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Marburg Sm»d«d. iro 28. Moril
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58. Wt 1923
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Der La«igenvr«t» beträgt fiir den SgeS». Zetlenmillimetrr 80.00 KL (ÄL »■tttatn ua» Familten-Lnz. gegen bar, 50 KL Amtliche and ausw. Anzeigen 100 KL Bel Schmierige« So* 50*1, Ausschlag. Spät «tnlaufend« »der den Nau« über Sette etnnebmend« Anzeigen werden »ach der Textivaltenbreit« berechneL NeNamen der Zeilenmilltmeter 300 KL Jeder Nadatt gilt al, BarrabatL Beleg« werde» berechneL Bei Aue» tunst d»rch die EeichäftsiL »»o Vermittlung der Aimebote 50 K, bet Uederjenduag durch un, 100.— KL ohne Porto.
Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhesse,
Das Wgebev des Dotoen Widerstandes!
. Paris, 27. April. Der „TeoivS" bestätigt in seinem Heitartikel die heutige Erklärung des „Malm"", daß die panzösische Regierung entschlossen sei, bevor sie sich eui Verhandlungen einlasse, die Zurückziehung der Maß- mbmen, Verordnungen usw. im Sinne des passiven Widerstandes zu verlangen. D-s Matt schreibt: wir find zu der Erklärung ermächttgt, datz die fran. Mschr Regierung nicht auf ihre Auffaffung verrichte« wird. Die wir kein deutsches Angebot in Bettacht ziehen, solange der passive Widerstand" andauerL Die Vertreter Frankreichs in de» «swSrttgen HmlptstSdtc« werden davon unttrrtchtet Werde».
Zu der Meldung, daß die französische Regierung als Borbedingung die Ausgabe passiven Widerstandes im Ri-hrg l,ftt fordere, schreibt die . Voss. Ztg.": Selbst wenn btt bei t'ch« Rrffftrung die Vorschriften über den passiven Widerstand zurückzög?, wäre dam t nichts erreicht als dmneb-.t- Verwirrung, denn der Widerstand ist aus der Bevölkerung selbst hervorgewachsen und seine Häuft lager sind die breiten Massen der Arbeiterschaft.
Auch der „Vorwärts" urteilt in gl.icher Weise. Die Buspeilsivn des passiven Widerstandes würde höchstens dazu führen, daß er schärfere und wildere Formen an- »mirt Keine deutsche Regierung kann durch einen Ukas tat passiven Widerstand zum Aushören zwingen: das lann nur Frankreich durch Zurückziehung feiner Trupp«,L — Der „Svz'aldemokr-tsche Parlament dienst" erklärt: Der Verzicht aus den passiven Widerstand kann nick t eher eintrrten, bevor die Vorhand- kng zu einem Ergebnis geführt haben oder l>evor nicht wenigstens die ix; t.chen Unterhändler von ihrem aus- sichtsreichen Verlaus überzeugt sind.
/ Das ist in der Tat die einzig mögliche und richtig« Antwort ans die unerhörte frauzös schr Anmaßung. Daß ße selbst von den Verhandlung-willig? n Sozialisten zum Ausdruck gebracht wird, zeigt wie sehr die Politik des Hinzen Volkes ist und bleiben wird bis zu einem guten Ende.
