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Olierhcssische 3eihing

(ine vochmalige Erhöhung -er Zwangzanleihe.

Dem Reichstag ist, wie unS aus Berlin mitgeteilt tvtrd, ein Gesetzentwurf zugegangen, der die Getreide- wwtfchast und die Brotversorgung für das kommende xztrtschastsjahr neu regelt. Rach den ErNSrungen, di- der RetchsernährungsnUntster Luther gegeben hat, handelt es sich dabet um folgendes: Die gebundene Getreidewirtschaft hat sich nicht mehr aufrecht erhalten lassen. Die Regierung mutz aber dafür Sorge tragen, Hatz die Brotversorgung des deutschen Volkes im kom­menden Wirtschaftsjahr auf eine andere Grundlage gestellt wird. Diesem Zweck kommt der neue Gesetz­entwurf entgegen, der nach Lage der Dinge von ganz besonderer Bedeutung ist.

Da die inländische Versorgung zu einer geordneten Broweriorgung nicht ausreicht und eine beträchtliche Kctreide-Etnfuhr nicht notwendig ist, müssen Vorsiclfts- matznahmen getroffen werden, um unter diesen Um« ständen eine reibungslose Regelung der Brotversor- gung zu sichern. Zu diesem Zwecke erscheint es not­wendig, daß eine Reserve in der Hand der Regierung Vorhanden ist. Der Entwurf fleht eine solche Reserve in Höhe einer Menge bis zu 3% Millionen Tonnen vor. Diese Reserve soll aber auch die Möglichkeit einer Einwirkung bei ungerechtfertigten Preisgestal­tungen für das Jnlandsgetreide geben. Wenn cs nicht gelingen sollte, die Reserve-Getreidemengen durch Verträge aufzubrtngen, siebt der Entwurf die MSg« ltchkeit vor, daß die Negierung eine Mindestmcnge Getreide im Wege der Umlage trotz der gegen die Um­lage bestehenden Bedenken, von der Landwirtschaft erhält und zwar soll diese Umlage ans 1% Millionen Tonnen erstreckt werden können. Zu wiederholten Malen ist, namentlich auch vom Reichstag gcsorderr worden, daß für die Bedürftigen eine besondere Für­sorge bet der Brotversorgnng eiirtreten müsse. Dieser Forderung trägt der Entivnrf Rechnung. Da die all­gemeinen Staatseinkünfte mit solchen Ausgaben nicht mehr belastet werden können, ist die Erschließung einer einmaligen Quelle vorgesehen, und zwar soll eine Abgabe in Höhe der Zwangsanleihe erhoben werden. Den Zwangsanleihepftichtigcn Wird die Verpflichtung auferlegt, einen Steuerbe^ag einzuzahlcn, welcher der bereits festgesetzten Zwangsanleihe entspricht. Mit dcm» Gesetzentwurf wird auch das Eiwe der Brotlartc und das Ende der Reichsgetreidestclle gleichzeitig mit dcm Ende der Getreideunilage herbeigeführt. Die Nochmalige Erhebung der Zwangsanlethe bedeutet eine einmalige, sehr ltefeinschneidende Steuer. Der Betrag der jeweils festgesetzten Zwangsanlewe mutz von den Pflichtigen für die Zwecke der Sicherung der Lrowersorgung eingezahlt werden. Eine neue Steuer War in der Kürze der Zeit nicht mehr zu beschaffen, und so ist man darauf gekommen, diese jetzige Veran­lagung der Zwangsanleihe zur Grundlage für die Abgabe zu nehmen, zumal diese Zwangsanleihe den kreis der Besitzenden schon entsprechend um schreibt.

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MlMIMk BMMeWl.

Von unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter.

