Einzelbild herunterladen
 

Ihr

n.

d? J.H, Schäfer

Anzeiger für (das früherkurheUchej Oberhessei

ir, 50 ML Amtlich« ex» aus®. Anzeigen 100 ML Bet schwierigem re '

Spät ei «lausende »der den Raum über */. Seite einnehmende Ig nflulu.

*Tn#r Q »Heitert FH nttier

3600 M!. mit Znstellungsgebühr. Für -ussallend« Nummer» infolge Streiks oder

®f IflS elementarer Eretgnilie kein Ersatz. Beklag von Dr. L. Sitzerath. Druck der 711« lv« Unto^Buchdruckerei von 3eh. Sug. Koch, Markt 21.23. Kernsprecher öä, Poft.

1923

sibeckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

WtP* .**

uvgegfeen tveroen.

r

r«

ker

Welt

UM

x keine Freunde Deutschlands und deute sind. ES wird ferner dafür gesorgt, daß

Vertreter schen Wei

wird wie m dank emaillieren «. rern!ekele

zwischen irgendwelchen anderen Nationen in der bestehen. :j

Marburg

SonnaW, dm 5. M

Paris, 4. Mai.Figaro" glaubt zu wissen, dass der englische Botschafter gestern Poincar6 er­klärt habe, so unannehmbar auch die deutschen An­gebote seien, so könnten sie doch die Er­öffnung von Verhandlungen gestat­ten, in deren Verlauf diese Angebote verbessert werden könnten. NachEre Nouvelle" spricht man auch davon, daß der britische Botschafter zu ver­stehen gegeben habe, daß es nicht 'angebracht sei, die Brücken zwischen Frankreich und den Alliierten in nicht wieder gut zu machender Weise abzubrechen. Das Blatt erklärt ferner, man dürfe eine Frage von so großer Wichtigkeit nicht zu einer Prestige­frage machen, sondern müsse praktisch denken und praktische Beschlüsse fassen. Dabei betontEre No­velle", die der deutschen Note Mangel an Friedens­geist und europäischer Wiederaussöhnung vorwirft, die demokratischen Parteien Frankreichs wünschten Frieden, aber einen würdigen Frieden.

London, 4. Mai.Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily graph" schreibt, entgegen der allgemeinen Erwartung habe gestern vormittag kein britischer Kabnrettsrat zur Prüfung der deut­schen Note stattgefunden. Cs könne sein, daß er nicht stattfinden/werde, bevor die Ansichten der Alliierten in dieser Frage dem Foreign Office mit­geteilt worden seien. Die amtlichen britischen Kreise seien in ihrer Beurteilung äußerst zurückhaltend. Während ^ber Ton der deutschen Note überall verurteilt werde, und der unve- stimmte und gehaltlose Charakter der finanziellen Vorschläge für nicht weniger enttäuschend angesehen werde, werde die von Deutschland vorgeschlagene Gesamtsumme, da sie nicht für endgültig gehalten werde, nicht überall alseine genügende Ursache angesehen, um die bedin­gungslose Ablehnung der Note ohne Prüfungzu rechtfertigen. Die Alliierten müßten die deutsche Regierung auffordern, ihre Note mittels besonderer Pfänder, Garantien und Angebote hinsichtlich eigener Beteiligung an der

Die Haltung Amerikas.

Paris, 4.Mai. DerNewyork Herald" meldet aus Newyork, in den offiziellen Kreisen Amerikas sei Man einigermaßen enttLnscht darüber, baß Frankreich das deutsche Angeüot nicht für wert ge­halten habe, als VerhandlungSgrundlage für eine erchgültige Regelung betrachtet zu werben. Indessen fei kein Gedanke daran, daß i« Vereinigten Staaten in offizieller Form intervenieren würden.