‘ Essen, 27. April. Di« im Ruhrgebiet bekannt gewordenen Zeitungsmeloungen, daß Verhandlungen über b* Reparativnsftage von französischer Seift nur bei nncm Aufg.be» des passiven Widerstandes erfolgen sol- iw, haben auf deutscher Seite eine Aenderung der Ashcrigrn Verteidigungstaktik nicht herbeige- fsthrt. Mit einer solchen Aenderung wird auch nicht ft rechnen sein. Darüber besteht in allen beteiligten kreisen einmütige Auffassung. Die von ftanzösifcher vcift durch einen Düsseldorfer Korrespondenten des »Daily Telegraph"" verbrcitete Erklärung, daß dir Koh« ftnverordnung des Generals Degoutte nicht k der von deutscher Seift ansgefaßten Schärfe durch- pführt werden soll, begegnet in den Kreisen der Arveit- fthmer und Arbeitgeber im Ruhrrevier berechtigten Zweifln. Irgendwelche Tatsachen, woraus eine Milderung der Verordnung Nr. 31 geschlossen werden könnte, tarden bisher nicht bekannt. Die bisher erprobten twührten Verleid zungsmitftl der passiven Abtoehr wer- ta, in der ruhig?» u:id besonnene» Weise, Itrie sie seit dem Einbruch der französisch-belgischen Truppen ins Rnhr- ^b«t angetvandt wurden, auch weiterhin bis zu bet wttnbf angewandt ivrrde», in der eine Verständigung »tr die durch dir Ruhrinvasion geschaffene Lage er Mgt ist.
Berlin, 27. April. Wie die Blätter Mitteilen, ftr sdic Borverhandlungen über ein oeutsches Ar Parationsan gebot an die alliierftn Mächft joweit gediehe», daß sich daS Reichskabinett voraussicht- «ch morgen mit der Noft befassen kann. Darauf fallen «nn die Parteien unterrichtet und gehört werden. Vor «enstag nächster Woche sei die Uebermittlung d«S brat« Wtn Angebots an die Alliierten nicht zu erwarten.
'.Die Beratungen wurden den Blättern zufolge tkstern hauptsächlich tn Reffortbesprechungen fortge- ft»L Der Reichsverüaud der deutschen Jndustrft hat, mc die Blätter entgegen anderslautenden Meldungen taichten, bisher keinerlei Beschluß über «tue neue Varantleberelischaft der Industrie für ein neues «benttieüeS Reparationsan gebot gefaßt, — Der Met- «tnff einer sozialistischen Korrespondenz zufolge kehrt »er Netchsprästdent am Fr-tmg nach Berti« zurück. Es fei ui ersparten, daß sich dann daS ReichSkabtnett ™ Gegenwart des Reichspräsidenten mit der Vorbe- ^itung des deutschen Angebots beschäftigen wttd.
Die Aussprache innerhalb der Fraktionen bat nach »rm .Tag", die in den letzten Lagen stattgefunden =8i. das Ergebnis gehabt, daß jetzt einschließlich »er Sozialdemokraten niemand mebr »ine sofort greifbare Lösung deS Ruhr- konfkikts von einem deutschen Angebot Rer von einer deutschen AnNvort auf die Rede Lord «trzons erwartet. Man beftachtet vielmehr die Bote, die als Antwort auf die Rede abgesandt wer- tat wird, nur alS einen weiteren Schritt zur Fortführung der internationalen Dis- •• f f t o n. Das werde nawrlich nicht btnbern, daß ** Regftrung in der Note präzisere Angaben über •Je ziffernmäßige Gestaltung der Rearationszahlungcn £b über die Garantftfragc macht, ais bisher gegeben wtfc,
^Einzelheiten über den Inhalt, soweit die Ziffern- Mtzigen Angaben in Betracht komme«, verbiete» sich ■* keibst, wÄk die ges««tt ftanzöftkch« stzresle
nur auf Material wartet, mit dem sie im voraus die deutsche Rote diskreditieren kann. Ueberhaupt müßte ha Augenblick eine gewiße Zurilckhattnng geübt werden, weil Frankreich nicht mir tn der ReparaitonSfra«. sondern auch in allen übrigen Stteitfragen einschließlich der Frage der Schutzpolizei eine erhebliche Agitation entfaltet, um, wie da- jedesmal vor wichtigen Entscheidungen in der Reparationsfrage geschehe« ist, die Stimmung der «eiterten möglichst gegen Deutschland einzunehmen.
Das Blatt erwähnt ferner, daß »ei der Besprechung immer klarer hervorgetteten sei, daß weder von der deutschen Wirtschaft no <n vom internationalen Geldmarkt irgemd, welche bestimmten Zusicherungen gegeben werde» könne«, ehe nicht die de«tsche« Grenzen im Weste« gesichert sind. Dftse Frage wird t« der Beantwortung der Rede Lord Curzon- e-tne ganz besondere Rolle spielen.