Die Aussicht, datz durch die neue deutsche Re«. Parationsnote eine Acnderung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands etngel-'itet werden könnte,' Tfi außerordentlich gering. Darum beherrscht die Kcum ftropveUhausse nach tote vor die deutschen Börsen »Ab prägt auch dem Geschäftsleben einen besonderen Stenn pel auf. Der Dollarkurs hat wieder die Ziffer 30 000 übcrschrftten und würde wohl noch höher sein, wenn die Neichsregterung nicht ihrerseits die bestimmte Er­klärung abgegeben hätte, daß sie die Markstützungs­aktton unter allen Umständen und mit allen Kräften, wenn auch auf einer etwas höheren Dollarbasis, fort« zusühren entschlossen sei. Sie hat dem Reiche rat auch Entwürfe zu neuen Notgesetzen zugehen lassen, durch die die Devisenordnuug wesentlich verschärft werden soll. Sehr wesentlich ist auch die geplante Konzcssio- nierung der Wechselstuben, an denen vielfach noch Devisengeschäfte zum Schaden der Mark getrieben wurden. Freilich wird es weder notwendig noch wünschenswert sein, den Dollarkurs etwa wieder un­ter 30(MX) herabzudrückeu. Die Wirtschaft hat sich in­zwischen diesem Dollarstande im allgemeinen angc- paflt und die ungünstigen Erfahrungen, die man mt: dem Versuche, die Mark zu heben anstatt sie zu stabili­sieren, gemacht hat, können als Warnung dienen, den gemachten Fehler etwa noch einmal zu wiederholen. Denn die Markstützuug auf einer zu hoben Basis hatte bereits eine umfangreiche Arbeitslosigrelr au;

den verschiedensten Gebieten hervorgebracht. Die Zahl der Arbeitslosen hat enorm zugenommcn und dle Lage auf dem Arbeitsmartt war bereits recht bedenk­lich geworden. Mit Arbeitslosenunterstützung und Arbeitslosenversicherung kann man heute nichts aus- richten. Die einzige Hilfe ist die Förderung des Ex­ports. Es sind Anzeichen dafür vorhanden, datz auf Grund des jetzigen höheren Dollarstandes eine Be­lebung des Ausfuhrgeschäfts wie des inländischen Ge­schäfts eintreten wird. Allerdings werden wir auch eine gewisse Verteuerung der Lebenshaltung in Kauf nebmeit müssen. Die Preise sitld, wie die Grotz- bandelsindexzisfern beweisen, wieder allenthalben im Steigen begriffen. Aber unser Volk kann bet den heutigen Verhältntffen hohe Lebenshaltirngspreise leichter ertragen, als Mangel an Beschäftigung und Arbeitsverdienst. Den tnimer mehr ins Elend ge­ratenden Rentnern und anderen von der Geldenr- ivertung schwer gettossenen Volkskreisen mutz aller­dings von Staatswegen geholfen werden, und zwar mit wett gröheren Mitteln, als bisher für diesen Zweck aufgewendet worden sind.

Der höhere Dollarstand bat auch aus dcm Gc- treidemartt ziemlich stärkt Wirkungen ausgelöst, dle im Interesse der Volksernähruug nicht erfreulich sind. Die neue Hausse auf dem Getretdemarkt ist freilich auch durch den starken Bedarf des Ruhrgebletes und der besetzten Rheinlaude mit veranlaßt worden. Da gleichzeitig auch Kartoffeln in sehr erheblichen Mengen nach dem Westen gegangen sind, ohne datz die Nach- srage nachzulassen scheint, so ist der Verdacht nicht von der Hand zu weisen, datz (der, begünstigt von den Besetzungsmächten, ein neues Loch entslauden ist, durch das bk für unsere Volksernährung notwendi­gen Nahningsn'ittel nach den valutastarken Ländern abfließen. Jedenfalls sollte die Regierung sorgfältig uachprüfen, wem die nach dem Westen gesandten Ge­treide- und Kartosfelmmgen tatsächlich zugute kom­men. ffiinn die Hausse auf dein Getretdemarkt auch die Brotversorgung Deutschlands in diesem Jahre ,licht ernstlich gefährden, sondernnur: beträchtlich verteuern, so sind die Besorgnisse wegen des nächsten Erntejahres umw berechtigter. Die Reichsregterung und die Reichstagsparieien haben beschlossen, nun endlich zur freien Getreidewirlschmst zurückzukehren. Aber selbswerftändlich mun der notwendige Bedarf der minder bemittelten Bolksreile von vornherein zu crschwingbaren Preisen gesichen werden. Zu. diesem Zweck soll die Reichsgetreidestelle weiter bestehen biet« ven und 3V Millionen Tonnen Getreide teils aus dem Auslande, teils aus Auslandsbeständen an- bäufen. Ob der Plan gelingen wird und ob insve«. sondere erträgliche Preise ohne ReichSzüschuß für die bedürftigen Bevölkerungskretse erreicht werden kön­nen, wird von manchen Sachkennern bew'ettelt. Doch darf man Hofs ii, datz bei vernünftiger Dewirtscha tun^ die Produktionssteigerung, die die freie Wirtsüzaft 'm Gegensau zur bisherigen Zwangswirtschaft hervor- brngen kann, l- groß sein wird, um eine ausreichende Ernährung der Gesamtbevölkerung zu gewährleisten.

