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Amüiches VerAndigungsblatt des Kreises Marbmg.

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2. Mai: Meerej. ls Fest.

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IchcnDorschlSgenurdersein.daßdasKabi- it11 Cuno entweder ganz od!er teilweise zurücktreten müsse unb daß eine neue Regie i:na fcmme, bie neue Vorschläge machen werde. (Man höM st P«iS schon länge auf die deutschen Sozialisten. D. leb.) Feierlich verkündet derTemps", daß er di.se Bemerkung nur mache, um später einmal sagen zu kön­nen, es sei nicht versäumt worden, um Deutschland recht­zeitig zu warnen. An anderer St ile glaubt derTemps" Uelden zu können, daß die deutschen Vorschläge, abgeschen kbon, daß in ihnen die Aufgabe des passiven Wider- ßrnder abgelehnt werden mürbe, zunächst eine Summe 6hi 2025 Mill'arden Co b mark anbieten werde.

- i Paris, I.Mai. Die der Regierung na be stellen de Norgenpresse setzt ihre Bemühungen fort, von vornherein hegen die zu erwartenden deutschen Vorsch äge St'mmung

N machen. So schreibtPetit Parisieu", es solle unter kn wn Deutschland ins Ange gefaßten Bed.ngungeo; Üt s-^ortige Räumung des Ruhrgebiets stehen, und die gesamte öffentliche Meinung DeutschlrridS mit Einschluß

i kr Sozialisten besteh« darauf, daß der passive Wider­hand während der Verhandlungen fortgesetzt iverben solle. Unter diesen Umständen seien dir deutschen Bedingnn-- gen, die angekündigt würden, schon von vornherein dazu herurteilt, ein Manöver zu sei» Die deutsche Regierung Unterbreite sie bloß, um sich in den Augen Amerikas and Englands von dem Vorwurf einer rein negativen Haltung Win zu waschen.

; Paris, 1. Mai. liebet ine gestern Abend abge- klt.ne Beratung zwischen Pvincar6 und Bart Hou schreibt dasJournal", im Lause dieser Unterredung sei stschlossen worden, daß es angebracht sei, jede Veihand- dng zwischen den sranzös.schen und belgischen Delegier­ten auszugeben. Dieser Entschluß erkläre sich auf bk ein« stchste Weise: Was werde sich ereignen? AlleGründe sprächen für die Annahme, daß di« deut­schen Vorschläge nicht annehmbar seien. Benn in diesem Augenblick ein französisch-belgischer Plan «ngekündigt würde, würden die Deutschen nicht verfehle», zu erklären:weil unsere Vorschläge Euch nicht an« Lkehmbar erscheinen wollt Ihr nicht selbst etwas dorschlagend Man würde sich alsv in eine Dis- Mfion eingelassen haben. Das beste Mittel, die Dis­kussion zu vermeiden, fei, daß Frankreich und Belgien nur etwas von Deutschland erwarteten: die glatt» Mnnc'ine der Schuld, tote fk der Zahlungsplan vom d. Mai 1921 festgesetzt habe, den Deutschl.rich selbst unter-

l zeichnet habe.

Krupp von Söhlen md Whörh nerDaflet.

Essen, 1. Mai. In der Unrcrsuchungssache gegen die Direktoren der Kruppwerke hatte der französische Untersuchungsrichter Herrn Krupp von Bohlen und Halbach vorgcladen, um ihn als Zeugen zu vernehmen. Bohlen hatte, um der Vorladung Folge zu leisten, seinen Aufenthalt in Berlin, wo er zwecks Teilnahme an den Sitzungen des preußischen Staatsrats an wichtigen geschäft­lichen Besprechungen weilte, vorzeitig abgebrochen und sich heute vormittag beim französischen Unter­suchungsrichter eingefunden. Nach kurzem Verhör erklärte ihm der Untersuchungsrichter, daß er ver­haftet sei.