An den Beratungen der Regierung nimmt auch der Netchsprästdent sehr tätigen AnteU, da man immer- l'in erwanet, daß von der deutschen Rote seh, entscheidende Wirkungen ausgehen werden.
Berlin, 28. April. Wie di« Telegrapheu- Uttion erfährt, findet am Montag, de« 30. April, «ach«. 3 Uhr, eine Kabinettssitzung der Reichsregic- rang statt, a« der sämtlich« MinisterprSfidrntra der Länder teilnehm«« werben. Die Kabinettsfitzung wird sich mit der Frage de» deutsche» Angebots beschäftige«.
Die Lvndoner Auffassung.
Varis, 27. April, lieber die Auffassung Londoner Kreise zur deutschen Verhandlungsbereitschaft schreibt der „Petit Parisien"": In den politischen Kreisen Londons, in denen man die Vorbereitung des Berliner Kabinetts zur Reg lung des Reparat'onsproblems mit großem Interesse verfolgt, wurde gestern erklärt, die deutsch? R-gkraug ziehe augenblicklich zwei Lösungen in Erwägung. Die erste bestehe darin, den Verbündeten eine seste Summe unter genau angegebenen Bedingungen und bei angemessene» Garanten zu zahlen. Die zw'ift lause darau shinaus, zuerst eine Mindestsnmme festzufttzen, zu deren Zahlung sich das Reich bereit erkläre. Außerdem würde die Berliner Regelung mitftilen. daß dieser Mindestbetrag nach Einschätzung der deutschen Zahlungsfähigkeit durch eine internationale Sachverständigenkain- miff on erhöht werden kann. Man nimmt hier allgemein an., daß bis zum Erg'bnis einer Entscheidung eine gewiss? Zeit verstreichen wirb.
Varis, 27. April. Istn Genera trat des Rhone- D?parftmen1s wurde die Frage der Ruhrbesetzung erörtert, da ein sozialistischer Generalrat die Tagesordnung eingebrqcht hatte, in der er in« von der kranzösiscben Regierung im Rubrgebiet zur Anwendung gebrachte Methode kritisierft. Der Präfekt erhob Widerspruch gegen die Debatte, doch erklärte bet Abgeordnete Herrio:. er und seine Partei seien der Ansicht, daß ein Mißerfolg im Ruhrgebiet ein Decastre für Frankreich bedeuten würde. Er fügte, nach Havas, h>nzu, daß man ans andere Art und Weis« zu einem beirrbiflenberen Resultat hätte komme» könne». Er für {einen Teil sei f ft r Verhandlungen unb was er dazu tun könne, um diese Methode herbeizuführen, werde er tun.
Paris, 27. April. Der Präsident der Republik hat heute vormittag Marschall Fach vor dessen Abreise nach Polen empfangen.
Rom, 28. April. In der gestrigen Sitzung des Ministerrates berichtete Ministerpräsident Muffo- lini über die Lage im Ruhrgebiet und sprach über die Möglichkeit einer deutschen Rote, die eine um- ANgreiche diplomatische Aktion Hervorrufen könnte.
Berlin, 28. April. Die Botschafterkonferenz hat den ihr durch Vermittelung der deutschen Bot- chast in Paris seinerzeit übermittelten Wunsch der reutschen Regierung, in der. Frage des Optionsrechts der Memelländer gehört zu werden, abge- iehnt.
Sie neue Rote zur AbrWrmMW.