In bet beutschen Großindustrie hat die Kapital- und Kredilnot, die erfahrungsgemäß bas AnlebnungS- bebürsnis berEinzelunteruchmungen zu stärken pflegt, wne neue große Konzentrationsbewegung h erborge« rufen. Aber erfreulicherweise sinb bie Pläne vcs österreichischen und tschechischen Großkapitals, die auf Vertrustung unb Beherrschung der oberschlcsischen Montanindustrie gerichtet waren,- nicht in vollem Um­sauge zur Durchführung gelangt. Vielmehr haben sowohl die Kattolvitzer Bergwerksgesellschaft wie die Bismarckhüfte sich an den Stiuneskonzern angc- schlosseu, der damit im Osten festen Fuß saßt, nach­dem er bereits in der mitteldeutschen Jltdustrie durch die Angliederung der Siemens- und Schuckcrt-Unter- nehmungen einen starken Halt gewonnen hatte. Vom deutschen Standpunkte a>rs ist diese Vertrustung jeden­falls ieber andern, vom AuSlandskapttal beherrschten, lreit vorzuziehelt. Wenn wir beute die Ueborsrem- dungsgefahr wirksam bekämpfen wollen, ntüffen wir uns mit den Trusts kchon abstuden, vorausgesetzt, daß es sich bet uns um deutsche, vom Ausland unab­hängige Trusts handelt.

Hockschulnachrichten.

X Habilitation. Für das Fach der Pädagogik habilitierte sich an der Universität Köln der Prorer- tcr des Lehrerseminars in Euskicben Dr. Phil. Friede. Schneider mit der SchriftPsychologie des Lehrer­berufes. Eine methodologische'und historische Grund­legung".

Nachstehend veröffentlichen wir einige Novellen des bekannten Schriftstellers Ernst Z a b n.

(Nachdruck verboten.)

Das Licht.

Stovelle von Ernst Zahn.

Im Förderkorb.

Zu einer Zeit, da in Zürich infolge Vorbildes einiger gnädigen Herren und als Nachwehen schlim­mer Kriegs- und Kriegszugswge die Sillen insve- sondert der Jugend im argen lagen, bewohnte der Getreldehäudler Hans Jakob Strehler ein hohes Haus an der StMsibofstatt. Dieser wohlhabende Mann und wackere Bürger besaß außer seinem blühenden Geschäft eine^einzige, ansehnliche und willenslrästtge Tochter, namens Susann«, die seit einiger Zeit von einem jungen Manne aus oornehmem Geschlecht, dem Junker Fortunat von Meiß, eifrig umworben wurde.

Es war an einem Montage. Bor dem Strehler- schen Hanse, tn dessen erstem Stocklverk sich die Wohn- räumc befanden, dessen oberer Teil aber mehrere groß« Speicher enthielt, stand eine Fuhre Korn, und der Auszug, der in einer am mächtigen Dache ange­brachten Rolle lief, trug Sack um Sack vom Wagen tn die Höbe des drftten Stockes und vor die eine weite Speichertür. Geschäftige Hönde zogen dort die Lasten ins Haustnnere.

