Mai.
Welzenmebl Koggenmehl RoggenNeke Rap,
Geschlechtsleiden
Vhme Sem|»|t3r. Rehi Qmeckfilb. II. »rofch. Rr.25 geg. (Etnjenbung von 1500 Mk. r. flrzt Dr.BoIIaender-s 'ÄS' grautfurt «. Bethmannsftaße 56. (8886
111—st 41!.—7; Sonntag, 10—12.
..Das Strehlerische Haus batte blinde, nachtver- «Maf^e Scheiben. Die Maner des gegenüberstehen, den Gebäudes war kahl nnd fensterlos. Alles lag wie ausgestorben. Unterm Dach der Gefteldehand- lung hing als ein schwarzes, unförmiges Etwas der Warenauszug.
Junker Fortunat stellte sich an das Nachbargelände und pfiff ein paarmal leise, aber mit Wohllaut und Geschicklichkeit, io daß es sich fast wie das Traumstugen eines Kanarienvogels auhörte, vor sich bin. Es dauerte ntchr lange, so sah er, daß das dunkle Wesen untern« Dach gegenüber Leben bekam. Die Strehlerin hatte nicht umsonst darauf geachtet, daß die Rolle noch gestern geschmieft worden war. Fast geräuschlos kam die viereckige Holzkiste herabge- sahren. In diesem Augenblick bedachte der Junker die Tatsache, daß eS für ein junges Mädchen nicht leicht feilt möchte, einen Mann feines Gewichtes hoch- znziehen und fragte sich, wessen Hilfe sie wohl in An- sprnch nehmen möge, und ob es nicht eine wettere Unleidlichkeit in der ohnehin recht waghalsigen Sache fei sich der Verschwiegenheit eines Dfttten anzuvertrauen. Sein Blut rauschte aber und wollte beruhigt lein, und fein MM ließ sich nicht einschüchtern. Mit j einem raschen Lchwitng bestieg cr das seltsame Fahrzeug. sobald es ihm erreichbar war. Bald spüfte cr, daß die Fahrt in die Lüfte begann, und eine große Heiterkeit überfiel ihn, während er feine eigentümttche Steife bedachte und mit einem Gefühl immer Wachsen- ]
* Pfarrer Meyenschein. (Zu seinem 60. Geburtstag.) Am gestrigen Freitag wurde der in -an- M«n und M-, Hessens E-en-en hinaus Z mH7« ««ü E!™ „
bekannte und geschätzte Raiffeijenapostel, Pfarrer ^®®?nnett roerben- Krieg
Adam Meyenschein in Cassel 60 Jahre all. Es roar Hoffnungen zu zerstören, aber
im Sommer des Jahres 1894, als die erste ßrö&ere re.?? Äurct0J
Raiffeisenversammlung für unseren Regierungs- w>r »an ^neflieTuna^tat
bezirk Cassel in Anwesenheit des Oberprastdenten uni. „ J? . energisch eingeg«fsen
Z. ’ÄÄSErä ÄÄÄÄteÄSÄ? eratote'ur» ta« §-b°ndItn»"^»lUg« Wirkung durch ein 3u|«mmenat6eiten der llniverfim und häsSsSSS« l'8'6;”;?" bem de» Platze. Mrd als verirre- d--
Ö5 äXäää1: sä aenb hat und die a^ere"e?n?^stHerr Regierungspräsident Springorum aus Cassel
ktwamn., -elch-s bereits in de, Ob-rh-ss,scheu I ö Zeitung mitgeteilt worden ist, ist reichhaltig unb mannigfach und wird ein gutes Bild von den ,
Leistungen geben, welche die Studentenschaft, die KttCylttyC ^tachrlchteN. Schulen und die bürgerlichen Turn- und Sport- LandeSkirchl. Gemeinschaft Marburg-Süd. vereine bieten. Jedermann ist zu diesem für Mar-! Schwanallee 51. Sonntag, vorm. 8Nhr: Morgen, bürg bedeutungsvollen Fest eingeladen. * andacht. 10'/, Uhr: Sonntagsschule. Nachm. 4V>
e Volkshochschule Marburg Der vor Stntflfrauenberein (Mlhelmstraße 8). Abends einigen Wochen zu L- gegangene 9 Borinas- »U6t: F"^blssatiou. Montag, nachm. 4'/, Uhr: fnrfn« Kto 8 , 4’0r‘e'“^ ‘| Frauenstunde. Abends 8'/r Uhr: Chorstunde. Diens.
und rusammengefuhrt tag, abends 8'/, Uhr: Jngendbund für junge Mädchen.
uni> dann t d-e hochste Besucherzahl erreuht, die un- Mittwoch, abends 8 Uhr: Jungmänner-Bibelstunde.
fere Volkshochschule bisher aufzuweisen hatte. Der I Freitag, abends 81/. Uhr: Bibelstunde.