Berlin, 27. April. Die von Poineare in feiner Sonntagsnde angekündigft, dein deutschen Geschäftsträger in Paris übergebene Noft ist vorgesftrn durch Kurier in Berlin eiyg-gangen. In der Note heißt «s: Ti- deutsche Regierung erörtert in ihrem Schreiben vom 10. Dezemoer Oon neuem jene der fünf noch unerfüllten Forderungen, auf die die alliierten Regierungen die deutsch« Regierung mit Kollektivnoft Vvm 2. November aufmerksam machten und zu deren schleunige Regelung sie damals ange- ichts der Wichtigkeit .welche ihnen beigelegt toerbAt, oui- (jeforbei? haben. Wie sie die deutsch« Regftrung in ihrem Schreiben Vvm 17. November 1922 haben wssen lasten, boabsickk gen dft alliierftn Regierungen nicht, sich mit dev'deutsche» R g crung hinsichtlich dieser fünf Stipulationen in irgend «ine Verhandlung einzulassen, da dftft in ihrem vollen Umfang zur Kornpjenz der inftralliftrten MilitärkontrvllÄmmiZion gehöre«. Jnjvlgebejjen for
dern bi« »llnerten Regierungen dft deutsch« Regierung von neuem aus, alle Maßnahmen zu treffen, um eine schnelle und vollständige Erfüllung bftser Forderungen sicher zu stell«« und der inieralliftrte« Militärkontrolb» fommiffion jene« Ei kgegenkommen zu gewähren, dessen sie zur Durchfftdrang der Ko: troll« bedarf. Erst wenn div intera(liierte Militärkouttoll'ommission berichten wird, daß bft AuSfftbrang jener Forderungen bis zu einem Stehe fertgcschritteu ist, der dft eichgültige Regelung sicherstellt werben die alliftrftn Regierungen, wie bereits in bet Kollektivnoft vom 29. September mitgeteilt, bereit: sein, bk Frage zu prüfen, unter welchen Bedingungen es mögffch sein könnte, dft der deutschen Regierung durch d-n Unl'rhalt her Kontrollkommission auferlegte» Lasten zu erleichketn. nchem sie dftse. »ne in dem Schreiben der Botschafterkonfetenz vom 14. Apnl 1922 nähet datge- tqa durch ein militärisches Earantiekomitee ersetzen. D.. allüertm Regierungen können diese beiden Gesichtspunkte heuft mit aufrecht erhalten und infolgedessen über d« Ges.mtheit der fünf Punkt? der Note vom 29. September nicht von neuem in eine Diskussion «»treten.
3« der Not? übet bk deutsche Schutzpolizei wird darauf hingewftsen, daß dft Uföerfrn Regierungen die von der deutschen Regierung Dotgelegten Vorschläge für dft Reorganisrt on der deutschen Polizei geprüft haben ranb daß sie zu dem Ergebnis gekommen seien, daß diese» Vorschlägen zufolge die Polizei eint zentralisierte Orga- nisaäon von wesentlich militärischem Charakter bleibe und entgegen den Bestimmungen des FrftdenSvertrageS und bet Net' von Boulogne. Nach der Noft von Bon« log ne fvile dft Ordnnngspol'zei den Charakter als einer req-oaalen und manizipolen Oraar ifation bewahren. Sft sollt- in keinerlei Dinsickt «ne zentrale Organisation er« Sc 1-n und sie sollte lck'gffch mit einer Bewaffnung «ns- gePcttrt werden, dft ihrer Rolle entsvrach. Zum Schluß heißt eS in der Noft: Dft alliierftn Regierungen fordern die d-utsche Refferang aus, dft Umgestaltung der Polizei sicherzustcllen und den Grundsatz einer Reorganisation der Polizei auf folgender Grundlage auzunehmen:
1. Dft Organlsi t on der Polizei tu Gruppierungen milt-rischer Natur hört auf.
2. Di« militärische Einteilung der Boliz?i verschwindet.
3. Der Uu'vtricht der Pvlizeikeamftu hört aus, ein mil tirischer Gesamtunterricht zu fein.
4. Ein Statut, das aus dem Personal bet Polizei ein wirkliches Bear t npetsonal macht, tritt an bie Stelle be3 jetzig n Statuts, auf Grand dessen zwischen dem Stknb eines Pvlizeibeamftn in bet Schutzpolizei und demienig-n eines Angehörigen ber Reichswehr fein reaftr Urt rschied besteht.