Essen, 1. Mai. Wie wir erfahren, erfolgte die Verhaftung des Herrn Krupp von Bohlen und Halbach aus den gleichen Eründen, aus denen die drei anderen Direktoren verhaftet worden sind. Irgendein besonderer Tatbestand für die Verhaf- rung liegt nichr vor. Von französischer Seite ist Herrn Krupp von Bohlen und Halbach vorgeworfen

worden, daß er da» Heulen der Sirenen nicht be­endet habe, obgleich er am Karsonnabend in der. Eußstahlfabrik anwesend gewesen sei. Soweit tot her bekannt, ist infolge der Verhaftung de» Herr« Krupp von Bohlen und Halbach mit einer weiteres Hinausschiebung de» Verhandlungstermin» zu rech« nett Nach den bisherigen Mitteilungen von fron«, zöfische' Seite soll die Verhandlung am Freitag vor«, mittag vor dem Kriegsgericht in Werden beginnens Die Verhandlung dürste sich auch noch auf be»- Sonnabend erstrecken, da etwa 40 Zeugen vernom« men werden sollen. Die Anklageschrift soll am Mittwoch oermi'.rog den Verteidigern übergebe« werden.

fenberg Haben beute vormittag die Frakrionsfityrcr des Reichstages empfangen, nm ihnen über den In­halt der deutschen Note vor deren Nbsedung Aufschluß zu geben. Die Besprechung fand in drei gerrennten Gruppen statt. Um 10 Udr erschienen die Sozialdemo­kraten, um %12 Uhr die Vertreter der Arbeitsgemeln- schaft und zrim Schlich die Deutschnationalen. Ten Fraktionsführern konnte der Wortlaut der Note noch nicht borgelegt werden, wenigstens nicht in bollem Umfange. Tiefte Umstand beweist am besten, daß dar Robinett die Abfassung und Fertigstellung der Note nicht überstürzt hat, sondern tote es recht und billig ist, reistich überlegt. Ans diesem Grunde Hai sich die Abwicklung des diplomatischen Schrittes etwas ber- zögert. Die Ministerpräsidenten der Länder, die am Dienstag nachmittag von der Note Kenntnis nehmen sollten, werden nach den neueren Dispositionen erst am Mittwoch vormittag rufammentreten, um von dem Reichskanzler selbst einen Bericht über die Lage zu erhalten Wir befinden uns keineswegs in einer Lage, die eine nervöse Hast irgendwie rechtferiigen lönnte. Mag die Pariser Presse sich ruhig austoben -- die Stube und Bedachtsamkeit, mit der auf unserer Seite der Schritt getan wird, werden ihre Wirkung im Auslände nicht verfehlen.

Tie Mitteilungen sind am Dienstag den Partei- fflbrem streng vertraulich gemacht worden. Einzel« betten können deshalb nicht mitgeteilt werden. Be­sonder? der ausländischen Presse gegenüber, "oie sich tu der Reichskanzlei am Dienstag ein Stelldichein gab, war strengstes Stillschweigen geboten. Die deutsche Presse war am Dienstag ja sowieso mundtot gemacht. Die Korrespondenten der ausländischen Blätter r,ät- ten aber sicher Sensationsmeldungen über die deutsche Note in da? Ausland gekabelt Und es wäre dem Ein­druck der deutschen Note sicherlich nicht förderlich ge­wesen, wenn auf diese Note Einzelheiten bekannt ge­worden wären, ehe der beglaubigte Den in London. Brüssel, Paris und Rom vorlag. Deshalb haben die Parteiführer gerade bei Meter Gelegenheit mit Recht Wert darans gelegt, sich der Zudringlichkeit der aus­ländischen Pressevertreter zu erwehren. Die in allen angelsächsischen Tonarten gestellte Frage, ob etwas mitgeteilt werden könne, wurde mit einem kurzen und deutlichen No beantwortet.

liebet den Eindruck, den die Mitteilung der Note in den Kreisen der Parteiführer gemacht bat, ist schon beute ein Urteil möglich. Die führenden Nbgeord- neten, die die Arbeitsgemeinschaft der Mitte vertreten, haben den Anhalt der Note zur KetmtniS genommen, ohne der Nepiernng gegenüber in einer Aussprache einjutreten, und ein Urteil abjugebeu, Es ist ja auch

Berlin, 1. Ma . Wie den Blättern mitgeteilt totib, wurden morgens von 10 Uhr ab vom Reichskanzler hie Parteiführer unterrichtet, und zwar zunächst die feziadeinokratischen, um 11 Uhr bk beutschnationalen, um 12 Uhr bicfen'gttn der Arbeitsgemeinschaft. Um 3 Uhr fin­det di« Besprechung des Reichskanzlers mit den Minister- nnd Staatspräsidenten bet Länder statt. Im Lause des morgigen Vormittags wird bk Note überall den alliierten Regierungen überreicht.