ES ging bet der Arbeit laut zu. Der gestrenge Gc- schäftsherr war abwesend und nur ein blutjunger Bursche von einem Schreiber am Platze, um sie zu überwachen. Der Fubrmann und die Knechte beläm­merten sich nicht um diesen, sondern rissen bei ibrem Gcscväfh. allerlei Witze, gerieten aber unter dem gegen­seitigen Hänselit bald ttt einen ernsthaften Streit. Der Fuhrmann, ein älterer Mann, dessen Gesicht just keinen Hatz gegen Wrrtsbaus und Traubensast verriet, und einer der beiden auf dem Wagen beschäftigten Aus­lader, ein hochgewachsener, schlanker Bursche, standen sich plötzlich zu Tätlichkeiten bereit gegenüber. In diesem Augenblick stieg Susann« Strehler, die dem Lärm Fcyon lange mit Mitzfaüen zugehört hatte, aus dcm Wohnstock herunter und trat unter die Streiten de«. Sie trug das dunkle, enganschlietzcndc Kleid der dmnaiigcn Zeit, das bett schlankkrastigen Wuchs ihres Körvets «tot vervedUe. Ihr Haupt mit bem weichen, «taiuenben, t« Zöpfe geflochtenen Haar war unbe« d«ck<, Ihr vor Unwille» etwas bleiches. Gesicht zeig«

r-rwnwrrrwtmT --

an bett feinen Nüstern ein lei>es Fliegen, unb ihr Mnub iuar hart zusammengepretzt unb verriet eine starke Entschlossenheit unb lieb -rlegenheit. Sie trat hinter bett Fuhrmann, der eben seine schwere Peitsche wenbete unb im Begriffe staub, zum Schmge gegen seinen Gegner auszui,ölen. Mi: Selben Händen griff ft: nach den: Geißelstock und entzog mit einem raschen und kräftigen Rnck dem überraschten Kampshahn die Waffe.

Es täte not*, sagt.» sie mit einer hellen und schar­fen Stimme,datz eine von uns Frauen sich berstellle, um euch in Ordnung zu halten, wenn der Vater fehlt", sck'alt sie und hletz die Lente mit so altklugen und vernünfttgen Worten ntehr «ns Werken denn ans Schwatzen, Lachen ttnd Streite» zu denken, daß diese, denen obnehitt der Respekt vcr der refolnten Jungfer tm Leibe saß, stillfchwelgend und säst beschämt zu ihren Pflichten zurückkcbrten.

An der Gassenecke, dort wo die steilabfallende Straße tn eine größere Hauptstraße mündete, war vor einer kleinen Weile der Junker Meiß erfchienen und Zeuge des Austrittes geworden. Dus Samtbarctt tu der Hand, ein ebenso wohlgewachsener als filmet)tn ge­kleideter Getell, dir eine weiße, sehnige Hand am Knaus seines ipiten Degens, trat er mit einer leichten Verbeugung heran unb sagte:Ich bars Euch tu Euerem Polizeiamle nicht stören, Jungser Sufanna.*

Es tf; aue-geübt", antwortete bie Jungser Streh- lerin, wäbrenb das Zittern an ihrem Munde langsam vetscbwaub nttb bie Erregung tn ihren großen, braunen Augen einem vergnügteren Ausdruck Platz machte. Sie hatte den Wunsch, den Junker, der angen- fd ein'tdi einen Betuch beabsichtigte, nicht sogleich wie­der fortgeben zu lassen.

Tretet ein Weilchen in den Garten", lud sie diesen ein und machte eine Handbrwegitng nach dem wellen yfltr, durch den.man In die hinter dem Hanse ge­legene Anlage gelangte.