Dft deitäch« Regftruna muß bft abministrativen und g setzgebenschen Maßnahmen treffen, dft zur Verwirklichung der vorstehende» Grundsätze erforderlich sind und zwar sind diese Maßnahmen zu treffen, nachdem sie von der Kor.troll-Kommission gutgchcißen worden find.
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Französische Abschnürungsversuche.
Koblenz, 27. April. Mit immer neuen Mitteln versuchen bie Franzosen, bie Absperrung bes besetzten Gebietes vom übrigen Deutschlanb vollkommen zu machen. So hat jetzt bie Rheinlandkom- mffsion eine Reihe von Wegen bekanntgegeben, auf denen sich bet reguläre Handel mit Deutschland vollziehen mutz. Die militärischen Stellen haben Vollmacht erlangt, alle anderen Wege durch Posten. Drahtverhau« oder ähnliche Maßregeln abzusperren.
Paris, 27. April. Havas berichtet aus Koblenz: Die Interalliierte Rheinlandkommission hat eine Verordnung erlassen, ber zufolge industrielle und andere Personen, die sich weigern, den Kokslieferungsaufträgen der interalliierten Fabrik- und Bergwerkskommisston Folge zu leisten, Bestrafung bis zu 5 Jahren Gefängnis erwirken. Tie vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung erteilten Lieferungsbefehle muffen innerhalb 5 Tagen von chrer Veröffentlichung ausgeführt werden, sonst gelangen dieselben Strafen zur Anwendung. Ebenso wird jede Person, die irgendwelche Manöver gegen die Ausführung der Lieferungen unternimmt, in Derselben Weise zur Verantwortung gezogen.
Paris, 27. April. Nach einer Havasmeldung aus Koblenz hat die Rheinlandkommission unter dem Vorsitz des framösischen Oberkommiffars Tirard gestern beschloffen, den Verkehr zwischen den besetzten Gebieten und dem nichtbesetzten Deutschland für alle Personen zu verbieten, die nicht mit einem von den alliierten Behörden ausgestellten Passierschein versehen sind. Diese hochwichtige Maßnahme, so fügt Havas hinzu, werde den Treibereien der „Geheimverbände" entgegen- arbeiten dadurch, daß sie die Einreise der Agitatoren, Hetzer und Organisatoren von Sabotage- Akten verhindern.
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Sie Lage in den besetzten Gebieten.
Münster, 27 April Das Postamt in Hörde ist gestern abend ucn den Franzosen wieder besetzt worden. In Duisburg—Meiderich-Süd ist eine Kontrollstelle neu eingerichtet worden.
Auf bet Strecke M.-Gladbach—Eiersen beim Bahnhof Helenenbtunn ist ein belgischer Personenzug entgleist. __
Die Ko»trlb«tio« von Mettmann.
Mettmann, 27. April. Die bet Stadt Mettmann wegen einer auf einen französischen Offizier abgegebenen Schuffer aufetlegte Vetkehtsspette ist wieder aufgehoben worden. Für die Bezahlung bet Butze von 30 Millionen Mark würbe ein Aufschub bis zum 24. Mai gewährt. Bis zu ihrer Bezahlung sollen zwei Stabtverordnete, bie bereits seit 3 Wochen in Werden fitzen, weiter in Haft bleiben. Autzerdem soll für die Bezahlung der Butze auch noch ein angesehener Bürger verantwortlich sein, deffen Verhaftung bei Nichtbezahlung bis zum genannten Zeitpunkt bevorsteht. Auch sollen Ee- meindegiiter beschlagnahmt werden. Die Telephon- und Telegraphensperre bleibt bestehen.
Kommunistisches Fiasko in Esten.
. Esstn, 28. April. Für gestern Abend hatten bie Kvmmunisien «Ute Demonstration angesagt. Sft fenb aber" nicht statt, weil bk Teilnehmer nur in einem kleinen Häuflein von etwa 100 Man» erschienen waren, bfe sich nach ein get Zeit beS WarftnS wieder zerstreuten.