ßonbon, 4.Mai. Reuter berichtet aus Washington, nach Ansicht des Staatsdepartements erfordere die deutsche Note keinerlei Aktion von Seiten der amerikanischen Re­gierung. lieber den Eindruck der deutschen Note in den Vereinigten Staaten berichtet der Newvorker Korrespon­dent desDaily Telegraph", Washington gebe offiziell! keiner Ansicht über die deutsche Note AuDruck. Die Mehrheit der amerikanischen Finanz- und Geschäftsleute sei jedoch der Ansicht, daß das deutsche Angebot eine angemessene Grundlage für Erörterungen biete und mindestens einen ernsten Gegenvorschlag Frankreichs verdiene. Es werde erklärt, Deutschland biete Frank­reich Sicherheitspfänder gegen einen An­griff a n, die weit größer und bestimmter seien als sie

die französischen Berichte schneller nach Paris gelange« und von dott in der ganzen Well verbreitet werden, eh» sich gegenteilige Bettchte durchsetzen können, und so toi* die Folge fein, daß die gesamte Presse bei Auslands überschüttet wird mit verlogenen und entstellenden Be­richten von Vorgängen, die ohnehin schamlos genug sind, sodaß sie der Entstellung nicht mehr bedürfen sollten. Zweitens braucht die französische Regierung gerade jetzt, bck sie das deutsche Angebot kurzerhand abzulehnen beschloi- sen hat, eine Ablenkung für die öffentliche Meinung, und dazu kommt ihr das Schauspiel in Werden so gelegen, alS ob sie es von vornherein so eingerichtet Hütte. Und drite tens schmeichelt eS der französischen Eitelkeft ganz be­sonders, daß ftanzösische Offiziere int Herzen de? deut­schen Jndustriegrbietr, in der alten Rüstkammer unserer Wehrmacht, zu Gericht sitzen dürfen über Männer, deren Mrken und deren Name eng verknüpft ist mit der Waf­fen sabrik, deren Rus einst die ganze Welt erfüllte und bereit Leistungen gerade die Franzosen Im Weltkriegs schwer genug empfunden haben. So wird den Franzosen und Franzosenfreunden ein Spektrkelstück geboten, auf Kosten aufrechter, ehrenhafter, unschuldiger deutscher Män­ner. Uns aber sei e» ein fester Kitt zu weiterem Zusam­menhalte». , !j J! > k

389 ir.

Paris, 4. Mai. Der diplomatische Mitarbeiter et Agentur Havas glaubt zu wisse», daß die fran- Msche Antwort außer der Kritik juristischer, finan- ziellcr und politischer Art auch noch die allge- eine» Grundsätze enthalten werde, on denen die französische Politik für ie Regelung des Reparationsproblems a u s g e h e. Frankreich werde vor Beendigung des von der deutschen Negierung organisierte» Widerstandes in tone Verhandlungen eintreten und gedenke das Kuhrgebie.' nur »achMaßgabederErfül- lung der Neparationsverpflichtungen durch Deutschland zu räumen. Auch könne Frankreich tone andere Diskussionsgrundlage als den Zah­lungsplan vom 5. Mai 1921 zulasse», der h erster Linie die Emission der Schatzbons A und B im Werte von 50 Milliarden Goldmark vorsehe, »ud die teilweise Streichung der deutschen ichuld nur ins Auge fasse», wenn es sichet sei, daß die Alliierte« die Möglichkeit einer Revision

Uhl

. 20»

Frankreichs neuer Plan

6mW drängt in SertmnblungHi.

TieOberheftische Zeitung erscheint ie&smal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

?800fU . 1550g.-. .31510^, 19500.-.

. 504na, n 388'0... . 45WO., i. siftoa-.

. 15(10(1.-.

. t.80<U ,2'50fl6.

. 85(

.180004 .120000, . 249000, . 255,800.

. 70'00,-. .780KV- . 141000, .-42(1'00.

. 1650(1-

. 2700-1- . 300-00.-=

dkl rtattl . <blC89

I 3,0- en!! ound«n

nt 3S Mti , «bM*j

Amtliches VerWndigungsblatt des Kreises Marbmg.

20« tuet, i 7.

tbete dM t. 9113 en duM Srft Univertz tranru

rh.ß

oorgeschlagenen Anleihe zu ergänzen. Berlins Forderung nach sofortiger Räumung des Ruhrgebiets fei natürlich unzu­lässig. Aber diese Forderung könne noch zurück­gezogen werden, sobald eine Aussicht auf Verhand­lungen in der Reparationsfrage vorhanden fei. Die amtlichen Stellen in Rom nähmen, wie ver­laute, eine ebenso vorsichtige Haltung wie London ein.