Mit eiirr leichten Verbeugung ließ er ihr den Vor­tritt. Am jenseitigen Flutende öffnete Snsamta eine zweite Tür. Ueber ein paar Stufen traten sie In den bäuserumstandenen Garten. Man sah seinen Bäumen und Büschen den Mangel an Sonne und den Ueber« sluß an rautf'igzr Luft an. Aber seine Laube lvar so von Kletterrosen umlvoiinrn, datz es sich in ihr toje In einem blühenden Paradiese satz, und gerade jetzt schüttelte der blaue Tag soviel Sonne über sie aus, datz es auf ihrem Tisch unb ihrer Ruubbank von Hun- £eruR von kleinen Goldlellern flimmerte und alsbald

Handels- und Marktnachrichten.

Ferkel als Gepäck. Die Re chseisenbahndirck- tion teilt uns mit: Ferkel, dir als Gepäck ausgegeben wer­den, totrben nur angenommen, wenn die Böden und die Wände der Käfige und sonstigen Behälter so dicht flfr schließen, daß eine Verunreinigmig des Wagnis und bet übrigen Gepäckstücke möglichst ausgeschlossen ist und wenn die Böden mit Hcn, Stroh, Saud, Torimull oder Sägc- späbuen bedeckt sind. In Schließkörben und Kiepen dür­fen dah:t Ferkel nicht oureaeb n iofbeit.

Frankfurter Schlachtviehmarkt. Der Auftrieb Betrug: 17 Rindet, darunter 2 Ocktsen, 13 Färsen und Kühe und 2 Fresser, 526 Kälber, 147 Schafe und 332 Schweine. Der Markt wurde bei leb­haftem Handel geräumt. Die Preise stellten sich wie folgt: Kälber 300-340, 230-290, 200230. Schafe: 230-270, 180220. Schweine: 390400, 370385, 400410, 360390 M. (Alles in Tausend.) Des Himmelsahrtstages wegen wird der Viehmattt von Donnerstag, den 10. Mai, auf Freitag, den 11. Mai, verlegt. Der Pfingstfeiertage wegen findet der Haupt- martt für alle Viehgattungen am Mittwoch, den 23. Mat, statt. Am Donnerstag, den 24. Mat, wird nur Markt für Kälber und Schafe abgehalten.

Berliner Produktenmarkt.

Berlin, bett 4. Mai 928.

Preis« für 100 Pfd. ab Station.

Der Wert her Mark im Auslande.

Keizen 7300074000

Roggen 62000 - 63000

Sommergerste 54100-55000

Wintergerste

Hafer 54000-56000

Mais 7000071000

Weizenmehl 950001050'10

'oqaemnehl 75000 - 82500

Roggenileie 880W

Raps 125000-130000

Riidlen

Veinlant

Reis -

Brasilia». Vollreis

Kartottcln

Spesieerdftn, Viktoria«

erblen 9000065000

Spel!eerbs.kkelnere7500075M0

Futtererbsen

Äckerbohnen

Linsen

Wicken 70000-70000

Luvin blaue 75000 - 82000

gelbe 105000-112000 Seradella alte 160000-160010

rroFenschnißel 22000- 24000

Runkelrüben

Möhren, rote

gelbe

Mohn

lorfmelofTe

Wieienheu, los« 19500-2150C tleebeu

Stroh drahtgepr. 20000 - 22500

g«bünd«lt 21000 - 23000

Frankfurt, den 3. Mai 1923.

Für 100 Mark wurdrn gezahlt:

E» werden

in

vor dem Krieg:

gezahlt für:

Zürich "

0.01

125.42 Fr.

IFr.

Alk 6720.

Amsterdam

0.07

59.20 Euld.

1 Eld.

14750.-

Kopenhagen

0.01

117.80 Kron.

1 Kr.

693750

Stockholm

0.01

115.80 Kron.

1 Kr.

9900.-

Wien

.

88.80 Kron.

1 Kr.

-52

Prag

88.80 Kron.

1 Kr.

1110-

London NewAork

0.01

0.02

97.80 Schill.

23.80 Doll.

1 Sch. IDll.

8720.- 87250-

Paris

0.04

125.40 Fr

IFr.

2525

Kirchliche Nachrichten.

Sountag, den 6. Mai.