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natürlich, daß man der Regierung bet einer solchen diplomatischen Aktion freie Hand läftt und sie nicht im voraus au die Billigung ober Mißbilligung bet Par­teien bindet. Dem Kabinett muß eS überlassen fein, die Tragweite feines Schrittes genau abzuwägen. Tie Aktion muß dann ihren Lauf nehmen und ihre Wirkung erweisen. Von diesem Gesichtspunkt aitS betrachtet ist die deutsche Note so abgefaßt, haft sie dem VethandlungSgeguet jedenfalls keinen Vorwand gibt, ein Eingehen auf die deutsche Note abzulehnen. Wie schon aus Pariser Angebot, so gebt auch die deutsche Note, die der Anregung des englischen Auftenminl- sterS ihre Existenz verdankt, bis an die Grenze dessen, was Deutschland an Leistungen auf sich nehmen kann. Sie tut das, ohne daß etwa ein formelles neues An­gebot gemacht würde, wahrt vielmehr den Zufammen- l;ang mit jenem Vorschlag, den Staatssekretär Berg­mann der Pariser Konferenz überbringen follie. In dieser Beziehung hat sich die Grundlage unseres E»t- schädigungsangebotes nickt verändert, und man kann nur zweifelhaft fein, ob die schweren Schäden, die wir Im Ruhrgebiet durch den französischen Einbruch er- litten haben, überhaupt noch gestatten, ein Versprechen in dem ungefähren Umfange jene? Angebotes abzu- geben. Die Note wird im einzelnen noch zu bespre­chen fein. Vorläufig kann matt sich mit der Feslster- tiittg begnügen, daß die deutsche Negierung ohne Zweifel alles getan hat, um der englischen Anregung Folge zu geben und ihren ehrlichen Willen erneut zu beweisen. Ob damit eine Plattform für Verhandlun­gen gewonnen ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Tie Antwort auf diese Frage hängt nicht mehr von uns, sondern von den Franzosen und Engländern ad.

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Von unserem Berliner Vertreter. Reichskanzler Dr. Enno und Außenminister v.

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London, 1. Mai. DieTimes" weist in ihrem finanziellen Teil auf das in der City herrschende In­teresse an dem bevorstehenden deutschen Reparatons- angebot hin. Der Stillstand der Geschäfte im Ruhr­gebiet verursache in der Geschäftswelt ernste Besorg« 'n i s. Die Finanzkreise hätten Verständnis für die Schwie­rigkeiten deutscherseits, eine Summ: zu nennen, die von Frankreich angenommen werden könne. Sie begrüßten daher im Prinzip die Mitteilung, baß eines her Merk­male her deutschen Note ein Vorschlag sein werde, wo­nach eine internationale Kommission von Bank- und Finanzsachverständ'gen D uischlands Zahlunosfähigkcit und die Methode der B"zahlung se^setzen solle.

Rom, 1. Mai. De TurinerStrmpa" führt tut3, Poi ncarö suche nach Vorwänden, nm den Frieden mit Deutschland unmöglich zu machen und das Ruhrgebiet ewig besetzt zu halten; aber Deutschland solle sich nicht abhalten lassen, Vorschläge zu machen. Aehnlich äußert sich dieEpocca".

Paris, 30. April. Der ehemalige Finanzminister Klotz ist heute mittag zu Verhandlungen mit den eng­lischen Hilfsansschüsseu für b-n Wiederaufbau nach Eng- land abgereifl und zwar zwecks Verhandlungen zur Er­richtung von Grabd-ukmäl-rn.