Paris, 4. Mai. Die Havas-Agentur meldet: Ueber die Haltung der offiziellen Kreise in London nach Ueberreichung der deutschen Note wird berich­tet, die Negierungskreise bekunden offiziell sehr große Zurückhaltung hinsichtlich der deut­schen Vorschläge und nähmen eine abwartende Haltung ein. In Wirklichkeit erwarte man mit einer gewissen Ungeduld die Mitteilungen der Pa­riser und Brüsseler Regierung. Bis fetzt scheine es nicht, als ob die englische Regierung ihr Schwelgen brechen wolle. Obwohl das Kabinett die deutsche Note nicht im Prinzip geprüft habe, dürfe man sagen, daß es den Vorschlag in seiner jetzigen Fas­sung als unannehmbar betrachte, und man fei sogar der Ansicht, daß sie die Situation nur oer - schärft habe. Wenn indessen die Auffassung der Minister vom Wert des Berliner Proickts einmütig sei, schienen doch einige unter ihnen sich zu fragen, ob es nicht möglich roö'te, es in prakti­schem Sinne zu verbessern. Dagegen er­kläre man in englis.hen ofsiziellen Kreisen, wo sich ein offenkundiger Ucbcrbruß angesichts des deut­schen Verfahrens zeige, mehr kategorisch, daß wenn Deutschland gehofft habe, das Ergebnis ferner Dor- jchläge würde Uneinigkeit unter den Alliierten sein, cs jich vollständig ge­täuscht habe, Üfnn die englische Regierung ge­denke die von ihr Frankreich und den Alliierten gegenüber beobachtete Haltung in keiner Weise, auf alle Fälle ober nicht zugunsten Deutschlands zu än­dern. Genüsse Persönlichkeiten dachten daran, daß in der Reparations- und Sicherheitsfrage sich eine Entwickelung vollziehen könne, wobei sie aller­dings der ferneren Besetzung des Ruhrgebietes gegenüber alle Vorbehalte machten, denn in dieser Beziehung getonte England seine Politik zurzeit nicht zu ändern. Für den Augenblick blieben jedoch diese Möglichkeiten Vermutungen.

London, 5. Mai. ,,PaIt Mall Gazette" zufolge w'tt>, obioobl noch nichts b schloss:» worden sei, in gift- unterrichtet n ministeriellen Kreisen die Hoffnung geh.-gt, daß Re-ierungscrklSrnngr» bezüglich der deutschen Note

^ihrer Forderungen an Deutschland, etwa durch Abänderung des prozentuale» Anteils durch Zuerkennung der Priorität für den Wiederaufbau der verwüstete» Gebiete zuließe«. W«s die Schatzbons der Serie G im Betrage von « Milliarden onbetreffe, so habe auch Poincarö bereits am 2. Januar d. Z. mit ihrer Annullierung ßch einverstanden erklärt, wen» England und Ame- Ma ihrerseits den alliierten Schuldnerstaate« ihre Kriegsschulden erlassen würde«.

Paris, 4. Mai. Nach einer Havas-Meldung M die französische Antwort auf die deutsche Note ^«utc in Brüssel und bereits morgen in Berlin mit- ^teilt werden. Das belgische Kabinett werde heute oe Note Poincareös prüfen und dann beschließen, « welcher Form Belgien antworten wolle. Die istanzösische Regierung werde heute den Text ihrer Antwort in London und Rom mitteilen lassen. Die Me an die deutsche Regierung werde Freitag ««nd, wahrscheinlich aber erst Sonnabend vor- Atttag überreicht werden.

a.r<£'4- 5Kq1- Ministerpräsident Potncarö «ne beute vormittag noch einmal eine Unterredung wt dem belgischen Botschafter. HavaS zufolge steht mr, daß dle belgische Antwort auf die deutsche Note »n de» gleichen Ideen wie die französische Antwort «herrscht sei und die gleichen Wendungen cnchalten 2, Vielleicht werde die belgische und französische rt J°ear einen gemeinsamen Wortlaut auf- Auf alle Fälle werde das Einvernehmen der «ren Regierungen über diesen PmtN heute abend morgen hergestellt sein.