Pfarrkirche. 8Uhr: Pfarrer Metz 7-10 Uhv:' Superinlendent Landau. 11 Uhr: Kindergottesdienst.

Elisabethkirche. 8Uhr: Pfarrer Maltemath.

740 Uhr: P'arrer Metz

In beiden Kochen Kollcktr für Gemeindezwecke.

Res. Stadt- u. Univers.-Kirche. 8V, Uhr: Pfarrer Sic. Plannet. 10 Uhr (pünktlich): Akademi­scher Gottesdienst. Prvf.'ssor D Borubäuser. II1/* Uhr:

Kindergottesdienst, Pfarrer Eisenberg. \

Diakonissen-Mutterhaus Hebron, Wcbrda. Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gottesdienst, Pastor Köhler.

Katholische Kirche. 7,7 Uhr: Hl. Messe. 7,8 Uhr: Hl. Messe m. Frühlehre. 7210 Uhr: Hochamt m. Prcd-gt. 11 Uhr: Akademischer Gottesdienst mit Bringt. 2 Uhr: Christenl-hre. 27, Uhr: Andacht mit Segen. 8 Uhr: Ma-Andacht.

Landeskirchl. Gemeinschaft Marburg-Süd, Schwanallee 51. Sonntag, vorm. 8 Uhr: Morgen- andacht 10'/, Uhr: Sonntog-schule. Nachm. 41/, Uhr: Jungfrauenverein (Wilhclmstraße 8). Abends 8 Uhr: Evangelisation. Montag, nachm. 41/. Uhr: Ftauenstunde. Abends 8V» Uhr: Chorstunde. Diens­tag, abends 87, Uhr: Jugendbund für junge Mädchen. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jungmänner-Bibelstunde. Freitag, abends 87» Ubr: Bibelstunde.

mich ans Gesicht und Gestatt der Einlretenden Dutzende von solchen Lichlvögelchen zu siattern begannen.

Junker Meiß hatte ein Gefühl, als tanzte auch In seinem Innern ein Helles Unwesen. Er war ein lebensvergnügter unb lebensburstlger junger Mensch. Durch mancherlei tn Gesellschaft von Kameraben wte allein beftanbene Abenteuer nicht immer ganz tadel­loser Art, war er sich selbst ein lvenig zum Schrecken geworden, aber er gab sich jedem neuen Anlaß zu Ge­nuß ober Svaß mtt Leichtsinn unb Begterbe hin Seit einiger Zeit schon stach ihm die Susanna Strehlerin, die er auf einem Balle im vergangenen Winier zuerst fennen gclerui, tn die Augen. Das Empftnden prickelnder Wärme, das in ihm war, verstärkte sich, als Susanna jetzt neben ihn rückte und er ihre wohl« ßeformten Glieder und ein wenig kühlen, braunen Augen dicht vor sich hatte.

Wie gesagt", lobte er, eine unterwegs gepflogene Unterhaltung sorftetzend,bie Entschlossenheit unb Selbstverstänblichkeit, mit welcher Ihr ben Streit der beiden Knechte ein Ende gemacht, wird Euch so leicht kein anderes Mädchen nachmacyen."

Man mutz Euch Männern zuweilen zeigen, daß man sich nicht fürchtet", entgegnete Susanna mit lächelndem Selbstbewnßtsein. Sein Lob hatte ihr wohlgetan, und sie blieb nicht unberührt von der Gegenwart des Jünglings, dessen Zugehörigkeit zu e .em der ersten Geschlechter der Stadt tn ihren Augen vielleicht noch tpebr Empfehlung war, als fein auf­fallend schönes, scharf geschnittenes, tn feiner etwas '.n bietben Farbe von durchwachten Nächten redendes Gesicht.

Im großen ganzen", parierte Fortunat,gilt uns an Frauen Ergebung mehr als Ueberlegenhett."

Er legte, an Ltebesip'ele gewöhnt, fthte Hand aus die aus dem Tisch ruhende Snsannas, die sie nicht znrückzog, und gab damit seinen Worten eine gewisse Bedeutung.

Alles zu seiner Zeit", antwortete sie.