London, 1. Mai. Der Londoner Berichterstatter des »Manchester Guardian" schreibt, die unterirdische Phase der französischen Diplomatte, die während des Osterwochenendes durch den Besuch Lottchenrs in Lon­don etugeieltet wurde und die durch den Besuch von KWh in London am 9. April fortgesetzt wurde, werde einen Schritt weiter getragen durch den augenblick­lichen zweiten Besuch von Klotz tn London. Bet feinem ersten Besuch berührten seine diplomattlcken Erörterungen hauptsächlich das Ruhrgebiet. Diesmal komme zweifellos die nahe Orientfrage hinzu. Dte augenblickliche Phase der Ruhrbesetznng, das bevor­stehende deutsche Angebot, die kritischen Beziehungen zwischen Paris und Angora, die ihren Einfluß auf die Lausanner Konferenz ansüben, bildeten, bie ver­laute, die diplomatischen .Hauptpunkte, über die die französische und britische Regierung Ansichten anszu- totischen wünschen. Seitdem dir Franzosen das Nithr- gcblet hn Januar besetzten, sei es für die französische und die britische Regierung nicht mögllch gewesen, Ansichten offen oder durch die gewohnten diplomart- scken Kanäle auszutauschen, weil das französische Prestige in einem derartigen Maße durch die Ruhr- froge in Mitleidenschaft gezogen worden sei, daß die französisch« Regierung es nickt für zweckdienlich gr-

Nach dem deutschen Neparationsvorjchlag, wie1 ihn die schweizerische Telegraphen-Agentur ver­breitet, bietet die deutsche Regierung 30 Milliarden einschließlich aller Sachlieferunge« an. 80 Milli­arden find aus dem Wege der Anleihe flüssig zu machen. Hinsichtlich der Räumung de» Ruhrgebiets setze die deutsche Regierung voraus, datz das rechte Rheinufer nach Abschluß der Verhandlung ge­räumt wird. Bezüglich der militärische» Garan­tien schlägt Deutschland ein Abkommen vor, das dir Integrität aller S'.gnatarrnüchte ficherstellt. Be­sondere Garantie» für den Ziafenbienst feien nicht vorgesehen. Die deutsche Regierung erklärt sich be­reit, durch Gesetz die deutsche» Wirtschaftskreise zu zwinge», die nötigen Garantien zu leisten. Für de» Fall, datz das Angebot nicht angenommen wird, er­klärt sich die deutsche Regierung bereit, ein Schieds­gericht mit der Festsetzung der Entschädigungs­summe betraue« zu lasse».

Paris, 2. Mai. Zu dem deutsche» Repara- tionsvorschlag nehmen bereits zwei Blätter Stel­lung, denen man Beziehungen zur französtsche» Re­gierung nachsagt. Beide Lutzer» sich ablehnend. Petit Paristen" steht in dem Vorschlag lediglich Versprechungen, die keinen gröberen Wert hätte» als die bisherige» deutsche» Bersprechungea »nd behauptet, datz sie abgelehnt werde» mühten. Da Deutschland offenbar nicht zulasten wolle, datz da» Ruhrgebiet zeitweilig besetzt werde, sei es über- flüssig, eine detaillierte Antwort zu geben.Echo de Paris" äutzert sich ahulich.

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Die »Oderdefftstd» Zeitung erjweint Memal mötbentlitb. Lezugrvrei, monatlich 3600 Ml. mit Zustellung «gebühr. Für ausfallend« Nummern infolge Streit« oeet elementarer Stetgnifie kein Er tag. Verlag von Dr. L.-itz«toth. Druck der Untv^Buchdruckeret so» Job. Lug. Koch. Markt 2123. Äernfpredjet, Post. IctecOonto: Nr. 5015 Lott Frankfurt a. Main.

Die Lage in den besetzten Gebieten.

Berlin, 1. Mai. Die Franzosen haben, wie den Blättern mitgeteilt wird, aus dem Ruhrgebiet durch die Eisenbahn von Anfang der Besetzung a» bis zum 28. April weggeholt: Kohlen 96 300 Ton« nett, Koks 142 600 Tonnen; auf dem Wasterweger bis zum 15. April Kohlen 168000 Tonnen, Kok» 25 000 Tonnen. Vor der Besetzung wurden pro Tag rund 60 000 Tonnen abgefahren.