«tnfi dem Brüsseler Berichterstatter deS .Temvs" «rde der Hinweis auf die von Belgien und Franr- "llt'enen Schäden In etwas abweichender Form ?" ,AuSdrutt gelangen, aber die Zurückweisung der Aschen Note werde in beiden ErNSrungen identisch

ris, 4. Mai. L4on Blum schreibt im .Povu- u,;.e ' Die französische Press- hat die deutschen Dot- wofle alsbald wie ein Mann unannehmbar, lächer- 11 !,b anmatzend erftärt eine zwar einmütige l?1 wst einmüttge, aber nicht spontane Sttömung, »"I. die gleich zu Anfang von der böchststehenden ^TttSnitchfeit des Quai d'Orsay abgegebenen Er- ««ungen seien das gemeinsame Thema, das jeder seinem Talent variiert habe. 14 Tage lang habe 6tpRe Presse, bevor sie auch nur die Angebote recht rjwe, sie für unannehmbar erklärt und die ^nkliche Meinung daraus vorbereitet, sie Mr unan- vmbar zu halten.

j, Bonbon, 4. Mai. Lord Curzon sprach auf der Mlrezversammlung der Pttmrose League in der ?°rnhall und äutzerte sich dabei Über die Ruhrsrage. r* «tnärte, daß er eS ob (ebne, die Lage mit Mut- ^»Skeit oder Verzweiflung zu betrachten und subr Cb das deutsche Angebot gut oder schlecht ist, sehr viele betrachten es als unangemessen, Wenfalls geht die Frage uns alte an. J/* werden aus der schwierigen, besorgniserregenden nur durch gemeinsames Vorgehen beranslom- Wenn die Deutschen vor den Rat, Entscheidungen und die Handlun-

>,8 aller beteiligten Hauptmächte ge- ''lt werden, so werden die Aussichten M Ersolo beträchtlich wachsen.

Der Anzetgenvrei» betrügt für den Sgesv. Zeilenmillimet« 80.00 ÄL (ÄL Anzeigen uub Familien-Änz. gegen bat, 50 ML Amtlich« mnd ausro. Anzeigen 103 ML Bei sanolerigem Satz 50'/, Aufschlag. Spät einlaufende »der den Raum übet ft, Seite einnehmend« Anzeigen werden nach der Textivaltenbreite berechnet. Reklamen der Zeilenmillimeter 800 ML Jeder Rabatt gilt al« Barrabatt. Belege werden berechnet. Bei Aus­kunft durch die EelchLstsst. und Bermittlung der Angebote 50 M, bei Ueberfendung durch uns 100. ML ohne Porto.

Werde», 4. Mat. Mit rnllftärifcher Pünktlichkest erscheinen nm 9 Uhr vormittags im großen Saal des Maaßsche» Gasthauses die Mitglieder de» ftauzöstsch« Kriegsgerichts. Der Saal ist nur mäßig tum* Publikum besetzt, denn Werden ist mich allen Richtung« bin militärisch scharf abgesperrt. Rur Werden« Einwohner nnb Inhaber besonderer für den Prozeß aus­gestellter Karten werden durchgelassen. MS die Ange­klagten, an der Spitze Krupp v.Bohlen und Hal­bach, in den Saal geführt werden, erheben sich spontan alle anwesenden Deutschen und bringen so ihren Volks­genossen, die, wie so viele andere den schweren Gang a» tr ten müssen, eine stumme aber wirkungsvolle Hukdß- gung dar. Nach Feststellung der Personalien der Ange- klagteu verliest der Gerichtsschreiber die Anklageschrift, in der den Beschuldigt« Komplott und Machina­tionen gegen die Sicherheit der französi- ickenTruppen, Verstoß gegen die Verordnung Nr. 22 ttotn 7. März betr. Störung der öffentlichen Ordnung und Verstoß gegen die Kerorbnung vom 11. Jan. vorge­worfen wird Nach dem Zeugenaufruf ergreift namen» der VerteLigung, die in den Händen der deutschen Rechts­anwälte Grimm (Essen), Wolff (Berlln) und Justiz­alt Wandel (Ess«) sowie des schweizerischen Rechts­anwaltes Moriaud liegt, Rechtsanwatt Grimm daS Wott. Er legt mtt rein juristischen Gründen noch ein­mal gegen die Rechtmäßigkeit französischer Gerichtsbarkeit gegen deutsche Bürg« Protest ein. Obgleich deM französischen Staatsanwalt vorher von die­sem Vorgehen Mitteilung gemacht worden war, benutzte dieser die Gelegenheit zu einer scharfen, auSßrlleichen poli­tischer Rede Dk Betteibiaunq verzichtet darauf, ih» in dieser Richtung zu folgen. Rechtsanwalt Moriaud- Genf spricht sein Bedauern über das Vorgehen des StaatS- anwalteS anS. Darauf zog sich der Gerichtshof zur Beratung zurtick und erklätte sich nach längerer Beratung für zuständig.