10. Kursus wird am 28. Mai seinen Anfang neh- Selbst, evang. luth Gemeinde, Mkolaistmße 1. men und hoffentlich ebenso gut besucht werden, ob-1 Sonntag, 13. Mai, nachm. 5 Uhr: Prrdigtgvftes- gleich die zu zahlenden Gebühren beträchtlich erhöht bienst.
werden müssen. Die Behandlung folgender Themen«Stadtmission, Rotergvaben5. Sonntag, nachm. ist in Aussicht genommen: 1. Prof. Dr. Tönniges: I b Uhr: Frauenmissionsstunde.
Die Bedeutung der Naturwissenschaften für die Kri-! Ehristlrcher Verein junger Männer, Roter- minalistik. 2. Dr. Stephani: Melodie und Har-1 f1®6™ 6 Sonntag: Beteiligung am Gemeinschafts- monie von ihren llranfänaen bis an die Schwelle Cyriaxweimar (Abmarsch 1 Uhr vom Wil-
der Neuzeit. 3. Dr. Deckeft: Ä Dienstag,
tr^ung von Werken der bildenden Kühnst 4. L SÄÄ«
tot Hentze. Geschichte der Vereinigten Staaten von I Uhr: Gebetstunde.
Nordamerika. 5. Lehrer Kurtz: Vuchsührung. Alles Kirchl. Verein junger Männer Wartburg, scahere wird in nächster Woche durch ein Inserat PhiliPprhanS. Dienstag, abends Uhr: Bibel- bekannt gegeben. stunde.
. . DiegestrengenHerren. Die Tatsache, daß noch im Mai mit Kälterückschlägen zu rechnen ist, hat dem Volksmunde Veranlassung gegeben, die Heiligen, deren Namenstage auf den 11., 12. und 13. Mai fallen, Eisheilige oder gestrenge Herren zu nennen. Diese Eisheiligen stnd Mamertus, Pankratius und Servatius. In manchen Gegenden
*clt bemerkte, daß nach wie vor tu der «affe und tn Ihrer Nachbarschaft sich keine Seele regte. L Lmmsam gelangte cr höher. Sehr langsam, dachte paarmal stockte die Fahrt. Er hatte Mei rawntanfl, daß jemand mit Aufbietung all seiner ht, ,^inde arbeite, und war überzeugt, daß die entschlossene Strehlcftn selbst mit den feinen, aber trafttgen Händen die Kurbel drehte.' Seine Erwartung steigerte sich zur Ungeduld, gerade als der Auk- "^'^dings anhiett und zwischen dem obersten < "2 -to<$bohen Gebäudes und dem EfMch plötzlich gänzlich stillbing.
Jungfer Susanna", ermunterte er mit ge» ter^ Stimme. Umsonst. Der Korb regte sich fttttl' “nb m ^ans blieb tote in der Gasse alles toten- Lunker kauerte in keiner Kiste und dachte, daß I sie weder ein sehr würdiger noch ein sehr vornehmer I Jufenttjalt fei. Er wußte genau, daß er selbst des Machens und Spottes nicht genug wüßte, wenn er I etnen Genossen feiner Abenteuer so zwischen Himmel und Erde schweben fände. Vorläufig blieb et indessen gelassen der Lösung gewattig, die die Fahftstockuug I ^finden werde. Vielleicht hatte sich im Hause selbst ein Hindernts gezeigt und toartete Jungfer Susanne einen gunsttgeren Augenblick ab. WM ihn droben einzulassen.
Die Minuten vergingen. Sonderbar, dachte der Junkft. Plötzlich sckwß ihm ein flehtet Verdacht durch | »en Kopf: Sollte man ihm einen Possen spielen? Die Jungfer war ein tatkräftiges und vielleicht etwas un« I oftwchenbateS Frauenzimmer. Aber — hatte sie Ihn nicht gewßt, mtt Leidenschaft geküßt? Et verwarf leinen Argwohn.
Aber nach getmtmer Weile schien ibm Me Sache I bvw brenzlich. Er begann zu übeftegen, tote et sich aus seiner Lage rette. Er wat ein tapferer Mann. Lebensgefahr schreckte ihn nicht. Er nia6 die Entfernung zur Erde. Ein Sprung bedeutete den sicheren I Tod auf dem Pflaster. Das SeU hing auch zu weit! von den Fenstern entfernt, als daß er eine Brüstung erreichen und etwa hätte Hinunterriettern können. Vielleicht gelang es ihm, sich am Strick empotzu-I schwingen und ans Estrich oder Dach zu gelangen. I Er toartete eine weitere Viertelstunde. Dann I wagte er ben versuch. Aber als er am ®eti hing,)