Essen, I.Mai. Einr von Infanterie Radfahrern« Kavallerie und sechs Tanks begfe'itk Eisenbahner forma« twn hat den Bahnhof Rotthausen besetzt. Der leitende Ingenieur erklärte, daß der Bahnhof besetzt bleiben s»M

Köln, 1. Mai. Wie dasKölner Tageblatt* hört, haben die Franzosen am Sonntag die drei Braunkohlengruben Donatu», Liblar und Liblar« Concordia bei Brühl an der Grenze des englisch be­setzten Gebietes zur Abbeförderuug von Kohle mili­tärisch besetzt. Die Belegschaften der drei Gruben sind in den Ausstand getreten und werden nur Not» standsarbeiten verrichten.

Essen,!. Mai. Wie dieRhein.-Wcstf. Ztg.* aus Recklinghausen meldet, haben die Franzosen dk« Zechenanlagen General Blumenthal 1 und 2 und die Zeche Recklinghausen I besetzt. Auf allen Zeche» haben die Arbeiter die Arbeit eingestellt. Die Franzosen sind mit den Vorbereitungen für die Ab­fuhr de» auf diesen Zechen liegenden Kok» be» schäsligt.

V o ch u m, 2. Mai. In der Rächt zum 1. Mai wurde an einer Cikenbehnübersührung in Alten- bochi m eitt Zivilen, der sich mit mehreren Personen auf dem Nachhausewege befand, von einem franzö­sischen Posten ahne jeden Grund angeschosten und so schwer verletzt, datz an seinem Aufkommen ge­zweifelt wird

Berlin, 1. Mai. Nach Mitteilung der fran­zösischen Besatzungsbehörde sind die Deputatskohle» von dem Beförderungsverbot ausgenommen, wen» von den Betriebsräten der Zechen eine Erlaubni» eingeholt wird. Da die Arbeiter jedoch ein Ver­handeln mit der französischen Behörde ablehne«, wird diese französtsche Freigabe al» Spiegel­fechterei gekennzeichnet. In einem Aufruf der vier Bergarbeiterverbände werden die Bergleute zur Besonnenheit ermahnt unb vor den Manöver« der Kommunisten und Syndikalisten gewarnt. Die Bergleute seien durch die neuerlichen Zechen­besetzungen in den Vordergrund der Abwehrbewe­gung getreten. Der Abwehrkampf dürfe nicht zur Aktivität übergehen; nur mit Ruhe und Be­sonnenheit könne der Kampf zu <$nbt, geführt werben.

Paris, 1. Mai. Nach einer Havasmelbung aus Düstelborf betrugen bie Einnahmen bet fran­zösisch-belgischen Eisenbahnregte in bet vergangenen Woche 3 25 Millionen Mark. Die Hava»- Meldung übergeht hierbei die Tatsache, datz die Tarife unter der Regie Erhöhungen erfahre» haben^ die nach einet vomTemps" veröffentlichten Meldung an den Einnahmen mit 50 Prozent betei­ligt sind.

25 Millionen Mark Strafe.

DLfjeldor., 2 Mai. Wegen angeblicher Sabotagchandlungen an b<n Tclephonlettungen ist bie Stabt Duisburg va.i bett Belgiern mit einer Strafe von 75 Mttlt.-wcn Mark ober 3571 Dollar bel'gt worben. Ter stellvertretende Regierungs- Präsident Lutterbeck hat gegen die Maßnahme mtt Brief bei General Teaurnin Protest erhoben.

Rene Erklärung des Eewerkfchaftsringe».

Essen, 1. Mai. Eine Konferenz der Vertreter des Eewerkschaftsringes deutscher Arbeiter, An­gestellten- und Beamtenverbände im Einbruchs» gebiet hat zur augenblicklichen Lage Stellung ge­nommen. Die Vertreter sind gewillt, den Abwehr», kampf in der bisherigen Form des passiven Wider­standes fortzusetzen. Von bet Regierung erwartet die Konferenz, daß sie jede Gelegenheit benutzt, um zu Verhandlungen und zu einer Verständigung z« kommen, die selbstverständlich^die Existenz bes beuU schon Volkes Lewährleisten müsse.