Zunächst wird Krupp v. Bohlen-Halbach einem ein­gebenden Verhör unterzogen, das sich über eine Stunde hinzieht. Das Gericht sucht sich Klarheft über das Verhältnis von Aussichtsrat unb Direktorium zu verschaf­fen, wobei Krupp insbesondere betont, daß dem Aussichts­rat keiner^ Verwaltungstätigkett zustehe. sondern daß die Verwaltung Sache des Direktoriums bezw. der ein­zelnen Direktoren sei. Ueber die Vorgänge am verhäng­nisvollen 31. März äußerte sich Krupp dabin, daß « an diesem tote an allen Tagen sich von der Billa Hügel au» in die Fabrik begab und zwar habe er nut das Auto be­nutzt. Bor seiner Abjuhtt sei er telephonisch von da militärischen Besetzung der Autoaorage benachrichtigt wor­den. Diese Nachricht habe et weder von einem Mitg Heb de» Direktoriums noch in dessen Auftrag erhalten. Kur» vor neun Uhr sei Direktor Hartwich zu ihm gekomm« und habe ihm mitgeteitt, daß um neun Uhr gemäß Ver­einbarung mit dem Betriebsrat die Sirenen in Tättgkeit gesetzt werden würden. Die Arbeiter verlangten das un­bedingt, da es sich bei den Autos der besetzten Garage um Wagen handele, die für die Fabrik, hauptsächlich für die Arbeiterschaft benötigt würden. Er habe in diesem Augenblick das erste Mal davon gehört, daß eine solche Vereinbarung über das Ziehen der Sirenen mit dem Betriebsrat bestand Später habe er sich von seinem Büre in die Konsum; ft-s begeben, worin

Direktor Bruhn, her wegen wichtiger finanzieller Fra­gen, die sich aus der gegenwärtigen Lage ergeben hatten, e-nc zeitlang verreist war, über das Ergebnis seiner Stofe Bericht erstattete. Während der Besprechung verliest der eine und andere Direktor das Zimmer, um sich }» erkundigen, was draußen vor sich ginge. Auf die Zwi- irbenfragen des Vorsitzenden unb des Staatsanwaltes, ->b ibm nicht der Gedanke gekommen sei, einzttgreisen, um ein Unglück zu verhüten, das nach Ansicht des Staats­anwalts bei dem Zusammen strömen bet Arbeiterschaft möglich war, ctffärU Krupp, daß ihm ein solcher Ge­danke auch nicht im entferntesten gekommen sei.

Umsoweniger kam mir dieser Gedanke, als bestimmt bet 10 Uhr das Sirenengeheul aufhörte und von der Straße kein Ton mehr in das nur etwa 100 Meter entfernt» Konferenzzimmer drang. Auch wurde ihm berichtet, daß zwei BetriebSratsmitglieder mit einem Essener Stae > oervrdn teu zum kommandierende» Genera! Vreden-u unterwegs feien, um den General zur Zurüc;,:e{ju«t k*

Di« Nnksradtkale .Santente* warnt davor, die Hflitrhbe Meinung der Welt, die Frankret» schon an für sich wenig günstig fd, berauszufordern.

t,Die übrige Presse bleibt dabei, die deutschen Bot- "««fle unbedingt zu verwerfen, und sie geht " die Frage einer etwaige» Verständigung mit Lon- und Rom nicht ein.

$05 M OM l>« ÜOlt?

Die Jnformafivnen über die Stellung de» Auslandes, insbesondere der Entente zu der Note sind auch jetzt noch widersprechend. Der ablehnende Beschluß deS fran­zösischen MinisterratS läßt in seiner Formulierung doch immerhin noch die Möglichkeit der Fortspinnuug b«S Fa­dens ju.