Die englische» Kohlenlieferungen für Deutschland.
Paris, 27. April. Der Korrespondent de» „Echo de Paris" meldet seinem Blatte aus London: Im Verlauf der letzten drei Monate wurden nach Deutschland 13 358 350 Tonnen Kohlen abgeschickt gegenüber 1274 920 Tonnen für denselben Zeitraum im Jahre 1922 und gegenüber 131034 Tonnen für die ersten drei Monate de» Jahre 1921. Rach Frankreich wurden während der ersten drei Monate dieses Jahres 4 562 567 Tonnen.abgeschickt gegenüber 3616901 Tonnen während der erste.« drei Monate des Jahres 1922.
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Die Monet KMereiz.
Lausanne, 27. April. Zn der heutigen Sitzung Des politischen Ausschusses kam es bei Behandlung der Kapitulationen zu lebhaften Auseinandersetzungen zwischen den Türken und den Alliierten. Während die Alliierten sich in Art. 26 zur Abschaffung der Kapitulattonen bereit erklärten, fordern die 'Türken, datz die Kapitulattonen als bereits ab- geschasst betrachtet werden sollen. Es fragt sich bet den beiden Auffaffungen, od die türkische Abschaffung der Kapitulationen im Jahre 1914 oder erst die Anerkennung der Abschaffung durch die Alliierten im Iahte 1923 Geltung haben soll. Schließlich ließen sich die Alliierten auf den türkischen Standpunkt eilt, falls ausdrücklich sestgestellt »erbe, daß bamit feine rückwirkende Kraft der 1914 abgeschafften Kapitulationen für die fiskalischen und anderen Streitfragen verbunden sei. In die lebhafte Debatte griff auch der amerikanische Beobachter <5re» tm Sinne der Alliierten ein. — lieber die Frag« ,>er englischen Kriegergräber auf Gallipoli scheint eine Einigung in Kürze möglich zu werden. — Der türkische Vorschlag, auf der Bahnstrecke von der bulgarischen Grenze nach Lule-Burgas ein bulgarisch- türkisches Kontrollkomitee einzurichten, wurde von Dcnizelos abgelehnt. Dem englischen Vorschlag, in das Komitee einen Völkerbundsbeamten aufzuneh- men, wurde von den Türken angenommen, nicht aber oon den Griechen. Die Frage wurde schließlich den Eisenbahnsachverständigen überwiesen. — Di« andren Verhandlungsgegenstände galten Fragen von nur formaler Bedeutung.
Sie deM-vWA FttiheitMklei vsr Sem StnatMkWslB.
Leipzig, 27. April Zm weiteten Verlaufe der Sraatsgerichtshofverhandlung brachten Regie- rnngsvertreter das Material vor, das zum Verbot bei Freiheit-Partei geführt hat. Der Vertretet Preußens legte bar, daß es sich bei ber Partei um eine Kampforganisatiou handelt und zur Beseitigung bes Parlamentarismus. Als Beweismittel 'sthrte der Regierungsvertreter den bei Wulle be. chlagnahmten Aktionsplan sowie den Aufmarsch- plan gegen Mitteldeutschland und den Plan zur Zerr.ierung Berlins an. Der Vertreter der sächsi- ch«n Regierung führte aus, die Freiheitspartel habe die ausgelösten Verbände in ihrer Eesamtheii aufgenommen und in unzulässiger Weife unterstützt. Der Bertretct Thüringens wies nach, datz eine Reihe führender Mitglieder der deutschvölkifche« Frclheitspartei gleichzeitig in der nationalsozialifri- chcn Arbeiterpartei organisiert gewesen sei. Rach» »em darauf die Oeffenrltchkeit ausgeschloffen war, lellten die Beschwerdeführer Beweisanträge über die völkischen Karnpftorps und über bie Beziehungen des Reichswehrministeriums zu den Turner« chaften bet Freiheitspartei. Dann wurde di« S>P u«g auf Freitag nachmittag vertagt.