Er beutle btefe Siebe zu feinen Gunsten unb rückte ihr näher.Freilich würbe ich", schmetchette er, vorzieben. Uebirleeenhett zu Ergebung schmelzen zu setzen, als wenn Sanftbeit»unb Schwäche uns allzu leichtes Spie» bereiten.*

Siehe ba. Ihr sprecht von Euch?" gab Susanna spöttisch zurück. Dabei zog sie bie Hanb hinweg, auf her ber Truck ber seinen sich verstärkt hatte.SBle eitel ihr Männer doch sctb", fügte sie hinzu. Sie war aber boch ihrer selbst nicht so sicher wie gewölMtich, und ihre Wange« begannen hei- tu werden. .

Zweites Blatt

9lr. 105

Sonnabend, 5. Mai 1923

Selbst, evang. luth Gemeinde, Mwlaistr.iße 1« Sonntag, 6. Mai, vorm. 10 Uhr: Gottesdienst.

Jftrdjl. Verein junger Männer Wartburch Philivvshaus. Sonntag, nachm. l Uhr: Gottesdtenft am Dammeisberg. Abend -: Sichtbildfcier im Land« grasenhaus:Stätten des Gebets". Dienstag, abend» 7<9 Uhr: Bibelstunde.

Methodistengemeinde, Wörthstraße 15a. Son» tag, vorm. 7-10 Uhr: Predigt. 11 Uhr: SonniagS- schule. Abends 7-0 Uhr: Prisigt. Mittwoch, abend» 7-9 Uhr: Mbelstnnde.

Neuapostolische Gemeinde, Heusmgerstrahc 8 Gottesdienste: Sonntag, vorm. 10 Uhr; abends 8 Nhc. Mttwoch, abends 87s Uhr.

Bereinigung Christl. Eisenbahner u. Poft« an gehöriger. Donnerstag, 87- Uhr: Bibelstundf im Saale der Stadtmission Rotergraben.

Stadtmission, Rotergraben 5. Sonntag, mir« gens 87- Uhr: Frühstunde. 11 Uhr: Sonntagsschule; Abends 8l/s Ubr: Versammlung. Montag, nbeuos 87, Uhr: Chorßund:. Himmelfahrtstag, nachm. 31* Uhr: Missionsfest am Cappcl'rberg. Freitag, abc.dk 87- Uhr: Bibelstunde.

Christlicher Verein junger Männer, Roter» graben. Sonntag, vorm. 728 Uhr: Aeißkreuzgcbct- stunde. 1 Uhr: Beteiligung am Jngendgottesdienst im Darninelsberg. Abends 8 Uhr: Lichtbildeevorlra« im Sandgrafenhaus. Dienstag, abends 7-8 Uhr: Ge­sangs- und Posaunenstnnde. Donnerstag, abend» 7-9 Uhr: Bibel stunde. Samstag, abends 1A9 Uhr; Gebetstunde. >

Christi. Verein junger Mädchen, Juliensttfl. Sonntag: Oberhessisches VerbandSfest. 1 Uhr: Fest­gottesdienst auf dcm Schloß int Dammelsberg. 27, Uhr: Nachfeier in den Stadtsälen. Abends 8 Uhr: Sichtbildervortrag von Herrn Jugendpsarrcr Schmuck, Kassel, im Sandgrafenhaus, großer Hörsaal. Dienstag, 8 Uhr: Vereinsstunde.

~ Aerztlicher Sonntagsdienst.

(Nur für Notfälle von mittags 12 Uhr bis Montag früh 7 Uhr.)

Am 6.Mai: San.-Rat Dr. v. Heusinger, Ketzer« hach 14; Frl. Dr. Kla mmer, Am P^an 31/»

Zahnärztlicher Sonntagsdienst.

Am 6.Mai: Zahnarzt Corcll sinwersitätsstr. 17 Sprechstunde von 1011 Ubr.

Sonntagsdienst «. Wochennachtdienst der Apotheke«.

Vom 5.11. Mat: Einborn-Apotheke.