Eine Richtung in der französischen Politik drängt darauf, daß Frankreich unb Belgien allein die Ant- toort erteilen Diese Taktik wird durch England zu durchkreuzen gesucht. England steht auf dem Standpunkt, daß die Note zwar auch nicht in ihrer gegenwättigen Fassung angenommen werben könnte, daß sie aber doch die Grundlage für weitere Verhandlungen baten könnte und müßte. Jedenfalls hat die englische Regierung offi­ziell in Paris zum Ausdruck bringen lassen, baß Eng­land den Versuch, Frankreich und Deutschland an beit Verhandlungstisch zu bringen, noch nicht ausgkbL Auf Einwirkung Englands bat sich Frankreich auch bereit erklärt, den Inhalt der Antwvttnote vor der Absendung an England und Italien bekanntzugeben. Auch in Bel­gien ist eine starke Richtung, die der Ma'nung ist, daß die Note nicht ohne weiteres, jedenfalls nicht unbegriH» bet abgelehnt werden dürfte. Man geht dort sogar so weit, gegebenenfalls einer französische" Antwort sich nicht anruschfieße«, sondern einen eigenen Bescheü» an Deutsch­land zu geben.

Im Großen unb Ganzen stehen als» die Ding« so: D'r deutsche Vorschlag in der jetzigen Fassung wirb allenthalben bei den Ententemächten als ungenügend an­gesehen. Dennoch ist man in her Mehrheit der Entente­regierungen der Auffassung, baß die beusschen Borfchläge doch derartig sind, daß sie als llcbergangspunkt für wei­tere Erörterungen benutzt werben können. Demgemäß wird man es jetzt offenbar Deutschland überlassen, seiner­seits zu der Hvttungl der Entenk» erneut Stellung zu nehmen und sich über weitere Schritte schlüssig zu werden

Deutscherseits ist Die Taktik bk: Den einmal angespon- nenen Faden nicht wieder abreißen zu lassen. Wir müssen danach trachten, das im Interesse der öffentlichen Mei­nung der ganzen Welt festzuhalleu und nachzuweisen, was Deutschland in der Tat an L-istungen unb Verpflichtungen zu übernehmen und zu garantieren willens war und noch willens ist. Es handelt sich jetzt um die Entscheidung der F«ge, ob Deutschland oder ob Frankreich in der Welt isoliert wird, nnb nach dieser Richtung hin ist bezeich­nend, daß Amerika die rasche Ablehnung der Note durch Frankreich sehr mißgünstig aufgenommen hat. Das darf uns fteil'ch nicht zu voreiligen unb unberechtigten Hoffnungen verleiten. Ganz im Gegenteil: ES bat noch 'kaum eine Situation gegeben, in ber wir weniger von außen her irgendwelche Unterstützung erfahren konnten, als bas i st ber Fall ist. \ '

I 1

2üSi ckrdg. _ mk, r, i

Gin Mtt 5,MtINL

In Werben spielt sich dieser Tage eine von den Fran­zosen sorgfältig borbere'teie Pro>eßhandlnng ab, beten Opfer Direktoren, Beamte, Angestellte unb Arbeiter ber Kruppschen Werke zu sein bestimmt fittb. Wie bei ben kriegsgerichtlichen Verfahren gegen andere Führer bet deutschen Wirtschaft und gegen hohe Beamte, so ist auch di'sma! das Uttel bereits gesp-ochen. b di.' Be va-dlunz begonnen hat. Durch äußeres mil tärischeS Gepräge und durch die Währung ein'S Scheins von Oeffentlichkeit, sowie durch die äußere Beo'>ach'.ung gnuter Rcchtsformen ^oll Sie Welt darüber getäuscht werden, daß tote hier 'hriebfr ein neues Beispiel von Vergewaltigungen des Rechts erleben müssen, an denen die französische Ge­schichte so ungemein reich ist.

Rund hnnbert Vertreter der Picsse sind zu ben Ver­handlungen zugelassen. Das sieht so aus, a!s ob der freien und öffentlichen Berichterstattung vollster Spiel­raum gewährt wird. Aber wenn auch einzelne nüchterne und unparteiliche Berichte über die Crenzen des sorgfältig abgesperrten Oertchens hinaus unb in andere Länder bringen mögen, fo ist doch dafür g.sorgt, daß die weitaus

in beiben Häusern des Parlaments am Dienstag abge-1 größte Mehrzahl der zugelassenen Berichterstatter Fran- geben werden können. Diese Erklärung« würden bw -tnh ui* nu> ünii^u ansr^Eu iöSrnr entm im Oberhause und vqg, Balbwm Tm Urtier^ufe