Paris, 1. Mai. Poincare hat gestern den Vorsihen- kn der ReparationsCommission empfangen, um mit ihm. Ine dieLibertck" meldet, über de» tn der Schwebe be­findlichen ftanzösisch-belgischen Repavationsplan zu ver- janbeln. Das genannte Blatt glaubt berichten zu können, teß die Fortführung dieses Planes von den angeküudigten Zwischen Reparationsvorschlägen abhängig gemacht loer- kn soll. DerTemps" benutzt diese letzte Gelegenheit vor hem Bekannttoerden der deutschen Pläne, um sich mit kngland und Deutschland noch einmal auSeinanderzu- fchen. DaS Blatt polemisiert sehr scharf gegen die eng- «sche Auffassung, die derDaily Telegraph" in folgende Borte kleidet:Deutschland werde durch die französische Ruhrpolitik zum Ruin ge­drängt, waS den Gläubigern Deutschlands licht znm Vorteil gereichen könne." Darauf Wvidert das französische offiziöse Blatt mit einer Wutschen Anspielung darauf, daß bei diesem Ruin die «glischen Kreise, die an Deutschlaich Ware liefern, prosi- öeren »nd daß man nicht in einem Streit der Schiebs- richtet sein könne, wenn man aus ihm Nutzen Iik he. An Deutschland richtet derTemps" in ver- lümtet Form unter allerlei Vorbebalttn noch ein letztesmal di« Warnung, bie d»wauf hinauslänft, h8 bie Fortsetzung des pa ssiven Wider­standes den deutschen Vorschlägen unter »llcnUmständenjedenWert nehmen müß le. Vattschland, so schreibt das Blatt, gebe sieh der $>t>""- »ng hin, baß die französische Regierung bei einer Alt- bhnung des deutschen Programms seine d'plornatffche Loge verschlechtere und baß England sich in diesem Fall? streit finben toürbe, die deutsche Regierung zu untre« stützen. In Wirklichkeit könne her Erfolg littet französischen Ablehnung der deut-

Tei Stqttgenptti« beträgt für 6ea ggelp. Zeilenmillimeter 80.00 Ät (XI. Anzeigen uub Familieu-Anz. gegen dar, 50 Mk. Amtlich« und ausw. Anzeigen 100 Mt. Bet j4wtert ;em Satz 5O\ Surjtitfag. Spät »inlautend« oder den Raum über Seit« einnebmenbe Anzkimen werden nach bet Textipaltendreite berechnet. NeName« btt Zeileumiilimeter 300 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Sarrabatt Belege werden berechnet. Bei Ln»- lunft durch bie Eeichästsit. unb Dermittlung bet Angebote 50 ®L, bei Heberjenbuug durch uns 100. Mk. ohne Porto.

r 1 Paris, l^Mai. ®er Korrespondent desPetit Tournal" erfährt aus London, baß in offiziellen Srei­fen bi« Nachricht dementiert wird, wonach Lord d'Aber- on und dir anderen verbündeten Botschafter den In- halt bet deutschen Vorschläge kennen. Wie der Korre­spondent hinzufügt, toitb die Haltung der ftanzösischen Dresse bru deutschen Vorschlägen gegenüber scharf br rutteilt. In de» politischen Kreisen sei man der Ansicht, daß Italien und Belgien jedenfalls zu Rate »zogen werben müßten, und' diese Länder würden auf den vuai d'Orsay einen Druck ausüben, um ihn zur Prüfung «r Vorschläge zu veranlassen.

L o » d o n, 1 Ma:. D. r d plomatische Mitarbeiter der »4)aily News" hält es für sicher, baß Frankreich das wutsche Angebot, wie es auch immer fein möge, ab» iehn en werde. Dies werde jedoch die Sache »ickt beende». Wenn Deutschland Vorschläge mache, me die öffentliche Meinung in Großbritannien und den Bereinigten Staaten als eine mögliche Grund­lage zu Berhandluuga» ansehe, fe würde Mit Belgien unb Italien z« teilten fein.