Für die Schriftleitung verantwortl.: Dr. C. Hitzeroth.

Für den örtlichen und Provinz. Tcll: Wilhelm Wi ßn er.

Svrechrett her Sckriftleftuna b>s '/.II Ubr narwittaqs.

Voranzeigen.

Oberhessischer Geschichtsverein. Diens­tag, den 8. Mai, abends 87, Uhr, wird Herr Geheimrat Heer im Hörsaal 24 der Universität eine» Vortrag! halten über die Marburger Studentenschcdft in der FranzvsenzeLt zu Beginn des 19. Jahre hunderts. Freunde des Vereins und Gäste sind, wie immer, herzlich willkommen; besonders seien bie ©tubier renden auf diesen Vortrag hierdurch hingewiesen. ;

FeiHe NWbkWWM,

schmackhafte Gemüse, vorzüglich, Soßen bereitet man rasch u. billig m. Maggi'» FleischbrSH- SFHrfelw.

Geschlechtsleide« BK.

W Kein Qnecksilb., ohne BernlsltSr. Btntunteri.

V Aufkl. Brosch. Rr. geg. Einsendung von ISA) MI.

|5pez, flrzf Dr.ßoIIaendersSffi* Z

Frankfurt a.M., Bethmannsttatze 56. (8886

'111; 4li7; Sonntags 101?.

Der Frauenkenner neben Ihr gewahrte Ihre Un­ruhe. Seine Sttmme wurde letser und bekam einen bebenden Unterton.Wen ihr Frauen beschenkt, bet darf es wohl sein", flüsterte er.

In blefem Augenblick rauschten an ber Haus» Gartentür Frauengewänber.

Die belben tn ber Laube sahen sie blitzen.

Jungfer Anna, bie Haushälterin Strehlers, führ« bart bie junge Rosine Keller, bes Meister Gold- schmtebs an ber Brnnngaffe Töchterlein unb Freundin ber Susanna, herein und wies sie nach ber Garten­laube.

Rosine war gestern aus Bem, wo sie bei einet Verwanbten zu Besuch geweilt, in bie Stabt zurüctge- kehrt unb kam, bie Frennbin toteber zu begrüße». Sie flatterte von ber ungelenkere» unb unförmlichere« Hansstanbsletterin als ein zarter Schmetterling hin­weg unb kam, eine blonbe, schlanke unb schmiegsame Erscheinung, mtt sachten schwebenben Schritten aus bi« Laube zu. Verzogen von einem schon bejahrten Elterw paar, besten späte Eliesrncht sie war, unfelbftänbig und fast furchtsamen Wesens, hatte sie sich von früh an fest an bie Willensstärke Susanna angeschlossen unb trug Selb unb Freube, wte bas Leben sie Ibr beschert-, stets unverzüglich zu ber klugen und latbewntztett Ge­sellin. Diesmal war es aber eilt bcsonbcres Erleb­nis, von bem sie ber Räterin sprechen wollte. Es er­füllte ihre ganze Seele, unb wie c5 sie veranlaßt batte, ein Paar Tage früher, als sie gemeint, vo» Bern zurückzukehren, so ließ cs sie and) bie erste freie Stunbe benützen, nm Susanna Sttetzlerln zu sehe«. Sie war inbesten betreten, ais sie im Herankommc« gewahrte, baß jene nicht allein war. Davon hatte Jungfer Slnna ihr nichts gesagt. Völlig Derrn irrt aber itntrbe sie, als sie Junker Meiß erkannte. Ihr erster Gcbanke war, umzukehrcn, unb sie machte auch utitotttfürüdj eine Wcubung, befivnt sich aber auf Me Seltsamkeit solchen GebahrenS uno trat in bie Laube.

(Jorriepuug loigr.

Es ist rrnglaubLich,

geben könni«, di« nicht au; eigener Ersazrunz wüßte, daß bte weltberühmten.Heitman»'» Farben* Marke »Fuchskopf im Stern* zum Selbsifärben aller Kleider, Blusen. Gardine» Strümpfe ns«, di« beiten sind.